In Ungarn

Ich bin zum ersten Mal zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung eingeladen. Das fühlt sich so cool an.

Bis jetzt habe ich mich immer bei Veranstaltungen angemeldet und die Tagungsgebühren vorgestreckt, um einen Vortrag über meine Ergebnisse vor großem Publikum halten zu dürfen (die Gebühren zahlt mein Arbeitgeber im Nachhinein zurück — nach vielen Monaten). Häufig muss ich mich, statt mit einem Vortrag, mit einem Poster zufrieden stellen. Vorträge sind begrenzt, da kann nicht jeder mitmachen. Bei Postern kann man mit einzelnen Leuten besser diskutieren, aber es kommen von weitem nicht so viele vorbei.

Diese Woche habe ich die Ehre, eingeladen zu sein. Na ja. Eigentlich war Winfried eingeladen. Er hatte nur schon eine andere Reise geplant und mich stattdessen den Veranstaltern empfohlen. Ich bin aufgeregt. Ich hoffe, ich werde niemanden enttäuschen. Ich bin heute Abend ziemlich müde und habe nicht mal Hunger. Ich bin im Hotelzimmer geblieben und habe das Restaurant gar nicht besucht.

Ich habe für die Veranstaltung ziemlich hart gearbeitet. Es wird ein gedrucktes Buch mit Beiträgen von Teilnehmern geben. Ich habe meinen Beitrag am letzten Wochenende geschrieben. Bei dem üblichen Chaos am Jahresende konnte ich mich früher nicht darum kümmern. Wir haben selber letzte Woche eine andere Veranstaltung organisiert, zu der ich noch einen Beitrag liefern musste. Ich habe am Samstag und Sonntag die ganze Zeit am Rechner gesessen. Nein. Am Sonntagabend haben wir kurz einen Glühwein am Weihnachtsmarkt getrunken. Seit dem Wochenende habe ich einen komischen pochenden Druck an der Nase, direkt unter der Stelle, wo die Brille normalerweise drückt (die ich am Rechner nicht benutze). Aber der Beitrag ist rechtzeitig fertig geworden. Meine zwei Vorträge muss ich nochmal durchgehen.

Die Veranstalter haben alles für mich organisiert. Flüge gebucht, Hotelzimmer reserviert. Wenn es auch so bei meinem Arbeitgeber gehen könnte. Für jede Dienstreise muss ich alles selber erledigen, und dann noch unserer Verwaltung erklären, warum es keine günstigere Hotels zu finden gab. Eigentlich, nicht mal unserer Verwaltung. Die Abrechnung der Reisekosten wird von einem externen Dienstleister ganz weit weg in Süddeutschland gemacht. Der Dienstleister kann angeblich auch nach Hotels suchen, aber das einzige Mal, dass ich das Angebot in Anspruch genommen hatte, hatte ich nur einen sehr teuren Hotel 20km vom Veranstaltungsort vorgeschlagen bekommen. Bei HRS hatte ich nach einer fünfminütigen Suche viel bessere Alternative gefunden, mit Fußentfernung zur Tagung, und musste mich danach trotzdem für den niedrigeren aber noch zu hohen Preis rechtfertigen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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SXF – STN und weiter

Ich bin diese Woche auf Dienstreise in England. Ich soll einen Kurs besuchen, der es mir erlauben sollte, eine bessere Ahnung davon zu haben, was die Nutzer unserer Geräte machen. Mit meiner täglichen Arbeit hat es eigentlich nichts zu tun und ich sehe nicht, was es mir bringen sollte.

Ich wäre auf die Idee nie gekommen, wenn Winfried, unser Ersatzchef, es mir in November nicht erwähnt hätte. Von dem Kurs hätte ich sonst nichts erfahren. Als er mich eine Woche später fragte, ob ich mich schon zum Kurs angemeldet hatte, wurde mir klar, dass er es wirklich von mir erwartete. Ich habe mich beworben und wurde für den Kurs angenommen. Meine Begeisterung ist nicht sehr groß. Dazu kommt, dass Uschi völlig überrascht war, als ich ihm davon erzählte und meinte, ich würde ihn dazu zwingen, mich zum Kurs gehen zu lassen, weil er schon vergessen hatte, dass Winfried mit ihm darüber diskutiert hatte. Jetzt sieht es so aus, als ob es mein Wunsch gewesen wäre.

Ich habe einen Flug mit Ryanair für heute Morgen um 09:35 von Schönefeld aus gebucht. Das heißt, ich musste heute um halb sieben aufstehen, um eine Stunde später am Flughafen zu sein. Martin hatte sich das Auto von seinem Vater ausgeliehen, um mich bequem dahin begleiten zu können, obwohl ich unweit von meiner Wohnung eine Haltestelle für eine direkte Buslinie bis zum Flughafen habe. Blöderweise sind wir auf dem Weg geblitzt worden. Er muss ganz knapp über 50km/h gewesen sein, mit der Anzeige kann man das nicht so genau ablesen (ein Tachometer mit Nadel).

Wir wollten am Flughafen frühstücken. Ich habe mein Gepäck abgegeben und wir sind zum einzigen Café im Erdgeschoss gegangen. Wenn ich eine Liste der zehn schlechtesten Frühstücken in meinem Leben führen würde, hätte sich dieses Café jetzt einen Platz dabei verdient*. Die Kellner konnten/wollten kein Englisch reden und haben sich mit der italienischen Gruppe vor mir in der Schlange zur Kasse sehr unfreundlich verhalten. Als der letzte Italiener mit wiederholten Fragen auf Deutsch bombardiert wurde und nichts davon verstand, hat er kurz zweimal mit der Münze in seiner Hand gegen die Theke geklopft, was die Kellnerin sofort dazu gebracht hat, eine Kopfschmerzmiene anzusetzen und ihn anzubellen. Die selbe Kellnerin hat danach während fast unseres gesamten Aufenthaltes im Café Orangen in einer elektrischen Maschine gepresst, die so laut war, dass man sich kaum unterhalten konnte. Ich war zusätzlich über das Café geärgert, weil ich im Nachhinein festgestellt habe, dass ich ein Frühstück bestellt hatte und der Kellner mir die Einzelpreise angerechnet hatte, statt das Frühstücksangebot zu berücksichtigen, was natürlich teurer war.

Mit Ryanair war ich noch nie geflogen, und von Schönefeld aus auch nicht. Der Weg bis zur Wartezone war sehr lang. Wir sind entlang eines engen Korridors gegangen, wo Leute für andere Flüge in Schlangen standen, ohne irgendeine Sitzmöglichkeit. Ich empfand es als eine unverschämte Zumutung, und dachte schon, das gleiche würde mich erwarten. Aber ich war so früh da, dass sehr wenige Leute aus meinem Flug vor mir standen. Ich habe den Grund der Schlangen verstanden: Vor jedem Wartezimmer war eine kleine Kabine, in der zwei Mitarbeiter die Pässe aller Passagiere geprüft haben. Danach wurden erneut die Pässe mit den Flugkarten verglichen. Der Warteraum selbst war schlimm. Es war offensichtlich, dass der Raum nur dafür da war, Zweibeiner so lange zu parken, bis sie zu einem anderen Ort transportiert werden können. Sitzplätze waren nicht hinreichend vorausgesehen. Nichts wurde gemacht, um den Komfort nur ein bisschen zu erhöhen. Keine Möglichkeit, etwas zu kaufen. Wir saßen hinter riesigen Glastür direkt vor der Parkfläche von Fliegern. Die gekippten Fenster haben einen üblen Geruch reingelassen. Sehr schnell gab es so viele Leute in dem Raum, dass es nicht genug Sitzplätze gab. So verging eine halbe Stunde.

Als der Flugzeug bereit gestellt wurde, konnten wir einsteigen. Mit meiner Karte durfte ich mit der ersten Gruppe einsteigen. Den Grund dafür habe ich nicht verstanden. Mein Sitzplatz war am Gang, warum sollte ich vor meinen Sitznachbarn einsteigen dürfen? Natürlich gab es Chaos, bis alle zu ihren Sitzplätzen gelangen konnten. Es gibt tatsächlich Leute, die den ganzen Tag dafür bezahlt werden, eine effiziente Prozedur zum schnellen Einstieg zu entwickeln, sich die Mühe gegeben haben, die Einstiegsreihenfolge auf die Passagierkarten hinzuzufügen, um zu einem solchen Mist als Ergebnis anzukommen. Als wir endlich gestartet sind, nachdem sich der Pilot mehrmals über die Passagiere für ihre Unfähigkeit, schnell zu sitzen, geärgert hat, dachte ich, ich könnte den Rest meiner kurzen Nacht weiter schlafen. So einfach ging es nicht. Zuerst die Sicherheitseinweisung. Klar, die muss es geben. Dann wurde auf die „Gastronomie“-Angebote hingewiesen, die wir schon beim Einsteigen in die Hände gedrückt bekommen hatten. Obwohl ich ganz normal saß, hat es eine Stewardess in der Zeit zwei Mal geschafft, mich beim Vorbeigehen anzurempeln, ohne sich dafür zu entschuldigen. Dann kam der Speisewagen. Die Stewardess hat die Tür des Wagens gegen mein Sessel geknallt. Danach hatten wir die ganzen Duty-Free Produkte. Es folgte noch eine Aufforderung, an ein Gewinnspiel teilzunehmen, um Geld für kranke Kinder zu spenden. Eine Migräne hat sich installiert und mich nicht mehr verlassen.

In Stansted konnte ich am Automat Geld holen. Ich dachte zuerst, ich könnte meine Euros wechseln, aber die Rate war mir zu hoch. Als ich dies dem Mitarbeiter am Schalter sagte, änderte er plötzlich „nur für mich“ die Rate für die Rechnung, aber am Automat war’s noch günstiger. Das heißt, wenn keine Gebühr für die Nutzung meiner Karte im Ausland kassiert wird. Irgendwie wird man immer verarscht. Die Suche nach der richtigen Zuggesellschaft hat gedauert. Überall sieht man diese Stansted Express Schalter, aber sie fahren nur nach London. Als ich meine Karte nach Cambridge kaufen konnte (um die 12£), habe ich mir Fruchtsaft und eine Pastry mit Kartoffeln und Zwiebeln geholt. Es hat die Migräne gelindert. In Cambridge angekommen, musste ich meine Fahrkarte in eine Maschine stecken, um aus dem Bahnhof raus gehen zu können. Blöderweise konnte man die Karte am Ende nicht zurück bekommen, sie ist in der Maschine geblieben. Kein Fehler, es ist so vorgesehen. Mir fehlt jetzt ein Beleg für meine Reisekostenabrechnung.

Der Spaziergang in Cambridge hat mir gut getan. Ich habe viele Orte besucht, Shopping gemacht, und sogar eine Whisky-Flasche erwerben können. Danach musste ich mit dem Bus bis zum Kursort weiter fahren. Ich hatte mir die Verbindung für heute auf Internet ausgesucht, aber was ich gedruckt hatte entspricht nicht der Realität. Es hat eine halbe Stunde, drei verschiedenen Busfahrer und die Rückkehr meiner Migräne gedauert, bis ich festgestellt habe, dass Sonntags doch kein Bus zu meinem Zielort fährt (ein Dorf mit 320 Einwohner mitten im Nichts). Ich habe beschlossen, dahin mit dem Taxi zu fahren (25£). Mir wurde während der Fahrt schlecht. An der Hotelrezeption konnte ich für 1£ eine Dose Paracetamol kaufen. Die Organisatorin des Kurses hatte uns einen Tisch im lokalen Pub für heute Abend gebucht, aber mir geht’s nicht gut genug. Der Kurs fängt eh erst morgen an.

  • Ein in Erinnerung gebliebenes Frühstück war ebenfalls in Berlin, während einer Fachtagung vor gut sieben Jahren, in einem Hotel. Der Frühstückraum war im Untergeschoss. Über dem Büfett war ein Hotelzimmer. Der Gast war zum Frühstück herunter gegangen und hatte dabei vergessen, den Wasserhahn im Badezimmer zuzudrehen. Die einzelnen Platten an der Decke haben sich verdächtig gebogen, bis Wasser auf einmal zum Büfett geflossen ist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wie man ein Vorstellungsgespräch zum Scheitern bringt

Es gibt bestimmt viele Möglichkeiten. Diese kannte ich noch nicht. Uschi hatte es uns erzählt, aber ich hatte noch nicht darüber geschrieben.

Wir hatten vor einiger Zeit für mehrere Stellen in der Arbeitsgruppe eine Reihe von Kandidaten zu Besuch. Dabei hatte mir eine Kandidatin für die zweite Stelle einen guten Eindruck gemacht. Sie wirkte kompetent, hatte einen verständlichen Vortrag geliefert, was bei mir als Laie immer gut ankommt, und die Fragen danach gut behandelt. Beim Gruppengespräch fand ich sie sympathisch. Am Ende des Tages hatten wir mit Uschi über alle Kandidaten diskutiert. Er konnte sich nicht richtig entscheiden, mit einer kleinen Präferenz für diese Kandidatin. Ich dachte, sie hätte es geschafft.

Einige Tage später kam Uschi zu uns und meinte, er hätte sich für eine andere Person entschieden. Der Grund gegen die Kandidatin lag in ihrer Reisekostenabrechnung. Sie kam aus einem deutschsprachigen Nachbarland und war schon ein paar Tage vorher hierher geflogen. Mit ihrem Freund. Sie wollte die Gelegenheit nutzen, um mit ihm die Stadt zu besuchen. Beim Gruppengespräch hatten wir unter anderem über Sehenswürdigkeiten diskutiert. Ihr Hotel lag nicht weit weg vom Institut. Am Tag des Vorstellungsgespräches war sie aber mit Taxi gekommen und weggefahren, und hatte uns die Abrechnung dafür geschickt. Obwohl sie sehr gut Deutsch kann und mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte fahren können. Obwohl die Vorträge vormittags um 10:00 angefangen hatten, und sie locker Zeit gehabt hätte, um mit Bus und Bahn zu kommen. Das hat Uschi gar nicht gefallen. Er fand es unverschämt. Wir sind im öffentlichen Dienst, wir schwimmen nicht im Geld. Er meinte, sie würde uns zu Narren halten, wenn wir sie einstellen. Die Reisekosten haben wir bezahlt, und sie hat eine Absage bekommen. So einfach kann es also gehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Mittwoch 24.04.2013

Heute ist das Wetter wunderbar. Beim Aufwachen gegen 07:30 dachte ich, es wäre schön, mir einen Tag in den Thermen zu gönnen, so voll wie beim letzten Mal kann es nicht werden, heute ist kein Rabatt-Tag. Beim Aufstehen habe ich gemerkt, dass meine Wunde auf dem linken inneren Schenkel wieder entzündet war – ich hatte letzte Woche bei der Dermatologin auch Fibrome entfernen lassen. Der Grund für die Entzündung: Die Kruste hatte sich über Nacht von der Haut gelöst. Also Dusche, Desinfizierungsmittel drauf, und ich verzichte heute doch lieber auf die Thermen. Schade, meine linke obere Schulter und der Nacken fühlen sich sehr schmerzhaft an. Das hat man davon, wenn man den ganzen Tag so deprimiert ist, dass man sich kaum noch bewegt. Ich weiß nicht, das mit der neuen erfolglosen Bewerbung hat mich so umgehauen, dass ich nach der Dusche erstmal eine Stunde lang den Handtuch auf dem nassen Kopf behalten hatte, ich konnte mich nicht mal aufraffen, mich fertig zu trocknen und anzuziehen – oder zu essen und zu trinken überhaupt. Das muss eher der Grund für den verspannten Nacken sein, auch wenn ich mich heute Morgen psychologisch schon besser gefühlt habe, das Schreiben hilft tatsächlich. Und die Sonne.

Also, statt meine Tasche mit Badesachen zu füllen, habe ich, wie sonst jeden Tag, Bewerbungen geschrieben. Ich habe noch vier offene Tabs mit Stellenausschreibungen, und die automatische Emails von heute noch nicht durchgesucht, ich muss meine Verspätung von gestern nachholen. Eine Stelle in England klingt interessant, wenigstens die muss ich heute schaffen. Da sie die Quarantäne-Dauer für eingereiste Haustiere deutlich reduziert haben, kann ich wieder daran denken, dort arbeiten zu gehen. Ohne meine Katze ging‘s gar nicht. Sie ist so süß, wenn sie merkt, dass es mir nicht gut geht, eine bessere Unterstützung könnte ich nicht finden. Dagegen höre ich keinen Ton von meinen Bekannten, die über die letzten Geschehnisse bei meinen Bewerbungen doch sehr wohl informiert sind – einige sogar noch bevor ich die Absage bekommen habe, durch Yong Jin, und das haben sie mir nicht mal gesagt. Nicht, dass es mich freuen würde, eigentlich, wenn jemand sich melden würde. Mitleid? Ich bekomme das Gefühl nie los, dass es nicht gemeint ist, und es ändert nichts an der Tatsache. Aufmunterung? Dann denke ich, die haben einen Knall, sollen die doch erstmal in meiner Lage sein, bevor sie „Kopf hoch“ sagen, oder mir belehren wollen, wie ich mich zu bewerben habe, wenn sie selbst damals nie nach einer Stelle suchen mussten. Ja, ich bin heute im Zickenmodus. Schlecht gelaunt, aber wenigstens kann ich wieder Bewerbungen schreiben. Zornpower halt. Lars bleibt trotzdem definitiv ein Arsch. Ich war ehrlich gesagt nicht sehr angenehm überrascht, als er vor einigen Monaten meinen Profil auf Facebook entdeckt und mir eine Einladung geschickt hatte. Weil wir gemeinsame Kontakte haben, sonst ist der Profil nicht suchbar, weder bei Google noch bei Facebook. Angenommen aus „Höflichkeit“. Aber ich kann mich nicht hier über ihn so sehr beschweren und ihn gleichzeitig in meiner Kontaktliste behalten. Raus ist er geflogen.

Die letzte nicht so tolle Nachricht: Ich habe mir den Zustand meines Bankkontos genauer angeschaut. Die Ersparnisse gehen schneller als gedacht nach unten. Ich habe auch nicht besonders aufgepasst. Bei normalen Monaten bleibe ich im grünen Bereich, ich gebe ungefähr genau so viel aus, wie ich vom Arbeitsamt bekomme. Aber so viele normale Monate sind es nicht gewesen. Es gab schon in Dezember das Problem mit meinem Rechner, der mich im Stich gelassen hat. Da musste schnell einen neuen besorgt werden. Ich musste neue Kleider kaufen, weil ich mir sonst nie Zeit dazu genommen hatte, es wird aber langsam nötig. Dann bin ich zu meinen Eltern geflogen. Das kompensiert sich – nicht ganz – damit, dass ich für die Dauer meines Aufenthaltes nicht viel ausgeben musste. Dann gab’s die Fachtagung in März, die völlig auf meine Kosten geblieben ist, da ich nicht mehr arbeite und das Institut nicht verpflichtet ist, die Kosten zu übernehmen – Teilnahmegebühre und Fahrtkosten. Zum Glück habe ich einen Freund, Horst, der dort arbeitet, und ich konnte bei ihm die ganze Woche übernachten. Und dann gibt’s die Reisekosten für Vorstellungsgespräche, die immer ziemlich spät zurück bezahlt werden. Der Rekord liegt bei Osram, ich war dort Ende November und habe trotz Versprechen immer noch keine Rückzahlung bekommen. Die Belege sind aber weg, so dass ich es bei der Steuererklärung nicht angeben könnte. Da sieht man, wie unterschiedlich die verschiedenen Firmen drauf sind. Bei ThyssenKrupp hatten sie nicht mal auf meine Fahrtkarten gewartet, dass sie mir schon das Geld überwiesen hatten. Mein erster Schritt zum vernünftig sparen wird es sein, nicht mehr so häufig mit Freunden mittags essen zu gehen. Gleichzeitig ist dieser Kontocheck gut gewesen, weil ich in letzter Zeit in Versuchung komme, wieder zu rauchen. Das sollte ich wirklich besser sein lassen, selbst wenn ich mich so nervös fühle. Dann doch lieber für eine oder zwei Stunden den Frust im Fitness-Studio lassen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.