Zum letzten Mal nach Berlin pendeln

Wir sitzen seit schon fast drei Stunden in dem Zug. Aktuell haben wir etwas wie zwanzig Minuten Verspätung. Es ist uns in unserem exklusiven Abteil in ersten Klasse egal. Exklusiv, weil außer uns keiner einen Sitzplatz in dem Abteil reserviert hat. Die Verbindung hatten wir gebucht, weil sie ziemlich günstig war, auch wenn ich dafür den halben Tag frei nehmen musste[1]. „Wir“, weil der Ehemann mitreist. Wir haben morgen eine Abschiedsfeier in unserer Berliner Wohnung geplant, bevor der Umzug nächste Woche statt findet.

Der Grund für die Verspätung ist „eine technische Störung am Zug“. Das könnte erklären, warum wir nahe Nürnberg so sehr geschüttelt wurden. Es muss irgendeine Resonanz gegeben haben, die den ganzen Wagen extrem zum Ratteln gebracht hat.

Wir fahren auch nicht die schnellste Strecke nach Berlin. Fünf Stunden (oder zwanzig Minuten mehr, mit der Verspätung) sind aber immer noch ein Luxus, verglichen mit November, als man noch fast sieben Stunden für die Fahrt brauchte. Oh, wir bleiben wieder mitten im Nichts stehen. Bei Truckenthal, sagt mein Navi. Gerade hat es fürchterlich gestunken, als ob etwas brennen würde. Und wir fahren weiter los.

Heute bin ich platt, und ich kann mich schwer für die Abschiedsfeier morgen begeistern. Schlafmangel. Aus irgendeinem Grund wache ich regelmäßig um halb sechs auf, selbst wenn es reichen würde, mit dem Wecker um sieben aufzustehen. Ich bin immer vorher wach. Vor Mitternacht kann ich aber schlecht einschlafen. Daher habe ich in letzter Zeit weniger Sport gemacht. Ich fühle mich nicht gut genug. Heute kommen leichte Kopfschmerze dazu. Ich habe die erste Stunde im Zug gedöst, bin aber trotz Cola wieder platt. Daran, dass ich überhaupt Cola trinke, erkennt man, wie schlecht es mir geht. Ich bin sonst mit Wasser sehr zufrieden. Der andauernd wechselnde Druck wegen den vielen Tunnels hilft jetzt auch nicht. Wenigstens ist der Brenngeruch vorbei.

Vielleicht bin ich allgemein müde. Seit Januar habe ich ununterbrochen gearbeitet und bin regelmäßig an Wochenenden zwischen München und Berlin gependelt. Außerdem geht jetzt die Arbeit in eine Richtung, die mir nicht wirklich gefällt. Unsere neue Leitung hat beschlossen, dass die Wissenschaftler mehr Management-Aufgaben bekommen sollen. Ich inklusiv. Ich bin plötzlich für Verträge verantwortlich, mit denen ich bis dahin nichts zu tun hatte, und über die ich kaum informiert wurde, und muss schauen, dass ich die richtigen Ansprechpersonen finde, um sicher zu stellen, dass die Projekte rechtzeitig laufen. Dafür habe ich nicht Physik studiert! Mit Physik hat meine Stelle jetzt auch nur wenig zu tun, aber meine Programmierfähigkeiten und letzten wissenschaftlichen Arbeiten waren der Grund für meine Einstellung! Das hat bis jetzt auch Spaß gemacht! Aber Management? Bläh. Deswegen war mir eine Karriere als Professorin oder Gruppenleiterin nie attraktiv. Als Wissenschaftler hat man scheinbar nur wenige Jahre, wo die Arbeit richtig spannend ist, egal ob an der Uni oder in der Industrie. Danach muss man sich mit Gremien, Berichten, Erklärungen für die Nichteinhaltung von Fristen und anderen langweiligen Tätigkeiten rumschlagen, ob man es will oder nicht. Hmf.

Noch über eine Stunde bis Berlin. Ich versuche wieder zu schlafen.

[1] Bin ich froh, jetzt nur halbe Tage frei nehmen zu können! In meiner früheren Arbeit in Berlin war das nicht möglich.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Nicht fit

Zur Zeit fühle ich mich nicht so toll. Ich mache immer noch Sport, leider nicht so häufig, wie ich es mir wünsche. Und so pendelt mein Gewicht, ohne dass ich es schaffe, weiter nach unten zu kommen. Zum Kalorienzählen habe ich wieder keine Lust. Wenn man fddb glaubt, bin ich gerade oberhalb der Mitte vom Normalgewicht, bei einem anderen BMI-Rechner bin ich eher knapp vor leichtem Übergewicht. Klar ist, fünf Kilogramme könnten noch locker runter, wenn ich mich bemühen würde. Tue ich nicht.

Ich hatte es zeitweise geschafft, nach einer kurzen Frust-Phase, mein Gewicht von vor der Schwangerschaft endlich wieder zu erreichen. Das war vor dem Urlaub in Frankreich. Es war von vorne rein klar, dass ich dort schlemmen würde, deswegen war es mir wichtig, vorher abzunehmen. Wie sollte ich auch diesen perfekt zubereiteten blutigen Steaks widerstehen? Limousin, Charolais… Nirgendwo in Deutschland habe ich solche zart schmelzenden Fleischstücke serviert bekommen. Hiesige Steakhäuser können das nicht. Vielleicht war ich einfach noch nicht in den richtigen Restaurants. Und den besten Nizza-Salat überhaupt habe ich in Cap Breton gegessen, obwohl ich am Anfang skeptisch war, so weit weg von Nizza. Mit einem halb gegrillten Stück Thunfisch-Steak obendrauf, ein Traum. Ja, also, dass ich nur mit anderthalb Kilo zurück nach Hause gekommen bin, verdanke ich wahrscheinlich all den Zeiten, die wir barfuß am Strand entlang gegangen sind, und den Beach-Volley-Ball-Spielen, die uns trotz Wind sehr viel Spaß gemacht haben. Das haben wir eine Zeit lang nach unserer Rückkehr im Park gemacht, aber jetzt haben wir so abrupt Herbst bekommen, dass die Lust, draußen Ball zu spielen, nachgelassen hat. Und das Fahrrad hat den Winterschlaf im Keller schon begonnen.

Es bleibt immer noch das Fitnessstudio. So regelmäßig gehe ich seit dem Urlaub nicht mehr hin. Gerade einmal die Woche schaffe ich es. Zum einem liegt es daran, dass ich auf Arbeit wieder Rufbereitschaft und Wochenendeinsatz bekommen habe, da ich nicht mehr schwanger bin. Zwei Samstage konnte ich deswegen nicht zur Wassergymnastik gehen. Ich vermisse die Kurse. Die anderen Samstage waren wir entweder verreist, ober ich hatte meine Periode. Seit der Fehlgeburt ist mein Zyklus übrigens kürzer geworden. Statt 28 Tage, nur noch 25. Dafür verblute ich länger, es dauert jetzt über eine Woche. Und dazu sind noch Blutungen um den Eisprung gekommen. Es ist alles sehr lästig. Die Periode ist auch schmerzhaft geworden. Ich kannte es vorher nicht so, aber jetzt hindern mich die Krämpfe wirklich daran, Sport zu machen. Vorher war es mir einfach nur unangenehm.

Und nun habe ich seit letzter Woche Dauerkopfschmerzen. Das ist auch etwas, was mir neu ist, und wenn es nicht weg geht, muss ich zum Arzt. Ich bin an heftigen Migränen gewöhnt, die mich einen Tag lang lahm legen, aber am nächsten Tag verschwunden sind. Die Migränen waren in letzter Zeit sehr selten geworden. Letzte Woche habe ich es zweimal erlebt, und zwischendurch diese leichte Kopfschmerzen. Wie heute. Mit Schwindel und Druckgefühl um die Augen bin ich den ganzen Tag auf Arbeit gewesen. Viel getrunken, das hat aber nicht geholfen. In dem Zustand will ich nicht zum Sport, ehe ich dort umkippe. Ich fühle mich ständig müde, obwohl ich genug schlafe. Es könnte daran liegen, dass das Badezimmer letzte Woche fertig renoviert wurde. Die Maler waren zuletzt da. Ob es irgendwas in der Farbe gibt, das ich nicht vertrage? Vom Geruch her nehme ich nichts wahr. Der Ehemann glaubt nicht daran, obwohl er auch seit letzter Woche Kopfschmerzen hat. Schwanger bin ich sicherlich nicht, meine Temperatur ist dafür zu niedrig, und mit den Kopfschmerzen, na ja…

Hoffentlich wird es bald besser. Wir sind am Wochenende wieder zwecks Familienbesuch in Frankreich unterwegs, und direkt danach habe ich eine Konferenz in Polen, erst ab Oktober kann ich ausatmen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich bin völlig erschöpft

Ich weiß nicht warum. Ich meine, ich weiß, letzte Woche in England war anstrengend, aber diese Art von Dienstreisen mache ich nicht zum ersten Mal. Am Wochenende konnte ich richtig gut ausschalten.

Es hat sicherlich mit der Arbeit zu tun. Gestern hatte ich beim Aufstehen schon deutliche Anzeichen einer Erschöpfung. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen starken Druck um die Augen und in der Stirn gespürt, bis zur Nase, begleitet von einem Schwindelgefühl. So habe ich mich schon früher gefühlt, wenn ich extrem unter Druck stand oder etwas mich sehr geärgert hat. Wenn ich lange über etwas grüble oder wütend bin. Das passiert recht selten. Und momentan? So überlastet bin ich doch nicht. Ich treibe Sport, und es sollte doch Stress abbauen. Bis auf heute Nacht habe ich auch gut geschlafen, obwohl ich zur Zeit alleine bin. Der Ehemann ist seit Montag auf Dienstreise.

Geärgert hat mich in letzter Zeit die Geschichte mit meinem neuen Rechner sehr. Ich habe ihn am Anfang des Sommers bestellt, als ich zum neuen Büro umgezogen bin. Mein Testrechner war zu alt geworden und hatte zu viele Probleme verursacht. Der neue Rechner kam ziemlich schnell an, ist aber bei der IT-Abteilung in Empfang genommen worden. Zahlreiche Emails, um zu diskutieren, was genau drauf installiert werden soll. Kein Windows, Programm #1 ist nicht dafür vorgesehen. Dafür zwei verschiedene Linux-Distributionen, mit denen ich Programm #1 testen und weiterentwickeln soll. Ich habe gleich angeboten, mich um die Installationen zu kümmern, aber das wollten die Leute bei der IT-Abteilung ausdrücklich selber machen. „Weil interne Spähsoftware installiert werden,“ meinte ein Kollege. Keine Ahnung, ob es stimmt.

Danach habe ich gewartet und nichts mehr gehört. Eine höfliche aber deutlich ungeduldige Email habe ich noch geschickt, um mich zu erkundigen, ob jemand wüsste, was inzwischen aus dem Rechner geworden war. Keine Antwort. Letzte Woche bin ich dann informiert worden, dass er zur Abholung bereit stünde. Yeah! Keine Entschuldigung für die lange Wartezeit. Sofort den Rechner abgeholt, zu meinem Zimmer getragen, hochgefahren: Windows. Ich konnte es nicht fassen. Die Leute bei der IT-Abteilung haben in den vier Monaten, in denen der Rechner bei ihnen lag, gar nichts gemacht. Ich habe nachgefragt, da ich zuerst gutmütig dachte, den falschen Rechner bekommen zu haben: Nein, es war wirklich mein Rechner, der war halt schon mit Windows standardmäßig geliefert worden. „Warum die ganzen Emails, um die Installation der Betriebssysteme zu diskutieren?“ wollte ich wissen. Keine Antwort. Faule Säcke.

Mit der Installation der Betriebssysteme bin ich noch nicht fertig. Bei openSUSE ging es gut, für Ubuntu war es die Hölle. Das größte Problem lag in der Erstellung eines funktionierendes bootfähiges USB-Sticks unter Linux. Ich weiß nicht, wie vielen Anleitungen ich gefolgt bin, ohne Erfolg. Entweder wurde der Stick nicht erkannt, oder die Maschine meinte, es gäbe kein Betriebssystem auf dem Stick. Bei anderen Programmen zur Erstellung von bootfähigen Sticks gab es schon Fehlermeldungen beim Formattieren vom Stick. Am Ende hat nur Rufus unter Windows geholfen. Ich habe die Sticks zu Hause gemacht, weil ich Windows auf dem neuen Rechner schon mit openSUSE platt gemacht hatte. Ich hatte zwischendurch auch versucht, die CD von zu Hause zu benutzen, um Ubuntu zu installieren, und musste nach der erfolgreichen Installation feststellen, dass es jetzt zu spät war, um ein Update von 15.04 auf 16.04 zu machen. Pfff. Jetzt läuft Ubuntu 16.04 endlich, dank Rufus, openSUSE habe ich „verloren“. Ich muss schauen, wie ich sein GRUB wieder erstellen kann, weil der von Ubuntu die andere Partition mit openSUSE anscheinend nicht sieht, und ich nur noch Ubuntu starten kann.

Das Ganze hat mich jedenfalls sehr genervt. Vor allem, weil Kollegen aus der Arbeitsgruppe, die solche Sachen besser als ich wissen müssten, jegliche Hilfe verweigert haben, nach dem Motto „nicht mein Problem, ich habe anderes zu tun“ (so ausgedruckt war es nicht, aber so kam es deutlich rüber), und ich blöde Kuh bin immer für Anderen da, wenn sie Probleme haben. Mich nervt es, dass ich die Arbeit der IT-Abteilung erledige, und es dabei nicht schaffe, mich um viel wichtigere Angelegenheiten zu kümmern, wie zum Beispiel meinen DFG-Antrag fertig zu schreiben. Vielleicht ist das der Grund, warum ich in letzter Zeit kein Bock mehr auf Arbeit habe. Und das macht mich krank.

Gestern auf dem Weg zur Arbeit fühlte ich mich jedenfalls richtig mies. Dazu kam, dass eine Frau mit einer Katze in einem Transportkäfig unweit von mir saß, und sich ihre Katze lauthals darüber beklagte, transportiert zu werden. Ich musste an Chipie denken, und habe für den Rest der Fahrt nur noch gegen Tränen gekämpft. Die Arbeit ging, ohne große Begeisterung. Wenigstens läuft jetzt Ubuntu.

Am Abend bin ich mit Kate von der Arbeit aus shoppen gegangen, und ich habe gemerkt, wie die ganze Müdigkeit bei jeder Haltestelle in der S-Bahn geringer wurde. Beim Glühwein war der Druck völlig weg. Das Schwindelgefühl war noch da. Ich habe mir ein toll duftendes Schaumbad gekauft und gleich zu Hause ausprobiert. Es war schön, aber nicht entspannend genug. Ich habe mich danach hellwach bis mindestens halb fünf im Bett gewälzt. Trotz Erschöpfung.

So kann es nicht weiter gehen. Morgen muss ich früh zur Arbeit, ausnahmsweise an einem Samstag, und nächste Woche bin ich für Rufbereitschaft mal wieder dran. Da werde ich noch mehr unter Druck sein.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Und zurück

Bin ich müde. Gestern bin ich erst um elf Uhr abends vom Flughafen aus zu Hause angekommen. Heute Morgen konnte ich nach dem Wecker nicht aufstehen. Ich mache es mir gemütlich und werde erst nachmittags bei der Arbeit sein. Wie gut, dass ich keine feste Arbeitszeiten habe. Ich werde um eins los gehen, aber eigentlich… Ich will nicht. Den Gedanke habe ich immer häufiger, und das ist schade, weil meine Arbeit mich doch begeistert. Ich will nicht mehr. Nicht auf Dauer. Von der Frau bei der Verwaltung habe ich nach einem netten Telefongespräch nichts mehr gehört. Auf Nachfrage meinte sie, auf einen Termin von jemandem aus der Personalabteilung zu warten. Jetzt ist Funkstille. Wahrscheinlich wird nichts daraus.

Der Workshop selbst ist gut gelaufen. Die Teilnehmer waren zufrieden und haben vieles gelernt. Ziel erreicht. Der Veranstalter hat sich bei uns sehr bedankt und war froh, dass es so gut ging.

Gut, bei dem praktischen Teil lief es nicht ganz glatt, weil viele doch nicht dazu gekommen waren, die Programme zu installieren, die sie dafür benötigten. Bei den Download-Statistiken von Programm #1 konnte ich sehen, dass die meisten es erst im letzten Moment versucht haben, obwohl sie so lange im Voraus darum gebeten wurden. Nur wenige haben mich doch noch am Wochenende wegen Probleme kontaktiert. Teilweise für Programme der anderen Dozenten, die ich nicht entwickelt habe und bei denen ich keine Ahnung habe, was man machen sollte, wenn es bei der Installation nicht klappt. Dafür sind die anderen Dozenten doch da. Aber nein, die Email gründlich zu lesen, um heraus zu finden, an wen man sich wofür wenden soll, ist schon eine Herausforderung.

Die Installationsanweisungen für Programm #1 wurden häufig ignoriert. Ich weiß echt nicht weiter. Man entpackt das Programm in einem Verzeichnis, und merkt dabei nicht, dass eine der sehr wenigen Dateien README heißt? Die Webseite zum Herunterladen enthält auch Links zu den Installationsanweisungen, mit dem selben Inhalt wie README. Eigentlich nicht zu übersehen. Einige Teilnehmer hatten auch keinen blassen Schimmer, wie sie mit ihrem Laptop umgehen sollten, oder es war vom Chef geliehen, und/oder sie kannten das Admin-Passwort nicht, um Programme zu installieren. Und ich rede von Leuten, die ein wissenschaftliches Studium schon hinter sich haben! Die sich schon in der Promotion befinden, oder noch weiter! Wie gut, dass wir von Geert ein paar bootfähige Sticks mit Linux und allen Programmen parat hatten. Das sollte eigentlich bei solchen Veranstaltungen immer von vorne rein gemacht werden, wenn schon keine Rechner zur Verfügung gestellt werden, damit spart man sich eine Menge Zeit und Ärger.

Am Ende vom ersten Tag bin ich von einer Migräne erschlagen worden. Sie hatte sich eigentlich schon vor meiner Präsentation eingeschlichen. Die starke Klima-Anlage in dem Raum war schuld, denke ich. Es war kalt und hat ständig gezogen, außer an einer Stelle neben dem Pult, wo es sehr warm war. Vermutlich hat sich dort die Luft vom Beamer angestaut. Wenn genau dort die Temperatur zur Regulierung gemessen worden ist… Ich wollte am Ende vom Tag nur noch zum Hotel gehen und mich hinlegen, wenn es nicht den einen Teilnehmer gegeben hätte, der ein bisschen einsam war und mir ständig auf die Pelle gerückt ist, mich mit Fragen gebohrt hat und trotz deutliche Hinweise nicht los lassen wollte. Zum Glück hat sich heraus gestellt, dass Geert immer mit seinem Vorrat an Tabletten reist, was ich auch hätte machen sollen, und nach einer Stunde war ich wieder munter.

Gestern ging es mit dem Kurs weiter. Die Migräne ist nicht zurück gekommen. Ich habe danach noch ein bisschen Zeit für Sehenswürdigkeit gefunden, und bin mit wiedergekehrten Ischias-Schmerzen zum Flughafen gefahren. Und wer hat dann bei der Gepäckkontrolle ihr Laptop im Rucksack vergessen? Die ganzen Aufladekabeln samt Kopfhörer hatte ich raus geholt, das höchst verdächtige Necessaire für die Hygiene, die Mini-Zahnpastatube und vor allem die Pinzette, die bei dem Hinflug der Sicherheitsangestellte schon große Sorgen bereitet hatte, separat im Kasten gelegt, hinter mir drängelte es, die Sicherheitsangestellte hinter dem Rollteppich auch, und der Laptop ist im Rucksack geblieben. Auf der anderen Seite vom Ganzkörperscan habe ich den Rucksack vermisst, und mich plötzlich an das Laptop erinnert. Au Mist. Das war mir noch nie passiert. Eine andere Sicherheitsangestellte hat meinen Rucksack gründlich kontrolliert, und sich in so einer autoritären Weise verhalten, dass ich sie glatt fragen wollte, ob sie Deutsch wäre. Und habe noch rechtzeitig die Klappe zugehalten, weil ich dann eventuell nicht mehr zum Flugzeug zugelassen worden wäre.

Der Flug selbst war gut. Neben mir saß eine ältere Dame aus Niedersachsen, die sich ganz lieb mit mir unterhalten hat, jetzt weiß ich alles über ihre Familie. Es passiert recht selten, dass ich so freundlich mit Fremden auf Reisen diskutiere (aber dann, ist es immer mit älteren Damen). Der Ehemann hat mich am Flughafen abgeholt, wir haben unterwegs was zum Essen geholt und waren um elf zu Hause. Wie es so ist, kommt die ganze Müdigkeit auf einmal, wenn der Stress weg ist, daher würde ich heute am liebsten zu Hause bleiben. Aber der Nebel ist jetzt weg, ich gehe los.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.