K.O.

So lässt sich der Anfang des Jahres gut beschreiben. Ich bin seit einem Monat nicht mal dazu gekommen, hier in meinem Tagebuch irgendwas zu schreiben. Wenn ich mal Zeit gehabt hätte, hat mir die Motivation einfach gefehlt. Gekocht? Nur selten, und nichts, was ich hier fest halten möchte, wenn es was neues war.

Zum einen bin ich müde. Mein Entschluss, mit den Überstunden aufzuhören, stimmt mit der Realität nicht überein. Clockify[1] verrät es mir:

Kalenderwoche 2 3 4 5 6
Arbeitszeit 30:12:20 45:35:37 38:52:13 46:31:50 29:13:21
Überstunden -1:47:40 5:35:37 6:52:13 6:31:50 5:13:21

Dabei war in der 2. Kalenderwoche der Montag frei (Dreikönigfest), den Nachmittag des ersten Arbeitstages hatte ich beim Arzt verbracht, in der 4. Woche hatte ich mir den Freitag frei genommen, und diese Woche bin ich heute und morgen krank geschrieben.

K.O. fasst aber aus einem anderen Grund die letzten Wochen sehr gut zusammen: Zuerst das Knie, dann das Ohr. Bäm.

Das Knie habe ich mir gleich am ersten Arbeitstag des Jahres verletzt. Ich bin an einem nicht so kalten Morgen aus dem Bus ausgestiegen, nachdem es unterwegs angefangen hatte leicht zu regnen, habe die Straße überquert und bin von der glatten Eisfläche auf dem Bürgersteig auf der anderen Seite der Straße sehr überrascht worden. Die Luft war nicht kalt, aber der Boden noch gefroren, und durch das Regen hatte er sich im Nu zu einer Eisbahn umgewandelt. Es hat nur den Bruchteil einer Sekunde gedauert: Der rechte Fuß ist in seinem starren Lederstiefel nach links gerutscht, ich habe das Gleichgewicht verloren und bin mit dem Gesäß auf dem rechten Unterschenkel gelandet, wodurch das Kniegelenk gezerrt wurde. Ich konnte nicht mal wieder aufstehen, weil es so glatt war, dass ich keinen Halt unter den Füßen mehr finden konnte. Eine Frau hat mir wieder hoch geholfen und ist weiter gezogen. Panik. Ich habe gute zwanzig Minuten für den Rest der Strecke zur Arbeit gebraucht, dreimal so lange wie sonst.

Am Anfang lässt sich das Knie nichts anmerken, aber nach drei Stunden am Schreibtisch tut er plötzlich weh, als wir mit Kollegen essen gehen. Ich verbringe den Nachmittag beim Durchgangsarzt in meinem Dorf, kriege eine fürchterlich nach Erdöl stinkende Salbe auf dem Knie geschmiert, eine Bandage herum, soll diese erst in drei Tagen abmachen und Hitze vermeiden. Ich halte den Geruch der Salbe nach zwei Tagen nicht mehr aus, packe das Knie wieder frei und bade ausgiebig. Zwei Wochen lang halten die Schmerzen an, vor allem, wenn ich Treppen runter gehe. Bis ich an einem eiskalten Samstag nach dem Einkauf im Dorfzentrum zu Fuß nach Hause gehe, weil ich die S-Bahn verpasst habe. Ich trage einen kurzen Rock mit dicken Strumphosen, die gegen die Kälte nicht mehr helfen, als der starke Schneeregen anfängt. Ich komme nach zwanzig Minuten klatschnaß und gefroren zu Hause an und ziehe mich erstmal um. Seitdem sind die Schmerzen aber völlig verschwunden.

Dann das Ohr. Ich habe den heutigen Tag in Arztpraxen verbracht, weil ich seit Dienstagabend plötzlich eine ganz andere auditive Wahrnehmung erlebe. Rechts ist alles gut. Links kommen die Geräusche auch normal an, aber obendrauf höre ich leise die Geräusche deformiert und metallisch klingend, vor allem bei hohen Frequenzen. Und wenn es hoch und laut ist, wie beim Mädchen, das heute Morgen im Bus auf einmal laut kreischen musste, ist es schmerzhaft. Wenn ich rede, höre ich meine Stimme doppelt. Ich war eigentlich zuerst zur Arbeit gefahren, weil ich dachte, es würde sicherlich nach einigen Tagen wieder abklingen. Der Chef hat meine Geschichte gehört[2] und mich sofort ohne Ausrede zum Arzt geschickt. Meine Hausärztin hat mich zu einer HNO-Praxis überwiesen, wo ein harter Pfropfen festgestellt wurde. Nach dessen Beseitigung wurde ein Hörtest durchgeführt, und die Diagnose: Hörsturz bei hohen Frequenzen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich zu der Hörstörung keinen begleitenden Tinnitus oder Schwindel habe.

Was einen Hörsturz auslösen kann ist unklar. Häufig wird Stress als mögliche Ursache benannt. Stress habe ich, auf Arbeit. Aber ich kann mir andere Ursachen ausdenken. Zum Beispiel, dass ich am letzten Wochenende am Rechner vom Ehemann gespielt habe, der in Berlin war, und ich seine Kopfhörer benutzt habe, die enger als meine eingestellt sind und mir auf Dauer Schmerze verursacht haben. Seitdem spüre ich eine Störung im Ohr, und die Tondeformation hat sich erst drei Tage später bemerkbar gemacht. Oder die Tatsache, dass mir der Ehemann für Weihnachten eine Gitarre geschenkt hat, und ich seit vier Wochen fleißig lerne. Alleine, ohne Lehrer, denn ich mit Arbeits- und Pendlerpensum keine Zeit für einen regelmäßigen Unterricht hätte. Meine Haltung war am Anfang falsch und ich habe schnell Schmerze in der linken Schulter gespürt, die bis zum Hals und fast zum linken Ohr gestiegen sind. Jetzt geht’s besser. Oder ist es kein Zufall, dass ich Migränen vorwiegend links habe, und jetzt das linke Ohr einen Schaden hat? Behandlungsmöglichkeiten sind auch unklar. In vielen Fällen klingt ein Hörsturz von alleine wieder ab. Bei mir ist es seit Dienstag eher schlechter geworden, und der Arzt hat mir empfohlen, Cortison einzunehmen. Als Infusion. Keine Kassenleistung, die 80€ Medikation + 60€ Behandlung in der Praxis zahle ich aus eigener Tasche. Ich habe heute Nachmittag am Tropf gehangen, dann nochmal morgen und übermorgen. Ob es etwas bringt ist umstritten, es soll die natürliche Heilung unterstützen, sofern eine natürliche Heilung statt findet. Ich hoffe es sehr, weil es jetzt grauenhaft geworden ist, auf der Gitarre zu üben. Ich kann nicht mehr mit dem Ohr die Saiten relativ zu einander stimmen und muss das Stimmgerät benutzen, Akkorde klingen auf einmal ganz falsch. Es wäre echt blöd, in so kurzer Zeit das Lernen einstellen zu müssen. Kleiner Trost, Motörhead hören wird dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt sein.

K.O. will ich aber nicht sein. Der Ehemann braucht mich, momentan umso mehr, seitdem sein Vater Anfang Januar einen leichten Schlaganfall erlitten hat. Als er ins Krankenhaus gebracht wurde, konnte er sich nicht mehr richtig ausdrücken. Der Ehemann hat seitdem fast jedes Wochenende in Berlin verbracht und ihn im Krankenhaus besucht. Jetzt fühle ich mich auch noch schuldig, dass wir wegen meiner neuen Stelle von Berlin nach München umgezogen sind. Es wäre nicht so stressig, würden wir noch in Berlin wohnen. Der Schwiegervater ist letzte Woche vom Krankenhaus entlassen worden. Entscheidend war dabei, dass sie den Ehemann gefragt haben, ob Pflege und weitere Behandlung für den Schwiegervater organisiert wurden. „Nein“, hat der Ehemann geantwortet, „aber zur Not werden wir es machen (müssen).“ Und Schwupps wurde der Schwiegervater an dem Tag auch entlassen. Völlig unzulässig, wie der Arzt gestern dem Ehemann mitteilte, der wieder in Berlin ist und dank Vorsorgevollmacht bei Terminen anwesend sein darf und Entscheidungen treffen kann. Der Schwiegervater ist nicht mehr in der Lage alleine zu leben und muss in ein Pflegeheim. Eine leichte Demenz wurde ihm schon vor einigen Monaten diagnostiziert, und seitdem er am Ende vom extrem heißen Sommer kollabiert hatte, hat der Ehemann einen Pflegedienst für seinen Vater organisiert, der ihn in die Wohnung besuchen soll. Das hatte der Schwiegervater akzeptiert, als er im Krankenhaus war, um dann fürchterlich mit der armen Frau zu schimpfen und sie weg zu schicken, als er dachte, ihm ginge er besser und er bräuchte keine Hilfe. Am Wochenende selbes Spielchen. Dem Ehemann hat er alles zugestimmt, als er im Krankenhaus war, um dann am Montag zu Hause wieder dem Pflegedienst abzusagen. Daher ist der Ehemann wieder nach Berlin gefahren, und arbeitet von dort aus, wenn er Zeit dafür findet. Insofern ist es gut, dass der Arzt auch dem Schwiegervater sagt, es geht jetzt alleine nicht mehr weiter so. Die nächsten Wochen werden noch stressig.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

[2] Ich habe gestern von zu Hause aus gearbeitet, da ich am Vormittag die Kontrolluntersuchung für das Knie hatte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Eine Woche ohne Weisheitszähne

Letzte Woche war mein großer Termin beim Oralchirurg. Seit dem bin ich krank geschrieben. Heute werden die Fäden gezogen, und morgen darf ich wieder ins Büro. Hoffentlich kommen die Drainagen am unteren Kiefer auch endgültig weg. Es pocht schmerzhaft und ich habe immer Angst, sie mir versehentlich beim Essen oder Zähneputzen weg zu reißen.

Der Zahnarzt hatte mir ausdrücklich Ruhe verordnet. Soll ich zugestehen, dass ich mich beim aktuellen Stress auf Arbeit auf den Eingriff und der folgenden ruhigen Woche gefreut hatte? Dachte ich vorher, ich könnte in der Zeit ruhig von zu Hause aus ein bisschen arbeiten, weil es so viel zu tun gibt, merke ich jetzt, es wäre gar nicht gut gewesen. Fergus macht uns in letzter Zeit wieder das Leben zur Hölle, und bloss beim Gedanken an ihn spüre ich, wie sich mein Kiefer verkrampft. Das tut weh, wenn man Wunden im Zahnfleisch hat.

Stattdessen habe ich mich entspannt. Filme geguckt. Gelesen. Gehäkelt. Suppen gekocht, oder, am Anfang, mich bekochen lassen. Der Ehemann war so lieb und hat sich die ersten zwei Tage für mich frei genommen. Es gab:

  • Donnerstag: Süßkartoffelsuppe
  • Freitag: Tomatensuppe mit Orangen, aus meinem kreolischen Kochbuch, leider hat es an den Wunden gebrannt, vermutlich wegen der Fruchtsäuren
  • Samstag: Möhren-Ingwer-Suppe
  • Sonntag: Forellesüppchen mit Petersilienwurzel, das war die Idee vom Ehemann, der es aber schade fand, das Gemüse für den Fond laut Rezept weg zu tun und beschlossen hat, alles zu pürieren, was zu einem dicken Brei geführt hat
  • Montag: Pilzsuppe
  • Dienstag: Cremige Randensuppe mit Knollensellerie und Orangen
  • Mittwoch: Kürbis-Süßkartoffelsuppe

Heute habe ich keine Lust mehr auf Suppe. Ich mache mir Skyr mit Sauerkirschen.

Auslöser für die Aktion war mein Milchzahn 65, bei dem mir ein Stück beim Essen im letzten Urlaub gebrochen ist. Zum Glück schmerzlos. Direkt nach unserer Rückkehr bin ich zur Zahnärztin gerannt. Es war doch nur eine Füllung, die gefallen war, aber der Milchzahn 55 auf der anderen Seite wäre jetzt in einem nicht mehr haltbaren Zustand. Der Arme hat schon über zehn Jahre her seine Wurzel behandelt bekommen und ist häufig geflickt worden, jetzt würde er wackeln und müsste raus, meinte die Zahnärztin. Danach kommt ein Implantat. Und wenn ich schon dabei bin, sollten auch die restlichen drei Weisheitszähne entfernt werden. Es gäbe nicht genug Platz im Kiefer. Das ist genetisch bedingt. Meine Mami hat das selbe Problem. Warum hatte ich damals nicht alle Weisheitszähne auf einmal entfernen lassen, statt nur den schlechten Zahn?

Mit dem Oralchirurg hatte ich jedenfalls Glück. Im Vergleich merke ich erst jetzt, wie schlecht ich damals in Aachen für den kranken Weisheitszahn behandelt wurde. Die Praxis, ich habe halb vergessen, ob in oder bei der Theaterstraße, hatte sich gar nicht um die Folgen des Eingriffs gekümmert und ich wusste beim raus gehen nicht mal, wann und wo ich mir die Fäden ziehen lassen sollte. Das ist diesmal von der Praxis selbstverständlich organisiert worden. Am Abend nach dem Eingriff hat mich der Zahnarzt persönlich angerufen, um sich zu erkundigen, wie es mir geht. Seine persönliche Telefonnummer habe ich für Notfälle außerhalb der Praxiszeiten bekommen. Ich habe sie nicht gebraucht.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Migräne, mal wieder

Gestern habe ich die erste Migräne des Jahres bekommen. Gerade zwölf Tage habe ich durchgehalten.

Es hat nicht geholfen, dass ich wenig schlafen konnte. Um elf war ich am Samstagabend im Bett. Der Ehemann hatte noch oben am Rechner zu tun und ich bin um zwei Uhr morgens kurz aufgewacht, als er sich endlich ins Bett gepackt hat. Um sechs hat mich sein Schnarchen aus dem Schlaf gerissen.

Die Nacht davor hatte ich schon nicht sonderlich viel geschlafen. Ich war noch zu sehr von der langen Rückfahrt aus der Arbeit gestresst, um früh einschlafen zu können. Bin ich froh, dass der Ehemann mich in Westkreuz abholen konnte, als die S-Bahn völlig versagte! Sonst hätte ich mir irgendwo ein Zimmer suchen müssen. Kein toller Start ins Wochenende.

Gestern habe ich mich jedenfalls den ganzen Tag nicht so toll gefühlt. Gegen vier habe ich den Wind wahrgenommen. Es hatte schon die ganze Zeit leicht geregnet, wobei auch Flocken zu sehen waren. Ich habe leichte Kopfschmerze bekommen, die nach einer heißen Schokolade verschwunden sind.

Bis halb sieben, wo sie mit voller Wucht zurück gekommen sind. Geräusch- und Lichtempfimdlichkeit. Übelkeit. Die linke Schläfe schmerzte und pochte. Wie immer. Aspirin eingenommen, keine Wirkung. Der Ehemann hatte ganz lieb für uns gekocht, und ich habe mich beim Essen nur elend gefühlt. Konnte meinen Teller nicht aufessen. Um nicht mal neun habe ich mich im Dunkel auf die Couch hingelegt, als der Ehemann noch am Essen war. Er hat mich zugedeckt.

Um halb zwei werde ich vom Gewitter wach. Es weht ganz stark, und ich kann teilweise nicht sagen, ob ich Donner oder Wind höre. Der Regen prasselt gegen die Außenjalousien. Um zwei hört der Gewitter auf, es regnet weiter.

Ich stehe auf und putze mir die Zähne, was ich vor dem Einschlafen auf der Couch nicht geschafft habe. Die Migräne ist vorübergehend weg. Ich ziehe eine Jalousie im Wohnzimmer aus Neugier hoch und sehe: Der ganze Schnee, der gestern noch da auf dem Dach lag, ist weg. Auf dem Bürgersteig jedoch noch nicht. Es ist unglaublich, welche Menge an Schnee jetzt geschmolzen ist.

Wenigstens hat die Bahn keine Ausrede mehr, um nicht zu fahren. Ich frage mich, in welchem Zustand der Bahnsteig sich befindet. Voll mit hart getretenem Schnee, auf dem es jetzt ganz viel geregnet hat? Es wird kein Spaß.

Ich hoffe, ich kann noch ein bisschen schlafen. Ich habe gerade höchstens fünf Stunden geschlafen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wieder im Lande

Wir haben die Zeit nach Weihnachten bei meiner Familie verbracht. Am Sonntag geflogen, und gestern hieß es wieder, ab nach Hause.

Natürlich konnten wir in der kurzen Zeit nicht alle besuchen. Wir haben bei meiner Mutter übernachtet, haben einen ruhigen Silvesterabend verbracht, und sind danach zu meiner Schwester gefahren. Der Neffe konnte sich noch an uns erinnern. Lustig war, als wir die Ziegen und Hühner vom Nachbar besucht haben. Die Hühner haben mit ihren Krallen den Boden gekratzt, um nach Würmern zu suchen. Der Neffe hat es nachgemacht. Zuerst hat er mit den Füßen das Gras geschrubbt, dann hat er sich mit dem Gesicht ins Gras fallen lassen, um mit seiner Nase etwas zum Essen zu finden. Voll süß. Am Donnerstag waren wir wieder bei meiner Mutter, und gestern war der Bruder mit seiner Freundin kurz da, bevor wir abgefahren sind. Ein Scoop: Die Beiden wollen jetzt Eltern werden. Es klappt jedoch nicht. Da Fastschwägerin vierzig geworden ist, wird es sicherlich schwierig. Ich hoffe, ihr bleiben meine Erfahrungen erspart. Meine letzte Fehlgeburt liegt nun zwei Jahre her, als ich gerade vierzig war. Seitdem bin ich, glaube ich, nicht mehr schwanger geworden.

Gestern hat blöd angefangen. Kurz bevor wir zum Dorfmarkt aufgebrochen sind, hat mein unterer Rücken laut geknackt. Das macht er ab und zu, seitdem ich Ischiasprobleme hatte, unten links im Becken-Bereich. Meistens fühlt es sich gut an, wenn es knackt, als ob eine Blockade sich dadurch lösen würde. Gestern war das Knacken anders, und ich habe seitdem Schmerze bekommen. Ich kann wieder nicht mehr lange stehen bleiben. Mein Becken knackt leicht, wenn ich das linke Bein heben muss, und ich fühle mich blockiert. Es strahlt auch ein bisschen ins Po und der linke Fuß kribbelt. Der Ehemann musste gestern meinen Koffer und meine Laptop-Tasche tragen, zusätzlich zu seinen Sachen.

Wir sind viel früher als nötig abgefahren, weil ich eigentlich schon seit Wochen ahnte, dass wir nicht so leicht zurück zum Flughafen kommen würden. Ich war überrascht, dass wir ohne Problem zu meiner Mutter und meiner Schwester fahren konnten. Aber gestern war Samstag, das erste Wochenende im Jahr, und im Fernseher hieß es, dass die gelben Westen wieder zu Aktionen gerufen hatten. Die Einfahrt zur Autobahn in Le Muy war eingeschränkt und es staute am Kreisverkehr davor. Ich glaube, wir sind kurz zu Beginn der Autobahnsperrung angekommen. Ein Stückchen weiter warnte uns ein LED-Schirm über einen Stau sechs Kilometer weiter, und wir haben die nächste Ausfahrt in Puget-sur-Argens benutzt, um weiter auf kleinen Straßen zu fahren. Das war die beste Entscheidung überhaupt, denn in Fréjus war die Mautstelle komplett gesperrt. LKWs hatten sich vor jeder Schranke gestellt, wie wir von einer Brücke direkt oberhalb sehen konnten. Wer weiß, wann wir in Nizza angekommen wären, wären wir auf der Autobahn geblieben…

Um halb fünf waren wir bei der Autovermietung am Flughafen, und wir hatten noch viel Zeit, bis zu unserem Flug nach München um 19:35. Ich konnte zum Glück sitzen, während der Ehemann in der Schlange für die Gepäckabgabe gestanden hat. Mein Rücken tat richtig weh. Wir haben dann die Zeit am Restaurant auf der Etage nach der Sicherheitskontrolle verbracht. Das Restaurant hatte blöderweise nichts zum Essen, weil es Samstag war. So gut besucht ist der Flughafen wohl nicht. Wenigstens gab es Pastis. Kurz vor Boarding sind wir zu den anderen Reisenden in die Wartehalle gegangen. Das Restaurant hatte eh um 19:00 Feierabend (es ist schlimmer als in Bayern). Um 19:05 kam dann eine Durchsage: Unser Flug sollte über eine Stunde Verspätung haben. Keine weitere Information, und gar keine Mitarbeiter, um nachfragen zu können. Sowohl die App als auch die Webseite von Lufthansa zeigten noch den Flug als pünktlich an. Würden wir denn noch an dem Tag nach Hause fliegen können, oder sollten wir über eine zusätzliche Übernachtung nachdenken? Würden wir rechzeitig Bescheid bekommen? Mein Vielflieger von Ehemann hat die Hotline angerufen und ihm wurde erzählt, dass aufgrund von schwerem Schneefall in München alle Flüge verspätet oder gar annulliert wurden. Die Maschine nach Nizza wäre gerade erst abgeflogen, wir würden aber zurück fliegen können. Es hätte nur so viele Flugausfälle und Verspätungen gegeben, dass sie gar nicht mehr in der Lage gewesen wären, die Informationen auf der Webseite zu aktualisieren. Die LIMS-Programmiererin (also, ich) hat dafür kein Verständnis.

Um 21:00 fing das Boarding an, anderthalb Stunden später landeten wir in München. Es hat über eine halbe Stunde gedauert, bis wir unsere Koffer bekommen haben. Ich habe wieder zum Glück die ganze Zeit sitzen können, und es war gut, weil mein Rücken sich in der Zeit so gut erholen konnte, dass wir bis zur S-Bahn ein wenig laufen konnten. Nicht super schnell, aber schneller als beim Gehen. Die S8 nach Herrsching von 23:14 haben wir gerade noch erwischt, die Nächste wäre erst vierzig Minuten später abgefahren. Um zwanzig vor eins waren wir endlich zu Hause.

Heute habe ich mich geschont. Ich hatte mich für die Nacht mit Voltaren eingecremt und es ging, beim Aufstehen. Ich spüre aber, dass es schlimmer werden könnte, wenn die Blockierung sich nicht löst. Mit einem Schal habe ich den Becken den ganzen Tag warm gehalten, und ich habe vor dem Abendessen schön warm gebadet. Trotzdem klemmt’s weiter. Ich fürchte, dass es morgen auf Arbeit schwierig werden könnte. Vielleicht sollte ich wieder Diclofenac einkaufen gehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich will nicht krank werden

So wie es sich anfühlt, habe ich keine Wahl. Als ich nach Hause angekommen bin, habe ich mich zuerst auf der Couch hingelegt. Mir ging’s nicht gut, ich hatte den ganzen Tag Bauchschmerzen. Nach dem kurzen Nickerchen ging es mit dem Bauch besser, dafür habe ich Gliederschmerzen bekommen. Mir wurde es zu kalt und ich musste eine dicke Sporthose und meine Thermosocken anziehen. Dabei haben wir fast 26 °C in der Wohnung. Also Fieber, genauer gesagt 38 °C. Und mein Bauch schmerzt doch noch ein bisschen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich gestern zu leicht angezogen war. Im Radio hatten sie etwas von 26 °C erzählt. Die hatten wir in meinem Arbeitsviertel definitiv nicht. Ich habe es schon bereut, als ich das Haus in meinem kurzen Kleid verlassen habe, konnte leider nicht mehr zurück. Ich hatte einen Termin auf Arbeit und musste ganz früh und pünktlich vor Ort sein. Tagsüber war es in meinem Büro zu warm, da ich jetzt im letzten Stock auf Südseite bin (ach ja, ich bin wieder umgezogen), aber draußen habe ich ständig gefroren. Abends auf dem Heimweg war es nach dem Aussteigen aus dem Bus deutlich wärmer und nicht so windig. Wahnsinn, was zwanzig Kilometer Abstand in einer so flachen Stadt für einen Unterschied machen können.

Ich war gestern Abend mit dem Ehemann bei unserer Stammkneipe verabredet. Da er jetzt ganz nah von zu Hause aus arbeitet, habe ich ihn darum gebeten, mir eine Hose und eine Strickjacke mitzubringen. Die habe ich direkt beim Ankommen in der Kneipe angezogen. Leider gab es gestern Abend ausnahmsweise keine Band, die Musik gespielt hat. Das hat man an der viel geringeren Anzahl von Gästen gemerkt. Wir haben beide Brown Ale getrunken. Dazu habe ich mir Hirtenkäse mit Oliven bestellt. Ich hatte eine kleine Platte Käse mit Oliven erwartet und habe einen Riesensalat mit Käse und Oliven bekommen. Und eine Vinaigrette, die selbst mir zu sehr nach Essig geschmeckt hat. Vielleicht habe ich sie nicht so gut ertragen. Ich musste heute häufig zu Toilette und hatte am Morgen leichten Durchfall.

Oder liegt es an meiner Periode? Die hatte ich schon vermisst. Die letzte hatte sechs Wochen her statt gefunden. Komisch nur, dass alle meine Schwangerschaftstests negativ ausfielen, selbst heute Morgen. Ob es sich um eine extrauterine Schwangerschaft handeln könnte? Beim letzten Mal waren die Testergebnisse negativ, weil das Schwangerschaftshormon in solchen Fällen nicht so schnell ansteigt. Ich bin also um acht Uhr morgens zur Sprechstunde meiner Gynäkologin angekommen. Sie liegt praktischerweise ganz nah zur Arbeit, unpraktischerweise eine Stunde ÖPNV von zu Hause aus. Was soll’s, wenigstens habe ich eine gefunden, die mich als frische Berlinerin in ihrer Praxis angenommen hat. Nicht so einfach. Sie wollte gerade die Untersuchung anfangen und hatte mir den zylindrischen Metallteil in die Scheide eingeführt, als sie sagte, „aber da liegt doch eine Blutung vor!“ Ich habe mich ganz blöd gefühlt. Die Periode muss im Wartezimmer angefangen haben. Die Ärztin hat die Untersuchung abgebrochen, und mir ist lediglich eine Blutprobe „zur Beruhigung“ abgenommen worden. Und da viele Ärzte dazu neigen, Patienten in Schubladen zu stecken, bin ich jetzt die „Möchte-gerne-Mutter, die sich zu viel Stress deswegen macht“. Nur weil ich angemerkt habe, dass meine Temperatur seit der letzten Periode außergewöhnlich niedrig geblieben war und vermutlich kein Eisprung statt gefunden hatte. Ich dachte, es könnte eine nützliche Information sein. Jetzt soll ich „aufhören, alles so genau zu analysieren“. Es wird doch empfohlen, mit dem täglichen Messen der Temperatur den Zeitpunkt vom Eisprung zu bestimmen, um die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen… Seit der Fehlgeburt weiß ich nicht mehr, wann es sein sollte. Das ist vor allem schwierig, wenn mein Zyklus nicht mehr regelmäßig ist. Dabei ist mein Schwangerschaftswunsch nicht mal so ausgeprägt, wie die Ärztin es zu glauben scheint. Ich versuche es nur dem Ehemann zuliebe, der gerne Kinder hätte. Wobei es kein Drama wäre, keine zu haben.

Ich habe jedenfalls Paracetamol geschluckt, Honigtee getrunken und packe mich ins Bett. Das ist blöd, wir wollten am Wochenende eine Freundin in Mittelfranken besuchen, die ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe. Wenn es mir morgen nicht besser geht, muss ich absagen. Nicht nur, dass es mir unangenehm wäre, in dem Zustand so lange im Auto zu sitzen. Ich will ihre ganz junge Kinder nicht anstecken.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Gut geschlafen, und Arztgeschichten

Kurz vor zwölf im Bett, um halb neun heute aufgewacht. Unglaublich. So was passiert mir so selten. Ich hatte seit Anfang des Jahres Schlafprobleme, aber selbst vor der Schwangerschaft konnte ich nie so lange schlafen. Ein paar mal bin ich aufgewacht, um halb sechs, wie häufig in letzter Zeit, um sieben, und zuletzt um halb neun, weil der Ehemann mir aus seiner Dienstreise eine „guten Morgen“ Nachricht geschickt hat. Meine kleine innere Stimme behauptet ganz frech, ich hätte vielleicht nicht so gut geschlafen, wenn er zu Hause gewesen wäre. Wegen schnarchen und so. Womöglich hat sie recht.

Heute Nacht tat gut, und das kann ich momentan echt gebrauchen. Gestern fühlte ich mich noch so schlapp. Ich habe mich ins Fitnessstudio geschleppt, wie am Sonntag, weil Sport gut für die Seele sein soll, aber es war ein Kampf. Ich habe seit der Fehlgeburt Schwierigkeiten einzuschlafen. Bin häufig bis zwei, drei Uhr morgens oder später wach geblieben. Wie gut, dass ich krank geschrieben bin.

Am Montag war ich beim Arzt. Ich sollte nochmal die Konzentration vom β-HCG Schwangerschaftshormon im Blut prüfen lassen. Entweder bei meiner Frauenärztin, wofür ich zwei Stunden hin und zurück mit ÖPNV bräuchte, oder im Krankenhaus, zwanzig Minuten von zu Hause aus. Ich dachte, ich frage mal zuerst beim Hausarzt. Ich hatte schon bei ihm eine Blutabnahme machen lassen, aber speziell für β-HCG konnte er nichts machen.

Also bin ich zum Krankenhaus gefahren. Ich bin dort über drei Stunden geblieben, was nicht anders zu erwarten war, da Notfälle Vorrang haben. Ich habe am Schal vom Ehemann weiter gehäkelt. Als die Ergebnisse der Blutuntersuchung bekannt wurden, bin ich von einer anderen Ärztin untersucht worden. Der β-HCG Wert ist gut gefallen. Sie hat noch eine Echographie gemacht. Das war die unsanfteste Untersuchung, die ich je erlebt habe. Die Sonde hat sie in allen Richtungen gedreht, was recht unangenehm war. Die Gebärmutter scheint in Ordnung zu sein, Blutungen sollten noch nicht so schnell aufhören. Irgendwann meinte sie, „Ihr Darm ist gerade am Arbeiten, ich sehe Flüssigkeit“. Häh? Erstens will ich hoffen, dass mein Verdauungssystem funktioniert. Mir ist da nichts aufgefallen. Aber ich dachte, sie prüft meine Gebärmutter, was hat sie beim Darm zu suchen?

Ich bin danach zu Fuß nach Hause gegangen. Das Wetter war am Vormittag toll gewesen, jetzt war es dicht bewölkt. Zum Glück ohne Regen. Laut Navi-App hätte ich eine knappe Stunde brauchen sollen. Es wurden doch nur fünfzig Minuten, und ich war zwischendurch bei einer Pommesbude. Es war schon nachmittags, und mir war danach. Pommes mit Mayo. Den Rest des Tages habe ich mit Schmerzen im Bauch und im unteren Rücken zu Hause verbracht, obwohl ich seit der Fehlgeburt so gut wie keine gespürt hatte. Ich habe gedacht, ich könnte mir gut vorstellen, dass man nach einer Vergewaltigung solche Schmerze spürt. Nur am nächsten Morgen sind sie verschwunden. Es muss von der Untersuchung gekommen sein. Verflucht sei diese Frau.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Weihnachtsfeier

Ich liebe die Weihnachtsfeier bei der Arbeit, aus einem guten Grund: Danach kann man endlich richtig entspannen.

Das Ende des Jahres war sehr stressig. Ich musste viele Beiträge für verschiedene Veranstaltungen vorbereiten, einige Vorträge halten und hatte keine Minute zur Ruhe gefunden. Ich bin kaum dazu gekommen, ein paar Zeilen hier in meinem Tagebuch zu schreiben. Zu Hause gibt es auch viel zu tun. Ich glaube, ich habe mir mit den Geschenken für die Mädels zu viel vorgenommen, obwohl ich dachte, lange genug im Voraus angefangen zu haben. Jetzt aufzugeben wäre echt blöd. Ich habe noch eine Woche, um anderthalb Ketten zu basteln, bevor wir zur Familie fahren. Das Wochenende wird hart. Diese Situation kommt mir bekannt vor  😀

Nun, gestern hatten wir unsere Weihnachtsfeier. Danach sind viele Kollegen im Urlaub, die Geräte werden ausgeschaltet, und die Arbeit wird weniger. Wir haben unter uns gefeiert, nachdem wir es bei meiner ersten Weihnachtsfeier in der Gruppe doch nicht so toll fanden, den Abend mit kaum bekannten Kollegen aus anderen Abteilungen zu verbringen.

Wir hatten beschlossen, zu Fuß zu einem Restaurant zu gehen und dort zu wichteln. Das war schon unser Plan letztes Jahr. Vorher haben wir Glühwein getrunken. Wir brauchten gut drei Stunden, um das Restaurant zu erreichen. Das fand ich eine tolle Idee, weil man dadurch ganz viele Kalorien verbrennt und ohne Sorge danach lecker essen kann.

Der Weg ging bis zur Hälfte der Strecke sehr gut. Ich fühlte mich in Form, obwohl ich schon länger nicht mehr im Fitnessstudio war. Danach habe ich Bauchschmerze bekommen. Meine Blase war voll. Ich hatte es nicht so früh erwartet, da ich absichtlich die Toilette besucht hatte, bevor wir los gegangen sind. Ich habe versucht, das Problem zu ignorieren. Mit der Zeit wurde es schmerzhafter und ich habe Blähungen bekommen. Als wir an einem Café vorbei gegangen sind, habe ich die Gruppe darum gebeten, auf mich zu warten. Um dann auf der Toilette zu merken, dass ich nicht nur eine sehr volle Blase hatte, sondern auch Durchfall. Das hatte ich nicht nötig. Eine halbe Stunde später haben wir unser Ziel erreicht, und ich musste nochmal zur Toilette. Unglaublich, wie schnell meine Blase sich wieder gefüllt hat. Und nochmal Durchfall.

Warum auf einmal? Weil der Stress endlich abgebaut wird? Wegen des Glühweins vor dem Gehen? Wegen der Kälte beim Gehen und der ungewöhnlichen körperlichen Anstrengung? Wegen der Periode? Wegen der neuen, engeren Hose, die ich mir zur Belohnung für die Abnahme geschenkt hatte? Sie ist doch sehr bequem, wie alle Hosen bei BiBA. Oder habe ich das Mittagessen nicht vertragen? Ein bisschen von allem? Der Rest vom Abend verlief zum Glück gut, aber seit dem Aufstehen habe ich heute wieder Bauchschmerze und Durchfall. Ich bleibe zu Hause. Wenn es morgen nicht besser wird, muss ich zum Arzt. Es wäre sehr blöd, so kurz vor dem Urlaub krank zu werden.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Sonntag

Sportlich bin ich mit dieser Woche nicht zufrieden.

Nach dem Monstermuskelkater, der sich bis Dienstagabend spürbar gemacht hat, bin ich am Mittwoch nach der Arbeit zum Fitnessstudio gegangen. Ein bisschen früher als sonst, weil ich keine Lust hatte, schon wieder erst nach neun Uhr abends zu Hause zu sein. Ich fühlte mich an dem Tag sehr gut und voll motiviert. Bei einigen Geräten konnte ich das Gewicht leicht erhöhen. Leider war das Fitnessstudio extrem voll. Dass ich stehen und warten musste, um an Geräten zu kommen, hatte ich noch nie erlebt. Flexibel bin ich, aber wenn alle fünf Geräte, die ich noch auf dem Plan habe, und alle ihre Alternativen, belegt sind, geht es mir massiv auf dem Keks. Ich habe auf die drei letzten Übungen verzichtet und die abschliessende halbe Stunde auf dem Cross-Trainer verbracht. Als ich fertig war, war der Geräte-Raum schon viel leerer. Ich war einfach zu früh angekommen.

Ursprünglich wollte ich am Freitagabend zurück zum Sport. Wir haben uns aber bei der Arbeit fürs Feierabend zum Bier trinken getroffen, und das war’s mit dem Vorhaben. Immerhin habe ich es geschafft, mir auf dem Weg nach Hause ein Springseil zu besorgen. Durch Übungen könnte ich meine Muskeln bestimmt trainieren, die am Anfang der Woche so geschmerzt hatten. Ein Versuch ist es wert.

Ich bin gestern zurück zum Fitnessstudio gegangen. Motiviert war ich nicht, das Wetter lud nicht nach draußen ein, und ich habe mich dort nur verschleppt. Für meine übliche verbrauchte Anzahl von Kalorien am Cross-Trainer musste ich in der gleichen Zeit mit einem erhöhten Puls treten. Krafttraining war schwer, obwohl ich die gleiche Gewichte wie am Mittwoch benutzt habe. Zwischendurch habe ich das Springseil ausprobiert. Es war ein Fehler. Ich weiß nicht, wie ich es angestellt habe, aber ich habe vom Anfang an Schmerze im rechten Bein bekommen, und habe natürlich sofort aufgehört. Nur noch den Oberkörper trainiert. Sportvorhaben wieder nicht vollständig durchgeführt. Vielleicht sind die Schuhe, die ich beim Training an habe, nicht zum Springen geeignet. Oder ich bin zu schnell gewesen. Jetzt heißt es, wieder humpeln. Was weh tut ist der Fußgelenk, an der Außenseite, der Peroneus Brevis und hinter dem Knie spüre ich auch was.

Nach dem Fitnessstudio habe ich mit schmerzendem rechten Bein möglichst kurz eingekauft. Was zum essen, ich plane für heute eine Kartoffel-Tortilla, und neue Socken für den Winter. Beim TK Maxx habe ich tolle „Heat Holders[1] Socken entdeckt, und ich kann schon sagen, sie halten ihr Versprechen. Jetzt ist Schluss mit kalten Füßen.

Heute schmerzt das rechte Bein immer noch, trotz Voltaren über Nacht. Besser nicht laufen, ehe es schlimmer wird. Ich arbeite an den Ketten weiter, eine ist schon fast fertig, und hole nebenbei meine Verspätung beim aktuellen Python-Kurs (auf Französisch) nach. Ich habe Python durch Bearbeitung vom Code meines Vorgängers gelernt, aber nie so systematisch studiert. Es ist unglaublich, was ich alles in den letzten drei Jahren so programmieren konnte, ohne wirklich zu wissen, was dahinter steckt. Ich weiß nicht, wie mein Vorgänger die Programmiersprache gelernt hat, aber mir wird immer bewusster, dass es im Code viel Verbesserungsbedarf gibt. Wenn ich Zeit dafür hätte. Ich soll die Funktionalität von Programm #1 verbessern und erweitern, aber was vor allem nötig ist, ist was man refactoring nennt — keine Ahnung, wie es auf Deutsch heißt. Ach so, Restrukturierung. Ich hoffe, ich kriege es hin, bevor ich das Baby an meinem eventuellen Nachfolger überreiche, wann auch immer es sein wird. Eine mündliche Zustimmung von Winfried für eine Weiterbeschäftigung bis Ende 2017 habe ich schon bekommen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Dysmenorrhoe

Heute war es furchtbar. Ab Mittag habe ich starke Bauchschmerze bekommen, und der untere Rücken hat sich auch unangenehm angefühlt.

Dabei sind meine Periode in diesem Zyklus sehr ungewöhnlich gewesen. Vor zehn Tagen hatte ich den starken Eindruck, dass es diesmal geklappt haben könnte, und ich wieder mal schwanger sein könnte.

Offensichtlich doch nicht. Vor einer Woche habe ich leichte Blutungen bekommen. Ein bisschen rosa, deswegen ich zuerst dachte, das mit einer Schwangerschaft könnte wirklich stimmen. Seit gestern sind die Blutungen stärker geworden, und heute in einem Maße, bei dem kein Zweifel mehr bestehen kann. Nicht schwanger. Aber der Zyklus war viel kürzer als sonst. Nur fünfundzwanzig Tage seit den letzten starken Blutungen.

Blöderweise war ich heute den ganzen Tag bei einer Veranstaltung. Im Anschluss war ein Abendessen geplant, und ich hatte vor, gar nicht daran teil zu nehmen, sondern direkt nach Hause zu fahren und mich zu erholen. Einen Vortrag musste ich nun noch halten, und dabei sind die Schmerze verschwunden. Unglaublich. Bei Menstruationsbeschwerden muss man also Vorträge halten. Danach geht es besser.

So ganz traue ich meinem Körper aber nicht. Meine Basaltemperatur ist nicht wie sonst gesunken. Sobald ich kann, und es wird erst in einer Woche sein, muss ich meine Gynäkologin besuchen. Ich will nicht wieder so eine böse Überraschung wie letztes Jahr erleben.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Mein Hals kratzt

Es ist vielleicht nicht überraschend, da die Klimaanlage in den Konferenzräumen so stark eingestellt war, dass man drin nur gefroren hat, während draußen hochsommerliche Temperaturen herrschten. Ich habe mir in einer Mittagspause einen leichten Poncho gekauft, um die Kälte bei den Vorträgen auszuhalten, aber anscheinend hat es nicht gereicht.

Seit heute Morgen kratzt mein Hals. Dabei ging es mir gestern noch gut, ich war am frühen Vormittag sogar sechs Kilometer gejoggt. Meine Stimme ist jetzt rau geworden, und ein leichtes Schnupfen ist dazu gekommen. Ich trinke nur noch heiße Getränke.

Vielleicht habe ich mich von jemandem anstecken lassen. Gestern Abend habe ich mit ehemaligen Kollegen gegessen, und einer hatte eine erkältete Stimme. Zum Abschied haben wir uns noch umarmt.

Morgen fahre ich zurück nach Hause. Ich hoffe, es geht übers Wochenende vorbei. Ich habe keine Lust, schon wieder krank zu sein. Mir direkt nach Dienstreisen einen Infekt zu holen wird mir jetzt echt viel zu häufig.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.