Termin

Laut Wikipedia ist ein Termin

ein festgelegter Zeitpunkt im allgemeinen Zeitverlauf und wird durch ein Kalenderdatum und eine Uhrzeit bezeichnet. Termine kommen meist in einem geschäftlichen Kontext vor, wo sie der zeitlichen Festlegung sowohl von Besprechungen als auch von Zahlungen, Leistungen oder Lieferungen dienen […]

Heute Morgen hatte ich einen Termin bei dem Dermatologen, den ich zuletzt besucht hatte. Um 08:50, da ich bei der Terminvereinbarung explizit gefragt hatte, möglichst früh dran zu kommen, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Das letzte Mal hatte ich in der Mittagspause schon lange genug warten müssen, aber morgens direkt nach der Eröffnung der Praxis sollte es schnell gehen. Da ich zur Zeit eine intensive Lehrveranstaltung betreue und die Studenten bei ihren praktischen Arbeit unterstütze, kann ich es mir schlecht erlauben, unterwegs zu sein. Um die Zeit zu überbrücken, hatte ich einen Kollegen gefragt, seinen Vorlesungsteil zur ersten Stunde zu verschieben, damit meine Abwesenheit keine schlechte Auswirkung hat.

Um meinen Schlafmangel auszugleichen, habe ich heute länger geschlafen und bin ohne Frühstück zum Termin gefahren. Mit dem Regen hatte ich gestern mein Fahrrad bei der Arbeit gelassen und musste daher die Tram benutzen. An der Haltestelle kam gerade eine Tram an, als ich zweihundert Meter entfernt an der Ampel wartete. Um diese blöde Kreuzung zu überqueren braucht man immer ewig. Ich bin beim Grün in Richtung Haltestelle gesprintet. Die Nummer von der Tram habe ich bei der Entfernung nicht gut lesen können. Die Anzeige war nicht beleuchtet und die Scheibe war schmutzig. Es sah aber sehr wie meine Tram-Nummer aus. Der Fahrer hat mich kommen gesehen und hat ausnahmsweise gewartet, unglaublich. Andere Fahrer sind schon an mir vorbei los gefahren, nachdem sie mich kaum zehn Meter vor ihnen noch wahrgenommen haben. Es hat mich gerührt. Leider war es doch nicht meine Tram. Als ich näher kam, habe ich gemerkt, dass es eine 8 statt eine 0 gab. Der Fahrer hat umsonst auf mich gewartet. Die nächste Tram, die kam, war auch nicht meine, aber sie war neuer. Sie hatte eine LED-Anzeige und man konnte sie wunderbar von weitem erkennen. Es wird Zeit, dass die alten Fahrzeugen der BVG erneuert werden. Wie auch immer. Zum Termin bin ich pünktlich angekommen.

Am Empfang habe ich zuerst meine Krankenkassenkarte an der Theke gelassen und meine Jacke im Warteraum gelassen, da die Frau am Telefon war. Als sie fertig war, habe ich ihr die Karte gereicht und gesagt, ich hätte gleich einen Termin. Sie hat die Karte eingelesen, sie mir ohne Wort zurück gegeben, und ich habe mich hingesessen. Nach zwanzig Minuten habe ich bei der Frau gefragt, ob mein Termin wirklich um 08:50 war. Den Zettel vom letzten Mal hatte ich dabei, aber ich wollte prüfen, ob sie den gleichen Termin gespeichert hatte, um ein Missverständnis wie bei der letzten Praxis zu vermeiden. Mein Termin war wirklich um 08:50, aber erst als ich nachfragte, gab sie mir zu, dass der Arzt heute schon eine Verspätung von dreißig Minuten hatte. Ich sollte doch noch zehn Minuten geduldig bleiben. Das hätte sie mir gleich bei meiner Ankunft sagen können. Da ich bei der Arbeit unter Zeitdruck war, habe ich gereizt reagiert. Nach den zehn weiteren Minuten bin ich immer noch nicht gerufen worden. Dafür wurde ein Mann zum Besprechungsraum gebeten. Es hat mir gereicht. Es ist unverschämt, wie mit der Zeit von Patienten umgegangen wird. Ich habe den Zimmer verlassen und bin zur Arbeit gegangen. Ich kann mir wieder eine andere Praxis aussuchen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Ein verliebter Knabe

Heute Nacht war ich anscheinend die Freundin von meinem Kollegen Winfried. Wir wohnten zusammen in einer Wohnung am Erdgeschoss eines kleinen Hauses.

Es war früh morgens. Winfrieds Sohn hatte sich für die Schule vorbereitet und ich hatte ihn zur Haltestelle vor dem Haus begleitet, damit er seine Tram nicht verpasst. Wir standen vorne, der Schild der Haltestelle war hinter uns. An die Schule dachte der Junge kaum, sondern nur an seine Verliebte, ein Mädchen in seiner Klasse. Er war mit ihr verabredet und tauschte die ganze Zeit SMS mit ihr. Ich hatte für die Beiden belegte Brötchen mit Frischkäse und Schnittlauch vorbereitet und war gerade dabei, sie in seinen Schulranzen zu packen. In dem Moment ist die Tram weit hinter uns angekommen, hat kurz gehalten und ist wieder weg gefahren. Ich war empört, dass sie nicht vor dem Schild gehalten hat und habe mich schuldig gefühlt, dass der Junge wegen mir die Tram verpasst hat.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Blöde Straßenbahn

Die Geschichte hatte ich schon erzählt bekommen. Deswegen bin ich immer sehr vorsichtig, wenn ich mit dem Fahrrad über Straßenbahnschienen fahren muss, und versuche, die Räder dabei möglichst senkrecht zu den Schienen zu lenken. Es ist mir trotzdem passiert.

Am Montagabend wollte ich nach der Arbeit einkaufen gehen. Ich habe meine Küche am Wochenende bekommen und kann endlich zu Hause kochen. Es regnete stark, als ich aus dem Supermarkt raus ging. Bei der Hälfte der Strecke nach Hause gibt es eine Stelle, wo die Fahrradspur die Straßenbahnschienen überkreuzt. Normalerweise ist es kein Problem. Mit nassen Rädern und vollem schwerem Fahrradkorb doch nicht. Ich bin einfach in die Schiene runter gerutscht und konnte nichts mehr machen, außer zu warten und zu fallen. Zum Glück fuhr ich nicht schnell und kein Auto kam in dem Moment. Das Rutschen auf der Straße schien mir ewig lange zu dauern, aber ich denke, es liegt daran, dass ich wirklich nichts mehr machen konnte. Ich bin danach schnell aufgestanden und habe meine verstreuten Einkäufe auf der Straße wieder gesammelt.

Ich habe so gut wie keinen Kratzer bekommen. Meine lange Wolljacke ist völlig heil geblieben, meine schwarze Hose auch. Auf dem Bein habe ich jetzt einen riesen blauen Fleck. Die vordere Lampe hing gerade noch. Ich habe sie vollständig vom Rad getrennt, ehe sie als wildes Müll landet, und bin zum Fahrradladen bei mir um die Ecke gegangen, es war noch nicht so spät. Der Mann sagte, die Räder würden ein bisschen eiern, aber bei dem Fall wäre es erstaunlich, wie wenig Schaden verursacht wurde. Als ich nach Hause kam und meine Einkäufe aufgeräumt habe, waren sogar noch alle Eier in ihrer Packung in Ordnung. Am nächsten Tag habe ich gemerkt, wie stark ich mich bei dem Fall verkrampft haben muss, weil ich im linken Oberarm total Muskelkater habe. Heute immer noch.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.