Es sieht schon besser aus

Ich konnte in den letzten zwei Wochen ziemlich gut wieder abnehmen:

Das sind ganze drei Kilogramme, oder 21 Mcal, die da weg sind, wenn der letzte Punkt von gestern kein Ausreißer ist. Heute wiege ich mich nicht, weil ich Wert darauf lege, mein Gewicht unter ähnlichen Bedingungen zu messen. Da ich heute leider seit halb vier wach bin und seitdem schon so viel getrunken habe, weil ich unglaublich Durst habe, macht es nicht viel Sinn.

Der Durst kommt bestimmt von der Pizza Quattro Formaggi, die ich mir gestern gegönnt habe. Sehr lecker, mit extrem dünnen Teig und nicht übermäßig viel Käse drauf, dafür aber sehr schmackhaft. Ich habe dabei nicht mal mein Kalorienkonto gesprengt. Frühstück hatte ich nicht, sondern nur Kaffee, weil ich beim Aufstehen keinen Hunger spürte. Mittags gab es selbst gemachtes Rührei mit Zwiebeln und Tomaten, weil ich zu Hause gearbeitet habe. Dazu zwei Scheiben Brot, ein bisschen Schinken und Käse. Sonst nichts außer Wasser. Hat gepasst. Ich habe mir in den letzten zwei Wochen zwei bis dreimal pro Woche Birchermüsli mit Magerquark und Apfel für die Mittagspause vorbereitet, um den Proteinhaushalt zu verbessern. Das macht eine Mahlzeit für nur 450 kcal, und ich habe gar nicht gehungert. Kurz vor Feierabend habe ich eine Banane als Prophylaxe gegen Krämpfe gegessen, und so konnte ich problemlos abends zum Sport gehen.

Seit meiner Rückkehr aus der letzten Dienstreise bin ich sehr häufig beim Fitnessstudio gewesen. Mindestens zweimal pro Woche habe ich mein Krafttraining durchgeführt. Zwischendurch habe ich Wassergymnastik und Pilates als Kurse belegt. Letzteres habe ich letzte Woche zum ersten Mal probiert und hatte danach für einige Tage ganz starke Muskelkater bekommen, vor allem bei der seitlichen Bauchmuskulatur. Das mache ich definitiv nochmal, wobei es heute wegen Ostern ausfällt. Wir sind auch mit dem Ehemann jeden Sonntag gejoggt, das haben wir im März wieder angefangen. Gestern habe ich mich einfach toll in meinem Körper gefühlt. Jetzt bin ich fast zu meinem Gewicht von vor der letzten Schwangerschaft angekommen.

Ab jetzt soll es weiter nach unten gehen. Ich bin noch nicht bei meinem Zielgewicht angekommen. Nun, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen werde. Vorgestern habe ich einen Stich im linken Bauchbereich gespürt, was ich zuerst nicht ernst genommen habe. Gestern Nachmittag habe ich auf einmal leichte Schmerze mittig gespürt, genau da, wo es während der letzten Schwangerschaft härter geworden war — es liegt auf einer waagerechten Linie, die knapp oberhalb vom Schamhaar liegt. Mein Bauch hat gezogen. Das hat noch den ganzen Abend gedauert. Heute Morgen spüre ich nichts davon. Aber es kann sein, dass ich deswegen nicht so gut schlafen konnte. Oder wegen der Pizza gestern Abend. Es wäre verrückt, jetzt schon Anzeichen für eine Schwangerschaft zu spüren. Der Eisprung hat erst letzte Woche statt gefunden, ich erwarte meine Periode nächste Woche. Mal schauen.

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Doch keine OP

Warnung: Dieser Beitrag kann verstörend wirken. Wer empfindlich ist, sollte weglesen.

Ich hatte mich auf die Ausschabung eingestellt. Gestern Abend vor dem Schlaf hatte ich mir die zwei Tabletten eingeführt, wie von der Ärztin empfohlen, „um den Muttermund einzuweichen“. Cytotec heißt das Präparat. Ursprünglich als präventive Maßnahme gegen Magenprobleme entwickelt, hat sich das darin enthaltene Misoprostol als hilfreich in der Gynäkologie erwiesen, um, unter anderen, verhaltene Fehlgeburte auszulösen, wie ich gerade lese. Die Ärztin hatte die Einnahme am Mittwoch damit begründet, dass es die Einführung von operativen Ustensilien vereinfachen würde.

Um drei Uhr morgens bin ich mit Schmerzen im Bauch aufgewacht. Beim Toilettenbesuch habe ich Blut gemerkt. Es sollte normal sein, die Ärztin hatte mich gewarnt. Es kam mir trotzdem viel vor. Ich habe ein Glas Wasser getrunken, da ich es um die Uhrzeit vor der Narkose noch durfte, und bin zurück ins Bett gegangen. Wegen Schmerze konnte ich schlecht schlafen. Ich habe viel geträumt und bin mehrmals aufgewacht. In einem Traum war ich im Badezimmer und hielt in der Hand das gerade vom Leib ausgestoßene Embryo. In Wirklichkeit sah es gar nicht wie ein Embryo aus, aber im Traum fällt sowas nicht auf. Ich konnte sehen, dass es einen offenen Rücken hatte, und dass es sich deswegen nicht normal entwickeln konnte. In einem anderen Traum saß ich in einem weißen Raum im Kreis mit anderen Menschen und musste mich vorstellen: Wie ich heiße, was ich beruflich mache…

Um halb sieben bin ich aufgestanden. Toilette besucht. Wahnsinn, wieviel Blut ich verloren hatte. Es war ein Wunder, dass ich die Bettwäsche nicht versaut hatte. Die Binde war so voll, wie ich es noch nie erlebt hatte. Nachdem ich auf Toilette war und als ich mich wieder anziehen wollte, habe ich etwas die Vagina entlang runter rutschen gespürt. Schnell noch Klopapier geholt und drunter gehalten: Es war tatsächlich das Embryo, das von blutigem Gewebe umgeben war. Kurz danach gab es ein zweites Ausstoß. Was nun damit? Ich habe den Ehemann gebeten, mir ein kleines Behälter zu bringen, damit ich es zum Krankenhaus mitnehmen konnte. Dabei habe ich ihm ausdrücklich verboten, das Badezimmer zu betreten. Es war wahrlich kein schöner Anblick.

Nach dem Duschen habe ich die Station im Krankenhaus angerufen. Ich wollte vor der OP eine Ultraschalluntersuchung machen lassen, da ich den Verdacht hatte, dass die OP nicht mehr notwendig war. Es war kein Problem. Wir sind schnell mit dem Auto dahin gefahren. Eine andere Ärztin hat mich untersucht und ist zum selben Schluss gekommen. Der OP-Termin wurde gestrichen. Ich habe nochmal Cytotec bekommen, das ich diesmal unter der Zunge zergehen lassen sollte, da die starke Blutungen sonst die Tabletten weg spülen würden.

Enttäuscht war ich, dass das Embryo nicht untersucht wird, um die Ursache der Fehlgeburt zu bestimmen. Es wird erst ab der dritten Fehlgeburt übernommen. Also bei der nächsten, wobei ich hoffe, es kommt nicht dazu. Ich hätte die genetische Untersuchung selber bezahlen können, aber die Ärztin hat lediglich angeboten, das Embryo zu entsorgen.

Bevor wir das Krankenhaus verlassen haben, habe ich wieder die Toilette besucht. Mein Bauch schmerzte. Dort habe ich zu meiner Überraschung wieder etwas riesiges runter rutschen gespürt. Ich hatte keine Zeit zu reagieren, und es ist mit einem lauten „Plop“ ins Wasser gefallen. Ich habe nicht rumgewühlt um zu schauen, was es war. Es hatte sich schwer angefühlt und ich war danach erleichtert. Seitdem sind die Blutungen nicht mehr so stark.

Ein echt mieser Tag

Die Nachricht am Morgen hat mich umgehauen. Ich selbst war überrascht, weil ich ja immer gedacht hatte, mal schauen, ob es überhaupt gut läuft, erst nach drei Monaten kann ich mich auf die Schwangerschaft freuen. Ich wollte mir keine Hoffnung machen. Der Verlust macht mich trotzdem sehr traurig.

Die Frauenärztin hatte mir eine Einweisung zum Krankenhaus gegeben, mit dem Hinweis, ich sollte nichts essen und nichts trinken, falls ich eine Narkose am Tag bekommen sollte. Blöd, weil ich nur ein Keks auf die Schnelle gegessen hatte, bevor ich das Haus verlassen hatte, und ich schon Hunger spürte.

Nachdem ich vorher wieder zu Hause war, um mich umzuziehen und die Arbeitssachen auszupacken, habe ich mich auf den Weg zum Krankenhaus gemacht. Das Krankenhaus, wo ich für die Bauchhöhlenschwangerschaft operiert wurde. Die Krankschreibung für meinen Arbeitgeber wollte ich noch ganz schnell zur Post bringen. Tja. Als ich ankam, standen zwei Männer an den Schaltern vorne, und nur eine Frau war da, um sie zu bedienen. Sie kam mir extrem langsam vor. Weil ich in Eile war, dachte ich. Ich sollte mich geduldig verhalten. Nach einer gefühlten Ewigkeit standen Leute bis zur Tür hinter mir, eine Frau beschwerte sich schon, und die zwei Männer waren immer noch an den Schaltern. Der eine wollte ein Paket schicken und hat es noch vor Ort gestaltet und zu geklebt. Als die Frau den Preis von 22€ angegeben hat, hat er sich beschwert und gefragt, ob es günstiger ginge. Hat ewig gebraucht, um endlich zu zahlen. Noch gefragt, ob er die Nummer zur Sendungsverfolgung haben könnte, obwohl er sie schon hatte. Als er endlich fertig war, wollte der andere Mann irgendwas schicken. Ich habe nicht aufgepasst, wegen Diskretion und so, aber die Frau hat ihn kaum verstanden, obwohl er deutlich gesprochen hatte, und musste quasi alles, Name, Adresse, buchstabiert bekommen. Danach war ich endlich mit meinem Brief dran. 0,70€, bezahlt, raus, keine Minute gebraucht, aber ewig gewartet. Briefmarken habe ich blöderweise nie zu Hause.

Den Bus hatte ich natürlich gerade verpasst und ich musste fast zwanzig Minuten auf den nächsten warten. Ich bin zu Fuß zur nächsten Haltestelle gegangen, weil ich keine Lust hatte, unter dem Regen stehend zu warten. Ich habe dann doch lange warten müssen, weil der Bus verspätet war. Erst um halb eins war ich in der Notaufnahme, und die Warterei hat angefangen. Gut, es war mir schon klar, und ich sollte glücklich sein, warten zu müssen, da es hießt, ich habe keine akute lebensbedrohliche Beschwerde. Ich war bewaffnet und habe so viele Reihen am Schal vom Ehemann wie noch nie an einem Tag geschafft. Ätzend fand ich es im Wartezimmer von der Gynäkologie, weil eine ältere gehbehinderte Dame dort von Pflegern gebracht wurde und nicht mehr beachtet wurde. Sie hat sehr viel alleine gesprochen, wobei ich nur die Hälfte verstanden habe. Und ich dachte, Deutsch kann ich mittlerweile gut. Die Dame war anscheinend geistig verwirrt und sprach entweder mit nicht anwesenden Personen oder erzählte Dinge, die kaum Sinn ergaben.

Um halb vier war ich bei einer jungen Frauenärztin dran, die ich schon aus der Bauchhöhlenschwangerschaft kannte. Sie hat nochmal ein Ultraschall gemacht, um den Befund vom Vormittag zu bestätigen. Kein Herzschlag. Sie hat mir dann die verschiedenen Möglichkeiten erklärt, und ich habe mich für eine Ausschabung entschieden. Sie wird am Freitag statt finden, weil ich an dem Zeitpunkt schon stark an Migräne leidete, die durch Hunger und Durst verursacht wurde, und ich hatte keine Lust, noch auf unbestimmte Zeit da zu warten. Ich habe zwei Tabletten bekommen, die ich mir morgen Abend in die Scheide rein schieben sollte, um den Muttermund weicher zu machen. Danach musste ich noch zur Anästhesie, um ein Vorbereitungsgespräch für Freitag durchzuführen. Die Ausschabung wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Um halb fünf war ich endlich aus dem Krankenhaus wieder raus, und ich freute mich schon riesig darauf, zu Hause etwas trinken und essen zu können. Ich habe unter strömendem Regen an der Haltestelle auf den Bus gewartet. Es ist die Endhaltestelle der Linie, man könnte meinen, dass die wenigstens dort pünktlich starten. Denkste. Der Bus fährt alle zwanzig Minuten. Ich war kurz vor Abfahrt da und habe über dreißig Minuten gewartet, bis ich beschlossen habe, dass es keinen Zweck hat und mit der U-Bahn gefahren bin. Es war natürlich ein Umweg, aber wenigstens war ich nicht mehr unter Regen. Danach musste ich sowieso auf einen anderen Bus warten, und oh Überraschung, der kam ebenfalls verspätet an. Aber nur acht Minuten. Inzwischen war es recht stürmisch geworden, mein Regenschirm hatte sich schon mal umgedreht, und die schnell fahrende Autos hatten meine Füße völlig durchnässt, weil das Wasser nicht mehr durch den Ablauf auf der Straße floss.

Erst um sechs war ich zu Hause. Theoretisch braucht man mit dem Bus vom Krankenhaus aus nur zwanzig Minuten. Ich war klatsch nass und durchgefroren und musste mich zuerst umziehen. Trinken, Aspirin (jetzt darf ich wieder), essen, schlafen. Es geht langsam besser, und der Ehemann ist auch gerade vom Flughafen angekommen.

Das war’s

Nachdem ich heute beim Aufwachen Blutungen bemerkt habe, die eindeutig nicht normal waren, bin ich pünktlich zur Eröffnung zur Praxis meiner Gynäkologin erschienen. Da der Ehemann bis heute Abend auf Dienstreise ist, hieß es eine Stunde Fahrt mit ÖPNV. Ich musste schon um 07:00 das Haus verlassen. Gut, dass ich den Wecker eine halbe Stunde davor gestellt hatte.

Meine Gynäkologin war nicht da, aber ich konnte bei einer ihrer Kolleginen untersucht werden. So wie es aussieht, hat sich das Embryo seit einer Woche nicht weiter entwickelt. Das Herz schlägt nicht mehr, und die Eihülle (oder heißt es Eischale?) hat schon angefangen, sich zu lösen. Wahrscheinlich die Ursache für die Kontraktion am Montag.

Mein Plan war ursprünglich, nach der Untersuchung ins Büro zu gehen, da es nur zehn Minuten zu Fuß von der Praxis liegt. Das kann ich vergessen. Eine Woche bin ich jetzt krank geschrieben, um den fetalen Tod zu verdauen.

Ich habe eine Einweisung fürs Krankenhaus bekommen und fahre auch gleich hin, wenn ich bequemere Kleider angezogen habe. Ich wünsche, ich würde nicht alleine hin fahren.

9W1T mit Schreck

Der Schreck war eigentlich gestern Abend, bei 9W0T. Nein, 8W7T.

Ich lag gemütlich auf der Couch vor dem Fernseher. Nachdem ich einige neue Reihen am Schal vom Ehemann gehäkelt hatte, döste ich bei der doch recht interessanten Doku-Sendung über das Ehepaar Klarsfeld. Es war spät.

Ich bin plötzlich von einer heftigen Kontraktion aus dem leichten Schlaf geweckt worden. Schmerzhaft war es nicht. Es fühlte sich eher wie ein Krampf an, wobei ich den Eindruck hatte, dass mein Bauch nach innen gezogen wurde. Es ist nur einmal passiert, hat mir aber ein ganz komisches Gefühl hinterlassen.

Kontraktion wegen Spontanabort? Hatte es mit der Wassergymnastik gestern Abend zu tun? Oder mit den Spaghetti all’arrabbiata, die ich danach gekocht habe, vielleicht war es zu scharf? Ich fand es angenehm pikant, der Ehemann war dabei nur noch am Hecheln und Schwitzen.

Ich bin nach der Kontraktion sofort zur Toilette gerannt und habe ein bisschen Blutverlust festgestellt. Das leicht rosafarbenes Blut, das ich bei der Einnistung gesehen hatte, und ab und zu ganz leicht zwischendurch. Gestern Abend war es mehr als sonst.

Heute Morgen sah alles wieder ganz normal aus. Schmerze habe ich nicht. Ich frage mich, was gestern passiert ist. Beim Termin nächste Woche muss ich die Gynäkologin unbedingt danach fragen.

8W2T

Nach der Ultraschall-Untersuchung von gestern ist die Dauer der Schwangerschaft korrigiert worden. Es passiert anscheinend häufig. Bei der ersten Untersuchung war der Wurm so klein, wahrscheinlich war die Berechnung des Alters aufgrund seiner Länge zu ungenau. Gestern ist eine Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von 1,65 Zentimeter gemessen worden, was einer Schwangerschaftsdauer von acht Wochen und einem Tag entspricht. Kurz 8W1T. Also heute 8W2T.

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Es hat mich verwirrt. Wieviele Bezeichnungen für eine Schwangerschaftsdauer gibt es denn? Mit der Angabe der Schwangerschaftswoche (SSW) war ich zufrieden. Vor zwei Wochen war die 7. SSW vorbei. Es waren sieben Wochen seit dem Beginn der letzten Periode vergangen. Da der Eisprung zwei Wochen danach erfolgt, war der Wurm fünf Wochen alt. Alles klar. Jetzt kriege ich ein Bild, das mehr wie ein Baby aussieht[1], und darauf steht 8W1T. Weil es sich immer noch nach dem „ersten Tag der letzten Periode“ richtet (das ergibt ab hier für mich keinen Sinn mehr), und man trotz besseres Wissens immer noch davon ausgeht, dass der Eisprung vierzehn Tage nach dem ersten Tag der letzten Periode statt findet, ist das Embryo 6W1T alt. Es ist als ob ich meine Periode eine Woche später als beobachtet bekommen hätte.

Die 9. SSW fängt also erst gerade an. Kann man zum Beispiel hier in der Tabelle nachlesen. Heißt das, dass mein Eisprung ganze drei Wochen nach Beginn der letzten Periode statt gefunden hat? Als ich durch die Straßen von Nizza schlenderte? Was für einen komischen Zyklus habe ich denn gehabt? Ich hatte während der Weihnachten-Sylvester-Zeit mit dem vielen Reisen so gut wie nie daran gedacht, meine morgendliche Temperatur zu messen, also kann ich es nicht mal nachvollziehen. Oder entwickelt sich das Embryo zu langsam? Oder hat das Ei viel länger gebraucht, um die Eileiter herunter zu gehen?

Wenigstens hat meine Brust erstmals aufgehört, sich zu vergrößern. Ein ganzes Körbchen mehr schleppe ich mit mir rum. Es war vorher kein Problem, um seitlich zu schlafen. Jetzt weiß ich nicht wohin mit den Dingern. Meine Arme drücken beim Liegen ständig drauf. In dem Bauch spüre ich Periodenähnliche Krämpfe, weil die Gebärmutter wächst. Dazu kommt, dass ich ständig zähflüssige Ausscheidungen habe. Ich dachte, ich könnte in der Schwangerschaft wenigstens auf Slipeinlagen verzichten. Im Gegenteil, ich brauche noch mehr davon. Als Folge renne ich ständig zur Toilette, um zu prüfen, dass ich kein Blut verliere.

Zugenommen habe ich. Das ist kein Wunder. Diät habe ich eingestellt, um die Versorgung vom Embryo sicher zu stellen. Ich esse auch nicht zu viel. An manchen Tagen schon, an anderen dafür weniger, mit fddb habe ich noch einen guten Überblick. Übelkeit habe ich gar keine. Ich esse viel mehr Süßes als vorher. Wenn Nutella mich sonst immer kalt gelassen hatte, ist es jetzt besser, wenn der Gatte das Glas versteckt. Sport treibe ich weiterhin. Anderthalb Kilogramme sind zurück gekommen. Klar, die Brust muss man berücksichtigen, das zusätzliche Blut, das produziert wurde, und Fruchtwasser, obwohl es noch nicht so viel sein dürfte, und die Wassereinlagerungen… Ich muss jetzt häufig den Ehering ausziehen, weil die Finger dicker geworden sind, obwohl ich mit knapp zehn Kilogrammen weniger als bei der Hochzeit immer noch im normalen BMI-Bereich liege. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

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Die nächsten Untersuchungen, samt pränataler Diagnostik in einer anderen Praxis, finden in den nächsten Wochen statt. Es gibt ein sehr knappes Zeitfenster, um die Aussagekraft der Ultraschall-Untersuchung für genetische Defekte zu maximieren. Ich bin blöderweise genau in den drei Tagen im Ausland auf Dienstreise. Allerdings musste ich für die Terminfindung den Entbindungstermin angeben, und er basierte auf die erste Schätzung. Mit der korrigierten Schwangerschaftsdauer weiß ich nicht, ob wir den Termin für die Diagnostik nicht verschieben sollten. Das frage ich bei meiner Praxis vorsichtshalber nochmal nach. Immerhin kosten diese Untersuchungen um die 200€ und sind aus eigener Tasche zu bezahlen, da will ich sicher sein, dass wir sie am bestmöglichen Zeitpunkt machen.

[1] Gestern haben wir übrigens ganz kleine Arme und Beine gesehen, nur in dieser Orientierung sieht man nichts davon, und ja, ein bisschen gefreut habe ich mich schon bei dem Anblick.

Risikoschwangerschaft

Ich verbringe den Abend vor dem Rechner und lese mir das ganze Internet zum Thema Schwangerschaft durch. Mich interessieren vor allem persönliche Geschichte von werdenden Müttern. Interessante Beiträge habe ich gefunden, wo über Entwicklungen vom Bauch und über Ängste berichtet wird.

Sorgen mache ich mir. Ich bin jetzt vierzig. Das Mindesthaltbarkeitsdatum meiner Eizellen ist längst überschritten. Meine erste Periode hatte ich mit elf, also liegen sie schon seit neunundzwanzig Jahren rum und werden mit der Zeit nicht besser. In meinem Alter liegt die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit genetischen Defekten zu bekommen, bei 1:68. Das ist enorm und sollte nicht unterschätzt werden.

Das ist auch was meine Gynäkologin mir bei der ersten Untersuchung gesagt hat. Das optimale Alter für eine Schwangerschaft ist bei mir schon vorbei. Das sehe ich völlig ein (und ich verstehe nicht, warum eine andere betroffene Bloggerin sich davon so stark beleidigt gefühlt hat, als ihr der Arzt dasselbe mitgeteilt hat, dass sie gleich einen ganzen Beitrag darüber schreiben musste). Vielleicht deshalb will ich warten, bis die Ergebnisse vom Erst-Trimester-Screening bekannt sind, bevor ich mich über die Schwangerschaft freue. Ich hoffe, ich muss nicht vor der Wahl gestellt werden, ob Abtreibung oder lebenslanger Pflegefall. Auch wenn ich weiß, wofür ich mich entscheiden würde.

Ich vermute, dass ich im letzten Jahr viel häufiger schwanger war als ich nachweisen konnte, da ich die charakteristische pinke Einnistungsblutung mehrmals beobachtet habe, aber dass Spontanaborte aufgrund von Defekten sehr schnell statt gefunden haben. Es ist gut, dass mein Körper aus natürlicher Weise nicht lebensfähige Embryos aussortieren kann. Leider ist es nicht 100% zuverlässlich, sonst gäbe es gar keine genetische Defekte.

Klar, ich hätte früher Kinder bekommen können. Früher kannte ich meinen Mann aber nicht, und mit keinem meiner Ex-Freunden hätte ich eine Familie gründen wollen. Ich hatte den Wunsch nach Kindern schon längst aufgegeben. Und dann kamen Jobwechsel, Umzug, Verliebtheit, Hochzeit, und jetzt bin ich schwanger. So überraschend kann das Leben laufen.

Beim heutigen Stöbern habe ich mit Entsetzen den Blogbeitrag einer werdenden Mutter entdeckt, der mir zu blöd vorkam, um ihn hier zu verlinken. Die Frau zählt noch nicht zu den Spätschwangeren, hat die Untersuchung trotzdem machen lassen. Mich hat es sehr gestört, wie sie die ganze Problematik einer Risikoschwangerschaft verharmlost:

Hier geht es ja „nur“ um Chromosenabweichungen und keine schwerwiegendere Behinderung.

Hat die Autorin noch nie vom Down-Syndrom gehört? Es ist die häufigste Chromosomenaberration, und ist alles anderes als unbedenklich. Chromosom-Defekten sind keine Schönheitsfehler, sondern bringen echte Behinderungen und/oder Fehlbildungen mit sich, und können sogar schnell tödlich verlaufen. Das als „Chromosenabweichungen“ verniedlichen zu wollen zeugt nur von Ignoranz.

Weiter im Text wird noch die Nützlichkeit der Nackentransparenzmessung in Frage gestellt, was in sich vertretbar ist, da die Ergebnisse nicht eindeutig sind. Die Kosten dieser Untersuchung werden auch nicht von Krankenkassen übernommen. Aber der Grund, warum sie davon abrät, sowie übrigens von der Blutuntersuchung, ist, dass „nur eine Wahrscheinlichkeit“ für ein genetisches Defekt angegeben wird. Ich würde behaupten, dass die Autorin keine Ahnung von Statistik hat, und deswegen Wahrscheinlichkeiten als Unfug sieht. Dass man „nur“ eine Wahrscheinlichkeit für ein Problem bekommt, bedeutet lange nicht, dass das Risiko nicht existiert. Die Wahrscheinlichkeit einer Bauchhöhlenschwangerschaft liegt zwischen 0,05% und 0,1%, und es kann trotzdem durchaus passieren.

Im Allgemeinen habe ich den Eindruck, dass die Meinung in der Bevölkerung sich verbreitet hat, dass die Fortschritte der Medizin die Obergrenze des optimalen Alters bei Frauen für eine Schwangerschaft in den letzten Jahren nach oben geschraubt haben. Das stimmt so ganz und gar nicht! Was sich verbessert hat, sind die Vorsorgeuntersuchungen, die Probleme früher erkennen lassen, und Frauen anhand der Ergebnisse handeln lassen können. Die Biologie ist immer noch die Gleiche geblieben. Die Untersuchungen werden erst an Frauen über 35 Jahren angeboten, und diese Grenze ist willkürlich. Die Tatsache, dass in Deutschland Kinder mit Down-Syndrom heutzutage vor allem von Frauen unter 35 geboren werden, liegt daran, dass diese Frauen noch keine Untersuchung angeboten bekommen.

7. SSW geschafft

Heute war mein erster Untersuchungstermin bei der Gynäkologin. Früher hätte es keinen Sinn gemacht, weil man nichts beim Ultraschall gesehen hätte. Und es war mir wichtig, bei der ersten Ultraschalluntersuchung etwas zu sehen. Um sicher zu sein, dass das Embryo diesmal an der richtigen Stelle sitzt. Das tut es. Die seitlichen Stiche, die ich am Wochenende gespürt habe, sind normal. Ausatmen. Wahrscheinlich habe ich mir umsonst Sorgen gemacht, weil ich fast alle zu erwartende Symptome einer Schwangerschaft beobachtet habe, minus der Übelkeit. Ich musste sogar am Wochenende neue BHs kaufen, weil die neueste, die ich vor Weihnachten gekauft hatte, schon (zur Freude des Ehemannes) zu klein sind. Bei einer unnormalen Schwangerschaft wäre es nicht so gewesen.

Ich kann nicht behaupten, dass ich beim Anblick vom Embryo etwas wie Glück oder Stolz oder Liebe empfunden habe. Und das, obwohl die Gynäkologin mir den Herzschlag gezeigt hat. Das Embryo, das fünf Wochen alt ist[1], sieht gerade wie ein Wurm aus, wobei man schon den Kopf vom noch vorhandenen Schwanz differenzieren kann, und ich habe mich ein bisschen unwohl gefühlt, dieses Ding in meinem Bauch zu wissen. Komisch. Bis jetzt muss ich feststellen, dass die Schwangerschaft mich nicht besonders glücklich macht. Es freut mich eher zu sehen, wie der zukünftige Vater sich freut. Mir ist es noch egal, obwohl ich körperlich alles tue, um das Kind nicht zu gefährden. Ich bin vor allem froh, dass mir durch die Schwangerschaft keine schwere gesundheitliche Probleme drohen. Ich frage mich, ob ich normal bin. Das ändert sich vielleicht, wenn ich weiß, dass wirklich alles in Ordnung ist. Ich hoffe sehr. Diese Gefühllosigkeit finde ich erschreckend.

[1] Die Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt, also zwei Wochen vor der Empfängnis.

Heute zu Hause

Es ist toll, wenn ich von zu Hause aus arbeiten darf. Ich spare mir gleich zwei Stunden Fahrt mit der ÖPNV. Wenn ich den Anfang der Woche betrachte, würde ich sogar drei Stunden sagen.

Am Montag lief es erstmal in Ordnung. Ich hatte keine Lust auf S-Bahn. Mit dem ersten Bus los, kurz in der U-Bahn, dann zur nächsten Bushaltestelle, um das letzte Stück zur Arbeit zu fahren. Um neun stand ich dort. Der Bus fährt im zwanzig-Minuten-Takt, zusammen mit einem anderen Bus, der einen Teil der Strecke fährt. Um zwanzig vor zehn, ziemlich durch gefroren, als die Anzahl der Fahrgäste sich schon bedrohlich auf dem Bürgersteig vermehrt hatte, bin ich in den anderen Bus eingestiegen und habe den Fahrer gefragt, ob er irgendwas über die andere Linie wüsste. Nein, aber die Nummer vom Kundendienst hat er mir gegeben: 030-19449. Dort habe ich erfahren, dass es auf der Autobahn einen Unfall gegeben hatte, und alle Fahrzeuge die Ausfahrt nehmen mussten, was einen Monsterstau verursacht hatte. Die Busse kamen einfach nicht durch. Ich bin bis zur letzten gemeinsamen Haltestelle mit dem Bus gefahren und habe den Rest zu Fuß gemacht. Fünfundzwanzig Minuten. Natürlich hat sich inzwischen der Stau aufgelöst, und der lang ersehnte Bus hat mich zwischen zwei Haltestellen überholt. Ich war aber bei der Kälte flott genug unterwegs, und habe ihn bei jeder roten Ampel wieder getroffen.

Gestern hatte der erste Bus schon eine Viertelstunde Verspätung, wie mir meine BVG-App nach fünf Minuten Ungeduld berichtet hat. Mit der App ist es so eine Sache. Verspätungen werden häufig gar nicht angezeigt, wie am Montag. Diesmal schon. Der Bus fährt im zehn-Minuten-Takt, also bin ich in den nächsten Bus eingestiegen. Zu meiner Enttäuschung war es wieder kein Doppeldecker, und nicht mal ein langer Bus, weil er nicht so weit wie der erste Bus fährt und dadurch weniger Gäste bekommt. Im Normalfall. Dadurch, dass der erste Bus de facto ausgefallen ist, war der entsprechend rappelvoll. Wir haben noch auf dem Weg zur U-Bahn im Stau gestanden und zehn Minuten Verspätung gesammelt. Als ich dann bei Rot an der Ampel stand, um zur letzten Bushaltestelle zu gehen, ist mir der Bus vor den Augen weg gefahren. Nochmal zwanzig Minuten in der Kälte warten.

Heute habe ich mich also gefreut, zu Hause zu arbeiten. Dadurch entfällt die Fahrzeit, die ich momentan benutze, um einen Schal für den besten Ehemann der Welt zu häkeln, aber mehr dazu in einem anderen Beitrag. Heute wäre ich sowieso nicht dazu in der Lage gewesen. Schon beim Aufstehen wurde mir klar, ich bin so was von müde! In der Küche würde mir schwindelig, als ich das Radio bedienen wollte. Ich habe mich auf der Couch im Wohnzimmer unter der Decke gekuschelt und geschlafen, als der Ehemann sich für die Arbeit fertig gemacht hat. Nach einer Weile konnte ich mich aufraffen und habe zwei Stunden gearbeitet. Danach bin ich zum Arzt gegangen, um nach den Testergebnissen von letzter Woche zu fragen. Sie hatten mir gar nicht Bescheid gesagt, aber die Ergebnisse lagen schon länger da. Es gab eine kurze Besprechung mit dem Arzt, der meinte, solche tolle Blutwerte hätte er selten gesehen — danke Nadja! Vermutlich. Ich kannte meinte Werte auch nicht, bevor ich meine inzischen elf Kilogramme abgespeckt habe. Und Mängel gibt es keine. Ich habe noch mein bestelltes Buch Schwangerschaft für Dummies bei der Buchhandlung abgeholt und bin zurück nach Hause gefahren. Kurz gegessen. Und dann wurde mir bewusst, ich war unfähig zu arbeiten.

Migräne. Lichtempfindlichkeit. Müdigkeit. Lesen und am Rechner arbeiten unmöglich. Ich habe mich wieder auf der Couch unter der Decke mit herunter gezogenen Jalousien gepackt und versucht zu schlafen. Wie gestern, als ich nach Hause gekommen bin. Gestern nachmittag hatte mich genau beim Einschlafen das Klaviermassaker der Nachbarn den Schlaf geraubt. Seitdem wir hier wohnen, hat sich qualitativ am Musizieren der Nachbarn leider nichts geändert, wobei es in letzter Zeit nicht mehr so häufig zu hören ist. Für Elise ist inzwischen halb gelernt aufgegeben worden. Andere Stücke, die ich in meiner Jugend selber gespielt und geliebt hatte, werden dermaßen mishandelt, das ist echt schwer zu ertragen. Wie auch immer. Heute nachmittag konnte ich ohne Störung schlafen. Es hat aber nicht geholfen, weil die Migräne immer noch da war. Viel Wasser getrunken. Einen Apfel gegessen. Nochmal geschlafen. Übelkeit. Am Ende habe ich doch Paracetamol genommen. Es soll unbedenklich sein. Und nach dem ich wieder geschlafen habe, geht es mir endlich wieder besser. Ein mieser Tag war das.

Ich warte nun, dass der Ehemann auf dem Fitnessstudio zurück kommt. Weil er jetzt trainiert. Mit mir, in einem neuen Fitnessstudio. Aber dazu in einem anderen Beitrag.

Immer noch krank

Ich dachte, mir ginge es besser. Ich schlafe wieder besser, seit dem Wochenende. Ich war heute Morgen trotzdem müde beim Aufwachen. Und nach der Mittagspause habe ich mich plötzlich schlecht gefühlt. Zu warm, schwindelig, unfähig, zu lange an etwas zu arbeiten… Ich habe meine Sachen gepackt und bin um zwei nach Hause gefahren.

Kurz vorher noch Winfried angerufen, um Bescheid zu sagen: „Alles klar, riskiere nichts und erhole dich“, war seine Antwort. Ich habe noch nicht erzählt, wie großartig Winfried als Chef ist.

Ich habe ihm schon letzte Woche mitteilen müssen, dass ich schwanger bin. Ich darf ja nicht mehr im Labor arbeiten, oder unsere Messgäste für Experimente einweisen, oder sogar Rufbereitschaft machen. Es musste für meine kommenden Tätigkeiten dringend für Ersatz gesorgt werden. Ich war ganz nervös, als ich ihn angerufen hatte. Uschi, unser ehemaliger Chef, hatte schon mal einer Bewerberin, an die er interessiert war, doch nicht die Stelle angeboten, weil sie ihm im Nachhinein zugegeben hatte, schwanger zu sein.

Winfried hat auf die Nachricht ganz toll reagiert und mir gratuliert. Mein nächster Arbeitsvertrag ist unterwegs und daran ändert sich nach der Ankündigung nichts. Er hat nochmal bei der Personalabteilung angerufen und mir erklärt, dass ich gerne die benötigte Monate um die Geburt aussetzen und am Ende vom Vertrag anhängen kann. Und als ich gestern wieder auf Arbeit war und in seinem Büro stand, meinte er, ich sollte mich zu Hause einrichten, um vor dort aus zu arbeiten. Es wäre kein Problem, ich müsste nur mit der Personalabteilung darüber reden. Und Austattung wie neuen Rechner, Bildschirm usw. würde er mir für zu Hause besorgen. Was will man mehr?