Verpeilt

Gestern bin ich in der S-Bahn kontrolliert worden. Kurz bevor ich aussteigen musste.

Mein Jahresabo liegt in meinem Portemonnaie. Seitdem ich es letztes Jahr gekauft habe. Ich musste es nur raus graben.

Das Portemonnaie liegt in meinem Rucksack. Ganz tief im mittleren Fach, wo man schlecht ran kommt. Ich will es Langfingern nicht leicht machen. Obendrauf lag gestern meine Tüte mit der leeren Mittagessensdose, und obendrauf noch meine neuen Kopfhörer, die mir der Ehemann zu Weihnachten geschenkt hatte. Sowie ein noch nicht geöffneter Briefumschlag mit meiner Gehaltsabrechnung von Januar, weil wir sie nicht per Post geschickt sondern im Büro ausgehändigt bekommen.

Ich greife also zum Portemonnaie. Dafür muss ich erstmal den Rest raus nehmen. Neben mir sitzt niemand mehr, ich habe Platz. Ich zeige dem jungen Mann mein Abo, nachdem ich es mühsam aus seinem Fach geholt habe. Der Mann nimmt sich Zeit, es sich genau anzuschauen, aber nach meinem Ausweis fragt er nicht, obwohl mein Abo persönlich ist und nicht geliehen werden darf. Ich packe dann das Abo zurück ins Portemonnaie, was nicht auf Anhieb klappen will. Ich hole es zu selten aus seinem Fach. In Berlin war es einfacher, man hatte eine Karte die elektronisch gelesen werden konnte, statt so ein kleines Pappstück wie hier, und man konnte es sogar auslesen lassen, ohne die Karte vom Portemonnaie raus zu nehmen.

Wir erreichen Argelsried. Ich packe noch die Tüte mit der Dose ein, und muss schon gleich aussteigen.

Heute Morgen komme ich zur Arbeit an. Ich will wie gewohnt die Kopfhörer benutzen und stelle fest, ich habe sie nicht dabei. Ich muss sie zu Hause liegen lassen haben, und teile dies dem Ehemann mit, der darauf nicht antwortet.

Ich arbeite munter vor mich hin, da die Kollegen nicht im Büro sind, bis das Telefon vom Büro mich aus meiner Programmiererei reißt. Es ist für mich, den Anrufer kenne ich nicht. Er fragt, ob ich seit gestern nichts vermissen würde. Mir fällt erstmal nichts ein, weil ich noch glaube, die Kopfhörer zu Hause vergessen zu haben. Er sagt, er hätte gestern Abend in der S-Bahn einen Briefumschlag mit meinem Namen auf einem blauen Beutel gefunden, der Kopfhörer enthält.

Ich fasse es nicht. Wie verpeilt muss ich sein, dass ich nach einer einfachen Fahrscheinkontrolle die Hälfte meiner Sachen auf dem Sitzplatz neben mir übersehe und liegen lasse? Es macht mich ganz schön fertig, weil die Kopfhörer ein Geschenk vom Ehemann sind, und ich schaffe es, sie nach einem Monat zu verlieren. Im Büro wollte ich sie nicht auf dem Schreibtisch lassen, weil wir keine verschließbare Möbeln haben, und ich nicht sicher bin, dass ich allen Kollegen vertrauen kann. Ich kenne noch nicht mal die Namen von der Hälfte. Also habe ich bis jetzt die Kopfhörer jeden Tag hin und her geschleppt.

Ein Glück, dass ich gestern meine Gehaltsabrechnung mitgepackt habe, sonst hätte der gute Mann am Telefon gar nicht gewusst, wem die Sachen gehören. Er hätte sie zum Fundbüro gebracht, sagte er, und ich hätte sicherlich nie daran gedacht, dort nachzufragen. Ein Glück auch, dass der Mann so nett ist und sich die Mühe gegeben hat, mich ausfindig zu machen.

Wir verabreden uns heute Abend nach der Arbeit bei ihm. Der Ehemann fährt mich mit dem Auto hin. Wir bringen als Dankeschön eine Flasche Wein aus unserem Lager mit.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Ein Anruf der Arbeitsagentur

Ich bin letzte Woche im Urlaub angerufen worden. Die Nummer war versteckt, auf dem Display stand nur „Privat“. Normalerweise Grund genug für mich, um nicht ran zu gehen. Vor allem, da ich mich im Ausland befand und mit meinem O2 Vertrag für jeden eingehenden Anruf 0,75€ zahlen muss. Aber vielleicht war es doch etwas Wichtiges. Ich bin also vorsichtig mit meinem in solchen Fällen üblichen, nichts verratenden französischen „Allo?“ ran gegangen. Nach einer kurzen Verzögerung: „Guten Tag, ich bin Frau Dingsbums von der Arbeitsagentur, mit wem rede ich?“ Da sie angegeben hatte, von der Arbeitsagentur zu sein, habe ich nach einer ebenfalls kurzen Verzögerung meinen Nachnamen verraten. „Gut, das ist die Person, mit der ich reden wollte.“ Eine gute Dosis typisches deutsches Misstrauens, gleich am Anfang vom Gespräch.

Ab dem Zeitpunkt habe ich mich schon gefragt, warum sie mich anruft. Hätte ich meinen Arbeitsvertrag nicht verlängert bekommen, wäre ich ab dem 1. März arbeitslos geworden. Mein Vertrag wurde aber verlängert. Ich hatte natürlich schon im Februar meine Daten auf der Jobbörse der Arbeitsagentur aktualisiert, sobald ich den Vertrag unterschrieben hatte. Also hatte ich es sofort versucht. Das hatte sich als doch nicht so einfach erwiesen. Dazu eine etwas längere Erläuterung.

Ich habe mich schon mehrmals als Arbeitssuchende eintragen müssen. Beim ersten Mal, nach meiner Doktorarbeit, als eine Internet-Verbindung zu Hause für mich noch nicht in Frage kam, hatte ich zusammen mit einer Bearbeiterin des noch Arbeitsamtes ein Profil samt Lebenslauf erstellt. Ich habe erzählt und sie hat eingetragen. Ich habe mich danach für die kurze Dauer der Arbeitslosigkeit nicht mehr darum gekümmert, da ich keinen Zugang zu meinen Daten hatte. Ich hatte sowieso keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und musste daher keine Bewerbungsversuche vorweisen, da ich, zu meiner großen Überraschung, in den dreieinhalb Jahren meiner Beschäftigung an der Uni keinen Beitrag zur Arbeitslosenversicherung bezahlt hatte. Ich konnte damals beim Unterschreiben vom Arbeitsvertrag kein Deutsch, aber es wurde drin auch nicht erwähnt… Oder lag es daran, dass ich gleichzeitig als Doktorandin an der Uni angemeldet war und somit einen Studentenstatus hatte? Wie auch immer.

Viele Jahre später, als ich wegen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes und trotz vieler Bewerbungen wieder arbeitslos wurde, habe ich mit neuen Zugangsdaten von zu Hause aus mein Lebenslauf aktualisieren wollen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Bearbeiterin Jahre zuvor ziemlich viel Müll reingeschrieben hatte. Bestimmte Stichwörter passten nur ungenau, einige Fähigkeiten stimmten einfach nicht. Die Beschreibung von Tätigkeiten lag total daneben. Blöderweise konnte ich nichts editieren, weil ich keine Rechte dazu hatte. Für meinen eigenen Lebenslauf in meinem eigenen Profil! Ich habe die Jobbörse deswegen nicht mehr benutzt und mir die Mühe auch nicht gegeben, die neuen Arbeitserfahrungen zu erfassen. Es war auch nicht so, als ob ich jemals von einem Arbeitgeber über diese Plattform kontaktiert worden wäre…

Ich habe mich zuletzt im Dezember als Arbeitssuchende gemeldet. Mit Verspätung, da ich auf Arbeit ziemlich viel zu tun hatte, und erst nachdem mir bewusst wurde, dass es ganz bequem online geht. Wenn man Zugangsdaten hat. Meine alten Daten habe ich nicht mehr gefunden. Außerdem war ich umgezogen, hatte inzwischen geheiratet und einen neuen Namen… Viel einfacher, sich ein neues Profil anzulegen. So konnte ich sauber mein Lebenslauf von vorne richtig angeben, damit die Jobbörse doch nützlich wird. Einige Zeit später bin ich von einer freundlich klingenden Frau der Arbeitsagentur angerufen worden, um Details über meine Anmeldung zu besprechen. Ich habe erwähnt, dass ich früher schon als Arbeitssuchende angemeldet war, und sie meinte, sie würde beide Konten zusammenfügen. Ich habe darauf bestanden, das alte Lebenslauf zu vergessen und nur das neue zu behalten. Kurz danach kamen Briefe mit neuen Zugangsdaten. Meine gespeicherten Nutzernamen und Passwort, die ich mir mühsam ausgesucht hatte, konnte ich vergessen.

Als ich im Februar die Verlängerung von meinem Arbeitsvertrag in der Jobbörse angeben wollte, habe ich die neuen Zugangsdaten benutzt. Es ging nicht. Eine Nachricht ist erschienen, in der stand, dass mein Konto stillgelegt wurde und ich mich an eine Hotline wenden musste. Am Telefon habe ich dann erfahren, dass die Stilllegung aufgrund der Zusammenfügung meiner alten und neuen Konten statt gefunden hatte. Die Frau hat mir neue Zugangsdaten am Telefon diktiert und das Konto entsperrt. Warum hatte ich dann im Dezember nach dem ersten Telefonat neue Zugangsdaten bekommen? Und warum bin ich nicht schriftlich über die Sperrung von meinem Konto in Kenntnis gesetzt worden? Das weiß nur die Arbeitsagentur, falls es wirklich eine Begründung dafür gibt. Und beim Bearbeiten von meinem Lebenslauf habe ich festgestellt, dass es neue Einträge gab… Alle meine bisherige Einträge wurden dupliziert, aber die Kopien darf ich nicht editieren. Die Kontenverwaltung bei der Jobbörse ergibt für mich keinen Sinn.

Ich habe also im Februar die Verlängerung meines Arbeitsvertrages angegeben, und war deswegen nicht wenig überrascht, letzte Woche von der Arbeitsagentur angerufen zu werden. Das oben angefangene Gespräch lief in etwa weiter so: „Sie haben angegeben, bis zum 28. Februar beschäftigt zu sein.“ „Äh, nein, mein Arbeitsvertrag ist verlängert worden, wie ich in meinem Lebenslauf in der Jobbörse eingetragen habe.“ „Sie hätten sich am 1. März als arbeitslos in der Arbeitsagentur persönlich anmelden sollen.“ „Wie gesagt, mein Arbeitsvertrag wurde verlängert, ich bin nicht arbeitslos. Das habe ich in meinem Lebenslauf bereits angegeben.“ Kurze Pause. „Ah ja, sehe ich…“ „Habe ich etwas vergessen zu tun, um Sie darüber in Kenntnis zu setzen?“ „Hmm, dann sollten Sie aber am ersten Tag der Arbeitslosigkeit zur Arbeitsagentur kommen, um sich als arbeitslos anzumelden. Sie können es aber auch früher machen, Sie müssen nicht bis Ende Dezember warten.“ Erstaunen meinerseits, das wusste ich nicht und es trifft sich gut, da ich sonst am 2. Januar dort erscheinen soll, was den üblichen längeren Besuch bei den Eltern ausschließt. Meine Frage hatte sie aber nicht geantwortet. „Was hätte ich zusätzlich machen sollen, damit Sie wissen, dass ich doch nicht ab dem 1. März arbeitslos bin?“ Keine Antwort, sondern gleich die Ankündigung: „Dann werde ich Sie wohl als Arbeitssuchende abmelden.“ „Nein, bitte nicht! Bis Dezember ist es nicht lang, ich will weiter als Arbeitssuchende bleiben!“ „Na gut, ich melde Sie nicht ab. Auf Wiederhören!“

Ich muss prüfen, dass ich immer noch als Arbeitssuchende gemeldet bin. Wenn ich weiß, wo ich danach suchen muss. Sonst verpenne ich bestimmt wieder die nächste Anmeldefrist.


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Telefonnummer auf einem Nokia Lumia blockieren

Ein Beitrag auf diesem Blog hat mich durch seine Aufrufanzahl überrascht. Ein verpasster Anruf. In drei Monaten ist er der meistgelesene Beitrag geworden. Obwohl, so erstaunlich ist es doch nicht, es ist das einzige Suchergebnis von Google über diese merkwürdige Telefonnummer, das nicht von www.wemgehoert.de stammt. Dabei weiß ich nicht mal, was die Person wollte, die mich aus der Nummer mehrmals versucht hatte zu erreichen. Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die es erwischt hat, den Suchbegriffen nach zu beurteilen. Ich kann aus den Aufrufstatistiken für diese Seite wunderbar ablesen, wann aus dieser Nummer Leute massenweise angerufen werden. Spam-Kommentare hat diese Seite auch auffällig viel geerntet, alle auf Englisch geschrieben, entweder mit der Bitte, die Kommentatoren per Email zu kontaktieren, weil sie keinen Knopf zum Folgen meines Bloges finden könnten, oder mit einem dubiosen Link, dem ihn natürlich nicht folgen will. So blöd bin ich auch nicht.

Das hat mich daran erinnert, dass ich mit Hilfe von Google diese Telefonnummer sofort blockiert hatte, und als ich einige Wochen später von einer anderen Nummer für Werbezwecke angerufen wurde, wollte ich die Prozedur wiederholen. Nicht intuitiv, mit meinem Nokia Lumia 730 (Windows Phone 8.1 Update). Ohne Google hätte ich es nicht geschafft, und selbst da ging es nicht so einfach. Viele Videos auf YouTube versprechen zu zeigen, wie es funktioniert, und zeigen dabei nur, wie man prüft, ob man das dafür benötigte Update schon installiert hat. Dank dieses Videos bin ich ein Stück näher bekommen. Ab 2:44 erfährt man, dass man in die Anrufliste gehen muss, und auf eine Nummer drücken soll, um diese zu sperren. Leider habe ich nicht erkannt, dass man etwas länger drücken soll, und habe einen Verbindungsaufbau zur unerwünschten Nummer verursacht. Schnell wieder aufgelegt. Also sollte man mit dem Finger auf die Nummer solange drücken, bis das Menü erscheint, in dem man die Nummer sperren kann. Eigentlich nicht so schwer, ich wäre nur nie von alleine drauf gekommen.


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Ein verpasster Anruf

Es passiert selten, aber heute habe ich mein Handy zu Hause vergessen. In sich ist es nichts Tragisches. Ich bin nur heute Abend mit dem Fahrrad nach Hause gefahren, und ohne Handy fühle ich mich nicht so gut, weil ich niemanden anrufen kann, falls mir etwas unterwegs passiert. Ich bin doch gut angekommen, wie immer.

Auf dem Display vom Handy war ein verpasster Anruf von einer unbekannten Nummer. Ich bin ja immer noch misstrauisch, wenn jemand mich anruft, ohne dass die Telefonnummer bei mir gespeichert ist. Versteckt war die Nummer nicht: +881945110116. Die Vorwahl kam mir ganz komisch vor, ich konnte sie nicht mal einem Land zuordnen. Ich habe also nach der Nummer gesucht und nur Ergebnisse von www.wemgehoert.de gefunden. Die Seite über die Telefonnummer selbst ist ohne Eintrag. Dort habe ich wenigstens gelernt, dass die Vorwahl +881 das „Globale Satelliten-Telefon-System“ bezeichnet. Eine Suche danach führt mich auf der Facebook-Seite von einer Kräuterhändlerin[1], die sich am 17. Juni in einem Post beschwert hat, ständig Anrufe von dieser und zwei anderen Nummern beginnend mit +881 zu bekommen. Sehr seltsam. Ich habe die Nummer auf meinem Handy blockiert.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


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Eine gefälschte O2 Email?

Oder vielleicht nicht?

Lieber O2 Kunde,

uns fehlen wichtige Informationen. Bitte lesen Sie dazu die beigefügte pdf-Datei.

Hinweise zum PDF-Format:
Zum Lesen, Drucken und/oder Speichern von PDF-Dateien benötigen Sie das Programm Acrobat Reader von Adobe. Sollte der Acrobat Reader noch nicht auf Ihrem Computer installiert sein, können Sie ihn hier kostenlos herunterladen: http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html

Noch ein Tipp: Wenn Sie die Datei sofort auf Ihrem Rechner abspeichern möchten, verwenden Sie einfach die rechte Maustaste, wählen „Ziel speichern unter“ und anschließend ein Verzeichnis auf Ihrem Rechner, in dem die Datei abgespeichert werden soll.

Freundliche Grüße

Ihr O2 Team

Die Email ist von dsl-kundenservice@cc.o2online.de geschickt worden. Im Empfang steht „o2 DSL Auftrag: Postretoure (Kundennummer  DEXXXXXXXX)“ und die angegebene Kundennummer ist wirklich meine. Die Ansprache „Lieber O2 Kunde“ löst bei mir aber gleich den Spam-Virus-Phishing-Alarm aus. Und dann habe ich gemerkt, dass alle meine Rechnungen auch auf dieser Weise geschickt werden. Ich habe mich daran gewöhnt und nur bei dieser unüblichen und unerwarteten Email gemerkt, dass es bei O2 völlig unprofessionell gemacht wird. Diese neue Email und die Rechnungsemails haben den gleichen Ursprung: Received: from esifpa01 (unknown [10.242.13.62]) by mailgate03.hansenet.com, so steht’s im Quelltext der Email.

Wahrscheinlich geht’s um meinen DSL Vertrag. Ich habe ihn nicht gekündigt. Tomasz, mein Nachmieter (der auch mein Nachfolger bei der Arbeit ist und mir gegenüber im Büro sitzt) benutzt ihn und überweist mir die Rechnung jeden Monat. Der Vertrag läuft eh nur noch bis Juni. Seit einigen Wochen will O2 mich dazu bringen, meinen vermeintlich alten Router tauschen zu lassen. Was ist, wenn ich es mache, und sie es als Anlass sehen, meinen Vertrag zu verlängern? So läuft’s gut, meint Tomasz, es kann sicherlich bis Juni reichen. Dann schließt er seinen eigenen Vertrag ab.

Sicher ist sicher. Ich werde die PDF Datei im Anhang erst unter Ubuntu öffnen.


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Am Telefon

Ich bin vor kurzem auf dem Handy von einer unbekannten Nummer angerufen worden. Ich bin in solchen Fällen immer misstrauisch und benutze dann als Begrüßung die französische Formel „Allo?“, die mir erlaubt, zu antworten, ohne meinen Namen zu verraten. Man weiß ja nie. Das hat mich an den ersten Anruf erinnert, den ich auf meiner aktuellen O2 Nummer bekommen habe, vor etwa neun Jahren. Den Vertrag hatte ich am Tag davor abgeschlossen. Nur meine Mutter kannte meine neue Nummer. Gegen mittags wurde ich von einer unbekannten, deutschen Nummer angerufen. Ich also: „Allo?“ Eine Frau, in einem geärgerten Ton: „Ja, kann ich denn wissen, mit wem ich rede?“ Ich war verblüfft, habe aber geantwortet, dass sie doch selber wissen sollte, wen sie anruft. Nach einer kurzen Pause meinte die Frau, sie hätte die Nummer von ihrem Sohn gewählt und war irritiert, dass er nicht dran ging, da sie ihn schon seit einigen Tagen zu kontaktieren versuchte. Wer wäre ich denn? Ich habe ihr erklärt, dass ich meine Nummer erst vor kurzem bekommen hatte und ihren Sohn nicht kannte. Sie klang nicht überzeugt, hat sich aber entschuldigt und aufgelegt. Vielleicht hatte sie ihren Sohn derart mit Anrufen genervt, dass er seine Handynummer ändern lassen hatte.

Bei dem Anruf von letzter Woche hat sich ein Mann, mit freundlicher Stimme, als Angestellter von einem Umfrageinstitut vorgestellt und wollte wissen, ob ich gerade Zeit für ihn hätte. Ich hatte doch explizit O2 verboten, meine Telefonnummer weiter zu geben. Werbungterror will ich mir nicht antun lassen. Ich bin auch in keinem Telefonbuch eingetragen. Ich habe also den Mann erstmal gefragt, woher er meine Nummer hatte. „Ganz einfach“, meine er. „Ich habe Ihre Nummer aus einem auf Zufall basierten Telefonnummergenerator bekommen.“ Na toll. Er klang, als ob ich mich darüber glücklich schätzen sollte, auserwählt geworden zu sein. Da ich bei der Arbeit war, konnte ich den Anruf schnell beenden, mit dem Hinweis, dass ich für Befragungen nicht angerufen werden will. Immerhin hat er sich verständnisvoll gezeigt und nicht mehr versucht, mich zu kontaktieren.

Irgendwie sind die Leute aus Call-Centern häufig überrascht, dass man gerade arbeitet, obwohl sie selber während ihrer Arbeitszeit anrufen. Den Fall hatte ich bei meinem früheren Institut, als ich von der Postbank angerufen wurde. Es war spät abends, um die 19:00. Damals, als ich Single war und meine Arbeitszeit nicht erfasst wurde, hatte ich den größten Teil meines Lebens am Institut verbracht. Der Mann am Telefon war mein Berater, den ich eigentlich nur drei Jahren zuvor bei der Eröffnung meines Kontos gesehen hatte. Damals war ich gerade nach Deutschland zurück gekehrt und hatte noch keine Telefonnummer, außer bei der Arbeit. Stimmt nicht, meine ehemalige deutsche Handynummer hatte ich noch, aus der Zeit meiner Doktorarbeit, aber ich wollte sie nicht so einfach geben. Wozu auch? „Um mich zu kontaktieren, falls es Probleme gibt“. An dem Abend gab es kein Problem. Mein Berater hatte schon mehrmals versucht, mich durch persönliche und sogar handgeschriebene Briefe per Post zu überzeugen, Produkte zu kaufen. Jetzt wollte er es per Telefon probieren. Es wirkte ziemlich verzweifelt.


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Beruhigt

Denn er hat mich angerufen. Er hat seit unserem letzten Telefonat wirklich kein Netz gehabt. Wie könnte es anders zu erwarten sein, bei 2800m im Gebirge? Als er heute Abend zurück in der Hütte war, hat er mich angerufen.

Das Handy lag auf dem Tisch neben mir. Seit gestern liegt das Handy ständig neben mir. Wie häufig habe ich bei WhatsApp geschaut, um festzustellen, dass er seit Donnerstag Abend nicht online war? Wie häufig habe ich auf Google nach den letzten Nachrichten in der Gegend gesucht, und jedes Mal meinen Herzen sinken gespürt, wenn ich etwas von einem Unfall gelesen habe? Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, seinen Vater zu kontaktieren, um zu wissen, ob er von ihm gehört hätte. Und was wäre, wenn er irgendwo im Krankenhaus liegen würde?

Die Nummer am Display kannte ich nicht, aber von der Vorwahl her musste es von ihm sein. Das Handy habe ich gerade ein Mal klingeln lassen. Er tat so gut, seine Stimme zu hören. Ihm geht’s gut. Mir jetzt auch wieder. Ich werde besser einschlafen können. Morgen Abend will er sich wieder melden.


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Freitag

Heute war ich wieder bei der Arbeit. Ich musste sogar ganz früh dort sein, da ich einen Termin hatte. Schwierig, nach dem ich gestern Abend so spät ins Bett gegangen bin.

Ich hatte es nicht vor gehabt. Ich war gerade dabei, einige Dateien hochzuladen, als ich plötzlich keine Internetverbindung mehr hatte. Auf das Symbol für Drahtlosnetzwerkverbindungen geklickt und versucht, mich wieder zu verbinden: Fehlgeschlagen. Router genauer angeschaut: Er sah zuerst ganz brav aus. Ich habe im Adressfeld des Browsers o2.box eingegeben, um das Konfigurationsprogramm vom Router zu starten. Da war eine neue Meldung rechts, die sagte, ich hätte den voreingestellten WLAN-Schlüssel nicht geändert, was ein Sicherheitsproblem wäre. Wahrscheinlich deswegen meinte die Box, ohne Vorwarnung plötzlich zu streiken und mir keine Internet-Verbindung mehr zu liefern. Ich habe unter Firefox versucht, einen neuen Schlüssel im Konfigurationsprogramm zu setzen: Die LED für Internet an der Box wurde rot, was bedeutet, dass meine Zugangsdaten falsch sind. Es hat eine Stunde gedauert, bis ich den Schlüssel erfolgreich ändern konnte. Die Hilfe war dabei nicht sehr hilfreich, da nicht klar beschrieben wurde, in welcher Reihenfolge wie was gemacht werden sollte. Hier also zusammengefasst:

  1. Im Internet Explorer mit o2.box das Konfigurationsprogramm der Box gestartet.
  2. Bei leuchtender WLAN-LED den Taster „WLAN/WPS“ an der hinteren Seite der Box mindestens fünf Sekunden lang gedrückt.
  3. Im Konfigurationsprogramm unter „Internet“ war eine Eingabemaske für den neuen Schlüssel, den ich angegeben habe. Wahrscheinlich habe ich noch auf „Verbinden“ geklickt.
  4. Nochmal den WLAN-/WPS-Taster kurz gedrückt.
  5. Auf das Symbol für Drahtlosnetzwerkverbindungen geklickt und erneut mit dem Router verbunden, unter Angabe des neuen Schlüssels.

Und das war’s, wenn ich im Nachhinein nichts vergessen habe. Ich habe allerdings nicht gefunden, wie ich den WLAN-Schlüssel der Box in meinem Handy (Nokia C5) ändern kann, das heißt, ich kann mein Festnetz-WLAN erstmal nicht mehr aufs Handy zu Hause benutzen, um das mobile Datenvolumen zu verringern. Heute Abend nach dem Hochfahren vom PC war ich vom Router getrennt und musste wieder Punkt 5 ausführen. Aber eine gute Nachricht: Nach monatelanger Störung funktioniert meine Telefonverbindung plötzlich wieder, ohne dass ich mich darum gekümmert habe. Ich vermute, dass O2 versucht hat, mich zu erreichen (zwecks Werbung, was sonst), und festgestellt, dass ich nicht anrufbar bin. Martin hat mich letzte Woche zu meiner Überraschung von seinem Festnetz aus angerufen, und mit meinem Handy geht’s auch. Ich habe sogar mit meiner Mami telefonieren können.

Apropos Martin. Seit gestern Abend nach unseren gute-Nacht-Nachrichten habe ich gar nichts mehr vom ihm gehört. Er ist bestimmt bei seiner Wandertour zu sehr beschäftigt. Oder er hatte einen Unfall. Oder David ist dabei, hat ihm von unserer Beziehung vor fünfzehn Jahren erzählt, und jetzt schmollt er. Oder er hatte was heute Nacht mit Floriane, seiner ehemaligen und sehr ledigen Kollegin, bei der er gerade übernachtet hat, und traut sich nicht mehr, sich zu melden. Keine Panik. Vielleicht hat er einfach gerade kein Netz.

Um 16:00 habe ich Feierabend gemacht. Ich bin mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Zwei Straßen von meiner Wohnung entfernt, als ich gerade gebremst hatte, um Kinder nicht zu überfahren, die direkt vor mir über die Straße gelaufen sind, fing plötzlich ein heftiger Schauerregen an. Ich bin durchnäßt in die Wohnung angekommen und habe mich zuerst ausziehen müssen. Pfff. Gestern bin ich auch unter Regen gefahren, da ich entschieden habe, von Tegel aus wieder nach Hause zu fahren. Insgesamt 36km, ich habe mich ab dem Aquarium verfahren. Nach Schöneweide habe ich mich müde gefühlt und kurz danach einen Krampf im linken Fuß gespürt. Und heute Morgen wog ich 300g mehr als gestern.

Ein leichter Kopfschmerz droht, da ein der Kinder im Hause (es sind zwei, noch im Kinderwagenalter) gerade auf die tolle Idee kam, Flöte im Treppenhaus zu spielen. Allerdings schlecht und nur ein Ton, der gar nicht klar gespielt wurde. Ich dachte, es geht schnell vorbei, bis es zu seiner Wohnung ankommt, aber anscheinend fühlte es sich gerade auf meiner Etage wohl. Nach leichtem Klopfen an die Wohnungstür (ich wollte mich nicht dafür wieder anziehen) meinte eine erwachsene weibliche Stimme direkt dahinter etwas wie „Ups“, und kurz danach hörte das nervige Pfeifen auf.


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O2 Freischalttermin

Lange habe ich darauf gewartet. Gestern war es soweit.

Den Termin hatte ich mir lange notiert. Vor einem Monat habe ich eine Email mit einer Erinnerung bekommen. Am Sonntagabend haben wir die neue Box angeschlossen. Die Verbindung zum Router konnte problemlos mit der mitgelieferten CD erstellt werden. Danach hieß es, abwarten, bis die Freischaltung erfolgt. Gestern Abend haben wir dann festgestellt, dass es immer noch keine Internetverbindung gab. Mir war schon klar, dass ich irgendwo meine Zugangsdaten eingeben musste. Laut der begleitenden Kurzanweisung konnte ich das von meinem Browser aus unter der Adresse o2.box machen. Firefox gestartet, Adresse eingetippt, und da erschien das Konfigurationsprogramm der Box. So weit, so gut. Im Menüpunkt „Internet“ stand:

Um eine Internetverbindung aufzubauen, benötigen Sie Ihre o2-Zugangsdaten. Diese wurden Ihnen mit der Auftragsbestätigung mitgeteilt.

Da ich eine lokale Kopie meiner Emails auf dem Rechner habe, konnte ich diese aus der PDF-Datei kopieren, Benutzername und Passwort. Beim Speichern sah es komisch aus. Eine Internetverbindung konnte immer noch nicht erstellt werden. Martin meinte, wir sollten noch warten. In der Email zur Freischaltung stand, dass die Einrichtung bis maximal 90 Minuten nach Ende des Termins (18:00) erfolgen würde, und es war schon 21:00. Ich habe beschlossen, heute zum O2-Shop zu gehen.

Dort waren wir in der Mittagspause. Martin hätte nicht mitkommen müssen, aber er hatte sich spontan angeboten. Um mir, bei unseren Fahrrädern angekommen, mitzuteilen, dass es vielleicht keine gute Idee wäre und ich doch die Hotline anrufen sollte. Das ist etwas, was mich nervt, wenn er sich ständig kurzfristig umentscheidet. Ich habe ihm gesagt, er könnte gerne bei der Arbeit bleiben und mit den Kollegen essen gehen, ich würde alleine zum Shop fahren. Er ist mitgekommen. Der Händler hat mir dort die Nummer der Hotline in die Hände gedrückt (08005251378). Es war klar. Ich habe es nur lieber, wenn ich mit Personen vor mir rede, bevor ich irgendeine Hotline anrufe.

Heute Abend war ich alleine, da Martin mit einem Freund verabredet war. Ich habe die Hotline angerufen. Das Stimmenband meinte, ich sollte die 1 drücken, falls ich einen Ausfall melden möchte, sonst die 2 für andere Fälle, die ich nicht verstanden habe. Ich habe die 1 gedrückt. Ich wurde aufgefordert, meine Telefonnummer einzutippen. Moment mal, in der PDF-Datei nachschauen… 030, wie ging’s weiter? Nach drei Sekunden ohne neues Eintippen, als ich noch beim Nachlesen der Telefonnummer war, sagte die Stimme, die angegebene Nummer wäre nicht gültig. Ich habe aufgelegt und wieder angefangen. Als es mir gelang, meine Telefonnummer anzugeben, kam ein Tonband mit Musik, mit der Ankündigung, die voraussichtliche Wartezeit würde 10 Minuten betragen. Ich glaube, dass sagen sie immer, egal um welche Uhrzeit angerufen wird. Ich habe das Handy am Rechner angeschlossen, um die Batterie zu laden, habe den Lautsprecher aktiviert und mich gleich für die verdoppelte Zeit eingestellt. Ich hatte recht: Es hat 20 Minuten gedauert, bis ein Mann sich meldete. Von der ununterbrochenen Musik habe ich Kopfschmerze bekommen. Schrill, mit zwischendurch Schießgeräuschen wie in den Computerspielen von den ’80, furchtbar.

Anscheinend hatte der Mann von der Hotline, geschätzt über 50 Jahre alt, große Schwierigkeiten, mich zu hören. Ich musste die ganze Zeit am Telefon schreien. Ich habe ihm den Zustand der Box beschrieben. Er meinte, ich sollte Internet Explorer öffnen. Er meinte ausdrücklich, auf gar keinen Fall Firefox oder Chrome benutzen, es würde sonst nicht funktionieren. Das kam mir komisch vor, aber gut. Ich habe Internet Explorer im Startmenü gesucht und gestartet. Der Mann sagte, der Browser würde nun versuchen, eine Verbindung aufzubauen, und wenn eine Fehlermeldung kommen würde, sollte ich mich melden. Es hat lange gedauert. Als die Fehlermeldung da war, meinte er, ich sollte den Eingabefeld für die Adresse leeren und statt dessen 192.127.1.1 eingeben. Aha… Ich habe mir Bemerkungen gespart. Er konnte mich sowieso schlecht hören. Das Konfigurationsprogramm von der Box erschien, genau wie am Tag davor mit Firefox, als ich meine Zugangsdaten angeben wollte. Mit einem Unterschied: Der Mann sagte, ich sollte kein Passwort angeben. Und plötzlich hatte ich eine Internetverbindung. Was für ein Blödsinn.

Erleichtert, wollte ich gleich nach dem Gespräch Martin anrufen. Mit meinem Festnetz-Telefon. Der funktioniert aber noch nicht. Stimmt. Ich meine, seitdem ich O2 beauftragt hatte, meinen Anschluss von der deutschen Telekom zu übernehmen, hat mein Telefon aufgehört, richtig zu funktionieren. Es gab ja schon das Problem mit der verschwundenen Internetverbindung, als die deutsche Telekom in Kenntnis gesetzt wurde, dass ich mir einen anderen Anbieter ausgesucht hatte. Um das Festnetz-Telefon habe ich mich nie gekümmert. Ich konnte von zu Hause aus anrufen, Martin konnte mich von seinem Festnetz aus anrufen, aber von meinem Handy aus heißt es immer, „Der gewünschte Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar“. Jetzt kann ich nicht mal von zu Hause aus anrufen. Die Hotline erneut zu kontaktieren war mir zu aufwendig. Ich habe das Handy benutzt. Auch bei O2. Zwei mal habe ich Martin angerufen. Jedes Mal haben wir einige Wörter ausgetauscht, vielleicht 10 Sekunden lang, bis ich plötzlich nichts mehr hörte, gefolgt von einem Störungsdreiton und einer Anzeige wegen Verbindungsfehler am Display. Boah das nervt. Ich weiß nicht, wie häufig es in letzter Zeit passiert ist. So häufig hänge ich nicht am Telefon. Früher kannte ich das Problem gar nicht. Erst seitdem ich den neuen Vertrag fürs Handy gemacht habe, häufen sich diese Verbindungsprobleme. Egal, wen ich anrufe: Mei, die auch bei O2 ist, meine Mutter in Frankreich, oder Martin… Aber am Handy kann es nicht liegen, sonst hätte ich nicht gerade über 25 Minuten mit der Hotline telefonieren können (vier Fünftel davon wartend).


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Telefonwerbung

Vor einem Monat habe ich auf dem Handy einen Anruf von 034133173063 bekommen, eine mir völlig unbekannte Nummer. Ich war überrascht, da sehr wenige Leute meine Nummer kennen, bin aber dran gegangen. Am Telefon war eine Frau, die sich als O2 Mitarbeiterin identifiziert hat. Da ich in dem Moment mein Büro verlassen musste, um zu einem Meeting zu gehen, habe ich ihr gesagt, ich hätte gerade keine Zeit. Ich wollte aber wissen, worum es ging. Anrufe von O2 bekomme ich sonst nie.

Nachdem sie mir zwecks Identifizierung meinen vollen Namen, sogar mit mittlerem Vornamen, nannte, sagte sie, ich hätte ja zugesagt, über Angebote von O2 und Partner informiert zu werden. Das mit dem „Partner“ kam mir merkwürdig vor. Ich kann mich nicht daran erinnern, O2 die Erlaubnis erteilt zu haben, meine Telefonnummer an Dritte weiter zu geben. Die Frau meinte, sie hätte ein tolles Angebot für eine Versicherung. Ich habe ihr gesagt, da ich gleich weg musste, könnte sie mir eher eine Email schicken, da ich meine Adresse bei meinem neuen Vertrag angegeben hatte, mit dem Hintergedanke, die Email meinem Junk-Filter hinzuzufügen und meine privaten Einstellungen bei O2 sofort zu ändern. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, seit wann O2 mit Versicherungen zu tun hat. Die Frau hat geantwortet, es wäre ein Angebot, das nur heute und nur übers Telefon gehen würde. Ich habe wiederholt, dass ich gerade keine Zeit hatte, und habe das Gespräch beendet. Die Nummer habe ich mit „O2 Werbung“ in meinem Telefonbuch gespeichert und ich bin zum Meeting gegangen. Es hat so lange gedauert, dass ich das Telefongespräch gleich wieder vergessen habe.

Am nächsten Tag habe ich Anrufe von der gleichen Telefonnummer bekommen, die ich einfach ignoriert habe. Ich habe nach der Nummer gegoogelt und fand heraus, dass es sich gar nicht um eine Nummer von O2 handelte. Nach einem Vorschlag im O2 Forum habe ich meine Einstellungen für die Nutzung meiner persönlichen Daten geprüft und gesehen, dass drin tatsächlich stand, dass O2 meine Daten weiter geben darf. „Das ändere ich jetzt“, dachte ich. Ging aber nicht. Jedes Mal, wenn ich auf „Jetzt ändern“ geklickt habe, ist nichts passiert. Genau das Problem hatte ich, als ich meine neue private Adresse nach meinem Umzug angeben wollte. Ich habe gedacht, ich müsste zurück zum O2-Shop gehen, und habe es natürlich wieder vergessen. Die Nummer hat eine Zeit lang nicht mehr angerufen.

Ende März ging’s wieder los. Anscheinend wurden nicht genug Versicherungen verkauft und die Leute in Leipzig haben angefangen, mich mehrmals am Tag anzurufen. Am Montag ab 10:30, Dienstag ab 09:30, Mittwoch ab 08:30, als ob verzweifelt getestet wurde, um wie viel Uhr ich endlich dran gehen würde. Ich habe gleich wieder versucht, vom Büro aus meine Einstellungen zu ändern, ohne Erfolg. Bis ich eine geniale Idee bekommen habe: Den Browser zu wechseln. Ich arbeite immer mit Firefox, aber auf meiner Maschine habe ich auch Opera installiert, was ich nie benutze. Gedacht, probiert, und Wunder, auf einmal ging’s. Die Anrufe haben noch ein paar Tage gedauert und vor zwei Wochen aufgehört. Hoffentlich endgültig.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.