Gekehrt

Wir haben diese Woche einen Zettel im Flur entdeckt, neben den Briefkästen, wo die allgemeinen Ankündigungen für die Bewohner des Hauses immer veröffentlicht werden. Am Samstagmorgen wird gemeinsam vor dem Haus gekehrt. Natürlich nur, wenn man Lust dazu hat. Unter dem Motto, „we take Kehr“, was ich recht lustig fand. Die Idee hatten die Nachbarn unter uns, die sich irgendwie immer um vieles kümmern. Sie haben mit der BSR den Termin vereinbart, und Besen mit Handschuhen für den Tag geliehen bekommen. Und weil wir es seit über zwei Jahren im Haus noch nie geschafft haben, etwas mit den Nachbarn zu unternehmen, habe ich dem Ehemann gesagt, wir sollten da mitmachen. Endlich mal mit den Leuten in Kontakt kommen.

Heute Morgen bin ich früh aufgewacht, und habe den Ehemann erstmal ausschlafen lassen. Der hat so lange geschlafen, dass ich schon dabei war, ihm fünf Minuten vor dem Termin einen Einkaufszettel für morgen zusammen zu schreiben (wir haben Freunde zum Essen eingeladen), als er aufgestanden ist. Ich bin also alleine vor dem Haus gegangen, um mit den Nachbarn den Bereich um unser Haus zu putzen, während er einkaufen gegangen ist. Da wir fast alle Eigentümer sind, war das Interesse an die Aktion groß.

Aber wie ich so bin, habe ich zuerst die Lage analysiert, geschaut, wo schon gearbeitet wird, und mir eine Stelle ausgesucht, wo noch keiner war. Um effizienter zu arbeiten, statt sich nur im Weg zu stehen. Tja, so bin ich natürlich kaum ins Gespräch mit den Nachbarn gekommen, was doch ursprünglich mein Ziel war. Wenigstens habe ich dadurch eine gute Stunde Sport bekommen, ich war am Ende voll verschwitzt. Ich habe mich um die Wege gekümmert, während die anderen die Parkplätze gefegt haben. Zwei Müllsäcke habe ich gefüllt. Mit einem jungen Mann habe ich zum Schluß noch kurz gequatscht, aber das war’s. Ein Sozialmuffel bin ich echt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Mein Alter

StaubsaugerClin d’œil à Zoé.

Ich bin mal zu Hause. Und statt mit meinem Hochzeitskleid sofort anzufangen, habe ich zuerst die Wohnung geputzt. Staubgesaugt. Ich brauche große saubere Flächen, um den Stoff zu bearbeiten.

So alt ist mein Staubsauger nicht. Ich habe ihn mir zugelegt, als ich die Spinnenbevölkerung in meiner ersten Wohnung in Berlin nicht mehr ertragen konnte. Ich habe ihn bei Mediamarkt in einem Einkaufszentrum nah an der Arbeit geholt. „Gute Auswahl“, meinte der Berater. „Meine Mutter hat auch so einen“. „Haha“, habe ich geantwortet. Der kam mir für den Preis ziemlich gut vor.

Inzwischen kenne ich ihn besser. Ich dachte am Anfang, er wäre leise, viel leiser als mein vorherige Staubsauger, den ich in der Wohnung in Aachen lassen musste, aber jetzt finde ich ihn sehr laut. Die Katze neigt immer noch dazu, unter eine Couch zu flüchten, wenn ich ihn nur anpacke. Es geht aber besser. Immerhin sieht man ihr Spiegelbild im Foto. Mich nervt es, wie unpraktisch es ist, ihn überall rum zu führen. Und der Stromkabel erst recht.

Es gibt keinen Knopf, um den Stromkabel nach dem Staubsaugen wieder einzurollen. Wenn er für den Betrieb komplett ausgerollt wurde, braucht man nur leicht daran zu ziehen, und er wird automatisch ohne Schwierigkeit rein gezogen. „Toll“, habe ich zuerst gedacht. Aber. Meine Wohnung ist groß. Es passiert häufig, dass ich mit dem Staubsauger in einer Steckdose in einem Zimmer anfange, und in den Nachbarräume weiter mache. Wehe, der Kabel bleibt dabei unter einer Tür stecken. Obwohl der Staubsauger nicht ausgeschaltet ist, fängt er dann an, den Kabel wieder rein zu ziehen (und sich dabei der Tür zu nähern). Jedesmal. Das nervt. Dabei merke ich nicht mal, dass es einen Widerstand gibt. Heute hat sich der Staubsauger ausgeschaltet, weil der Kabel sich von der Steckdose weg gerissen hat. Ohne Vorwarnung. Gut, ich hätte ihn auch im Eingangsflur einstecken können, um im Treppenhaus vor der Wohnungstür sauber zu machen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Lebensumstellung

Es ist nicht so, dass ich mein Leben als Single vermisse. Aber ich merke, dass ich viel weniger Zeit für mich selbst habe. Ich muss mich neu organisieren.

Es fängt schon mit meiner Wohnung an. Früher bin ich nach der Arbeit nach Hause gegangen, habe mich vor dem Rechner entspannt, mit Freunden aus meiner früheren Stadt gechattet, etwas gegessen, vor dem Einschlafen noch gelesen… Jetzt muss ich immer die Gelegenheit sofort nutzen, wenn ich zu Hause bin, um dringende Aufgaben zu erledigen. Waschmaschine leer räumen, Katzenklo putzen, Geschirr spülen (per Hand, ich habe keine Maschine mehr in der neuen Wohnung), staubsaugen, Briefe sortieren… Über meine Begeisterung für diesen Arbeitsfeld habe ich schon berichtet. Dazu kommen neue Aufgaben. Zum Beispiel, ständig Katzenhaare aus dem Bett mit einer Klebrolle entfernen, weil Martin allergisch ist. Tagsüber daran denken, die Tür des Schlafzimmers zu zu lassen, damit die Katze nicht auf dem Bett schlafen geht. Nachtsüber lässt es sich nicht vermeiden. Wenn ich die Tür zu machen würde, würde sie ständig wie eine Besessene gegen die Tür kratzen. Bettwäsche müssen häufiger gewaschen werden. Ich muss ständig daran denken, frische Unterwäsche in meine Tasche zu packen, wenn ich bei ihm übernachte. Sporttasche bei der Arbeit parat haben, statt wie früher von zu Hause aus damit los gehen, weil ich jetzt nicht mehr weiß, wo ich die Nacht verbringen werde.

Es gibt andere Momente, wo ich da stehe und es immer noch nicht fassen kann. Ich habe jetzt einen Freund. Ich bin in einer Beziehung. Mit ihm. Wow. Einen solchen Moment habe ich heute Nachmittag wieder erlebt. Wir standen im Märkischen Museum. Ich habe mich nach ihm gedreht und ihn angeschaut. Ich habe gedacht, dieser Mann neben mir ist mein Freund. Ich bin glücklich, mit ihm zu sein. Ich habe mich gleichzeitig überrascht gefühlt. Als ob ich aus einem Traum erwachen würde, um festzustellen, dass er im realen Leben weiter gespielt wird.

Ich weiß nicht, wie es mit uns weiter gehen wird. Ich habe die Hoffnung, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Ich habe sonst wieder extrem starke Muskelkater. Aber wie er dabei gestöhnt hat, konnte ich einfach nicht aufhören.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Längeres Wochenende

Dadurch, dass ich am Freitag mit einem früheren Zug gefahren bin und einen Liegeplatz im Nachtzug für die Nacht von Sonntag auf Montag reservieren konnte, konnte ich am Wochenende viel mehr machen als bei den letzten zwei.

Die Fahrt am Freitag ging schnell. Weil ich so müde war, dass ich fast nur geschlafen habe. Blöd nur, dass ich meine Wachskugel nicht mehr finden konnte. Wie sich später herausgestellt hat, waren sie ganz unten in meinem Rucksack statt in meiner Handtasche. Das Paar neben mir war ganz schön laut am Anfang. Einschlafen im Zug ist manchmal interessant. Man baut die verschiedenen Gespräche deformiert in den Halluzinationen vor dem Schlaf ein, es kann sehr irre werden. Ich hatte am Tisch reserviert, wie immer. Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Leute bei einer so überlasteten Verbindung einen Sitzplatz reservieren. Am Ostbahnhof geht es, da steigen ganz wenige Leute ein. Am Hauptbahnhof wird es plötzlich extrem hektisch, mit genervten Leuten, die sich immer beschweren, dass es so voll ist… Dabei ist die S-Bahn-Fahrt bis zum Ostbahnhof gar nicht so lang. Vielleicht denken die meisten Leute gar nicht daran, von einer Haltestelle aus früher zu starten; die Suche nach einem freien Platz wäre viel entspannter.

Ich möchte sonst noch meinen potentiellen Mitfahrern etwas für mich Wichtiges mitteilen, dass ich so häufig erlebt habe: Wenn ihr für die lange Reise etwas zum Essen packt, ist es ganz vernünftig. Aber muss es unbedingt Brot mit der billigen deutschen Salamisorte sein, die so fürchterlich im ganzen Wagen stinkt, oder mit Leberpastete? Was für ein Spaß, wenn die Dose mit dem Brot nach einigen Stunden Hitze geöffnet wird! Frischkäse tät’s genau so gut und wäre dabei nicht so fett. Dagegen riecht die italienische Salami sehr angenehm, sie liegt Welten von der deutschen entfernt. Allerdings gilt’s auch für Kollegen die im Büro essen (den Fall habe ich zum Glück bei meiner neuen Arbeit nicht gehabt, wir essen in der Mensa).

Am Freitagabend bin ich vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause gekommen. Meine Katze hat mir wieder Vorwürfe für die lange Abwesenheit gemacht. Meine Vermieterin meinte, sie hätte sich diese Woche schlecht gelaunt verhalten, als sie kam, um sie zu füttern. Es kann aber auch an der Hitze liegen, bei Außentemperaturen über 30°C liegt sie am Boden und meckert. Wir wohnen unter dem Dach. Das ist ein anderer Grund, warum ich die Dachwohnung mit der so hohen Maklerprovision lieber nicht nehmen möchte. Zur Not ist sie besser als nichts. Bei der schönen Erdgeschosswohnung habe ich noch nichts gehört, und die Frau wollte mir am Ende letzter Woche Bescheid gesagt haben. Es gab plötzlich einen anderen Kandidaten, als ich am Mittwoch angerufen habe. Am Montag sagte sie noch, ich würde den Zuschlag bekommen (was auch immer das bedeutet, ich hatte es als positiv gespeichert).

Ich bin früh ins Bett gegangen. Ich wollte vor dem Einschlafen ein bisschen lesen. Ich weiß noch, wie ich unter meinem Kopfkissen nach einem Buch gesucht habe (es gibt häufig ein oder zwei Bücher unter meinem Kopfkissen). Aber plötzlich war es ganz hell im Zimmer und es war kurz nach 07:00. Das Buch lag noch unter dem Kissen, die Nachtleuchte war noch an. Ich habe vom Einschlafen nichts gemerkt.

Das Wochenende habe ich fast nur mit Putzen verbracht. Staubgesaugt, Boden gewaschen, Kleider in die Waschmaschine, meine Sachen und kleine Möbel aus der kleineren Wohnung zur größeren gebracht… Beim Staubsaugen habe ich eine Spinne entdeckt. Eine echte Spinne, von dem Typ groß ekelhaft dick braun. Sie war in einer Ecke versteckt. Es kann sein, dass meine Vermieterin, die über meine Phobie informiert ist, versucht hat, sie zu entsorgen. Der Staubsauger lag nicht wie sonst. Vielleicht hat sie sie vor einer Besichtigung gesehen. Wo die Spinne war, sah es nicht sehr gemütlich aus. Es war so eng, zwischen Wand und Leiste am Boden, ich habe nur die Beine zusammengewinkelt gesehen, die raus ragten. Vielleicht war sie schon tot. Ich muss sagen, es ist sehr selten vorgekommen, dass ich in dieser Wohnung Spinnen getroffen habe.

Die Rückfahrt im Nachtzug war nicht so toll. Ich hatte meinen Wecker um 04:20 gestellt, weil ich so früh in Berlin ankommen sollte. Ich bin aufgestanden, habe mich frisch gemacht, habe den Rucksack auf dem Rücken gepackt, nach draußen geschaut, wir fuhren gerade an einem Bahnhof vorbei… Magdeburg. Mist. Zurück zur Liege. Schlafen konnte ich für die kurze Zeit schon nicht mehr. Wir hatten insgesamt anderthalb Stunde Verspätung. Ich hätte mich blind darauf verlassen sollen, dass die Kontrolleure einen kurz vor Anreise wecken. Wobei eine halbe Stunde davor schon zu viel ist. Aufstehen, aufs Klo gehen, Gepäck sammeln, dafür braucht man doch nicht so lange. Ich hatte ursprünglich vor gehabt, die Nacht im Büro auszuschlafen, aber bei der verspäteten Ankunft lohnt es sich schon nicht mehr. Bald kommt mein dritter Zimmerkollege an.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Fix und fertig

Ich habe alles geschafft, was ich heute machen wollte. Na ja, fast. Den neuen Besenstiel habe ich mir beim Einkaufen besorgt. Den Boden habe ich noch nicht gewaschen, es wurde mir dafür zu spät. Staubgesaugt habe ich. Ich habe sogar meine alten Emails sortiert. Dabei ist mir aufgefallen, wie viele Emails ich in den letzten Jahren von Yong Jin bekommen habe. Für jede Kleinigkeit – Hilfe für LaTeX, Gnuplot, bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen, bei Problemen mit unseren Geräten, bei der Auswertung von Daten, bei der Benutzung von Programmen… Jetzt, wo sie die Stelle bekommen hat, wird sie wohl lernen müssen, selber ihre Probleme zu bewältigen. Ich habe noch ganz viele Emails gelöscht, die ich nicht mehr brauche und die längst erledigt sind, ich hatte mir bis jetzt nicht die Zeit dafür genommen.

Jetzt haben sich dicke dunkle Wolken über die Stadt verbreitet. Ich gehe ins Bett und schaue mir auf dem Laptop noch mal die Videos dieser Woche vom online Kurs über Datenmanagement, bevor ich morgen die Hausaufgabe bearbeite. Diese Woche fand ich den Stoff viel einfacher als letzte Woche. Obwohl ich den Eindruck hatte, vieles nicht gut verstanden zu haben, habe ich letzte Woche die beste Note für Hausarbeiten bis jetzt bekommen, 38/40. Ich werde morgen die Videos von letzter Woche wieder hören.

Und wenn es zeitlich gut klappt, kann ich auch morgen zum Fitness-Studio gehen. Ich war am Donnerstag wieder dort und habe mein Training durchgeführt. Ich habe gestern festgestellt, dass ich gar keinen Muskelkater hatte. Dabei habe ich vorgestern mehr als am Montag geschafft, vor allem bei der Rücken-Übung und bei den gekreuzten Sit-ups, wo ich diesmal die Liege genau waagerecht eingestellt habe, statt leicht gekippt. Es hat mich gefreut.


Nachtrag: Ich habe alle meine bisherigen Einträge noch mal geschaut, vor allem die mit Fußnoten. Bei sehr langen Texten habe ich Links mit Ankern eingefügt, im HTML mit z.B. ‹a name="ref1"›‹/a› für den Fußnote-Anker und ‹a href="#ref1"›‹/a› für den Link im Text zur Fußnote, damit man im Text beim Klick auf dem [1] direkt zur Fußnote landet, und auch umgekehrt von der Fußnote aus zurück zum Text. Ziel: Erleichtertes Lesen. Ich hatte fast alle Einträge durch, als ich gemerkt habe, dass man in der Sicht mit mehreren Einträgen viele Links mit gleichen Ankernamen hat. Ich habe jetzt hinter allen refx ein _12345678 dran gepackt (die Nummer soll die eindeutige Nummer des Eintrages sein). Das hat auch lange genug gedauert.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich bin keine Hausfrau

Wirklich nicht. Ja gut, ich bin zurzeit arbeitslos und verbringe viel Zeit zu Hause, das macht aus mir aber noch lange keine Hausfrau. Leider. Ich könnte ein bisschen mehr Ordnung in meiner Wohnung gebrauchen.

Vielleicht sollte ich klare Regel mit mir selbst vereinbaren.

  • Immer die Kleider zum Trocknen hängen, sobald die Waschmaschine ihren Vorgang abgeschlossen hat. Du weißt ja, wie muffig sie sonst riechen können. „Ich habe keine Zeit, ich muss doch noch diese Bewerbung / diese Email / diesen Blogeintrag (seltener) fertig schreiben.“ Die beste Idee überhaupt wäre, meine Waschmaschine und meinen Rechner kommunizieren zu lassen. Sobald die Waschmaschine fertig ist, sollte sie meinen Rechner sperren, solange ich die Kleider nicht raus genommen habe. Das mit der Spülmaschine klappt wenigstens halbwegs. Muss ja auch, mein Waschbecken ist so klein. Zum Aufräumen muss ich mich nur innerhalb der Küche bewegen. Vielleicht ist es der Grund, warum ich ungern die Klamotten aus der Waschmaschine raus hole, immer hin und her zwischen Badezimmer und Wohnzimmer, dabei jedes Mal vorsichtig über die Katze nicht stolpern, die mich nie aus den Augen verlieren möchte und sich deswegen genau zwischen beiden Zimmern hinlegt…
  • Staubsaugen, wenigstens einmal pro Woche. Als Besitzerin einer langhaarigen Katze ist es eigentlich schon zu wenig. Nun, will ich ihr das Trauma so häufig an tun, den Staubsäuger anzuschalten (Ausrede)? Stimmt ja auch, sie versteckt sich immer, und immer an der gleichen Stelle, unter dem Sofa, sobald ich das Gerät nur berühre. Direkt danach sollte ich die Gelegenheit nutzen und den waschbaren Boden waschen. Man könnte meinen, mit einer Katze müsste ich schon alleine für den Streu staubsaugen, aber da benutze ich immer schnell den kleinen Besen, jedes Mal wenn ich ihr Klo putze, so dass ich sehr wenige Streukörner herum liegen habe.
  • Fenster häufiger putzen. Daran denke ich immer früh morgens, wenn die Sonne aus der Gartenseite in die Wohnung kommt. Hier in der Gegend also eher selten. Aber dann merke ich, wie dreckig die sind. Das letzte Mal habe ich sie vor drei Wochen geputzt, bevor meine Mami zu Besuch gekommen ist. Ich habe zwölf Fenster, sechs hinten auf Gartenseite und sechs vorne, auf Straßenseite. Für die Fenster hinten habe ich schon über drei Stunden gebraucht, ein ganzer Nachmittag. Für die Fenster vorne brauchte ich eine kleine Leiter, die ich mir dann beim Bauhaus versorgt habe. Als ich sie gekauft habe fing es an zu schneien, es war mir zu kalt, um vor offenen Fenstern mit nassen Händen zu putzen, dann kam schon meine Mami, und das Wetter blieb so schlecht, dass man von den übriggebliebenen dreckigen Fenstern nichts bemerkt hat. Als ich noch arbeitete hatte ich unsere Putzhilfe im Haus für meine Fenster eingestellt. Sie hatte für die zwölf Fenster gerade anderthalb Stunden gebraucht. Und sie konnte es viel besser als ich, ich lasse danach immer Spuren an den Scheiben. Mein Traum ist es, so viel Geld zu verdienen, dass ich eine Putzhilfe Teilzeit beschäftigen könnte.
  • Aufräumen. Mich packt der Graus, wenn ich daran denke. Das größte Problem sind die Bücher. Zu viele, nicht genug Platz. Sie stapeln sich hoch, eine Couch ist schon nicht mehr zu benutzen, weil ich sie als langfristiger temporärer Lagerplatz für Bücher und Papierkram verwendet habe. Inzwischen ist viel Staub drauf. Langsam stapeln sich Briefe auf dem Kratzbaum – nur weil er von meiner Katze nicht benutzt wird. Meine vormöblierte Wohnung ist da halb schuld. Im Schlafzimmer habe ich einen riesen Schrank, der falsch montiert wurde. Von außerhalb merkt man es ihm nicht an, aber innen drin sind die Planken falsch, ich kann keine Regalbrette hinstellen, weil die nicht waagerecht liegen könnten. Also viel Platz für nichts. Auf einer Seite konnte ich wenigstens einige Klamotten hängen. Eine andere Wand im Schlafzimmer ist mit meinem IKEA-Regal belegt, wo ich schon viele Bücher packen konnte. Ich habe sogar eine kleine „Holztreppe“ gebastelt, um mehr Bücher pro Regal zu packen. Die dritte Wand ist mit dem Bett und Nachttisch belegt, und die vierte besteht fast nur aus Fenstern. Aufräumen ist das einzige, was vor meinem Rückenproblem schon nicht klappte. Manchmal liege ich nachts im Bett und bekomme Panik-Attacken, weil mein Schlafzimmer so unordentlich ist. Aber wenn mich jetzt der Frust packt und ich anfange, alles im Hause richtig zu putzen, kriege ich wieder Ischias-Schmerze. Im Grunde muss ich entweder neue Möbel kaufen, um alles aufzuräumen, oder viele Sachen entsorgen. Ich tendiere für die zweite Lösung. Wenn ich den Mut dazu finde.
  • Den Müll häufiger runter bringen. Jede zweite Woche ist zu wenig. Ich warte immer, dass die Tüten voll sind, sonst wäre es ja Geldverschwendung. Nur, wenn ich sie in den Keller bringe, stelle ich immer fest, dass die Mülltonnen schon voll sind. Meine Tüte oben drauf, mit beiden Händen flach drücken, dabei ein wenig hüpfen, um das Gewicht auf die Tüte zu bringen, und ich kriege doch den Deckel der Tonne zu. Das verstehe ich nicht. Ich habe vor zwei Jahren die Wohnung von meinem Nachbar übernommen, um meine zu vergrößern. Wir sind im Haus also ein Haushalt weniger. Warum ist die Mülltonne dann regelmäßig voller als vorher geworden? Ich vermute, die neuen Bewohner aus der ersten Etage haben etwas damit zu tun. Mein Altpapier entsorge ich ab und zu bei meiner früheren Arbeitsstelle, wo wir zwei große Container auch für die Nachbarschaft haben, weil im Haus die Papiertonne immer voll ist. Das Müllproblem in Deutschland. Bei meinen Eltern hatten wir einfach große grünen Containers überall auf der Straße, wo man sein Müll hinbringen konnte, und die täglich geleert wurden. In unserem sehr kleinen Dorf gibt es sogar zwei Orte für die Mülltrennung – Papier-, Glas- und Plastik-Container nebeneinander, die aber nicht so regelmäßig geleert werden. Hier muss man eine Woche lang den Biomüll im Hause behalten. Kleinigkeiten, die das Leben ganz anders machen.

Also insgesamt ein erschreckendes Bild von mir. Komischerweise verhalte ich mich ganz anders, wenn ich mit jemandem zusammen wohne, dann bin ich die echte Haus-Fee. Ich kann alleine mit meinem Chaos leben, ich kann das Chaos anderer nicht leiden, deswegen räume ich alles auf. Nur, wenn ich mit einem Mann leben würde, müsste ich nicht so besessen wie jetzt nach einer neuen Arbeitsstelle suchen, da wir uns zu zweit unterstützen würden, deswegen hätte ich mehr Zeit für die Hausarbeit. Und würde auch schnell sauer werden, wenn ich die einzige bin, die zu Hause etwas macht, weil ich es im Grunde nicht gerne tue. Obwohl ich meine Mami als Vorbild habe, die täglich bei sich putzt. Ich hab’s als Kind auch mitgemacht, täglich fegen (wir hatten keinen Staubsäuger), täglich den Boden waschen… Boah, anstrengend (und furchtbar, wenn man dabei ab und zu eine Spinne entdeckt, das passiert mir zum Glück in der Stadt viel seltener). Ich habe es noch wöchentlich gemacht, bevor mein Rücken mir so viele Schmerze verursacht hat. Als ich berufstätig war und täglich Sport trieb, konnte ich problemlos regelmäßig putzen. Ich muss mich selbst treten, um es wieder zu schaffen. Bis jetzt sind nur die Bereiche Küche und Badezimmer in Ordnung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.