Stressiger Traum

Ich befand mich in einem Raum mit vielen Menschen. Es war ein Hörsaal mit vielen Tischen, die in Reihen angeordnet waren. Leute saßen an den Tischen und schauten auf der Projektionsfläche vorne links an der Wand, neben den Fenstern vom Raum.

Vorne saß Winfried. Gerade lief ein Vortrag. Mein Vortrag. Aber statt vorne zu stehen, stand ich hinten. Ich erzählte und blätterte durch die Folien auf meinem Laptop. Mein Vortrag war teil einer viertägigen Veranstaltung, die ich organisiert hatte und die eine Weiterbildung für Wissenschaftler war. Sie sollten drin lernen, mein Programm #1 zu benutzen. Ich hatte einen Vortrag jetzt und einen am nächsten Tag zu halten. Direkt nach meinem zweiten Vortrag war ein praktischer Teil am Rechner vorgesehen[1].

Mein erster Vortrag stellte die Grundlagen einer Methode zum Auswerten von Daten vor. Ich habe ihn gut gehalten, aber es gab zwischendurch so viele Fragen, dass ich das Ende der Präsentation weg lassen musste, um im Zeitrahmen zu bleiben. Es hat mich geärgert. Danach war Kaffeepause.

Ich wollte raus gehen, als eine Teilnehmerin mich angesprochen hat. Sie sah wie meine chinesische Freundin Mei aus. Sie meinte, ein Mann würde sie belästigen. Ich bin mit ihr zu einem Flur unweit vom Veranstaltungsraum gegangen. Dort, auf einem kleinen Tisch, hatte jemand einen sogenannten Ghettoblaster hingestellt. Das Gerät war schwarz und ovalförmig. Daraus ertönte eine Musik, die man bis zum Hörsaal hören konnte. Der Belästiger von der Frau hatte ganz klar das Gerät mitgebracht. Ich habe auf die Stop-Taste gedrückt und die Kassette aus ihrem Fach geholt. Ich habe vorgeschlagen, das Band von der Kassette heraus zu ziehen und zu vernichten, aber der Mann war wieder auf dem Weg zum Tisch. Ich bin mit der Kassette zur nahgelegenen Toilette geflüchtet und die Frau ist zurück zur Veranstaltung gelaufen.

Ich saß also auf dem Klo mit der Kassette in der Hand. Da ich schon da war, habe ich uriniert. Meine Tür war geöffnet, und ich konnte sehen, wie der Mann am Musikgerät fummelte. Ein anderer Mann ist aus der Toilette auf der anderen Seite vom Flur raus gekommen. Ich habe meine Tür geschlossen.

Zurück im Veranstaltungsraum. Es musste der nächste Tag sein, weil ich den zweiten Vortrag über Programm #1 halten musste. Ich hatte eine halbe Stunde zur Verfügung, danach war Kaffeepause und dann Praxis am Rechner. Irgendwie hat es nicht geklappt und ich konnte nicht mal die Hälfte der Folien zeigen. Nach der Kaffeepause habe ich dann verstanden warum: Anstatt über Progamm#1 zu erzählen, hatte ich wieder die Präsentation vom Vortag erzählt, die viel länger dauerte! Und keiner hat es gemerkt, nicht mal Winfried. Was nun?

Die Teilnehmer kamen schon von der Kaffeepause zurück und starteten ihren Rechner, um an Daten zu arbeiten. Dabei konnten sie gar nicht wissen, wie Programm #1 zu benutzen war[2]. Ich habe Winfried das Problem geschildert und beschlossen, den Vortrag ganz schnell zu halten. Ich habe um Aufmerksamkeit gebeten. Zweimal. Die Leute waren alle am Diskutieren. Ich habe gesagt, dass ich versehentlich den Vortrag von gestern gezeigt hatte und nun ganz schnell über Programm #1 erzählen würde. „Oh, great, brilliant„, meinte begeistert ein Teilnehmer vorne. Die Veranstaltung fand auf Englisch statt. Ich bin zu meinem Laptop hinten gegangen. Ich hatte aber große Mühe, die Leute am Vortrag zu interessieren. Sie plauderten die ganze Zeit, gingen raus und wieder rein, und beachteten mich gar nicht.

Ich bin in Schweiß gebadet aufgewacht. Warum muss ich jetzt, immer noch im Urlaub bei meiner Mami, so einen Traum haben?

[1] Eine solche Veranstaltung habe ich tatsächlich kurz vor unserer Weihnachtsfeier organisiert. Sie war allerdings nur eintägig. Es gab nur Vorträge, keine Praxis. Es wäre bei der großen Anzahl von Teilnehmern unmöglich gewesen.

[2] Eigentlich ist die Benutzeroberfläche sehr intuitiv gestaltet. Wichtiger ist zu wissen, wie man die Ergebnisse interpretiert.


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Morgen geht’s ab

Ich muss ganz früh aus dem Haus, um nach Köln zu fliegen. Ich bin in meinem ehemaligen Institut für einen Vortrag eingeladen worden. Es freut mich sehr, denn ich werde viele Kollegen dort wieder treffen. Am Mittwoch fliege ich zurück nach Berlin. So der Plan.

Erst gestern hat mich die Nachricht erreicht, dass am Mittwoch das Flughafenpersonal in vielen Städten streiken will. Unter anderen in Köln-Bonn. Seitdem bin ich nur dabei, die Status-Seite für Flüge bei Eurowings zu prüfen. Jedesmal, wenn ich auf „Aktualisieren“ klicke, ändert sich die Uhrzeit auf der Seite. Jetzt steht „Letzte Aktualisierung am 25.04.2016 um 22:54 Uhr“. „Wow, Information in Echtzeit!“, habe ich zuerst gedacht. Bis ich gemerkt habe, dass es nur meine lokale Uhrzeit aktualisiert, wenn ich auf den Knopf drücke.

Von den neun Flügen, die am Mittwoch meine Strecke machen, sind schon sieben abgesagt worden. Meiner noch nicht, es steht noch „pünktlich“ auf der Zeile. Ob es bis Mittwoch so bleibt?


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Tagung in Österreich

Wir sind am Donnerstag gegen mittags nach Salzburg geflogen. Die Alternative mit der Bahn fand ich mit über zehn Stunden Fahrt nicht besonders attraktiv, und ich hatte keine Mühe gehabt, meinen Chef und unsere Studentin davon zu überzeugen, den Flugzeug zu benutzen. Gerne hätte ich Günther, einen ehemaligen Kollegen, besucht, der seit einigen Jahren dort arbeitet, aber die Zeit dafür hatte ich nicht. Mein Chef hatte einen Leihwagen gebucht und wir sind direkt vom Flughafen zum Tagungsort gefahren – ein sehr schönes Hotel in der Nähe eines großen Sees umgeben von Bergen. Es ist definitiv ein Ort, an dem ich für den Urlaub zurück fahren möchte.

Das Programm der Tagung war sehr dicht, mit vielen Teilnehmern aus mehreren Ländern, wir haben in drei Tagen über dreißig Vorträge gehört. Es war für mich nicht einfach, weil ich in dieser Thematik ganz neu bin, ich bin als Programmiererin quer eingestiegen. Meine Biologie-Kenntnisse stammen aus dem Gymnasium, und das liegt schon fast zwanzig Jahre zurück. Außerdem war die Tagung für junge Wissenschaftler gedacht, damit sie Übung im Präsentieren von Ergebnissen bekommen, Credit-Points konnten sie dafür kriegen. Ich habe auch einen Vortrag gehalten, weil mein Chef es so wollte, aber es passte nicht richtig im Konzept der Tagung. Es hat doch Vorteile, dass ich noch sehr jung aussehe.

Abends gab’s von den industriellen Ausstellern freies Bier in der Kneipe vom Hotel. Ich habe am ersten Abend den eingeladenen Lecturer aus Ungarn kennen gelernt, der als einzige geduldeter deutlich älterer Wissenschaftler als Highlight der Tagung eine Vorlesung gehalten hatte, in der ich vieles lernen konnte. Wir haben den ganzen Abend fachlich geredet. Neben uns haben Doktoranden die Kegelbahn benutzt, was mich nicht besonders interessierte. Ein industrieller Aussteller hatte anscheinend schon ganz früh zu viel getrunken, weil er mit nicht richtig zu gemachter Hose überall in der Kneipe nach seiner Tasche suchte, wobei er mindestens fünf mal zu unserem Tisch gekommen ist und uns gefragt hat, wo seine Tasche wäre. Der Wirt hat irgendwann die Geduld verloren und ihn unsanft zum Hotelempfang gebracht. Der Mann hat am nächsten Tag in der Sponsoren-Session die Produkte seiner Firma vorgestellt, aber es war klar, dass sie nicht mehr marktführend in dem Sektor sind. Irgendwie Schade, ich hatte mit den Geräten dieser Firma vor fünfzehn Jahren angefangen zu arbeiten. Als mein Gesprächspartner nach einem Telefonat zurück zum Tisch kam, fragte er mich, ob die Studenten mich zum Kegelspielen eingeladen hätten. Da ich dies verneinte, meinte er mit angeekelter Miene, „They don’t care“. Ich wollte ihm gleich „Welcome in Germany“ antworten, als mir einfiel, dass wir in Österreich waren. Außerdem gab’s Interessanteres zu besprechen, als über die nicht philanthropischen Art von Deutschen zu philosophieren. Ich habe mich seit langem daran gewöhnt, aber ich sehe immer wieder, dass es für ahnungslose Ausländer wie ein Schock wirkt. Die Doktoranden kannte ich eigentlich schon vage seit Dienstag, sie hatten einen Vortrag bei unserem Meeting gehalten. Wir sind auch später ins Gespräch gekommen und haben zusammen gespielt, nachdem mein Gesprächspartner sie darum gebettet hat, obwohl Kegeln nicht mein Ding ist. Ich bin nach Mitternacht zu meinem Zimmer gegangen. Schlafen konnte ich lange nicht, weil Leute unter meinem Fenster laut diskutiert haben. Wie ich am nächsten Tag erfahren habe, war unsere Studentin daran schuld, sie hatte sich bis 05:00 mit anderen Studenten unterhalten.

Am zweiten Abend habe ich mich mit einer Österreicherin unterhalten. Es gab nicht viele Anknüpfungspunkte, ich kenne sie nur durch eine ehemalige Mitarbeiterin aus meiner Gruppe, die ausgeschieden ist, bevor mein Vertrag anfing, und mit der ich selber nur einmal gesprochen habe. Ich habe erwähnt, dass ein früherer Kollege von mir jetzt wie sie an der Uni Salzburg arbeitet, mit der Bemerkung, dass sie ihn kaum kennen dürfte, da er Mineraloge ist. Aber als ich den Namen von Günther erwähnte, war sie ganz überrascht, und meinte, sie hätte Vorlesungen von ihm gehört. Klar, ich hatte völlig vergessen, dass er unsere Methode für Biologen unterrichtet hatte. Ich bin relativ früh zu meinem Zimmer gegangen, weil ich am Samstagvormittag meinen Vortrag halten musste. Ich hatte mir Sorgen gemacht, weil die vorgesehene Zeit die Hälfte von meinem Vortrag am Dienstag war, und ich musste heftig meine Folien kürzen. Ich habe es doch gut geschafft, die Zeit einzuhalten. Mittags ging die Tagung zu Ende, wir haben nicht gegessen und wir sind sofort zum Flughafen zurück gefahren.

Im Flugzeug saß in der Reihe vor mir eine dünne Frau um die vierzig mit zwei kleinen Kindern, die extrem nach Käse roch. Die Kinder haben auch gestunken, ich habe vom Anfang an gedacht, dass sie die Windeln voll haben mussten. Es hat mich genug gestört, dass ich trotz verpasstes Mittagessens das verteilte Snack nicht essen wollte. Als die Frau nach einer guten halben Stunden anfing, auf den Sesseln selbst die Windel von dem kleinsten zu wechseln, hat eine Stewardess sie angesprochen und gesagt, dass es in der Toilette einen Wickeltisch gibt und es völlig unhygienisch für die anderen Gäste wäre. Die Frau hat die typische „Leck mich am Arsch“ Haltung adoptiert und meinte, sie hätte erwartet, von der Stewardess mindestens Verständnis zu bekommen, da sie überfordert wäre, mit ihren zwei Kindern alleine zu reisen. Dass die Stewardess eine Frau ist, bedeutet aber lange nicht, dass sie solche rücksichtslose Verhalten von anderen Frauen verteidigen muss. Wir hatten sowieso nicht mehr lange zu fliegen, und die Kinder hatten schon so lange gestunken, das bisschen Warten hätte keinen Unterschied mehr gemacht. Mich wundert, dass sie es nicht früher gemerkt hat, aber ich habe den Eindruck bekommen, dass es ihr wirklich Spaß gemacht hatte, die anderen Reisende auf dieser Weise zu stören.

Ich bin mit meinen Kollegen noch eine Weile S-Bahn gefahren, wir wollten in die gleiche Richtung, wobei ich am weitesten vom Flughafen wohne – uns am nähesten von der Arbeit. Ich habe beschlossen, meinen Laptop im Büro zu lassen, statt damit nach Hause zu fahren und ihn am Montag zu schleppen. Ich konnte danach noch einkaufen gehen, und habe den Rest des Wochenendes zu Hause verbracht. Ich glaube, ich habe mich erkältet. Meine Katze, die von meiner Nachbarin gepflegt wurde, hat sich gefreut, mich wieder zu sehen, und hat mich am Sonntag nicht mehr los gelassen.


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Schlechter Tag

Das hat man ab und zu. Heute zum Beispiel. Wir hatten ein eintagiges Fachtreffen für alle Forschungsgruppen meiner Fachrichtung in der Stadt. Mein Chef hatte schon lange einen Vortrag von mir angekündigt, den ich heute halten musste. Als Probevortrag für die nächste Tagung übermorgen in Österreich passte es gut – zu dieser Tagung hatte er mich Ende Juni mit Vortrag angemeldet, bevor ich überhaupt meinen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte.

Ich habe mich schon heute Morgen auf dem Weg zur Uni verspätet, obwohl ich trotz sehr kurzer Nacht pünktlich aufgestanden bin – ich war noch nie dahin gefahren. Als ich zur ersten S-Bahn-Station auf meinem Plan ankam, war die Linie nicht angezeigt, die ich hätte nehmen sollen, die spätere Linie war schon angekündigt. Ich habe gedacht, ich hätte sie gleich verpasst und habe nicht besonders aufgepasst, als eine Minute später eine S-Bahn ankam. Es war doch die, die ich nehmen wollte, aber die Anzeige hat mich verwirrt, und ich habe sie deswegen verpasst, obwohl ich am Gleis stand. Ich habe es gemerkt, als der Fahrer die Ankündigung mündlich machte, gerade als die Bahn wieder weg fuhr. Recht blöd gelaufen.

Das Gebäude habe ich nicht sofort gefunden. Ich hatte mir die Adresse aufgeschrieben und bin nach einer Stunde in der S-Bahn zur richtigen Straße angekommen. Die richtige Nummer habe ich nicht gefunden. Ich bin nur deswegen doch angekommen, weil ich zwei Frauen zufällig getroffen habe, die ebenfalls dahin wollten. Ich bin ihnen einfach gefolgt, sie kannten anscheinend schon den Weg. Man musste auch wissen, dass man durch Hausnummer 110 zur Hausnummer 17 gelangen kann. Wir hatten zehn Minuten Verspätung und gerade die Begrüßungsrede verpasst (ich glaube, deswegen gibt es überhaupt Begrüßungsreden am Anfang von Tagungen).

Mein Vortrag war in der zweiten Session des Vormittages geplant, direkt nach dem Vortrag von meinem Gruppenleiter. Ich habe seit letzter Woche daran gearbeitet, habe mich trotzdem nicht gut genug vorbereitet gefühlt. Meine erste Folie hatte ich aus einem früheren Vortrag von meinem Chef übernommen und bearbeitet, aber ich komme damit gar nicht klar. Bei meiner Vorbereitung gestern Abend zu Hause habe ich große Schwierigkeiten gehabt, die Einleitung klar darzustellen, und habe ein schlechtes Gefühl bekommen. Es ging heute Morgen nicht viel besser. Ich fand meinen Vortrag insgesamt schlecht und konnte der Frau vorne nicht böse sein, die neben Martin saß und es trotzdem schaffte, ständig beim Einnicken den Kopf zu senken. Als ich mich am Ende bei den Zuhörern für ihre Aufmerksamkeit bedankt habe, habe ich gedanklich hinzugefügt „und dafür, dass Sie nicht laut geschnarcht haben“. Umso überraschter war ich, als Mieke danach meinte, der Vortrag wäre gut gelaufen. Ich habe gedacht, sie wollte nett sein und mich trösten, aber Martin hat es mir auch gesagt. Ich dachte, wenigstens mein Chef würde auf mich sauer sein und hatte mich auf seine spöttischen Bemerkungen vorbereitet – im Gegensatz dazu hat er mich gelobt, nachdem er meinte, ich hätte am Anfang nervös gewirkt – so war es nicht, Schuld ist diese blöde erste Folie, die ich nicht mag und die ich jetzt für die Tagung in Österreich komplett ändern werde. Ich habe später gemerkt, dass die Frau vorne bei den anderen Vorträgen auch eingenickt ist.

Danach habe ich mich noch schlecht gefühlt, weil ich den ganzen Tag so nah an Martin war, und trotzdem so weit entfernt, weil ich unheimlich gerne seine Freundin wäre und er anscheinend kein Interesse zeigt. Ich sehe, dass er sich einfach mit allen Frauen gleich süß verhält, sein Benehmen mit mir hat nichts besonderes zu bedeuten. Ich hätte abends bei der Rückfahrt nach Hause in der S-Bahn heulen können, wenn ich alleine gewesen wäre.


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Sonntag 26.05.2013

Ich habe gerade meinen Vortrag für Dienstag fertig gemacht. So richtig anstrengend war’s nicht, ich musste nur aus früheren Vorträgen ein paar Folien kopieren und ggf. ins Englisch übersetzen. Ich brauche noch ein schönes Bild für eine der Folien in der Einleitung, und dann konvertiere ich den Vortrag als PDF, weil ich nicht sicher bin, dass dort Office zur Verfügung steht, sie scheinen vor allem mit Linux-ähnlichen Systemen zu arbeiten. Deswegen konnte ich das Programm doch nicht im Voraus testen, das für diese Stelle so wichtig ist, ich kann nur die Veröffentlichungen darüber lesen.

Mein Powerpoint verhält sich immer noch komisch mit der Miniaturansicht. Das macht das Einfügen von Folien ziemlich mühsam, zuerst auf die Folien in der Ansicht links klicken, um heraus zu finden, wo die gewünschte Folie zum Kopieren eigentlich liegt, weil die Miniaturanzeige stets die falschen Inhalte anzeigt, und mit zwei offenen Dateien werden die Inhalte in der Anzeige gemischt, dann das gleiche Spielchen in der anderen Präsentation, um die Folie am richtigen Ort einzufügen… So macht es kein Spaß. Was ist los mit meiner Installation von Office? Auf meinem früheren Rechner mit XP ging’s so gut, und ich habe die gleiche CD für den neuen Rechner mit Windows 7 benutzt. Word erkennt Fehler nicht richtig bei der Rechtschreibung, Powerpoint baut so ein Mist in der Anzeige… Nur mit Excel geht’s, ich benutze es ja die ganze Zeit, um den Stand meiner Bewerbungen für die Arbeitsagentur zu bearbeiten.

Gestern habe ich den ganzen Nachmittag in der Stadt verbracht. Ich bin gegen 14:30 weg gegangen und wollte mir ein neues Kostüm kaufen. Ich war überall, aber ich bin nicht fündig geworden. Ich wollte ein helles Kostüm. Dunkle habe ich schon genug. Mit meiner Psoriasis auf der Kopfhaut möchte ich die eventuelle Anwesenheit von Schuppen auf den Schultern durch die Farbe des Kostüms verstecken. Die wenigen hellen Kostüme, die ich gestern gesehen habe, gingen nicht. Entweder war genau meine Größe nicht mehr vorhanden, oder die Hose saß total blöd mit den Taschen auf der Seite. Ich hätte gerne ein Kostüm mit einem langen Rock gehabt. Ich habe einmal im Zug eine Frau mit einem sehr schönen Kostüm gesehen, schwarz-weiß kariert, und der Rock ging ihr fast bis zu den Knöcheln. Nirgendwo in der Stadt zu finden. Schade. Ich werde wohl mit Hautcreme für die Kopfhaut tricksen müssen, um die Abschuppung zu verhindern. Irgendwie haben die Salbe und der Shampoo, die mir die Dermatologin verschrieben hatte, nicht viel geholfen. Es juckt nur nicht mehr so stark, aber ich bekomme den Eindruck, dass sich die kranke Hautfläche verbreitet hat.

Zwischendurch bin ich gestern am Marktplatz vorbei gegangen. Es waren viele Leute da, weil ein Oldtimer-Rallye gerade dort endete. Ich habe mir die alten Autos eine Weile angeschaut, und bin weiter einkaufen gegangen. Ich konnte es nicht fassen, aber es war schon 19:30, als ich nach Hause kam. Kein Wunder, dass mein Ischias so stark schmerzte. Ich wollte heute zum Sport gehen, aber das lasse ich doch lieber sein.

Sonst ist heute Muttertag. In Frankreich findet es immer am letzten Sonntag von Mai statt. Vatertag ist bei uns ebenfalls ein Sonntag, zwei Wochen nach Muttertag. Ich wollte meine Mami anrufen, aber sie war gerade nicht zu Hause. Hoffentlich können meine Geschwister sie heute besuchen. Ich habe mich noch nicht um die Reise dort Anfang Juni gekümmert. Ich werde wahrscheinlich erst dazu kommen, wenn beide Vorstellungsgespräche diese Woche vorbei sind. Ach stimmt, ich sollte heute auch nicht vergessen, die Klausur vom Kurs über Datenmanagement mit SQL zu schreiben.


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Und das war’s

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten. Wär schön, wenn es endlich mal klappen würde. Zuerst müssen die anderen Mitbewerber dran sein.

Kaum bin ich angekommen, dass ich schon den Vortrag halten musste, es ging so schnell, dann die Fragen, so viele waren es nicht und sie waren vor allem grundlegender Natur, obwohl ich mich bemüht hatte, möglichst didaktisch für Fachfremde zu bleiben, dann das Gespräch unter sechs Augen, dann die Tour durch die ganzen Labors, und zurück zum Bus… Wenigstens ist die Vergütungsfrage geklärt, und ich wäre damit zufrieden. Viel Grübeln um nichts, es war nur aus der Ausschreibung nicht zu erkennen.

Sollte es klappen, muss ich unbedingt ausziehen. So weit weg ist es nicht, aber mir ging’s nach einer Stunde Bus echt schlecht. Der Fahrer war auch nicht gerade der sanfteste, den ich je erlebt habe. Und der Bus für die Rückfahrt war so voll, dass ich die ganze Zeit stehen musste, meinem Ischias hat es nicht gefallen.

Gerade aus dem Bus ausgestiegen, wollte ich mich zu Hause erholen. Just in dem Moment rief meine Freundin Mei an und wollte in die Stadt ein bisschen shoppen. Gute Idee. Dann leckere Spaghetti con olio, aglio e peperoncini, die beste Art überhaupt, Spaghetti zu vorbereiten. Das Eis danach in der Stadt war vielleicht keine so gute Idee, mein Magen beschwert sich. Ich hatte den ganzen Tag von lauter Aufregung kaum was essen können. Jetzt rächt es sich.


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Publikumsangst

Da ich gerade einen Vortrag vor mir habe, könnte ich erzählen, wie ich mich von der Publikumsangst befreit habe.

Früher habe ich immer Angst vor Vorträgen gehabt. Bei meinem allerersten Vortrag für die Diplomprüfung habe ich schon einen Monat davor Alpträume bekommen, bei denen ich vor einem vollen Hörsaal stehe und keine Folie vorbereitet habe (damals waren noch Powerpoint-Präsentationen eine Seltenheit, auf Fachtagungen waren alle Vorträge mit einem Projektor von dieser Art vorgeführt). Meine ersten Vorträge waren auch nicht gut. So fühlte es sich für mich auf jeden Fall an. Bei unserem Institutsseminar als frische Doktorandin hatte ich Schwierigkeiten, meine Stimme laut genug zu halten. Die älteren Herren waren prompt, mich daran zu erinnern. Vor lauter Aufregung vergaß ich häufig wichtige Details zu erwähnen, und musste die Folien zurückblättern, um später im Vortrag die vergessenen Punkte nachzuholen.

Eines Tages musste ich einen Vortrag bei einer internationalen Fachtagung in Polen halten. Mein Vortrag war an einem Sonntagvormittag geplant. Der Leiter des Institutes meiner Diplomarbeit war da. Er hatte mir gesagt, er wäre auf meinen Vortrag gespannt. Ich hatte ursprünglich nur einen Posterbeitrag zur Tagung angemeldet, aber der Chairman hatte mich einen Monat davor angeschrieben und gesagt, ich wäre zum Vortrag verdonnert. Wahrscheinlich hatten zu wenige Leute zu dieser Session teilnehmen wollen. Wie reagiert man dabei? „Ach je, warum ich“, Herzrasen, aber „vielen Dank für die große Ehre“ musste ich zurück schreiben. Ich habe wie immer extrem viel Zeit mit der Vorbereitung des Vortrages verbracht. Und an diesem Tag lief es – warum auch immer – unglaublich gut. Die späteren Vorträge liefen dann ein bisschen gelassener, auch wenn ich mich nie freiwillig dafür gemeldet habe.

Heute habe ich mich von Nervosität bei Vorträgen längst verabschiedet. Zum einen habe ich schon viele Vorträge hinter mir gebracht und habe mich daran gewöhnt. Zum anderen habe ich vor fünf Jahren mit Bauchtanz angefangen. Ich hatte ursprünglich gar nicht vor gehabt, an Shows teilzunehmen, die Kurse beim Hochschulsport waren für mich nur zum Stressabbau gedacht. Meine Lehrerin hatte uns dazu aufgemuntert, an einem Tanzabend in einem Lokal in einer Nachbarstadt in Holland teil zu nehmen. Ich hatte gedacht, warum nicht, dort kenne ich niemanden. Tja. An dem Abend selbst habe ich mich gefragt, was ich da zu suchen hatte und warum ich so leichtsinnig gewesen war, zuzustimmen, bei der Show mitzumachen. Wir sind als Gruppe zur Bühne angetreten. Und da steht man plötzlich unter dem warmen Licht, halb nackt mit glitzerndem BH und langem Rock, vor gut 200 Personen, mit wild klopfendem Herz, schnellem Atem und auf ein mal sehr schweren Armen, die man nur noch mit großer Mühe heben kann, und gleich geht die Musik los und man muss anfangen, perfekt zu tanzen, weil das Publikum dafür bezahlt hat, und weil man nicht starr vor Schreck auf der Bühne stehen bleiben kann, oder in die Kulisse zurück weglaufen und die anderen im Stich lassen. Wenn man das miterlebt hat, erscheinen einem Fachvorträge danach wie Witzveranstaltungen. Den Geschmack auf Tanzveranstaltungen habe ich noch später bekommen, es hat richtig Spaß gemacht, wenn das Publikum gejubelt hat und in Rythmus mit der Musik geklatscht hat, ich hatte den Eindruck bekommen, Lebensfreude mitzuteilen. Nur blöd, dass ich wegen Ischiasprobleme aufhören musste.

Ab und zu passiert es mir immer noch, dass ich von Vorträgen träume. Das ist normal, sagen meine Kollegen.

20130409


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Irritiert

Mit meinem Vortrag für Donnerstag habe ich seit gestern keinen großen Fortschritt geschafft. Mein PC ist gerade vier Monate alt, und ich habe anscheinend erst gestern zum ersten Mal Powerpoint benutzt, weil er mir beim Starten diese Fragen zur online Benutzung der Hilfe usw. gestellt hat. Wieso auch, so häufig brauche ich Powerpoint nicht mehr, meine Bewerbungen schreibe ich mit Word (geht für mich doch schneller als LaTeX) und mein Bewerbungsstand für die Arbeitsagentur mache ich mit Excel.

Schon komisch, dass die Miniaturansicht der Folien auf der linken Seite nicht richtig zu funktionieren scheint, schon direkt nach dem Öffnen der Datei. Wenn ich die Maus drüber halte und ein paar mal rauf und runter scrolle, sehen die wieder richtig aus, aber so bald ich bei den Folien selber scrolle geht’s nicht mehr, die Miniaturansicht wird nicht aktualisiert, friert ein, oder kann sogar ganz weiß werden. Daran merke ich, wie sehr ich diese Ansicht bis jetzt benutzt habe. Ich habe schon Office heute de- und re-installiert, mit dem gleichen Ergebnis. Mist. Ich werde bis Donnerstag damit leben müssen. Es könnte daran liegen, dass ich jetzt Windows 7 und nicht mehr XP habe. Nein. Ich hatte auf meinem Arbeitslaptop bei meiner Beratungsstelle ebenfalls Windows 7 mit Office 2007 benutzt, genau wie jetzt, und hatte gar kein Problem. Und wenn ich überlege zickt Word auch, etwas ist faul mit der automatischen Korrektur, obwohl ich alle Häkchen richtig gesetzt habe.

Ich lasse es für heute Abend sein, ich fühle mich sowieso schwindelig. Vielleicht habe ich mich heute Nachmittag beim Sport überanstrengt. Zu lange Pause, zu viel auf einmal. Meine Verwandlung zum Schweinchen seit meinem Ischias-Problem muss ich aber irgendwann rückgängig machen. Ich habe vielleicht „nur“ 6kg drauf gelegt, aber dichte Muskelmasse durch leichtes Fettgewebe ersetzt, autsch.

Der Vortrag soll eh nur 20mn dauern. Und ich habe erfahren, dass eine ex-Kollegin sich auf diese Stelle auch beworben hatte, und am Freitag dran ist, sie hat’s mir selber erzählt. Hmmm. Ursprünglich ist die Stelle nur für „FH-Diplom/Bachelor“ ausgeschrieben. Gleichzeitig verlangen sie aber Expertise in meinem Gebiet, die man nur nach langjähriger Erfahrung bekommen kann, sprich in unserem Fall nach einer Promotion. Eine konkrete Vergütung haben sie nicht angegeben, deswegen ich im Anschreiben explizit gesagt habe, dass ich mindestens E13 erwarte, was ich sonst früher an der Uni verdient habe. Weniger wäre eine Frechheit. Daher dachte ich, als ich letzte Woche den Anruf bekommen habe, dass sie trotzdem interessiert sind. In der offiziellen Einladung zum Gespräch, die erst heute ankam, hat die Dame mich darum gebeten, meine Gehaltsvorstellung anzugeben. Es riecht nicht gut. Ich werde meinen Wert doch nicht für einen auf nur zwei Jahren befristeten Vertrag in einem öffentlich finanzierten Forschungszentrum (sprich ohnehin schon schlecht bezahlt) sinken lassen. Davon hatte mich sogar meine Beraterin bei der Arbeitsagentur abgeraten – wenn ich eine Person als Beraterin bezeichnen kann, die ich nur einmal gesehen habe und die meine Anfragen per Email unbeantwortet lässt. Wahrscheinlich mache ich den Vortrag umsonst. Ich denke, ein billigerer Kandidat steht schon zur Verfügung, die Stelle musste veröffentlicht werden, und meine ebenfalls promovierte Freundin und ich sind nur eingeladen worden, weil wir Frauen sind („Wir sind an der Bewerbung von Frauen besonders interessiert“) und so nah wohnen, dass keine Reisekosten entstehen. „Sehen Sie, wir haben versucht, Frauen einzustellen, aber sie verlangen zu viel Geld, wir können nichts dafür“. Hoffentlich bin ich einfach zu pessimistisch.


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