Katze beruhigt

Sie hat aufgehört, ihren Schwanz anzugreifen. Es lag doch am Knoten in ihren Haaren. Ich habe gesehen, wie sie zuerst ihren Rücken angefaucht hat, bevor sie den Schwanz in den Pfoten genommen hat. Sie konnte wahrscheinlich die Ursache von der Störung nicht exakt lokalisieren.

Ich habe den Knoten endlich vollständig entfernen können. Sie hatte mir dabei letzte Woche die Hände total zerfetzt. Jetzt hat sie eingesehen, dass ich ihr nichts Böses tun wollte, und hat mir erlaubt, den Rest zu schneiden. Der Knoten war riesig. Sie hat nun eine große Fläche auf dem Rücken, wo die Haare ganz kurz sind und eine andere Farbe haben, weil sie nah an der Haut viel heller sind. Als ich fertig war, hat sie laut geschnurrt und viel geschmust. Ihr geht’s deutlich besser, und ich bin erleichtert, dass es vorbei ist. Unglaublich, was für Folgen eine inkompetente Katzenbetreuung haben kann.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Mein Schwanz, dieser Feind

Ich hatte mich schon gefragt, warum ich in der Wohnung heute Morgen so viele Katzenhaare gesehen habe, obwohl ich gestern vor der Arbeit noch gründlich staubgesaugt hatte. Die Antwort: Meine Katze dreht gerade durch.

Ich war im Wohnzimmer, als sie mit ihrem Lieblingsspielzeug im Maul herein gekommen ist (eine kleine Stoffente, die sie als Kätzchen als erstes Geschenk von meiner Mami bekommen hat). Sie hielt die Ente ungewöhnlich fest zwischen ihren Zähnen und knurrte vor sich hin. Ich habe zuerst gedacht, sie hätte Zahnschmerze, aber heute Morgen hat sie ganz normal gegessen. Nach einiger Zeit hat sie die Ente fallen lassen, sich um sich gedreht und ihren Schwanz in beiden vorderen Pfoten gefangen. Gar nicht spielerisch, wie ich es aus ihrer Kindheit kenne. Sie hat ihren Schwanz böse angefaucht, die Krallen richtig reingesteckt, gebissen und dicke Haarbüschel herum gestreut. Dabei muss sie sich weh getan haben, und es kamen noch mehr lautes Geheul und erneutes Angreifen…

Sie muss sich vor kurzem irgendwie am Schwanz verletzt haben. Gestern und heute Nacht hat sie noch nichts von diesem Verhalten gezeigt, obwohl heute Morgen so viele Haare zu finden waren. Gerade hat sie aufgehört, ihren Schwanz anzugreifen, und liegt unter dem Couchtisch. Ganz wohl geht’s ihr nicht, da sie ab und zu den Boden mit dem Schwanz schlägt. Ich fürchte, so bald sie wieder aufsteht, fängt das ganze Theater wieder an.

Das ist ihr schon einmal passiert, einige Jahren her. Damals hatte sie sich genau wie heute verhalten – drei Tage lang, auch nachtsüber. Wenn ich ihren Schwanz untersuchen durfte, konnte ich eine angeschwollene Kruste unter den dicken Haaren spüren. Ich hatte vieles probiert, um sie abzulenken: Leckerlies, intensives Spielen, schmusen, nichts hat geholfen. Was endlich geklappt hatte, war ein Vorschlag von meiner Mami am Telefon: Ein ernster Schlag auf dem Po. Ich wollte es gar nicht machen, aber es war effektiv. Sie hatte mich auf einmal ganz überrascht geschaut, sich in eine Ecke hingelegt und ihren Schwanz gar nicht mehr angefasst.

Jetzt warte ich ab. Vielleicht kann ich ihr die (sehr langen) Haare am Schwanz schneiden, um ihn besser zu untersuchen. Vorausgesetzt, sie lässt mich dran, und das ist gar nicht selbstverständlich, da ich immer noch dabei bin, Stück pro Stück ihren Knoten auf dem Rücken zu entfernen. Das gefällt ihr gar nicht und sie ist jetzt sehr misstrauisch, wenn ich sie von hinten anfasse. Ich könnte auch versuchen, ihr Schmerzmittel zu geben, damit sie ihren Schwanz vergisst, bis er wieder geheilt ist. Ich muss beim Tierarzt fragen, was ich benutzen kann.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.