Eine Woche ohne Weisheitszähne

Letzte Woche war mein großer Termin beim Oralchirurg. Seit dem bin ich krank geschrieben. Heute werden die Fäden gezogen, und morgen darf ich wieder ins Büro. Hoffentlich kommen die Drainagen am unteren Kiefer auch endgültig weg. Es pocht schmerzhaft und ich habe immer Angst, sie mir versehentlich beim Essen oder Zähneputzen weg zu reißen.

Der Zahnarzt hatte mir ausdrücklich Ruhe verordnet. Soll ich zugestehen, dass ich mich beim aktuellen Stress auf Arbeit auf den Eingriff und der folgenden ruhigen Woche gefreut hatte? Dachte ich vorher, ich könnte in der Zeit ruhig von zu Hause aus ein bisschen arbeiten, weil es so viel zu tun gibt, merke ich jetzt, es wäre gar nicht gut gewesen. Fergus macht uns in letzter Zeit wieder das Leben zur Hölle, und bloss beim Gedanken an ihn spüre ich, wie sich mein Kiefer verkrampft. Das tut weh, wenn man Wunden im Zahnfleisch hat.

Stattdessen habe ich mich entspannt. Filme geguckt. Gelesen. Gehäkelt. Suppen gekocht, oder, am Anfang, mich bekochen lassen. Der Ehemann war so lieb und hat sich die ersten zwei Tage für mich frei genommen. Es gab:

  • Donnerstag: Süßkartoffelsuppe
  • Freitag: Tomatensuppe mit Orangen, aus meinem kreolischen Kochbuch, leider hat es an den Wunden gebrannt, vermutlich wegen der Fruchtsäuren
  • Samstag: Möhren-Ingwer-Suppe
  • Sonntag: Forellesüppchen mit Petersilienwurzel, das war die Idee vom Ehemann, der es aber schade fand, das Gemüse für den Fond laut Rezept weg zu tun und beschlossen hat, alles zu pürieren, was zu einem dicken Brei geführt hat
  • Montag: Pilzsuppe
  • Dienstag: Cremige Randensuppe mit Knollensellerie und Orangen
  • Mittwoch: Kürbis-Süßkartoffelsuppe

Heute habe ich keine Lust mehr auf Suppe. Ich mache mir Skyr mit Sauerkirschen.

Auslöser für die Aktion war mein Milchzahn 65, bei dem mir ein Stück beim Essen im letzten Urlaub gebrochen ist. Zum Glück schmerzlos. Direkt nach unserer Rückkehr bin ich zur Zahnärztin gerannt. Es war doch nur eine Füllung, die gefallen war, aber der Milchzahn 55 auf der anderen Seite wäre jetzt in einem nicht mehr haltbaren Zustand. Der Arme hat schon über zehn Jahre her seine Wurzel behandelt bekommen und ist häufig geflickt worden, jetzt würde er wackeln und müsste raus, meinte die Zahnärztin. Danach kommt ein Implantat. Und wenn ich schon dabei bin, sollten auch die restlichen drei Weisheitszähne entfernt werden. Es gäbe nicht genug Platz im Kiefer. Das ist genetisch bedingt. Meine Mami hat das selbe Problem. Warum hatte ich damals nicht alle Weisheitszähne auf einmal entfernen lassen, statt nur den schlechten Zahn?

Mit dem Oralchirurg hatte ich jedenfalls Glück. Im Vergleich merke ich erst jetzt, wie schlecht ich damals in Aachen für den kranken Weisheitszahn behandelt wurde. Die Praxis, ich habe halb vergessen, ob in oder bei der Theaterstraße, hatte sich gar nicht um die Folgen des Eingriffs gekümmert und ich wusste beim raus gehen nicht mal, wann und wo ich mir die Fäden ziehen lassen sollte. Das ist diesmal von der Praxis selbstverständlich organisiert worden. Am Abend nach dem Eingriff hat mich der Zahnarzt persönlich angerufen, um sich zu erkundigen, wie es mir geht. Seine persönliche Telefonnummer habe ich für Notfälle außerhalb der Praxiszeiten bekommen. Ich habe sie nicht gebraucht.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wieder beim Zahnarzt

Letzte Woche hat ein Zahn oben links angefangen, richtig weh zu tun. Ich habe es am Ostermontag gemerkt. Am Dienstag bei der Arbeit habe ich deswegen auf die Mittagspause verzichtet. Wenn ich zu schnell gegangen bin, habe ich sofort meinen Puls im Zahn gespürt. Es hat bis zum Zahnfleisch vorne gepocht. Ich habe mir am Abend den bösen Zahn im Spiegel angeschaut. Schon wieder der Milchzahn! Anscheinend ist die Füllung, die vor nicht mal zwei Jahren erneuert wurde, wieder zerbröselt. Das Zahnfleisch war schon entzündet. Bei dem Milchzahn ist sowieso zu erwarten, dass er irgendwann entfernt werden muss. Genau wie der Zahn auf der anderen Seite oben. Auch ein Milchzahn, der nie vom einem erwachsenen Zahn ersetzt wurde.

Ich wollte zu meinem Zahnarzt gehen, der seine Praxis nur fünf Minuten zu Fuß von meiner Arbeit hat, aber er war gerade im Urlaub. Bis heute. Er kennt die Situation mit meinen Milchzähnen sehr gut, deswegen habe ich Wert darauf gelegt, dass er sich das Problem persönlich anschaut. Auch wenn ich dafür eine Woche warten muss. Ich habe zuerst Paracetamol genommen, aber für eine Woche wäre es mir zu viel gewesen. Ich habe mir also mehrmals am Tag die Zähne geputzt und mit Mundspülung (von Rossmann) die gesamte Bakterienkolonie im Mundraum ausgelöscht. Der Schmerz ist recht schnell wieder verschwunden. Der Geschmackssinn auch. Ich weiß wieder, warum ich die Spülung nicht gerne benutze. Ich habe sie vielleicht nicht genug verdünnt. Es ist auf jeden Fall sehr frustrierend, etwas zu essen, ohne den Geschmack wahrnehmen zu können.

Ich bin heute morgen auf dem Weg zur Arbeit zur Praxis gegangen. Sie war eigentlich noch geschlossen, aber ich bin trotzdem herein gebeten worden. Ich habe das Problem kurz geschildert und meine Handynummer gelassen. Um drei konnte ich schon behandelt werden. Es ist wirklich toll, dass mein Zahnarzt sich so schnell um akute Probleme kümmern kann. Der Zahn musste doch noch nicht weg. Und ich habe nicht mal eine Spritze bekommen, also kein Risiko, dass ich wieder ein Hämatom an der Wange bekomme. Ich hatte mir schon Sorgen wegen Hochzeitsfotos gemacht. Er hat das Loch ein bisschen sauber gebohrt, das war schmerzhaft und sehr unangenehm. Das ging zum Glück schnell. Er hat eine härtere Füllung in das Loch gebracht. Irgend ein Karbid, glaube ich. Ich konnte danach zurück zur Arbeit. Ich freue mich jetzt, die Mundspülung aussetzen zu können und wieder Freude am Essen zu haben.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Au Backe!

Heute hatte ich einen Termin beim Zahnarzt.

Obwohl ich fast vierzig bin, habe ich immer noch Milchzähne, vier oder fünf davon. Bei einem wurde vor etwa zehn Jahren eine Wurzelbehandlung gemacht, weil eine sehr schmerzhafte Karies sich entwickelt hatte. Mein damaliger Zahnarzt meinte, es wäre nach der Behandlung nur eine Frage der Zeit, bis der Zahn zerbröselt und entfernt werden muss. Wie lange, konnte er mir nicht sagen. Es könnte jetzt bald passieren. Schmerze habe ich nicht, aber eine sichtbare Lücke ist direkt vor dem Zahnfleisch entstanden. Der Zahn hat eine sehr dunkle Farbe bekommen. Zum Glück ist er tief genug im Mund, dass es gar nicht auffällt.

Bei meiner letzten Reinigung im Sommer hatte mein Zahnarzt vorgeschlagen, eine Krone für den kranken Milchzahn zu machen. Zuerst musste der Zahn geröngt werden, und der Termin dafür war heute. Auf dem Bild wurde klar, dass eine Krone jetzt keinen Sinn machen würde. Der Zahn hängt gerade noch so und wird bald entfernt werden müssen, maximal in zwei Jahren, schätzt der Arzt. Dann lasse ich mir ein Implantat einsetzen.

Doch keine Behandlung für den Milchzahn heute. Dafür hat der Zahnarzt überraschenderweise eine neue Karies entdeckt. Diese war mir gar nicht bewusst. Ganz tief im Mund, oben rechts neben dem Weisheitszahn. Er hat zuerst mit meinem Einverständnis versucht, ohne Betäubung zu bohren, aber eine Spritze wurde doch nötig. Die hat sau weh getan. Der Schmerz hat bis zum unteren Auge und zum Ohr gestrahlt. Dann wurde alles taub, und er konnte die Behandlung fortführen.

Die Wirkung der Spritze hat sehr lange gedauert. Mindestens sechs Stunden. Das Taubheitsgefühl unter dem Auge war sehr unangenehm. Ich konnte das Auge schwer schließen und es ist trocken geworden. Die rechte Schläfe war auch taub und hat mir den Eindruck gegeben, ich hätte leichte Kopfschmerze. Mir wurde nicht wirklich schwindelig, aber ich hatte Schwierigkeiten, beim Stehen das Gleichgewicht zu halten. Meine Wange ist geschwollen. In der ganzen Zeit konnte ich auch nichts essen, da die Gefahr zu hoch war, die Innenseite der Wange zu verletzen. Und morgens hatte ich schon nichts außer Kaffee zu mir genommen. Mit einer neuen Füllung hatte ich gar nicht gerechnet. Ich habe lange warten müssen, bis die Wirkung nachgelassen hat. Jetzt bleibt noch der Schmerz der Spritze, die nicht ohne war. Die Wange ist immer noch dick und tut weh, wenn ich sie nur ein bisschen berühre. Ich hoffe, dass es morgen vorbei ist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Am frühen Donnerstagmorgen

Ich hatte eigentlich den Wecker für 06:00 gestellt, nicht für 04:00. Trotzdem bin ich so früh aufgewacht. Direkt über mich hörte ich, wie jemand durch die Wohnung ging. Wahrscheinlich war jemand gerade aufgestanden, um zur Arbeit zu gehen. Es hat eine knappe halbe Stunde gedauert, bis die Person die Wohnung verlassen hat. Es ist nichts neues, auch wenn ich bis jetzt nur von der Nachbarin zwei Etagen höher so früh geweckt wurde, die um 05:30 weg geht. In letzter Zeit habe ich sie nicht mehr so häufig wahrgenommen. Heute hat mich das Rumgetrampel direkt oberhalb von meinem Bett aus dem Schlaf gerissen. Als die Person raus ging dachte ich, ich könnte endlich weiter schlafen, aber ich war schon hell wach. Vielleicht weil ich früher als sonst ins Bett gegangen bin und fünf Stunden geschlafen habe. Um 05:00 habe ich aufgegeben und bin aufgestanden. Weil ich die Nacht alleine verbracht habe. Martin musste einiges bei sich erledigen. Ich freue mich auf den Umzug. Die Wohnung ist unter dem Dach. Das begrenzt den Lärm durch Nachbarn erheblich.

Ich hätte heute eventuell ganz früh zur Arbeit gehen sollen. Normalerweise bin ich dort um 09:00, aber ich wollte Testmessungen an einem Gerät durchführen, falls unsere gestrigen Nutzer dort früher fertig sind, und bevor die nächste Gruppe um 09:00 kommt (wir haben Betrieb rum um die Uhr). Sie hätten bis 01:00 bleiben sollen, aber aufgrund von technischen Problemen, die ich heute weiter untersuchen wollte, haben wir ihre Messzeit verlängert. Ich habe ihnen meine Handynummer gelassen, damit sie mir Bescheid sagen, wenn sie gehen. Noch keine Nachricht bekommen. Meine Tests werden bis nächster Woche warten müssen.

Heute bin ich sowieso nicht lange bei der Arbeit. Meine Überstunden habe ich schon deutlich reduzieren können, und um 11:00 habe ich einen Termin beim Zahnarzt. Graus. Seit Dienstag habe ich starke Schmerze oben links. Es ist diffus, ich kann es nicht lokalisieren. Wenn ich nach dem Zähneputzen mit Zahnseide zwischen den Zähnen gehe, spüre ich nichts. Aber wohl, wenn ich esse, oder kalten Saft trinke. Wenn ich zu schnell gehe pocht es richtig. Gestern habe ich bei der Arbeit Paracetamol dagegen genommen, es hat geholfen. Ich habe in meiner Praxis gefragt, wann ich behandelt werden könnte, und heute geht’s. Erst gestern Abend bin ich auf die Idee gekommen, mit einem kleinen Handspiegel vor dem Schrank im Badezimmer meine Zähne zu untersuchen. Da ist ein Riesenloch auf der Innenseite von G5! Ich wundere mich, dass ich es nicht früher gespürt habe. Heute wird also vermutlich gebohrt. Ich war schon bei diesem Zahnarzt in Oktober und weiß, dass er gut arbeitet und alles tut, damit sich seine Patienten wohl fühlen. Die Helferin hatte mir sogar die Hand gehalten. Ich hoffe, es wird nicht ewig dauern. Und auch, dass die Betäubung am Nachmittag schnell nachlässt, damit ich mich normal unterhalten kann.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.