Migräne

Seit Freitag leide ich an Migräne. Mir war es zu heiß, obwohl wir eine Klimaanlage im Büro haben. Viel Wasser getrunken. Ich musste mir auf Toilette den Kopf unter Wasser stellen, was im Nachhinein vielleicht keine so gute Idee war.

Am Freitag mussten andauernd Leute bei uns ins Büro platzen, um Sachen zu diskutieren. Vor allem Fergus, der noch am Tag davor in einem Meeting von der Leitung einen Hinweis bekommen hatte, dass er mit seinem Verhalten die Kollegen von der Arbeit abhalten würde und damit aufhören sollte. Eine Email tät’s doch auch. Es nützt bei ihm nicht. Vielleicht dachte er, jemand anders wäre gemeint.

Ich war jedenfalls müde. Als ich Feierabend gemacht habe, waren es noch leichte diffuse Kopfschmerze. Im Bus habe ich mich schlecht gefühlt, und als ich wegen Verspätung zur S-Bahn sprinten musste, hat es im Kopf gepocht.

Zu Hause angekommen, habe ich mich auf die Couch geschmissen. Paracetamol geschluckt, Wasser getrunken. Keine Wirkung, jedenfalls nicht die, die ich mir erhofft hatte. Mein Magen hat angefangen zu schmerzen, und ich musste mich kurz danach übergeben. Um uns drehte sich das Gewitter. Donner. Aber es ist woanders ausgebrochen.

Um neun war ich im Bett. Um eins bin ich aufgewacht, als der Ehemann vom Arbeitszimmer runter gekommen ist. Bis vier konnte ich nicht mehr schlafen. Um halb acht bin ich zuletzt aufgewacht und aufgestanden.

Den ganzen Tag habe ich mich komisch gefühlt. Migränekater. Ich bin zu Hause geblieben. Am Abend bin ich gegen halb zehn vor dem Fernseher eingeschlafen. Um zwölf wollte der Ehemann ins Bett, ich bin ihm gefolgt. Wir haben wieder die Fenster gekippt, um frische Luft rein zu lassen.

Ich war dabei einzuschlafen, als es draußen plötzlich einen lauten Knall gegeben hat, wie ein Luftballon der platzt. Eine Frau hat hysterisch gelacht, Männer haben laut geredet. Das war’s dann auch, mit dem Einschlafen. Die Kopfschmerze sind wieder da. Ich bin müde und will schlafen, es klappt aber nicht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Schlaflos durch die Nacht

Nee, ich bin keine Fan von Helene Fischer. Schuld an der Titelfindung ist die Schlaflosigkeit. Mal wieder.

Blöd ist, ich war heute, oder gestern, je nachdem, wie man es sieht, jedenfalls am Dienstag, richtig müde.

Beim Sport am Montagabend habe ich mich ausgetobt, um zehn Uhr abends war ich dann im Bett.

Am Dienstag hat mich der Wecker um halb sieben geweckt. Ich habe mich beim Aufstehen recht fit gefühlt. Das hat bis etwa 15:00 angehalten.

Ute hat mal wieder genervt. Weil ich meine Kopfhörer zu Hause vergessen hatte, dachte sie, ich wäre für jeden Scheiß ansprechbar. Tim ist gerade in Elternzeit und wir sind nur noch zu zweit im Büro. Mein Pech. Ihr Problem ist, obwohl sie eine der ältesten Mitarbeiter in der Firma ist, ist sie nicht in der Lage, selbstständig Entscheidungen zu treffen, und sie muss uns ständig nach unserer Meinung fragen. Selbst für die unwichtigsten Lappalien. Das ist ätzend, wenn man beim Programmieren beschäftigt ist.

Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich für die Mittagspause notgedrungen auf Obst und Kuchen greifen musste. Ich habe gegen 15:00 wieder Hunger bekommen, und kurz danach sind Kopfschmerze gekommen. Ein jüngerer Kollege hat mich noch besucht, um nach Hilfe bei einer Programmieraufgabe zu fragen. Da er mich unterstützen soll, musste ich durch. Meine eigene Aufgabe für den Tag habe ich erst um halb sechs fertig gekriegt. Vor der Heimreise habe ich Paracetamol geschluckt.

Auf dem Weg nach Hause habe ich mir bei der Bäckerei vor dem Bahnhof in Pasing eine Kleinigkeit zum essen geholt. Es hat nicht geholfen. Einmal zu Hause, bin ich auf der Couch liegen geblieben. Der Ehemann ist aus seinem Vorstellungsgespräch mit der nächsten S-Bahn zwanzig Minuten nach mir angekommen. Er hat mir nochmal Paracetamol gegeben und für uns Abendstulle vorbereitet.

Mir ging’s danach geringfügig besser. Wir haben zusammen für die Mittagspause von Mittwoch gekocht, nachdem ich große Schwierigkeiten hatte, mich von der Couch zu lösen. Danach bin ich wieder auf der Couch vor dem Fernseher gefallen, und von halb neun bis halb zwölf habe ich gedöst und geschlafen.

Um halb zwölf hat mich der Ehemann geküsst, bevor er aufgestanden ist, um ins Bett zu gehen. Ich bin aufgewacht, habe Zähne geputzt und bin auch ins Bett gegangen. Einschlafen konnte ich bis jetzt nicht.

Nach einer Stunde habe ich mir eine heiße Milch mit Honig gemacht, weil es mich während der Krankheit schön schläfrig gemacht hatte, aber heute klappt’s nicht.

Um zwei bis ich zurück zur Couch gegangen. Die Augen sind noch nicht müde. Morgen wird es hart auf Arbeit. Ich meine, heute.


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Chronologie einer Krankheit

Tag 1

Am Samstag letzter Woche, pünktlich zu Beginn meines Urlaubs, bin ich krank geworden. Husten, Schnupfen, Fieber, Migräne. Verflucht. Am Abend hat der Ehemann das Abendessen zubereitet. Gnocchi mit Kürbis. Mir ging’s danach besser und ich dachte, super, es ist die schnellste Erkältung überhaupt gewesen.

Tag 2

Sonntag. Beim Aufwachen denke ich, es ist vorbei. So ganz toll fühle ich mich im Kopf nicht, aber das ist immer so, am Tag nach einer Migräne, mit oder ohne Erkältungssymptome. Wir machen einen Spaziergang in den Feldern bei Sankt Gilgen. Nein, nicht in Österreich, sondern direkt bei uns hinter dem Kreisverkehr. Dreiviertelstunde lang. Danach gibt’s Tee mit Ingwer und Zitrone. Mir geht’s gut, außer, dass ich müde bin. Am Abend kocht der Ehemann. Ich hatte ihn um eine Hühnersuppe mit Kokosmilch gebeten. So ganz klappt es nicht. Er hat Reis rein geben wollen, aber viel zu viel Reis, Suppe kann man das Ergebnis nicht mehr nennen. Ich sage ihm, es soll häufiger kochen, um sich mit Portionierungen besser vertraut zu machen. Wenn ich zu häufig koche, hat er keine Ahnung.

Tag 3

Montag. So ganz richtig fit bin ich immer noch nicht, aber zuversichtlich, dass wir am nächsten Tag wie geplant zu unserem Ausflug in den Bayerischen Wald aufbrechen können. Wir machen einen kleinen Spaziergang bis zur Apotheke, um Paracetamol zu kaufen. Am Nachmittag esse ich eine Portion Eis. Es kann aber nicht der Grund dafür sein, dass ich kurz danach anfange, ununterbrochen zu niesen. Wirklich ununterbrochen. Die Nase läuft wie Wasser, ich kann teilweise die Taschentücher nicht so schnell in den Mülleimer neben mir werfen, wie ich niesen muss. Die Haut der Nase wird ganz schnell wund. Es dauert Stunden, bis ich ins Bett gehe, mit einer Unterbrechung beim Abendessen. Zum Glück kann ich trotzdem gut schlafen, aber ich habe im Bett erstmal lange gezittert. Mir war kalt.

Tag 4

Dienstag. Ich wache mit Fieber auf, und muss immer noch so viel niesen. Ich zittere vor Kälte auf dem Weg zum Badezimmer und muss mich danach wieder ins Bett packen. 37,4°C. Es klingt erstmal gar nicht so viel, ist es doch, wenn man weiß, dass meine morgendliche Temperatur im Mittelwert 36,0°C vor dem Eisprung und 36,4°C nach dem Eisprung beträgt. Der Ehemann storniert unsere Buchung, wir bleiben wohl hier. Auf dem Weg zu seinem Termin bei der Arbeitsagentur in Starnberg fährt er mich zur Arztpraxis. Als ich mich für die Untersuchung ausziehen muss, stelle ich fest, ich bin völlig nass. Durchgeschwitzt. Ich werde für eine Woche krank geschrieben. J06.9 G steht auf dem Zettel für die Krankenkasse. Zur Therapie gäbe es leider nichts anderes als Ruhe und abwarten, sagt die Ärztin. Ich habe mein Handy zu Hause liegen lassen und beschliesse nach der Untersuchung, zu Fuß die anderthalb Kilometer nach Hause zu gehen. Der Ehemann kommt kurz danach an, er war noch an der Praxis vorbei, um mich abzuholen. Hätte ich gewusst, dass sein Termin so kurz sein würde… Ich dusche und ziehe trockene Klamotten an. Ich versuche, mich zu beschäftigen, aber alles ist anstrengend. Am Rechner spielen, lesen, auf dem Handy gucken, fernsehen… Das alles kann ich nicht lange machen. Lichtempfindligkeit. Ich fühle mich elend. Am besten schlafe ich im abgedunkelten Wohnzimmer. Das Fieber hält den ganzen Tag an. Trotz Paracetamol. Meine Augen glänzen. Ich schmiere mir die Haut um Nase und Mund mit Creme, weil sie so wund ist. Es brennt. Beim Durchlesen meiner abonnierten Blogs entdecke ich das Rezept vom Orangen-Randen-Salat. Ich sage dem Ehemann, das ich genau was ich als Kranke brauche! Er ist so lieb und bereitet es mir gleich am Abend zu. Ohne Pesto, dafür mit selbst gerösteten Haselnüße. Hach, was für ein Schatz!

Tag 5

Mittwoch. Nach dem Frühstück schwitze ich. Dann fühle ich mich erstmal in Ordnung. Und danach kommt das Fieber zurück. Ich schlafe fast den ganzen Nachmittag durch, jedes Mal mit der Hoffnung, mich beim Aufwachen fit zu fühlen. Ich werde jedes Mal enttäuscht. Mit der Krankheit fühlt sich mein Zahnfleisch entzündet, ich muss mir häufiger die Zähne putzen. Wenigstens niese ich nicht mehr so viel und meine Nase läuft viel weniger. Das Einatmen durch die Nase ist schmerzhaft, ganz tief oben in der Hülle. Es brennt. Ich huste jetzt. Die Haut um Nase und Mund pellt. Ich creme sie weiterhin ein. Ich bin froh, dass der Ehemann bei mir ist und für mich jeden Tag kocht. Am Abend gibt es Auflauf mit Kürbis und Kartoffeln.

Tag 6

Donnerstag. Heute sehe ich besser aus, sagt der Ehemann, als ich um halb zehn aus dem Schlafzimmer auftauche. Ich fühlte mich in der Tat ein bisschen besser, aber so fit bin ich noch nicht. Meine Augen sind warm. Ich kann Licht immer noch nicht richtig ertragen. Ich habe dumpfe Kopfschmerze. Aber mir ist warm. Es ist viel zu warm in der Wohnung. Doch ein gutes Zeichen? Mir geht’s im Laufe des Tages tatsächlich besser. Ich bin aber noch nicht so fit, dass ich am Abend mit dem Ehemann auf der Couch fernsehen kann. Wieder diese Lichtempfindlichkeit. Ich bekomme Kopfschmerze und beschließe, ins Bett zu gehen. Es ist nicht mal halb neun, aber heute habe ich tagsüber gar nicht geschlafen. Dazu kommt, dass ich seit gestern leichte Blutungen habe. Nicht unerwarteterweise. Mindestens darüber kann ich mich freuen: Seit einigen Monaten hat meine Periode ihren Namen wieder verdient. Ich dachte, durch die Krankheit würde sie sich verspäten. Beim Einschlafen habe ich immer noch Schwierigkeiten mit dem Atmen. Die Nase ist zu und Einatmen brennt.

Tag 7

Freitag. Ich wache um 03:00 auf, und kann bis etwa 06:00 nicht mehr schlafen. Um 07:00 wache ich nochmal auf und gehe zum temporären Schlafzimmer vom Ehemann, um mit ihm kurz zu kuscheln. Die Krankheit scheint jetzt wirklich vorbei zu sein. Beim Frühstücken kann ich das Radio genießen. Gestern habe ich es nur als Belästigung empfunden. Ich kann mir die Haare waschen. Ich fühle mich gut. Heute könnte ich sogar endlich mal raus gehen. Aber. Ausgerechnet heute regnet es.

Was war’s denn? Doch eine Grippe? Zwei Tage lang Fieber finde ich für einen grippalen Infekt ganz schön heftig. Ich habe mich Anfang November dank des Arbeitgebers gegen die Grippe impfen lassen, aber meine Mami sagte, dieses Jahr soll die Grippe anders als vorausgesehen sein, also war mein Schutz vielleicht nicht optimal. Andererseits waren die Gliederschmerze nicht so heftig wie ich sie während meiner letzten Grippe in Erinnerung habe.


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Mieser erster Urlaubstag

Beim Aufwachen habe ich leicht gehustet. Ein trockener Husten. Ich habe beschlossen, nicht zum Markt zu fahren und keinen Sport zu treiben. Stattdessen habe ich eine heiße Zitrone mit Honig getrunken.

Danach kam der Schupfen. Und das Fiebergefühl. Ziemlich Mist, wenn man noch Muskelkater hat, Gliederschmerze zu bekommen.

Ich habe mich auf der Couch hingelegt. Die Migräne ist gekommen. Seit schon über zwei Stunden. Die eine Aspirin hat nicht gewirkt. Und beim Hinlegen habe ich plötzlich voll Schleim husten müssen.

So hatte ich mir den ersten Urlaubstag nicht vorgestellt.


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Migräne, mal wieder

Gestern habe ich die erste Migräne des Jahres bekommen. Gerade zwölf Tage habe ich durchgehalten.

Es hat nicht geholfen, dass ich wenig schlafen konnte. Um elf war ich am Samstagabend im Bett. Der Ehemann hatte noch oben am Rechner zu tun und ich bin um zwei Uhr morgens kurz aufgewacht, als er sich endlich ins Bett gepackt hat. Um sechs hat mich sein Schnarchen aus dem Schlaf gerissen.

Die Nacht davor hatte ich schon nicht sonderlich viel geschlafen. Ich war noch zu sehr von der langen Rückfahrt aus der Arbeit gestresst, um früh einschlafen zu können. Bin ich froh, dass der Ehemann mich in Westkreuz abholen konnte, als die S-Bahn völlig versagte! Sonst hätte ich mir irgendwo ein Zimmer suchen müssen. Kein toller Start ins Wochenende.

Gestern habe ich mich jedenfalls den ganzen Tag nicht so toll gefühlt. Gegen vier habe ich den Wind wahrgenommen. Es hatte schon die ganze Zeit leicht geregnet, wobei auch Flocken zu sehen waren. Ich habe leichte Kopfschmerze bekommen, die nach einer heißen Schokolade verschwunden sind.

Bis halb sieben, wo sie mit voller Wucht zurück gekommen sind. Geräusch- und Lichtempfimdlichkeit. Übelkeit. Die linke Schläfe schmerzte und pochte. Wie immer. Aspirin eingenommen, keine Wirkung. Der Ehemann hatte ganz lieb für uns gekocht, und ich habe mich beim Essen nur elend gefühlt. Konnte meinen Teller nicht aufessen. Um nicht mal neun habe ich mich im Dunkel auf die Couch hingelegt, als der Ehemann noch am Essen war. Er hat mich zugedeckt.

Um halb zwei werde ich vom Gewitter wach. Es weht ganz stark, und ich kann teilweise nicht sagen, ob ich Donner oder Wind höre. Der Regen prasselt gegen die Außenjalousien. Um zwei hört der Gewitter auf, es regnet weiter.

Ich stehe auf und putze mir die Zähne, was ich vor dem Einschlafen auf der Couch nicht geschafft habe. Die Migräne ist vorübergehend weg. Ich ziehe eine Jalousie im Wohnzimmer aus Neugier hoch und sehe: Der ganze Schnee, der gestern noch da auf dem Dach lag, ist weg. Auf dem Bürgersteig jedoch noch nicht. Es ist unglaublich, welche Menge an Schnee jetzt geschmolzen ist.

Wenigstens hat die Bahn keine Ausrede mehr, um nicht zu fahren. Ich frage mich, in welchem Zustand der Bahnsteig sich befindet. Voll mit hart getretenem Schnee, auf dem es jetzt ganz viel geregnet hat? Es wird kein Spaß.

Ich hoffe, ich kann noch ein bisschen schlafen. Ich habe gerade höchstens fünf Stunden geschlafen.


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Endlich mal Urlaub

Seit über einem Jahr hatte ich keinen längeren Urlaub mehr gehabt. Weihnachten zählt nicht. Erholsam ist die Zeit nicht, in der Familie vom Ehemann. Und da ich nahtlos von einem Job zum Nächsten gewechselt bin, nach einer Wohnung suchen und ein halbes Jahr zwischen München und Berlin pendeln musste, war die Zeit recht anstrengend. Endlich, endlich habe ich jetzt Urlaub.

Wir wollten mit dem Ehemann gemeinsam Urlaub machen. Da er erst im August seine neue Stelle angefangen hat, dachte ich, es wäre für ihn erstmal ausgeschlossen. Eine Woche hat er doch bekommen. Ich bin vorgefahren, er kommt am Wochenende hierher. Anlaß ist der kommende Geburtstag vom Neffe. Seit dem letzten Jahr hatte ich meine Familie nicht mehr gesehen, und es war nur ganz schnell übers Wochenende.

Der Flug lief ohne Problem. Ich habe mit der Lufthansa auch nie Schwierigkeiten gehabt. Direkt von München nach Marseille. Normalerweise fliege ich lieber nach Nizza, da es näher zu meiner Mutter liegt, aber wir wollen das letzte Wochenende bei meiner Schwester verbringen, die nah an Marseille wohnt.

Marseille… habe ich nie wirklich gemocht. Die Stadt habe ich als dreckig und häßlich in Erinnerung. Was viele meiner Bekannten aus Deutschland eher überrascht. Wenn man aber mit dem Bus vom Flughafen bis zur Stadt reist, sieht man, wie erbärmlich die HLMs aussehen. Dort möchte ich auf keinen Fall wohnen. Vielleicht spielen in meinem Vorurteil auch all die Berichte aus meiner Jugend im Fernseher über die ganzen Gewalttaten eine Rolle, die dort stattfinden. Klar, der Hafen, der Strand, all die Orte, wo die Touristen hin gehen, sind in Ordnung. Sonst mag ich den Rest von Marseille gar nicht.

Was sich geändert hat, und wo ich zweieinhalb Stunden auf meinen Zug warten musste: Der Bahnhof Saint-Charles. Ich war zuletzt dort vor der Jahrtausendwende und habe in Erinnerung, wie man sich dort unsicher gefühlt hatte und Leute einen bis zum Geldautomat gestalkt hatten. Das ist vorbei. Vielleicht spielen alle bewaffneten Militären im Bahnhof eine Rolle, die dort mit in Richtung Boden gesenktem FAMAS ständig patrouillieren. In Frankreich herrscht immer noch Ausnahmezustand. Der Platz vor dem Bahnhof ist angenehmer, da der Autoverkehr reduziert wurde. Das Viertel soll sich geändert haben. Ich sehe immer noch häßliche Gebäude. Obwohl. Verglichen mit dem, was ich auf dem Weg vom Flughafen gesehen habe, wirken sie wie Paläste.

Ich habe die Zeit im Aufenthaltsraum vom Bahnhof verbracht und gelesen. Zweieinhalb Stunden. Als mein Zug endlich kam, ein TER (Regionalzug), habe ich einen Schock bekommen. Solche herunter gekommenen Züge! Damit musste ich fahren. An welchen Zustände sich die Anwohner in Marseille gewöhnen müssen! Bin ich froh, nicht mehr in Frankreich zu leben! Drin war der Zug wenigstens sauber und renoviert.

Ich weiß nicht, was am Sonntag los war, aber es war unglaublich, wie viele Reisende unterwegs waren. In Marseille, wo der Zug gestartet hat, wurde es schon voll. Drin waren sehr wenige Plätze für Koffer. Arg enge Flure. Ich konnte einen Platz finden, wo mein Koffer am wenigstens gestört hat. Danach sind immer mehr Leute eingestiegen, und wir haben an den Bahnhöfen ewig warten müssen, um weiter zu fahren. In Toulon gab es eine Durchsage im Zug: Wegen Außergewöhnlich hohes Reisendenaufkommens durften Leute, die nach Fréjus, Cannes oder Nizza wollten, ohne Aufpreis den TGV nutzen. Da mein Bahnhof nicht vom TGV bedient wurde, musste ich im TER bleiben. Beim (schwierigen) Aussteigen habe ich echt gestaunt. So viele Leute habe ich noch nie hier am Gleis gesehen. Normalerweise hält der Zug nur drei Minuten. Als ich nach einer Viertelstunde den Bahnhof verlassen habe, standen immer noch Leute am Gleis, die versuchten, sich da rein zu quetschen.

Gestern bin ich von einer Migräne gequält worden. Die erste Dosis Paracetamol hat nicht gewirkt. Das Nickerchen auf der Couch bei meiner Mutter auch nicht. Erst am Abend wurde es besser. Vermutlich eine Auswirkung vom Anreisetag.


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Samstag in London

Gemeint ist Samstag vor einer Woche. Der Ehemann ist auf langer Motorragtour und besucht bei der Gelegenheit einige Freunde, bevor unser Umzug statt findet. Daher haben wir uns am letzten Wochenende in England getroffen.

Ich bin am Freitagabend von München aus nach Stansted geflogen. Ich dachte, ich hätte mit Lufthansa gebucht, aber sie haben mir einen Flug mit Eurowings angedreht. Der kam eine Stunde später als geplant. Ich hatte schon nachmittags leichte Kopfschmerze im Büro gehabt. Im Flugzeug wurde es zu einer richtigen Migräne mit Übelkeit und allem. Zum Glück hatte die Stewardess Aspirin. Gepriesen sei diese Frau. Nochmal zum Glück hatte ich einen Sitzplatz in der allerletzten Reihe und keine Sitznachbarn, obwohl das Flugzeug recht voll war. Ich konnte mich hinlegen und schlafen. Beim Aussteigen ging es schon besser.

Die Freunde leben in Cambridge und ich bin mit dem Zug dahin gefahren. Wir haben in der Stadt bei einem Vietnamesen gegessen und sind dann schlafen gegangen. Es war spät. Am Samstag wollten wir den Tag in London verbringen.

Am Vormittag waren der Ehemann und ich alleine unterwegs. Nach ein bisschen Shopping sind wir in Richtung Carnaby Street gegangen. Der Ehemann wollte unbedingt hin. Auf dem Weg sind wir an NOPI[1] vorbei gegangen. Schöne Fotos konnte ich nicht machen, weil sich davor viele Kontainer mit Müll von der Baustelle um die Ecke angereiht hatten. Egal, ich hatte uns einen Tisch für den Abend reserviert.

Wir sind durch die engen Straßen geschlendert und zum Kingly Court gekommen. Ein Hof voll mit Restaurants. Mich interessierte in dem Moment vor allem die Toiletten, und ich muss sagen, ich habe selten welche gesehen, die dreckiger waren als dort. Von vier waren zwei völlig unbenutzbar, und die dritte war besetzt. Was bringt Frauen dazu, sich so ekelhaft zu verhalten? Der Ehemann erlebt sowas nie.

Von Carnaby Street war der Ehemann enttäuscht. Die Straße hat viel von ihrem ursprünglichen Charakter verloren. Jetzt findet man nur noch mainstream Läden, wie überall. Die Schlange vor dem Cupcake Laden war beeindruckend. Ein Kunde in der Schlange trug sogar ein T-Shirt vom Laden. Hardcore Cupcake Fan. Auf den Fotos sind die Leute ohne erkennbare Gesichter, Datenschutz oblige.

Wir sind einfach so ohne Ziel gelaufen. Auf dem Weg zum Piccadilly Circus sind wir am italienischen Restaurant von Jamie Oliver vorbei gelatscht. Kurz danach haben wir die Demo zum „Exit From Brexit“ getroffen. Es waren sehr viele Leute da, ich schätze, noch mehr als beim March For Science letztes Jahr in Berlin.

Am alten War Office konnte man das London Eye sehen und ich habe vorgeschlagen, dahin zu gehen. Auf dem Weg ging’s durch die Whitehall Gardens (klein). Die Themse haben wir über die Golden Jubilee Bridges überquert. Auf der anderen Seite der Brücke war viel los. Hier ist die Touris-Ecke. Die Schlange zum Riesenrad war auch riesig, und ich habe beschlossen, dass es doch nicht so spannend sein kann. Es war sowieso wolkig, die Aussicht konnte nicht so toll sein. Dazu kommt die Umweltverschmutzung, die in London beachtlich ist und die Luft noch trüber macht.

Wir haben uns auf den Weg zum Hyde Park gemacht, wo wir uns mit den Freunden vom Ehemann treffen wollten. In dem Park leben viele Tiere. Die Eichhörnchen fand ich süß. Die bunten Sittiche hatte ich nicht erwartet. Auf der Arche von Henry Moore ist ein Reiher gelandet.

Beim überqueren der Serpentine ist uns das letzte Werk von Christo aufgefallen, eine schwebende ‚Mastaba‘, die aus über 7000 Ölfässern besteht. Auf der anderen Seite der Brücke sind wir zum Diana Memorial gekommen. Der Anblick von den Kindern, die bei der Hitze im Wasser gespielt haben, war zu verlockend. Ich habe die Ballerinas ausgezogen und bin auch im Wasser geplatscht.

Wir haben anschließend ein Glas in einem Kneipengarten getrunken. Es gab viele Familien von Enten, Schwänen und Blässhühnern mit putzigen Kindern unterwegs. Die Kastanien waren am blühen. Ziemlich spät. Ich erinnere mich, dass wir mal im Biergarten am chinesischen Turm Ende April waren, als die Kastanien in München geblüht hatten.

Endlich war es Zeit, essen zu gehen… Auf dem Weg haben wir uns das Albert Memorial angeschaut. Um das Memorial befinden sich vier Gruppen von Statuen, eine pro Kontinent. Äh. Kurze Pause. Ich hatte doch in der Schule von fünf Kontinenten erzählt bekommen… Ach so. Nicht mal Wikipedia ist sich einig, wie viele es gibt.

Als ich vor Europa stand, kam eine kleine Gruppe von Jugendlichen vorbei. „Also, mit Europa hat das nichts zu tun“, meinte einer autoritativ auf Englisch, der offensichtlich noch nie was von griechischer Mythologie gehört hat.

Zum Schluß, das, worauf ich mich die ganze Zeit gefreut hatte: Abendessen bei NOPI! Es war nicht so voll. Ich hatte spät gebucht, aber ich hätte mehr Gäste erwartet. Vielleicht sind sie jetzt alle beim ROVI[1]. Ich war schon mal hier essen, in November mit Kate, aber damals hatte mich der Akku von meinem Handy im Stich gelassen. Diesmal hatte ich die Kamera dabei. Für Aufnahmen bei schwachem Licht ist sie leider nicht gut. Ich wollte auch nicht mit Blitz Fotos machen, wir waren primär zum essen da und die anderen Gäste wollte ich nicht stören.

Nach einem Aperitiv (Jasmine & Edelflower „tea“ für mich), sind wir nach unten gegangen. „Downstairs“ ist die Karte nicht so ausführlich wie „Upstairs“, dafür hat man den Blick zur Küche. Man sitzt an großen Tischen mit anderen Gästen zusammen.

Wir haben uns viele Vorspeisen zum Teilen bestellt, die nicht alle fotografiert wurden. Auf den Kohlrabi-Apfel-Salat war ich sehr gespannt und ich war begeistert! Die getrüffelte Polenta-Stäbchen wollte der Ehemann haben. Die hatte ich schon zu Hause gemacht. Als Nachtisch habe ich die Financiers bestellt. Eigentlich konnte ich nicht mehr. Aber es musste probiert werden. Wir haben sie uns geteilt.

Zum Schluß ein Besuch der Toiletten mit den vielen Spiegeln, viel erfreulicher als am Vormittag in Kingly Court (und ja, das bin ich):

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Sonntag zu Hause

Das Wochenende habe ich alleine verbracht. Ich bin letzte Woche erst am Montagabend zurück nach München gefahren, und diese Woche ist in Bayern der Donnerstag ein Feiertag. Dank Brückentag kann ich schon am Mittwochabend nach Berlin. Es hätte sich nicht wirklich gelohnt, wenn der Ehemann zwischendurch gekommen wäre. Reisestress und Geld gespart. Dafür hat er sein Spaß gehabt, konnte zum ersten Mal seit ewig Motorrad fahren und hat den heutigen Tag mit Freunden verbracht. Bald zieht er hierher um, und seine Kumpels wird er nicht mehr so einfach sehen können.

Ich habe den Tag damit angefangen, dass ich meine Mami angerufen habe, während ich mich um die Blumen auf dem Balkon gekümmert habe. Anders als im Rest der Welt, ist heute in Frankreich Muttertag, am letzten Sonntag im Mai. Es war zehn Uhr morgens, mein Bruder war schon bei ihr, und die Blumenverkäuferin im Dorf hatte ihr gerade den Strauß gereicht, den ich ihr geschickt hatte. Sie hat sich darüber sehr gefreut.

Das Wetter sah nicht so toll wie gestern aus, der Himmel war bedeckt, meine App sagte, es würde den ganzen Tag so bleiben, und ich habe deswegen eine Hose angezogen, bevor ich mich auf den Weg zur Bäckerei im Stadtzentrum gemacht habe. Als ich dort auf der Terrasse saß, haben sich jedoch die Wolken aufgelöst, die Sonne hat voll geknallt, und mir wurde viel zu warm. Nach dem leckeren Frühstück aus Bruschetta mit Rührei konnte ich einem Stück Karotten-Kuchen für den Nachmittag nicht widerstehen, und an dem Erdbeeren-Stand beim Kreisverkehr musste auch eine Schachtel mit nach Hause.

Zu Hause angekommen, habe ich als erstes ein leichtes Kleid angezogen. Dann wurde geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Das konnte ich gestern wegen Migräne nicht tun. Und da das Wetter weiterhin schön sonnig blieb, habe ich mich eingecremt, ein Bikini angezogen und mich auf dem Balkon mit einem Buch und einem Glas Wasser zum Sonnen hingesessen. Es war schön, bis eine Hummel über mich flog und ich plötzlich etwas naßes auf dem Arm spürte. Regen? Nein. Die Hummel war’s, die ihren Darm geleert hatte. Ein dünner, länglicher Pollen-gelber Fleck war halb auf dem BH und halb auf meinem Arm gelandet. Igitt. Ich habe den Sonnenbad beendet, da ich sowieso schon länger da saß, und habe gebadet, um den Schweiß und die klebrige Creme los zu werden.

Den Rest des Tages habe ich müde auf der Couch lesend verbracht. Ich glaube, von zu viel Sonne bekomme ich momentan Kopfschmerzen. Gestern war ich auch lange in der Sonne, und ich musste im Fitnessstudio mein Training abbrechen, weil nach den intensiven Übungen meine linke Schläfe so stark gepocht hatte. Oder der Schlafmangel ist Schuld. Richtig gut schlafen kann ich zur Zeit nicht.


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Feiertag

Ich sitze alleine auf der Couch im Wohnzimmer meiner sonst immer noch fast leeren Wohnung und genieße die freie Zeit. Mal nichts zu tun muss auch sein. Kein Pendeln. Morgen arbeite ich. Das Wetter ist nicht so toll, mal Sonne, mal graue Wolken, frisch ist es, windig, und es soll noch regnen. Ich bleibe lieber zu Hause. Vielleicht schaffe ich es, die zahlreiche Fotos, die ich bei unseren Wanderungen in den letzten Wochenenden gemacht habe, fertig zu bearbeiten und einige davon hochzuladen. Wir hatten echt tolle Zeiten, das will ich hier fest halten.

Der Ehemann ist jetzt auf Reise mit seinen Kumpeln. Nicht für Vatertag. Ein Schulfreund hat Geburtstag und will in seiner Heimat groß feiern. Ein halbes Jahrhundert ist es wert. Die Jungs sind heute Nacht in Tel-Aviv gelandet und scheinen Spaß zu haben. Sei es ihnen gegönnt.

Spät schlafen konnte ich heute Morgen nicht. Einerseits mache ich mir immer Sorgen, wenn der Ehemann fliegt. Andererseits kann ich morgens eh schlecht schlafen, wenn Licht ins Schlafzimmer kommt. Trotz Außenjalousien wird es früh hell.

Gestern Abend war ich sowieso schon nach Feierabend auf der Couch eingeschlafen. Bestimmt zwei Stunden lang lag ich da, bis der Ehemann sich kurz vor Boarding meldete. Eine Migräne hatte ich bekommen, die erste seit längerer Zeit. Ich vermute, das Wetter war schuld. Wir haben Gewitter bekommen, und seit mittags fühlte ich mich im Büro unwohl. Der Himmel war sehr schwer mit bedrohlichen dicken grauen Wolken, zum Glück ist der Regen nicht so stark geworden.

Schon blöd, weil wir auf Arbeit eine Grillparty veranstaltet hatten. CEO#2, Mitgründer der Firma, der mein Vorstellungsgespräch geführt und die Entscheidung über meine Einstellung getroffen hatte, verlässt die Firma. Ganz freiwillig war das nicht, obwohl er versucht hat, es so darzustellen, als er uns vor drei Monaten informiert hatte. Seit der Übernahme der Firma vor einigen Jahren hatte er nur noch einen befristeten Vertrag, und dieser wurde einfach nicht verlängert. Stattdessen haben wir eine vom Mutterkonzern ausgewählte Frau bekommen, die sicherlich auch gut ist. Dass CEO#2 uns verlässt hat aber viele von uns überrascht und traurig gemacht, meinen direkten Chef deutlich spürbar.

Um mich bei CEO#2 für meine Einstellung zu bedanken, habe ich Taboulé für die Grillparty gemacht – nicht wie mein Salat mit Petersilie und Tomaten, sondern richtig im Ottolenghi-Tamimi-Stil, mit ganz dünn geschnittener Petersilie und Minze. War das vielleicht aufwendig! Das Waschen der Kräuter allein hat schon lange gedauert. Ich habe Krämpfe in der linken Hand bekommen, die die gestapelten Blätter die ganze Zeit zusammen gehalten hat, damit ich sie mit dem scharfen Messer vorsichtig schneiden konnte. Über drei Stunden habe ich gebraucht. So sorgfältig war ich beim letzten Mal nicht. Dank Wasserkocher konnte ich sogar ein kleines bisschen Couscous rein mischen. Das Ergebnis war jedoch geschmacklich nicht ganz zu meiner Zufriedenheit. Dafür hätte ich mehr Gewürze gebraucht, die alle noch in meiner Küche in Berlin sind. Das native Olivenöl Extra von Kristal aus dem türkischen Gemüseladen hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Trotzdem ist der Salat sehr gut angekommen, der Zitrone sei Dank.

Die Migräne habe ich gestern Abend mit Paracetamol und Süßigkeiten versucht zu vertreiben. Schlafen hat offenbar am besten geklappt. Heftige Krämpfe habe ich nach dem Aufwachen auf der Couch in den Waden und Füßen bekommen, obwohl ich regelmäßig Magnesiumcitrat einnehme, seitdem ich wieder so viel Sport treibe. Ich glaube, ich schlafe nicht genug.

Heute Abend mache ich mir einfach Couscous mit roher, frisch geschnittener Möhre und Paprika. Minze kommt noch rein, die ich vom Taboulé übrig habe. Ein Bier habe ich mir bei unserem Indthailiener hinter dem Bahnhof geholt – so von uns schmunzelhaft benannt, weil er Küche aus der ganzen Welt in seiner elend langer Menükarte anbietet. Trotzdem ist das Essen dort in Ordnung, wenn man keine Küche hat. Günstig auf jeden Fall.

Ach ja, Bier darf ich wieder trinken. Das Problemchen hat sich wie erwartet von alleine gelöst, was mich ehrlich gesagt sehr erleichtert. Auch im wahrsten Sinne des Wortes. Die drei Kilogramme, die ich trotz Sport und vorsichtiger Ernährung unfassbar schnell auf der Waage bekommen habe, sind wieder weg.


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Die schlimmste Migräne überhaupt

Die hatte ich gestern. Ich finde, ich habe momentan häufiger Migränen als sonst. Schon dreimal in diesem Jahr! Im neuen Job habe ich viel zu lernen. Ute ist immer noch so anstrengend, wobei es besser geworden ist, seitdem ich den Trick von Tim verwende, einfach Kopfhörer drauf und ignorieren. Natürlich nicht wenn es um die Arbeit geht, aber das ist eher die Ausnahme. Meistens redet sie irgendein Quatsch ohne vorher nachzudenken oder regt sich total wegen Belanglosigkeiten auf. Gestern zum Beispiel. Sie sitzt vor ihrem Rechner, ich bin tief am Programmieren, und plötzlich fragt sie mich, ob es der 12. oder der 13. Februar wäre. Ignoriert, Kopfhörer als Alibi. Ich kann sie immer noch hören, aber das weiß sie nicht. Wie respektlos ist das, mich für so eine blöde Frage aus meiner Arbeit zu reißen, wenn ein Blick auf ihrem Bildschirm ihr die Antwort geben kann? Ich glaube, sie ist einfach süchtig nach Aufmerksamkeit und erträgt es nicht, wenn sich zwei Stunden lang niemand mit ihr unterhält.

Ich gebe Ute also einen guten Anteil Verantwortung dafür, dass ich so viele Migränen in letzter Zeit hatte. Natürlich könnte es auch daran liegen, dass ich wieder die Pille nehme. Oder dass sich jedes Mal das Wetter geändert hat. Oder dass ich immer am Abend davor im Fitnessstudio war, und mit naßen Haaren raus gekommen bin… Nein. Dann würde ich viel häufiger an Migränen leiden. Ich besitze seit über zwanzig Jahren keinen Föhn.

Gestern war jedenfalls die schlimmste Migräne, die ich je hatte. Schon vor der Mittagspause ahnte ich was Böses. Ich habe viel getrunken, es hat nicht geholfen. Und das, obwohl ich noch am frühen Morgen dachte, wie gut es mir doch in letzter Zeit gegangen war… Wie die zwei anderen Male. Es sollte mir eine Warnung sein. Wenn ich plötzlich denke, mir geht es ausgesprochen gut, sollte ich mich mental darauf vorbereiten, am Nachmittag zu nichts mehr fähig zu sein. Wie gestern Nachmittag. Nach dem Mittagessen habe ich bedauert, ausnahmsweise meine Packung Paracetamol zu Hause gelassen zu haben. Als ich mich kurz nach vier flau im Magen gefühlt habe, habe ich meine Sachen gepackt und früh Feierabend gemacht. Mit Bus und S-Bahn. Zwei Bussen, genauer gesagt. Mein zweiter Bus hat mich zu einer S-Bahn Station gebracht, wo die ersten Menschen schon vom Fasching-Zug zurück kamen. Dort, abseits auf der Wiese, dürfte noch mein gestriges Mittagessen liegen. Dass ich mich bei einer Migräne übergeben muss, hatte ich noch nie. Ich hoffe, es passiert nie wieder.

Um sechs war ich, nach einem unangenehmen Besuch über die Toilette, im Bett. Zwei Stunden später habe ich meinem Magen das Schlucken einer Paracetamol-Tablette zugemutet. Bis elf habe ich dann geschlafen, bis der Ehemann mir eine Nachricht geschickt hat. Ich hätte das Handy im Flugzeugmodus stellen sollen, weil ich danach bis sechs Uhr morgens nicht mehr einschlafen konnte. Dafür ging es mir heute auf Arbeit erstaunlich gut.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.