Schlaflos

Mit allem, was ich heute gemacht habe, ist es nicht zu verstehen.

Um 05:30 bin ich von meiner Mieze geweckt worden. Sie hat mit der Pflanze auf der Fensterbank gespielt, die lange Blätter hat, die vor der Heizung hängen. Danach fand sie die Kunststoff-Verpackung vom Kratzbaum, den ich ihr gestern gebaut habe, sehr interessant, weil sie so tolle Geräusche macht. Ich konnte nicht mehr schlafen und bin um 07:00 aufgestanden.

Nach dem Frühstück habe ich beschlossen, zum REWE[1] zu Fuß einkaufen zu gehen. Ich hatte seine ungefähre Lage auf Google Maps geschaut, musste trotzdem Passanten nach dem Weg fragen. Ich hatte gehofft, dort einen Wäscheständer zu finden. Ich habe gestern meine neue Waschmaschine bekommen. Sie anschließen konnten die Lieferanten nicht, weil der Siphon fehlte. Die Vormieter müssen es beim Ausziehen mitgenommen haben, obwohl es zur Wohnung gehören sollte. Wir haben den Hausmeister meiner Wohnung angerufen, den ich immer noch nicht kenne, und ein der beiden Jungs hat ihm das Problem geschildert. Er hat gesagt, er würde mit mir einen Termin ausmachen, um einen neuen Siphon zu installieren und die Maschine anzuschließen. Für die Zwischenzeit haben wir den Abfluss der Waschmaschine hängen lassen, ich soll ihn ins Klo tun, wenn ich Kleider wasche. Kurz nach dem Telefonat haben wir noch festgestellt, dass der Wasserhahn defekt ist. Wenn man ihn öffnet, fließt Wasser überall herum. Ich bin jetzt wirklich darauf angewiesen zu warten, bis der Hausmeister sich meldet. Bei den wenigen Gesprächen, die ich mit ihm am Telefon hatte, fürchte ich, es kann lange dauern. Er kommt mir nicht wie jemand vor, der sich gerne bei der Arbeit anstrengt. Mal schauen. Beim REWE gab es keinen Wäscheständer. Dafür bin ich mit vielen Whiskas-Leckerlies zurück gekommen, die waren im Angebot mit 0,99€ pro Packung, das sieht man selten.

Ich hatte noch geplant, Streu fürs Katzenklo zu kaufen. Ich nehme gerne die Ultra-Klumpen-Sorte von DM[1], dafür musste ich relativ weit weg mit dem Fahrrad fahren. Bei mir in der Nähe gibt es wirklich keinen Laden. Die schwere Packung hat ihm Korb gepasst. Als ich in meiner engen Straße zurück fuhr, kam mir ein LKW entgegen. Ich bin zum Bürgersteig gegangen, um Platz zu machen; beim Herunterfahren ist mir der Korb aus dem Fahrrad gerutscht und auf dem Boden gefallen. Zum Glück ist die Packung Streu heil geblieben.

Ich wollte mit dem Fahrrad nach IKEA[1] fahren, um eventuell mein Schlafzimmer dort zu planen. Auf dem Weg dahin ist mir aufgefallen, dass ich das Zimmer noch nicht gemessen hatte. Ich habe bei OBI[1] gehalten und ein „Meter-Akkordeon“ aus Holz geholt — es heißt eigentlich „Zollstock“. Dort gab es auch Wäscheständer. Ich konnte also nicht mehr mit dem Fahrrad zurück fahren. Ich habe die Verpackung vom Ständer vorne gerissen und den Ständer flach auf dem Fahrrad gelegt, mit dem Lenker durch das Loch der Verpackung. Zu Fuß nach Hause: Gut 40 Minuten. Es war warm, die Sonne schien, eine leichte Migräne war leider auch da, seit dem späten Vormittag, und durch das schnelle Mittagessen vor dem OBI in einem chinesischen Lokal nicht verschwunden. Zu Hause angekommen, habe ich erstmal 30 Minuten auf dem Sofa gelegen, mir war schon schwindelig. Dann das Zimmer gemessen, und ab nach IKEA, diesmal wirklich.

Ich habe mit dem Fahrrad eine Stunde gebraucht. Die Migräne war beim Ankommen immer noch da, ich habe beschlossen, dort etwas zu trinken. Ich habe auch einen Joghurt mit Früchten genommen, weil ich zu Hause noch keinen Kühlschrank habe und dadurch nicht genug Milchprodukte essen kann. Aber ich denke, das, was ich bei IKEA gegessen habe, verdient den Namen „Joghurt“ nicht. Ich hatte den starken Verdacht, dass es heftig mit Gelatine oder ähnliches verdünnt wurde. Ist ja klar, dadurch kann man mehr Profit machen. Bläh. Nie wieder. Ich habe gut drei Stunden gebraucht, um meine Möbelauswahl zu treffen. Weil ich nicht nur ein Schlafzimmer brauche, und mir auch Schreibtische und Stühle für meinen Rechner angeschaut habe. Ein Regal für meine Arbeitsecke habe ich mir auch ausgesucht. Insgesamt habe ich über 1000€ ausgegeben. Dazu kamen noch 144€ für die Lieferung, und 250€ für die Montage, die ich bei der Lieferung in zehn Tagen bezahlen muss. Sau teuer, ein Viertel vom Kaufpreis. Beim nächsten Mal, wenn es ein nächstes Mal gibt, frage ich noch lieber Kollegen, beim Bauen mitzuhelfen. Nach einer Stunde Fahrrad war ich gegen 20:00 zu Hause, und wie ich mit Überraschung festgestellt habe, ohne Migräne. Ich habe Thunfisch-Sandwiches gegessen, geduscht und gelesen. Einschlafen kann ich um 01:00 immer noch nicht.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.