Kaffee

Ich trinke gerne Kaffee. Morgens, bevor ich die Wohnung verlasse. Eine zweite Tasse morgens bei der Arbeit. Mittags meistens noch ein Espresso nach dem Essen. Danach nichts mehr.

Erst als Doktorandin hatte ich wirklich angefangen, Kaffee zu trinken. Der Kaffeeraum (offiziell „kleiner Seminarraum“) war ein gerne benutzter Treffpunkt. Manchmal haben wir noch vor abends Kaffee gemacht (es war nicht ungewöhnlich, wenn ich nach 22:00 das Institut verlassen hatte). Die Gewohnheit habe ich als Postdoc behalten, obwohl ich nicht mehr so lange bei der Arbeit geblieben bin.

Irgendwann kam es mir merkwürdig vor, dass ich nicht mehr richtig schlafen konnte. Wenn ich es jetzt in einem Beitrag namens „Kaffee“ erzähle, ist es klar, woran es lag, aber damals war es mir ein Rätsel. Mehrmals konnte ich bis 04:00 oder 05:00 keinen Schlaf finden, habe dann sehr unruhige Träume gehabt und bin völlig erschöpft aufgewacht, als der Wecker um 08:00 geklingelt hat (ich wohnte ganz nah am Institut). Es war noch vor der Geschichte mit dem nächtlichen Klavierspieler. „Magnesiummangel“, dachte ich. Das hatte ich einmal im Studium gehabt, im vierten Jahr, und der Arzt hatte mir Magnesium verschrieben. Es hatte gut gewirkt. Diesmal nicht.

Bis ich verstanden habe, dass es am Kaffee lag, hat es lange gedauert. Ich wollte es am Anfang nicht glauben. Es ist aber wirklich so, dass ich sehr lange nicht einschlafen kann, wenn ich ab dem späten Nachmittag Kaffee trinke. Mit einer Korrelation von 1. Oder beim Cola (trinke ich sowieso extrem selten), oder Tee, oder sogar Orangensaft. Ich bin halt überempfindlich. Auch andersrum. Einmal hatte mir mein Kollege Sebastian im Hochsommer vorgeschlagen, frisch gemachten kalten Lindenblättertee zu trinken. Nachdem er meine Bedenken weg gelacht hat (er hatte nie Wirkungen davon gehabt), habe ich es probiert und fand es lecker. Kurz danach habe ich angefangen, ununterbrochen zu gähnen und musste anschließend ganz früh nach Hause, weil ich nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten.

Jetzt haben wir eine Nespresso-Maschine, und ich finde es toll, abends eine koffeinfreie Tasse Kaffee zu trinken. Na ja, bis Anfang dieser Woche. Bei der letzten Benutzung hat sie einen komischen Geräusch gemacht, vermutlich ist ein Schlauch fürs Wasser geplatzt oder ähnliches, jetzt ist es vorbei mit den Espressi abends. Schade. Es passte hervorragend zum Zitronensorbet. Gestern haben wir bei einem Italiener[1] in der Nähe gegessen. Ich habe gefragt, ob sie Decaf haben, und der (eigentlich immer unfreundliche) Kellner sagte ja. Ich habe also ein entkoffeiniertes Espresso bestellt. In der Espresso-Tasse war aber definitiv kein Espresso. Es hat furchtbar nach Filterkaffee geschmeckt. Ich habe es trotzdem getrunken. Und bin bis halb drei hell wach im Bett geblieben, während Martin fest schlief, obwohl ich vor dem Essen beim Fitness-Studio gewesen war. Blöder Typ. Ich hätte kein Trinkgeld auf dem Tisch lassen sollen.

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Fahrrad-Saison eröffnet

Seit mindestens halb fünf bin ich schon wach. Nicht mehr müde. Die Katze hat genervt. Sie lag voll gestreckt am Ende des Bettes und ich hatte keinen Platz mehr für meine Füsse. Ich musste sie mehrmals schubsen, bevor sie sich einen anderen Schlafplatz gesucht hat. Diesmal hat sie wenigstens meine Beine nicht durch die Decke angegriffen. Martin hat leise geschnarcht. Er ist kurz aufgewacht, hat getrunken, und ist wieder eingeschlafen. Ich lag immer noch wach neben ihm. Um fünf bin ich aufgestanden. Ich verstehe das nicht.

Gestern bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Ich kann nicht gleich anfangen, jeden Tag die Strecke hin und zurück zur Arbeit mit dem Fahrrad machen, das wäre zu hart. Der Plan war, mit der Bahn morgens hin zu fahren und abends mit dem Fahrrad zurück. Dafür brauche ich einen Fahrausweis fürs Fahrrad. Am besten gleich eine Monatskarte, die lohnt sich schon ab fünf Fahrten. Am Automat geht es einfach, wenn man bar bezahlt. Ich wollte die EC-Karte benutzen. Ging nicht, obwohl der Bildschirm das Gegenteil behauptete. Nach drei Versuchen mit verschiedenen Fehlermeldungen (Karte nicht lesbar, Zahlvorgang nicht durchführbar…) und eine verpasste Bahn habe ich den Automat auf der anderen Seite probiert. Kein Problem. In die S1 gestiegen, in Schöneberg umgestiegen, falschen Aufzug benutzt (das Fahrrad ist mir zu schwer für die Treppe), zum nächsten Aufzug gerannt, am Gleis angekommen, Ringbahn verpasst. Nicht schlimm, sie fährt häufig genug. In Treptower Park musste ich wieder den Gleis wechseln. Ich hatte schon keine Lust mehr und habe beschlossen, den Rest mit dem Fahrrad zu fahren. Es tat so gut. Eigentlich hätte ich schon in Hermannstraße aussteigen können, ich wäre früher bei der Arbeit angekommen.

Für die Rückfahrt hatte ich Martin angeboten, mit mir zu fahren. Wir haben uns kurz nach sechs getroffen. Ursprünglich wollte ich meiner Route von Google Maps folgen. Martin meinte, am Kanal entlang wäre es schöner. Man musste aber mehrmals die Seite vom Kanal wechseln, der Radweg war nicht durchgehend und wir mussten häufig halten, um den richtigen Weg zu finden. An einer Stelle, als es klar wurde, dass es am Ufer nicht weiter ging, war ich schon umgekehrt, jedoch ist mir Martin nicht gefolgt. Ich habe an der Brücke auf ihn gewartet, aber er war irritiert, dass ich nicht bei ihm geblieben war. Wozu denn? Es gab keinen Weg mehr. Er hatte sich umschauen wollen, ob man nach den steilen Treppen rechts weiter fahren könnte. Konnte man nicht. Und ich suche mir doch keine Route aus, bei der ich das Fahrrad in Treppen hoch schleppen muss, wenn ich täglich fahren will. Manchmal denkt er komisch. Am Ende haben wir eine Stunde und fünfzig Minuten gebraucht. Mir war kalt und ich war hungrig, meine Muskeln haben am Ende geschrien. Beim nächsten Mal fahre ich alleine. Auf meiner ausgesuchten Strecke meint Google, ich bräuchte eine Stunde fünfzehn Minuten. Wenn es stimmt, entspricht es ziemlich genau was ich mit der Bahn mache, da ich das letzte Stück immer laufe, statt die Tram zu benutzen.

Das ist trotzdem eine lange Strecke. Es reicht, wenn ich nur abends radle. Sonst muss ich noch Zeit für die Dusche bei der Arbeit planen. Zwei mal am Tag duschen ist nicht gut für meine Haut. Heute fahre ich erstmal wieder Bahn. Ich spüre zwar keinen Muskelkater, will mich aber nicht überanstrengen. Und meine übliche Bahn fährt ab heute wieder.


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Zu früh wach

Das passiert zur Zeit zu häufig. Es ist Sonntag und ich bin seit 06:00 wach. Gerade fünf Stunden geschlafen. Ich habe noch eine Stunde neben Martin gelegen, bis ich eingesehen habe, dass es sinnlos ist. Ich habe die Katze gefüttert. Gestern bin ich auch so früh aufgewacht. Wenigstens war der wunderschöne Anblick draußen es wert, mit dem frischen Schnee der Nacht auf die Bäumen, durch die Straßenlampen beleuchtet.

Ich hätte gedacht, dass ich mich gestern genug angestrengt hätte, um eine gute Nacht zu verbringen. Ich habe das Gästebadezimmer endlich gründlich gereinigt. Das letzte, was noch seit dem Umzug zu tun war. Es ist klein, aber es hat zwei Stunden gedauert, bis die Kachel an den Wänden schön sauber weiß geworden sind. Nicht nur die Küche war in einem grauenhaften Zustand. Letzte Woche war ich am Samstag sogar wieder beim Fitness-Studio, nach einer sehr langen Pause. Seit dem Sommer war ich nicht mehr dort. Ich hatte mir zuerst das Knie gehauen (es knackt jetzt noch häufig, wenn ich das Bein strecke), wir waren Urlaub viel unterwegs, ich habe mir diese lästige Magen-Darm-Krankheit geholt, die über zwei Wochen gedauert hat, dann sind wir umgezogen… Und seit der Rückkehr aus den Seychellen bin ich gerade ein Mal Fahrrad gefahren, die Strecke zur Arbeit ist jetzt viel zu lang, und es ist kalt. Es wurde Zeit, wieder mit Sport anzufangen. Am letzten Sonntag war ich trotzdem schon ganz früh wach, und es passiert mir regelmäßig seit einigen Wochen.

Wahrscheinlich liegt es am Stress. Letzte Woche war besonders hart, da wir wieder unser Praktikum hatten und ich für die Organisation verantwortlich bin. Ich habe noch die Skripte bearbeitet und meine Vorlesungen umstrukturiert. Das hat sich gelohnt, die Studenten waren am Ende zufrieden. Nebenbei musste ich mich um neue Probleme bei meinem Datenauswertungsprogramm kümmern (mittlerweile habe ich ein zweites Programm entwickelt, als drittes Projekt). Aus einem mir noch unbekannten Grund bleibt es bei einem bestimmten Schritt hängen und läuft nicht weiter. Es ist nicht reproduzierbar, manchmal geht’s wieder, wenn man es noch mal versucht. Ich habe die ganze Woche mit den Studenten das Programm benutzt und kein Problem gehabt. Auf meinem Rechner habe ich den Fall nie beobachtet. Aber den Nutzern passiert es jetzt häufig, wenn sie parallel zu ihren Experimenten das Programm benutzen. Genauer gesagt seit drei Wochen, nur, am Anfang hat es mir keiner gesagt. Das komische ist, dass ich seit längerer Zeit mit Programm #2 beschäftigt war und an Programm #1 nichts geändert habe. In einem anderen Fall hat sogar ein Nutzer geschrieben, dass sein Datensatz nach einer Fehlermeldung (welche, hat er nicht geschrieben) verschwunden war. Verloren. Als ob er die Messung nie gemacht hätte. Das kann nicht sein, mein Programm enthält definitiv keinen Löschbefehl für die Daten. Ich vermute eher ein Hardware-Fehler. Ich kann mir vorstellen, dass die Fehlermeldung kam, weil das Programm plötzlich keine Daten mehr zum auswerten hatte. Mit den spärlichen Informationen, die ich von den Nutzern bekomme, komme ich auf jeden Fall nicht weiter. Ich muss unbedingt eine detaillierte Logdatei erstellen, um wenigstens die genaue Stelle des Programms zu identifizieren, die jetzt Probleme macht.

Zum Stressabbau wollten wir also heute in die Sauna gehen. Leider wird’s wohl ein anderes Mal sein müssen. Ich dachte, meine Periode wäre vorbei, aber heute morgen habe ich wieder viel Blut gemerkt. Stattdessen könnten wir im botanischen Garten spazieren gehen.


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Ein Verdacht

Vor zwei Wochen habe ich mich nicht so toll gefühlt. Leichtes Fieber. Ich habe zuerst gedacht, dass es mit dem Fahrrad fahren zu tun hat, weil es deutlich kühler geworden ist. Nach dem zweiten Tauchkurs war ich mit naßen Haaren mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Seitdem habe ich ein komisches Gefühl, als ob ich gerade geniest hätte. Meine Nase fühlt sich ständig gereizt an. Ich niese häufiger, und die Nachwirkung bleibt viel länger als sonst. Erkältet bin ich aber nicht. Es könnte einfach aus dem Chlorwasser vom Schwimmbad kommen.

Ich schlafe momentan länger als sonst. Wahrscheinlich, weil ich noch im Urlaub bin, obwohl ich es nicht mag, zu lange im Bett zu bleiben. Sobald ich wach werde, habe ich den Eindruck, meine Zeit zu verschwenden, wenn ich liegen bleibe.

Seit dem zweiten Tauchkurs habe ich einen Druck im Bauch. Krampfartig, jedoch nicht schmerzhaft. Verstärkte Blähungen. Mit den Ohren habe ich eigentlich gar kein Problem mehr beim Druckausgleich. Beim letzten Kurs am Sonntag ging es noch besser, ich bin mehrmals ab- und aufgetaucht. Ich glaube nicht, dass die Krämpfe im Bauch etwas mit dem Tauchen zu tun haben. Am Wochenende habe ich seltsame Ausscheidungen bekommen. Es sah wie Blut aus, aber hell rosa, nicht wie bei meiner Periode, die zuletzt vor drei Wochen statt gefunden hat. Und ich fühle mich in meinen Kleidern am Bauch eingeengt. Ich war lange nicht mehr beim Fitness-Studio.

An der Haltestelle heute Morgen habe ich mich wieder stark von den Gerüchen um mich herum belästigt gefühlt. Das ist nichts neues, aber in letzter Zeit häufiger. Heute stand eine stark parfümierte Person bei den Sitzplätzen unter der Bahn-Brücke. Zigarettenrauch hing in der Luft. Ich bin vorne bei der Ampel geblieben, wo die vorbei fahrenden Autos die Luft bewegt haben.

Ich warte noch eine Woche ab.


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Am frühen Donnerstagmorgen

Ich hatte eigentlich den Wecker für 06:00 gestellt, nicht für 04:00. Trotzdem bin ich so früh aufgewacht. Direkt über mich hörte ich, wie jemand durch die Wohnung ging. Wahrscheinlich war jemand gerade aufgestanden, um zur Arbeit zu gehen. Es hat eine knappe halbe Stunde gedauert, bis die Person die Wohnung verlassen hat. Es ist nichts neues, auch wenn ich bis jetzt nur von der Nachbarin zwei Etagen höher so früh geweckt wurde, die um 05:30 weg geht. In letzter Zeit habe ich sie nicht mehr so häufig wahrgenommen. Heute hat mich das Rumgetrampel direkt oberhalb von meinem Bett aus dem Schlaf gerissen. Als die Person raus ging dachte ich, ich könnte endlich weiter schlafen, aber ich war schon hell wach. Vielleicht weil ich früher als sonst ins Bett gegangen bin und fünf Stunden geschlafen habe. Um 05:00 habe ich aufgegeben und bin aufgestanden. Weil ich die Nacht alleine verbracht habe. Martin musste einiges bei sich erledigen. Ich freue mich auf den Umzug. Die Wohnung ist unter dem Dach. Das begrenzt den Lärm durch Nachbarn erheblich.

Ich hätte heute eventuell ganz früh zur Arbeit gehen sollen. Normalerweise bin ich dort um 09:00, aber ich wollte Testmessungen an einem Gerät durchführen, falls unsere gestrigen Nutzer dort früher fertig sind, und bevor die nächste Gruppe um 09:00 kommt (wir haben Betrieb rum um die Uhr). Sie hätten bis 01:00 bleiben sollen, aber aufgrund von technischen Problemen, die ich heute weiter untersuchen wollte, haben wir ihre Messzeit verlängert. Ich habe ihnen meine Handynummer gelassen, damit sie mir Bescheid sagen, wenn sie gehen. Noch keine Nachricht bekommen. Meine Tests werden bis nächster Woche warten müssen.

Heute bin ich sowieso nicht lange bei der Arbeit. Meine Überstunden habe ich schon deutlich reduzieren können, und um 11:00 habe ich einen Termin beim Zahnarzt. Graus. Seit Dienstag habe ich starke Schmerze oben links. Es ist diffus, ich kann es nicht lokalisieren. Wenn ich nach dem Zähneputzen mit Zahnseide zwischen den Zähnen gehe, spüre ich nichts. Aber wohl, wenn ich esse, oder kalten Saft trinke. Wenn ich zu schnell gehe pocht es richtig. Gestern habe ich bei der Arbeit Paracetamol dagegen genommen, es hat geholfen. Ich habe in meiner Praxis gefragt, wann ich behandelt werden könnte, und heute geht’s. Erst gestern Abend bin ich auf die Idee gekommen, mit einem kleinen Handspiegel vor dem Schrank im Badezimmer meine Zähne zu untersuchen. Da ist ein Riesenloch auf der Innenseite von G5! Ich wundere mich, dass ich es nicht früher gespürt habe. Heute wird also vermutlich gebohrt. Ich war schon bei diesem Zahnarzt in Oktober und weiß, dass er gut arbeitet und alles tut, damit sich seine Patienten wohl fühlen. Die Helferin hatte mir sogar die Hand gehalten. Ich hoffe, es wird nicht ewig dauern. Und auch, dass die Betäubung am Nachmittag schnell nachlässt, damit ich mich normal unterhalten kann.


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Müde

Es hat mit gestern Abend schon angefangen. Ich konnte mich nicht richtig auf meine Arbeit konzentrieren. Ich habe einige Probleme in meinem Code gelöst, musste aber viele Pausen zwischendurch machen. Kurz vor Feierabend bin ich zum Büro meiner anderen Kollegen auf der ersten Etage gegangen und habe gefragt, wer Lust hätte, zu einem Weihnachtsmarkt mit mir zu gehen und Glühwein zu trinken. Nur Martin hat sich gemeldet.

Wir sind zum Alexanderplatz gefahren. Es gab nicht so viele Leute unterwegs. Wir haben drei Glühweine getrunken. Zu viel für mich. Es war gemütlich, weil wir an einem Tisch in einer warmen Hütte gesessen haben. Wir haben viel geredet. Gegen halb neun meinte Martin, dass wir heute noch arbeiten müssten. Wir sind zur S-Bahn-Station gegangen. Unsere Züge fuhren am gleichen Gleis in entgegengesetzte Richtungen. Die S-Bahn von Martin kam sehr schnell an, meine ganz kurz danach. Es war gut so. Mit den vielen Glühweinen wäre ich kurz davor gewesen, etwas ganz Blödes zu machen. Es gab nur ein schnelles Küsschen auf die Wange. Ohne Herzklopfen. Ich fand’s eigentlich zu früh, um den Weihnachtsmarkt zu verlassen, aber ich war erst um halb zehn wieder zu Hause.

Ich konnte bis zwei Uhr morgens nicht einschlafen. Ich habe gelesen. Als ich merkte, dass ich dabei war, einzuschlafen, habe ich die Nachtlampe ausgemacht. Und dann wurde ich wieder wach, und habe weiter gelesen… Leider musste ich heute ganz früh aufstehen, weil ich wieder Nutzerbetreuung machen musste. Den Wecker habe ich für sieben eingestellt. Ich bin aber kurz nach sechs aufgewacht, weil ein Nachbar das Haus schon verlassen hat. Mein Schlafzimmer ist neben dem Treppenhaus.

Meine Nutzergruppe ist heute Morgen früher als geplant angekommen. Ich bin den ganzen Vormittag mit ihnen an den Geräten geblieben, bis sie sicher selbstständig weiter arbeiten konnten. Gleichzeitig hatte meine Arbeitsgruppe für heute eine Veranstaltung organisiert. Ich habe mir nach der Nutzerbetreuung den Rest der Vorträge angehört. Ich bin dabei mehrmals eingedöst. Nach der Veranstaltung haben wir noch abends etwas gemeinsam gegessen. Bier war reichlich vorhanden. Ich bin mit den letzten Teilnehmern geblieben. Martin war schon längst weg. Ein Kollege aus einer anderen Gruppe war dabei. Stefano. Wir haben eigentlich den gleichen Arbeitgeber, aber da ich in einem ganz anderen Stadtteil eingesetzt bin, sehe ich ihn sehr selten. Schade…

Morgen muss ich wieder früh aufstehen. Es gibt bis Freitag eine andere Veranstaltung bei uns, zu der ich teilnehmen sollte. Diesmal mit einem eigenen Beitrag. Ich werde wieder nicht an meinem Projekt arbeiten können. Uschi wird am Montag bei unserem Gruppenmeeting wieder fragen, warum ich so wenige Fortschritte gemacht habe. Ich hatte nur gestern Zeit dafür, und so effektiv war ich nicht. Mist. Morgen muss ich noch früh weg, weil ich für unsere Weihnachtsfeier am Freitag ein Geschenk zum Wichteln finden muss.


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Am frühen Montagmorgen

Es ist fast 06:00. In vierzig Minuten klingelt mein Wecker. Ich bin schon wieder seit 04:30 wach.

Gestern Abend nach dem Sport habe ich gedacht, ich sollte früh ins Bett gehen, um die neue Woche frisch zu starten. Es war nicht schwer, müde zu werden. Ich lese seit einem Monat die Omnibus 1 Sammlung von Lovecraft. Diese erste Geschichte At the Mountains of Madness fesselt mich wirklich nicht. Ich brauche gerade eine oder zwei Seiten zu lesen, um plötzlich einzunicken. Ich glaube, ich habe das Licht kurz vor 23:30 ausgemacht.

Und als der Wecker meiner Nachbarin zwei Etagen höher geklingelt hat, bin ich aufgewacht. Wahrscheinlich dachte mein Körper, da ich in letzter Zeit so wenig geschlafen habe, wären die knappen fünf Stunden schon ein Luxus. Den Wecker der Nachbarin habe ich wie immer nicht wahrgenommen. Beim Aufwachen habe ich dafür die Schritte von jemanden weit oben gehört. Danach wurde es wieder ruhig. Ich denke, meine Nachbarn direkt über mich werden auch davon wach. Die habe ich kurz gehen gehört (sie sind sonst immer so leise, ein junges Paar mit einem kleinen Mädchen, sie schlafen über mein Schlafzimmer und nicht mal beim Sex höre ich sie). Tja, ich bin auch kurz aufgestanden. Ruf der Natur, danach bin ich zurück ins Bett gegangen. Wieder einschlafen war nicht mehr möglich. Dabei hatte ich noch, wie meine Mami es mir vor Jahren empfohlen hatte, ein Glas Milch getrunken – ich probiere es immer wieder, obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, dass es jemals funktioniert hat. Die Nachbarin ist kurz vor 05:30 leise die Treppe herunter gegangen. Ich weiß, dass sie eine Frau ist, weil sie so viele verschiedene Schuhen trägt, die unterschiedlich im Treppenhaus schallen. Heute hatte sie immerhin keine Pumps an.

Um 06:20 ist ein anderer Nachbar dran, der die Treppe immer schnell herunter läuft. Der zweite Nachbar folgt gerade zehn Minuten später. Wenn ich von der Nachbarin nicht geweckt werde, ist es meistens der Zeitpunkt, an dem ich morgens aufwache. Im Prinzip bräuchte ich keinen Wecker. Es nervt mich aber, dass mein Schlaf so leicht ist und ich beim kleinsten Geräusch aufwache.


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Längeres Wochenende

Dadurch, dass ich am Freitag mit einem früheren Zug gefahren bin und einen Liegeplatz im Nachtzug für die Nacht von Sonntag auf Montag reservieren konnte, konnte ich am Wochenende viel mehr machen als bei den letzten zwei.

Die Fahrt am Freitag ging schnell. Weil ich so müde war, dass ich fast nur geschlafen habe. Blöd nur, dass ich meine Wachskugel nicht mehr finden konnte. Wie sich später herausgestellt hat, waren sie ganz unten in meinem Rucksack statt in meiner Handtasche. Das Paar neben mir war ganz schön laut am Anfang. Einschlafen im Zug ist manchmal interessant. Man baut die verschiedenen Gespräche deformiert in den Halluzinationen vor dem Schlaf ein, es kann sehr irre werden. Ich hatte am Tisch reserviert, wie immer. Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Leute bei einer so überlasteten Verbindung einen Sitzplatz reservieren. Am Ostbahnhof geht es, da steigen ganz wenige Leute ein. Am Hauptbahnhof wird es plötzlich extrem hektisch, mit genervten Leuten, die sich immer beschweren, dass es so voll ist… Dabei ist die S-Bahn-Fahrt bis zum Ostbahnhof gar nicht so lang. Vielleicht denken die meisten Leute gar nicht daran, von einer Haltestelle aus früher zu starten; die Suche nach einem freien Platz wäre viel entspannter.

Ich möchte sonst noch meinen potentiellen Mitfahrern etwas für mich Wichtiges mitteilen, dass ich so häufig erlebt habe: Wenn ihr für die lange Reise etwas zum Essen packt, ist es ganz vernünftig. Aber muss es unbedingt Brot mit der billigen deutschen Salamisorte sein, die so fürchterlich im ganzen Wagen stinkt, oder mit Leberpastete? Was für ein Spaß, wenn die Dose mit dem Brot nach einigen Stunden Hitze geöffnet wird! Frischkäse tät’s genau so gut und wäre dabei nicht so fett. Dagegen riecht die italienische Salami sehr angenehm, sie liegt Welten von der deutschen entfernt. Allerdings gilt’s auch für Kollegen die im Büro essen (den Fall habe ich zum Glück bei meiner neuen Arbeit nicht gehabt, wir essen in der Mensa).

Am Freitagabend bin ich vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause gekommen. Meine Katze hat mir wieder Vorwürfe für die lange Abwesenheit gemacht. Meine Vermieterin meinte, sie hätte sich diese Woche schlecht gelaunt verhalten, als sie kam, um sie zu füttern. Es kann aber auch an der Hitze liegen, bei Außentemperaturen über 30°C liegt sie am Boden und meckert. Wir wohnen unter dem Dach. Das ist ein anderer Grund, warum ich die Dachwohnung mit der so hohen Maklerprovision lieber nicht nehmen möchte. Zur Not ist sie besser als nichts. Bei der schönen Erdgeschosswohnung habe ich noch nichts gehört, und die Frau wollte mir am Ende letzter Woche Bescheid gesagt haben. Es gab plötzlich einen anderen Kandidaten, als ich am Mittwoch angerufen habe. Am Montag sagte sie noch, ich würde den Zuschlag bekommen (was auch immer das bedeutet, ich hatte es als positiv gespeichert).

Ich bin früh ins Bett gegangen. Ich wollte vor dem Einschlafen ein bisschen lesen. Ich weiß noch, wie ich unter meinem Kopfkissen nach einem Buch gesucht habe (es gibt häufig ein oder zwei Bücher unter meinem Kopfkissen). Aber plötzlich war es ganz hell im Zimmer und es war kurz nach 07:00. Das Buch lag noch unter dem Kissen, die Nachtleuchte war noch an. Ich habe vom Einschlafen nichts gemerkt.

Das Wochenende habe ich fast nur mit Putzen verbracht. Staubgesaugt, Boden gewaschen, Kleider in die Waschmaschine, meine Sachen und kleine Möbel aus der kleineren Wohnung zur größeren gebracht… Beim Staubsaugen habe ich eine Spinne entdeckt. Eine echte Spinne, von dem Typ groß ekelhaft dick braun. Sie war in einer Ecke versteckt. Es kann sein, dass meine Vermieterin, die über meine Phobie informiert ist, versucht hat, sie zu entsorgen. Der Staubsauger lag nicht wie sonst. Vielleicht hat sie sie vor einer Besichtigung gesehen. Wo die Spinne war, sah es nicht sehr gemütlich aus. Es war so eng, zwischen Wand und Leiste am Boden, ich habe nur die Beine zusammengewinkelt gesehen, die raus ragten. Vielleicht war sie schon tot. Ich muss sagen, es ist sehr selten vorgekommen, dass ich in dieser Wohnung Spinnen getroffen habe.

Die Rückfahrt im Nachtzug war nicht so toll. Ich hatte meinen Wecker um 04:20 gestellt, weil ich so früh in Berlin ankommen sollte. Ich bin aufgestanden, habe mich frisch gemacht, habe den Rucksack auf dem Rücken gepackt, nach draußen geschaut, wir fuhren gerade an einem Bahnhof vorbei… Magdeburg. Mist. Zurück zur Liege. Schlafen konnte ich für die kurze Zeit schon nicht mehr. Wir hatten insgesamt anderthalb Stunde Verspätung. Ich hätte mich blind darauf verlassen sollen, dass die Kontrolleure einen kurz vor Anreise wecken. Wobei eine halbe Stunde davor schon zu viel ist. Aufstehen, aufs Klo gehen, Gepäck sammeln, dafür braucht man doch nicht so lange. Ich hatte ursprünglich vor gehabt, die Nacht im Büro auszuschlafen, aber bei der verspäteten Ankunft lohnt es sich schon nicht mehr. Bald kommt mein dritter Zimmerkollege an.


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Heute Nacht

Ich habe wieder schlecht geschlafen. Ich bin kurz vor 04:30 aufgewacht und konnte danach nicht mehr einschlafen. Woran könnte es liegen? Ich habe gestern die seltenen Sonnenstrahlen ausgenutzt und bin zu den Thermen gegangen. Blauer Himmel, keine Wolken bis 14:00, ich habe mich nach dem Mittagessen auf der Sonnenterrasse hingelegt und einen leichten Sonnenbrand bekommen. Der Sonnenbrand schmerzt aber nicht. Vielleicht habe ich mich so viel entspannt, dass ich kein großer Schlafbedarf hatte. Oder ist es, weil ich abends großen Hunger hatte und mehr als sonst gegessen habe? Ich bin um 04:30 also aufgestanden und habe ein Glas Wasser getrunken. Zurück ins Bett, konnte ich mich nur noch umdrehen, es war mir unbequem geworden, die Daunendecke wollte nicht richtig liegen, ich habe Rücken- und Bauchlage probiert, der Kopfkissen hat mich auf einmal genervt, ich habe ihn weggeschoben, und wenn ich mal richtig liegen konnte, wurde es mir zu warm…

Meine kleine Süße hat dann ihre Lage bei meinen Füßen verlassen, sich neben meinem Kopf hingelegt und angefangen, mir mit ihrer rauen Zunge die Wange zu lecken. Ich denke, um mich zu beruhigen. Ich lag gerade wieder auf Rückenlage mit beiden Armen über den Kopf, da hat sie sich bequem auf meinem linken Arm hingelegt, ich habe ihre Krallen beim Schnurren gut spüren können, und sie hat geschlafen. Toll, total süß, aber ich konnte mich nicht mehr bewegen. Langsam wurde es hell im Schlafzimmer.

Ich saß vor meinem Rechner und schaute gerade eine Seite auf Internet. Als ich die Titel gelesen habe, haben sie keinen Sinn ergeben. Sie waren voll mit getauschten Buchstaben und Tippfehlern. Und wenn ich die Seite aktualisiert habe, waren die Titel anders, aber immer noch fehlerhaft. Und da habe ich es erkannt: Es war gar nicht real, ich war am Träumen! Ich habe dann laut gesagt: „Es ist ein Traum“. Auf Deutsch. Das Sprechen war mühsam, meine Lungen haben dabei Druck überwinden müssen. Dann habe ich es auf Französisch wiederholt: „C’est un rêve“. Ich habe es jedem erzählt, dem ich im Traum begegnet bin. Gleichzeitig hat es mich erleichtert, denn es bedeutete, dass ich es doch endlich geschafft hatte, wieder einzuschlafen.

Wie der Traum weiter ging, habe ich leider vergessen. Ich habe auch nicht in dem Moment daran gedacht, die Chance des luziden Traumes zu nutzen. Ich bin um 10:30 aufgewacht.


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Allergie auf zu kurze Nächte

Ich hatte in einem früheren Eintrag geschrieben, dass bei mir vorher keine Allergie bekannt war. Und doch gibt es eine, ich vergesse sie nur häufig, sie hat ja nichts mit Lebensmitteln, Pollen oder sonstigen Produkten zu tun.

Ich bin auf zu kurze Nächte allergisch. Das hat in den frühen Jahren meines Studiums angefangen. Ich wohnte schon mit meinem ersten Freund Marc zusammen – während der Ferien, weil ich sonst unter der Woche auf dem Campus gewohnt hatte, ich hätte zu viel Zeit verschwendet, täglich die 130km Entfernung zur Uni hin und her zu fahren. Da er gearbeitet hatte, ist er morgens immer gegen 06:00 aufgestanden. Ich bin dann selber aus dem Bett raus gekommen, um mit ihm zu frühstücken. Und habe dabei in den ersten 20mn nach dem Aufstehen immer geniest und geniest. Ich habe es zuerst als Scherz gesagt, dass ich am frühen Aufstehen allergisch bin. Es hat sich aber immer wiederholt, egal, wo ich bin, wenn ich meine 8 Stunden pro Nacht nicht schlafen kann. Wie zum Beispiel heute Morgen. Meine Nachbarn aus dem Stadttheater haben gegen 01:00 angefangen, etwas laut zu sein, gerade als ich vom Lesen meines Buches[1] im Bett beim Einnicken war – ein Mann und eine Frau, es hörte sich so an, als ob sie sich vor dem Sex herum jagen würden, wie sie ab und zu lachend geschrien hat. Zum Glück nicht im Zimmer direkt neben meiner Wand, aber trotz Dämpfung hat es mich beim Einschlafen gestört. Und heute Morgen bin ich kurz vor 08:00 aufgewacht. Aufgestanden, Katze gefüttert, erstes Kaffee vor dem Rechner getrunken… Hatschi, Hatschi, es hat nicht mehr aufgehört, bis ich geduscht habe.

[1] Terry Pratchett, Ian Stewart & Jack Cohen, The Science of Discworld IV – Judgement Day (unbezahlte Werbung, da Verlinkung)


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