Datenschutz-Grundverordnung

Kurz: DSGVO. Hat mittlerweile bestimmt jeder im Bloggerland schon mal gehört.

Bei mir hat es angefangen, als ich vor etwa zwei Monaten die ersten Ankündigungen zum Schließen von Blogs gelesen habe (wenn sie nicht ins private Modus gewechselt sind). „Es muss etwas Österreichisches sein“, habe ich zuerst gedacht, denn die ersten Blogs, denen ich folge und die das Thema ansprachen, aus Österreich kamen. Als die Deutschen auch darüber anfingen zu schreiben, habe ich gegoogelt. Besorgte Leser, die ihre Privatsphäre besser schützen wollen, können stattdessen startpagen. Es klingt nur noch recht gewöhnungsbedürftig.

Was ich aus meiner Leserei gelernt habe:

  1. Bin ich froh, keine Juristin zu sein!
  2. Eine Datenschutzerklärung muss spätestens jetzt sein. Getan. Obwohl ich diesen Blog nicht selber hoste und keinen Einfluss auf die erhobenen Daten habe. Aber das erkläre ich ja.
  3. Du darfst keine elektronische Newsletter ohne ausdrückliche Einwilligung der Empfänger schicken. Neu kommt es mir nicht vor. Und das tue ich eh nicht.

Letzteres hat der Unterwäschehändler Mey offensichtlich nicht verstanden. Ich habe beim Onlineshop von Mey am 12.12.2016 Unterwäsche gekauft. Ursprünglich hatte ich diese in einem Laden[1] in meinem Kiez bestellt, und als es nach zwei Monaten hieß, die Ware könnte nicht geliefert werden, habe ich im Laden storniert und mich direkt an Mey gewandt. Ware bekommen, Kundin zufrieden. Und danach: Anderthalb Jahre Funkstille! Keine Newsletter, rein gar nichts! Klar, ich habe auch nichts eingewilligt. Ich achte immer peinlich darauf, bei jeder Anmeldung oder Bestellung alle kleine Häkchen zu prüfen, um meine Mailbox nicht mit Müll befüllt zu bekommen oder keine Versicherung an der Backe zu haben.

Recht überrascht war ich also, am 12. Mai dieses Jahres eine Email von Mey zu bekommen. „Wir vermissen Sie, Liebe Frau Kundin: 20€ extra für Ihren nächsten Einkauf im Mey Onlineshop!“ Meine erste Reaktion: „Häh? Wer ist Mey?“ Es war schon länger her. Ich habe die Email direkt gelöscht (und gerade jetzt im Mülleimer von GMail wieder gefunden). Es war erst der Anfang: Am 27. Mai, zwei Tage nach dem Inkrafttreten der DSGVO, kam eine neue Email von Mey: „Night2Day: sommerlich leicht aus Baumwolle und Leinen“. Und am 03. Juni, also gestern: „Der Sommer wird weiß – mit den frischen Sommer-Highlights von Mey!“.

Geht’s noch? Nach so langer Zeit Ruhe werde ich plötzlich regelrecht zugespamt? Ich mache also eine Email tatsächlich auf und blättere bis zum Schluß. Da staune ich nicht schlecht:

Diese E-Mail erhalten Sie, da Sie sich in unseren Newsletterverteiler eingetragen haben. Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei. Es entstehen keine höheren Kosten als die nach den Basistarifen. Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier: Newsletter abbestellen

Kühne Behauptung! Ich habe mich sicherlich nie in den Verteiler eingetragen. Wenigstens gibt es ein Link zum Abbestellen der Newsletter, die ich nie bestellt habe. „Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei“, schreiben sie. Das will ich doch hoffen. Sonst hätten die echt was von mir gehört. Und was meinen die mit „Basistarifen“? Ich habe doch kein Abo oder sonst was. Ach so, das wird hier erklärt. Das haben die Leute bei Mey wohl einfach so übernommen. Aber das Idiotischste kommt noch, wenn ich dem Link zur Abmeldung folge (Screenshot aus meinem Laptop):

Eine Webseite, in der es von der Adresse aus eindeutig um eine Abmeldung geht, wird von einem Werbebanner für eine Anmeldung zum Newsletter völlig ausgegraut? Das Kreuz zum Schließen vom Werbebanner ist noch so klein, da hat man sich schnell verklickt und das Gegenteil gewirkt von dem, was man ursprünglich vor hatte. Eine Frechheit ist das. Die gute Nachricht: Wird das Fenster vom Internetbrowser nicht mehr maximiert, verschwindet die Aufforderung zum Anmelden.

Und jetzt, mal abwarten. Ich habe keine Bestätigung zur Abmeldung vom Newsletter bekommen. Verdächtig.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Zukunft in Geldwäscherei?

Das wollten mir heute gleich zwei „Arbeitgeber“ anbieten. Ein Traumjob. Stellt euch vor, knapp 4000€ monatlich für 5 Arbeitsstunden pro Woche verdienen, ohne besondere Kenntnisse zu haben… Gibt es wirklich so naive Leute, um drauf rein zu fallen? Ich kann es mir nicht vorstellen, aber lieber zu viel gewarnt. Vorsicht. Geldwäsche ist strafbar.

Merkwürdig fand ich, dass die Emails zu meiner „anonymen“ Adresse geschickt wurden, die ich nie bewusst breit öffentlich in Verbindung mit meiner Identität gebracht habe. Trotzdem bin ich mit Vornamen und Nachnamen adressiert worden. Also, ich habe die Adresse schon benutzt, um auf Ebay und Amazon mit Paypal Transaktionen abzuschließen, das war’s. Mein Paypal-Konto habe ich inzwischen gelöscht, mir war es immer ein bisschen unheimlich. Bei Amazon bin ich noch viel länger nicht mehr Kundin. Mein Konto habe ich ebenfalls löschen lassen. Ich vermute, dass die Daten bei einem Ebay-Händler geklaut wurden.

Die erste Email kam von der „Heinrich GmbH“. Die Email-Adresse, die, wie bei der zweiten Email, eh nicht mit den Absenderadresse übereinstimmt, habe ich ausgeixt.

Sehr geehrte/r ,

unsere Gesellschaft ist ein erfolgreiches, europaweit agierendes Unternehmen und wir suchen im Augenblick motivierte und ehrliche Mitarbeiter zur Vervollständigung unseres Teams in der EU.
Der Lohn beträgt im Schnitt 3800 Euro monatlich bei ca 5 Stunden Arbeit pro Woche.
Der Mitarbeiter hat keine eigenen Ausgaben und muss keine technische Kenntnisse haben. Auch Rentner sind für diese Arbeitstätigkeit geeignet
Ihr Tätigkeitsfeld ist die Prozessoptimierung.
Die Arbeit ist europaweit angeordnet und derzeit noch frei.
Sie kriegen die Überweisung im Voraus, dierekt auf Ihr Konto überwiesen, und müssen für unsere Kunden Bitcoins erwerben, wofür Sie eine Provision von 20 Prozent pro Kauf erhalten.
Sie sollten Zielstrebigkeit zu Ihren Stärken zählen und grundlegende Computer Kenntnisse besitzen. Sicherer Umgang mit Internet sowie telefonische Erreichbarkeit sollten für Sie auch kein Problem sein.
Kontaktaufnahme:

Falls Sie interessiert sind, wollen wir Sie kennenlernen, dazu senden Sie uns Ihre Bewerbung an: Xxxxx.Xxxxxxxx@gmx.com

Ihre persönlichen Unterlagen behandeln wir natürlich vertraulich.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Heinrich GmbH

Die zweite Email, angeblich von einer Firma namens „Lange Vermittlungsagentur“, hat mich noch mehr irritiert, weil sie viele persönliche Informationen enthalten hat. Die allerdings nicht mehr aktuell sind. Die Telefonnummer ist aus meiner Zeit vor Berlin, die schriftliche Adresse ist die meiner vorletzten Wohnung. Dort hatte ich zuletzt etwas auf Ebay bestellt.

Zu Händen von:

Tel.

Email:

Wollen Sie 3900 Euro im Monat erhalten?
Unsere Gesellschaft wirbt im Augenblick zuverlässige Mitarbeiter um das Kollektiv in der EU zu vervollständigen

Der Mitarbeiter ist ca. 6 Arbeitsstunden in der Woche beschäftigt und hat keine eigenen Ausgaben.
Auch Berufstätige sind für diese Tätigkeit bestens geeignet, da keine spezielle Kenntnis erwartet wird.

Genauigkeit, Eigenverantwortung und Zielstrebigkeit sollten zu Ihren Fähigkeiten zählen, Umgang mit Email und anfängliche PC Kenntnisse müsste auch keine Schwierigkeiten erstellen. Ständige telefonische Erreichbarkeit ist Pflicht.

Ihre Aufgabe ist die Prozessoptimierung.

Sie bekommen das Geld im Voraus, direkt auf Ihr Konto überwiesen, und müssen für unsere Kunden Bitcoins erwerben, wofür Sie eine Provision von 20 Prozent pro Transaktion erhalten.

Der Auftrag ist Eu-weit angeordnet und derzeit noch frei.

Kontaktaufnahme:

Falls Sie sich angesprochen fühlen, möchten wir Sie kennenlernen, hierfür senden Sie uns Ihre Bewerbung an: xxxxxxxxxxxxx@gmx.com

Ihre persönlichen Daten behandeln wir natürlich vertraulich.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Lange Vermittlungsagentur


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wieder eine dubiose Email

Und wieder ein Spam als Telefonrechnung verkleidet (heute ist ja der Anfang der fünften Jahreszeit). Der vermutete Zweck: Empfänger dazu bringen, sich einen Trojaner herunter zu laden.

Diesmal stammt die Email aus info@debitas.de, wobei ich nicht glaube, dass DEBITAS[1] dahinter steckt. Das erfährt man aber nur, wenn man sich den Inhalt der Email anschaut, weil Thunderbird mir den Absender als „Vodafone-OnlineRechnung“ anzeigt. Der Betreff: „Ihre Festnetz-Rechnung für November 2014“.

Bei Vodafone war ich nie Kundin, und einen Festnetzvertrag habe ich zur Zeit nicht mehr. Deswegen hatte ich diese Email gestern schon sofort gelöscht, bevor sie heute erneut ankam. Na gut, ohne Anhang kann ich mir den Inhalt anschauen. Auf Linux riskiere ich eh so gut wie nichts. Ich erfahre also, in einem perfekten Deutsch, dass meine Rechnung (232,83€) unter einem Link namens Mobilfunk-Rechnung_für_November_2014_(RG35232-81893).zip einzusehen ist, was jedem sofort suspekt vorkommen sollte (warum man keine zip Datei aus einer Email öffnen sollte, kann man sich zum Beispiel hier anlesen). Außerdem genügt es, mit der Maus über den Link zu verweilen, um in der Statuszeile vom Email-Programm zu sehen, wo man danach landen würde: Irgendeine sehr lange Adresse auf hvanbuul.nl mit vielen Ziffern dahinter, die sicherlich nichts mit Vodafone zu tun hat.

Also, man kann es nie genug wiederholen, Finger weg von solchen Emails!

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Neulich in meiner Mailbox

Heute kam in meine t-online Mailbox eine Rechnung der deutschen Telekom. Dachte ich zuerst. Sie sah genau so aus, aber eigentlich hatte ich meine Einstellungen so gewählt, dass meine Rechnungen zu einer anderen Email-Adresse geschickt werden. Außerdem bin ich seit letzter Woche nicht mehr Kundin bei der deutschen Telekom. Und im Betreff stand „Ihre Telekom Mobilfunk RechnungOnline Monat Juni 2014 (Nr.: 9134823797050)“, was definitiv nicht stimmen konnte, da ich nie bei der deutschen Telekom einen Handy-Tarif hatte, nur Festnetz. Der Spam/Phishing-Verdacht war also groß, als ich mir die Email genauer angeschaut habe. Der Betrag der Rechnung betrug 162,99€. Enorm. Wäre ich Handy-Kundin der deutschen Telekom gewesen, wäre ich gleich zur Decke gesprungen. Wenn die Email tatsächlich von der deutschen Telekom gestammt hätte. Die Absender-Adresse war celine.hess@ebos.lu, nicht rechnungonline@telekom.de. Außerdem war der Betreff falsch, denn drin hätte „Buchungskonto“ stehen sollen. Und statt der üblichen PDF-Datei, war eine zip-Datei im Anhang vorhanden. Bestimmt mit einem Virus versehen. Ich habe es nicht versucht, sie zu öffnen. Die Nachricht wurde gleich gelöscht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.