Glätte

Meine Wetter-App hatte mir erhöhte Temperaturen versprochen. Ich hatte mich darüber gefreut, weil es heißen würde, dass der Schnee endlich verschwinden würde. Auf dem Bahnsteig macht es mir keinen Spaß, wenn es Rutschgefahr gibt. Es macht mir eh nirgendwo Spaß.

Ich war nicht begeistert, als ich nachmittags im Büro aus dem Fenster schaute und die vielen Schneeflocken runten kommen sah. Der Weg, den ich morgens nutze, war wieder ganz weiß, nachdem er heute endlich frei vom Schnee geworden war. Aber es kam schlimmer, denn danach hatten wir einen leichten Regen. Und es hat nicht gereicht, um den gefallenen Schnee zu verschmelzen, nein. Als ich Feierabend gemacht habe, war der Schnee zu einem rutschigen Matsch geworden. Es hatte ja eine Glättewarnung für den Abend gegeben. In München selbst geht es noch, weil so viele Menschen unterwegs sind und alles zertrampelt hatten. Als ich aber zu Hause ankommen bin, war der Weg von der S-Bahn völlig glatt. Sowie der Bahnsteig. So sieht es meistens aus:

Schnee_SBahn

Vorbereitung scheint bei uns fehl am Platz zu sein. Weder vor dem Hotel im Nachbarhaus noch bei uns wurde gestreut. Es war wie eine Eislaufbahn. Ich bin auf der Straße gegangen. Da fahren sowieso so wenige Autos, man läuft keine Gefahr, überfahren zu werden. Ich frage mich, ob ich morgen gut zur Arbeit ankommen kann. Ich sollte vielleicht später als sonst gehen.

Zum Glück habe ich ein klitzekleines bisschen mehr Sicherheitsgefühl auf Glätte bekommen, auch wenn ich immer noch fürchterlich schimpfe und es so gut es geht vermeide, mich darauf zu bewegen. Am letzten Wochenende hatte ich die glorreiche Idee, mit dem Ehemann auf dem Wank eine Schneewanderung zu machen. Mit dem Zug brauchen wir keine zwei Stunden dahin. In Garmisch-Patenkirchen angekommen, war kaum Schnee zu sehen. Uns wurde von einem Einheimischen in einem Lebensmittelladen versichert, dass man keine Schneeschuhe brauchen würde. Es stimmt, dass viele Leute uns zu Fuß überholt haben. Ich weiß nicht, wie sie es schaffen, so schnell unterwegs zu sein.  Als mir klar wurde, dass ich dem Verkäufer aus dem Dorf niemals hätte vertrauen schenken sollen, war es zu spät um umzukehren, da wir aufwärts gingen. Sonst hätte ich den glatten Weg runter gehen müssen, was noch schlimmer als erklimmen ist. Der liebe Ehemann hat mir sehr geduldig gezeigt, wie ich meine Füße setzen sollte, um einen besseren Stand auf Glätte zu bekommen. Man sollte auf der Außenkante oder Innenkante vom Fuß abrollen, je nach dem, ob man runter oder hoch geht, und es stimmt, man rutscht nicht mehr so viel! Es hat mir viel Überwindung und Nerven gekostet, aber wir haben es am Ende bis zur Mittelstation geschafft. Nur, weil ich meine Stöcke mitgenommen hatte. An manchen Stellen war es so glatt, dass ich mich nur noch über die Stöcke fest halten konnte. Meine Muskel haben geschrien, meine Füße haben weh getan, ich habe fast Krämpfe bekommen. Gut, dass wir danach Gondel fahren konnten. Mit richtigen Schneeschuhen hätten wir es bestimmt bis zur Spitze geschafft.

Wegen des Schneefalls hatten wir keine Aussicht. Mir ging es sowieso vor allem um Sport. Bei besserem Wetter werden wir auf jeden Fall zurück kommen. Die Gegend hat mir sehr gefallen. Das Frühstück im Café Berge war schon mal hervorragend. Ich habe dort das beste Müsli serviert bekommen, das ich je gegessen habe. Mit Amarant und Beeren. Das Dorf ist entzückend, auch wenn es auf mich viel zu religiös wirkt. Am Hotel der Drei Mohren kann man noch ganz politisch unkorrekt Zigeunerbratwurst bestellen, was wir nach dem tollen Frühstück nicht mehr probiert haben. Danach war ich zu sehr mit dem Gehen auf dem Schnee beschäftigt, um noch Fotos zu machen. Wir sind bei Tageslicht zurück zum Bahnhof gekommen und hatten insgesamt einen tollen Tag, von den Schwierigkeiten auf dem Schnee mal abgesehen.

 

Advertisements

Heute mit Schnee

Ich bin froh dass es nicht halten wird.

Als ich gestern Abend, kurz vor zwölf, aus Berlin zurück kam, ging es noch. Ich hatte mir Sorgen gemacht, weil die Temperatur negativ war und meine App für den Sonntag Schnee vorgesehen hatte. Es gab Schnee, ja, aber der kurze Weg von der S-Bahn bis nach Hause war gut gefegt, mit der Ausnahme vom Bürgersteig vor dem Hotel im Nachbarhaus. Dort scheinen sie sich nie darum zu kümmern.

An der S-Bahn scheint sich auch niemand dafür zuständig zu fühlen, den Bahnsteig und die Ausgänge wenigstens zu streuen, obwohl das Wetter nicht überraschend kam. Nachdem es über Nacht so viel geschneit hat, lag wieder eine dicke Schicht rum. Vor allem fahrlässig war es an den Treppen, die man benutzen muss, um zur anderen Seite des Banhofs zu gelangen. Es gibt nämlich keine Möglichkeit, zum Bahnsteig Richtung München zu gehen, wenn man keine Treppe benutzen kann. Was machen denn Rollstuhlfahrer und Leute mit Kinderwagen? Alternativ könnte man auch Bus fahren, aber die Haltestelle ist ebenfalls auf der anderen Seite vom Bahnhof.

Heute Morgen war es besonders schlimm, da der ganze Schnee auch auf den Stufen der Treppen lag. Schön glatt von der Schülerscharr breit getreten, die mir entgegen gekommen ist und durch die ich mir den Weg in die entgegengesetzte Richtung erkämpfen musste. Wir haben eine Schule ganz in der Nähe. Ich muss mir merken, die Bahn um zehn vor acht in Zukunft zu vermeiden. Wenigstens hätten die Schüler als Dämpfung gedient, wäre ich tatsächlich die Treppe runter gerutscht.

Nachdem ich dann von der S-Bahn zur Bus-Haltestelle tapfer den ganzen Weg über den verschneiten Lidl-Parkplatz gegangen bin, durfte ich über vierzig Minuten auf der Stelle verharren, weil so lange kein Bus kam. Die MVV-Webseite zeigte meine Verbindung trotzdem ohne Verspätung an. Hätte ich es gewusst, wäre ich weiter mit der S-Bahn bis Pasing gefahren. Obwohl es mir nichts gebracht hätte, weil Tim, mein Zimmerkollege, der dort wohnt, heute Morgen fast genau so lange auf den Bus warten musste. Es war einfach überall Chaos. Ein anderer Kollege hatte beschlossen, mit dem Fahrrad zu kommen. Einige andere Leichtsinnige habe ich auch über den Schnee radeln gesehen. Mein Kollege hat es heute nicht zur Arbeit geschafft und musste den Umweg zum Krankenhaus machen.

Ich hatte mich auf jeden Fall über den ununterbrochenen Regen gefreut, der für heute vorausgesagt wurde. Der Schnee würde bestimmt schnell verschwinden. Nicht. Der Regen kam nicht so stark wie erhofft, und der Weg nach Hause war am Abend noch teilweise rutschig. Jetzt liegen viel Wasser und Schneereste auf den Straßen. Gut, dass es über Nacht um die 3°C wird und das alles nicht einfriert. Sonst müsste ich morgen Glättefrei nehmen.

Sturmbedingte Migräne

Friederike habe ich nicht kommen sehen. Ich bin momentan ziemlich abgeschnitten, was Nachrichten angeht. Im Hotel hatte ich schon kaum Fernsehen geguckt. Jetzt in der neuen Wohnung habe ich noch keinen Fernseher, bis der Ehemann zuzieht, und bin froh, wenigstens das Handy zu haben, um ein bisschen surfen zu können.

So lange bin ich abends sowieso nicht dabei. Die Vermeterin war so lieb, mir eine Grundausstattung auszuleihen: Klappstuhl, kleiner Tisch, elektrisch aufblasbares Bett. Ich war am Montag mit der Isomatte und dem Schlafsack angekommen, so lässt es sich doch besser schlafen. Am Tisch mit dem Laptop zu sitzen ist aber nicht so bequem. Und kalt ist es, in der Wohnung. Ich habe eine zentrale Steuerung für die Temperatur, die ich über den Tag programmieren kann, aber wie ich inzwischen gelernt habe, ist die Temperatur im Raum drei Grad kühler als auf dem Heizkörper, und sie braucht recht lange, um abends wieder zu steigen. Ich muss zwei Stunden bevor ich ankomme auf 22°C regeln, um 19°C zu haben (18,5°C, sagt mir gerade der Thermometer). Daher war ich gestern einkaufen und habe mir zwei Leggins bei C&A besorgt. Der Onesie bei Hunkemöller kam mir übertrieben und nicht so sexy vor, aber vielleicht hätte ich doch zuschlagen sollen. Oder wenigstens bei den Hausstiefeln. Meine dicken Thermosocken über die dünneren Strumpfhosen reichen nicht. So bleibe ich jedenfalls nicht lange am Tisch und tüte mich früh in den Schlafsack ein. Vielleicht geht es besser, wenn die Wohnung möbliert wird.

Meine einzige Sorge gestern und heute morgen galt also der Kälte und dem vorgesehenen Schnee. Ich und Glätte… Es war zum Glück halb so schlimm wie befürchtet, und ich bin heil zur Arbeit angekommen. Ich konnte sogar ein bisschen das Gehen auf Glätte mit dem matschigen Schnee üben. Ich bewundere all die Leute, die auf dem nicht gefegten Bahnsteig so schnell unterwegs waren, selbst mit glatten Sohlen, und scheinbar kein Problem hatten. Mir wird schon schwindelig, wenn ich nur zusehe, wie jemand mit dem Fuß zwei Zentimeter beim Gehen rutscht… Na ja, so richtig glatt war es auch nicht, heute morgen. Was meine App nicht erwähnt hatte, war die Sturmwarnung. Windows halt, keine vernünftige App mehr…

Im Laufe des Tages ging es mir zunehmend schlechter, und ich musste drei Paracetamol-Tabletten einnehmen, ohne eine große Linderung zu spüren. Dabei hatte ich mich letzte Woche schon gewundert, dass ich in diesem Zyklus noch keine Migräne bekommen hatte und mich ausnahmsweise so lange so toll fühlte. Der Wind ist schuld, habe ich zuerst gedacht. Dass es so ein starker Sturm war, hatte ich im Büro trotz pfeifendes Windes nicht mitbekommen, bis ich die Nachrichten heute Abend gelesen habe. Kein Wunder, dass mein Kopf sich so anfühlt, als ob es explodieren möchte. Schon wieder ist es die linke Schläfe, die am stärksten schmerzt. Der Burger beim Asado auf dem Umweg nach Hause hat geholfen. Ich hoffe, dass der Sturm morgen nicht mehr so stark ist, damit ich nach Hause fahren kann. Am Abend soll die Bahn wieder funktionieren, heißt es.

Faul

Schuld ist das Wetter. Wer will schon bei dem Regen irgendwas unternehmen? Also, ich nicht. Starken Dauerregen schaue ich mir lieber zu Hause aus dem Fenster mit einer gemütlichen Tasse heißer Schokolade an.

Dabei war ich in letzter Zeit voll Energie und Motivation. Seitdem ich eines Morgens fast zwei Stunden zur Arbeit gebraucht habe, weil irgendwelche Deppen die S-Bahn-Verkabelung in Brand gesetzt haben, bin ich wieder regelmäßig aufs Rad gestiegen. Wenn ich am Tag hin und zurück radle, habe ich 42 Kilometer in den Beinen. Fast 1000 kcal, meint fddb. Das mit dem weiter Abnehmen klappt aber nicht. Weil ich seit Monaten keinen Bock mehr habe, alles einzutragen, was ich esse. Ich dachte, es ginge, ich hätte jetzt einen guten Überblick darüber, was ich essen sollte, aber mein Gewicht bleibt konstant. Immerhin.

Fahrrad will ich aber nicht bei jedem Wetter fahren. Erst recht nicht, wenn es regnet. Vor zwei Wochen bin ich kurz vor Ankommen auf Arbeit von einem Gewitter erwischt worden. Ich dachte, ich würde es noch rechtzeitig schaffen. Ich wollte zu den Fahrradständern vor unserem Gebäude langsam abbiegen. Weil es plötzlich angefangen hatte, so stark zu regnen, habe ich nicht gemerkt, dass die Räder schon total naß waren. Die Bremsen haben nur gequietscht. Ich war schon am Lenken und habe gespürt, wie die Reifen auf dem Asphalt keinen Halt mehr hatten und wie das Fahrrad seitlich gerutscht ist. Es war zum Glück kein Auto auf der Straße, als ich dort gelandet bin. Auf dem linken Ellbogen, der den Schock doch gut überstanden hat. Nur Schürfwunden, und ein großer blauer Fleck in der Innenseite vom linken Oberschenkel, wo der Sattel geknallt hat. Heute ist schon nichts mehr davon zu sehen.

Ich bin auch wieder regelmäßig zum Fitnessstudio gegangen. Ich war seit Mai ständig am Wochenende verreist und bin nur seit drei Wochen fleißig bei der Wassergymnastik am Samstagvormittag dabei. Die Kursleiterin, die vorher da war und einen schönen runden Bauch hatte, ist jetzt wahrscheinlich in Mutterschutz. Ich fand ihren Kurs gut, aber jetzt, wo ich ihre Vertretung kenne, will ich sie gar nicht mehr zurück haben! Die Vertreterin hat ein ganz anderes Programm, mit Übungen, die man wie beim Intervall-Training wiederholt, acht Mal zwanzig Sekunden, mit zehn Sekunden Pausen zwischendurch. Am Anfang fühlt sich die Übung ganz leicht an, aber nach der dritten Wiederholung wird es schon super anstrengend. Meine Lieblingsübung ist die, wo man sich am Beckenrand mit den Armen hoch hebt und langsam runten ins Wasser gleiten lässt. Einfach der Hammer. Vorher hatte ich kein Problem, zwei Kurse hintereinander zu machen. Jetzt bin ich schon mit dem Ersten völlig fertig und habe wirklich den Eindruck, etwas geleistet zu haben.

Nun, heute ist mir nicht danach. Schuld ist das Wetter, das mich diese Woche von Radeln abgehalten hat. Und dieser Wind! Ist Berlin immer so windig gewesen? Ich habe es anders in Erinnerung. Zum Fitnessstudio wollte ich bei dem Regen auch nicht, da man nur beim Rüberqueren der Straße schon durchnässt wird. Und mit der Periode, die gerade abklingt, wollte ich nicht ins Schwimmbad. Wir wollten eventuell dieses Wochenende eine Radtour nach Potsdam machen, aber da die Wettervorschau nur Regen angekündigt hat, bleiben wir zu Hause. Die Wohnung muss eh mal geputzt werden.

Migräne, schon wieder

Heute Morgen ging es mir gut. Ich bin eine Stunde früher als geplant aufgewacht. „Eigentlich könntest du laufen gehen“, habe ich gedacht. Meine Sportsachen hatte ich eingepackt. „Och nee, keine Lust“, habe ich mir beim Aufstehen geantwortet. Um dann meine Sportklamotten anzuziehen. Der Anblick im Spiegel hat mich motiviert. Die Frau sah voll sportlich aus.

Eine schöne Strecke am Fluß entlang hatte ich mir vor der Abreise ausgesucht. Tagsüber und abends ist es schlecht, weil es voll mit Menschen ist, und viele auch im Fluß schwimmen (das muss ich definitiv machen, bevor ich zurück nach Berlin fahre). Morgens um sieben ist keiner da. Und es ist nicht so heiß. Perfekter konnte es nicht sein. Die unerwarteten grauen Wolken haben mir Sorgen vorbereitet, aber es ist trocken geblieben. Ich bin Dreiviertelstunde gelaufen. Länger nicht, weil ich den ersten Vortrag des Tages nicht verpassen wollte. Außerdem wurde die Strecke immer häßlicher, je weiter weg ich vom Zentrum gelaufen bin.

Ein großes Problem war, dass ich vom Anfang an einen viel höheren Puls als sonst hatte. Fünfzehn Schläge mehr pro Minute. Bin ich schneller gelaufen, oder lag es daran, dass es so ungewohnt früh morgens war? Vermutlich letzteres. Laut Google Maps habe ich in der Zeit nur 5,2 Kilometer geschafft. Nicht besser, als wenn ich sonntags mit dem Ehemann jogge. Ich bin so eine Schnecke.

Vielleicht habe ich in den letzten Tagen nicht genug getrunken. Es war sehr heiß. Die Getränke in der Minibar sind kostenlos, hatte mir die Dame am Empfang gesagt, also habe ich alle Wasserflaschen geleert. Trotzdem ist meine Basaltemperatur deutlich gestiegen, seitdem ich hier bin. Es könnte den höheren Puls von heute Morgen erklären.

Zurück im Hotel habe ich festgestellt, dass ich nicht mehr so viel Zeit hatte. Schnell geduscht und angezogen. Kein Frühstück. Ich habe vergessen zu trinken. Bei der Konferenz gab es noch keinen Kaffee. Der erste Vortrag war genau so toll, wie ich es mir von der Person erhofft hatte. Der Raum war leider überklimatisiert. Dreißig Grad draußen, und drin friert man. Obwohl das mit den dreißig Grad heute nicht stimmt. Es ist kühler geworden. Vor meiner Abreise hieß es, jeden Tag genau so heiß. Ich habe dementsprechend gepackt. Jetzt habe ich zu leichte Kleider für den Rest der Woche. Ich habe mich heute Abend gefreut, als ich zu meinem viel zu warmen Hotelzimmer zurück gekommen bin.

Im Laufe des Tages habe ich mich zunehmend schlecht gefühlt. Dass ich am frühen Nachmittag in einem überfüllten Raum eine Stunde lang hinten stehen musste, um Vorträge zu hören, hat nicht geholfen. Mein Ischias hat sehr geschmerzt. Ich habe es nach einer Stunde nicht mehr ausgehalten und bin auf einer Couch draußen im Expositionsraum kurz eingeschlafen, als meine Sitznachbarn sich über Qt und Windows unterhalten haben.

Das Essen hat mich enttäuscht. Gestern war es besser. Nur Croissants und Kaffee oder Tee zur Pause. Kein Obst, wie ich mich aus anderen Tagungen inzwischen gewöhnt habe. Mittags war das Essen nicht besser. Schupfnudel mit gegrilltem Gemüse und Salami. Alles in Öl badend. Würg. Nachmittags fetter Süßkram mit Kaffee. Keine Lust dazu. Ich habe gefragt, ob es Obst gäbe. Nein. Die Frau hat mich wie eine Außerirdische geguckt. Ich bin raus gegangen und habe mir Bananen aus dem Supermarkt geholt. Sonst kriege ich noch Krämpfe, nach dem morgendlichen Laufen. Als ich aus dem Konferenzgebäude raus gekommen bin, habe ich gehört, wie zwei Französinnen sich darüber beschwert haben, wie schlecht das Essen war. Ich war also kein Einzelfall.

Ich habe wegen beginnender Migräne einen Vortrag geschwänzt und mich kurz im Hotelzimmer erholt. Das Wetter war bedrückend. Dunkle Wolken. Kalt. Nur zweiundzwanzig Grad. Danach musste ich zurück zu meinem Poster. Die Migräne ist stärker geworden. Am Empfang hatten sie kein Aspirin. Ich habe mich geärgert, dass ich die Packungen zu Hause vergessen habe. Mein Poster wurde gut besucht. Leute sind gekommen, die sich es gezielt ausgesucht hatten. Keine Zufallsbesucher, wie ich es aus meiner Zeit in meinem früheren Institut kenne. Ich bin froh, die Forschungsrichtung gewechselt zu haben. Heute war es aber hart, und ich habe jedesmal gehofft, dass die Leute nicht zu viele Fragen stellen. Die Migräne wurde so stark, dass ich Übelkeit bekommen habe.

Um sieben war offizieller Schluß. Die waren alle noch am Quatschen. Ich habe mein Poster abgenommen und bin zum Hotel gegangen. Im Viertel habe ich keine Apotheke gesehen. Die Frau am Empfang meinte, am Bahnhof gäbe es eine. Viel zu weit weg, wenn man pochende Migräne hat. Ich bin zu einem Lokal in der Nähe essen gegangen. Flammkuchen mit crème fraîche, Speck, Zwiebel, Rucola, Parmaschinken und Parmesan. Eine Apfelschorle dazu. Ein bisschen viel, das stimmt. Aber hey, seitdem geht es mir viel besser. Die Migräne ist weg.

Sportlich und doch nicht fit

Die Migräne ist wieder da. Kein Wunder, bei dem Wetter.

Trotz der guten Nacht habe ich mich beim Aufwachen matschig gefühlt, und zwar bevor ich die Nachrichten im Radio gehört habe. Zum Frühstück gab es eine Banane und einen Kaffee. Martin ist früher zur Arbeit gefahren. Er hat sein Fahrrad mitgenommen, obwohl es kurz vorher noch geregnet hat. Ich wollte doch so gerne auch Fahrrad fahren. Das letzte Mal war am Montag. Laufen am Mittwoch ist wegen Migräne ausgefallen. Wenn ich abnehmen will, muss ich mehr tun. Aber diese blöde Migräne, die nicht los lässt! Und der Schwindel dazu! Wenigstens ist die Periode vorbei. Ich habe mich fürs Radeln angezogen und saubere Kleider in den Rucksack gepackt. Noch einen Kaffee getrunken. Dabei habe ich mich zwischendurch gefragt, ob ich mich nicht krank melden sollte, um zu Hause zu bleiben. Aber vielleicht wäre Bewegung genau das richtige, um mich besser zu fühlen?

Es hat tatsächlich geklappt. Mittags bin ich mit den Kollegen essen gegangen. Beim Kaffee danach ging es mir langsam aber merklich schlechter. Wieder Kopfschmerz und Schwindel. Ich habe arbeiten können. Um vier Feierabend. Auf dem Rückweg war das Radeln schwieriger. Eine gute halbe Stunde lang hat mein Kopf gepocht, wenn der Radweg nicht ganz eben war. Also, die ganze Zeit, mit den Berliner Radwegen. Dann gab es ein bisschen Regen. Windig war es ständig. Gegenwind natürlich. Ich würde sogar sagen, es war stürmisch. Echt kein Spaß. Dazu kam, dass so viele Leute den Radweg missachtet haben und drauf spazieren gegangen sind. Taube Leute, die auf meine laute Klingel nicht reagiert haben. Eine Frau mit Kinderwagen ist mir entgegen gekommen und hat mich auch noch trotzig angeschaut, bevor sie beschlossen hat, mitten im schon engen benutzungspflichtigen Radweg zu gehen. Der Bürgersteig war drei Meter entfernt und durch eine Wiese vom Radweg getrennt. All diese Leute heute sahen irgendwie südländisch aus, und ich habe mich gefragt, ob Flüchtlinge überhaupt erklärt bekommen, was ein Radweg ist. Den Eindruck habe ich nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich selber bei meiner Ankunft in Deutschland lernen musste, dass es Radwege auf dem Bürgersteig gibt. Das kannte ich damals nicht.

Zu Hause angekommen, habe ich geduscht und viel Wasser getrunken. Martin ist kurz nach mir gekommen, ebenfalls mit dem Fahrrad. Ein Aspirin musste noch her. Ich habe großen Hunger bekommen. Die Suppe mittags war schon längst verbraucht, sowie der Grießpudding. Martin hat uns ein Pizza geholt. Ich habe mich überreden lassen, obwohl ich dagegen war. Er unterstützt mich beim Abnehmen wirklich nicht. Er hat meine Lieblingssorte gebracht, mit Kochschinken und Champignons. Ich habe meine Hälfte verschlungen. Pizza und Abnehmen passen bekanntlich nicht gut zusammen. Die heutigen 44 Kilometer Fahrrad machen es wieder gut, sicherlich.

Von Abnehmen kann momentan keine Rede sein. Ich nehme seit einer Woche langsam aber stets wieder zu. Ich versuche, darauf zu achten, was ich esse, wirklich. Keine Zwischenmahlzeit, obwohl es diese Woche beim ständigen Hunger nachmittags nicht einfach war. Ich weiß, dass ich zu viel rein stopfen muss, wenn ich zunehme. Kalorienzählen geht leider nicht, wenn ich mittags mit den Kollegen esse. Ab und zu nehme ich mir etwas mit, das isoliert mich aber von der Gruppe. Ich bin schon zu einem anderen Gebäude umgezogen und habe dadurch viel weniger Kontakt mit den Kollegen. Mein mitgebrachtes Mittagessen im Lokal zu essen würde bei den Betreibern nicht gut ankommen. Also nehme ich zu. Das lustige dabei ist, dass meine Kleider zu breit werden. Ich habe mich heute gefragt, ob meine Hose mir nicht runter fallen könnte. Sie hält sich noch fest, aber es ist deutlich, dass sie früher enger saß. Ich habe am Po-Bereich viel an Fett verloren. Wenn die Figur sich ändert, ist es doch ein gutes Zeichen.

Aus dem Laufen wird heute nichts

Ich bin fix und fertig.

Heute Morgen habe ich mich noch gefreut, nach der Arbeit zu joggen. Ich habe mir für die Mittagspause eine Packung Schinken mit einem Brötchen geholt. Und einen mageren Naturjoghurt, eine Banane und einen Apfel. Das ist nicht wenig, aber ich wollte ja joggen gehen.

Dann kam der Nachmittag. Ich habe intensiv an meinem Programm #1 gearbeitet und eine Methode verbessert, um Daten zu laden. Ich war nicht so gut konzentriert. Ich habe mich müde gefühlt und leichte Kopfschmerze bekommen. Das Programmieren war mühsam. Ich habe mein Ziel erreicht, um nach anderen Tests festzustellen, dass jetzt etwas anderes nicht mehr läuft. Das Problem habe ich auf morgen verschoben. Ich habe dadurch später als geplant Feierabend gemacht.

Da ich nicht zu spät zu Hause ankommen wollte, um mit Martin zu joggen, bin ich mit der S-Bahn gefahren. Auf dem Weg dahin wurde mir schwindelig. Mir ging’s doch gar nicht gut genug, um sportlich tätig zu sein. Vielleicht hat es mit meiner Periode zu tun. Ich verliere momentan viel Blut, und hatte gestern Abend starke Bauchschmerzen. Oder es kommt vom Wetter. Der Himmel war so dunkel und bedrückend. Gerade ist das Gewitter ausgebrochen. Wir wären eh nicht bei dem Wetter gelaufen. Sehr wahrscheinlich ist es der Grund für die Migräne, die sich während der Fahrt in meinem Schädel breit gemacht hat. Es geht gerade so, aber ich kann nicht viel machen. Und ich habe tiefe Ringe unten den Augen, obwohl ich heute Nacht doch so gut geschlafen habe. Schmerzmittel bringen bei mir selten etwas, wenn die Migräne noch nicht richtig explodiert hat.

Das Wetter macht übrigens die Leute verrückt, wie es aussieht. Als ich in der S-Bahn eingestiegen war und einen Sitzplatz gefunden hatte, habe ich plötzlich eine ganz laute Techno-Musik gehört. „Ach nee, nicht das auch noch“, habe ich gedacht, und mir überlegt, ob ich nicht zu einem anderen überfüllten Wagen wechseln sollte. Die Türe sind zu gegangen, und die Musik wurde schwächer. Gut, es war nur am Gleis. Ich habe kurz dort geschaut, als der Zug weg gefahren ist. Ein langer, dürrer, voll tätowierter Mann war dabei, auf der Rücklehne einer Sitzbank zu springen und hat in dem Moment einen gewaltigen Kick nach vorne gemacht, und einen anderen Mann am Kopf getroffen, der direkt zum Boden geschleudert wurde. Die Leute im Zug haben entsetzt geschrien. „Die stehen voll unter Droge“, meinte ein Mann. Es stimmt, dass die Beide ähnlich asozial ausgesehen haben und man leicht den Eindruck gewinnen konnte. „Ob wir die Polizei anrufen sollten?“ frage eine Frau, als der Zug schon den Bahnhof verlassen hatte. Ich glaube, das haben bestimmt die anderen Reisenden am Gleis gemacht.

Schockiert war ich. Es ist mein Bahnhof, wo ich täglich für die Arbeit ein- uns aussteige, wenn ich nicht mit dem Bus fahre. Ich hatte doch vor wenigen Sekunden an dem Ort gestanden, wo der Mann geschlagen wurde. Ich kann es nicht fassen, dass ich seit einer Woche auf Arbeitswege in so kurzer Zeit so viele Menschen sich prügeln sehe, wenn die letzten drei Jahren seitdem ich in Berlin wohne so ruhig gelaufen sind.

Heute soll es stürmisch werden

Sturmböen bis zu 88 km/h sind laut wetter.de zu erwarten. Ich werde wohl das Fahrrad zu Hause lassen.

Und weiter auf der Seite steht ein Link zum Artikel „Der Sommer war früher doch besser“, untertitelt „Knapp Zwei Drittel der Deutschen finden, dass diese Aussage richtig ist“. So viel zur Objektivität. Wenn man wissen will, wie das Wetter früher wirklich war, sollte man sich gemessene Daten anschauen. Aus dem subjektiven Empfinden von befragten Leuten zieht sich doch kein ernster Meteorologe (m/w) wissenschaftliche Schlussfolgerungen.

Es ist kühler geworden

Vor einer Stunde hatten wir noch knapp 37°C auf der Terrasse…

Temperatur

Alle Fenster sind tagsüber geschlossen. Im Treppenhaus fühlt es sich wie in einem Offen an. Ich gehe nicht raus.

Wir waren gestern Abend am Nikolassee. Es war überfüllt mit Menschen, aber es gab auch Enten und Blässhühner. Letztere wurden sogar noch von süßen kleinen Küken gefolgt. Ich konnte gut im Wasser abkühlen, der Rest des Abends war angenehm. In der kurzen Zeit am Wasser bin ich natürlich auch von kleinen Viechern gefressen worden…

Heute fällt mir das wöchentliche Putzen recht schwer. Staubsaugen ist erledigt, der Boden muss noch gewischt werden. Lieber sitzen bleiben. Gleich kommt ein Gewitter.