Spaziergang am Biotop Stoawies’n

Gestern Nachmittag hatte ich Zeit. Ich hatte einen Termin mit Vodafone-Technikern zu Hause, weil ein Problem mit meiner Internet-Verbindung festgestellt wurde. Selber habe ich nichts bemerkt, aber scheinbar hatte ich nicht die Geschwindigkeit, die dem Tarif entspricht. Doch nicht so sorgenfrei, der Umzug. Ich musste den halben Tag dafür frei nehmen.

Der Termin war ab 16:00 und um 13:00 habe ich die Arbeit verlassen. Das Wetter war angenehm. Ich habe beschlossen, ein bisschen zu laufen. Bis zum Bahnhof Gräfelfing ist die Strecke schön, an Feldern vorbei. Letzte Woche wimmelte es dort nur von Mäusen, die gut getarnt aber nicht leise an den langen Blättern der Pflanzen geknabbert hatten. Gestern war das Feld geerntet und es war ganz still.

Nach den Feldern kommt man zum Biotop Stoawies’n:


Die ehemalige Erdbeerwiese mit steinreichem, nährstoffarmem Boden, wie der Name suggeriert, wurde vor einigen Jahren in ein Biotop für bedrohten Pflanzenarten umgewandelt. Dafür wurde der Boden noch nährstoffärmer gemacht, und Mähgut aus der Garchinger Heide und dem Schloss Nymphenburg wurde angesiedelt. Die neuen Bewohner bewundere ich seit längerer Zeit, seitdem ich ab und zu da lang spaziere. Gestern konnte ich einige Nahaufnahmen vom Weg aus mit dem Handy machen:

Eine besondere Überraschung ist an mir vorbei geflogen und hat lange genug an den nelkenartigen Blumen geschnuppert:

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Ein neuer Blog ist geboren

Aus der Frust entstanden, ich stelle vor: Mein MVV Tagebuch! Und reblogge gleich die Einleitungsseite:

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Wozu noch ein ÖPNV-Chaos Blog?

Ich bin ganze zwanzig Jahre lang eine überzeugte ÖPNV-Benutzerin gewesen. Umweltbewusstsein, Geld-Ersparnis, keine mühsame Suche nach einem Parkplatz, geringer Unfallrisiko… Gute Gründe gibt es genug.

Das letzte Mal, dass ich ans Steuer eines Autos tätig war, das war während meiner Diplomzeit. Ein Kommilitone war nach einer Feier zu besoffen, um selber zu fahren. In all den Städten, wo ich seitdem gelebt habe, kam ich mit ÖPNV zurecht. Ärger gibt es immer, aber es hielt sich in Grenzen.

Das war vorher. Nach einem halben Jahr in München bin ich bereit, mein Gelübde zu brechen. Ich schaue mir den Markt für gebrauchte Autos an und suche Fahrschulen, um mit ein paar Stunden mich wieder ans Fahren zu gewöhnen. Bravo MVV, das ist eine Leistung.

Ich will aber nichts überstützen, daher schreibe ich ab jetzt mein MVV-Tagebuch. Bis zur Kündigungsfrist meines Abos kann ich mich dadurch besser objektiv entscheiden.

So wie die Kuh pisst, regnet es

Wieder ein (fast) wörtlich übersetzter französischer Spruch. Wer schon mal eine Kuh sich entleeren gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Wobei ich am Wochenende am Tierpark Hellabrunn war, und der Elefant ist noch beeindruckender. Ich vermute, man sagt nur nicht „il pleut comme éléphant qui pisse„, weil Elefanten in Frankreich nicht zum Alltag gehörten, als der Spruch im neunzigsten Jahrhundert erfunden wurde.

Das Bild gibt einen sehr abgemilderten Eindruck von der Sinflut, die wir heute Abend erlebt haben. Pünktlich zum Feierabend. Wie gestern. Heute hat es so viel geregnet, dass das Wasser in der Unterführung zur Bahn nicht mehr zum Gulli abfliessen konnte und ein See sich gebildet hat. Mit meinen Timberland noch kein Problem, obwohl es recht knapp war, und ich bin froh, dass diese Schuhe so dicht sind. Sonst wäre ich vielleicht wie andere Mitreisenden barfuß gelaufen. Das Wasser war völlig schwarz und der ganze verschleppter Dreck schwimmte drin.

Ich wollte nicht mal Bahn fahren, sondern zur Bushaltestelle auf der anderen Seite vom Bahnhof gehen. Nein. Als ich den See gesehen habe, war ich sehr geneigt, bei dessen Hälfte die Treppe hoch zu steigen und mit der S6 zu fahren. Bis Westkreuz, und dann in die S8. Laut Fahrplan wäre ich am Ende um die selbe Uhrzeit zu Hause angekommen. Aber als ich gesehen habe, dass die S6 zehn Minuten Verspätung hatte, habe ich mich für den Bus entschieden. Sonst hätte ich die S8 verpasst. Der Bus ist meistens zuverlässiger als die Bahn. Nur heute nicht. Wie gestern. Was aber doch nicht so schlimm war, weil die S8 mit ihrem zwanzigminutigem Takt auch sehr verspätet ankam. Bei Regen ist Chaos im ÖPNV. Wie bei Schnee. An der Haltestelle hatte ich Zeit, schön kuschelig unter dem Dach gegen die anderen Mitfahrenden. Dort ist das Foto entstanden.

Beinahe wäre ich in den falschen Bus eingestiegen. Richtige Linie, aber falsche Richtung. Der Fahrer war so nett um mir Bescheid zu sagen, weil er eigentlich viel zu sehr nach hinten angehalten hatte. Vermutlich um die Gehzeit der Aussteigenden zum Bahnhof unter dem Regen zu verringern. Es ist verwirrend, in München. Häufig stehen Busse der gleichen Linie direkt hinter einander, fahren aber in entgegengesetzten Richtungen. Wie die 130 am Bahnhof Laim. Vorne fährt sie zurück zum Harras, hinten geradeaus nach Pasing. Jedenfalls waren meine Hosenbeine danach völlig nass. Das waren sie schon vorher, aber nach dem kurzen Lauf vom Bus und zurück waren sie noch nasser. Der Regenschirm hilft da nicht mehr. Immerhin hatte ich noch trockene Füße.

Letzte Woche Donnerstag war ich schon bei Feierabend in die falsche Richtung mit dem Bus gefahren. Ich wollte eigentlich mit dem Bus zur S-Bahn Station fahren, wie heute. Aber als ich aus dem Gebäude raus kam, ging es mit dem Gewitter richtig los. Ich bin in den ersten Bus eingestiegen, der kam. Egal wohin. Wohin wurde Endstation, weil es immer noch stark regnete. Dort bin ich in die U-Bahn eingestiegen. Auf nach Marienplatz, dann nach Pasing, wo ich mir ein Burger gegönnt habe, bis der Regen aufgehört hat. Es war ein langer Weg nach Hause.

Am letzten Sonntag habe ich nichts vom Regen mitbekommen. Ich war den ganzen Tag mit dem Ehemann in München, und als er zum Flughafen gefahren ist, habe ich mich auf den Weg zum Sport gemacht. Es war sehr heiß. Ich weiß nicht, ob wir die dreißig Grad erreicht haben. Es war sicherlich nicht weit davon. Als ich am Ende aus der Bahn ausgestiegen war, um nach Hause zu gehen, war es noch heißer als in München und extrem schwül. Die Straßen waren nass. Es gab einen kleinen Stausee in der Unterführung vom Bahnhof. Der Gulli war überfordert. Der See war nicht so tief wie heute, mit meinen Ballerinas hatte ich kein Problem. Bin ich froh, dass ich sie heute nicht an hatte.

Jetzt hängt meine Hose immer noch auf der Wendeltreppe und trocknet langsam vor sich hin. Morgen will ich sie wieder tragen. Es soll noch Gewitter geben. Mir reicht’s mit dem Regen.

SEV nimmt kein Ende

Oder, um ein altes und gerade sehr passendes Sprichwort zu zitieren: Quand y’en n’a plus, y’en a encore. Ich weiß jetzt nicht, wie es ins Deutsche übersetzt wird, und um die späte Uhrzeit ist es mir egal.

Heute früh, kurz nach sieben Uhr morgens. Das Fenster vom Schlafzimmer ist ganz breit auf. Ich höre, wie die S8 am Bahnhof ankommt. Ich wiederhole: Ich höre die S-Bahn! Wahnsinn! Die Wochen des Leidens sind vorbei! Ich kann endlich wieder von zu Hause aus mit der S-Bahn zur Arbeit fahren, nachdem ich gestern noch die letzte Strecke SEV lieber zu Fuß gemacht habe, weil es sich zeitlich einfach nicht lohnte, für den kurzen Abstand so lange auf den Bus zu warten. Trifft sich gut, weil ich aufgrund des Regens keine Lust hatte, Fahrrad zu fahren.

Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, weil, obwohl der Brief der Deutsche Bahn uns ein Ende des Chaos für den 15. April angekündigt hatte, ich letzte Woche auf dem SEV Fahrplan lesen konnte, dass es wohl bis Freitag, 20.4.2018 3 Uhr dauern würde. Was heute Abend geschah, war trotzdem nicht auf dem Plan (ich hab’s noch auf meinem Handy als Foto-Beweis).

Ich war heute mal nicht beim Sport, sondern bei einer Kollegin zum Abendessen und quatschen. Kurz nach 22:00 habe ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Ich hatte gesehen, dass die Verbindung zwanzig Minuten zuvor mit Bus und S-Bahn ganz normal lief, konnte aber wegen meines miesen Vodafone-Empfangs nicht sehen, wie es danach ging. Vermutlich auch mit Bus und S-Bahn.

Als ich im Bus saß, konnte ich die Anfrage auf der App aktualisieren und da stand, Bus bis Pasing und SEV. Ab Pasing schon? Das hatten wir noch nie, seit Beginn der Bauarbeiten. Dort angekommen, bin ich erstmals schnell zum Gleis gelaufen. Dort war die S8 bis Herrsching angekündigt, und es gab sogar eine Durchsage, zusätzlich zur Info-Tafel, um zu informieren, dass sie nicht wie üblich am Gleis 7, sondern am Gleis 8 direkt gegenüber ankommen würde. In zwei Minuten. Super, habe ich gedacht. Die S8 kam, doch auf Gleis 7. Alle Passagiere sind ausgestiegen, und das Licht in der S-Bahn wurde ausgeschaltet. „Bitte nicht einsteigen,“ konnte man hören. Also doch SEV, der zweimal so lange für die Strecke braucht.

Ich bin schnell zur SEV-Haltestelle gelaufen und habe ganz viele Leute dabei überholt. Gut gemacht. Für mich. Den es gab nur einen Reisebus, um die ganze Bahn zu ersetzen. Ich habe einen Sitzplatz ergattern können, ein Paar Sekunden später war der Bus schon so voll, dass Leute dicht im Gang stehen mussten und viele draußen nicht mehr einsteigen konnten. Ob ein anderer Bus kommen würde? Der Fahrer hatte keine Ahnung. Besonders bitter: Die nächste Verbindung mit der S8 sollte erst eine knappe Stunde später sein.

Kurz nach Germering haben wir zwei anderen SEV-Busse gesehen, die in die Gegenrichtung rasten. Der Fahrer hat danach einen Anruf bekommen, vermutlich von Kollegen, die über die „Verstärkung“ geredet haben. Der Fahrer meinte, es wäre jetzt wohl umsonst, da er schon seit über zwanzig Minuten Pasing verlassen hatte. Bis die anderen Busse dort ankommen, ist schon bald die nächste S-Bahn dran, die viel schneller fährt. Warum vereinzelte Züge noch ersetzt werden müssen, wenn andere ganz normal fahren dürfen, ist mir allerdings ein Rätsel.

Es wird langsam

Nachdem wir am Sonntag die Strecke zur Arbeit ausprobiert haben, bin ich sie gleich am Montag mit dem Fahrrad alleine gefahren. Bevor ich die Details vergesse. Einfach war es nicht, ich habe mich zweimal verfahren, einmal im ersten Stück Wald und danach, um zum zweiten Stück Wald zu kommen. Die Kreuzungen waren nicht in der richtigen Reihenfolge in meinem Kopf. Ich habe anderthalb Stunden gebraucht, und das nur, weil ein freundlicher Fahrradfahrer mir entgegen gekommen ist, als ich rätselnd auf dem Handy schaute (mein Navi kennt keine Waldwege) und fragte, wo ich hin wollte. Sonst hätte ich länger gebraucht. Das angenehmere Stück ohne Radweg auf der engen Straße, das wir bei der Rückkehr benutzt hatten, war im Berufverkehr mehr befahren, aber es war noch in Ordnung. Die Sichtweite ist dort sehr gut, da kann man mich nicht im letzten Moment sehen, es gibt also kein Grund, so dicht an mich vorbei zu fahren, es sei denn, man trägt Arschloch-Gene in sich. Das gibt’s. Meistens zeigen die Autofahrer doch Rücksicht. Auf der Rückfahrt habe ich am Montag schon nur noch eine Stunde zwanzig Minuten gebraucht. Ich habe eine Kreuzung verpasst, und im letzten Stück Wald sind mir zu meiner Überraschung zwei Autos hinter einander entgegen gekommen. Ich dachte, dort würden keine motorisierte Fahrzeuge durchfahren. Ich musste am Rand vom Weg mit dem Fahrrad stehen bleiben, um nicht überfahren zu werden. Gebremst hat das erste Auto nicht, und ich war über die Staubwolke danach nicht erfreut, auch wenn der Fahrer vom zweiten Auto sich bedankt hat.

Gestern hatte ich geplant, nach Feierabend zum Fitnessstudio zu gehen. Mit der Sporttasche wollte ich nicht Fahrrad fahren, und auch nicht, weil ich sonst nachtsüber nach Hause durch den Wald hätte fahren müssen. Ich bin also, wie ich es seit fast drei Wochen gewöhnt bin, zur Bushaltestelle gegangen, um den SEV bis Germering zu nehmen, und weiter mit einem anderen Bus zur Arbeit zu fahren. Zu meiner Überraschung fuhr der Bus nur bis Gilching-Argelsried, weil die S8 jetzt bis dahin kommt. Ich hätte in der App schauen sollen. Zu Fuß wäre ich schneller gewesen. Das hätte mir doch nicht geholfen, weil die S-Bahn sehr lange einfach nicht kam. Keine Durchsage, wie immer, aber diesmal lag es daran, dass die Bauarbeiten am Bahnsteig nicht fertig waren. Die Männer waren am Bahnsteig tatsächlich dabei, auf der anderen Seite der Sperre auf Säulen die Lautsprecher zu befestigen. Man muss sich vorstellen, wie so viele Leute, die theoretisch zwei verschiedenen Zügen genommen hätten, sich auf dem nicht ganz halben Bahnsteig verteilt haben, um vierzig Minuten lang auf eine Bahn zu warten. Weil der nächste Bus inzwischen seine Ladung gebracht hatte. Als der Zug endlich kam, ist er auch nicht sofort weggefahren, nein, ein paar Minuten hat es noch gedauert. Ich habe für eine Strecke, die im Normalbetrieb von zu Hause aus fünf Minuten dauert, eine ganze Stunde wegen MVG-Chaos verschwendet, und habe insgesamt zwei Stunden zur Arbeit gebraucht. Begeistert war ich nicht.

Heute bin ich wieder Fahrrad gefahren, weil ich so sauer auf die MVG war. Siebzig Minuten für den Hinweg, wobei eine Kreuzung noch nicht optimal ist. Ich sollte sie vermeiden. Man kommt nach einer Brücke aufwärts auf die Kreuzung zu, die zu einer viel befahrenen Straße führt, und muss mit dem Fahrrad da mittig stehen und warten, bis eine Lücke entsteht. Tut sie das, kann man aber nicht gut los nach links radeln, weil dann aus einer anderen Richtung Autos kommen. Aussteigen, Fahrrad zur Ampel schieben, auf dem Knopf drücken um grün zu bekommen… Blöd. Es muss einen besseren Weg geben. Auf dem Rückweg nach Hause habe ich nur noch eine Stunde gebraucht. Fast genau so lange wie mit ÖPNV, wenn es normal ohne SEV fährt. Und entspannter, wenn man keinen Idioten begegnet. Wie die Frau heute hinter mir, die nur noch huppen konnte, weil ich auf der Straße fuhr. Einen Radweg gab es gerade nicht, und ich war noch bemüht, rechts dicht am Straßenrand zu fahren, und sie hätte mehrmals die Gelegenheit gehabt, mich bequem zu überholen, statt hinten zu bleiben und zu huppen. Oder der Opa in seinem grauen Cabrio (M RP 17), der mich mit „Fick dich!“ begrüßte, als er mich nach einem ganz engen Tunnel überholte, wo man eh langsam zu fahren hat. Da gab’s auch gerade keinen Radweg, er fängt erst die Kreuzung danach an. Blöd, dass ich alleine war und keine Zeugen für eine Anzeige hatte.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit

An einem Sonntag.

Ich arbeite seit drei Monaten in München, und schon bereue ich es, mir ein Jahresabo fürs ÖPNV gekauft zu haben.

Zuerst dachte ich, es wäre nicht schlimm, so weit weg von der Arbeit zu wohnen. Die Wohnung liegt ganz nah an der S-Bahn, und die fährt alle zwanzig Minuten, morgens sogar häufiger, und ich brauche keine Stunde zur Arbeit. Also besser als das, woran ich mich in Berlin gewöhnt hatte. Nicht. Und nicht nur, weil das Abo wesentlich teurer als in Berlin ist.

Wir hatten schon ein ganzes Wochenende lang wegen Bauarbeiten Einschränkungen im Betriebsablauf hinnehmen müssen. Danach fuhr die S-Bahn normal weiter, und ich dachte naiv, das wär’s, mit den Bauarbeiten. Pustekuchen. Seit zwei Wochen fährt die S-Bahn bei uns gar nicht mehr, und das soll noch eine Woche dauern, wie ich aus dem folgenden Brief erfahren durfte:

Stattdessen gibt es Schienenersatzverkehr (SEV). Und es muss sein, weil es gar keine Alternative zur S-Bahn gibt. Wenn ich in der App suche, wie ich ohne S-Bahn von der Arbeit nach Hause komme, kriege ich Ergebnisse, die über fünf Stunden dauern, mit langen Gehwegen.

In der Woche vor Beginn der Bauarbeiten haben es uns die automatischen Durchsagen im Zug und an den Bahnhöfen die ganze Zeit immer wieder erzählt. Schön wär’s gewesen, wenn die Durchsagen an den Bahnhöfen auch nach Wiederbeginn der Bauarbeiten weiter gelaufen wären. Nicht mal Schilder gab es, um die gelegentlichen Reisenden zu informieren.

Am ersten Samstag sind wir mit dem Ehemann über den Gleis zur Bushaltestelle gelaufen, um den SEV zu benutzen. Schnell, weil der Bus in Kürze kommen sollte. Ich habe von weitem mitbekommen, wie eine Frau mit Koffer sich am Automaten eine Fahrkarte gekauft hat, um sich, ganz alleine am Gleis, auf eine Bank hinzusetzen. Als wir vorbei  liefen, habe ich mein Tempo reduziert und ihr gesagt, „Hier fährt keine Bahn, es gibt nur SEV“. Sie ist uns gefolgt, so gut es mit ihrem Koffer ging, was bei uns nicht einfach ist, da überall Treppen sind, aber keine Aufzüge. Den Bus hat sie bekommen, und hoffentlich konnte sie pünktlich zum Hauptbahnhof ankommen, wo sie einen Zug nehmen sollte. Mit SEV dauert die Fahrt länger. Als wir abends auf dem Weg nach Hause erneut auf dem Bahnsteig gingen, haben ein Italiener und sein junger Sohn auf die Bahn gewartet. Hätten wir ihnen nichts gesagt, hätten sie noch lange da gestanden. Keine Durchsage, keine Aushänge, keine Information. Das ist die MVG.

Die Busse selbst… Bei unserer ersten Fahrt kam gerade ein Bus, um einen ganzen Zug zu ersetzen. So sah es zumindest aus. Alle Leute haben sich da rein gequetscht. Natürlich auch die mit Koffer. Kinderwagen? Rollstuhlfahrer? Fehlanzeige. Die können selber gucken, wie die fahren. Während der Fahrt hat uns dann von hinten ein anderer Bus aufgeholt, bei dem auch S8 angezeigt wurde. Der war leer. Weil er so spät nach dem ersten Bus kam, haben alle Leute geglaubt, es gäbe nur den einen Bus, und sie sind alle drin eingestiegen. Der zweite Bus war noch kein gewöhnlicher Stadtbus, sondern ein Reisebus, mit steilen Treppen zum Einsteigen. Kinderwagen? Rollstuhlfahrer? Fehlanzeige.

Letztens hat sich im Bus neben mir ein älterer Herr mit Gehstöcken hingesessen. Es war wieder ein Reisebus, und er hatte große Schwierigkeiten gehabt, überhaupt einzusteigen. Ich war so unzufrieden, jetzt über eine Stunde Fahrt zur Arbeit zu brauchen und in überfüllten Bussen fahren zu müssen, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, den Abo zur nächsten Gelegenheit zu kündigen und mir ein kleines Auto zuzulegen. Den Führerschein habe ich ja, und wir haben sogar zwei Stellplätze in der Tiefgarage, die zur Wohnung gehören. Mein geschwätziger neuer Sitznachbar erzählte mir, früher wäre er Auto gefahren, aber in den letzten Jahren hätte der Verkehr in München derart zugenommen, dass er das Benutzen vom ÖPNV viel angenehmer fände, selbst mit SEV. Doch kein Auto?

Jetzt, wo das Wetter richtig sommerlich wird, könnte ich Fahrrad fahren. Ich bräuchte theoretisch genau so lange wie mit ÖPNV im normalen Betrieb. Der Ehemann ist am Wochenende gekommen, und hat wieder einige Sachen aus Berlin mitgebracht. Darunter sein Fahrrad, wie ich ihn darum gebeten hatte. Wir haben heute die Strecke zur Arbeit getestet.

Ein gutes Gefühl hatte ich im Vorraus nicht. Beim Vorbeifahren mit dem Bus war mir schon klar, dass die Radwege hier, wenn es welche gibt, nicht zum Wohl der Radfahrer gebaut wurden, sondern nur, um sie von der Straße fern zu halten, wo sie die Autos stören. Ganz anders als in Berlin. Die „Radwege“ sind manchmal sogar für Mofas freigegeben, wie ich vor zwei Wochen auf einem Schild lesen konnte. Teilweise wird man als Fahrradfahrer auf renovierungsbedürftige Bürgersteige gelotst, und man ist besser dran, einfach auf der Straße zu fahren. Wenn sich nicht irgendwelche idiotische Autofahrer so rücksichtlos verhalten würden.

Wie heute, als der Ehemann, der vorne fuhr, um mit seinem Navi den Weg zu zeigen, nach links abbiegen wollte. Es war eine ganz enge Straße ohne Radweg oder Bürgersteig, die gerade nach rechts bog. Auf 60 km/h begrenzt. Links gab es keine Straße für Autos, nur einen Radweg durch den Wald. Der Ehemann hatte schon den Arm nach links gestreckt, um zu zeigen, dass er abbiegen wollte. Von hinten kam plötzlich ein Auto, und glaubt ihr, der Fahrer hätte ihn abbiegen lassen? Nein, nicht einmal gebremst hat er, sondern ihn von links überholt. Ich habe nur in höllischer Angst zugucken können, und bin heilfroh, dass der Ehemann im letzten Moment doch nicht abgebogen ist, weil die Tour sonst im besten Fall im Krankenhaus beendet worden wäre. Es ging so schnell, dass ich mir außer STA das Kennzeichen nicht merken konnte, sonst hätte ich darauf bestanden, bei der Polizei eine Anzeige zu machen.

Damit wurde klar, den Weg will ich nicht zur Arbeit fahren. Für die Rückfahrt haben wir eine andere Strecke gewählt, die in der Praxis ein bisschen besser aussieht, obwohl sie auch über eine enge Straße ohne Radweg läuft. Wenigstens ist die Straße gerade, wenn man vom Wald ankommt. Ich weiß aber nicht, wie es im Berufsverkehr aussieht.

Radtour zum Weßlinger See

Der Ehemann musste ungewöhnlich früh zum Flughafen. Er war schon seit Donnerstag hier, weil er am Freitag ein Vorstellungsgespräch hatte. Das Gespräch ist zwar gut gelaufen, aber die Firma hat ihn nicht wirklich überzeugt.

Ich hatte den Wecker auf meinem Handy für sieben gestellt, was für einen Sonntag recht hart ist. Wir sind schon nicht früh eingeschlafen. Und wir haben völlig vergessen, dass die Sommerzeit am Wochenende anfängt. Dementsprechend noch weniger geschlafen, obwohl es mir beim Aufwachen nicht aufgefallen ist. Gut, dass mein Handy die Uhrzeit automatisch anpasst. Als der Ehemann auf Boarding wartete, schrieb er mir, „Kann es sein, dass wir heute Nacht zur Sommerzeit gewechselt sind?“ Ich: „Nee, ich hätte es schon vorher mitbekommen“. Tja.

Das Wetter sah morgens fantastisch aus. Endlich ist der Schnee übers Wochenende weg geschmolzen, oder fast. Auf dem Weg zum Bäcker war es mir doch kalt. Ich habe beschlossen, erst am Nachmittag Fahrrad zu fahren. Die erste Radtour des Jahres. Ich bin nicht weit gefahren, weil ich nicht sicher war, ob mit dem Fahrrad alles in Ordnung ist. Das vordere Rad wirkte beim Fahren ziemlich platt. Ich habe es nicht geschafft, die Kappen vom Ventil aufzumachen, um die Reifen aufzupumpen. Der Ehemann muss sich bei seinem nächsten Besuch darum kümmern. Vermutlich ist er es selber gewesen, der die Kappen so fest zu gedreht hat.

Nach einer halben Stunde bin ich am Weßlinger See angekommen. Es waren schon viele Leute unterwegs. Ich habe das Rad geschoben und bin zu Fuß um den See gelaufen. Der Weg war teilweise eng und matschig, aber es war schön. Ich bin meinem ersten Zitronenfalter des Jahres begegnet. Eine kleine Imbiss-Bude gibt es, direkt am Wasser. Es wäre übertrieben, von einem Biergarten zu sprechen. Das war der meist besuchte Ort am See. Alle Tische waren überfüllt. Sonst war der Spaziergang ruhig. Der Weßlinger See ist ganz klein und ökologisch bedroht. Viele Plakate hängen, um zu erklären, dass man zum Beispiel die Enten und Schwäne nicht füttern darf. Baden kann man nur an bestimmten Stellen. Es gibt in der Gegend sowieso größere Seen, den kleinen hier könnte man komplett in Ruhe lassen. Nach einer Stunde war ich zurück zu meinem Ausgangspunkt gekommen, und ich bin nach Hause geradelt.

 

ÖPNV: München kann Berlin das Wasser reichen

Oder hat die MVG aus den Werbespots der BVG gelernt?

Heute morgen, Geisenbrunn. Ich sitze mittig im Wagen. Was ich damit sagen will: Hier steigt man nicht ein, wenn man in letzter Sekunde noch bis zum Zug gerannt ist. Wenn man hier einsteigt, dann, weil man schon in der Mitte vom Bahnsteig gewartet hat. Der Zug hält, eine junge Frau steigt ein. Kurz nach ihr sehe ich einen jungen Mann, der nur auf seinem Handy starrt, während er sich im Schneckentempo bewegt. Das Signal für die Türe ertönt, die Türe schließen. Zugegeben, sie waren nicht lange offen. Der junge Mann hebt endlich den Kopf und schaut sich erstaunt die geschlossene Tür direkt vor ihm an. Er drückt auf dem Knopf, aber die Tür bleibt zu. Sie ist schon verriegelt. Er geht zur nächsten Tür, die ebenfalls geschlossen bleibt. Nach einer gefüllt ewigen Pause, die der Fahrer bestimmt zur Betonung der Dramatik eingelegt hat, fährt der Zug ab.

Ich steige später in einen Bus ein. Auf halber Strecke halten wir an eine Haltestelle, wo eine junge Frau offensichtlich auf den Bus gewartet hat. Die Tür geht auf. Gerade als die Frau einsteigen will, wird sie von einer älteren Frau angesprochen, die sie etwas fragen will. Die junge Frau antwortet freundlich, und will noch in den Bus einsteigen, als der Fahrer die Tür wieder zu macht. Es kann keine fünf Sekunden gedauert haben. Die Frau klopft an die Tür. Der Fahrer fährt los. Eine Mitreisende, die vorne sitzt, sagt dem Fahrer, dass die Frau noch einsteigen wollte. „Die Tür war auf, sie hätte längst einsteigen können,“ antwortet er sturr. Er fährt vielleicht zehn Meter, um vor einer roten Ampel stehen zu bleiben. Die junge Frau durfte auf den nächsten Bus warten.

Das Wochenende in Bildern

Der Ehemann ist am Wochenende gekommen.

Ich hatte die Idee, am Samstag zum Ammersee zu fahren. Es war die ganze letzte Woche so kalt, die Temperaturen sind nie über null Grad gekommen. Es müsste doch toll sein, am gefrorenen See spazieren zu gehen. Ja, der Spaziergang war es.

Abgesehen davon, dass die S8 momentan wegen Bauarbeiten nur alle vierzig Minuten fährt, und man am Bahnhof nicht mal darüber informiert wird, dass der Zug nicht am richtigen Bahnsteig ankommt, sondern falsch rum fährt… Ich sage nur, gut, dass der Fahrer uns alle wegrennen gesehen und gewartet hat, bis wir die Treppen runter und hoch gerannt sind, um zum anderen Bahnsteig zu gelangen (und das auf dem neuen frischen Schnee, über dem alten gefrorenen Schnee, der natürlich wie immer gar nicht geräumt wurde). Sonst hätten wir weitere vierzig Minuten in der Kälte stehen müssen. An dieser Stelle vielen Dank an die Münchener, die sich vor den optischen Sensoren der Türe vom Zug stellen, wenn sie sehen, dass jemand noch einsteigen will. So ein hilfreiches Verhalten habe ich in Berlin nie erlebt. Die Leute dort bleiben nur direkt nach dem Einsteigen neben der Tür stehen, weil sie zu blöd sind, um zu denken, dass die Leute hinter ihnen vielleicht auch rein möchten. Sensoren gibt es an den Türen der Berliner S-Bahn nicht, oder nur, wenn die Tür nicht zu geht, weil jemand gerade eingequetscht wird.

Gefroren war der Ammersee am Samstag nicht, dafür ist er viel zu groß. Hätte ich mir denken können. Trotzdem war der Spaziergang sehr schön. Nach dem verschneiten Park kommt man zum Ufer, wo eine Seejungfrau auf einem Waller sitzt. Die Skulptur wurde von der Bildhauerin Hilde Grotewahl angefertig und der Gemeinde Herrsching geschenkt. Leider war von der Sonne, über die wir uns beim Verlassen von München gefreut hatten, nicht viel übrig. Mit dem Nebel aus dem See wirkt das Bild von den Enten und Blässhühnern mit dem Steg im Hintergrund fast surrealistisch.

Ich wäre gerne weiter nach Süden am See entlang gegangen. Einen Teil der Strecke mussten wir über die Straße gehen, und nach dem Schloß Milfelden haben wir den Weg zum Ufer gefunden. Leider war er unter dem frischen Schnee viel zu gefroren und glatt, um darauf laufen zu können. Wir sind umgekehrt, und haben dabei ganz viele süße Fußstapfen von Vöglein am Boden entdeckt.

Was soll’s, Andechs ist auch nicht weit, wir könnten dahin gehen. Das Kloster ist ja berühmt. Da der Fußweg aber genau so glatt wirkte, sind wir zurück zur Bushaltestelle gelaufen und von dort mit der 951 hin gefahren. Inzwischen war der Nebel verschwunden, und in Andechs haben wir sogar ein bisschen Sonne gesehen. Dass hier Bier gebraucht wird, sieht man fast an jeder Ecke. Wir sind um die Mittagszeit am Gasthof angekommen und obwohl der Empfang recht kühl war (unsere Begrüßung wurde beim Betreten des Raumes von den Mitarbeitern nicht mal erwidert, so dass wir uns erstmals fragten, ob es doch noch zu früh war), hat sich der Besuch gelohnt. Das Bergbier war hevorragend, und ich habe zum ersten Mal Obazda gegessen. Was soll ich sagen? Hmm, so lecker!

Nach einem kurzen Spaziergang sind wir weiter mit dem Bus nach Starnberg gefahren. Nachdem ich die Wohnung von Airbnb doch nicht bekommen habe, war ich auf den Starnberger See neugierig, der in der Nähe liegt. Die Idee war dabei auch, das Problem mit der schlecht fahrenden S8 zu vermeiden, und mit der S6 zurück über die Stadt zu kommen, wo wir noch einkaufen wollten. Die Kaffeepause am Ufer hinter dem Bahnhof war mit der wärmenden Sonne so gemütlich, dass wir fast auf der Stelle eingeschlafen wären. Nach einem letzten Spaziergang sind wir müde nach Hause gefahren. An dem Tag sind wir über zehn Kilometer zu Fuß gelaufen.

Heute Morgen habe ich beschlossen, einen faulen Tag einzulegen. Nachdem wir lange ausgeschlafen haben, sind wir zum Café Glockenspiel gefahren, um dort zu frühstücken.

Die Fahrt mit der S8 war ekelhaft. Man hatte echt den Eindruck, in einer Mülltonne zu fahren. Die Bahn war noch relativ leer, als wir angekommen sind, und wir konnten uns einen sauberen Sitzplatz aussuchen. Das Entsetzen der späteren Fahrgäste war nicht zu überhören. Der Müll, der da rum lag, konnte aber unmöglich erst am Sonntagvormittag entstanden sein. Ich vermute, dass es sich um Reste vom Samstagabend handelt, und dass die Bahn einfach nicht geputzt wurde. Es ist ja schwer, jetzt, wo die Bahn nur alle vierzig Minuten fährt, Zeit zu finden, um sie zu reinigen… 🙄

Wir sind eine halbe Stunde nach der Eröffnung vom Café angekommen, und nicht zu früh. Ich habe den letzten freien Tisch ergattern können, während der Ehemann hinten zwei Männern stecken geblieben war, die nach einem freien Tisch fragen wollten. Das habe ich erst nach dem Hinsetzen gemerkt, als die Männer enttäuscht reagiert haben, dass es plötzlich keinen Tisch mehr gab. Wie der Kellner ihnen sagte, sie hätten sich direkt selber einen Platz aussuchen sollen.

Nach dem leckeren Frühstück sind wir zum Englischen Garten gegangen. Zuerst zum südlichen Teil, wo wir in einem Fußgängertunnel am Friedensengel tolle Kunstwerke entdeckt haben.

Wir sind dann am Bayerisches Nationalmuseum vorbei gegangen, um weiter zum anderen Teil vom Garten zu kommen. Dort standen einige Schaulustige, um die Surfer zu betrachten, die trotz Verbotsschilder ihren Spaß hatten. Wir haben zum Schluß am Biergarten in der Sonne gesessen, während der schmelzende Schnee aus dem Turm auf dem anderen Ende von unserem Tisch herunter tropfte. Danach musste der Ehemann zurück zum Flughafen. Ich bin schwimmen gegangen.

Heute mit Schnee

Ich bin froh dass es nicht halten wird.

Als ich gestern Abend, kurz vor zwölf, aus Berlin zurück kam, ging es noch. Ich hatte mir Sorgen gemacht, weil die Temperatur negativ war und meine App für den Sonntag Schnee vorgesehen hatte. Es gab Schnee, ja, aber der kurze Weg von der S-Bahn bis nach Hause war gut gefegt, mit der Ausnahme vom Bürgersteig vor dem Hotel im Nachbarhaus. Dort scheinen sie sich nie darum zu kümmern.

An der S-Bahn scheint sich auch niemand dafür zuständig zu fühlen, den Bahnsteig und die Ausgänge wenigstens zu streuen, obwohl das Wetter nicht überraschend kam. Nachdem es über Nacht so viel geschneit hat, lag wieder eine dicke Schicht rum. Vor allem fahrlässig war es an den Treppen, die man benutzen muss, um zur anderen Seite des Banhofs zu gelangen. Es gibt nämlich keine Möglichkeit, zum Bahnsteig Richtung München zu gehen, wenn man keine Treppe benutzen kann. Was machen denn Rollstuhlfahrer und Leute mit Kinderwagen? Alternativ könnte man auch Bus fahren, aber die Haltestelle ist ebenfalls auf der anderen Seite vom Bahnhof.

Heute Morgen war es besonders schlimm, da der ganze Schnee auch auf den Stufen der Treppen lag. Schön glatt von der Schülerscharr breit getreten, die mir entgegen gekommen ist und durch die ich mir den Weg in die entgegengesetzte Richtung erkämpfen musste. Wir haben eine Schule ganz in der Nähe. Ich muss mir merken, die Bahn um zehn vor acht in Zukunft zu vermeiden. Wenigstens hätten die Schüler als Dämpfung gedient, wäre ich tatsächlich die Treppe runter gerutscht.

Nachdem ich dann von der S-Bahn zur Bus-Haltestelle tapfer den ganzen Weg über den verschneiten Lidl-Parkplatz gegangen bin, durfte ich über vierzig Minuten auf der Stelle verharren, weil so lange kein Bus kam. Die MVV-Webseite zeigte meine Verbindung trotzdem ohne Verspätung an. Hätte ich es gewusst, wäre ich weiter mit der S-Bahn bis Pasing gefahren. Obwohl es mir nichts gebracht hätte, weil Tim, mein Zimmerkollege, der dort wohnt, heute Morgen fast genau so lange auf den Bus warten musste. Es war einfach überall Chaos. Ein anderer Kollege hatte beschlossen, mit dem Fahrrad zu kommen. Einige andere Leichtsinnige habe ich auch über den Schnee radeln gesehen. Mein Kollege hat es heute nicht zur Arbeit geschafft und musste den Umweg zum Krankenhaus machen.

Ich hatte mich auf jeden Fall über den ununterbrochenen Regen gefreut, der für heute vorausgesagt wurde. Der Schnee würde bestimmt schnell verschwinden. Nicht. Der Regen kam nicht so stark wie erhofft, und der Weg nach Hause war am Abend noch teilweise rutschig. Jetzt liegen viel Wasser und Schneereste auf den Straßen. Gut, dass es über Nacht um die 3°C wird und das alles nicht einfriert. Sonst müsste ich morgen Glättefrei nehmen.