Mit dem Abnehmen klappt es gerade nicht

Ist das frustrierend! Ich glaube, alles richtig zu machen, um weiter abzunehmen, und nehme dabei nur zu. Was mache ich bloss falsch? Ich war seit letzter Woche wieder sehr sportlich, habe wieder angefangen, meine Kalorien zu zählen und habe täglich ein Kaloriendefizit geschafft, es sollte doch nach unten gehen.

  • Montag: Mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Abends nicht, da es gewittrig sein sollte. Das Fahrrad habe ich mit der S-Bahn zurück nach Hause gebracht, um am nächsten Tag zur Arbeit hin und zurück fahren zu können. Ich war abends im Fitnessstudio und habe zwei Wassergymnastik-Kurse belegt. Nicht mit der Samstagstrainerin. Der Kurs war langweilig. Kaloriendefizit: 41 %, oder 1015 kcal eingespart. Dabei 84 g Eiweis zu mir genommen, was viel mehr als an einem normalen Tag ist. Ich hatte am Abend Hähnchenbrustfilets gemacht.
  • Dienstag: Mir wurde den ganzen Tag schwindelig. Ich habe lieber aufs Radeln verzichtet. Kein Sport. Kaloriendefizit: 21 % (409 kcal). Eiweis: 58 g.
  • Mittwoch: Das übliche Krafttrainingsprogramm. Bauch, Beine, Rücken, Oberkörper. Anderthalb Stunden, während der Ehemann bei seinem Boxkurs war. Er hat sich mal um das Abendbrot gekümmert. Flammkuchen und eine mousse au chocolat. Kaloriendefizit: 17 % (366 kcal). Eiweis: 48 g. Suboptimal, nach einem Krafttraining. Ich müsste täglich 55 g Eiweis zu mir nehmen, nur um meine Muskelmasse zu erhalten.
  • Donnerstag: Wieder kein Fahrrad. Meine Wetter-App hatte schlechtes Wetter vorhergesagt. Es wurde nachmittags doch richtig schön sonnig und warm. Ich bin nach der Arbeit alleine joggen gegangen. Keine ganze Stunde, da ich im Kreis um einen Teich bei uns immer laufe und Jugendliche sich bei halber Strecke auf der Wiese gestellt und gekifft haben. Ich kann den Gestank von Joints nicht ausstehen, und noch weniger, wenn ich den beim Laufen einatmen muss. Ich bin zurück nach Hause gelaufen und habe dadurch immerhin 50 Minuten geschafft. Meine Oberschenkelmuskel habe ich danach schon deutlich gespürt, was den Ablauf des nächsten Tages erahnen ließ… Kaloriendefizit: 34 % (761 kcal). Eiweis: 79 g. Mittags gab’s wieder Hänhchenbrust in der Kantine.
  • Freitag: Muskelkater. Ich war ewig nicht mehr gejoggt, da der Ehemann, der mich sonst immer begleitet hatte, in letzter Zeit nur Ausreden hatte. So super schlimm war der Muskelkater nicht. Es war jedoch recht schwierig, den Wirbelsäule-Gymnastik-Kurs am Abend mitzumachen. Schon bei der ersten Übung, wo man auf einem Bein balancieren musste, haben die Waden geschrien. Die hatte ich sonst den ganzen Tag nicht gespürt, nur die Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt beschwert haben. Kaloriendefizit: 19 % (419 kcal). Eiweis: 75 g. Nach dem Sport, also eigentlich schon vor dem Sport, hatte ich einen Riesenhunger. Wir sind mit dem Ehemann zum Block House gegangen. Lammrücken.
  • Samstag: Wassergymnastik. Wieder nur ein Kurs, obwohl ich zum ersten Mal bei der Trainerin den Eindruck hatte, ich könnte weiter machen. Wir waren aber mit dem Schwiegervater zum Mittagessen in einer Kneipe verabredet. Schnitzel mit Pfifferlingen und Bier. Es war eine riesige Portion. Ich bin zu Fuß nach Hause gegangen, eine halbe Stunde, und habe intensiv die Wohnung geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Ich war vom Mittagessen den ganzen Tag so satt, dass ich am Abend nur eine kleine Stulle gebraucht habe. Kaloriendefizit dank Aktivitäten trotzdem geschafft: 11 % (266 kcal). Eiweis: 100 g.
  • Sonntag: Radtour mit dem Ehemann, fast 35 Kilometer. Tolles Wetter. Unterwegs ein Süppchen und eine kleine Forelle mit Kartoffelsalat gegessen. Abends nochmal Kartoffel Salat mit grünen Bohnen und gekochtem Ei gemacht. Der Salat stand auf meinem Plan, ich hatte dafür am Samstag eingekauft. Kaloriendefizit: 22 % (564 kcal). Eiweis: 69 g.

Außer am Wochenende habe ich es geschafft, täglich weniger als mein Tagesgebrauch ohne Sport zu essen. Wenn ich die Portionen, die ich nicht selbst gekocht habe, richtig geschätzt habe. Das ist schwierig, und im Zweifel schätze ich die Portion lieber großzügiger als mein Bauchgefühl. Selbst wenn ich mich verschätzt habe, ich denke nicht, dass der Fehler so groß ist, dass meine Kalorienaufnahme den Tagesgebrauch plus Sport übersteigen sollte. Ein halbes Kilogramm hätte verschwinden sollen. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

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Faul

Schuld ist das Wetter. Wer will schon bei dem Regen irgendwas unternehmen? Also, ich nicht. Starken Dauerregen schaue ich mir lieber zu Hause aus dem Fenster mit einer gemütlichen Tasse heißer Schokolade an.

Dabei war ich in letzter Zeit voll Energie und Motivation. Seitdem ich eines Morgens fast zwei Stunden zur Arbeit gebraucht habe, weil irgendwelche Deppen die S-Bahn-Verkabelung in Brand gesetzt haben, bin ich wieder regelmäßig aufs Rad gestiegen. Wenn ich am Tag hin und zurück radle, habe ich 42 Kilometer in den Beinen. Fast 1000 kcal, meint fddb. Das mit dem weiter Abnehmen klappt aber nicht. Weil ich seit Monaten keinen Bock mehr habe, alles einzutragen, was ich esse. Ich dachte, es ginge, ich hätte jetzt einen guten Überblick darüber, was ich essen sollte, aber mein Gewicht bleibt konstant. Immerhin.

Fahrrad will ich aber nicht bei jedem Wetter fahren. Erst recht nicht, wenn es regnet. Vor zwei Wochen bin ich kurz vor Ankommen auf Arbeit von einem Gewitter erwischt worden. Ich dachte, ich würde es noch rechtzeitig schaffen. Ich wollte zu den Fahrradständern vor unserem Gebäude langsam abbiegen. Weil es plötzlich angefangen hatte, so stark zu regnen, habe ich nicht gemerkt, dass die Räder schon total naß waren. Die Bremsen haben nur gequietscht. Ich war schon am Lenken und habe gespürt, wie die Reifen auf dem Asphalt keinen Halt mehr hatten und wie das Fahrrad seitlich gerutscht ist. Es war zum Glück kein Auto auf der Straße, als ich dort gelandet bin. Auf dem linken Ellbogen, der den Schock doch gut überstanden hat. Nur Schürfwunden, und ein großer blauer Fleck in der Innenseite vom linken Oberschenkel, wo der Sattel geknallt hat. Heute ist schon nichts mehr davon zu sehen.

Ich bin auch wieder regelmäßig zum Fitnessstudio gegangen. Ich war seit Mai ständig am Wochenende verreist und bin nur seit drei Wochen fleißig bei der Wassergymnastik am Samstagvormittag dabei. Die Kursleiterin, die vorher da war und einen schönen runden Bauch hatte, ist jetzt wahrscheinlich in Mutterschutz. Ich fand ihren Kurs gut, aber jetzt, wo ich ihre Vertretung kenne, will ich sie gar nicht mehr zurück haben! Die Vertreterin hat ein ganz anderes Programm, mit Übungen, die man wie beim Intervall-Training wiederholt, acht Mal zwanzig Sekunden, mit zehn Sekunden Pausen zwischendurch. Am Anfang fühlt sich die Übung ganz leicht an, aber nach der dritten Wiederholung wird es schon super anstrengend. Meine Lieblingsübung ist die, wo man sich am Beckenrand mit den Armen hoch hebt und langsam runten ins Wasser gleiten lässt. Einfach der Hammer. Vorher hatte ich kein Problem, zwei Kurse hintereinander zu machen. Jetzt bin ich schon mit dem Ersten völlig fertig und habe wirklich den Eindruck, etwas geleistet zu haben.

Nun, heute ist mir nicht danach. Schuld ist das Wetter, das mich diese Woche von Radeln abgehalten hat. Und dieser Wind! Ist Berlin immer so windig gewesen? Ich habe es anders in Erinnerung. Zum Fitnessstudio wollte ich bei dem Regen auch nicht, da man nur beim Rüberqueren der Straße schon durchnässt wird. Und mit der Periode, die gerade abklingt, wollte ich nicht ins Schwimmbad. Wir wollten eventuell dieses Wochenende eine Radtour nach Potsdam machen, aber da die Wettervorschau nur Regen angekündigt hat, bleiben wir zu Hause. Die Wohnung muss eh mal geputzt werden.

Es sieht schon besser aus

Ich konnte in den letzten zwei Wochen ziemlich gut wieder abnehmen:

Das sind ganze drei Kilogramme, oder 21 Mcal, die da weg sind, wenn der letzte Punkt von gestern kein Ausreißer ist. Heute wiege ich mich nicht, weil ich Wert darauf lege, mein Gewicht unter ähnlichen Bedingungen zu messen. Da ich heute leider seit halb vier wach bin und seitdem schon so viel getrunken habe, weil ich unglaublich Durst habe, macht es nicht viel Sinn.

Der Durst kommt bestimmt von der Pizza Quattro Formaggi, die ich mir gestern gegönnt habe. Sehr lecker, mit extrem dünnen Teig und nicht übermäßig viel Käse drauf, dafür aber sehr schmackhaft. Ich habe dabei nicht mal mein Kalorienkonto gesprengt. Frühstück hatte ich nicht, sondern nur Kaffee, weil ich beim Aufstehen keinen Hunger spürte. Mittags gab es selbst gemachtes Rührei mit Zwiebeln und Tomaten, weil ich zu Hause gearbeitet habe. Dazu zwei Scheiben Brot, ein bisschen Schinken und Käse. Sonst nichts außer Wasser. Hat gepasst. Ich habe mir in den letzten zwei Wochen zwei bis dreimal pro Woche Birchermüsli mit Magerquark und Apfel für die Mittagspause vorbereitet, um den Proteinhaushalt zu verbessern. Das macht eine Mahlzeit für nur 450 kcal, und ich habe gar nicht gehungert. Kurz vor Feierabend habe ich eine Banane als Prophylaxe gegen Krämpfe gegessen, und so konnte ich problemlos abends zum Sport gehen.

Seit meiner Rückkehr aus der letzten Dienstreise bin ich sehr häufig beim Fitnessstudio gewesen. Mindestens zweimal pro Woche habe ich mein Krafttraining durchgeführt. Zwischendurch habe ich Wassergymnastik und Pilates als Kurse belegt. Letzteres habe ich letzte Woche zum ersten Mal probiert und hatte danach für einige Tage ganz starke Muskelkater bekommen, vor allem bei der seitlichen Bauchmuskulatur. Das mache ich definitiv nochmal, wobei es heute wegen Ostern ausfällt. Wir sind auch mit dem Ehemann jeden Sonntag gejoggt, das haben wir im März wieder angefangen. Gestern habe ich mich einfach toll in meinem Körper gefühlt. Jetzt bin ich fast zu meinem Gewicht von vor der letzten Schwangerschaft angekommen.

Ab jetzt soll es weiter nach unten gehen. Ich bin noch nicht bei meinem Zielgewicht angekommen. Nun, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen werde. Vorgestern habe ich einen Stich im linken Bauchbereich gespürt, was ich zuerst nicht ernst genommen habe. Gestern Nachmittag habe ich auf einmal leichte Schmerze mittig gespürt, genau da, wo es während der letzten Schwangerschaft härter geworden war — es liegt auf einer waagerechten Linie, die knapp oberhalb vom Schamhaar liegt. Mein Bauch hat gezogen. Das hat noch den ganzen Abend gedauert. Heute Morgen spüre ich nichts davon. Aber es kann sein, dass ich deswegen nicht so gut schlafen konnte. Oder wegen der Pizza gestern Abend. Es wäre verrückt, jetzt schon Anzeichen für eine Schwangerschaft zu spüren. Der Eisprung hat erst letzte Woche statt gefunden, ich erwarte meine Periode nächste Woche. Mal schauen.

Ich muss mich in den Hinten treten

Denn so kann es nicht weiter gehen:

Ich weiß, ich habe mich im Urlaub richtig gehen lassen. Dass mein Gewicht direkt danach so abrupt nach unten geschossen hat, hat mich zwar gefreut, aber sehr überrascht, da ich meine Kalorien gezählt habe und niemals so viel eingespart habe. Ein Defizit habe ich geschafft, aber nicht genug um diese Abnahme zu erklären. Ich vermute, es hat mit der Fehlgeburt zu tun. Obwohl ich in dieser Zeit noch recht deprimiert war.

Nun, nach der Wunderabnahme habe ich wieder zugenommen. Mist. Schuld ist diese Woche ganz klar meine allerletzte Dienstreise. Von Montag bis Freitag im Südwesten Deutschlands. Aber mal ehrlich, wenn ich dort keine Maultaschen essen kann, wann dann? Immerhin habe ich die Finger von den Käsespätzle gelassen. Und ich habe, wie jedes Jahr, meine ehemaligen Kollegen bei der Tagung wieder getroffen, mit denen ich teilweise über zehn Jahre zusammen gearbeitet habe, bevor ich nach Berlin gekommen bin. Natürlich musste es abends noch bei oder nach einem gemütlichen Essen ein oder zwei Biere geben. Ich habe mich gegen die Nutzung von ÖPNV bewusst entschieden und bin täglich zu Fuß vom Hotel zur Tagung und umgekehrt gegangen, zwischen 30 und 35 Minuten jedes Mal, aber es hat wohl nicht gereicht. Bäm, ein Kilogramm wieder drauf.

Jetzt ist aber Schluß. Heute Morgen haben wir bei herrlichem Wetter auf der Terrasse gefrühstückt. Kaffee, Baguette mit Käse, Tomaten, Baguette mit Nutella. Letzteres hätte nicht sein müssen, war aber nicht so viel wie während der Schwangerschaft und nur, weil ich keine Lust hatte, bis zur Küche zu gehen, um mein Lemon Curd aus Menton aus dem Kühlschrank zu holen. Danach habe ich meine gewachsenen Stecklinge in den Blumenkästen auf der Terrasse eingepflanzt und bin zum Fitnessstudio gegangen. Eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer (310 kcal), eine Stunde Gewichtheben an den Geräten. Danach noch Lebensmittel fürs Wochenende eingekauft. Zu Hause schnell ein Banane-Joghurt-Shake mit Milch gemixt und getrunken (250 kcal, davon 18 g Protein), bevor ich mit dem Staubsaugen angefangen habe. Gekocht. Zum Abendessen habe ich uns Gemüse im Backofen vorbereitet (Möhren, Fenchel, Pastinake, Rübe), mit ein bisschen Ölivenöl, und selbst panierte Hähnchenbrustfilets. Ich denke, der Tag war in Ordnung. Meine heutige Energieaufnahme beträgt 52% meines Tagesbedarfes (sportliche Aktivitäten berücksichtigt), wenn ich fddb Glauben schenke.

Der Urlaub ist vorbei

Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein. Schnee und ich passen nicht zusammen. Ich weiß, ich war schon mal in verschneiten Bergen. Es war damals nur für ein Wochenende. Und wir waren damals auch nur zu zweit, was viel entspannter als letzte Woche war. Denn wir waren mit einem Teil seiner Familie im gleichen Urlaubsort. Nicht in der gleichen Unterkunft, aber täglich zusammen. Und obwohl wir uns gut vertragen, es ist für mich nicht so schön wie wenn wir alleine zu zweit Urlaub machen. Ich bin nur dazu gekommen, weil der Ehemann so darauf bestanden hatte. Ich war noch nie dort. Er hätte von mir aus alleine mit seiner Familie die Woche dort verbringen können, wie er es sonst immer gemacht hat.

Das Hauptproblem war der Schnee. Sagen wir so, Gleitsportarten sind nicht meine Stärke. Wenn es in Berlin ein bisschen glatt ist, breche ich schon in Panik aus und bewege mich nur noch sehr langsam vorwärts, auch wenn ich Spikes trage. Ich nutze jede Gelegenheit aus, um mich an Gegenständen fest zu halten. Am besten ist es, wenn der Ehemann mir zur Seite steht und ich mich verkrampft an seinem Arm fest klammern kann. Wie die ganze Zeit letzte Woche. Während die Familie tagsüber die Zeit auf den Skiern verbracht hat, bin ich mit Schneeschuhen gewandert. Das Einzige, was mir im Schnee Spaß macht. Damit ist man am Boden fest verankert und läuft keine Gefahr, weg zu rutschen. Und wenn ich nicht am Wandern war, war ich im Spa zu finden. Das war toll. Fast so toll wie die Carolus Thermen in Aachen. Nur viel teurer.

Nicht nur mit Schnee habe ich Probleme. Sobald ich den Boden nicht fest unter meinen Füßen spüre, stehe ich (oder liege ich) völlig hilfslos da. Das fing schon in der Grundschule an, als wir in der zweiten Klasse im Sportunterricht Rollschuhe tragen mussten. Die Sorte mit zwei Rädern vorne und zwei Rädern hinten. Ich glaube, in der Vorstellung der Lehrerin war es so, dass man Kinder nur in Rollschuhe packen muss, und alles von selbst läuft. Kinder lernen schnell. Nicht bei mir. Ich habe die meiste Zeit damit verbracht, auf dem Po zu fallen, oder gegen die Wand am Ende vom Hof zu klatschen, bis sie eingesehen hat, dass es bei mir keinen Zweck hat. Ich durfte danach nur noch bei den anderen Schülern zu gucken, obwohl ich mich an frustrierende Übungsversuche im Garten zu Hause erinnern kann. Einige Jahre später hatte eine Freundin ein Skateboard bekommen, weil es so cool war, und es hatte keine Sekunde gedauert, bis ich schmerzhaft auf dem Steißbein gefallen war. Inline-Skates habe ich gar nicht ausprobiert. Ski fahren habe ich nie lernen wollen, obwohl ein zweiwöchiger Aufenthalt in den Alpen zu diesem Zweck ebenfalls in der Grundschule geplant war. Ich habe stattdessen die zwei Wochen in einem anderen Klassenzimmer ausgesessen. Im Gymnasium hatten wir einen Tag in der Eishalle in Nizza verbracht, und es ging, so lange ich mich am Rand festhalten konnte. Versuche auf der Mitte der Eisfläche sind auf dem Hinten abgebrochen worden, wobei ich das Pulli von einem guten Freund ziemlich gezerrt habe. Es ist ein Wunder, dass ich Fahrrad fahren kann. Vielleicht hilft, dass ich dabei die Arme auf dem Lenker benutzen kann, um die Balance zu halten.

Ich bin also froh, wieder in Berlin zu sein. Nicht nur wegen des Schnees. Im Urlaub war alles teurer. Berlin ist fürs essen gehen schon ziemlich günstig in Deutschland, ich habe schlimmeres gesehen. Frankreich ist teurer, und so ein erhobenes Skiressort in den Alpen umso mehr. Für eine Portion Pommes kann man locker 10€ ausgeben. Knapp 20€ für ein Teller Spaghetti Carbonara. Und ich habe noch nicht die Flasche Champagne à 9500€ erwähnt, die von Russen an Nachbartischen tatsächlich bestellt wurde. Bescheuert. Natürlich musste ich viele Sachen essen, die ich in Berlin nicht täglich sehe. Bavette à l’échalote (ich durfte während der Schwangerschaft gar kein blutiges Fleisch genießen, was ich doch so liebe), magrets de canard à la framboise (Entenbrust mit Himbeersauce)… Alles sehr lecker, das hat sich gelohnt. Wir haben viel ausgegeben, und ich habe es noch nicht gewagt, mich auf der Waage zu stellen. Ich fürchte, ich könnte über die 70 Kilogramme zurück gekommen sein.

Lauferinnerung

Inspiriert durch den Beitrag von Mimeiso.

20161109

Das Bild stammt von der Zeit vor meinem Ischias-Problem. Ich war damals sportlich sehr tätig, fast täglich am Laufen oder im Fitnessstudio oder beim Tanzen. Trotzdem war ich sechs Kilogramme schwerer als heute. Das sieht man am breiten Gesäß. Der Grund: Da ich so viel Sport machte, „musste“ ich ja mehr essen. Das hatten mir alle ganz besorgt gesagt. Vor allem die sehr adipöse Kollegin, die dünne Frauen nicht leiden konnte. Ich hätte mir denken können, dass sie nicht das beste Vorbild für gesunde Ernährung war und vielleicht auch nicht wirklich mein Wohlbefinden im Auge hatte.

Was auch besonders auffällt ist die Lauftechnik. Große Schritte. Das Bein weit nach vorne gestreckt, so dass man automatisch auf die Ferse landet und abrollt. So bin ich immer gelaufen. In der Schule wurde nie erklärt, wie man am besten läuft. Hauptsache, wir hatten uns bewegt. Egal wie.

Das T-Shirt habe ich übrigens immer noch.

Sonntag

Sportlich bin ich mit dieser Woche nicht zufrieden.

Nach dem Monstermuskelkater, der sich bis Dienstagabend spürbar gemacht hat, bin ich am Mittwoch nach der Arbeit zum Fitnessstudio gegangen. Ein bisschen früher als sonst, weil ich keine Lust hatte, schon wieder erst nach neun Uhr abends zu Hause zu sein. Ich fühlte mich an dem Tag sehr gut und voll motiviert. Bei einigen Geräten konnte ich das Gewicht leicht erhöhen. Leider war das Fitnessstudio extrem voll. Dass ich stehen und warten musste, um an Geräten zu kommen, hatte ich noch nie erlebt. Flexibel bin ich, aber wenn alle fünf Geräte, die ich noch auf dem Plan habe, und alle ihre Alternativen, belegt sind, geht es mir massiv auf dem Keks. Ich habe auf die drei letzten Übungen verzichtet und die abschliessende halbe Stunde auf dem Cross-Trainer verbracht. Als ich fertig war, war der Geräte-Raum schon viel leerer. Ich war einfach zu früh angekommen.

Ursprünglich wollte ich am Freitagabend zurück zum Sport. Wir haben uns aber bei der Arbeit fürs Feierabend zum Bier trinken getroffen, und das war’s mit dem Vorhaben. Immerhin habe ich es geschafft, mir auf dem Weg nach Hause ein Springseil zu besorgen. Durch Übungen könnte ich meine Muskeln bestimmt trainieren, die am Anfang der Woche so geschmerzt hatten. Ein Versuch ist es wert.

Ich bin gestern zurück zum Fitnessstudio gegangen. Motiviert war ich nicht, das Wetter lud nicht nach draußen ein, und ich habe mich dort nur verschleppt. Für meine übliche verbrauchte Anzahl von Kalorien am Cross-Trainer musste ich in der gleichen Zeit mit einem erhöhten Puls treten. Krafttraining war schwer, obwohl ich die gleiche Gewichte wie am Mittwoch benutzt habe. Zwischendurch habe ich das Springseil ausprobiert. Es war ein Fehler. Ich weiß nicht, wie ich es angestellt habe, aber ich habe vom Anfang an Schmerze im rechten Bein bekommen, und habe natürlich sofort aufgehört. Nur noch den Oberkörper trainiert. Sportvorhaben wieder nicht vollständig durchgeführt. Vielleicht sind die Schuhe, die ich beim Training an habe, nicht zum Springen geeignet. Oder ich bin zu schnell gewesen. Jetzt heißt es, wieder humpeln. Was weh tut ist der Fußgelenk, an der Außenseite, der Peroneus Brevis und hinter dem Knie spüre ich auch was.

Nach dem Fitnessstudio habe ich mit schmerzendem rechten Bein möglichst kurz eingekauft. Was zum essen, ich plane für heute eine Kartoffel-Tortilla, und neue Socken für den Winter. Beim TK Maxx habe ich tolle „Heat Holders“ Socken entdeckt, und ich kann schon sagen, sie halten ihr Versprechen. Jetzt ist Schluß mit kalten Füßen.

Heute schmerzt das rechte Bein immer noch, trotz Voltaren über Nacht. Besser nicht laufen, ehe es schlimmer wird. Ich arbeite an den Ketten weiter, eine ist schon fast fertig, und hole nebenbei meine Verspätung beim aktuellen Python-Kurs (auf Französisch) nach. Ich habe Python durch Bearbeitung vom Code meines Vorgängers gelernt, aber nie so systematisch studiert. Es ist unglaublich, was ich alles in den letzten drei Jahren so programmieren konnte, ohne wirklich zu wissen, was dahinter steckt. Ich weiß nicht, wie mein Vorgänger die Programmiersprache gelernt hat, aber mir wird immer bewusster, dass es im Code viel Verbesserungsbedarf gibt. Wenn ich Zeit dafür hätte. Ich soll die Funktionalität von Programm#1 verbessern und erweitern, aber was vor allem nötig ist, ist was man refactoring nennt — keine Ahnung, wie es auf Deutsch heißt. Ach so, Restrukturierung. Ich hoffe, ich kriege es hin, bevor ich das Baby an meinem eventuellen Nachfolger überreiche, wann auch immer es sein wird. Eine mündliche Zustimmung von Winfried für eine Weiterbeschäftigung bis Ende 2017 habe ich schon bekommen.

Mit so einem Muskelkater hatte ich wirklich nicht gerechnet

Schuld ist die Laufaktion von Sonntag. Ich hatte am Abend schon gespürt, dass es mir Schmerze verursachen würde, aber in dem Ausmaß hätte ich es nie gedacht.

Gestern beim Aufstehen. Ich sitze zuerst auf der Bettkante, und stehe dann auf, indem ich mich mit beiden Händen von der Kante weg drücke. Das mache ich seitdem ich aus dem Krankenhaus zurück gekommen war und meine Bauchmuskulatur erstmals nicht mehr benutzen konnte. Gestern stehe ich also auf und stelle fest, dass es gar keine gute Idee war. Meine Waden und andere Muskeln seitlich vom Bein, von denen ich bisher nichts wusste (Soleus), meinen, streiken zu müssen. Ich klatsche gegen den Kleiderschrank, der nah am Bett steht, und bleibe zuerst da mit der Wange gegen die eine Tür, sehr zur Belustigung vom Ehemann.

Gehen ist unmöglich. Ich muss zuerst in der Lage sein, stehen zu können. Immer noch am Kleiderschrank festgeklammert, mache ich ein paar Dehnübungen für die Beine. Nach einiger Zeit geht es wieder. Ich spiele mit dem Gedanke, mich für den Tag krank schreiben zu lassen. Aber langsam geht es wieder, und ich denke sogar, dass ich abends zum Sport gehen könnte. Sollte man nicht genau bei Muskelkater weiter Sport treiben, um die Schmerze los zu werden? Ich nehme die Sporttasche mit und schaffe es, halbwegs normal bis zur S-Bahn Station zu gehen. Die Treppen runter zu gehen ist aber schwer.

Im Laufe des Tages geht es nur bergab. Der Extensor Digitorum Longus und der Peroneus Brevis beschweren sich zunehmend (und ich erweitere meine Anatomie-Kenntnisse). Insgesamt wird es immer schwieriger, Treppen hoch und runter zu gehen, und ich humple nur noch durch die Gegend. Um es mir nicht anmerken zu lassen, gehe ich einfach sehr langsam und tue als ob ich mit meinem Handy zutiefst beschäftigt wäre.

Ich kann die Füße weder strecken noch anwinkeln und entwickle eine neue Bewegungsart, die möglichst wenig die Beinmuskeln beansprucht. Dabei ist mir bewusst, dass Verletzungen drohen, sollte ich das Gleichgewicht zu stark verlieren, weil ich niemals in der Lage wäre, mich so schnell wieder aufrecht zu stellen. Das Gleichgewicht verliere ich andauernd. Die Muskeln machen nicht mehr mit. Sport? Wohl doch nicht. Ich rufe den Ehemann an, der dank seines abgelegenen Arbeitsortes frei hat, und frage ihn, mich von der Arbeit mit dem Auto abzuholen. Beim Warten schreibe ich ein bisschen.

Zu Hause angekommen, mache ich mir ein heißes Bad und bleibe eine gute Stunde drin. Alles massieren, was irgendwie weh tut. Viel Wasser trinken. Der Ehemann hilft mir beim Austeigen von der Badewanne. Den Abend verbringe ich mit den langen dicken Wollsocken, und ich schlafe sogar mit denen.

Heute Morgen geht es wieder. Ich bin noch zu Hause. Da ich heute spät bei der Arbeit bleibe, muss ich sowieso nicht früh weg und habe Zeit.

Gut gelaufen

Ich bin heute richtig stolz auf mich.

Wir sind nach einer langen Pause wieder gejoggt. Es ist nicht einfach, sich an einem kälteren Sonntagmorgen zum Laufen zu motivieren, wenn man so unregelmäßig joggt. Heute regnet es aber nicht, und die Sonne zeigt sich sogar. Ich wollte endlich mal joggen. Beim Aufstehen hab ich Sportkleidung angezogen. Ich bin dank Zeitumstellung vergleichsweise früh aufgestanden und habe mich erstmals beschäftigt, bis der Ehemann sich ausgeschlafen hat. In der Zeit habe ich am Rechner gesessen. Und irgendwie haben sich meine Muskel beschwert. Das hatte ich schon mal. Heute sind es die Oberschenkel-Muskel, die nach Sport geschrien haben. Und die an der Außenseite vom Schenkel.

Ich habe uns zum Frühstück einen leichten Banane-Schoko-Milch-Shake gemacht, um nicht auf leerem Magen zu starten und um uns mit Kalium und Magnesium zu versorgen, und wir sind dann los gelaufen. Runden um den kleinen Teich bei uns in der Nähe gedreht.  Ich weiß, manche Leute finden es blöd, nur im Kreis zu laufen, aber mir gefällt es sehr. So kann ich sehen, ob ich schneller oder langsamer bin, wenn ich an der gleichen Stelle die Zeit prüfe.

Ich habe vor kurzem gelesen, dass man beim Laufen nicht zuerst mit den Fersen am Boden schlagen soll. So bin ich eigentlich immer gelaufen. Ich lese es nicht zum ersten Mal und hatte schon früher versucht, mit der Fußspitze zuerst zu laufen, hatte es aber nie geschafft. Es fühlte sich komisch an. Weil mir meine Knien manchmal schmerzen und diese Lauftechnik schonend für die Gelenke sein sollte, habe ich heute früh wieder danach gegoogelt und ich weiß nicht mehr wo einen neuen wichtigen Tipp bekommen: Beim Laufen sollte der Fuß nicht vor dem Knie gesetzt werden. Ich habe es ausprobiert. Und ich muss sagen, es war der Hammer.

Wir sind wie gewohnt eine Stunde gelaufen. Bis jetzt hatte ich in der Zeit immer zwischen sechs und sieben Runden geschafft. Heute bin ich sieben und halb Runden  gelaufen, und habe sogar eine Minute weniger als sonst gebraucht. Da ich seit einem Monat nicht gelaufen bin, muss es an der neuen Lauftechnik liegen. Man erhöht dabei sein Tempo, weil mehr Muskeln beansprucht werden. Die Waden und Oberschenkel-Muskulatur habe ich plötzlich viel intensiver als sonst wahrgenommen. So geht’s also: Bei kleinen Schritten setzt man automatisch zuerst die Fußspitze am Boden. Dass ich dabei den Fuß nicht vor dem Knie setzen sollte, wusste ich vorher nicht, deswegen hatte es nie funktioniert, mit den Fußspitzen zuerst zu laufen. Jetzt weiß ich also, obwohl es nicht intuitiv klingt: Mit kleineren Schritten läuft man schneller.

Ich muss zugeben, dass ich den Laufstil nicht die ganze Stunde ausgehalten habe. Die zwei ersten Runden gingen, aber es war unglaublich, wie sehr die Waden gearbeitet haben. Die spüre ich sonst nie. Die Oberschenkelmuskulatur war auch viel mehr beansprucht als sonst. Bei dem Laufstil hat sich der Rücken automatisch gestreckt, was sich toll angefühlt hat. Nach zwei Runden bin ich zu meinem alten Laufstil gewechselt, weil die Waden schon erschöpft waren, und sich die Füße langsam am neuen Laufstil gewöhnen sollen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich mich vorher beim Laufen nur komisch geschleppt habe. Irgendwie gehüpft und auf die Ferse gelandet, das fühlte sich jetzt auf einmal total dämlich an. Ich habe danach den Laufstil gewechselt: Eine Runde auf Fußspitzen, die nächste auf Fersen. So bin ich schon bei minimal erhöhtem Puls deutlich schneller gelaufen.

Mein Trainingsziel ist es jetzt, den neuen Laufstil länger am Stück auszuhalten, um eine Stunde laufen zu können. Ich glaube, ich kriege erstmals massiven Muskelkater in den Waden.

Lass uns mal nach Hause gehen

Gestern habe ich mein Kalorienkonto massiv gesprengt. Das war nicht so geplant.

Der Ehemann, schon wieder auf Dienstreise, hatte mir am vorherigen Tag angekündigt, dass wir uns gestern abends mit seinem Sportverein zu einem Stammtisch treffen würden. Den Begriff „Stammtisch“ kenne ich erst durch ihn. Manchmal besuchen wir seinen Vater beim Stammtisch, wenn er sich mit alten Freunden in einer Kneipe zum Bier trinken trifft.

Ich dachte gestern also, kein Problem. Zum Frühstück gab es eine Scheibe Brot (Korn an Korn) mit selbst gemachter Zitrone-Avocado-Püree und Radieschen drauf. Mittags eine reichliche Portion Fisch im Eierteigmantel mit Spaghetti in Tomatensauce. Es gab noch Platz für ein oder zwei Biere am Abend. Alles gut.

Wir haben uns doch nicht zum Bier trinken verabredet. Der Treffpunkt, den mir der Ehemann erst kurz vor Feierabend mitgeteilt hat, war ein indisches Restaurant in Charlottenburg. Autsch (so schreibt man das auf Deutsch, glaube ich). Ich esse sehr gerne indische Küche. Aber hätte ich früher Bescheid gewusst, hätte ich mittags etwas ganz anderes gegessen.

Ich habe mir Lamm mit Spinat-Joghurt auf Reis bestellt. Es war eine riesige Portion. Da auf dem Menü natürlich keine Kalorien angegeben waren, habe ich auf dem Handy bei fddb gesucht. Ich habe noch nie erzählt, wie grauenhaft die Suchfunktion dort ist. Sucht man nach „Lamm Spinat Joghurt“, findet man „Lammhack, Fleisch“ als erstes Ergebnis. Das zweite Ergebnis ist schon völlig daneben: „Lammsbräu Weisse alkoholfrei“. Und der Rest hat auch nicht viel mit den Suchbegriffen zu tun. Die genaue Bezeichnung vom Gericht, die ich inzwischen schon vergessen habe, war nicht drin. Stattdessen habe ich mich mit „India, Chicken Korma“ zufrieden geben müssen. Satte 1000 kcal pro Portion. Dazu gab es ein süßes Lassi.

Als die Kalorienmenge mir bewusst wurde, habe ich dem Ehemann gesagt, wir gehen zu Fuß nach Hause, und es wäre kein Spaß, ich war nüchtern und wusste genau, worauf ich mich einlassen würde. Er ist echt ein Schatz. Er hat gar nicht versucht, mich zu überreden und hat ganz lieb mitgemacht. Knapp zwölf Kilometer, knapp über zwei Stunden. Die letzte halbe Stunde war hart. Mit meinen erst zwei Wochen alten Schuhen (die waren beim Salamander nicht so teuer!) hatte ich am Ende den Eindruck, Betonklötze an den Füßen zu haben. Ich bin aber stolz, es geschafft zu haben und fast die Hälfte vom Abendessen dadurch verbraucht zu haben. Heute wird halt noch weniger gegessen, es wird schon passen.