Gut geschlafen, und Arztgeschichten

Kurz vor zwölf im Bett, um halb neun heute aufgewacht. Unglaublich. So was passiert mir so selten. Ich hatte seit Anfang des Jahres Schlafprobleme, aber selbst vor der Schwangerschaft konnte ich nie so lange schlafen. Ein paar mal bin ich aufgewacht, um halb sechs, wie häufig in letzter Zeit, um sieben, und zuletzt um halb neun, weil der Ehemann mir aus seiner Dienstreise eine „guten Morgen“ Nachricht geschickt hat. Meine kleine innere Stimme behauptet ganz frech, ich hätte vielleicht nicht so gut geschlafen, wenn er zu Hause gewesen wäre. Wegen schnarchen und so. Womöglich hat sie recht.

Heute Nacht tat gut, und das kann ich momentan echt gebrauchen. Gestern fühlte ich mich noch so schlapp. Ich habe mich ins Fitnessstudio geschleppt, wie am Sonntag, weil Sport gut für die Seele sein soll, aber es war ein Kampf. Ich habe seit der Fehlgeburt Schwierigkeiten einzuschlafen. Bin häufig bis zwei, drei Uhr morgens oder später wach geblieben. Wie gut, dass ich krank geschrieben bin.

Am Montag war ich beim Arzt. Ich sollte nochmal die Konzentration vom β-HCG Schwangerschaftshormon im Blut prüfen lassen. Entweder bei meiner Frauenärztin, wofür ich zwei Stunden hin und zurück mit ÖPNV bräuchte, oder im Krankenhaus, zwanzig Minuten von zu Hause aus. Ich dachte, ich frage mal zuerst beim Hausarzt. Ich hatte schon bei ihm eine Blutabnahme machen lassen, aber speziell für β-HCG konnte er nichts machen.

Also bin ich zum Krankenhaus gefahren. Ich bin dort über drei Stunden geblieben, was nicht anders zu erwarten war, da Notfälle Vorrang haben. Ich habe am Schal vom Ehemann weiter gehäkelt. Als die Ergebnisse der Blutuntersuchung bekannt wurden, bin ich von einer anderen Ärztin untersucht worden. Der β-HCG Wert ist gut gefallen. Sie hat noch eine Echographie gemacht. Das war die unsanfteste Untersuchung, die ich je erlebt habe. Die Sonde hat sie in allen Richtungen gedreht, was recht unangenehm war. Die Gebärmutter scheint in Ordnung zu sein, Blutungen sollten noch nicht so schnell aufhören. Irgendwann meinte sie, „Ihr Darm ist gerade am Arbeiten, ich sehe Flüssigkeit“. Häh? Erstens will ich hoffen, dass mein Verdauungssystem funktioniert. Mir ist da nichts aufgefallen. Aber ich dachte, sie prüft meine Gebärmutter, was hat sie beim Darm zu suchen?

Ich bin danach zu Fuß nach Hause gegangen. Das Wetter war am Vormittag toll gewesen, jetzt war es dicht bewölkt. Zum Glück ohne Regen. Laut Navi-App hätte ich eine knappe Stunde brauchen sollen. Es wurden doch nur fünfig Minuten, und ich war zwischendurch bei einer Pommesbude. Es war schon nachmittags, und mir war danach. Pommes mit Mayo. Den Rest des Tages habe ich mit Schmerzen im Bauch und im unteren Rücken zu Hause verbracht, obwohl ich seit der Fehlgeburt so gut wie keine gespürt hatte. Ich habe gedacht, ich könnte mir gut vorstellen, dass man nach einer Vergewaltigung solche Schmerze spürt. Nur am nächsten Morgen sind sie verschwunden. Es muss von der Untersuchung gekommen sein. Verflucht sei diese Frau.

Heute zu Hause

Es ist toll, wenn ich von zu Hause aus arbeiten darf. Ich spare mir gleich zwei Stunden Fahrt mit der ÖPNV. Wenn ich den Anfang der Woche betrachte, würde ich sogar drei Stunden sagen.

Am Montag lief es erstmal in Ordnung. Ich hatte keine Lust auf S-Bahn. Mit dem ersten Bus los, kurz in der U-Bahn, dann zur nächsten Bushaltestelle, um das letzte Stück zur Arbeit zu fahren. Um neun stand ich dort. Der Bus fährt im zwanzig-Minuten-Takt, zusammen mit einem anderen Bus, der einen Teil der Strecke fährt. Um zwanzig vor zehn, ziemlich durch gefroren, als die Anzahl der Fahrgäste sich schon bedrohlich auf dem Bürgersteig vermehrt hatte, bin ich in den anderen Bus eingestiegen und habe den Fahrer gefragt, ob er irgendwas über die andere Linie wüsste. Nein, aber die Nummer vom Kundendienst hat er mir gegeben: 030-19449. Dort habe ich erfahren, dass es auf der Autobahn einen Unfall gegeben hatte, und alle Fahrzeuge die Ausfahrt nehmen mussten, was einen Monsterstau verursacht hatte. Die Busse kamen einfach nicht durch. Ich bin bis zur letzten gemeinsamen Haltestelle mit dem Bus gefahren und habe den Rest zu Fuß gemacht. Fünfundzwanzig Minuten. Natürlich hat sich inzwischen der Stau aufgelöst, und der lang ersehnte Bus hat mich zwischen zwei Haltestellen überholt. Ich war aber bei der Kälte flott genug unterwegs, und habe ihn bei jeder roten Ampel wieder getroffen.

Gestern hatte der erste Bus schon eine Viertelstunde Verspätung, wie mir meine BVG-App nach fünf Minuten Ungeduld berichtet hat. Mit der App ist es so eine Sache. Verspätungen werden häufig gar nicht angezeigt, wie am Montag. Diesmal schon. Der Bus fährt im zehn-Minuten-Takt, also bin ich in den nächsten Bus eingestiegen. Zu meiner Enttäuschung war es wieder kein Doppeldecker, und nicht mal ein langer Bus, weil er nicht so weit wie der erste Bus fährt und dadurch weniger Gäste bekommt. Im Normalfall. Dadurch, dass der erste Bus de facto ausgefallen ist, war der entsprechend rappelvoll. Wir haben noch auf dem Weg zur U-Bahn im Stau gestanden und zehn Minuten Verspätung gesammelt. Als ich dann bei Rot an der Ampel stand, um zur letzten Bushaltestelle zu gehen, ist mir der Bus vor den Augen weg gefahren. Nochmal zwanzig Minuten in der Kälte warten.

Heute habe ich mich also gefreut, zu Hause zu arbeiten. Dadurch entfällt die Fahrzeit, die ich momentan benutze, um einen Schal für den besten Ehemann der Welt zu häkeln, aber mehr dazu in einem anderen Beitrag. Heute wäre ich sowieso nicht dazu in der Lage gewesen. Schon beim Aufstehen wurde mir klar, ich bin so was von müde! In der Küche würde mir schwindelig, als ich das Radio bedienen wollte. Ich habe mich auf der Couch im Wohnzimmer unter der Decke gekuschelt und geschlafen, als der Ehemann sich für die Arbeit fertig gemacht hat. Nach einer Weile konnte ich mich aufraffen und habe zwei Stunden gearbeitet. Danach bin ich zum Arzt gegangen, um nach den Testergebnissen von letzter Woche zu fragen. Sie hatten mir gar nicht Bescheid gesagt, aber die Ergebnisse lagen schon länger da. Es gab eine kurze Besprechung mit dem Arzt, der meinte, solche tolle Blutwerte hätte er selten gesehen — danke Nadja! Vermutlich. Ich kannte meinte Werte auch nicht, bevor ich meine inzischen elf Kilogramme abgespeckt habe. Und Mängel gibt es keine. Ich habe noch mein bestelltes Buch Schwangerschaft für Dummies bei der Buchhandlung abgeholt und bin zurück nach Hause gefahren. Kurz gegessen. Und dann wurde mir bewusst, ich war unfähig zu arbeiten.

Migräne. Lichtempfindlichkeit. Müdigkeit. Lesen und am Rechner arbeiten unmöglich. Ich habe mich wieder auf der Couch unter der Decke mit herunter gezogenen Jalousien gepackt und versucht zu schlafen. Wie gestern, als ich nach Hause gekommen bin. Gestern nachmittag hatte mich genau beim Einschlafen das Klaviermassaker der Nachbarn den Schlaf geraubt. Seitdem wir hier wohnen, hat sich qualitativ am Musizieren der Nachbarn leider nichts geändert, wobei es in letzter Zeit nicht mehr so häufig zu hören ist. Für Elise ist inzwischen halb gelernt aufgegeben worden. Andere Stücke, die ich in meiner Jugend selber gespielt und geliebt hatte, werden dermaßen mishandelt, das ist echt schwer zu ertragen. Wie auch immer. Heute nachmittag konnte ich ohne Störung schlafen. Es hat aber nicht geholfen, weil die Migräne immer noch da war. Viel Wasser getrunken. Einen Apfel gegessen. Nochmal geschlafen. Übelkeit. Am Ende habe ich doch Paracetamol genommen. Es soll unbedenklich sein. Und nach dem ich wieder geschlafen habe, geht es mir endlich wieder besser. Ein mieser Tag war das.

Ich warte nun, dass der Ehemann auf dem Fitnessstudio zurück kommt. Weil er jetzt trainiert. Mit mir, in einem neuen Fitnessstudio. Aber dazu in einem anderen Beitrag.

Harte Nacht

Wir sind gestern ganz früh ins Bett gegangen. Wir haben mit dem Schwiegervater und einer Nichte in einem Lokal gegessen. Ich hatte mir den ganzen Tag ein schönes Kaloriendefizit aufgebaut, um ohne Reue den Abend zu genießen. Schweinerückensteak mit Pfifferlingen und Spätzle. Dazu zwei Biere. Ich hatte es nicht erwartet, weil es nichts Außergewöhnliches war, aber die haben mich mächtig gehauen. Als wir aus dem Lokal gegangen sind, ist mir bewusst geworden, dass ich betrunken war und nur noch schlafen wollte. In der S-Bahn habe ich auf Martins Schulter gedöst. Um halb zehn war ich im Bett. Martin ist mir gefolgt. Wir sind sofort eingeschlafen. Durchgeschlafen haben wir nicht.

Kurz vor Mitternacht hat mich Martin zum ersten Mal geweckt. Er hat etwas von einem Koffer erzählt und ist aus seiner Schlafposition gesprungen, um auf die Bettkante zu sitzen.“Was ist los?“ habe ich gefragt. Er hatte einen Koffer verloren. Da er vorgestern wieder auf Dienstreise geschickt wurde und erst gestern am späten Nachmittag zurück gekommen ist, und da ich gerade aus dem Schlaf gerissen wurde, erschien es mir plausibel. „Was für einen Koffer denn?“ Er hat lange etwas Unverständliches erzählt, wobei ich nur das Wort „Militär“ mitbekommen habe. Ich habe ihn gefragt, ob er noch am Schlafen war, da ich sonst kein Wort verstanden hatte. „Vielleicht, ich habe auch nichts verstanden“, war seine Antwort. Er hat sich wieder hingelegt.

Eine Stunde später bin ich von einem Traum aufgewacht. Am Traum selbst kann ich mich nicht mehr erinnern, außer dass jemand geklingelt hatte. Ich habe gedacht, Martin müsste aufstehen und zur Tür gehen. Bevor ich ihn ansprechen konnte, ist mir aufgefallen, dass es ein Traum gewesen war. Ich bin zur Toilette gegangen, aber der Traum ließ nicht ganz los und ich habe noch den zweiten Schloss der Tür geriegelt, falls ein Eindringling im Haus war.

Eine halbe Stunde später, als ich noch nicht eingeschlafen war, hat Martin gefragt, wem er etwas Unverständliches geben könnte. „Bitte?“ habe ich gefragt. Er ist wach geworden, hat gemerkt, dass er wieder im Schlaf geredet hat und geseufzt.

Als ich noch drei Viertelstunden später den Schlaf suchte, hat er angefangen, ganz aufgeregt zu atmen, und dann „Und Tschüß!“ gerufen. Er klang sehr aufgeregt, daher habe ich versucht, ihn zu beruhigen. Er ist aufgewacht. Da ich noch nicht schlief, habe ich ihn gefragt, mir seinen letzten Traum zu beschreiben. Er war auf einem Gebirge mit Leuten unterwegs, es war sehr windig, und ein Mann ist mit dem Wind weg geflogen. Daher hatte er Tschüß gerufen. Ich konnte nur noch lachen.

Es war inszwischen fast drei Uhr morgens. Ich dachte, ich würde lange vergeblich versuchen, wieder einzuschlafen. Es ist mir doch recht schnell gelungen. Ich weiß es, weil ich einen unangenehmen Traum hatte:

Die Ransomware

Ich saß an meinem Rechner in meinem ehemaligen Kinderzimmer unserer Villa in Südfrankreich. Meine Mami lag im Bett, wo früher meine Schwester geschlafen hatte.

Was ich am Rechner genau machte, weiß ich nicht mehr. Ich war unter Windows. Irgendwann habe ich ein merkwürdiges Fenster mit einer Scam-Warnung bekommen. Irgendwas hat angefangen, sich zu installieren. Mein Rechner ist instabil geworden und ich habe keine Kontrolle mehr gehabt. Ich habe kurzzeitig im Vollbildschirm ein Bild bekommen, wo drauf „Ransomware“ stand. Ich habe mich gewundert, warum meine Antivirus-Software nicht reagiert hat. Ich habe versucht, nicht in Panik zu geraten, und habe gedacht, im schlimmsten Fall könnte ich meinen Rechner mit Ubuntu starten, das ich auf einer anderen Festplatte installiert habe.

Ich habe den Rechner neustarten wollen. Die Ransomware hat sich gewehrt und gehindert, dass der Rechner heruntergefahren wird. Ich habe die Tastenkombination Strg + Alt + Entf drücken wollen, aber meine Tastatur sah plötzlich ganz anders aus. Strg und Alt waren an ihren üblichen Plätzen. Entf nicht. Da waren neue bunte Tasten, eine davon hieß Jihad. „Ach du Scheiße“, habe ich gedacht. Ich habe den Power-Knopf lange gedrückt. Der Rechner hat sich ausgeschaltet. So weit so gut.

Beim Hochfahren habe ich nicht das übliche Bild von der Mainboard gesehen. Es ging sofort mit dem Bild der Ransomware los. Ohne GRUB. Zu Ubuntu konnte ich also nicht wechseln. Die Ransomware hat ein Video gestartet. Die Musik war gruselig und laut. Ich habe die Lautsprecher ausgeschaltet. Die Musik lief weiter. Meine Mami hat es gestört, weil sie schlafen wollte. Ich habe versucht, den Rechner auszuschalten. Strg + Alt + Entf hat nicht gewirkt. Der Power-Knopf auch nicht. Das Video lief weiter. Als ich auf den Bildschirm geschaut habe, standen zwei Männer in weißen Gewänden. Beide trugen einen Turban. Von der Seite, nicht zu sehen, hat jemand plötzlich mit einem Säbel den Kopf vom Mann rechts abgetrennt. Blut hat gespritzt, als der Kopf nach vorne fiel. Meine Mami hat gesagt, sowas wollte sie nicht vor dem Einschlafen gesehen haben. Da der Rechner sich nicht herunterfahren ließ, habe ich am Ende beschlossen, die unterbrechungsfreie Stromversorgung, an die mein Rechner immer hängt, auszuschalten. Endlich war Ruhe.

Ich habe die Fensterläden geschlossen. Meine Mami hat auf ihrem Handy einen Anruf bekommen. Meine Schwester war es, die sie mitten in der Nacht angerufen hatte. Da sie gerade hochschwanger ist, hat meine Mami sofort gefragt, ob sie ein Problem hätte.

Ich bin aufgewacht. Vier Uhr morgens. Der Rest der Nacht verlief zum Glück ruhiger.

Unangenehmer Tag

Angefangen hat er gut. Ich habe die Nacht durchgeschlafen, auch wenn ich vor dem Wecker um halb sieben aufgewacht bin. Die Waage hat mich bis jetzt noch nicht enttäuscht und zeigt immer kleiner werdende Zahlen.

Ich habe zum Frühstück den Chiasamen-Pudding gegessen. Nicht mein Ding. Eine feste Gelee-Konsistenz hatte es doch nicht. Die Samen waren gestern einfach so geschwollen, dass sie eine kompakte Masse gebildet haben. Es war glibberig und hat mir nicht geschmeckt. Ich höre hier mit solchen Experimenten auf. Die mit Haselnussmilch über Nacht eingeweichten Haferflocken gefallen mir sehr gut, noch besser als mit Mandelmilch, ich bleibe dabei. Heute Mittag habe ich mit den Kollegen gegessen. Es gab Zanderfilet mit Kartoffeln und Möhren. Super gesund, dachte ich. Leider war alles in Öl ertränkt.

Ich war heute Morgen mit der Idee aufgestanden, nach der Arbeit zu joggen. Ich war die ganze Woche nicht sportlich. Gut, am Dienstag bin ich Fahrrad gefahren. Es war aber keine so lange Strecke wie zwischen Arbeit und zuhause. Am Montag und gestern kam es nicht in Frage, weil ich es wegen Schlafmangel für zu gefährlich gehalten habe.

Um besser zu joggen, wollte ich mir eine Pulsuhr besorgen. Daher habe ich um halb fünf die Arbeit verlassen. Es gibt ein Einkaufzentrum auf der S-Bahn-Strecke, das ein Sportladen hat. Es hat leider nicht geklappt. Als ich an der S-Bahn-Station angekommen bin, hieß es, aufgrund eines Feuerwehreinsatzes zwei Stationen weiter wäre der Zugverkehr unregelmäßig. Er war so unregelmäßig, dass gar kein Zug fuhr, wie wir wenig Zeit später erfahren haben.

Ich habe also beschlossen, mit dem Bus zu fahren. Wie viele andere. An den Kreuzungen kamen mir alle Ampelphasen extrem langsam vor. Den Bus habe ich verpasst. Der nächste kam zehn Minuten später. Voll. Ich bin bis zur U-Bahn gefahren. Dort war auch der Zugverkehr unregelmäßig. Wir haben ewig am Gleis gewartet. Aber wie es so schön auf der Seite der BVG hieß: „Derzeit fließt der Verkehr der BVG weitgehend ohne Störungen“. Als ich danach umgestiegen bin, war mein nächste Bus in zehn Minuten angekündigt. Es wurden fünfzehn Minuten. Weiter hinter mir haben zwei Typen angefangen, sich zu prügeln. Warum, keine Ahnung. Ich habe Schreie gehört und mich umgedreht. Ein Typ war am Boden, ein anderer über ihn gebeugt und hat ihn heftig getreten. Leute sind zum Glück schnell gekommen, um sie zu trennen.

Als mein Bus kam, waren zwei Busse der Linie hintereinander. Der erste war klein und voll, der zweite war ein Doppeldecker. Alle Leute sind zum ersten Bus gegangen. Ich bin in den zweiten eingestiegen. Die Fahrt war anstrengend. Irgendwann hat ein Baby unten minutenlang lauthals gebrüllt. Dann wurde es still. Ich nehme an, die Mutter hatte ihm etwas zu essen gegeben. Und was ich kurz danach gehört habe, hat mich völlig entsetzt: Der Busfahrer musste eine Durchsage machen, weil essen im Bus verboten ist. Es ist doch etwas ganz anderes, ob ein Baby die Flasche bekommt oder jemand ein Döner im Bus verspeist.

Als ich ausgestiegen bin, war es schon halb sieben. Ich habe zwei Stunden zwischen Feierabend und zu Hause gebraucht. Hätte ich doch das Fahrrad mitgenommen, statt joggen zu wollen… Andererseits waren auf der ganzen Fahrt unglaublich viele Feuerwehr- und Krankenwagen unterwegs. Wegen der Halbfinale? Es war vielleicht kein guter Tag, um Fahrrad zu fahren.

Ach, übrigens, ich freue mich, dass ich heute Nacht in Ruhe schlafen werde, ohne von Böllern und hupenden Autos gestört zu werden. Yeah!

Was für Faulenzer

Ich war heute Morgen vor dem Wecker wach. Wir waren nicht spät ins Bett gegangen. Der Wecker war für halb acht gestellt. Viel zu spät für mich, wenn ich heute arbeiten würde. Ich habe eine Stunde Fahrt zur Arbeit. Ich mag es nicht, nach neun anzukommen, obwohl die Arbeitszeiten bei uns nicht so fest sind.

Ich habe also kurz nach sieben die Toilette besucht. Martin war auch schon wach, lag aber weiter im Bett. Bis der Radiowecker sich meldet. Wie immer. Ich habe noch der Katze ihr Frühstück gegeben und bin zurück ins Bett gegangen. Ich habe mich gegen Martin eingekuschelt. Kurz danach hat sich die Katze an der Bettkante gegen meinem Rücken eingerollt.

Um halb acht ging das Radio an. Wir haben die Nachrichten gehört. Dann die Wettervorschau (brrr, kalt, ich bin froh, dass ich heute Morgen nicht raus muss). Und die Verkehrsmeldungen, weil sie manchmal auch Hinweise für ÖPNV beinhalten. Danach kam ein tolles Aufwachen-Lied von den Blues Brothers. Wie kann man dabei weiter schlummern? Martin kann’s.

Nach einer Weile habe ich ihn zum Aufstehen eingeredet. Ich wollte auch aufstehen, um ihn zu ermutigen, aber die Katze lag noch an meinem Rücken geklebt. Beim Umdrehen hätte ich sie gequetscht. „Chipie, steh auf“, habe ich ihr gesagt (sie versteht sowohl Deutsch als auch Französisch). Keine Reaktion. Sie lag da fest wie ein Stein. „Chipie!“, habe ich noch mal gerufen. „Mrrrrrauwww?“, meinte sie halb im Schlaf. „Allez, debout!“ Sie hat sich ein bisschen bewegt, ich habe mich umgedreht, und sie musste vom Bett springen. Ich bin aufgestanden. Martin hat sich auf seine Bettkante hingesessen. Endlich.

Die Hitze schafft mich

Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Schließlich bin ich ein „Südkraut“, wie Sebastian gerne zu mir sagte. Ich komme aus der Provence und sollte an hohen Temperaturen gewöhnt sein. Ich weiß noch, wie unglaublich toll ich mich in der prallen Sonne gefühlt hatte, als ich vor siebzehn Jahren in August aus dem Flugzeug in Casablanca zum heißen Asphalt ausgestiegen war, um Treuzeugin für die Hochzeit einer Freundin zu sein. Hier in Istrien ist es mir zu viel.

Letzte Woche bei der Tagung ging es mir körperlich nicht gut. Sicherlich hat es eine Rolle gespielt, dass ich schlecht geschlafen habe. Ich war zuerst für die Schulung in einem Hotel am Strand unterbracht, wo viele Partys abends statt gefunden haben, und ich konnte bei mir nicht mal das Fenster zu machen. Zum Glück war es zur Waldseite und nicht zum Strand gerichtet. Das gelegentliche Erbrechen unter meinem Zimmer habe ich trotzdem gut mitbekommen. Für die Tagung bin ich zu einem tollen Hotel gewechselt, aber der Stress für den Vortrag hat mir den Schlaf geraubt. Ich bin vor dem Tag mit Herzklopfen aufgewacht und war dabei, Sätze im Kopf zu wiederholen. Kein Wunder, dass ich immer einen hohen Puls hatte.

Mit der Hitze ging es während der Tagung relativ gut. Die Räume waren teilweise klimatisiert. Wenn wir mittags am Hafen essen gegangen sind, war es hart. Die Halle mit den Postern war nachmittags nicht auszuhalten. Ich habe mehrmals die langen Pausen benutzt, um schnell ins Meer zu springen oder einfach im Hotel duschen zu gehen. Seit Martin da ist, sind wir tagsüber draußen gewesen. Es war gut, am Samstag zum Strand zu gehen. Gestern haben wir uns Sehenswürdigkeiten angeschaut. Ich konnte mich sehr schwer dazu bringen, mich zu bewegen. Anschließend ist Martin schwimmen gegangen. Ich konnte nicht, da ich meine Periode bekommen habe und viel Blut verliere. Ich habe im Schatten an der Strandbar gewartet.

Heute Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Die Wohnung liegt mitten in der Stadt und die Urlauber sind spät abends unterwegs. Laut. Ich habe meine Oropax dabei, aber gestern Abend war es ungewöhnlich leise. Ich bin ohne sie eingeschlafen. Um 05:20 bin ich aufgewacht. Unter dem Fenster fuhr ein Wagen zur Straßenreinigung. Extrem laut, mit Piepsen. Um 05:20. Zweimal ist er vorbei gefahren. Ich bin danach wieder eingeschlafen, hatte zwischendurch den Stresstraum, und bin um 10:00 mit einem miesen Gefühl aufgewacht. Watte im Kopf. Am liebsten wäre ich im Bett geblieben. Wir sind frühstücken gegangen. Kurz danach zurück zur Wohnung. Viel getrunken. Martin hat die Klimaanlage angeschaltet. Ich bin grundsätzlich dagegen, aber auf einmal ging’s mir besser. Unglaublich. Wir sind zu einem Café in die Stadt gegangen, um Limonade zu trinken. Der Autoverkehr war zu laut, das Sonnenlicht zu grell. Nach dem Shopping haben sich die Zeichen der Migräne verstärkt. Ich habe ein Aspirin genommen und geschlafen. Martin habe ich in die Stadt zum Spaziergang geschickt. Es wäre echt blöd, Urlaub in der Mietwohnung zu verbringen.

Kaffee

Ich trinke gerne Kaffee. Morgens, bevor ich die Wohnung verlasse. Eine zweite Tasse morgens bei der Arbeit. Mittags meistens noch ein Espresso nach dem Essen. Danach nichts mehr.

Erst als Doktorandin hatte ich wirklich angefangen, Kaffee zu trinken. Der Kaffeeraum (offiziell „kleiner Seminarraum“) war ein gerne benutzter Treffpunkt. Manchmal haben wir noch vor abends Kaffee gemacht (es war nicht ungewöhnlich, wenn ich nach 22:00 das Institut verlassen hatte). Die Gewohnheit habe ich als Postdoc behalten, obwohl ich nicht mehr so lange bei der Arbeit geblieben bin.

Irgendwann kam es mir merkwürdig vor, dass ich nicht mehr richtig schlafen konnte. Wenn ich es jetzt in einem Beitrag namens „Kaffee“ erzähle, ist es klar, woran es lag, aber damals war es mir ein Rätsel. Mehrmals konnte ich bis 04:00 oder 05:00 keinen Schlaf finden, habe dann sehr unruhige Träume gehabt und bin völlig erschöpft aufgewacht, als der Wecker um 08:00 geklingelt hat (ich wohnte ganz nah am Institut). Es war noch vor der Geschichte mit dem nächtlichen Klavierspieler. „Magnesiummangel“, dachte ich. Das hatte ich einmal im Studium gehabt, im vierten Jahr, und der Arzt hatte mir Magnesium verschrieben. Es hatte gut gewirkt. Diesmal nicht.

Bis ich verstanden habe, dass es am Kaffee lag, hat es lange gedauert. Ich wollte es am Anfang nicht glauben. Es ist aber wirklich so, dass ich sehr lange nicht einschlafen kann, wenn ich ab dem späten Nachmittag Kaffee trinke. Mit einer Korrelation von 1. Oder beim Cola (trinke ich sowieso extrem selten), oder Tee, oder sogar Orangensaft. Ich bin halt überempfindlich. Auch andersrum. Einmal hatte mir mein Kollege Sebastian im Hochsommer vorgeschlagen, frisch gemachten kalten Lindenblättertee zu trinken. Nachdem er meine Bedenken weg gelacht hat (er hatte nie Wirkungen davon gehabt), habe ich es probiert und fand es lecker. Kurz danach habe ich angefangen, ununterbrochen zu gähnen und musste anschließend ganz früh nach Hause, weil ich nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten.

Jetzt haben wir eine Nespresso-Maschine, und ich finde es toll, abends eine koffeinfreie Tasse Kaffee zu trinken. Na ja, bis Anfang dieser Woche. Bei der letzten Benutzung hat sie einen komischen Geräusch gemacht, vermutlich ist ein Schlauch fürs Wasser geplatzt oder ähnliches, jetzt ist es vorbei mit den Espressi abends. Schade. Es passte hervorragend zum Zitronensorbet. Gestern haben wir bei einem Italiener in der Nähe gegessen. Ich habe gefragt, ob sie Decaf haben, und der (eigentlich immer unfreundliche) Kellner sagte ja. Ich habe also ein entkoffeiniertes Espresso bestellt. In der Espresso-Tasse war aber definitiv kein Espresso. Es hat furchtbar nach Filterkaffee geschmeckt. Ich habe es trotzdem getrunken. Und bin bis halb drei hell wach im Bett geblieben, während Martin fest schlief, obwohl ich vor dem Essen beim Fitness-Studio gewesen war. Blöder Typ. Ich hätte kein Trinkgeld auf dem Tisch lassen sollen.

Fahrrad-Saison eröffnet

Seit mindestens halb fünf bin ich schon wach. Nicht mehr müde. Die Katze hat genervt. Sie lag voll gestreckt am Ende des Bettes und ich hatte keinen Platz mehr für meine Füsse. Ich musste sie mehrmals schubsen, bevor sie sich einen anderen Schlafplatz gesucht hat. Diesmal hat sie wenigstens meine Beine nicht durch die Decke angegriffen. Martin hat leise geschnarcht. Er ist kurz aufgewacht, hat getrunken, und ist wieder eingeschlafen. Ich lag immer noch wach neben ihm. Um fünf bin ich aufgestanden. Ich verstehe das nicht.

Gestern bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Ich kann nicht gleich anfangen, jeden Tag die Strecke hin und zurück zur Arbeit mit dem Fahrrad machen, das wäre zu hart. Der Plan war, mit der Bahn morgens hin zu fahren und abends mit dem Fahrrad zurück. Dafür brauche ich einen Fahrausweis fürs Fahrrad. Am besten gleich eine Monatskarte, die lohnt sich schon ab fünf Fahrten. Am Automat geht es einfach, wenn man bar bezahlt. Ich wollte die EC-Karte benutzen. Ging nicht, obwohl der Bildschirm das Gegenteil behauptete. Nach drei Versuchen mit verschiedenen Fehlermeldungen (Karte nicht lesbar, Zahlvorgang nicht durchführbar…) und eine verpasste Bahn habe ich den Automat auf der anderen Seite probiert. Kein Problem. In die S1 gestiegen, in Schöneberg umgestiegen, falschen Aufzug benutzt (das Fahrrad ist mir zu schwer für die Treppe), zum nächsten Aufzug gerannt, am Gleis angekommen, Ringbahn verpasst. Nicht schlimm, sie fährt häufig genug. In Treptower Park musste ich wieder den Gleis wechseln. Ich hatte schon keine Lust mehr und habe beschlossen, den Rest mit dem Fahrrad zu fahren. Es tat so gut. Eigentlich hätte ich schon in Hermannstraße aussteigen können, ich wäre früher bei der Arbeit angekommen.

Für die Rückfahrt hatte ich Martin angeboten, mit mir zu fahren. Wir haben uns kurz nach sechs getroffen. Ursprünglich wollte ich meiner Route von Google Maps folgen. Martin meinte, am Kanal entlang wäre es schöner. Man musste aber mehrmals die Seite vom Kanal wechseln, der Radweg war nicht durchgehend und wir mussten häufig halten, um den richtigen Weg zu finden. An einer Stelle, als es klar wurde, dass es am Ufer nicht weiter ging, war ich schon umgekehrt, jedoch ist mir Martin nicht gefolgt. Ich habe an der Brücke auf ihn gewartet, aber er war irritiert, dass ich nicht bei ihm geblieben war. Wozu denn? Es gab keinen Weg mehr. Er hatte sich umschauen wollen, ob man nach den steilen Treppen rechts weiter fahren könnte. Konnte man nicht. Und ich suche mir doch keine Route aus, bei der ich das Fahrrad in Treppen hoch schleppen muss, wenn ich täglich fahren will. Manchmal denkt er komisch. Am Ende haben wir eine Stunde und fünfzig Minuten gebraucht. Mir war kalt und ich war hungrig, meine Muskeln haben am Ende geschrien. Beim nächsten Mal fahre ich alleine. Auf meiner ausgesuchten Strecke meint Google, ich bräuchte eine Stunde fünfzehn Minuten. Wenn es stimmt, entspricht es ziemlich genau was ich mit der Bahn mache, da ich das letzte Stück immer laufe, statt die Tram zu benutzen.

Das ist trotzdem eine lange Strecke. Es reicht, wenn ich nur abends radle. Sonst muss ich noch Zeit für die Dusche bei der Arbeit planen. Zwei mal am Tag duschen ist nicht gut für meine Haut. Heute fahre ich erstmal wieder Bahn. Ich spüre zwar keinen Muskelkater, will mich aber nicht überanstrengen. Und meine übliche Bahn fährt ab heute wieder.

Zu früh wach

Das passiert zur Zeit zu häufig. Es ist Sonntag und ich bin seit 06:00 wach. Gerade fünf Stunden geschlafen. Ich habe noch eine Stunde neben Martin gelegen, bis ich eingesehen habe, dass es sinnlos ist. Ich habe die Katze gefüttert. Gestern bin ich auch so früh aufgewacht. Wenigstens war der wunderschöne Anblick draußen es wert, mit dem frischen Schnee der Nacht auf die Bäumen, durch die Straßenlampen beleuchtet.

Ich hätte gedacht, dass ich mich gestern genug angestrengt hätte, um eine gute Nacht zu verbringen. Ich habe das Gästebadezimmer endlich gründlich gereinigt. Das letzte, was noch seit dem Umzug zu tun war. Es ist klein, aber es hat zwei Stunden gedauert, bis die Kachel an den Wänden schön sauber weiß geworden sind. Nicht nur die Küche war in einem grauenhaften Zustand. Letzte Woche war ich am Samstag sogar wieder beim Fitness-Studio, nach einer sehr langen Pause. Seit dem Sommer war ich nicht mehr dort. Ich hatte mir zuerst das Knie gehauen (es knackt jetzt noch häufig, wenn ich das Bein strecke), wir waren Urlaub viel unterwegs, ich habe mir diese lästige Magen-Darm-Krankheit geholt, die über zwei Wochen gedauert hat, dann sind wir umgezogen… Und seit der Rückkehr aus den Seychellen bin ich gerade ein Mal Fahrrad gefahren, die Strecke zur Arbeit ist jetzt viel zu lang, und es ist kalt. Es wurde Zeit, wieder mit Sport anzufangen. Am letzten Sonntag war ich trotzdem schon ganz früh wach, und es passiert mir regelmäßig seit einigen Wochen.

Wahrscheinlich liegt es am Stress. Letzte Woche war besonders hart, da wir wieder unser Praktikum hatten und ich für die Organisation verantwortlich bin. Ich habe noch die Skripte bearbeitet und meine Vorlesungen umstrukturiert. Das hat sich gelohnt, die Studenten waren am Ende zufrieden. Nebenbei musste ich mich um neue Probleme bei meinem Datenauswertungsprogramm kümmern (mittlerweile habe ich ein zweites Programm entwickelt, als drittes Projekt). Aus einem mir noch unbekannten Grund bleibt es bei einem bestimmten Schritt hängen und läuft nicht weiter. Es ist nicht reproduzierbar, manchmal geht’s wieder, wenn man es noch mal versucht. Ich habe die ganze Woche mit den Studenten das Programm benutzt und kein Problem gehabt. Auf meinem Rechner habe ich den Fall nie beobachtet. Aber den Nutzern passiert es jetzt häufig, wenn sie parallel zu ihren Experimenten das Programm benutzen. Genauer gesagt seit drei Wochen, nur, am Anfang hat es mir keiner gesagt. Das komische ist, dass ich seit längerer Zeit mit Programm #2 beschäftigt war und an Programm #1 nichts geändert habe. In einem anderen Fall hat sogar ein Nutzer geschrieben, dass sein Datensatz nach einer Fehlermeldung (welche, hat er nicht geschrieben) verschwunden war. Verloren. Als ob er die Messung nie gemacht hätte. Das kann nicht sein, mein Programm enthält definitiv keinen Löschbefehl für die Daten. Ich vermute eher ein Hardware-Fehler. Ich kann mir vorstellen, dass die Fehlermeldung kam, weil das Programm plötzlich keine Daten mehr zum auswerten hatte. Mit den spärlichen Informationen, die ich von den Nutzern bekomme, komme ich auf jeden Fall nicht weiter. Ich muss unbedingt eine detaillierte Logdatei erstellen, um wenigstens die genaue Stelle des Programmes zu identifizieren, die jetzt Probleme macht.

Zum Stressabbau wollten wir also heute in die Sauna gehen. Leider wird’s wohl ein anderes Mal sein müssen. Ich dachte, meine Periode wäre vorbei, aber heute morgen habe ich wieder viel Blut gemerkt. Stattdessen könnten wir im botanischen Garten spazieren gehen.

Ein Verdacht

Vor zwei Wochen habe ich mich nicht so toll gefühlt. Leichtes Fieber. Ich habe zuerst gedacht, dass es mit dem Fahrrad fahren zu tun hat, weil es deutlich kühler geworden ist. Nach dem zweiten Tauchkurs war ich mit naßen Haaren mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Seitdem habe ich ein komisches Gefühl, als ob ich gerade geniest hätte. Meine Nase fühlt sich ständig gereizt an. Ich niese häufiger, und die Nachwirkung bleibt viel länger als sonst. Erkältet bin ich aber nicht. Es könnte einfach aus dem Chlorwasser vom Schwimmbad kommen.

Ich schlafe momentan länger als sonst. Wahrscheinlich, weil ich noch im Urlaub bin, obwohl ich es nicht mag, zu lange im Bett zu bleiben. Sobald ich wach werde, habe ich den Eindruck, meine Zeit zu verschwenden, wenn ich liegen bleibe.

Seit dem zweiten Tauchkurs habe ich einen Druck im Bauch. Krampfartig, jedoch nicht schmerzhaft. Verstärkte Blähungen. Mit den Ohren habe ich eigentlich gar kein Problem mehr beim Druckausgleich. Beim letzten Kurs am Sonntag ging es noch besser, ich bin mehrmals ab- und aufgetaucht. Ich glaube nicht, dass die Krämpfe im Bauch etwas mit dem Tauchen zu tun haben. Am Wochenende habe ich seltsame Ausscheidungen bekommen. Es sah wie Blut aus, aber hell rosa, nicht wie bei meiner Periode, die zuletzt vor drei Wochen statt gefunden hat. Und ich fühle mich in meinen Kleidern am Bauch geengt. Ich war lange nicht mehr beim Fitness-Studio.

An der Haltestelle heute Morgen habe ich mich wieder stark von den Gerüchen um mich herum belästigt gefühlt. Das ist nichts neues, aber in letzter Zeit häufiger. Heute stand eine stark parfürmierte Person bei den Sitzplätzen unter der Bahn-Brücke. Zigarettenrauch hing in der Luft. Ich bin vorne bei der Ampel geblieben, wo die vorbei fahrenden Autos die Luft bewegt haben.

Ich warte noch eine Woche ab.