Aprikosen

Nach der Arbeit bin ich zum Fitness-Studio gefahren. Das Wetter war schön, aber ich habe mir innerlich den Hinten getreten und habe es geschafft. Bauch, Beine, Rücken, so schnell kann eine Stunde vorbei gehen. Vorsichtig, mein Ischias schmerzt noch. Martin wollte mich gleich mit Kuchen belohnen, ich habe es abgelehnt. Es wäre kontraproduktiv gewesen.

Ich bin mit dem Bus nach Hause gefahren. Beim Aussteigen war die Haltestelle direkt vor dem Kaiser’s. Ich habe gedacht, ich könnte Obst als Ersatz zum Kuchen mitbringen. Es gab Aprikosen. Eigentlich ist es noch nicht die Zeit dafür. Wir hatten einen Aprikosenbaum im Garten, als ich klein war, in Südfrankreich. Ein Traum. So leckere Aprikosen habe ich später selten gefunden. Sehr kleine Früchte, aber unglaublich aromatisch und nicht zu süß. Die Pelle war mit ihren feinen „Haaren“ ein wenig rau. Wir hatten sie immer im Juli gesammelt, erst nachdem die Vögel dran waren. Ich erinnere mich an die braunen Narben an der Oberfläche der Früchte, wo die Vögel sie mit dem Schnabel geschnitten hatten. Sie waren richtig gut. Die Aprikosen beim Kaiser’s heute hatten genau die gleiche rote Farbe wir unsere Sonnengebadeten Aprikosen von damals. Und ein toller Geruch ist in meine Nase eingedrungen. Gekauft. Teuer.

Reingefallen. Natürlich war es viel zu früh für Aprikosen. Ich habe nur einen Biss probiert. Ekelhaft. Hart, faserig, mega sauer. Bläh. Was haben sie denen angetan, dass sie so realistisch verführerisch ausgesehen haben und gleichzeitig so ungenießbar sind? Ich denke lieber nicht darüber nach. Jetzt frage ich mich, was wir mit dem Rest anstellen sollen. Nachreifen tun sie nicht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Beim Kaiser’s

Nach der Arbeit bin ich auf dem Weg nach Hause zum Kaiser’s gegangen.

Allgemein mag ich diese Supermarktkette nicht besonders. Ich finde selten alles, was zu meiner Grundernährung als Südfranzösin gehört: Auberginen und Zucchini sind kaum vorhanden, selbst im Sommer, und Kichererbsen habe ich dort nie gesehen. Zu exotisch für die Betreiber? Mangos und asiatische Produkte bieten sie doch ständig an. Wahrscheinlich liegen sie geographisch schon so weiter weg von dem Südeuropäischen Raum, dass Kaiser’s keine Gefahr sieht, unerwünschte Bewohnergruppen anzuziehen… Nur mein Verdacht, aber ich finde es schon seltsam, dass bestimmte Lebensmittel grundsätzlich nicht angeboten werden, weder in Berlin noch in Aachen. Außerdem dürfte Kaiser’s der teuerste Anbieter von Katzenfutter und Leckerlies sein. Andererseits sind sie jetzt direkt vor der Haustür an der Haltestelle. Beim Aussteigen ist es bequemer, bei ihnen einzukaufen, statt zehn Minuten bis zum Edeka zu gehen, nur um Brot und Schinken zu holen. Und bis vor kurzem hatten sie eine tolle Marke von frischen Suppen verkauft, die völlig frei von Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern war. Anscheinend ein Flop, ich habe wahrscheinlich den größten Teil vom Angebot selber gekauft. Die letzten Packungen waren im Preis bis 60% heruntergesetzt, und danach gab’s die Suppe nicht mehr. Ich muss wieder zum Kaufhof für gute schnelle Suppen, und das bedeutet jedesmal Dreiviertelstunde Busfahrt.

Heute war ich also beim Kaiser’s. Nach dem langen Tag Arbeit habe ich leicht geistesabwesend an der Kasse gestanden. Zwei Personen waren vor mir. Als der (trotz Bemühungen von Kaiser’s) offensichtlich Südeuropäer noch am bezahlen war, interpellierte die Frau vor mir (eine kurzhaarige Blonde, um die 50) den jungen Angestellte, der zufällig hinter der Kasse vorbei ging. In einem aggressiven Ton fragte sie ihn, ob er ihr die Freundlichkeit erweisen könnte, einen von mir akustisch nicht verstandenen Gegenstand am oder vor dem Eingang zu entfernen, der seit drei Tagen da läge und gefährlich wäre, weil man drauf treten könnte. Ich fand es seltsam, da ich täglich vorbei gehe und nichts gemerkt habe. Die Gegend ist sehr sauber, Haufen gab es keine. Der Kunde an der Kasse hat etwas gesagt, ich weiß nicht was. Die Frau hat ihn daraufhin angebellt, sich noch bei der Kassiererin beschwert, und sich in meine Richtung umgedreht. Vielleicht hatte sie sich Unterstützung erhofft. Bei ihrem unhöflichen Verhalten konnte sie aber keine Sympathie von mir erwarten. Es war wieder diese typische deutsche Zickenart, die ich so abscheulich finde. Nein, ich meine nicht, dass alle Deutsche zickenartig sind. Diese Verhaltensweise habe nur ich erst hier überhaupt beobachtet, und leider nicht so selten wie Auberginen bei Kaiser’s. Sie hat sich mich also angeschaut, gemerkt, dass ich mit meinen dunklen lockigen Haaren nicht wie eine Deutsche aussehe, und mir sofort ohne Wort den Rücken wieder zugekehrt. Endlich hat sie ihre Packung Zigaretten bezahlt und den Laden verlassen. Beim rausgehen habe ich mich extra umgeschaut und wirklich nicht gesehen, was so viele Aufregung verursachen konnte. Vielleicht war’s einfach Zickentag.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Heute Morgen

Ich bin zu meinem Termin beim Arbeitsamt gegangen. Besser gesagt, mit dem Bus gefahren. Vorne war ein Sitzplatz frei, den ich beansprucht habe. Es war ziemlich warm im Bus, bei mir in der Wohnung friere ich zurzeit. Drei Haltestellen und eine Bauarbeit später, hat es einen Fahrerwechsel gegeben. Ein gut aussehender und sehr netter junger Fahrer hat unseren Bus übernommen. Blöderweise war ich trotz zwei Kaffees genau in dem Moment nur noch am Gähnen, was er ziemlich lustig fand. Ich sollte häufiger um die Uhrzeit mit dieser Linie fahren, es war eine gute Abwechslung von unseren sonst Muffelfahrern.

Nach dem Bus brauchte ich nur fünf Minuten bis zur Arbeitsagentur. Ich war ein bisschen früh da und habe im Flur vor der Tür gewartet. Es war sehr warm dort, sie heizen bestimmt noch, ich musste meine Jacke aus Wolle ausziehen (ich habe sie gerade zu Hause wieder angezogen, Mitte Mai heize ich definitiv nicht mehr, verflucht noch mal). Um 09:00 habe ich an der Tür geklopft und habe meinen Bearbeiter zum ersten Mal gesehen. Ich hatte sonst nur Email-Kontakt oder Telefongespräche mit ihm gehabt. Er sah gar nicht aus, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Er ist bestimmt über 50, mit schon grauem kurzem Bart, pummelig, und sehr nett. Ich muss hier schon Glück haben, wenn man hört, wie es in anderen Jobcenters ist, bisher fand ich meine Bearbeiter bei persönlichen Gesprächen immer sehr freundlich und hilfreich. Er hat angefangen, mir über die Firmen zu erzählen, die die Weiterbildung Qualitätsmanagement anbieten. Er hat mir die Flyers der Firmen gedruckt, und alle bieten sogar zusätzlich zur QM-TÜV-Zertifizierung das Six Sigma Green Belt an. Da ich es in vielen Stellenausschreibungen gefragt gesehen habe, bin ich von der Weiterbildung begeistert. Mein Berater hat dann gesagt, dass ich weiterhin das volle Arbeitslosengeld bekommen würde. Ich hatte es nicht erwartet, aber es stimmt. Es ändert sich etwas, aber gar nicht, wie ich dachte, da ich sogar durch die Weiterbildung einen Monat mehr an Arbeitslosengeld bekomme. Ich habe gestaunt. Mir bleibt jetzt nur noch die Unterlagen genau zu lesen, und Terminen bei beiden Firmen in der Stadt zu vereinbaren, um mehr über die Weiterbildung zu erfahren, bevor ich entscheide, zu welcher ich gehe. Und die Weiterbildung ist zwar Vollzeit geplant, aber ich hatte im Kopf „meine“ Vollzeit an der Uni, und sie entspricht gar nicht der normalen Vollzeit, da der Tagesablauf nur bis 16:30 geplant ist, es bleibt also noch viel Zeit abends übrig.

Nach dem Termin wollte ich zu Fuß nach Hause gehen, und unterwegs Lebensmittel einkaufen. Ganz untypisch für mich, mitten in der Woche. In meinem üblichen Supermarkt am Theater war eine Frau an der Kasse, die ich sonst nur selten sehe, eine andere Französin, wie ich. Es ist blöd, dass wir nur an der Kasse ab und zu plaudern. Ich habe viel Obst und Gemüse gekauft, und zum ersten Mal im Jahr sogar Aprikose. Die sind klein, rötlich orange und kommen aus Spanien. Und sie schmecken super, obwohl für mich die Aprikosenzeit erst Juni-Juli ist (wir hatten früher im Garten bei meinen Eltern einen Aprikosenbaum). Ich habe viel mehr gekauft als ich wollte, da mir einfiel, dass ich noch Milch brauchte, und Gnocchi waren im Angebot – da ich noch Kapern von meiner letzten Caponata übrig hatte, konnte ich mittags Gnocchi mit einfacher scharfer Tomaten-Kapern-Sauce machen, lecker.

Mit meinen Schuhen war es übrigens doch nicht so toll, nach Hause zu gehen, ich habe hinter beiden Knöcheln jetzt dicke Blasen, die rechts ist beim Gehen auch geplatzt. Es sind flache schwarze Mokassins, ich hatte sie seit dem Anfang vom Winter nicht mehr getragen. Und mein Ischias hat mir wieder weh getan. Das tut er seit letzter Woche, deshalb bin ich noch nicht zurück zum Fitness-Studio gegangen. Na ja, ich war wieder dort Sonntagnachmittag, habe eine Stunde Cross-Training gemacht, über 500kcal gebrannt, und habe Schmerze. So ein Mist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Heute eingekauft

Ich habe meine alten Gewohnheiten vom Arbeitsleben noch nicht verloren. Daher gehe ich meistens samstags einkaufen, eigentlich blöd, da in der Woche tagsüber im Supermarkt nicht so viel los ist und die Leute auf der Straße sich viel angenehmer verhalten.

Na ja, einkaufen gehen ist nicht gerade das Spannendste, was ich erzählen könnte. Ich wollte eher von meiner Erfahrung mit Fertiggerichten und von meiner Lieblingssuppe berichten. Ich koche zwar gerne, aber nicht für mich alleine, es wird bei Suppen meistens zu viel, daher habe ich häufig Fertiggerichte gekauft. Am Anfang habe ich nicht wirklich aufgepasst, was ich gekauft habe. Eines Tages in der Mittagspause hatte ich mir zum ersten Mal Grünkohl mit Mettwurst aus der frischen Abteilung von REWE in die Mikrowelle erwärmt. Grünkohl gehört zu meinen Lieblingsspeisen, die ich in Deutschland entdeckt habe. Beim Essen hatte ich aber ein komisches Gefühl im Mund bekommen. Ich dachte zuerst, dass es mir an dem Tag vielleicht nicht so gut ging. Bei der Hälfte des Gerichts hatte ich aber deutlich den Eindruck, dass meine Lippen, Zunge und Gaumen eingeschlafen waren, als ob ich beim Zahnarzt eine Spritze bekommen hätte. Weiter essen konnte ich nicht mehr, das Schlucken wurde schwierig, ich konnte den Geschmack nicht mehr spüren, ich war auch erschreckt, und habe den Rest weggeschmissen. Ich kann nur vermuten, dass ich bei einem von den vielen Exxx auf der Zutatenliste eine allergische Reaktion gemacht habe – ich hatte bis zu diesem Tag noch nie eine Allergie gehabt. Das Gefühl der Taubheit im Mund hat schon 2-3 Stunden gedauert. Seitdem kaufe ich nur noch Fertiggerichte, bei denen die Namen in den Zutaten mir gefallen (Gemüse, Fleisch oder Fisch, Gewürze, und nichts anderes), und ohne E, ohne Konservierungsstoffe und ohne Geschmacksverstärker. Die Auswahl wird dadurch in normalen Supermärkten ziemlich gegrenzt.

Suppen habe ich eine Zeit lang nicht mehr gekauft, da bei allen in der Zutatenliste chemisch-klingende Namen enthalten waren. In einigen Bioläden konnte ich Suppen finden, war aber nie zufrieden. Zum Beispiel habe ich einmal eine Champignon-Suppe der Marke Oma Josefine probiert. Ich esse gerne salzig, das liegt an meinen italienischen Vorfahren, aber diese Suppe hatte so viel Salz drin, dass es bei mir nur noch ekelhaft gewirkt hat. Eine andere Bio-Suppe hatte ich bei Basic gekauft, die war mir dann zu dünn, so dass ich damit nicht satt werden konnte. Vor einigen Monaten habe ich bei Kaufhof die fertigen Suppen von Roggenkamp Organics kennengelernt. Das hat meine bisherige Meinung über fertige Suppen total geändert. Eine dieser Suppen ist als Mittagessen genau das richtige für mich, ich habe bis zum Abend kein Hunger, und die sind so perfekt gewürzt, lecker! Der einzige Nachteil ist, dass man sie in meinem Kaufhof manchmal gar nicht findet. Ich gehe eigentlich nur noch dahin einkaufen, um mir ab und zu diese Suppen zu gönnen, und wenn das Regal schon leer ist gehe ich wieder raus, ohne eingekauft zu haben. Ich habe leider noch nicht herausgefunden, wo man sie sonst finden könnte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.