Plötzlicher Umzug

Es war ein sonniger Samstagmorgen. Wir standen im Wohnzimmer unserer aktueller Wohnung. Ich hatte mich schon mal beim Ehemann beschwert, einen so langen Arbeitsweg zu haben, aber ich hatte nicht damit gerechnet, was er mir jetzt sagte zu hören: Er hätte uns eine neue Wohnung mitten in München gefunden, und wir würden heute noch umziehen. Ich konnte es nicht glauben.

Wir sind zur neuen Wohnung gefahren. Das Umzugsunternehmen hatte schon unsere Sachen hierher gebracht, ohne dass ich davon irgendwas mitbekommen hatte. Die Wohnung war kleiner und ich habe mich kurz gefragt, wie denn alle unsere Möbel rein passen konnten. Wohnzimmer und Küche waren ein einziger, heller Raum. Der Boden war mit Parkett belegt. Ich habe mich am Boden vor der Couch hingesessen, direkt neben einem großen Fenster, aus dem man Grünes sehen konnte. Der Boden hat sich unter mir gefährlich gebogen und mir ist erst dann aufgefallen, wie marode das Parkett war. Es war löchrig, und drunter konnte man ältere, verfaulte Holzbalken sehen. Wo ich saß fehlte sogar ein solcher Balken.

Ich bin aufgestanden und zum Ehemann gegangen, der im Flur stand. Ich habe ihn gefragt, wie hoch die Miete hier denn wäre. Er sagte, hundert oder zweihundert Euros mehr als die Wohnung in Gilching, die wir gerade verlassen hatten. Wie, noch teurer, obwohl kleiner und in einem so schlechten Zustand? Ich habe ihn darum gebeten, zurück zur alten Wohnung zu gehen. Hätte man nicht einen bestimmten Zeitraum, um einen unterschriebenen Vertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen? Es wäre noch nicht zu spät, und sicherlich hätte unsere Vermieterin noch keine Nachmieter gefunden, so abrupt wie wir ausgezogen waren. Stimmt, antwortete er, allerdings hätte der Umzug jetzt schon so viel gekostet, wir sollten besser hier bleiben.

„Lass uns mal raus gehen“, schlug der Ehemann vor. Ich wusste noch nicht mal, wo wir waren. Wir sind zu einer Straßenbahn-Haltestelle gelaufen. Unterwegs ist mir aufgefallen, wie hier alles dicht gebaut war. Kein Baum war zu sehen, das Viertel war nur grau und voller Gebäude. Wie sollte ich mich hier jemals wohl fühlen?


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Im Auto unterwegs

Ich war zu Hause. In unserer aktuellen Wohnung. Ich bin zum Arbeitszimmer nach oben gegangen. Am linken Fuß von meinem Schreibtisch lag zusammen gerollt eine kleine weiß- und braunhaarige Katze. Ich ging zu ihr. Sie traute mir scheinbar nicht ganz. Wir haben uns im Flur vor dem Arbeitszimmer hingelegt und geschmust. Ich erzählte ihr von Chipie, die sie nicht gekannt haben konnte.

Szenenwechsel. Ich sitze im Auto mit dem Ehemann. Hinter uns ist Chipie. Wir sind in der Stadt. Das Wetter ist herrlich sonnig. Der Ehemann steigt mitten auf der Straße aus dem Auto aus, um etwas zu erledigen. Ich soll auf ihn warten.

Der Ehemann kommt nicht zurück und ich überlege, ob ich nicht selber weiter fahren soll. So schwer kann es nicht sein. Ich setze mich auf seinen Sessel. Die Ampel ist gerade wieder rot geworden, aber obwohl hinter mir ein Auto steht, beschwert sich noch niemand.

Ich stehe auf der linken Spur und blinke, um in die kleine Straße links abzubiegen. Die Kurve ist scharf, aber ich schaffe es. Ich fahre die Straße runter, die immer enger wird. Sie wird nicht mehr asphaltiert, Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs.

Ich komme zu einem großen grünen Fleck hinter einem mir bekannten Gebäude, das in der Nähe von unserer Wohnung stehen soll. Es ist schwer, weiter voran zu fahren. Ich trete, denn das Auto hat sich in ein Fahrrad, von der selben Farbe, verwandelt. Ein schweres Fahrrad. Es ist immerhin ein altes Diesel-Polo. Chipie läuft im Feld neben mir. Ich muss aussteigen und das Fahrrad schieben, ich schaffe es nicht mehr.

Der Ehemann geht aufs Klo. Ich wache auf. Halb sieben.


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Schon November

Unser neuer Türkranz

Ich spüre fast den Wind, so schnell die Zeit an mir vorbei läuft. Schon November! Ich hatte so viel zu tun, dass ich mein armes Tagebuch im Stich lassen musste.

Was ich seit der Rückkehr aus dem Urlaub (und eigentlich schon im Urlaub) getrieben habe: Ganz viele Online-Kurse belegt. Im September gab’s plötzlich viele interessante Angebote, das Nerd in mir konnte sich nicht zurückhalten. Dabei habe ich mich bis jetzt nur auf zwei Plattformen für kostenlose Kurse beschränkt: openHPI und France Université Numérique (kurz: FUN). Der erste Kurs, Einführung in die Mathematik der Algorithmik, hatte es ganz schön in sich, und statt nur die versprochenen wöchentlichen 3-6 Stunden dafür zu brauchen, habe ich, trotz Physikstudiums und Doktortitels, gut fünfzehn Stunden jede Woche dran gesessen. Andere Kurse von der FUN Plattform mussten erstmal liegen bleiben, da beim openHPI jede Woche Prüfungen abgegeben werden sollten, und es bei FUN nur eine einzige Abgabefrist für alle Prüfungen nach Ende der Kurse gibt. Python 3.6 (ich habe bis jetzt hauptsächlich mit Python 2.7 programmiert), Statistik mit R (Wiederholung), Ruby, und wissenschaftliche Kurse zur persönlichen Weiterbildung im Zusammenhang mit der Arbeit… Da blieb wenig Zeit für etwas anderes. Langsam geht es besser, einige Kurse sind vorbei, und ich kann meinen Lebenslauf mit neuen Zertifikaten beschmucken.

Endlich kann ich berichten, dass unsere Küche völlig funktional ist. Fast vier Monate nach dem Umzug. Erst musste die Steckdose für den Backofen wieder zugänglich gemacht werden. Dann haben wir festgestellt, dass der Wasseranschluss, der ebenfalls zugemauert wurde, nach dessen Befreiung nicht zu unserer Möbeleinrichtung passte. Entweder die schweren Möbeln umräumen, was bei der Winzigkeit der Küche und der Empfindlichkeit des Parkettbodens sehr schwer wäre, oder unseren teuren Spülmöbel zersägen, um ihn an die Wasseranschlüssen anbringen zu können, meinte der erste Handwerker. Dass das nicht in Frage kam, brauche ich nicht zu erzählen. Ein zweiter Handwerker wurde bestellt, und es wurde doch möglich, die Anschlüsse selber an unseren Möbeln anzupassen. Seitdem müssen wir (hauptsächlich der Ehemann) nicht mehr das Geschirr in die Badewanne spülen, die Spülmaschine ist wieder im Einsatz! Der Wasserhahn leider nicht, er hatte scheinbar im Umzug gelitten und leckte. Einen neuen Hahn haben wir erst vorgestern angebracht. Wenigstens konnte ich seit ein paar Wochen endlich wieder hemmungslos kochen. Heute Abend gab’s den längst vermerkten Kürbis-Hummus. Das Einzige, was in der Küche noch nicht zufriedenstellend läuft: Warmes Wasser. Ich muss fünf Minuten lang den Hahn voll aufgedreht lassen, ohne  zu übertreiben, bevor das Wasser warm wird, wie ich heute Abend feststellen durfte. Das kann kein Dauerzustand werden.

Seit letzter Woche habe ich eine neue Beschäftigung gefunden: Jahresplaner für 2019 selber basteln, als Geschenkidee für die Nichten vom Ehemann. Meine Nichten. Nochmal danke Carrie. Die Notizbücher sind gekauft, ich habe mir ganz viele Videos auf YouTube angeschaut, wie man sowas macht, am Freitag noch mehr Material besorgt, wie Washi Tape, und angefangen, an den Monatsdeckblättern zu arbeiten.

Doch weg von den Farbstiften. Dafür habe ich, wie der Zufall es will, mein ebenfalls lange nicht mehr benutztes Wacom-Bamboo-Tablet wieder in Betrieb genommen. Batterie aufgeladen, und los ging’s. Das Ding hatte ich mir vor sechs Jahren geschenkt, und ich hatte viel Spaß damit, bis ich nach Berlin umgezogen bin. Danach hatte ich keine Zeit mehr. Irgendwie blöd. Ich meine, wie genial ist das denn, mit Strg-Z malen zu können? Ups, die Hand ist verrutscht, Strg-Z. Menno, der letzte Einfall mit der Wasserfarbe hätte nicht sein müssen, Strg-Z. Ich hatte sogar eine Taste vom Tablet mit der Tastenkombination belegt. Von Spielchen mit Ebenen ganz zu schweigen. Das hat aber mehr mit der Software zu tun, die mit dem Tablet geliefert war. ArtRage 3 Studio Pro. So intuitiv zu benutzen, viel besser, als Adobe Photoshop Elements, das ich mir auch herunterladen durfte. Ich hatte vor einigen Jahren Malkurse belegt, aber seit dem Tablet zeichne ich viel lieber digital.

Die Mieze hat auch einiges auf dem Tablet inspiriert… Daher mein Blog-Logo!

Und zunehmend denke ich daran, mir Fahrstunden zu buchen und mein MVV-Abo zu kündigen. Ich bin seit zwanzig Jahren nicht mehr selber Auto gefahren. Der miserable Zustand vom Münchner ÖPNV wird mich dazu bringen. Ein neues Auto haben wir schon geplant. Hybrid, automatisch, von Toyota. Viel umweltfreundlicher als unser aktuelles Diesel-Polo, und eine Stunde pro Tag gespart. So konkret haben wir keinen Zeitplan, aber es wird hoffentlich ziemlich bald kommen.

Ach, und was macht der Daum? Er erholt sich langsam. Sieht schon nicht mehr so übel aus.


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Die Umzugsarbeiten gehen voran

Der Umzug ist schon seit zehn Tagen abgeschlossen. Ich hatte mir drei Tage Urlaub genommen, um dabei zu sein. Der Ehemann war an dem Mittwoch in Berlin, weil er am Anfang der Woche das Leeren der Wohnung beaufsichtigen musste, während ich hier gearbeitet habe, und danach für die Mieter ab August putzen und Spuren auf den Wänden beseitigen wollte.

Die Jungs von zapf haben am Mittwoch die ganzen Möbel zur Wohnung hoch getragen und zusammen gebaut, die Kartons geschleppt, angefangen aufzuräumen und die leeren Kartons wieder mitgenommen. Am Donnerstag gegen elf Uhr morgens waren sie fertig. Alles machen lassen, keinen Finger rühren, und gleich danach kann man wie vorher in der Wohnung leben. Das war die Idee, es kam anders.

Ein Teil des Chaos kam dadurch zustande, dass wir in Berlin zwei Arbeitszimmer hatten, hier aber nur einen Raum, den wir uns teilen. Dieser Raum ist oben, und es gibt Dachschräge. Also mussten die zwei Meter hohen Bücherregale aus den Arbeitszimmern unten ins Wohnzimmer unterbracht werden. Die Kartons mit deren Inhalten wurden aber alle mit „Arbeitszimmer“ beschriftet, von wem auch immer. Darauf stand, aus welchem Regal die Sachen stammen, aber entziffern konnten es die Jungs nicht immer, und sie haben zuerst auch gar nicht darauf geachtet. Es half nicht, dass nicht alle da waren, die in Berlin eingepackt haben. Drei der Jungs waren aus dem Münchener Raum und nur zum Entladen am Umzug beteiligt.

Die Jungs haben alle Kartons ins Arbeitszimmer gebracht und standen plötzlich vor dem Problem, dass der Raum schon voll war, und viele Kartons noch rein „mussten“. Weil eben deren Inhalt jetzt im Wohnzimmer gehört. Erst dann haben sie mich gerufen und gefragt, wohin mit dem Rest. Außerdem hatten sie den Raum voll mit Kartons gefüllt, obwohl noch Möbel für diesen Raum montiert werden mussten. Sie waren nicht begeistert, die Kartons zwischendurch zum Nachbarraum bringen zu müssen, aber ich verstehe nicht, warum sie nicht zuerst alle Möbel zur Wohnung gebracht haben und erst dann die Kartons.

Aufgeräumt haben sie, irgendwie. Ich hatte sie darum gebeten, mir die Kartons mit den Büchern ins Wohnzimmer zu bringen, und ich würde die Bücher selber aufräumen, aber das haben sie nicht verstanden. Oder wollten es nicht verstehen, ich weiß es nicht. Ich konnte ein paar Bücherstapel vorbereiten, den Rest hatten die anderen Jungs schon in irgendwelchen Schränken verstaut, wo sie ursprünglich nicht gehört hatten, da es Schränke unter der Dachschrägen sind, die die Vermieter für uns gelassen hatten. Ich musste am Freitag alle Bücher ausfindig machen und habe zwei Tage gebraucht, um sie auf den Regalen zu sortieren. Um dann zuzusehen, wie der Ehemann seine von mir liebevoll sortierte Bücher umsortiert hat.

Die Küche war ein Graus. Als ich die Schublade mit dem Besteck geöffnet habe, wurde mir klar, dass die Jungs keine Ahnung davon haben, wie eine Küche funktioniert. Wahrscheinlich kocht noch Mama für sie. Alles war ein gemischtes Durcheinander. Die Gläser waren sehr chaotisch im Schrank verteilt. Die Gewürze und Vorräte waren überall verstreut. Das musste auch ordentlich wieder sortiert werden. Ich hätte es lieber von vorne rein selber gemacht, aber es gehörte zum Vertrag, dass sie alles „aufräumen“ und die leeren Kartons entsorgen. Beleidigt hat es sie ein bisschen, als ich vorgeschlagen habe, dass sie alles in Stapeln lassen und ich selber weiter mache.

Begeistert war ich nicht, dass nichts in der Küche angeschlossen werden konnte. Dafür konnten die Umzugsleute nichts. Für die Spüle und die Spülmaschine fehlt das Eckventil. Es müsste zur Wohnung gehören, meinen sie, aber die Vermieter haben es scheinbar bei ihrem Auszug mitgenommen. Ich habe da keine Ahnung, und in dem halben Jahr, seitdem ich schon hier wohne, ist es dem Ehemann nicht aufgefallen. Bis jetzt hatte ich mein Geschirr in dem kleinen Spülbecken im Badezimmer gespült. Das muss ich erstmal weiter so machen. Das Herd konnte auch nicht angeschlossen werden, da eine spezielle Steckdose fehlt. Die Vermieterin war gestern hier, nachdem der Ehemann ihr das Problem geschildert hatte. Sie meinte, die Steckdose wäre wohl da, sie wurde nur zugespachtelt, und für uns also unsichtbar. Sie steht jetzt hinter einem sehr schweren, langen Möbelteil mit Granitplatte. Blöd für uns. Wir müssen darauf warten, dass ein Handwerker kommt und die Steckdose frei macht. Solange kann ich nicht kochen. Abgesehen davon, hätte ich keine Lust, große Töpfe im Badezimmer zu putzen.

Fürs Wochenende hatte ich mir den Kleiderschrank vorgenommen. Wir haben ihn von den Vermietern bekommen. Er wurde genau fürs Schlafzimmer angefertigt und erstreckt sich über eine ganze Wand bis zur Decke. Super praktisch mit Schiebetüren. Ich habe gestern unsere Kleidung aufgeräumt. Und was macht der Ehemann heute? Er räumt wieder alles um. Vermutlich eine Ingenieur-Macke. Soll er weiter machen. Ich liege jetzt auf der Couch.


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Zum letzten Mal nach Berlin pendeln

Wir sitzen seit schon fast drei Stunden in dem Zug. Aktuell haben wir etwas wie zwanzig Minuten Verspätung. Es ist uns in unserem exklusiven Abteil in ersten Klasse egal. Exklusiv, weil außer uns keiner einen Sitzplatz in dem Abteil reserviert hat. Die Verbindung hatten wir gebucht, weil sie ziemlich günstig war, auch wenn ich dafür den halben Tag frei nehmen musste[1]. „Wir“, weil der Ehemann mitreist. Wir haben morgen eine Abschiedsfeier in unserer Berliner Wohnung geplant, bevor der Umzug nächste Woche statt findet.

Der Grund für die Verspätung ist „eine technische Störung am Zug“. Das könnte erklären, warum wir nahe Nürnberg so sehr geschüttelt wurden. Es muss irgendeine Resonanz gegeben haben, die den ganzen Wagen extrem zum Ratteln gebracht hat.

Wir fahren auch nicht die schnellste Strecke nach Berlin. Fünf Stunden (oder zwanzig Minuten mehr, mit der Verspätung) sind aber immer noch ein Luxus, verglichen mit November, als man noch fast sieben Stunden für die Fahrt brauchte. Oh, wir bleiben wieder mitten im Nichts stehen. Bei Truckenthal, sagt mein Navi. Gerade hat es fürchterlich gestunken, als ob etwas brennen würde. Und wir fahren weiter los.

Heute bin ich platt, und ich kann mich schwer für die Abschiedsfeier morgen begeistern. Schlafmangel. Aus irgendeinem Grund wache ich regelmäßig um halb sechs auf, selbst wenn es reichen würde, mit dem Wecker um sieben aufzustehen. Ich bin immer vorher wach. Vor Mitternacht kann ich aber schlecht einschlafen. Daher habe ich in letzter Zeit weniger Sport gemacht. Ich fühle mich nicht gut genug. Heute kommen leichte Kopfschmerze dazu. Ich habe die erste Stunde im Zug gedöst, bin aber trotz Cola wieder platt. Daran, dass ich überhaupt Cola trinke, erkennt man, wie schlecht es mir geht. Ich bin sonst mit Wasser sehr zufrieden. Der andauernd wechselnde Druck wegen den vielen Tunnels hilft jetzt auch nicht. Wenigstens ist der Brenngeruch vorbei.

Vielleicht bin ich allgemein müde. Seit Januar habe ich ununterbrochen gearbeitet und bin regelmäßig an Wochenenden zwischen München und Berlin gependelt. Außerdem geht jetzt die Arbeit in eine Richtung, die mir nicht wirklich gefällt. Unsere neue Leitung hat beschlossen, dass die Wissenschaftler mehr Management-Aufgaben bekommen sollen. Ich inklusiv. Ich bin plötzlich für Verträge verantwortlich, mit denen ich bis dahin nichts zu tun hatte, und über die ich kaum informiert wurde, und muss schauen, dass ich die richtigen Ansprechpersonen finde, um sicher zu stellen, dass die Projekte rechtzeitig laufen. Dafür habe ich nicht Physik studiert! Mit Physik hat meine Stelle jetzt auch nur wenig zu tun, aber meine Programmierfähigkeiten und letzten wissenschaftlichen Arbeiten waren der Grund für meine Einstellung! Das hat bis jetzt auch Spaß gemacht! Aber Management? Bläh. Deswegen war mir eine Karriere als Professorin oder Gruppenleiterin nie attraktiv. Als Wissenschaftler hat man scheinbar nur wenige Jahre, wo die Arbeit richtig spannend ist, egal ob an der Uni oder in der Industrie. Danach muss man sich mit Gremien, Berichten, Erklärungen für die Nichteinhaltung von Fristen und anderen langweiligen Tätigkeiten rumschlagen, ob man es will oder nicht. Hmf.

Noch über eine Stunde bis Berlin. Ich versuche wieder zu schlafen.

[1] Bin ich froh, jetzt nur halbe Tage frei nehmen zu können! In meiner früheren Arbeit in Berlin war das nicht möglich.


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Endlich Festnetz!

Die Zeiten des Leidens sind vorbei! Tschüß, Hotspot vom Handy mit miesem Empfang und begrenztem Datenvolumen!

Der Ehemann hat bei unserem Anbieter die Freischaltung in der neuen Wohnung beantragt. Der Router ist vorgestern angekommen, als ich auf Arbeit war. Gestern hatte ich keine Zeit und konnte ihn erst heute bei der Post holen. Der Vertrag bei Vodafone ist auf dem Namen vom Ehemann und ich hätte beinahe das Päckchen nicht abholen können, weil er noch nicht eingezogen ist und ich keine Vollmacht von ihm habe. Die Frau am Schalter war zum Glück so lieb, sonst wäre ich immer noch so eingeschränkt.

Heute Abend konnte ich den Router anschließen, nachdem ich ganz eigenständig eine Steckdose umschrauben musste, und schon kommt Internet aus der Steckdose! Besser kann’s gar nicht gehen. Ich weiß noch, was für ein Akt es war, entweder bei der Telekom oder bei O2, bis alles einwandfrei funktioniert hatte. Tage hatte es gedauert. Vodafone hat’s viel besser im Griff.

Was jetzt noch fehlt ist unser großer Umzug. Den Termin haben wir jetzt, in drei Wochen. Das Pendeln hört also ziemlich bald auf.


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Sonntag zu Hause

Das Wochenende habe ich alleine verbracht. Ich bin letzte Woche erst am Montagabend zurück nach München gefahren, und diese Woche ist in Bayern der Donnerstag ein Feiertag. Dank Brückentag kann ich schon am Mittwochabend nach Berlin. Es hätte sich nicht wirklich gelohnt, wenn der Ehemann zwischendurch gekommen wäre. Reisestress und Geld gespart. Dafür hat er sein Spaß gehabt, konnte zum ersten Mal seit ewig Motorrad fahren und hat den heutigen Tag mit Freunden verbracht. Bald zieht er hierher um, und seine Kumpels wird er nicht mehr so einfach sehen können.

Ich habe den Tag damit angefangen, dass ich meine Mami angerufen habe, während ich mich um die Blumen auf dem Balkon gekümmert habe. Anders als im Rest der Welt, ist heute in Frankreich Muttertag, am letzten Sonntag im Mai. Es war zehn Uhr morgens, mein Bruder war schon bei ihr, und die Blumenverkäuferin im Dorf hatte ihr gerade den Strauß gereicht, den ich ihr geschickt hatte. Sie hat sich darüber sehr gefreut.

Das Wetter sah nicht so toll wie gestern aus, der Himmel war bedeckt, meine App sagte, es würde den ganzen Tag so bleiben, und ich habe deswegen eine Hose angezogen, bevor ich mich auf den Weg zur Bäckerei im Stadtzentrum gemacht habe. Als ich dort auf der Terrasse saß, haben sich jedoch die Wolken aufgelöst, die Sonne hat voll geknallt, und mir wurde viel zu warm. Nach dem leckeren Frühstück aus Bruschetta mit Rührei konnte ich einem Stück Karotten-Kuchen für den Nachmittag nicht widerstehen, und an dem Erdbeeren-Stand beim Kreisverkehr musste auch eine Schachtel mit nach Hause.

Zu Hause angekommen, habe ich als erstes ein leichtes Kleid angezogen. Dann wurde geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Das konnte ich gestern wegen Migräne nicht tun. Und da das Wetter weiterhin schön sonnig blieb, habe ich mich eingecremt, ein Bikini angezogen und mich auf dem Balkon mit einem Buch und einem Glas Wasser zum Sonnen hingesessen. Es war schön, bis eine Hummel über mich flog und ich plötzlich etwas naßes auf dem Arm spürte. Regen? Nein. Die Hummel war’s, die ihren Darm geleert hatte. Ein dünner, länglicher Pollen-gelber Fleck war halb auf dem BH und halb auf meinem Arm gelandet. Igitt. Ich habe den Sonnenbad beendet, da ich sowieso schon länger da saß, und habe gebadet, um den Schweiß und die klebrige Creme los zu werden.

Den Rest des Tages habe ich müde auf der Couch lesend verbracht. Ich glaube, von zu viel Sonne bekomme ich momentan Kopfschmerzen. Gestern war ich auch lange in der Sonne, und ich musste im Fitnessstudio mein Training abbrechen, weil nach den intensiven Übungen meine linke Schläfe so stark gepocht hatte. Oder der Schlafmangel ist Schuld. Richtig gut schlafen kann ich zur Zeit nicht.


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Traum am Samstagvormittag

Es war ein sonniger Vormittag. Der Ehemann und ich haben beschlossen, bei einer uns noch unbekannten kleinen Bäckerei zu frühstücken. Als wir ankamen, war aber niemand hinter der Theke. Außer uns war überhaupt niemand im Laden. Wir haben gestanden und gewartet, bis eine andere Kundin herein kam und den Ehemann grob schubste, um sich vorzudrängeln. Ich habe protestiert, aber die Frau hat es einfach ignoriert und sich noch ungefragt zu uns hingesessen, als das Warten zu lange wurde, obwohl andere Tische frei waren.

Wir saßen zu zweit an einem Holztisch in einem kleinen Biergarten. Es war sonnig. Der Ehemann wollte zur Toilette und meinte, er würde sich auf dem Weg dahin noch ein Bier bestellen. Bevor er zurück kam, brachte ein Kellner eine Cranberry-Schorle zu unserem Tisch. „Mein Mann wollte doch ein Bier“, sagte ich. „Bier haben wir leider nicht mehr“, antwortete der Kellner. Als er weg ging, kamen neue Leute an, die sich an einen Nachbartisch hinsetzen wollten. Der Kellner sagte ihnen, sie müssten weg von hier, weil es zu viele Gäste gäbe, er käme nicht mehr dazu, sie alle zu bedienen. Die Leute haben den Biergarten beleidigt verlassen. Der Ehemann kam zurück und wunderte sich über die Schorle. Die wollte er nicht haben. Bevor wir gingen, sollte ich doch zur Toilette, meinte er, es wäre hübsch angerichtet. Ich ging, konnte die richtige Tür hinter der Bar aber nicht finden. Es gab viele ganz kleine Türe, durch die eine erwachsene Person unmöglich gehen konnte. Als ich die paar Stufen runter zur Bar ging, um zurück nach draußen zu gehen, bin ich ausgerutscht. Statt aber auf dem Rücken zu landen, habe ich angefangen in der Luft zu schweben. Wie geil ist das denn?

Ich bin aufgewacht. Menno, gerade als es interessant wurde! Der Ehemann lag wach neben mir und ich habe ihm meinen Traum erzählt.

Wir gingen eine Straße entlang in der Stadt. Wir waren gerade bei einer Tram-Haltestelle. Rechts Schienen, links Schienen. Vereinzelte Autos fuhren an uns vorbei. Es war ein sehr ruhiger Sommertag. Die Sonne schien, der Himmel war blau. Auf einmal sah ich einen riesigen Greifvogel weit über uns kreisen. Ich zeigte ihn dem Ehemann, der mit seiner Kamera begeistert anfing, wild zu fotografieren. Als der Vogel näher kam, wurde er größer und größer. Er landete hinter der Haltestelle und als seine Flügel noch breit gestreckt waren, konnte ich sehen, dass seine ganze Brust voll mit Krallen bedeckt war. Der Vogel stand da, fast ganz schwarz, und war so groß wie ein Mann. Mir wurde es zu unheimlich und ich lief davon, während der Ehemann noch fotografierte.

Ich ging die Straße weiter hoch, als eine große Katze mich überholte. „Och, Katze, süß“, dachte ich zuerst, bevor ich merkte, dass sie völlig aufgeregt war. Sie fauchte und grollte, was das Zeug hielt, und rannte weiter weg. Ich folgte ihr und kam zu drei anderen kampfbereiten großen Katzen, zu denen die, die mich überholt hatte, sich zugesellte. Vorsichtshalber bin ich zur anderen Straßenseite gegangen. So ein Verhalten kannte ich bei Katzen nicht. Mehr und mehr Katzen kamen an und plötzlich war ein großer, schwarzer und beängstigter Hund von den Bestien umzingelt, die ihn am Kragen packten und zur Straße zogen. Armer Hund.

Weiter bin ich gegangen. Der Ehemann kam zu mir und ich musste ihm das Geschehen mit den Katzen und dem Hund erzählen, weil er nichts davon mitbekommen hatte. Manchmal denke ich, er geht wie ein Blinder durch die Welt. Wir sind links zu einer Treppe gekommen, wo viele andere Leute waren. Unsere Gäste. Wir hatten sie zur Einweihung unserer Wohnung eingeladen. Als wir in die Wohnung rein kamen (die ich sonst im Leben gar nicht kenne), habe ich ganz schnell aufgeräumt und die Türe von Schränken geschlossen, die auf Kopfhöhe halb offen waren. Das sah so unordentlich und gefährlich aus! Die Gäste sind herein gekommen, und da wir nicht genug Platz auf der Garderobe hatten, haben sie die Schränke wieder geöffnet, um ihre Jacken an den Türen zu hängen. Einige sind sofort zur Toilette am Ende von Gang hinter mir gelaufen. Ich wollte auch hin und dachte, wie gut, dass wir eine zweite Toilette neben der Eingangstür haben. Aber dorthin wollte ebenfalls der Schwiegervater, der zu den Gästen zählte.

Das Telefon vom Ehemann hat uns vom Schlaf gerissen. Elf Uhr morgens. Unglaublich, wie lange ich geschlafen habe. Das passiert mir sonst nie.


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Explorationstraum

Ich bin heute Nacht mehrfach aufgewacht. Wie fast jede Nacht in der neuen Wohnung. Die Heizung im Schlafzimmer macht leise Geräusche. Ich bin nicht mehr daran gewöhnt, da wir in Berlin eine ganz bequeme Fußbodenheizung mit Fernwärme haben. Jedesmal denke ich, ich brauche ewig, um wieder einzuschlafen. Das stimmt nicht. Von kurz nach vier wurde es plötzlich halb sechs. Zu früh, um schon aufzustehen. Versuche doch, weiter zu schlafen.

Ich kann nicht mehr schlafen. Doch besser aufzustehen. Ich mache die kleine Lampe neben dem Bett an, die ich am Wochenende von zu Hause mitgenommen habe. Sie ist so bequem zu bedienen, man braucht nur den Sockel anzufassen, damit sie leuchtet. Die Lampe habe ich mangels Möbel am Boden neben dem Bett gestellt. Ich finde den Sockel und berühre ihn mit den Fingern. Nichts passiert. Die Kugel der Lampe liegt abseits vom Sockel. Komisch. Ich sehe, dass die Lampe unten kleine Kontakte hat, die offensichtlich in das Gitter vom Sockel einzustecken sind. Es war mir noch nie aufgefallen, dass sie so gebaut ist! Ich stecke die Lampe wieder in den Sockel ein und berühre diesen. Die Lampe geht nicht an, dafür der Fernseher, der auf dem kleinen Tisch neben dem Bett steht. Fernseher? Kleiner Tisch? Nichts davon habe ich! Es muss ein Traum sein. Wach auf!

Ich liege im Bett. Jetzt reicht’s. Ich stehe auf und gehe zum Fenster. Dabei umgehe ich den kleinen Tisch neben dem Bett, auf dem wenigstens kein Fernseher mehr steht. Ich mache das Fenster auf. Die frische Luft wird mir mit dem vielen Schnee gut tun. Komisch, es fühlt sich doch gar nicht so kalt an. Ich stehe da in meiner Leggin und meinem waagerecht gestreiften blauen langarmigen Nachthemd, der mir doch für einen kurzen Moment ungewohnt vorkommt. So ein Nachthemd habe ich tatsächlich nicht. Vereinzelte Männer gehen auf dem verschneiten großen Platz unter mir vorbei. Wo ist denn die Schule? Ich beschließe, zur Toilette zu gehen, und nehme dabei den braunen Kleiderschrank mit Spiegel wahr, der vor der Tür steht. Ich habe doch keinen solchen Schrank! Ich vermeide den Blick in den Spiegel und versuche, den Lichtschalter vom Schlafzimmer zu tätigen. Mehrmals drücke ich ihn, aber nichts geschieht. Nicht schon wieder! Wach auf! Wach auf! Ich höre eine leise weibliche Stimme, die irgendwo schreit.

06:25. In fünf Minuten klingelt der Wecker. Ich mache die kleine Lampe an. Alles gut.

Wie ich diese Art von Träumen hasse, wo die gewohnte Umgebung verzerrt wird! Es hat etwas Gruseliges. In Träumen ist es mir sehr bewusst, daher vermeide ich es grundsätzlich, in Spiegeln zu gucken, selbst wenn es mir nicht klar ist, dass ich träume. Wer weiß, was da zurück raus guckt. Solche Explorationsträume habe ich häufig nach einem Umzug bekommen. Als ob ich das Bedürfnis hätte, meine neue Umgebung im Traum nochmal zu untersuchen.

Wie damals, als ich zurück nach Deutschland gekommen war. Knapp eine Woche nach meinem Einzug, träumte ich eines Morgens davon, wie ich mich in der Wohnung bewegte. Es war Sommer, die Wohnung hatte ganz früh Tageslicht. Nur der Lichtschalter im Flur ließ sich nicht bewegen, und ich stand da und strengte mich vergeblich an, das Licht doch anzumachen…


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.