8W2T

Nach der Ultraschall-Untersuchung von gestern ist die Dauer der Schwangerschaft korrigiert worden. Es passiert anscheinend häufig. Bei der ersten Untersuchung war der Wurm so klein, wahrscheinlich war die Berechnung des Alters aufgrund seiner Länge zu ungenau. Gestern ist eine Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von 1,65 Zentimeter gemessen worden, was einer Schwangerschaftsdauer von acht Wochen und einem Tag entspricht. Kurz 8W1T. Also heute 8W2T.

echographie1

Es hat mich verwirrt. Wie viele Bezeichnungen für eine Schwangerschaftsdauer gibt es denn? Mit der Angabe der Schwangerschaftswoche (SSW) war ich zufrieden. Vor zwei Wochen war die 7. SSW vorbei. Es waren sieben Wochen seit dem Beginn der letzten Periode vergangen. Da der Eisprung zwei Wochen danach erfolgt, war der Wurm fünf Wochen alt. Alles klar. Jetzt kriege ich ein Bild, das mehr wie ein Baby aussieht[1], und darauf steht 8W1T. Weil es sich immer noch nach dem „ersten Tag der letzten Periode“ richtet (das ergibt ab hier für mich keinen Sinn mehr), und man trotz besseres Wissens immer noch davon ausgeht, dass der Eisprung vierzehn Tage nach dem ersten Tag der letzten Periode statt findet, ist das Embryo 6W1T alt. Es ist als ob ich meine Periode eine Woche später als beobachtet bekommen hätte.

Die 9. SSW fängt also erst gerade an. Kann man zum Beispiel hier in der Tabelle nachlesen. Heißt das, dass mein Eisprung ganze drei Wochen nach Beginn der letzten Periode statt gefunden hat? Als ich durch die Straßen von Nizza schlenderte? Was für einen komischen Zyklus habe ich denn gehabt? Ich hatte während der Weihnachten-Sylvester-Zeit mit dem vielen Reisen so gut wie nie daran gedacht, meine morgendliche Temperatur zu messen, also kann ich es nicht mal nachvollziehen. Oder entwickelt sich das Embryo zu langsam? Oder hat das Ei viel länger gebraucht, um die Eileiter herunter zu gehen?

Wenigstens hat meine Brust erstmal aufgehört, sich zu vergrößern. Ein ganzes Körbchen mehr schleppe ich mit mir rum. Es war vorher kein Problem, um seitlich zu schlafen. Jetzt weiß ich nicht wohin mit den Dingern. Meine Arme drücken beim Liegen ständig drauf. In dem Bauch spüre ich Periodenähnliche Krämpfe, weil die Gebärmutter wächst. Dazu kommt, dass ich ständig zähflüssige Ausscheidungen habe. Ich dachte, ich könnte in der Schwangerschaft wenigstens auf Slipeinlagen verzichten. Im Gegenteil, ich brauche noch mehr davon. Als Folge renne ich ständig zur Toilette, um zu prüfen, dass ich kein Blut verliere.

Zugenommen habe ich. Das ist kein Wunder. Diät habe ich eingestellt, um die Versorgung vom Embryo sicher zu stellen. Ich esse auch nicht zu viel. An manchen Tagen schon, an anderen dafür weniger, mit fddb habe ich noch einen guten Überblick. Übelkeit habe ich gar keine. Ich esse viel mehr Süßes als vorher. Wenn Nutella mich sonst immer kalt gelassen hatte, ist es jetzt besser, wenn der Gatte das Glas versteckt. Sport treibe ich weiterhin. Anderthalb Kilogramme sind zurück gekommen. Klar, die Brust muss man berücksichtigen, das zusätzliche Blut, das produziert wurde, und Fruchtwasser, obwohl es noch nicht so viel sein dürfte, und die Wassereinlagerungen… Ich muss jetzt häufig den Ehering ausziehen, weil die Finger dicker geworden sind, obwohl ich mit knapp zehn Kilogrammen weniger als bei der Hochzeit immer noch im normalen BMI-Bereich liege. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

p_20170215

Die nächsten Untersuchungen, samt pränataler Diagnostik in einer anderen Praxis, finden in den nächsten Wochen statt. Es gibt ein sehr knappes Zeitfenster, um die Aussagekraft der Ultraschall-Untersuchung für genetische Defekte zu maximieren. Ich bin blöderweise genau in den drei Tagen im Ausland auf Dienstreise. Allerdings musste ich für die Terminfindung den Entbindungstermin angeben, und er basierte auf die erste Schätzung. Mit der korrigierten Schwangerschaftsdauer weiß ich nicht, ob wir den Termin für die Diagnostik nicht verschieben sollten. Das frage ich bei meiner Praxis vorsichtshalber nochmal nach. Immerhin kosten diese Untersuchungen um die 200€ und sind aus eigener Tasche zu bezahlen, da will ich sicher sein, dass wir sie am bestmöglichen Zeitpunkt machen.

[1] Gestern haben wir übrigens ganz kleine Arme und Beine gesehen, nur in dieser Orientierung sieht man nichts davon, und ja, ein bisschen gefreut habe ich mich schon bei dem Anblick.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.