Migräne, mal wieder

Gestern habe ich die erste Migräne des Jahres bekommen. Gerade zwölf Tage habe ich durchgehalten.

Es hat nicht geholfen, dass ich wenig schlafen konnte. Um elf war ich am Samstagabend im Bett. Der Ehemann hatte noch oben am Rechner zu tun und ich bin um zwei Uhr morgens kurz aufgewacht, als er sich endlich ins Bett gepackt hat. Um sechs hat mich sein Schnarchen aus dem Schlaf gerissen.

Die Nacht davor hatte ich schon nicht sonderlich viel geschlafen. Ich war noch zu sehr von der langen Rückfahrt aus der Arbeit gestresst, um früh einschlafen zu können. Bin ich froh, dass der Ehemann mich in Westkreuz abholen konnte, als die S-Bahn völlig versagte! Sonst hätte ich mir irgendwo ein Zimmer suchen müssen. Kein toller Start ins Wochenende.

Gestern habe ich mich jedenfalls den ganzen Tag nicht so toll gefühlt. Gegen vier habe ich den Wind wahrgenommen. Es hatte schon die ganze Zeit leicht geregnet, wobei auch Flocken zu sehen waren. Ich habe leichte Kopfschmerze bekommen, die nach einer heißen Schokolade verschwunden sind.

Bis halb sieben, wo sie mit voller Wucht zurück gekommen sind. Geräusch- und Lichtempfimdlichkeit. Übelkeit. Die linke Schläfe schmerzte und pochte. Wie immer. Aspirin eingenommen, keine Wirkung. Der Ehemann hatte ganz lieb für uns gekocht, und ich habe mich beim Essen nur elend gefühlt. Konnte meinen Teller nicht aufessen. Um nicht mal neun habe ich mich im Dunkel auf die Couch hingelegt, als der Ehemann noch am Essen war. Er hat mich zugedeckt.

Um halb zwei werde ich vom Gewitter wach. Es weht ganz stark, und ich kann teilweise nicht sagen, ob ich Donner oder Wind höre. Der Regen prasselt gegen die Außenjalousien. Um zwei hört der Gewitter auf, es regnet weiter.

Ich stehe auf und putze mir die Zähne, was ich vor dem Einschlafen auf der Couch nicht geschafft habe. Die Migräne ist vorübergehend weg. Ich ziehe eine Jalousie im Wohnzimmer aus Neugier hoch und sehe: Der ganze Schnee, der gestern noch da auf dem Dach lag, ist weg. Auf dem Bürgersteig jedoch noch nicht. Es ist unglaublich, welche Menge an Schnee jetzt geschmolzen ist.

Wenigstens hat die Bahn keine Ausrede mehr, um nicht zu fahren. Ich frage mich, in welchem Zustand der Bahnsteig sich befindet. Voll mit hart getretenem Schnee, auf dem es jetzt ganz viel geregnet hat? Es wird kein Spaß.

Ich hoffe, ich kann noch ein bisschen schlafen. Ich habe gerade höchstens fünf Stunden geschlafen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Faul

Schuld ist das Wetter. Wer will schon bei dem Regen irgendwas unternehmen? Also, ich nicht. Starken Dauerregen schaue ich mir lieber zu Hause aus dem Fenster mit einer gemütlichen Tasse heißer Schokolade an.

Dabei war ich in letzter Zeit voll Energie und Motivation. Seitdem ich eines Morgens fast zwei Stunden zur Arbeit gebraucht habe, weil irgendwelche Deppen die S-Bahn-Verkabelung in Brand gesetzt haben, bin ich wieder regelmäßig aufs Rad gestiegen. Wenn ich am Tag hin und zurück radle, habe ich 42 Kilometer in den Beinen. Fast 1000 kcal, meint fddb. Das mit dem weiter Abnehmen klappt aber nicht. Weil ich seit Monaten keinen Bock mehr habe, alles einzutragen, was ich esse. Ich dachte, es ginge, ich hätte jetzt einen guten Überblick darüber, was ich essen sollte, aber mein Gewicht bleibt konstant. Immerhin.

Fahrrad will ich aber nicht bei jedem Wetter fahren. Erst recht nicht, wenn es regnet. Vor zwei Wochen bin ich kurz vor Ankommen auf Arbeit von einem Gewitter erwischt worden. Ich dachte, ich würde es noch rechtzeitig schaffen. Ich wollte zu den Fahrradständern vor unserem Gebäude langsam abbiegen. Weil es plötzlich angefangen hatte, so stark zu regnen, habe ich nicht gemerkt, dass die Räder schon total naß waren. Die Bremsen haben nur gequietscht. Ich war schon am Lenken und habe gespürt, wie die Reifen auf dem Asphalt keinen Halt mehr hatten und wie das Fahrrad seitlich gerutscht ist. Es war zum Glück kein Auto auf der Straße, als ich dort gelandet bin. Auf dem linken Ellbogen, der den Schock doch gut überstanden hat. Nur Schürfwunden, und ein großer blauer Fleck in der Innenseite vom linken Oberschenkel, wo der Sattel geknallt hat. Heute ist schon nichts mehr davon zu sehen.

Ich bin auch wieder regelmäßig zum Fitnessstudio gegangen. Ich war seit Mai ständig am Wochenende verreist und bin nur seit drei Wochen fleißig bei der Wassergymnastik am Samstagvormittag dabei. Die Kursleiterin, die vorher da war und einen schönen runden Bauch hatte, ist jetzt wahrscheinlich in Mutterschutz. Ich fand ihren Kurs gut, aber jetzt, wo ich ihre Vertretung kenne, will ich sie gar nicht mehr zurück haben! Die Vertreterin hat ein ganz anderes Programm, mit Übungen, die man wie beim Intervall-Training wiederholt, acht Mal zwanzig Sekunden, mit zehn Sekunden Pausen zwischendurch. Am Anfang fühlt sich die Übung ganz leicht an, aber nach der dritten Wiederholung wird es schon super anstrengend. Meine Lieblingsübung ist die, wo man sich am Beckenrand mit den Armen hoch hebt und langsam runter ins Wasser gleiten lässt. Einfach der Hammer. Vorher hatte ich kein Problem, zwei Kurse hintereinander zu machen. Jetzt bin ich schon mit dem Ersten völlig fertig und habe wirklich den Eindruck, etwas geleistet zu haben.

Nun, heute ist mir nicht danach. Schuld ist das Wetter, das mich diese Woche von Radeln abgehalten hat. Und dieser Wind! Ist Berlin immer so windig gewesen? Ich habe es anders in Erinnerung. Zum Fitnessstudio wollte ich bei dem Regen auch nicht, da man nur beim Rüberqueren der Straße schon durchnässt wird. Und mit der Periode, die gerade abklingt, wollte ich nicht ins Schwimmbad. Wir wollten eventuell dieses Wochenende eine Radtour nach Potsdam machen, aber da die Wettervorschau nur Regen angekündigt hat, bleiben wir zu Hause. Die Wohnung muss eh mal geputzt werden.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wind

Ich hasse es. Seit gestern weht es aus dem Westen durch Berlin in starken Böen. Ich kriege massiven Gegenwind auf dem Weg nach Hause. Ich merke, wie schnell meine Geschwindigkeit sinkt, wenn ich kurz nicht mehr trete. Heute Abend an der Ampel hätte mir der Wind fast den Lenker auf den Händen gedreht. Und die Leute sind gereizt.

Heute morgen wäre ich kurz vor Lichterfelde West von einem abbiegenden weißen Transporter aus der anderen Richtung überfahren worden, wenn er nicht im letzten Moment mitten auf der Kreuzung notgebremst hätte. Es war merkwürdig. Ich bin an der Kreuzung bei Gelb gefahren. Die Ampel ist gerade gelb geworden, als ich (rechts von einem Auto) noch ziemlich schnell auf dem Radweg vorbei gefahren bin. Kein Grund, plötzlich zu bremsen, es wäre eher gefährlich gewesen. Die Kreuzung ist aber lang, und ich bin langsamer als das Auto links von mir gefahren. Ich vermute, es wurde hinter mir rot, als der Transporter nach dem Auto mit vollem Schwung angefangen hat, abzubiegen, und mich (absichtlich?) „übersehen“ hat. Obwohl es kein Fehler war, bei Gelb nicht zu halten, weil es so kurzfristig gewechselt hatte, habe ich mich geärgert. Und noch mehr, als der Transporter-Fahrer angefangen hat zu brüllen, weil er offensichtlich dachte, ich wäre bei rot gefahren. Vielleicht sollte man anregen, an der Kreuzung eine separate Ampel für Radfahrer anzubringen, die früher rot wird.

Später bin ich wie immer am Lidl in der Gutschmidtstraße vorbei gefahren. Es war noch früh. Sehr wenige Leute waren unterwegs. Kein Mensch auf dem Parkplatz rechts von mir, keine Fußgänger auf dem geteilten Rad- & Gehweg. Ich konnte gut fahren. Plötzlich habe ich aus der hinteren Ecke vom Parkplatz einen beeindruckenden Staubwirbel mit Blättern wahrgenommen, der sich schnell zu mir bewegte. Ein Zusammentreffen schien unvermeidlich. Ich habe den Kopf leicht nach links gedreht und die Augen gekneift, um nichts davon zu bekommen. Meine Augen sind mit dem Wind zur Zeit genug gereizt. In dem Moment ist ein Auto von der Straße aus zum Lidl abgebogen. Ich war auf dem Radweg, der Fahrer musste warten, dass ich vorbei fahre. Es schien Grund genug zu sein, um ihn aufzuregen. Weil irgendwas angemeckert werden musste, aber doch nicht, dass ich auf dem Radweg war, wie es sich gehört, meinte er durch sein Fenster, ich sollte rechts und nicht links beim fahren schauen. Äh? Rechts war Funkstille. Stimmt. Kate hatte mir erzählt, die Berliner müssen einen immer belehren, selbst wo kein Bedarf / Anlass besteht. Kann ich nur bestätigen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich eine Frau bin, oder dass ich offensichtlich nicht deutscher Abstammung bin, oder was weiß ich. Der Berliner hält sich häufig für überlegen. Ich habe ihn reden lassen und bin weiter gefahren.

Heute Abend habe ich auf dem Rückweg gesehen, wie ein Radfahrer und ein (schon wieder) weißer Transporter sich gerade verpasst haben. Beide haben sich so unverschämt stur verhalten, es hätte krachen sollen, nur, um ihnen eine Lehre zu sein. Doch nicht. Es hätte für den Radfahrer ganz schlimm im Krankenhaus geendet. Ich stand an der roten Ampel, vor der Paul-Schneider-Straße. Links von der Kreuzung standen auch viele Autos. Es war gerade der Moment, wo niemand fuhr. Die Fußgänger-Ampel von links nach rechts vor mir war grün. Der Radfahrer ist wie ein Pfeil geschossen über die Zebrastreifen gekommen. In dem Moment ist der Transporter-Fahrer aus meiner rechten Seite über die Kreuzung gerast, um links abzubiegen. Keiner hat gebremst. Der Transporter-Fahrer hat sich böse umgeschaut, der Radfahrer hat geschimpft. Die sind mir beide aber echt bescheuert vorgekommen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.