Vom Schloss Nymphenburg bis Pasing

Die Suche nach einem Geburtstagsgeschenk hat uns zur Flügels Spiel- & Holzwerkstatt geführt. Wir haben ein entzückendes Laden entdeckt, mit vielen Waren von Fagus. Wir wurden fündig. Es ist zwar teuer, aber man käuft schöne Spielzeuge für einen guten Zweck, und sie halten noch richtig lang. Der Wagen vom letzten Jahr hat in den Händen vom Neffe gut überlebt.

Der Laden liegt in der Nähe vom Schloss Nymphenburg. Das Wetter ist schön, also machen wir nach dem Einkauf einen Ausflug. Vor dem Schloss leben viele Schwäne, Blässhühner, Enten und Gänsen, die von den großen Wasserflächen profitieren, in denen sich das Schloss wunderschön reflektiert. Ein Schwan steht geduldig neben einer Teenie, während diese sich von ihrer Mutter mit ihm fotografieren lässt.

Auf der anderen Seite vom Schloss kommt man zum Park. Dort kann man die hundert Büsten von König Ludwig II. bewundern, der in dem Schloss die Welt erblickte, oder, wie die meisten Besucher es tun, Selfies mit den Büsten im Hintergrund machen. Heute geht’s ja nur noch um Selbstdarstellung.

Den ganzen Park besuchen wir nicht. Am Parterre mit den vielen Statuen entlang, wo man am Ende sich Gondolenfahrten buchen kann, dann biegen wir ab. Am Pagodenburger See gibt es einige Bänke im Schatten. Wir sitzen nicht sondern gehen weiter, über die Brücke. Auf dem Weg zur großen Kaskade sehe ich ein Reh, unter den Bäumen gut versteckt liegend. Es guckt in unsere Richtung. Ich mache kein Foto, um es nicht zu stören.

Die Wiesen sind voll mit Herbstzeitlosen bedeckt. Pilze sieht man auch gelegentlich. Der Herbst naht.

Wir gehen die ganze Strecke bis zu den Pasinger Arcaden zurück, wo das Auto geparkt ist. Wir waren ja vorher auf dem Pasinger Viktualienmarkt. Ich bewundere die bemalte Unterführung unter der S-Bahn Linie auf dem Weg zur Bärmannstraße.

Wir beenden den Spaziergang mit einem kühlen Getränk an der Pasinger Fabrik.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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So wie die Kuh pisst, regnet es

Wieder ein (fast) wörtlich übersetzter französischer Spruch. Wer schon mal eine Kuh sich entleeren gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Wobei ich am Wochenende am Tierpark Hellabrunn war, und der Elefant ist noch beeindruckender. Ich vermute, man sagt nur nicht „il pleut comme éléphant qui pisse„, weil Elefanten in Frankreich nicht zum Alltag gehörten, als der Spruch im neunzigsten Jahrhundert erfunden wurde.

Das Bild gibt einen sehr abgemilderten Eindruck von der Sinflut, die wir heute Abend erlebt haben. Pünktlich zum Feierabend. Wie gestern. Heute hat es so viel geregnet, dass das Wasser in der Unterführung zur Bahn in Planegg nicht mehr zum Gulli abfliessen konnte und ein See sich gebildet hat. Mit meinen Timberland noch kein Problem, obwohl es recht knapp war, und ich bin froh, dass diese Schuhe so dicht sind. Sonst wäre ich vielleicht wie andere Mitreisenden barfuß gelaufen. Das Wasser war völlig schwarz und der ganze verschleppter Dreck schwamm drin.

Ich wollte nicht mal Bahn fahren, sondern zur Bushaltestelle auf der anderen Seite vom Bahnhof gehen. Nein. Als ich den See gesehen habe, war ich sehr geneigt, bei dessen Hälfte die Treppe hoch zu steigen und mit der S6 zu fahren. Bis Westkreuz, und dann in die S8. Laut Fahrplan wäre ich am Ende um die selbe Uhrzeit zu Hause angekommen. Aber als ich gesehen habe, dass die S6 zehn Minuten Verspätung hatte, habe ich mich für den Bus entschieden. Sonst hätte ich die S8 verpasst. Der Bus ist meistens zuverlässiger als die Bahn. Nur heute nicht. Wie gestern. Was aber doch nicht so schlimm war, weil die S8 mit ihrem zwanzigminütigen Takt auch sehr verspätet ankam. Bei Regen ist Chaos im ÖPNV. Wie bei Schnee. An der Haltestelle hatte ich Zeit, schön kuschelig unter dem Dach gegen die anderen Mitfahrenden. Dort ist das Foto entstanden.

Beinahe wäre ich in den falschen Bus eingestiegen. Richtige Linie, aber falsche Richtung. Der Fahrer war so nett um mir Bescheid zu sagen, weil er eigentlich viel zu sehr nach hinten angehalten hatte. Vermutlich um die Gehzeit der Aussteigenden zum Bahnhof unter dem Regen zu verringern. Es ist verwirrend, in München. Häufig stehen Busse der gleichen Linie direkt hinter einander, fahren aber in entgegengesetzten Richtungen. Wie die 130 am Bahnhof Laim. Vorne fährt sie zurück zum Harras, hinten geradeaus nach Pasing. Jedenfalls waren meine Hosenbeine danach völlig nass. Das waren sie schon vorher, aber nach dem kurzen Lauf vom Bus und zurück waren sie noch nasser. Der Regenschirm hilft da nicht mehr. Immerhin hatte ich noch trockene Füße.

Letzte Woche Donnerstag war ich schon bei Feierabend in die falsche Richtung mit dem Bus gefahren. Ich wollte eigentlich mit dem Bus zur S-Bahn Station fahren, wie heute. Aber als ich aus dem Gebäude raus kam, ging es mit dem Gewitter richtig los. Ich bin in den ersten Bus eingestiegen, der kam. Egal wohin. Wohin wurde Endstation, weil es immer noch stark regnete. Dort bin ich in die U-Bahn eingestiegen. Auf nach Marienplatz, dann nach Pasing, wo ich mir ein Burger gegönnt habe, bis der Regen aufgehört hat. Es war ein langer Weg nach Hause.

Am letzten Sonntag habe ich nichts vom Regen mitbekommen. Ich war den ganzen Tag mit dem Ehemann in München, und als er zum Flughafen gefahren ist, habe ich mich auf den Weg zum Sport gemacht. Es war sehr heiß. Ich weiß nicht, ob wir die dreißig Grad erreicht haben. Es war sicherlich nicht weit davon. Als ich am Ende aus der Bahn ausgestiegen war, um nach Hause zu gehen, war es noch heißer als in München und extrem schwül. Die Straßen waren nass. Es gab einen kleinen Stausee in der Unterführung vom Bahnhof. Der Gulli war überfordert. Der See war nicht so tief wie heute, mit meinen Ballerinas hatte ich kein Problem. Bin ich froh, dass ich sie heute nicht an hatte.

Jetzt hängt meine Hose immer noch auf der Wendeltreppe und trocknet langsam vor sich hin. Morgen will ich sie wieder tragen. Es soll noch Gewitter geben. Mir reicht’s mit dem Regen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Spätsommerlicher Sonntag

Der Tag war großartig. Warm, sonnig, und Sonntag, was will man mehr?

Wir haben beschlossen, den vermutlich letzten sommerlichen Sonntag des Jahres auf dem Wasser zu genießen. Die lieben Kollegen hatten uns ja zur Hochzeit einen Gutschein für eine Fahrt auf der Dahme geschenkt. Auf dem Bild sieht man den Solarbootladen in Köpenick. Das berühmte Rathaus, das hinter dem Haus hinter dem Baum mittig rechts vom Bild steht, sieht man hier leider nicht.

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Solarboot war ich noch nie gefahren. Es war nett, aber sehr langsam und irgendwie doch langweilig. Immerhin konnten wir uns sonnen. Ich glaube, paddeln mag ich viel lieber. Wenigstens tut man was. Nach der Tour waren wir beide ziemlich müde. Es lag bestimmt an der Sonne und an der Inaktivität. Entspannend war es auf jeden Fall.

Auf dem Weg zurück zum Solarbootverleih haben wir eine Badestelle an der Gartenstraße entdeckt, die sehr einladend wirkte. Wir haben sie gleich danach besucht. Es ist eine private Badestelle, der Eintritt kostet 3€ pro Person, aber der Strand ist dafür sehr sauber. Viele Familien mit Kleinkindern waren da. Ich bin eine Viertelstunde geschwommen. Brustschwimmen. Das Einzige, was ich wirklich kann. Ich denke, es hat meinem Arm gut getan. Diese Woche fängt die zweite Staffel Krankengymnastik an.

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Nach einer Stunde auf dem Sand sind wir zurück nach Hause gefahren und haben uns ein tolles Abendessen vorbereitet. Gemüse im Backofen mit gegrillten Merguez. Zum Schluss gab es ein Stück Mirabellentarte, die mein Mann uns heute Morgen liebevoll gebacken hatte. Ich habe dafür nicht mal mein tägliches Kalorienkonto gesprengt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wasserschaden

Ein paar Überraschungen mit Wasser hat uns die Wohnung seit einem Jahr schon gemacht.

Es gab die Geschichte mit der Waschmaschine, aber das hat sich zum Glück schnell gelöst.

Immer noch in der Küche, haben wir eine feuchte Ecke gemerkt, zwischen Außenwand und Treppenhaus. Genau dort ist eine Lüftungsanlage nach draußen, für ein Rohr von der Abzugshaube. Beim Umzug war das Problem nicht zu sehen. Irgendwann im späten Frühling hat es heftig geregnet. Dann haben wir gelbe Feuchtigkeitsflecken auf der frisch weiß gestrichenen Wand gesehen. Und da wir es nicht sofort gemerkt haben, gab es schon einige schwarze Schimmelpunkte in der Ecke. Die Farbe ist teilweise geplatzt. Wir haben sie weg gekratzt. Wir haben gedacht, das Problem käme von der Lüftung. Die Außenlamellen hätten das Gewitter nicht ausgehalten. Jemand ist von der Hausverwaltung beauftragt geworden und hat die Lamellen getauscht. Wir haben mit einem Lufttrockner die Ecke von Feuchtigkeit befreit und frisch neu gestrichen. Kurz danach kam das Problem wieder, genau unterhalb von der Lüftung. Wir haben ein paar mal die Farbe entfernt, getrocknet und neu gestrichen, ohne Verbesserung. Wir haben die Wand bis unter dem Putz gekratzt, um die Stelle zu trocknen. Wasser kam wieder. Ein anderer Handwerker ist vor einem Monat gekommen und hat sich den Metalldach oberhalb von der Küche angeschaut. Eine Stelle war gerissen. Er hat sie zu gelötet. Seitdem ist das Problem gelöst. Unsere erste Vermutung war, dass die frühere Eigentümer das Problem schon hatten und die Feuchtigkeit nicht bemerkt haben, weil sie die Küche in einem (ekligen) orangen-gelben Farbton gestrichen hatten. Aber wenn es so wäre, hätten sie auch Schimmel gehabt. Das hätten wir beim Besuchen der Wohnung und beim Umzug gesehen.

Gestern früh hat die Nachbarin unter uns an der Tür geklingelt. Zehn Uhr morgens oder so. Martin war noch am Schlafen, ich war schon länger wach und beschäftigt. Sie meinte, bei ihr gäbe es an der Decke einen Wasserschaden. Es müsste von unserer Wohnung kommen. Ich bin ihr zu ihrer Wohnung gefolgt. Die Decke von ihrem Gästebadezimmer hat tatsächlich eine breite naße Fläche. Am Samstag war es noch schlimmer, meinte sie, es wäre auf ihrer Waschmaschine getropft, aber sie hatte zuerst gedacht, mit der Waschmaschine wäre etwas nicht in Ordnung (im Gegenteil zu uns hat sie da unten keine Dusche). Am Samstag hatten wir beide im Gästebadezimmer geduscht, gestern noch nicht, da Martin noch schlief. Wir haben beschlossen, in der Badewanne zu duschen, bis ein Handwerker die Stelle repariert. Anscheinend ist es schon bei den früheren Eigentümern vor vielen Jahren passiert. Martin hat es sich angeschaut und meint, unter der Dusche läuft das Wasser nicht direkt vom Rohr zur Entsorgungsleitung, sondern lagert sich zwischendurch in einer dafür vorgesehenen Betonwanne. Die anscheinend nicht mehr so dicht ist. Er meint, sowas sollte schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Neubauten benutzt werden. Ich habe davon keine Ahnung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Das Wassermonster

Heute Nacht war ich in die Seychellen. Ich saß am Straßenrand, direkt gegenüber dem Meer, aber hinter der Straße. Es war morgens. Ich saß und machte etwas – ob ein Buch lesen oder die Landschaft malen, ich habe vergessen.

Auf ein Mal kam eine so große Welle aus dem Meer, dass sie die Straße überquert hat und gegen den steilen Straßenrand hinter mir geprallt ist. Ich bin schnell aufgestanden und weggelaufen, und konnte die Welle vermeiden. Kurze Zeit später kam eine neue große Welle auf mich zu. Ich habe beschlossen, die Stelle zu verlassen. Im gleichen Moment kam Martin von seiner Joggingsrunde aus meiner rechten Seite zurück. Die Welle hat ihn nicht erwischt.

Als wir uns gemeinsam auf dem Weg gemacht haben, ist ein großer Arm aus Wasser aus dem Meer heraus gekommen und hat sein Ende weit geöffnet, wie ein Maul, um uns beide zu holen. Wir konnten fliehen. Ich habe gesehen, wie der Rest vom Monster aus dem Meer sich hob und wie ein Dinosaurier aus Wasser aussah. Wir sind in Richtung Berg gelaufen, möglichst weit vom Strand. Das Monster hat wieder seinen Arm zu uns geschickt. Er kam weiter als beim ersten Mal, aber dafür wurde der Arm schmäler. Ich habe gedacht, dass es logisch wäre, da das Monster das gleiche Volumen auf eine größere Strecke verteilen musste. Aus dem Wasser ist das Monster nicht heraus gekommen.

Wir sind an der Spitze vom Berg angekommen, und das Monster versuchte immer noch, mit seinem immer dünner werdenden Arm nach uns zu greifen. Weiter zu laufen machte keinen Sinn, da unten auf der anderen Seite vom Berg wieder Wasser zu sehen war. Es gab ein Gebäude, eine Art Schule, und wir haben drin nach Schutz gesucht. Die Schule war voll mit Skinheads und gebrochenen Bierflaschen am Boden. Meine Freundin Mei war da und hat uns den Weg nach oben gezeigt. Dort waren Wohnungen. In einer Küche habe ich ein Messer gefunden und konnte gleich ein Stück vom Arm abreißen, der uns, jetzt so dick wie ein Zeigefinger, die Treppe hoch gefolgt war. Der Arm hat sich zurück gezogen.

Wie der Traum zu Ende ging, habe ich vergessen. Es war um die 03:00 und ich bin wieder eingeschlafen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.