Die Ameisen sind schuld

Gestern Abend hat der Ehemann den Blumenkasten mit dem Thymian zur äußerlichen Fensterbank vom Wohnzimmer gebracht. Die Idee war, da die Larven doch nicht geblieben sind, von dort aus mit einer alten Zahnbürste die Blattläuse von den jungen Thymianknospen weg zu bürsten. Das hat gestern scheinbar ganz gut geklappt, aber heute morgen waren wieder schwarze Blattläuse um jungen Knospen in Trauben versammelt.

Der Thymiankasten, jetzt hinten rechts versteckt auf der Fensterbank.

Da der Kasten verschoben wurde, sieht man besser die Pflanzen, die hinten im fest eingebauten Balkonkasten stehen. Rechts der vermutlich kein Phlox, und links davon die Salbei, die so kleinwüchsig ist, dass man sie mit dem Thymiankasten vorne sonst kaum sieht. Die Salbei hatte ich vor zwei Jahren eingepflanzt. Nicht um sie zu verzehren, sondern um ihre Blüten als Nahrung den Hummeln anzubieten. Wir sind große Hummelfans und hatten am botanischen Garten in Berlin gerne zugeschaut, wie sie eifrig den Nektar von den Salbeiblüten sammeln. Leider hat unsere Salbei noch kein einziges Mal geblüht.

Als der Thymiankasten gestern nicht mehr vor der Salbei stand, konnte man auf einmal sehen, dass die Blattläuse nicht nur den Thymian überfallen haben. Die Salbei ist voll davon, in den jungen Knospen und auf der Rückseite der Blätter.

Und nicht nur das: Die Ameisen überwachen sie, wie man im Bild rechts sehen kann. Es war nicht einfach, sie scharf zu bekommen, da sie sich so schnell hin und her bewegt haben um zu prüfen, dass es ihrer Kolonie gut geht. Vielleicht haben die Ameisen sogar die Larven vertrieben, die zum Thymian gekommen waren. Weil Ameisen auf den Honigtau von Blattläusen stehen, und diese schützen, um als Gegenleistung an den Honig ran zu kommen. Mit den Ameisen auf dem Balkon sind wir viel zu lasch vorgegangen. Ich dachte, so lange sie draußen bleiben und nicht in die Wohnung eindringen, ist alles gut. Sie bewohnen jetzt alle Blumenkästen und wir werden sie nicht mehr vertreiben können.

Die Waffe.

Jedenfalls können wir uns gegen die Blattläuse wehren. Viel besser als beim Thymian. Mit einer Wasserpistole bewaffnet habe ich sie gestern von den Blättern zum Dach weg gepustet. Heute waren noch einige dran und ich habe weiter gemacht. Selbst als eine Ameise dabei war, den geschrumpften Bestand ihrer Kolonie zu prüfen. Die Ameise ist mit der Blattlaus, über die sie gerade gebeugt war, weg geflogen.

Mit ein bisschen Glück erzählt sie das ihren Kolleginnen, wenn sie zum Bau zurück kommt, und sie beschließen, woanders Blattläuse zu züchten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Der Thymian ist gerettet

Im letzten Herbst waren schon schwarze Blattläuse über unseren Thymian hergefallen. Ich hatte es gemerkt, als ich einige Zweige fürs Abendessen abschneiden wollte und ganz viele schwarze Punkte auf den Blättern entdeckt hatte. Die Zweige hatte ich nicht geschnitten, und ich musste fürs Abendessen auf getrocknete Thymianblätter aus der Dose zurück greifen.

Vor zwei Wochen war ich nicht begeistert, als ich die neue Invasion bemerkt habe:

Gerade ein paar Wochen konnten wir den Thymian in der Küche genießen. Jetzt sind alle jungen Knospen von Blattläusen überfallen. Die halten sich so fest dran, man kann sie nicht einfach mit einem Wasserstrahl weg pusten, und sie lassen ganz viel Honigtau auf den Blättern. Die Lösung, laut meiner Internet-Recherche: Leider alle betroffenen Knospen abschneiden und hoffen, dass es nicht nochmal passiert. Weil ich nicht vor habe, mit Pestiziden zu hantieren. Der Thymian wird dieses Jahr nicht so schön blühen wie letztes Jahr. Krass ist es auch, dass die anderen Pflanzen, die im selben Kasten gedeihen, keine einzige Laus haben. Sie sind alle zum Thymian gelaufen, der angeblich gegen Blattläuse helfen soll. Fehlanzeige.

Heute war ich also froh zu sehen, dass sich das Problem bald lösen könnte:

Die Larve war nicht alleine, eine Zweite war weiter weg um eine andere junge Knospe beschäftigt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Nichts für die Minestrone

Ich bin entsetzt. Unsere letzten Bohnen hatte ich zum Trocknen geerntet, um sie später für eine Suppe zu benutzen. Eine Art Minestrone hatte ich im Kopf. Aus frischen Bohnen aus dem Balkon hatte ich uns schon im frühen Herbst einen ganz leckeren Chili con Carne gemacht. Nachdem ich die Bohnen zuerst separat gekocht und das Wasser entsorgt hatte, weil die Feuerbohnen sonst giftig sind.

Ich hatte mich erkundigt, wie die Bohnen zu lagern sind. Seitdem haben die vor sich hin getrocknet, und mit dem ganzen Trubel am Ende des Jahres (neuer Arbeitsvertrag, Familienbesuch über Weihnachten, Wohnungssuche…), habe ich nicht besonders aufgepasst. Die Bohnen waren in einem dunklen, trockenen Ort, was könnte denn passieren? Tja.

So ganz wie Bohnenfliegen sehen die Viecher nicht aus. Auf dem Rücken ist es auch schwer zu sagen. Ich wollte sie mir genauer anschauen und dabei ist mir aufgefallen, dass sie sogar noch leben! Da streckt jemand ein Beinchen, dort zittert eine Antenne… Sind sie gerade geschlüpft? Die Löcher sehen schön sauber rund aus, die Deckel liegen auf dem Teller rum. Sie haben sich den Weg nach draußen gefressen. Die Bohne oben rechts hat den runden Deckel dran, vielleicht ist jemand noch dabei, da raus zu kriechen.

Was tun damit? Weg schmeißen geht nur, wenn ich gleich die Tüte in die Mülltonne draußen am Parkplatz entsorge. Sonst haben wir die Viecher überall in die Wohnung. Da ich aber heute Morgen mit einem bösen versteiften Nacken aufgewacht bin, will ich mich lieber schonen. Den Ehemann habe ich schon zum Einkaufen fürs Abendessen geschickt. Also habe ich die Bohnen zurück zum Balkon in die Kälte gebracht.

Wenn ich die Minestrone mache, wird es ohne die Feuerbohnen aus dem Balkon sein. Ich will mir nicht vorstellen, dass es schon Larven in den Bohnen gab, als ich den Chili gemacht hatte. Äh, zu spät.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.