Freitag

Heute war ich wieder bei der Arbeit. Ich musste sogar ganz früh dort sein, da ich einen Termin hatte. Schwierig, nach dem ich gestern Abend so spät ins Bett gegangen bin.

Ich hatte es nicht vor gehabt. Ich war gerade dabei, einige Dateien hochzuladen, als ich plötzlich keine Internetverbindung mehr hatte. Auf das Symbol für Drahtlosnetzwerkverbindungen geklickt und versucht, mich wieder zu verbinden: Fehlgeschlagen. Router genauer angeschaut: Er sah zuerst ganz brav aus. Ich habe im Adressfeld des Browsers o2.box eingegeben, um das Konfigurationsprogramm vom Router zu starten. Da war eine neue Meldung rechts, die sagte, ich hätte den voreingestellten WLAN-Schlüssel nicht geändert, was ein Sicherheitsproblem wäre. Wahrscheinlich deswegen meinte die Box, ohne Vorwarnung plötzlich zu streiken und mir keine Internet-Verbindung mehr zu liefern. Ich habe unter Firefox versucht, einen neuen Schlüssel im Konfigurationsprogramm zu setzen: Die LED für Internet an der Box wurde rot, was bedeutet, dass meine Zugangsdaten falsch sind. Es hat eine Stunde gedauert, bis ich den Schlüssel erfolgreich ändern konnte. Die Hilfe war dabei nicht sehr hilfreich, da nicht klar beschrieben wurde, in welcher Reihenfolge wie was gemacht werden sollte. Hier also zusammengefasst:

  1. Im Internet Explorer mit o2.box das Konfigurationsprogramm der Box gestartet.
  2. Bei leuchtender WLAN-LED den Taster „WLAN/WPS“ an der hinteren Seite der Box mindestens fünf Sekunden lang gedrückt.
  3. Im Konfigurationsprogramm unter „Internet“ war eine Eingabemaske für den neuen Schlüssel, den ich angegeben habe. Wahrscheinlich habe ich noch auf „Verbinden“ geklickt.
  4. Nochmal den WLAN-/WPS-Taster kurz gedrückt.
  5. Auf das Symbol für Drahtlosnetzwerkverbindungen geklickt und erneut mit dem Router verbunden, unter Angabe des neuen Schlüssels.

Und das war’s, wenn ich im Nachhinein nichts vergessen habe. Ich habe allerdings nicht gefunden, wie ich den WLAN-Schlüssel der Box in meinem Handy (Nokia C5) ändern kann, das heißt, ich kann mein Festnetz-WLAN erstmal nicht mehr aufs Handy zu Hause benutzen, um das mobile Datenvolumen zu verringern. Heute Abend nach dem Hochfahren vom PC war ich vom Router getrennt und musste wieder Punkt 5 ausführen. Aber eine gute Nachricht: Nach monatelanger Störung funktioniert meine Telefonverbindung plötzlich wieder, ohne dass ich mich darum gekümmert habe. Ich vermute, dass O2 versucht hat, mich zu erreichen (zwecks Werbung, was sonst), und festgestellt, dass ich nicht anrufbar bin. Martin hat mich letzte Woche zu meiner Überraschung von seinem Festnetz aus angerufen, und mit meinem Handy geht’s auch. Ich habe sogar mit meiner Mami telefonieren können.

Apropos Martin. Seit gestern Abend nach unseren gute-Nacht-Nachrichten habe ich gar nichts mehr vom ihm gehört. Er ist bestimmt bei seiner Wandertour zu sehr beschäftigt. Oder er hatte einen Unfall. Oder David ist dabei, hat ihm von unserer Beziehung vor fünfzehn Jahren erzählt, und jetzt schmollt er. Oder er hatte was heute Nacht mit Floriane, seiner ehemaligen und sehr ledigen Kollegin, bei der er gerade übernachtet hat, und traut sich nicht mehr, sich zu melden. Keine Panik. Vielleicht hat er einfach gerade kein Netz.

Um 16:00 habe ich Feierabend gemacht. Ich bin mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Zwei Straßen von meiner Wohnung entfernt, als ich gerade gebremst hatte, um Kinder nicht zu überfahren, die direkt vor mir über die Straße gelaufen sind, fing plötzlich ein heftiger Schauerregen an. Ich bin durchnäßt in die Wohnung angekommen und habe mich zuerst ausziehen müssen. Pfff. Gestern bin ich auch unter Regen gefahren, da ich entschieden habe, von Tegel aus wieder nach Hause zu fahren. Insgesamt 36km, ich habe mich ab dem Aquarium verfahren. Nach Schöneweide habe ich mich müde gefühlt und kurz danach einen Krampf im linken Fuß gespürt. Und heute Morgen wog ich 300g mehr als gestern.

Ein leichter Kopfschmerz droht, da ein der Kinder im Hause (es sind zwei, noch im Kinderwagenalter) gerade auf die tolle Idee kam, Flöte im Treppenhaus zu spielen. Allerdings schlecht und nur ein Ton, der gar nicht klar gespielt wurde. Ich dachte, es geht schnell vorbei, bis es zu seiner Wohnung ankommt, aber anscheinend fühlte es sich gerade auf meiner Etage wohl. Nach leichtem Klopfen an die Wohnungstür (ich wollte mich nicht dafür wieder anziehen) meinte eine erwachsene weibliche Stimme direkt dahinter etwas wie „Ups“, und kurz danach hörte das nervige Pfeifen auf.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Zweifel

Vielleicht, weil es bald wieder Zeit wird. Es wäre früh, aber mein Zyklus zickt, seitdem wir zusammen sind. Manchmal denke ich, meine Hormonen haben eine Koalition gegen mich gebildet, damit ich schwanger werde („Yeah, endlich ein Mann!“, denken sie bestimmt). Von den Kondomen haben sie anscheinend nichts gemerkt.

Wie auch immer. Ab und zu frage ich mich, ob wir wirklich zueinander passen. Ja, das ist normal. Ich habe mich schon gefragt, wie es mir ginge, wenn wir Schluss machen würden. Und habe den Eindruck, dass es mir nicht so sehr traurig machen würde. Ich wäre eher sauer auf mich, mich geirrt zu haben. Oder enttäuscht. Aber komplett zerstört? Das glaube ich nicht.

Ich bin so viele Jahre Single geblieben, ich bin noch daran gewöhnt. Das habe ich am Samstag gemerkt. Er hat mir gesagt, er möchte am kommenden Wochenende zu seiner Familie nach Frankfurt fahren. Er sah dabei ein bisschen geniert aus. Ich dachte, er wollte alleine dahin und wusste nicht, wie er es mir sagen sollte. Und was war meine erste innerliche Reaktion? „Hmm, ein Wochenende für mich alleine, das wäre auch cool.“ Obwohl das letzte Mal gar nicht so lange her ist. Ich habe sofort angefangen, Pläne fürs Wochenende zu schmieden. Und dann meinte er, seine Cousine hätte ihm explizit gesagt, ich wäre gerne willkommen. Ach so, er erwartete also, dass ich mitkomme… Ich habe zugesagt. Er hat sich riesig gefreut. Gut, ich freue mich auch, den Rest seiner Familie kennen zu lernen.

Aber. Bei der Arbeit habe ich manchmal ein komisches Gefühl. Dass er nicht besonders schnell arbeitet, habe ich schon erzählt. Er hatte auch Physik studiert, wie ich. Er ist durchgefallen und hat sich umorientieren müssen. Egal. Dafür hat er ein FH-Ingenieurdiplom gemacht (ich habe den Eindruck, irgendwas musste studiert werden, weil sein Vater Professor an der Uni war). Das heißt, ich bin qualifizierter als er (und verdiene mehr Geld). Was mir im Grunde auch egal ist. Ich sehe leider, dass er nicht 100% hinter seiner Arbeit steht. Ein bisschen Keinbockigkeit ist da. Es wirkt sich bei unseren Gruppenmeetings aus, und ich kann Uschi nicht widersprechen, wenn er ihm Vorwürfe macht. Ich könnte ihm die gleichen Vorwürfe machen, überlasse es nur besser unserem Chef. Ich sehe aber Probleme auf uns kommen.

Uschi hatte ihm angeboten, ein Doktorarbeitsthema zu bearbeiten, damit er sich weiter qualifiziert. Das hat er angenommen, weil er dadurch eine Vertragsverlängerung bekommen würde und meint, mit einem Doktortitel besser bezahlte Stellen zu bekommen. Ich bin nicht sicher, dass man mit dem Erwerb eines Doktortitels in seinem Alter sich wirklich besser vermarkten kann. Schließlich habe ich letztes Jahr selber so viele Bewerbungen schreiben müssen, bevor ich diesen Job gefunden habe. Das Thema scheint ihn auch nicht besonders zu begeistern. Seine Reise vor zwei Wochen hatte den Zweck, Testmessungen für seine Doktorarbeit durchzuführen. Er hat sich seitdem nicht mehr um die Ergebnisse gekümmert. Ich denke manchmal, als Ingenieur kann er gut arbeiten, aber es fehlt ihm an Durchhaltevermögen, um eine Doktorarbeit zu machen und Wissenschaftler zu werden. Was, wenn er scheitert? Wird er es mir übel nehmen, weil ich promoviert bin und er nicht?

Zu viele Gedanken. Ich sollte besser schlafen gehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.