Unangenehme Überraschung

Ich komme nach einem harten Tag Arbeit nach Hause. Ich bin noch von der Verspätung vom Bus genervt.

Als ich in der Nähe des Hauses ankomme, nehme ich wahr, wie eine Person rein geht. Ich passe nicht sonderlich auf. Ich prüfe die Post und hole einen Brief für den Ehemann.

Ich laufe die Treppe hoch und bin überrascht, eine unbekannte Frau vor unserer Wohnungstür stehen zu sehen. Sie steht einfach da, dreht mir den Rücken zu und guckt sich die Tür an. Fett, blond, mit einer dicken schwarzen Daunenjacke und einer Merkur-Hängetasche. Nicht die Versicherung, sondern die Zeitung.

Sie dreht sich um, als ich die letzten Stufen hoch gehe. „Was geht hier los?“, frage ich sie, glaube ich. Sie fängt an, sich vorzustellen, wobei ich ihren Namen schon vergesse, zeigt mir ihren Badge, der an ihrem Hals hängt, ohne ihn wirklich zu zeigen, erzählt, sie sei von der Merkur, und ich unterbreche sie, in dem ich recht unfreundlich sage „Nee, nee, nee, kein Interesse, lassen Sie mich durch“, denn sie mir den gesamten Gang sperrt. „Wir verschenken zwei Wochen Urlaub in Blablabla,“ versucht sie mir zu erzählen, gibt aber auf mit der Bemerkung, ich sei scheinbar nicht interessiert, und fängt an, die Treppe runter zu gehen. Das Letzte, was ich brauche, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, ist irgendeine fremde Person vor der eigenen Wohungstür, die mir irgendeinen Scheiß aufschwatzen will.

Der Ehemann kommt aus dem Arbeitszimmer die Treppe runter, als er mich die Tür zu knallen hört. Dass jemand vor der Tür stand, weiß er nicht, sie hat also nicht bei uns geklingelt. Wer hat sie denn überhaupt herein gelassen? Sie muss direkt von der Haustür bis zu unserer Wohnung gelaufen sein, und ich habe sonst keine Nachbarn oder offene Wohnungstüre auf dem Weg zu uns ganz oben gesehen. Scheinbar haben wir Nachbarn, die ohne jegliche Prüfung jeden ins Haus lassen, der klingelt. Keine schöne Vorstellung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Datenschutz-Grundverordnung

Kurz: DSGVO. Hat mittlerweile bestimmt jeder im Bloggerland schon mal gehört.

Bei mir hat es angefangen, als ich vor etwa zwei Monaten die ersten Ankündigungen zum Schließen von Blogs gelesen habe (wenn sie nicht ins private Modus gewechselt sind). „Es muss etwas Österreichisches sein“, habe ich zuerst gedacht, denn die ersten Blogs, denen ich folge und die das Thema ansprachen, aus Österreich kamen. Als die Deutschen auch darüber anfingen zu schreiben, habe ich gegoogelt. Besorgte Leser, die ihre Privatsphäre besser schützen wollen, können stattdessen startpagen. Es klingt nur noch recht gewöhnungsbedürftig.

Was ich aus meiner Leserei gelernt habe:

  1. Bin ich froh, keine Juristin zu sein!
  2. Eine Datenschutzerklärung muss spätestens jetzt sein. Getan. Obwohl ich diesen Blog nicht selber hoste und keinen Einfluss auf die erhobenen Daten habe. Aber das erkläre ich ja.
  3. Du darfst keine elektronische Newsletter ohne ausdrückliche Einwilligung der Empfänger schicken. Neu kommt es mir nicht vor. Und das tue ich eh nicht.

Letzteres hat der Unterwäschehändler Mey offensichtlich nicht verstanden. Ich habe beim Onlineshop von Mey am 12.12.2016 Unterwäsche gekauft. Ursprünglich hatte ich diese in einem Laden[1] in meinem Kiez bestellt, und als es nach zwei Monaten hieß, die Ware könnte nicht geliefert werden, habe ich im Laden storniert und mich direkt an Mey gewandt. Ware bekommen, Kundin zufrieden. Und danach: Anderthalb Jahre Funkstille! Keine Newsletter, rein gar nichts! Klar, ich habe auch nichts eingewilligt. Ich achte immer peinlich darauf, bei jeder Anmeldung oder Bestellung alle kleine Häkchen zu prüfen, um meine Mailbox nicht mit Müll befüllt zu bekommen oder keine Versicherung an der Backe zu haben.

Recht überrascht war ich also, am 12. Mai dieses Jahres eine Email von Mey zu bekommen. „Wir vermissen Sie, Liebe Frau Kundin: 20€ extra für Ihren nächsten Einkauf im Mey Onlineshop!“ Meine erste Reaktion: „Häh? Wer ist Mey?“ Es war schon länger her. Ich habe die Email direkt gelöscht (und gerade jetzt im Mülleimer von GMail wieder gefunden). Es war erst der Anfang: Am 27. Mai, zwei Tage nach dem Inkrafttreten der DSGVO, kam eine neue Email von Mey: „Night2Day: sommerlich leicht aus Baumwolle und Leinen“. Und am 03. Juni, also gestern: „Der Sommer wird weiß – mit den frischen Sommer-Highlights von Mey!“.

Geht’s noch? Nach so langer Zeit Ruhe werde ich plötzlich regelrecht zugespamt? Ich mache also eine Email tatsächlich auf und blättere bis zum Schluß. Da staune ich nicht schlecht:

Diese E-Mail erhalten Sie, da Sie sich in unseren Newsletterverteiler eingetragen haben. Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei. Es entstehen keine höheren Kosten als die nach den Basistarifen. Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier: Newsletter abbestellen

Kühne Behauptung! Ich habe mich sicherlich nie in den Verteiler eingetragen. Wenigstens gibt es ein Link zum Abbestellen der Newsletter, die ich nie bestellt habe. „Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei“, schreiben sie. Das will ich doch hoffen. Sonst hätten die echt was von mir gehört. Und was meinen die mit „Basistarifen“? Ich habe doch kein Abo oder sonst was. Ach so, das wird hier erklärt. Das haben die Leute bei Mey wohl einfach so übernommen. Aber das Idiotischste kommt noch, wenn ich dem Link zur Abmeldung folge (Screenshot aus meinem Laptop):

Eine Webseite, in der es von der Adresse aus eindeutig um eine Abmeldung geht, wird von einem Werbebanner für eine Anmeldung zum Newsletter völlig ausgegraut? Das Kreuz zum Schließen vom Werbebanner ist noch so klein, da hat man sich schnell verklickt und das Gegenteil gewirkt von dem, was man ursprünglich vor hatte. Eine Frechheit ist das. Die gute Nachricht: Wird das Fenster vom Internetbrowser nicht mehr maximiert, verschwindet die Aufforderung zum Anmelden.

Und jetzt, mal abwarten. Ich habe keine Bestätigung zur Abmeldung vom Newsletter bekommen. Verdächtig.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Am Telefon

Ich bin vor kurzem auf dem Handy von einer unbekannten Nummer angerufen worden. Ich bin in solchen Fällen immer misstrauisch und benutze dann als Begrüßung die französische Formel „Allo?“, die mir erlaubt, zu antworten, ohne meinen Namen zu verraten. Man weiß ja nie. Das hat mich an den ersten Anruf erinnert, den ich auf meiner aktuellen O2 Nummer bekommen habe, vor etwa neun Jahren. Den Vertrag hatte ich am Tag davor abgeschlossen. Nur meine Mutter kannte meine neue Nummer. Gegen mittags wurde ich von einer unbekannten, deutschen Nummer angerufen. Ich also: „Allo?“ Eine Frau, in einem geärgerten Ton: „Ja, kann ich denn wissen, mit wem ich rede?“ Ich war verblüfft, habe aber geantwortet, dass sie doch selber wissen sollte, wen sie anruft. Nach einer kurzen Pause meinte die Frau, sie hätte die Nummer von ihrem Sohn gewählt und war irritiert, dass er nicht dran ging, da sie ihn schon seit einigen Tagen zu kontaktieren versuchte. Wer wäre ich denn? Ich habe ihr erklärt, dass ich meine Nummer erst vor kurzem bekommen hatte und ihren Sohn nicht kannte. Sie klang nicht überzeugt, hat sich aber entschuldigt und aufgelegt. Vielleicht hatte sie ihren Sohn derart mit Anrufen genervt, dass er seine Handynummer ändern lassen hatte.

Bei dem Anruf von letzter Woche hat sich ein Mann, mit freundlicher Stimme, als Angestellter von einem Umfrageinstitut vorgestellt und wollte wissen, ob ich gerade Zeit für ihn hätte. Ich hatte doch explizit O2 verboten, meine Telefonnummer weiter zu geben. Werbungterror will ich mir nicht antun lassen. Ich bin auch in keinem Telefonbuch eingetragen. Ich habe also den Mann erstmal gefragt, woher er meine Nummer hatte. „Ganz einfach“, meine er. „Ich habe Ihre Nummer aus einem auf Zufall basierten Telefonnummergenerator bekommen.“ Na toll. Er klang, als ob ich mich darüber glücklich schätzen sollte, auserwählt geworden zu sein. Da ich bei der Arbeit war, konnte ich den Anruf schnell beenden, mit dem Hinweis, dass ich für Befragungen nicht angerufen werden will. Immerhin hat er sich verständnisvoll gezeigt und nicht mehr versucht, mich zu kontaktieren.

Irgendwie sind die Leute aus Call-Centern häufig überrascht, dass man gerade arbeitet, obwohl sie selber während ihrer Arbeitszeit anrufen. Den Fall hatte ich bei meinem früheren Institut, als ich von der Postbank angerufen wurde. Es war spät abends, um die 19:00. Damals, als ich Single war und meine Arbeitszeit nicht erfasst wurde, hatte ich den größten Teil meines Lebens am Institut verbracht. Der Mann am Telefon war mein Berater, den ich eigentlich nur drei Jahren zuvor bei der Eröffnung meines Kontos gesehen hatte. Damals war ich gerade nach Deutschland zurück gekehrt und hatte noch keine Telefonnummer, außer bei der Arbeit. Stimmt nicht, meine ehemalige deutsche Handynummer hatte ich noch, aus der Zeit meiner Doktorarbeit, aber ich wollte sie nicht so einfach geben. Wozu auch? „Um mich zu kontaktieren, falls es Probleme gibt“. An dem Abend gab es kein Problem. Mein Berater hatte schon mehrmals versucht, mich durch persönliche und sogar handgeschriebene Briefe per Post zu überzeugen, Produkte zu kaufen. Jetzt wollte er es per Telefon probieren. Es wirkte ziemlich verzweifelt.


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Telefonwerbung

Vor einem Monat habe ich auf dem Handy einen Anruf von 034133173063 bekommen, eine mir völlig unbekannte Nummer. Ich war überrascht, da sehr wenige Leute meine Nummer kennen, bin aber dran gegangen. Am Telefon war eine Frau, die sich als O2 Mitarbeiterin identifiziert hat. Da ich in dem Moment mein Büro verlassen musste, um zu einem Meeting zu gehen, habe ich ihr gesagt, ich hätte gerade keine Zeit. Ich wollte aber wissen, worum es ging. Anrufe von O2 bekomme ich sonst nie.

Nachdem sie mir zwecks Identifizierung meinen vollen Namen, sogar mit mittlerem Vornamen, nannte, sagte sie, ich hätte ja zugesagt, über Angebote von O2 und Partner informiert zu werden. Das mit dem „Partner“ kam mir merkwürdig vor. Ich kann mich nicht daran erinnern, O2 die Erlaubnis erteilt zu haben, meine Telefonnummer an Dritte weiter zu geben. Die Frau meinte, sie hätte ein tolles Angebot für eine Versicherung. Ich habe ihr gesagt, da ich gleich weg musste, könnte sie mir eher eine Email schicken, da ich meine Adresse bei meinem neuen Vertrag angegeben hatte, mit dem Hintergedanke, die Email meinem Junk-Filter hinzuzufügen und meine privaten Einstellungen bei O2 sofort zu ändern. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, seit wann O2 mit Versicherungen zu tun hat. Die Frau hat geantwortet, es wäre ein Angebot, das nur heute und nur übers Telefon gehen würde. Ich habe wiederholt, dass ich gerade keine Zeit hatte, und habe das Gespräch beendet. Die Nummer habe ich mit „O2 Werbung“ in meinem Telefonbuch gespeichert und ich bin zum Meeting gegangen. Es hat so lange gedauert, dass ich das Telefongespräch gleich wieder vergessen habe.

Am nächsten Tag habe ich Anrufe von der gleichen Telefonnummer bekommen, die ich einfach ignoriert habe. Ich habe nach der Nummer gegoogelt und fand heraus, dass es sich gar nicht um eine Nummer von O2 handelte. Nach einem Vorschlag im O2 Forum habe ich meine Einstellungen für die Nutzung meiner persönlichen Daten geprüft und gesehen, dass drin tatsächlich stand, dass O2 meine Daten weiter geben darf. „Das ändere ich jetzt“, dachte ich. Ging aber nicht. Jedes Mal, wenn ich auf „Jetzt ändern“ geklickt habe, ist nichts passiert. Genau das Problem hatte ich, als ich meine neue private Adresse nach meinem Umzug angeben wollte. Ich habe gedacht, ich müsste zurück zum O2-Shop gehen, und habe es natürlich wieder vergessen. Die Nummer hat eine Zeit lang nicht mehr angerufen.

Ende März ging’s wieder los. Anscheinend wurden nicht genug Versicherungen verkauft und die Leute in Leipzig haben angefangen, mich mehrmals am Tag anzurufen. Am Montag ab 10:30, Dienstag ab 09:30, Mittwoch ab 08:30, als ob verzweifelt getestet wurde, um wie viel Uhr ich endlich dran gehen würde. Ich habe gleich wieder versucht, vom Büro aus meine Einstellungen zu ändern, ohne Erfolg. Bis ich eine geniale Idee bekommen habe: Den Browser zu wechseln. Ich arbeite immer mit Firefox, aber auf meiner Maschine habe ich auch Opera installiert, was ich nie benutze. Gedacht, probiert, und Wunder, auf einmal ging’s. Die Anrufe haben noch ein paar Tage gedauert und vor zwei Wochen aufgehört. Hoffentlich endgültig.


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Diät-Werbungen

Das ist etwas, das mich auf Facebook tierisch nervt. Weil ich eine Frau bin, darf ich regelmäßig Werbungen sehen, in denen steht, dass man in zwei Wochen um die 15kg „wie die Stars“ abnehmen kann[1]. Es scheint egal zu sein, dass ich die Werbungen ausschalte mit dem Grund, er verstoße gegen meine Prinzipien[2], sie kehren immer wieder zurück, manchmal genau die gleiche, mit lediglich einem neuen Namen. Häufig sind Fotos von Promis in den Werbungen, wo ich mich frage, ob sie wirklich ihr Einverständnis dafür gegeben haben. Zum einen kann ich schwer glauben, dass diese weiblichen Promis, die schon extrem magersüchtig aussehen, angeblich wie die Werbung sagt in kurzer Zeit 15kg verloren haben sollen (woher?), zum anderen sind ihre Gesichtsausdrucke auf den Fotos manchmal so unvorteilhaft, dass man bösartig meinen könnte, dass der Gewichtsverlust im Schädel stattgefunden hat. Ich habe einige dieser Werbungen unten zusammen gefügt, die ich seit nur einem Monat gesammelt habe:

Diät-Werbung
Das sind nur die Werbungen, die in der rechten Spalte erscheinen. Seit einiger Zeit bekommt man auch aggressivere „suggerierte“ Meldungen in der Seite „Neuigkeiten“. Ich glaube, seitdem Facebook die Möglichkeit gegeben hat, für Neuigkeiten zu bezahlen, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die letzte, die ich vor einer Woche dort gesehen habe, hat mich tief beleidigt. Für wie blöd halten sie mich, dass sie sagen, ich sollte als Kommentar auf der Meldung „Abnehmen 2013“ schreiben, um keine Benachrichtigung von denen zu bekommen? Kein Scherz, siehe Bild unten. Ich habe immerhin versucht, herauszufinden, wer hinter dieser Werbung steckt[3]. Oben links steht „Bild der Frau“. Die Adresse in der Werbung ist her-fitness.net. Wenn man sie im Adressefeld des Browsers angibt, landet man aber bei… WeightWatchers. Ein weiterer Grund für mich, von dieser Marke fern zu bleiben[4]. Und nein, die Frau im Bild links wird niemals wie die Frau im Bild rechts innerhalb von zwei oder drei Wochen aussehen. Hört auf, unseren Verstand zu beleidigen!

Diät-Werbung

[1] Ich habe mir schon länger her zum Vergleich einen Fake-Konto als Mann angelegt. Der kriegt solche Werbungen nie.
[2] Das hört sich alles anderes als gesund an, so schnell so viel abzunehmen.
[3] Ich habe nur nicht auf die Werbung auf Facebook geklickt, weil ich nicht zur Klick-Statistik beitragen wollte.
[4] Es sei denn, die früheren Betreiber der her-fitness.net Seite haben selber diese Weiterleitung angelegt…


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