Die Migräne klingt ab

So lange hatte mich eine Migräne noch nie belästigt.

Am Montag bin ich abends wie gewohnt kurz vor zwölf ins Bett gegangen, da ich nach dem Nachmittagsschläfchen nicht müde genug war. Am Dienstag hatte ich noch beim Aufwachen Kopfschmerze, diesmal immerhin ohne mich übergeben zu müssen. Ich bin um acht aufgewacht und hätte noch mehr schlafen können. Den ganzen Tag haben sich meine Augen warm und müde angefühlt. Ich war auf Arbeit nicht sehr konzentriert und es trifft sich gut, dass ich zur Zeit keine Programmieraufgabe habe. Gestern habe ich mich immer noch sehr erschöpft und schwindelig gefühlt. Die Arbeit ging nur schleppend voran. Um halb zehn abends habe ich dem Ehemann gesagt, ich würde jetzt als Vorbild für ihn ins Bett gehen. Er neigt gerne dazu, sehr spät schlafen gehen zu wollen. Um wie viel Uhr er ins Bett gegangen ist, weiß ich nicht. Ich habe schon geschlafen.

Und wer war dann heute früh um halb fünf hellwach im Bett? Geschlafen habe ich gut. Ich erinnere mich dunkel an einen Traum. Ich besuchte meine Mutter in der Bretagne[1]. Es war nachts. Ich war mit dem Flieger gekommen und musste schauen, wie ich zu ihrem Haus komme. Eine von Rindern gezogene Karre hat mich dahin gebracht. Es war ein flaches Land. Das Haus meiner Mutter lag am Meer. Vor dem Haus hatte sie einen kleinen Vorgarten. Ich wollte drauf Samen streuen, aber sie meinte, man müsste zuerst den Grundstück gut mit Erde bedecken. Der Wind wäre hier so stark, dass er sonst meine ganzen Samen sofort weg wehen würde. Vermutlich liegt es daran, dass der Ehemann mir gestern Abend erzählte, auf dem Rückweg von der Arbeit wäre ihm die Luft sehr staubig vorgekommen. „Pollen?“ hatte ich ihn gefragt. „Nein, Staub, vermutlich von den Feldern, drauf ist momentan nichts, was die Erde hält“, meinte er.

Da ich heute so früh aufgestanden bin, musste ich früh zur Toilette. Ich habe die Gelegenheit benutzt, um den Schwangerschaftstest zu machen, den mir der Ehemann gestern aus der Apotheke gebracht hat. Ich hatte ihn danach gefragt. Irgendwie hatte ich letzte Woche ein komisches Gefühl. Es war, als ob mein ganzer Körper von Glückshormonen überflutet worden war. Es kam in Wellen, als ich am Schreibtisch saß. Merkwürdig, hatte ich mir gedacht. Das hatte ich mal in früheren Schwangerschaften gespürt. Aber jetzt, Mitte vierzig? Nach all den gescheiterten Schwangerschaften? Ich bin ewig nicht mehr schwanger geworden. Vielleicht kurz letztes Jahr im Juni, da waren einige Tage, wo ich diese Ausdehnungsschmerze im unteren Rücken gespürt hatte, aber das war schnell vorbei. Meine nicht mehr periodische Periode lässt momentan auf sich warten, und die Migräne und die plötzliche Müdigkeit würden auch für eine Schwangerschaft sprechen. Andererseits fehlen andere Symptome im Bauch, im Rücken und in der Brust.

Was soll’s, ein Test ist schnell gemacht und schafft Klarheit. Der Ehemann ist nicht mit einem sondern mit zwei Schwangerschaftstests nach Hause gekommen. Ein Schnelltest, der zuverlässige Ergebnisse zehn Tage nach der Empfängnis liefert, und ein Test mit digitaler Anzeige der Wochenbestimmung. Er ist voll über den Tisch gezogen worden. Wer braucht denn so einen Schnickschnack? Mir reicht eine binäre Antwort. Ein einfaches Streifen hätte es auch getan. Ein der Tests war um die 7€, der Andere um die 14€, welcher welchen Preis hat, weiß ich schon nicht mehr. Es ist unverschämt, was man für Preise in Deutschland für Schwangerschaftstests ausgeben kann. Wenn ich in meinen fruchtbareren Jahren beim Carrefour[2] in Frankreich meinen Vorrat an Schwangerschaftstests aufgefüllt hatte, waren sie für 1€ pro Stück zu haben, und das waren keine einfachen Streifen, sie waren schon in einer praktischen Plastikhülle verpackt, wie man hier sehen kann. Hier bei München hat man es noch schwer, an die Ware zu kommen. Konnte man sie in Berlin beim Rossmann[2] oder DM[2] kaufen, muss man hier zur Apotheke.

Jedenfalls. Der Test war negativ. Ausatmen.

Ich dachte schon, wenn die Migräne und der Erschöpfungszustand anhalten, muss ich zur Arztpraxis. Heute scheint es mir endlich besser zu gehen. Mal schauen, wie der Tag wird.

[1] Sie wohnt immer noch in der Provence.

[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich habe den Kopf im Arsch

Eine wörtliche Übersetzung von einem französischen Ausdruck, den ich in meiner Jugend häufig benutzt habe. „J’ai la tête dans le cul“ heißt so viel wie „ich habe Watte im Kopf“. Man fühlt sich benommen, leicht schwindelig, kann sich nicht konzentrieren. Wiktionary erklärt, meistens sagt man das, wenn man am Tag davor zu viel Alkohol getrunken hat. Ich sage das eher wenn ich eine schlechte Nacht hinter mir habe. Alkohol hat damit nichts zu tun. Vermutlich, weil ich den Ausdruck angefangen habe zu benutzen, bevor ich Alkohol trinken durfte. Anderswo wird erzählt, der Ausdruck stammt aus dem Ende des letzten Jahrhunderts. Passt zu meiner Jugend, Ende Achtziger. Meine Schulfreundin Nathalie hatte es damals zuerst gesagt, und wir hatten es alle in der Clique übernommen.

Der Ehemann ist heute schuld. Kurz vor zwei hat er mich geweckt. Er schlurfte barfuß zur Schlafzimmertür. Ich habe das Licht am Bett angeschaltet. Es ist ihm schon mal passiert, beim Rückweg von der Toilette nachts im Dunkel gegen die Bettkante zu knallen und sehr unsanft ins Bett zu fallen. Das sollte nicht nochmal passieren. Als er heute Nacht zurück ins Bett gekommen ist, hat er das Licht ausgemacht. Ich war schon dabei, wieder einzuschlafen, als er mich fragte, ob es mir auch so warm wäre. „Nein“, habe ich ihm gesagt, „aber wenn du willst, kippe doch ein Fenster“. Er hat beide Fenster vom Schlafzimmer gekippt, ist dann zur Küche gegangen, hat dort das Fenster gekippt, dann auch im Wohnzimmer und das Dachfenster auf der Etage. „Spinnst du?“ habe ich ihn gefragt, als er zurück gekommen ist. „Es zieht total an mein Gesicht vorbei, so will ich nicht schlafen, es ist sehr kalt“. Wir liegen nachtsüber immer noch bei null Grad. Er hat wieder alle Fenster geschlossen, selbst im Schlafzimmer, und hat sich zurück ins Bett gepackt. Ich war inzwischen hell wach geworden. Gegen drei ist der Ehemann nach einigen Wälzen und Seufzen wieder eingeschlafen. Bei mir hat es bis halb sieben gedauert, bevor ich den Schlaf finden konnte. Der Ehemann hat noch geschnarcht und schubsen hat nicht geholfen.

Heute Nacht schlafe ich alleine oben im Gästezimmer.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Fremd übernachtet

Heute war wieder eine kurze Nacht. Und daran bin ich schuld. Ich habe mich gestern ans Dutch Baby als Nachtisch gewagt, mit frischem Obst und Schlagsahne. Die Mengenangaben war natürlich für eine Familie gedacht… Ja, daher gab’s vorsichtshalber zum Abendessen nur einen grünen Salat. Das ungewöhnlich viel Zucker am Abend hat sein Unheil angerichtet. Um halb zwölf waren wir im Bett, ich war nicht müde. Um zwölf hat der Ehemann das Licht ausgeschaltet. Mein Puls war immer noch viel zu hoch, um einschlafen zu können. Bis mindestens drei Uhr morgens habe ich wach gelegen und einem kleinen Vogel gelauscht, der in regelmäßigen Abständen kurz gepiept hat. Die Fenster waren gekippt.

Ich bin auf Arbeit angekommen. Ich habe den Aufzug genommen, um zu meinem Büro zu kommen. Ich habe mich aber vertippt und bin ganz unten gelandet. Was soll’s, dann fahre ich wieder hoch. Irgendwie sind die Tasten komisch und ich kann nicht erkennen, was ich drücken soll. Ich steige also unten vom Auszug aus.

Ich treffe meinen ehemaligen Zimmerkollegen Moritz und frage ihn, ob es eine Treppe nach oben gäbe. Er weiß es nicht. Wie denn auch, so unsportlich wie der ist, schießt mir durch den Kopf. Ich mache mich auf die Suche und finde einen Treppenhaus. Der Zugang ist leider durch eine blaue, transparente Glaskonstruktion versperrt. Man kann nur mit einer elektronischen Karte das Türchen öffnen.

Ich gehe zurück in Richtung Aufzug. Unterwegs treffe ich eine Kollegin. Sie schlägt mir vor, bei ihr im Büro zu schlafen. Ein Büro ohne Fenster. Ich bin müde und nehme ihr Angebot an. In ihrem Büro sind einige Bette. Ich lege mich in ein kleines Bett hin und gucke ein Video auf dem Handy. Ich liege ungünstig, irgendwie quer, es gibt nicht genug Platz. Ich muss die Beine anwinkeln. Das Licht im Zimmer ist an, gelb, wie aus einer alten Glühbirne. Als ich beim Einschlafen bin, merke ich zwei kleine Kinder, die sich das Bett mit mir teilen. Sie wirken verwirrt, weil ich auch im Bett bin. Ich versuche, ein bisschen mehr Platz für sie zu machen. Meine Kollegin kehrt zurück und erklärt ihnen, dass ich heute Nacht hier übernachte. Die Kinder legen sich in ein anderes Bett hin und ich habe schlechtes Gewissen, sie vertrieben zu haben.


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Schlaflos durch die Nacht

Nee, ich bin keine Fan von Helene Fischer. Schuld an der Titelfindung ist die Schlaflosigkeit. Mal wieder.

Blöd ist, ich war heute, oder gestern, je nachdem, wie man es sieht, jedenfalls am Dienstag, richtig müde.

Beim Sport am Montagabend habe ich mich ausgetobt, um zehn Uhr abends war ich dann im Bett.

Am Dienstag hat mich der Wecker um halb sieben geweckt. Ich habe mich beim Aufstehen recht fit gefühlt. Das hat bis etwa 15:00 angehalten.

Ute hat mal wieder genervt. Weil ich meine Kopfhörer zu Hause vergessen hatte, dachte sie, ich wäre für jeden Scheiß ansprechbar. Tim ist gerade in Elternzeit und wir sind nur noch zu zweit im Büro. Mein Pech. Ihr Problem ist, obwohl sie eine der ältesten Mitarbeiter in der Firma ist, ist sie nicht in der Lage, selbstständig Entscheidungen zu treffen, und sie muss uns ständig nach unserer Meinung fragen. Selbst für die unwichtigsten Lappalien. Das ist ätzend, wenn man beim Programmieren beschäftigt ist.

Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich für die Mittagspause notgedrungen auf Obst und Kuchen greifen musste. Ich habe gegen 15:00 wieder Hunger bekommen, und kurz danach sind Kopfschmerze gekommen. Ein jüngerer Kollege hat mich noch besucht, um nach Hilfe bei einer Programmieraufgabe zu fragen. Da er mich unterstützen soll, musste ich durch. Meine eigene Aufgabe für den Tag habe ich erst um halb sechs fertig gekriegt. Vor der Heimreise habe ich Paracetamol geschluckt.

Auf dem Weg nach Hause habe ich mir bei der Bäckerei vor dem Bahnhof in Pasing eine Kleinigkeit zum essen geholt. Es hat nicht geholfen. Einmal zu Hause, bin ich auf der Couch liegen geblieben. Der Ehemann ist aus seinem Vorstellungsgespräch mit der nächsten S-Bahn zwanzig Minuten nach mir angekommen. Er hat mir nochmal Paracetamol gegeben und für uns Abendstulle vorbereitet.

Mir ging’s danach geringfügig besser. Wir haben zusammen für die Mittagspause von Mittwoch gekocht, nachdem ich große Schwierigkeiten hatte, mich von der Couch zu lösen. Danach bin ich wieder auf der Couch vor dem Fernseher gefallen, und von halb neun bis halb zwölf habe ich gedöst und geschlafen.

Um halb zwölf hat mich der Ehemann geküsst, bevor er aufgestanden ist, um ins Bett zu gehen. Ich bin aufgewacht, habe Zähne geputzt und bin auch ins Bett gegangen. Einschlafen konnte ich bis jetzt nicht.

Nach einer Stunde habe ich mir eine heiße Milch mit Honig gemacht, weil es mich während der Krankheit schön schläfrig gemacht hatte, aber heute klappt’s nicht.

Um zwei bis ich zurück zur Couch gegangen. Die Augen sind noch nicht müde. Morgen wird es hart auf Arbeit. Ich meine, heute.


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Schlaflos

Verflucht nochmal.

Ich bin erschöpft von der Arbeit nach Hause gekommen. Das habe ich gleich dem Ehemann mitgeteilt, als er mich mit dem Auto abgeholt hat. Die Nacht davor konnte ich nach dem Konzertbesuch erstaunlicherweise durchgehend schlafen, aber es gab auf Arbeit viel zu tun, und ich bin wieder fast zehn Stunden im Büro geblieben. Ich war schon beim Kochen müde und hatte leicht Kopfschmerzen, was dem Ehemann auch nicht entgangen ist, und bin knapp um halb zehn auf der Couch eingeschlafen, während er oben im Arbeitszimmer beschäftigt war.

Und was fällt ihm ein, als er kurz vor Mitternacht beschließt, ins Bett zu gehen? Mich von der Couch zu wecken, damit ich auch ins Bett gehe. Ist doch klar, dass ich dadurch wach werde. Während er sich also bei mir einkuschelt, entspannt und beim Einschlafen anfängt, leise vor sich hin zu scharchen, fährt mein Körper immer noch hoch und ich kann nicht mehr schlafen.

Ich bin also wieder auf der Couch. Schlafen kann ich immer noch nicht mehr, aber wenigstens kann ich mich beschäftigen, statt mich nur sinnlos im Bett hin und her zu wälzen. Dabei wäre es mir echt egal, ob der Ehemann dadurch aufwacht. Warum kann er mich nicht einfach weiter auf der Couch schlafen lassen, wenn er weiß, ich bin erschöpft und sieht, dass ich doch so gut am Schlafen bin?


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Die schlimmste Migräne überhaupt

Die hatte ich gestern. Ich finde, ich habe momentan häufiger Migränen als sonst. Schon dreimal in diesem Jahr! Im neuen Job habe ich viel zu lernen. Ute ist immer noch so anstrengend, wobei es besser geworden ist, seitdem ich den Trick von Tim verwende, einfach Kopfhörer drauf und ignorieren. Natürlich nicht wenn es um die Arbeit geht, aber das ist eher die Ausnahme. Meistens redet sie irgendein Quatsch ohne vorher nachzudenken oder regt sich total wegen Belanglosigkeiten auf. Gestern zum Beispiel. Sie sitzt vor ihrem Rechner, ich bin tief am Programmieren, und plötzlich fragt sie mich, ob es der 12. oder der 13. Februar wäre. Ignoriert, Kopfhörer als Alibi. Ich kann sie immer noch hören, aber das weiß sie nicht. Wie respektlos ist das, mich für so eine blöde Frage aus meiner Arbeit zu reißen, wenn ein Blick auf ihrem Bildschirm ihr die Antwort geben kann? Ich glaube, sie ist einfach süchtig nach Aufmerksamkeit und erträgt es nicht, wenn sich zwei Stunden lang niemand mit ihr unterhält.

Ich gebe Ute also einen guten Anteil Verantwortung dafür, dass ich so viele Migränen in letzter Zeit hatte. Natürlich könnte es auch daran liegen, dass ich wieder die Pille nehme. Oder dass sich jedes Mal das Wetter geändert hat. Oder dass ich immer am Abend davor im Fitnessstudio war, und mit naßen Haaren raus gekommen bin… Nein. Dann würde ich viel häufiger an Migränen leiden. Ich besitze seit über zwanzig Jahren keinen Föhn.

Gestern war jedenfalls die schlimmste Migräne, die ich je hatte. Schon vor der Mittagspause ahnte ich was Böses. Ich habe viel getrunken, es hat nicht geholfen. Und das, obwohl ich noch am frühen Morgen dachte, wie gut es mir doch in letzter Zeit gegangen war… Wie die zwei anderen Male. Es sollte mir eine Warnung sein. Wenn ich plötzlich denke, mir geht es ausgesprochen gut, sollte ich mich mental darauf vorbereiten, am Nachmittag zu nichts mehr fähig zu sein. Wie gestern Nachmittag. Nach dem Mittagessen habe ich bedauert, ausnahmsweise meine Packung Paracetamol zu Hause gelassen zu haben. Als ich mich kurz nach vier flau im Magen gefühlt habe, habe ich meine Sachen gepackt und früh Feierabend gemacht. Mit Bus und S-Bahn. Zwei Bussen, genauer gesagt. Mein zweiter Bus hat mich zur S-Bahn Station Germering gebracht, wo die ersten Menschen schon vom Fasching-Zug zurück kamen. Dort, abseits auf der Wiese, dürfte noch mein gestriges Mittagessen liegen. Dass ich mich bei einer Migräne übergeben muss, hatte ich noch nie. Ich hoffe, es passiert nie wieder.

Um sechs war ich, nach einem unangenehmen Besuch über die Toilette, im Bett. Zwei Stunden später habe ich meinem Magen das Schlucken einer Paracetamol-Tablette zugemutet. Bis elf habe ich dann geschlafen, bis der Ehemann mir eine Nachricht geschickt hat. Ich hätte das Handy im Flugzeugmodus stellen sollen, weil ich danach bis sechs Uhr morgens nicht mehr einschlafen konnte. Dafür ging es mir heute auf Arbeit erstaunlich gut.


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Gut geschlafen, und Arztgeschichten

Kurz vor zwölf im Bett, um halb neun heute aufgewacht. Unglaublich. So was passiert mir so selten. Ich hatte seit Anfang des Jahres Schlafprobleme, aber selbst vor der Schwangerschaft konnte ich nie so lange schlafen. Ein paar mal bin ich aufgewacht, um halb sechs, wie häufig in letzter Zeit, um sieben, und zuletzt um halb neun, weil der Ehemann mir aus seiner Dienstreise eine „guten Morgen“ Nachricht geschickt hat. Meine kleine innere Stimme behauptet ganz frech, ich hätte vielleicht nicht so gut geschlafen, wenn er zu Hause gewesen wäre. Wegen schnarchen und so. Womöglich hat sie recht.

Heute Nacht tat gut, und das kann ich momentan echt gebrauchen. Gestern fühlte ich mich noch so schlapp. Ich habe mich ins Fitnessstudio geschleppt, wie am Sonntag, weil Sport gut für die Seele sein soll, aber es war ein Kampf. Ich habe seit der Fehlgeburt Schwierigkeiten einzuschlafen. Bin häufig bis zwei, drei Uhr morgens oder später wach geblieben. Wie gut, dass ich krank geschrieben bin.

Am Montag war ich beim Arzt. Ich sollte nochmal die Konzentration vom β-HCG Schwangerschaftshormon im Blut prüfen lassen. Entweder bei meiner Frauenärztin, wofür ich zwei Stunden hin und zurück mit ÖPNV bräuchte, oder im Krankenhaus, zwanzig Minuten von zu Hause aus. Ich dachte, ich frage mal zuerst beim Hausarzt. Ich hatte schon bei ihm eine Blutabnahme machen lassen, aber speziell für β-HCG konnte er nichts machen.

Also bin ich zum Krankenhaus gefahren. Ich bin dort über drei Stunden geblieben, was nicht anders zu erwarten war, da Notfälle Vorrang haben. Ich habe am Schal vom Ehemann weiter gehäkelt. Als die Ergebnisse der Blutuntersuchung bekannt wurden, bin ich von einer anderen Ärztin untersucht worden. Der β-HCG Wert ist gut gefallen. Sie hat noch eine Echografie gemacht. Das war die unsanfteste Untersuchung, die ich je erlebt habe. Die Sonde hat sie in allen Richtungen gedreht, was recht unangenehm war. Die Gebärmutter scheint in Ordnung zu sein, Blutungen sollten noch nicht so schnell aufhören. Irgendwann meinte sie, „Ihr Darm ist gerade am Arbeiten, ich sehe Flüssigkeit“. Häh? Erstens will ich hoffen, dass mein Verdauungssystem funktioniert. Mir ist da nichts aufgefallen. Aber ich dachte, sie prüft meine Gebärmutter, was hat sie beim Darm zu suchen?

Ich bin danach zu Fuß nach Hause gegangen. Das Wetter war am Vormittag toll gewesen, jetzt war es dicht bewölkt. Zum Glück ohne Regen. Laut Navi-App hätte ich eine knappe Stunde brauchen sollen. Es wurden doch nur fünfzig Minuten, und ich war zwischendurch bei einer Pommesbude. Es war schon nachmittags, und mir war danach. Pommes mit Mayo. Den Rest des Tages habe ich mit heftigen Schmerzen im Bauch und im unteren Rücken zu Hause verbracht, obwohl ich seit der Fehlgeburt so gut wie keine gespürt hatte. Ich habe gedacht, ich könnte mir gut vorstellen, dass man nach einer Vergewaltigung solche Schmerze spürt. Nur am nächsten Morgen sind sie verschwunden. Es muss von der Untersuchung gekommen sein. Verflucht sei diese Frau.


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Heute zu Hause

Es ist toll, wenn ich von zu Hause aus arbeiten darf. Ich spare mir gleich zwei Stunden Fahrt mit der ÖPNV. Wenn ich den Anfang der Woche betrachte, würde ich sogar drei Stunden sagen.

Am Montag lief es erstmal in Ordnung. Ich hatte keine Lust auf S-Bahn. Mit dem ersten Bus los, kurz in der U-Bahn, dann zur nächsten Bushaltestelle, um das letzte Stück zur Arbeit zu fahren. Um neun stand ich dort. Der Bus fährt im zwanzig-Minuten-Takt, zusammen mit einem anderen Bus, der einen Teil der Strecke fährt. Um zwanzig vor zehn, ziemlich durch gefroren, als die Anzahl der Fahrgäste sich schon bedrohlich auf dem Bürgersteig vermehrt hatte, bin ich in den anderen Bus eingestiegen und habe den Fahrer gefragt, ob er irgendwas über die andere Linie wüsste. Nein, aber die Nummer vom Kundendienst hat er mir gegeben: 030-19449. Dort habe ich erfahren, dass es auf der Autobahn einen Unfall gegeben hatte, und alle Fahrzeuge die Ausfahrt nehmen mussten, was einen Monsterstau verursacht hatte. Die Busse kamen einfach nicht durch. Ich bin bis zur letzten gemeinsamen Haltestelle mit dem Bus gefahren und habe den Rest zu Fuß gemacht. Fünfundzwanzig Minuten. Natürlich hat sich inzwischen der Stau aufgelöst, und der lang ersehnte Bus hat mich zwischen zwei Haltestellen überholt. Ich war aber bei der Kälte flott genug unterwegs, und habe ihn bei jeder roten Ampel wieder getroffen.

Gestern hatte der erste Bus schon eine Viertelstunde Verspätung, wie mir meine BVG-App nach fünf Minuten Ungeduld berichtet hat. Mit der App ist es so eine Sache. Verspätungen werden häufig gar nicht angezeigt, wie am Montag. Diesmal schon. Der Bus fährt im zehn-Minuten-Takt, also bin ich in den nächsten Bus eingestiegen. Zu meiner Enttäuschung war es wieder kein Doppeldecker, und nicht mal ein langer Bus, weil er nicht so weit wie der erste Bus fährt und dadurch weniger Gäste bekommt. Im Normalfall. Dadurch, dass der erste Bus de facto ausgefallen ist, war der entsprechend rappelvoll. Wir haben noch auf dem Weg zur U-Bahn im Stau gestanden und zehn Minuten Verspätung gesammelt. Als ich dann bei Rot an der Ampel stand, um zur letzten Bushaltestelle zu gehen, ist mir der Bus vor den Augen weg gefahren. Nochmal zwanzig Minuten in der Kälte warten.

Heute habe ich mich also gefreut, zu Hause zu arbeiten. Dadurch entfällt die Fahrzeit, die ich momentan benutze, um einen Schal für den besten Ehemann der Welt zu häkeln. Heute wäre ich sowieso nicht dazu in der Lage gewesen. Schon beim Aufstehen wurde mir klar, ich bin so was von müde! In der Küche würde mir schwindelig, als ich das Radio bedienen wollte. Ich habe mich auf der Couch im Wohnzimmer unter der Decke gekuschelt und geschlafen, als der Ehemann sich für die Arbeit fertig gemacht hat. Nach einer Weile konnte ich mich aufraffen und habe zwei Stunden gearbeitet. Danach bin ich zum Arzt gegangen, um nach den Testergebnissen von letzter Woche zu fragen. Sie hatten mir gar nicht Bescheid gesagt, aber die Ergebnisse lagen schon länger da. Es gab eine kurze Besprechung mit dem Arzt, der meinte, solche tolle Blutwerte hätte er selten gesehen – danke Nadja! Vermutlich. Ich kannte meinte Werte auch nicht, bevor ich meine inzwischen elf Kilogramme abgespeckt habe. Und Mängel gibt es keine. Ich habe noch mein bestelltes Buch Schwangerschaft für Dummies bei der Buchhandlung abgeholt und bin zurück nach Hause gefahren. Kurz gegessen. Und dann wurde mir bewusst, ich war unfähig zu arbeiten.

Migräne. Lichtempfindlichkeit. Müdigkeit. Lesen und am Rechner arbeiten unmöglich. Ich habe mich wieder auf der Couch unter der Decke mit herunter gezogenen Jalousien gepackt und versucht zu schlafen. Wie gestern, als ich nach Hause gekommen bin. Gestern nachmittags hatte mich genau beim Einschlafen das Klaviermassaker der Nachbarn den Schlaf geraubt. Seitdem wir hier wohnen, hat sich qualitativ am Musizieren der Nachbarn leider nichts geändert, wobei es in letzter Zeit nicht mehr so häufig zu hören ist. Für Elise ist inzwischen halb gelernt aufgegeben worden. Andere Stücke, die ich in meiner Jugend selber gespielt und geliebt hatte, werden dermaßen misshandelt, das ist echt schwer zu ertragen. Wie auch immer. Heute Nachmittag konnte ich ohne Störung schlafen. Es hat aber nicht geholfen, weil die Migräne immer noch da war. Viel Wasser getrunken. Einen Apfel gegessen. Nochmal geschlafen. Übelkeit. Am Ende habe ich doch Paracetamol genommen. Es soll unbedenklich sein. Und nach dem ich wieder geschlafen habe, geht es mir endlich wieder besser. Ein mieser Tag war das.

Ich warte nun, dass der Ehemann auf dem Fitnessstudio zurück kommt. Weil er jetzt trainiert. Mit mir, in einem neuen Fitnessstudio.


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Halb drei

Mittlerweile ist es mir gelungen, meine Schlafstörung zu begrenzen. Die Lösung ist nicht schön, hilft aber sehr. Der Ehemann und ich schlafen in getrennten Zimmern. Nur so lange ich nicht richtig schlafen kann.

Ich wache immer noch mitten in der Nacht auf. Genauer gesagt um halb drei. Jede verdammte Nacht. Unabhängig davon, um wie viel Uhr ich ins Bett gehe, das ist nicht immer gleich. Und ich habe danach Probleme, wieder einzuschlafen, weil jede Störung mich vom Schlaf hält. Wenn er schnarcht, oder sich umdreht. Das passiert immer genau dann, wenn ich spüre, dass ich endlich dabei bin, einszuchlafen. Und dann fängt es wieder mit der Schlafsuche an, und es nervt.

Ich stehe nun lieber gleich auf und gehe zur Couch im Wohnzimmer, die wir jetzt abends für den Notfall mit Bettzeug beziehen. Und kann besser schlafen, als wenn ich im Schlafzimmer bleibe. Oder der schläft abends gleich dort ein, wenn er sowieso länger als ich wach bleiben will.

Was wir jedenfalls festgestellt haben ist, dass wir beide um halb drei aufwachen. Nur dass er viel schneller als ich einschlafen kann. Was ist um diese Uhrzeit bloss los? Irgendein Geräusch habe ich vor dem Aufwachen nicht besonders wachgenommen. In der vorletzten Nacht klang es, als ob etwas gefallen wäre. Ich bin aufgewacht. Punkt halb drei. Der Ehemann murmelte gleich, „war ich das?“, und ich hatte keine Ahnung. „Ich glaube, das Glas von der Brille ist gefallen,“ sagte er, und mir wurde klar, dass er noch halb im Traum war. Seine Träume können schwer mitzuerleben sein. Mit seinem Handy hat er den Nachttisch und den Boden beleuchtet. Nichts war gefallen.

Heute Nacht bin ich auch um halb drei aufgewacht. Und um halb fünf, und um sechs. Ich habe gestern Nachmittag ausnahmsweise auf der Couch ein Nickerchen gemacht. Andererseits bin ich am frühen Abend beim Sport gewesen. Ich hätte müde genug sein sollen. Ich frage mich, ob es am Wochenende auch so sein wird, oder ob ich wie am letzten Wochenende die zwei Nächte durch schlafen kann. Vielleicht hat jemand in der Nachbarschaft einen neuen Job, um muss so früh aufwachen, was uns auch weckt?


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