Wochenende in Lindau

Eine Woche vor Adventsbeginn hat schon der Weihnachtsmarkt in Lindau angefangen. Ein guter Grund, endlich diese Stadt zu besuchen. Der Ehemann war in einem früherem Job nach Lindau geschickt worden und seitdem wollte er unbedingt ein Wochenende mit mir dort verbringen.

Am besten erreicht man Lindau mit dem Zug. Daher wollte der Ehemann, dass ich die Sache mit meiner BahnCard regle. Am Ende sind wir nicht mal mit der Deutschen Bahn gefahren, sondern mit Alex. Man fühlt sich wie in die Vergangenheit zurück geschickt. Ich erinnere mich, 2001 in so einem Zug gefahren zu sein, auf dem Weg nach Bayreuth. Alex hat die alten Züge der Deutschen Bahn übernommen, und man merkt, wie sie nicht mehr zeitgemäß sind. Zu klein für die Anzahl an Personen die mitreisen wollen. In München ging’s, aber der Zug ist schnell an seine Kapazitäten gestoßen. Bei dem lächerlich niedrigen Preis wundert es mich trotzdem, dass nicht mehr Leute mitgefahren sind. Vielleicht liegt es an der Unbequemlichkeit, es hat ziemlich gewackelt. Ich würde nicht unbedingt mit den Zügen nochmal fahren wollen.

Das Hotel lag praktischerweise direkt gegenüber vom Bahnhof, und da unser Zimmer bereit war, konnten wir unsere Taschen drin lassen, bevor wir in die Stadt spazieren gegangen sind. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Wir haben die westliche Seite der Insel besucht und sind durch Straßen östlich vom Bahnhof geschlendert, bevor wir bei Einbruch der Dunkelheit zum Weihnachtsmarkt gegangen sind. Flammlachs hatte ich noch nie gesehen, und natürlich musste ich probieren. Voll lecker! Es wurde uns kalt, und wir haben den Rest des Nachmittages im Spa-Bereich vom Hotel verbracht, bevor wir zum Restaurant gegangen sind. Ich hatte leider Kopfschmerze und konnte den Abend nicht so richtig genießen.

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Der Sonntag hat mit Nebel angefangen. Lange hat es nicht gedauert, und mir war es sogar in der Sonne am Hafen zu warm, in meinem Mantel. Wir haben den Rest der Insel besucht und sind zum Schluß zurück zum Weihnachtsmarkt gegangen. Der Glühwein hätte nicht sein müssen, ich habe direkt danach wieder Kopfschmerze bekommen. Die habe ich im Zug nach Hause versucht weg zu schlafen, was mir nicht ganz gelungen ist. Trotzdem war es ein schönes Wochenende.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Die ekligsten Crêpes überhaupt

Die habe ich heute auf dem Weihnachtsmarkt in Zehlendorf gegessen. Bläh. Nie wieder. Das soll eine Warnung sein.

Wir hatten uns mit dem Ehemann dort zum Feierabend verabredet. Grund war, dass ich keine Lust hatte, einkaufen zu gehen und dachte, wir könnten dort eine Kleinigkeit essen. Lust auf Wurst oder Grünkohl oder Gulasch hatte der Ehemann nicht, aber es gab noch den Crêpes-Stand, bei dem wir noch nicht waren. Da standen schon einige Leute in der Schlange. Wir haben uns angeschlossen. Das war ein Fehler, den ich kein zweites Mal machen werde.

Nach süßen Crêpes war uns nicht. Wir haben uns für die herzhafte Variante entschieden, mit Schinken und Käse. Ich wurde schon skeptisch, weil sie nur eine Sorte Teig hatten, die mit weißem Mehl, die man doch nur für süße Crêpes verwendet. Eine potentielle Kundin hatte sogar gefragt, ob sie die dunkle Teigsorte für herzhafte Crêpes benutzen, was verneint wurde. Der junge Mann hinter der Theke hatte komisch geschaut, als ob er nicht verstehen konnte, wie man auf die Idee käme. Es hätte uns eine Warnung sein sollen. Die Frau ging weg, wir blieben in der Schlange.

Als wir dran kamen war eine andere junge Frau hinter der Theke, die den Teig auf die heiße Platte verteilt hat. Der junge Mann war für die Füllung zuständig. Mich hat es sehr genervt, dass die Frau die ganze Zeit nur dabei war, irgendwas auf ihrem Handy zu tippen.  Dass sie nicht mal in der Lage war, die Crêpe richtig zu heben, ohne große Löcher zu verursachen, weil sie einfach nicht aufgepasst hat, schien weder sie noch ihren Kollegen zu stören. Dabei war der Teig nicht mal richtig durch. Der Kollege, der das Backen später übernehmen musste, weil die Frau den anderen Kollegen weiter weg irgendwas auf ihrem Handy zeigen musste, war nicht besser. Wie er die Crêpes auf seine Platte geschmissen hat, ohne darauf zu achten, ob sie richtig flach liegen, war eine große Enttäuschung. Teig irgendwie gefaltet auf der Platte gefallen, Füllung drauf, Teig zugeklappt, Crêpe gleich zum Mitnehmen auf ein Pappteller geklatscht.

Es kam, wie es kommen musste. Der Teig, der noch teilweise roh war, hatte am Pappteller geklebt, die Crêpe schmeckte pappig und zu süß für den Inhalt. Mir blieb nur ein Gefühl der Unzufriedenheit und der Bedarf, irgendwas anderes zu essen, um bloß den noch verweilenden Geschmack im Mund zu vertreiben. Noch eine süße Crêpe wollte der Ehemann jedoch probieren. Mit Banane und Nutella, was kann man da falsch machen? Eine Menge. Dem expliziten Wunsch, den Teig doch länger backen zu lassen, hat der junge Mann bewusst ignoriert. Der Teig würde dann trocknen und hart werden, meinte er. Den hat er fast genau so wie bei der herzhaften Crêpe fast noch roh serviert. Das Ergebnis war trotz süßer Füllung widerlich.

Ich bin sauer, dass man auf einem Weihnachtsmarkt die Erlaubnis bekommt, sowas verkaufen zu dürfen. Ich dachte naiv, ein gewisses Maß an Qualität müsste man vorweisen. Dabei haben wir doch Leute im Viertel, die sich wirklich mit Crêpes auskennen. Man braucht nur am Samstag zum Wochenmarkt zu gehen. Ich kann den Betreibern vom Stand auf dem Weihnachtsmarkt nur empfehlen, sich dort zu informieren, wie man Crêpes macht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Noël à Nice

Wir haben den Weihnachtsmarkt in Nizza am Sonntag besucht — am letzten Tag. Nachdem wir Sylvester mit meiner Mami gemütlich zu Hause verbracht haben, ohne Böller (die sind sowieso in Frankreich verboten), sind wir am nächsten Tag mit meinem Bruder und seiner Freundin nach Nizza gefahren.

Weihnachtsmarkt nach Weihnachten. Ich war ewig nicht mehr dort gewesen. Als Kind waren wir jedes Jahr zu zweit mit meinem Vater auf dem Weihnachtsmarkt in Nizza gewesen. Mein Patenonkel hatte mich sogar im Riesenrad begleitet. Dasselbe Rad, das jedes Jahr aufgebaut wird.

Der Zugang zum Jardin Albert 1er, wo viele Hütten stehen, wird aus Sicherheitsgründen streng überwacht. Zuerst Handtaschenkontrolle, dann durch ein Tor wie am Flughafen gehen. Drin drehen bewaffnete Polizisten in Gruppen Runden. Es scheint die Stimmung der Besucher nicht zu beeinflussen. Ich habe mich sogar über die Bewachung gefreut.

Nach einer Runde im Riesenrad und einem Spaziergang durch die Hütten haben wir die beleuchteten Brunnen bewundert und eine Socca gegessen. Glühwein gab es auch, aber bei den milden Temperaturen hatten wir keine Lust dazu.

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Ab morgen habe ich Home Office

Nur noch zwei Tage Arbeit bis zum Urlaub. Viele Kollegen sind schon weg. Heute musste ich ins Büro, weil ich schon wieder das Rufbereitschaftshandy dem nächsten Pechvogel übergeben musste. Wobei es über die Feiertagen geht, wir haben keinen Nutzerbetrieb und die Geräte sind ausgeschaltet. Ursprünglich wollte ich gleich danach mein Laptop packen, zurück nach Hause fahren und die letzten Arbeitstage des Jahres zu Hause verbringen. Wenn eh kaum einer da ist, kann ich mir die tägliche zweistündige Fahrt im ÖPNV sparen. Wobei mir die Bahn heute viel leerer als sonst vorgekommen ist. Vermutlich sind viele schon im Urlaub.

Ich sollte weiter an meinem DFG-Antrag arbeiten und ihn umstrukturieren. Schon wieder. Langsam ergibt es für mich keinen Sinn und ich habe keinen Bock mehr. Die DFG finanziert keine Projekte, die mit Methodenentwicklung zu tun haben, sondern nur Grundlagenforschung, und ich sollte den Antrag umschreiben, um mehr auf Grundlagenforschung einzugehen. Dagegen hatte ich an Programm #1 wegen Zeitmangels lange nichts mehr gemacht. Darauf hatte ich plötzlich viel mehr Lust als mir den blöden Antrag anzuschauen und zu grübeln, wie ich den nochmal umgestalten könnte. Und da mein Zimmer-Kollege endlich ausgezogen ist, konnte ich im Büro sehr gut konzentriert arbeiten. So produktiv war ich lange nicht. Ich habe die Zeit nicht gemerkt und erst kurz vor sechs Feierabend gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich schon ewig nicht mehr so spät auf Arbeit geblieben war. Ich glaube, mein Zimmer-Nachbar hatte damit zu tun, dass ich nicht so lange auf Arbeit bleiben wollte.

Ich saß in der S-Bahn auf dem Weg nach Hause, mit meinem üblichen komischen Bauchgefühl, und war fast angekommen, als ich vom Ehemann einen Anruf bekommen habe. Ob ich nicht Lust darauf hätte, zum Kiez-Weihnachtsmarkt zu gehen? Klar. Mein Laptop ist super schwer, aber wenn er den tragen will, gehe ich gerne hin. Erst als wir zurück zu Hause waren, zwei Glühweine und eine Krakauer später, haben wir die Nachrichten gehört. Entsetzlich. Wie in Nizza. In den Nachrichten wollte der Journalist vor Ort noch nicht von einem Attentat reden und hatte die Möglichkeit erwähnt, dass es sich um einen Unfall handeln könnte, vielleicht hatte der Fahrer einen Herzinfarkt bekommen, aber wenn er auf der Flucht ist, glaube ich nicht daran.

Ich hatte schon vor einiger Zeit mit dem Gedanke gespielt, mein Konto auf Facebook zu löschen, aber gerade jetzt kam die Funktion, wo man sich bei schlimmen Ereignissen als sicher melden kann, sehr gut an. Viele Nachrichten von Familie und Freunden aus Frankreich bekommen, und ich konnte sie damit gut beruhigen.

Für morgen Abend wollten wir ursprünglich zurück zum Weihnachtsmarkt gehen. Und das werden wir verdammt noch mal tun. Von der Straße aus ist er nicht gut zugänglich, da sind viele Bäume zwischen Fahrbahn und Markt. Na ja, es gibt auch viele Mülleimer neben den Steh-Tischen, drin könnte man bestimmt ohne große Mühe etwas verstecken… Mein Kopfkino führt mir immer die schlimmste Szenarien vor.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Müde

Es hat mit gestern Abend schon angefangen. Ich konnte mich nicht richtig auf meine Arbeit konzentrieren. Ich habe einige Probleme in meinem Code gelöst, musste aber viele Pausen zwischendurch machen. Kurz vor Feierabend bin ich zum Büro meiner anderen Kollegen auf der ersten Etage gegangen und habe gefragt, wer Lust hätte, zu einem Weihnachtsmarkt mit mir zu gehen und Glühwein zu trinken. Nur Martin hat sich gemeldet.

Wir sind zum Alexanderplatz gefahren. Es gab nicht so viele Leute unterwegs. Wir haben drei Glühweine getrunken. Zu viel für mich. Es war gemütlich, weil wir an einem Tisch in einer warmen Hütte gesessen haben. Wir haben viel geredet. Gegen halb neun meinte Martin, dass wir heute noch arbeiten müssten. Wir sind zur S-Bahn-Station gegangen. Unsere Züge fuhren am gleichen Gleis in entgegengesetzte Richtungen. Die S-Bahn von Martin kam sehr schnell an, meine ganz kurz danach. Es war gut so. Mit den vielen Glühweinen wäre ich kurz davor gewesen, etwas ganz Blödes zu machen. Es gab nur ein schnelles Küsschen auf die Wange. Ohne Herzklopfen. Ich fand’s eigentlich zu früh, um den Weihnachtsmarkt zu verlassen, aber ich war erst um halb zehn wieder zu Hause.

Ich konnte bis zwei Uhr morgens nicht einschlafen. Ich habe gelesen. Als ich merkte, dass ich dabei war, einzuschlafen, habe ich die Nachtlampe ausgemacht. Und dann wurde ich wieder wach, und habe weiter gelesen… Leider musste ich heute ganz früh aufstehen, weil ich wieder Nutzerbetreuung machen musste. Den Wecker habe ich für sieben eingestellt. Ich bin aber kurz nach sechs aufgewacht, weil ein Nachbar das Haus schon verlassen hat. Mein Schlafzimmer ist neben dem Treppenhaus.

Meine Nutzergruppe ist heute Morgen früher als geplant angekommen. Ich bin den ganzen Vormittag mit ihnen an den Geräten geblieben, bis sie sicher selbstständig weiter arbeiten konnten. Gleichzeitig hatte meine Arbeitsgruppe für heute eine Veranstaltung organisiert. Ich habe mir nach der Nutzerbetreuung den Rest der Vorträge angehört. Ich bin dabei mehrmals eingedöst. Nach der Veranstaltung haben wir noch abends etwas gemeinsam gegessen. Bier war reichlich vorhanden. Ich bin mit den letzten Teilnehmern geblieben. Martin war schon längst weg. Ein Kollege aus einer anderen Gruppe war dabei. Stefano. Wir haben eigentlich den gleichen Arbeitgeber, aber da ich in einem ganz anderen Stadtteil eingesetzt bin, sehe ich ihn sehr selten. Schade…

Morgen muss ich wieder früh aufstehen. Es gibt bis Freitag eine andere Veranstaltung bei uns, zu der ich teilnehmen sollte. Diesmal mit einem eigenen Beitrag. Ich werde wieder nicht an meinem Projekt arbeiten können. Uschi wird am Montag bei unserem Gruppenmeeting wieder fragen, warum ich so wenige Fortschritte gemacht habe. Ich hatte nur gestern Zeit dafür, und so effektiv war ich nicht. Mist. Morgen muss ich noch früh weg, weil ich für unsere Weihnachtsfeier am Freitag ein Geschenk zum Wichteln finden muss.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.