15.06.2019 — Mein MVV Tagebuch

Samstag. Ich schreibe so gut wie nie über ÖPNV-Fahrten am Wochenende. Heute muss ich. Wir sind mit dem Auto zum Pasinger Viktualienmarkt gefahren. Mit den Sporttaschen im Kofferraum, wie an jedem Samstag, wenn wir nicht verreist sind. Da es dem Ehemann heute doch nicht so gut ging, habe ich mich nach dem Einkauf alleine auf […]

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Mein MVV Tagebuch erschienen.

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Am botanischen Garten

Wir haben den schönen Eingang zum botanischen Garten benutzt. Nicht den Haupteingang in der Menzinger Straße, sondern erstmal durch den Park vom Schloß Nymphenburg. Dort gibt es Enten und Gänse, die ich in Berlin noch nie gesehen hatte. Es war schon warm und eine Pause am Biergarten musste sein. Mit alkoholfreiem Bier, denn kurz vor zwölf ist es mir viel zu früh, um „echtes“ Bier zu trinken. Eine Bayerin werde ich wohl nicht.

Auf dem Weg zum botanischen Garten stoßen wir auf eine künstliche Ruine, wie die Romantiker sie gerne im neunzigsten Jahrhundert in Gärten bauen lassen haben.

Wir spazieren gemütlich durch den botanischen Garten. Ich habe uns gleich Jahreskarten besorgt. Wie in Berlin kann man an der Kasse nur bar bezahlen, Kartenleser haben sie nicht. Im Garten sind nicht so viele Leute, außer am Café, wo wir um zwei Uhr nachmittags ankommen. Der Ehemann hat Durst. Er bestellt sich ein Aperol Spritz. Ich nehme lieber einen schwarzen Tee und ein Stück Panna Cotta Kuchen mit Heidelbeeren. Das Stück ist bestellt, bevor mein Gehirn überhaupt sagen kann, „Halt, du wolltest doch abnehmen!“. Der Ehemann isst mit. Zu meiner Überraschung kommt die Bedienung bei der überfüllten Terrasse sehr schnell. Wir müssen kaum warten.

Um halb drei machen wir uns auf den Weg nach Hause.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Das Wochenende in Bildern

Das Wochenende hat mit einem Besuch beim Pasinger Viktualienmarkt angefangen, wie inzwischen jedes Wochenende. Zuerst ein leckeres Frühstück bei Banandi’s Deli[1,2]. Fantastisch leckere Brotscheiben mit Avocado-Frischkäse-Aufstrich, ein Traum, der Tag kann kaum besser anfangen. Gefrühstückt haben wir draußen. Frisch und regnerisch, aber die Terrasse ist überdacht.

Nach dem Einkauf sind wir zurück nach Hause gefahren. Mit der S-Bahn, und ich habe mich darüber geärgert, dass es schön wieder am Wochenende Fahrplanänderungen wegen Bauarbeiten gibt. Die Stammstrecke war teilweise gesperrt. Zu Hause merkt man in den Abfahrzeiten keinen Unterschied, aber in Pasing fahren die Züge fünf Minuten früher als sonst (und von einem anderen Gleis aus), weil sie direkt danach in Westkreuz aus irgendeinem schleierhaften Grund fünf Minuten stehen bleiben. Sprich: Wir haben die S8 am Gleis weg fahren gesehen und durften ganze fünfundzwanzig Minuten auf die nächste S8 warten, weil die mit fünf Minuten Verspätung angekommen ist. Dieses eine Mal wo wir ausnahmsweise S-Bahn statt Auto zum Markt gefahren sind, weil es für die Strecke „zeitlich nichts bringt“, Auto zu fahren! Wir vergeuden viel zu viel Zeit im ÖPNV.

Das Wetter war den ganzen Tag sehr naß und wir sind zu Hause geblieben. Ich habe gebacken.

Heute bin ich viel zu früh aufgewacht. Kurz nach sechs. Ich habe mich am Rechner beschäftigt, bis der Ehemann aufgestanden ist. Das Frühstück war klasse, da wir gestern noch kurz beim orientalischen Pasinger Frischemarkt[2] waren, und ich Rosenkonfitüre gekauft habe. In Berlin hatte ich vergeblich danach gesucht und ich war gestern überglücklich, welche gefunden zu haben. Auf Fladenbrot mit Salzbutter, hmm…

Da es immer noch geregnet hat, bin ich zurück zum Rechner gegangen. Ich habe mich in letzter Zeit mit vielen Online-Kursen beschäftigt. Unter anderen habe ich mir jetzt dank openHPI Kenntnisse in der Programmiersprache Ruby angeeignet. Ruby ist… Komisch. Man kann ganz schnell und kompakt Code schreiben, wofür man in anderen Sprachen mehrere Zeilen benötigen würde, aber die Denkweise liegt mir nicht. Meine Lieblingssprache wird es nicht. Ich habe heute die letzten Abschlußprüfungen geschrieben.

Nachmittags ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Obwohl es immer noch kalt und regnerisch war, bin ich für einen Spaziergang raus gegangen, während der Ehemann seine Unterlagen für unseren Steuerberater zusammen suchen musste. In Richtung Sankt Gilgen, an Feldern vorbei… Die Bauarbeiten an der Kreuzung am Bahnhof Neugilching dauern seit mindestens vier Monaten, und ich sehe seitdem überhaupt keinen Fortschritt. Der Ehemann ist der Meinung, dass viele Baustellen in der Gegend nicht voran kommen, weil es an Geld fehlt.

Den Spaziergang habe ich kurz gehalten, da ich feststellen musste, dass meine Regenjacke dringend neu imprägniert werden muss, und meine Hose schnell durchnässt und eisig wurde. Eigentlich hatte ich mir im Sommer einen Regenponcho für das Freiluftkino besorgt, warum bin ich nicht auf die Idee gekommen, ihn anzuziehen?

Abends habe ich wieder gekocht. Die Pastinaken-Suppe (ohne Speck), mit ein bisschen vom Schinken-Karotten-Cake von gestern. Beim Pürieren von der Suppe ist mir eine kochende Blase in dem Topf hochgekommen und hat so an der Oberfläche explodiert, dass ein Tropf auf meinem Daum gelandet ist. Das hat sau weh getan, und tut es immer noch. Jetzt habe ich eine dicke Blase.

[1] Anmerkung vom 04.10.2019: Leider hat das Café im Sommer endgültig geschlossen…

[2] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Vom Schloss Nymphenburg bis Pasing

Die Suche nach einem Geburtstagsgeschenk hat uns zur Flügels Spiel- & Holzwerkstatt geführt. Wir haben ein entzückendes Laden entdeckt, mit vielen Waren von Fagus[1]. Wir wurden fündig. Es ist zwar teuer, aber man käuft schöne Spielzeuge für einen guten Zweck, und sie halten noch richtig lang. Der Wagen vom letzten Jahr hat in den Händen vom Neffe gut überlebt.

Der Laden liegt in der Nähe vom Schloss Nymphenburg. Das Wetter ist schön, also machen wir nach dem Einkauf einen Ausflug. Vor dem Schloss leben viele Schwäne, Blässhühner, Enten und Gänsen, die von den großen Wasserflächen profitieren, in denen sich das Schloss wunderschön reflektiert. Ein Schwan steht geduldig neben einer Teenie, während diese sich von ihrer Mutter mit ihm fotografieren lässt.

Auf der anderen Seite vom Schloss kommt man zum Park. Dort kann man die hundert Büsten von König Ludwig II. bewundern, der in dem Schloss die Welt erblickte, oder, wie die meisten Besucher es tun, Selfies mit den Büsten im Hintergrund machen. Heute geht’s ja nur noch um Selbstdarstellung.

Den ganzen Park besuchen wir nicht. Am Parterre mit den vielen Statuen entlang, wo man am Ende sich Gondolenfahrten buchen kann, dann biegen wir ab. Am Pagodenburger See gibt es einige Bänke im Schatten. Wir sitzen nicht sondern gehen weiter, über die Brücke. Auf dem Weg zur großen Kaskade sehe ich ein Reh, unter den Bäumen gut versteckt liegend. Es guckt in unsere Richtung. Ich mache kein Foto, um es nicht zu stören.

Die Wiesen sind voll mit Herbstzeitlosen bedeckt. Pilze sieht man auch gelegentlich. Der Herbst naht.

Wir gehen die ganze Strecke bis zu den Pasinger Arcaden zurück, wo das Auto geparkt ist. Wir waren ja vorher auf dem Pasinger Viktualienmarkt. Ich bewundere die bemalte Unterführung unter der S-Bahn Linie auf dem Weg zur Bärmannstraße.

Wir beenden den Spaziergang mit einem kühlen Getränk an der Pasinger Fabrik.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Spaziergang am Biotop Stoawies’n

Gestern Nachmittag hatte ich Zeit. Ich hatte einen Termin mit Vodafone-Technikern zu Hause, weil ein Problem mit meiner Internet-Verbindung festgestellt wurde. Selber habe ich nichts bemerkt, aber scheinbar hatte ich nicht die Geschwindigkeit, die dem Tarif entspricht. Doch nicht so sorgenfrei, der Umzug. Ich musste den halben Tag dafür frei nehmen.

Der Termin war ab 16:00 und um 13:00 habe ich die Arbeit verlassen. Das Wetter war angenehm. Ich habe beschlossen, ein bisschen zu laufen. Bis zum Bahnhof Gräfelfing ist die Strecke schön, an Feldern vorbei. Letzte Woche wimmelte es dort nur von Mäusen, die gut getarnt aber nicht leise an den langen Blättern der Pflanzen geknabbert hatten. Gestern war das Feld geerntet und es war ganz still.

Nach den Feldern kommt man zum Biotop Stoawies’n:


Die ehemalige Erdbeerwiese mit steinreichem, nährstoffarmem Boden, wie der Name suggeriert, wurde vor einigen Jahren in ein Biotop für bedrohten Pflanzenarten umgewandelt. Dafür wurde der Boden noch nährstoffärmer gemacht, und Mähgut aus der Garchinger Heide und dem Schloss Nymphenburg wurde angesiedelt. Die neuen Bewohner bewundere ich seit längerer Zeit, seitdem ich ab und zu da lang spaziere. Gestern konnte ich einige Nahaufnahmen vom Weg aus mit dem Handy machen:

Eine besondere Überraschung ist an mir vorbei geflogen und hat lange genug an den nelkenartigen Blumen geschnuppert:


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ein neuer Blog ist geboren

Aus der Frust entstanden, ich stelle vor: Mein MVV Tagebuch! Und reblogge gleich die Einleitungsseite:

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Wozu noch ein ÖPNV-Chaos Blog?

Ich bin ganze zwanzig Jahre lang eine überzeugte ÖPNV-Benutzerin gewesen. Umweltbewusstsein, Geld-Ersparnis, keine mühsame Suche nach einem Parkplatz, geringer Unfallrisiko… Gute Gründe gibt es genug.

Das letzte Mal, dass ich ans Steuer eines Autos tätig war, das war während meiner Diplomzeit. Ein Kommilitone war nach einer Feier zu besoffen, um selber zu fahren. In all den Städten, wo ich seitdem gelebt habe, kam ich mit ÖPNV zurecht. Ärger gibt es immer, aber es hielt sich in Grenzen.

Das war vorher. Nach einem halben Jahr in München bin ich bereit, mein Gelübde zu brechen. Ich schaue mir den Markt für gebrauchte Autos an und suche Fahrschulen, um mit ein paar Stunden mich wieder ans Fahren zu gewöhnen. Bravo MVV, das ist eine Leistung.

Ich will aber nichts überstürzen, daher schreibe ich ab jetzt mein MVV-Tagebuch. Bis zur Kündigungsfrist meines Abos kann ich mich dadurch besser objektiv entscheiden.


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So wie die Kuh pisst, regnet es

Wieder ein (fast) wörtlich übersetzter französischer Spruch. Wer schon mal eine Kuh sich entleeren gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Wobei ich am Wochenende am Tierpark Hellabrunn war, und der Elefant ist noch beeindruckender. Ich vermute, man sagt nur nicht „il pleut comme éléphant qui pisse„, weil Elefanten in Frankreich nicht zum Alltag gehörten, als der Spruch im neunzigsten Jahrhundert erfunden wurde.

Das Bild gibt einen sehr abgemilderten Eindruck von der Sinflut, die wir heute Abend erlebt haben. Pünktlich zum Feierabend. Wie gestern. Heute hat es so viel geregnet, dass das Wasser in der Unterführung zur Bahn in Planegg nicht mehr zum Gulli abfliessen konnte und ein See sich gebildet hat. Mit meinen Timberland noch kein Problem, obwohl es recht knapp war, und ich bin froh, dass diese Schuhe so dicht sind. Sonst wäre ich vielleicht wie andere Mitreisenden barfuß gelaufen. Das Wasser war völlig schwarz und der ganze verschleppter Dreck schwamm drin.

Ich wollte nicht mal Bahn fahren, sondern zur Bushaltestelle auf der anderen Seite vom Bahnhof gehen. Nein. Als ich den See gesehen habe, war ich sehr geneigt, bei dessen Hälfte die Treppe hoch zu steigen und mit der S6 zu fahren. Bis Westkreuz, und dann in die S8. Laut Fahrplan wäre ich am Ende um die selbe Uhrzeit zu Hause angekommen. Aber als ich gesehen habe, dass die S6 zehn Minuten Verspätung hatte, habe ich mich für den Bus entschieden. Sonst hätte ich die S8 verpasst. Der Bus ist meistens zuverlässiger als die Bahn. Nur heute nicht. Wie gestern. Was aber doch nicht so schlimm war, weil die S8 mit ihrem zwanzigminütigen Takt auch sehr verspätet ankam. Bei Regen ist Chaos im ÖPNV. Wie bei Schnee. An der Haltestelle hatte ich Zeit, schön kuschelig unter dem Dach gegen die anderen Mitfahrenden. Dort ist das Foto entstanden.

Beinahe wäre ich in den falschen Bus eingestiegen. Richtige Linie, aber falsche Richtung. Der Fahrer war so nett um mir Bescheid zu sagen, weil er eigentlich viel zu sehr nach hinten angehalten hatte. Vermutlich um die Gehzeit der Aussteigenden zum Bahnhof unter dem Regen zu verringern. Es ist verwirrend, in München. Häufig stehen Busse der gleichen Linie direkt hinter einander, fahren aber in entgegengesetzten Richtungen. Wie die 130 am Bahnhof Laim. Vorne fährt sie zurück zum Harras, hinten geradeaus nach Pasing. Jedenfalls waren meine Hosenbeine danach völlig nass. Das waren sie schon vorher, aber nach dem kurzen Lauf vom Bus und zurück waren sie noch nasser. Der Regenschirm hilft da nicht mehr. Immerhin hatte ich noch trockene Füße.

Letzte Woche Donnerstag war ich schon bei Feierabend in die falsche Richtung mit dem Bus gefahren. Ich wollte eigentlich mit dem Bus zur S-Bahn Station fahren, wie heute. Aber als ich aus dem Gebäude raus kam, ging es mit dem Gewitter richtig los. Ich bin in den ersten Bus eingestiegen, der kam. Egal wohin. Wohin wurde Endstation, weil es immer noch stark regnete. Dort bin ich in die U-Bahn eingestiegen. Auf nach Marienplatz, dann nach Pasing, wo ich mir ein Burger gegönnt habe, bis der Regen aufgehört hat. Es war ein langer Weg nach Hause.

Am letzten Sonntag habe ich nichts vom Regen mitbekommen. Ich war den ganzen Tag mit dem Ehemann in München, und als er zum Flughafen gefahren ist, habe ich mich auf den Weg zum Sport gemacht. Es war sehr heiß. Ich weiß nicht, ob wir die dreißig Grad erreicht haben. Es war sicherlich nicht weit davon. Als ich am Ende aus der Bahn ausgestiegen war, um nach Hause zu gehen, war es noch heißer als in München und extrem schwül. Die Straßen waren nass. Es gab einen kleinen Stausee in der Unterführung vom Bahnhof. Der Gulli war überfordert. Der See war nicht so tief wie heute, mit meinen Ballerinas hatte ich kein Problem. Bin ich froh, dass ich sie heute nicht an hatte.

Jetzt hängt meine Hose immer noch auf der Wendeltreppe und trocknet langsam vor sich hin. Morgen will ich sie wieder tragen. Es soll noch Gewitter geben. Mir reicht’s mit dem Regen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

SEV nimmt kein Ende

Oder, um ein altes und gerade sehr passendes Sprichwort zu zitieren: Quand y’en n’a plus, y’en a encore. Ich weiß jetzt nicht, wie es ins Deutsche übersetzt wird, und um die späte Uhrzeit ist es mir egal.

Heute früh, kurz nach sieben Uhr morgens. Das Fenster vom Schlafzimmer ist ganz breit auf. Ich höre, wie die S8 am Bahnhof ankommt. Ich wiederhole: Ich höre die S-Bahn! Wahnsinn! Die Wochen des Leidens sind vorbei! Ich kann endlich wieder von zu Hause aus mit der S-Bahn zur Arbeit fahren, nachdem ich gestern noch die letzte Strecke SEV lieber zu Fuß gemacht habe, weil es sich zeitlich einfach nicht lohnte, für den kurzen Abstand so lange auf den Bus zu warten. Trifft sich gut, weil ich aufgrund des Regens keine Lust hatte, Fahrrad zu fahren.

Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, weil, obwohl der Brief der Deutsche Bahn uns ein Ende des Chaos für den 15. April angekündigt hatte, ich letzte Woche auf dem SEV Fahrplan lesen konnte, dass es wohl bis Freitag, 20.4.2018 3 Uhr dauern würde. Was heute Abend geschah, war trotzdem nicht auf dem Plan (ich hab’s noch auf meinem Handy als Foto-Beweis).

Ich war heute mal nicht beim Sport, sondern bei einer Kollegin zum Abendessen und quatschen. Kurz nach 22:00 habe ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Ich hatte gesehen, dass die Verbindung zwanzig Minuten zuvor mit Bus und S-Bahn ganz normal lief, konnte aber wegen meines miesen Vodafone-Empfangs nicht sehen, wie es danach ging. Vermutlich auch mit Bus und S-Bahn.

Als ich im Bus saß, konnte ich die Anfrage auf der App aktualisieren und da stand, Bus bis Pasing und SEV. Ab Pasing schon? Das hatten wir noch nie, seit Beginn der Bauarbeiten. Dort angekommen, bin ich erstmal schnell zum Gleis gelaufen. Dort war die S8 bis Herrsching angekündigt, und es gab sogar eine Durchsage, zusätzlich zur Info-Tafel, um zu informieren, dass sie nicht wie üblich am Gleis 7, sondern am Gleis 8 direkt gegenüber ankommen würde. In zwei Minuten. Super, habe ich gedacht. Die S8 kam, doch auf Gleis 7. Alle Passagiere sind ausgestiegen, und das Licht in der S-Bahn wurde ausgeschaltet. „Bitte nicht einsteigen,“ konnte man hören. Also doch SEV, der zweimal so lange für die Strecke braucht.

Ich bin schnell zur SEV-Haltestelle gelaufen und habe ganz viele Leute dabei überholt. Gut gemacht. Für mich. Den es gab nur einen Reisebus, um die ganze Bahn zu ersetzen. Ich habe einen Sitzplatz ergattern können, ein Paar Sekunden später war der Bus schon so voll, dass Leute dicht im Gang stehen mussten und viele draußen nicht mehr einsteigen konnten. Ob ein anderer Bus kommen würde? Der Fahrer hatte keine Ahnung. Besonders bitter: Die nächste Verbindung mit der S8 sollte erst eine knappe Stunde später sein.

Kurz nach Germering haben wir zwei anderen SEV-Busse gesehen, die in die Gegenrichtung rasten. Der Fahrer hat danach einen Anruf bekommen, vermutlich von Kollegen, die über die „Verstärkung“ geredet haben. Der Fahrer meinte, es wäre jetzt wohl umsonst, da er schon seit über zwanzig Minuten Pasing verlassen hatte. Bis die anderen Busse dort ankommen, ist schon bald die nächste S-Bahn dran, die viel schneller fährt. Warum vereinzelte Züge noch ersetzt werden müssen, wenn andere ganz normal fahren dürfen, ist mir allerdings ein Rätsel.


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Es wird langsam

Nachdem wir am Sonntag die Strecke zur Arbeit ausprobiert haben, bin ich sie gleich am Montag mit dem Fahrrad alleine gefahren. Bevor ich die Details vergesse. Einfach war es nicht, ich habe mich zweimal verfahren, einmal im ersten Stück Wald und danach, um zum zweiten Stück Wald zu kommen. Die Kreuzungen waren nicht in der richtigen Reihenfolge in meinem Kopf. Ich habe anderthalb Stunden gebraucht, und das nur, weil ein freundlicher Fahrradfahrer mir entgegen gekommen ist, als ich rätselnd auf dem Handy schaute (mein Navi kennt keine Waldwege) und fragte, wo ich hin wollte. Sonst hätte ich länger gebraucht. Das angenehmere Stück ohne Radweg auf der engen Straße, das wir bei der Rückkehr benutzt hatten, war im Berufsverkehr mehr befahren, aber es war noch in Ordnung. Die Sichtweite ist dort sehr gut, da kann man mich nicht im letzten Moment sehen, es gibt also kein Grund, so dicht an mich vorbei zu fahren, es sei denn, man trägt Arschloch-Gene in sich. Das gibt’s. Meistens zeigen die Autofahrer doch Rücksicht. Auf der Rückfahrt habe ich am Montag schon nur noch eine Stunde zwanzig Minuten gebraucht. Ich habe eine Kreuzung verpasst, und im letzten Stück Wald sind mir zu meiner Überraschung zwei Autos hinter einander entgegen gekommen. Ich dachte, dort würden keine motorisierte Fahrzeuge durchfahren. Ich musste am Rand vom Weg mit dem Fahrrad stehen bleiben, um nicht überfahren zu werden. Gebremst hat das erste Auto nicht, und ich war über die Staubwolke danach nicht erfreut, auch wenn der Fahrer vom zweiten Auto sich bedankt hat.

Gestern hatte ich geplant, nach Feierabend zum Fitnessstudio zu gehen. Mit der Sporttasche wollte ich nicht Fahrrad fahren, und auch nicht, weil ich sonst nachtsüber nach Hause durch den Wald hätte fahren müssen. Ich bin also, wie ich es seit fast drei Wochen gewöhnt bin, zur Bushaltestelle gegangen, um den SEV bis Germering zu nehmen, und weiter mit einem anderen Bus zur Arbeit zu fahren. Zu meiner Überraschung fuhr der Bus nur bis Gilching-Argelsried, weil die S8 jetzt bis dahin kommt. Ich hätte in der App schauen sollen. Zu Fuß wäre ich schneller gewesen. Das hätte mir doch nicht geholfen, weil die S-Bahn sehr lange einfach nicht kam. Keine Durchsage, wie immer, aber diesmal lag es daran, dass die Bauarbeiten am Bahnsteig nicht fertig waren. Die Männer waren am Bahnsteig tatsächlich dabei, auf der anderen Seite der Sperre auf Säulen die Lautsprecher zu befestigen. Man muss sich vorstellen, wie so viele Leute, die theoretisch zwei verschiedenen Zügen genommen hätten, sich auf dem nicht ganz halben Bahnsteig verteilt haben, um vierzig Minuten lang auf eine Bahn zu warten. Weil der nächste Bus inzwischen seine Ladung gebracht hatte. Als der Zug endlich kam, ist er auch nicht sofort weggefahren, nein, ein paar Minuten hat es noch gedauert. Ich habe für eine Strecke, die im Normalbetrieb von zu Hause aus fünf Minuten dauert, eine ganze Stunde wegen MVG-Chaos verschwendet, und habe insgesamt zwei Stunden zur Arbeit gebraucht. Begeistert war ich nicht.

Heute bin ich wieder Fahrrad gefahren, weil ich so sauer auf die MVG war. Siebzig Minuten für den Hinweg, wobei eine Kreuzung noch nicht optimal ist. Ich sollte sie vermeiden. Man kommt nach einer Brücke aufwärts auf die Kreuzung zu, die zu einer viel befahrenen Straße führt, und muss mit dem Fahrrad da mittig stehen und warten, bis eine Lücke entsteht. Tut sie das, kann man aber nicht gut los nach links radeln, weil dann aus einer anderen Richtung Autos kommen. Aussteigen, Fahrrad zur Ampel schieben, auf dem Knopf drücken um grün zu bekommen… Blöd. Es muss einen besseren Weg geben. Auf dem Rückweg nach Hause habe ich nur noch eine Stunde gebraucht. Fast genau so lange wie mit ÖPNV, wenn es normal ohne SEV fährt. Und entspannter, wenn man keinen Idioten begegnet. Wie die Frau heute hinter mir, die nur noch hupen konnte, weil ich auf der Straße fuhr. Einen Radweg gab es gerade nicht, und ich war noch bemüht, rechts dicht am Straßenrand zu fahren, und sie hätte mehrmals die Gelegenheit gehabt, mich bequem zu überholen, statt hinten zu bleiben und zu hupen. Oder der Opa in seinem grauen Cabrio (M RP 17), der mich mit „Fick dich!“ begrüßte, als er mich nach einem ganz engen Tunnel überholte, wo man eh langsam zu fahren hat. Da gab’s auch gerade keinen Radweg, er fängt erst die Kreuzung danach an. Blöd, dass ich alleine war und keine Zeugen für eine Anzeige hatte.


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