Die Wahlunterlagen sind da

Gestern habe ich die Prospekte der Kandidaten mit der Einladung zur Wahl per Post bekommen. Es gibt Fortschritte. Beim letzten Mal hatte ich den Brief erst am Donnerstag vor der Wahl bekommen.

Ich schaue mir die Prospekte der Kandidaten an. Das geht heute nicht sehr konzentriert. Ich habe mich wegen Migräne krank melden müssen. Ein starker Wind weht seit gestern Abend und ich habe mich schon beim Aufwachen nicht gut gefühlt. Wie beim letzten Mal. Noch geht es, halbwegs, ich kann nur nicht lange am Stück den Bildschirm gucken und alles dauert länger. Für Programmierarbeit ist es aus meiner Erfahrung sinnlos, in dem Zustand zu arbeiten. Wenn ich versuche, mich zu überwinden, kommt nichts Produktives raus und es wird im Laufe des Tages nur schlimmer. Vielleicht kann ich durch eine frühe Krankmeldung Schlimmeres verhindern, anstatt zu verharren, bis ich wirklich nicht mehr kann. Es scheint zu klappen. Ich schreibe also. Langsam und peu à peu. Ob was Kohärentes dabei raus kommt?

Nicht vollständig, zwei Prospekte fehlen, die direkt in den Papiermüll gelandet sind.

Auffällig in den Prospekten ist, wie zersplittert die französische Linke ist. Mindestens vier Kandidaten haben Punkte in ihren Programmen, die sich entweder sehr ähnlich sind oder gut ergänzen würden, sie klauen sich gegenseitig Stichwörter, aber zusammen wollten sie nicht kandidieren. Das führt dazu, dass in den Umfragen kein der Kandidaten auf 4% der Stimmabsichten kommt, beginnend bei 0,5%[1]. Dass man mit so wenig Unterstützung zur Wahl zugelassen wird… Anstatt jeder für sich alleine in die Bedeutungslosigkeit zu versinken, könnten diese kleinen Kandidaten zusammen auf 6,5% kommen. Das bleibt sehr wenig, ist aber schon mehr als die ökologische Partei, für die aktuell gerade 4,5% der Wähler stimmen würden. Und eine zusammengeschweisste Linke könnte mehr Stimmen als 6,5% bekommen, weil Leute weniger denken würden, umsonst für sie zu wählen, als für die ganz kleinen Parteien. Die meisten Stimmabsichten sammeln, leider unüberraschenderweise, die Rechtsextreme, gefolgt vom aktuellen Präsident.

Ich betrachte mein Land aus der Ferne, da ich jetzt die zweite Hälfte meines Lebens in Deutschland gelebt habe. Ich frage mich, wie konnte es so weit kommen? Ich hatte gehofft, dass Zemmour genug Wähler von Le Pen klauen würde, so dass keiner der Beiden es in die zweite Runde schafft. Es sieht doch nicht so aus. In den hiesigen Nachrichten wird Zemmour als noch rechtsextremer als Le Pen dargestellt. Aus meiner Jugenderinnerung hätte ich nie gedacht, dass so was möglich ist. Ein damals beliebter „Witz“ war, in den Neunzigern: „Wusstest du, dass Le Pen[2] arabisches Blut hat[3]?“ „Ach nee, im Ernst?“ oder ähnliches war die typische Reaktion der Gefragten. „Ja, auf seiner Stoßstange“. Nicht gerade feinfühlig, aber es beschrieb gut den Typ und wie er in der Bevölkerung wahrgenommen wurde. Dass jetzt jemand als rechtsextremer gilt, geht doch, weil Le Pen[4] in den letzten Jahren den Ton gemäßigt hat und die Partei nach einem Namenswechsel mehr in Richtung traditioneller Rechte gerückt hat. Die ausländerfeindliche Lücke füllt jetzt Zemmour, mit 10% der Stimmabsichten. Und dass die Nachrichten vor einigen Jahren darüber berichtet hatten, wie Le Pen und andere europäische anti-europäische[5] rechtsextreme Parteiführer Geld vom Kreml angenommen hatten, juckt scheinbar niemanden unter den Wählern.

Wie meine Wahl ausfällt, bleibt noch zu sehen. Durch eine Doku auf Arte über das Prekariat in Frankreich, „Abschied von der Mittelschicht“[6], wurde mir bewusst, wie sehr sich die Bedingungen in den letzten Jahren für Arbeitnehmer verschlechtert haben. In der zweiten Wahlrunde wird es sowieso sicherlich nur eine Möglichkeit für mich geben, egal wie ich mich jetzt entscheide.

[1] Die Zahlen ändern sich ständig, weil die Umfragewerte sich ständig ändern.

[2] Der Vater der aktuellen Le Pen war gemeint.

[3] Das ist sicherlich schlecht ins Deutsche übersetzt, steht aber eins zu eins für die französische Version. Was man in Frankreich üblicherweise unter der Redewendung impliziert ist, dass „in seinen Adern arabisches Blut fließt“. Aber so ausgedrückt würde der übersetzte „Witz“ keinen Sinn mehr machen.

[4] Die Tochter.

[5] Nee, kein Typo.

[6] Ich verlinke schon lange keine Arte Doku mehr, weil sie ihre Videos ständig hochladen, löschen, neu hochladen und Links dadurch nicht dauerhaft gültig bleiben.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Migräne nochmal

Der Wecker hat uns um halb sieben geweckt. Wie immer. Ich habe mich nicht gut gefühlt. Nicht ausgeschlafen. Kopfschmerze. Schon wieder, nach Montag und Dienstag. Ein Vorbote vom nächsten Sturm?

Ich kann mich nicht erinnern, so häufig in Berlin Migränen gehabt zu haben. Es ist hier häufiger geworden. Und heftiger. Dass ich mich bei Migränen übergebe, hatte ich vorher kaum erlebt. Heute geht’s zum Glück noch, mit dem Magen.

Ich habe zwei Paracetamol geschluckt. Ich merke, es bringt nicht viel und so kann ich unmöglich den ganzen Tag den Bildschirm vom Laptop anstarren. Lichtempfindlichkeit. Wie soll ich programmieren? Ich melde mich krank. Ich habe letzte Woche eh fünfzig Stunden geleistet.

Währenddessen sitzt der Ehemann im Zug nach Berlin. Er hätte gestern schon fahren sollen. Am Bahnhof hatte er die Meldung bekommen, der Zug würde wegen der Folgen vom Sturm nur bis Erfurt fahren, also hat er sich auf dem Weg zurück nach Hause gemacht. Gerade als der Zug abgefahren ist, hieß es, er würde doch bis Berlin normal fahren. Er hatte sich Karten für die Berlinale geholt. Gut, dass seine erste Vorstellung erst heute Nachmittag ist.

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Durcheinander

Ich fühle mich momentan recht müde. Am Montagabend hatte ich leichte Kopfschmerze. Gestern wurde es eine richtige Migräne. Ich bin früh ins Bett gegangen, schon um neun Uhr Abends. Um vier bin ich aufgewacht und dachte, ich hätte mich ausgeschlafen. Ich konnte doch wieder einschlafen.

Ich war in einem Hotelzimmer mit dem Ehemann. Wir mussten auschecken, aber ich war noch nicht angezogen. Ich bin in Unterwäschen mit dem Rest meiner Kleider in den Armen aus dem Zimmer gerannt. Ich war ein bisschen geniert, weil mein Höschen und mein BH farblich nicht zusammen passten.

Aus dem Hotel raus, sind wir zum Auto gegangen. Ich habe mich am Fahrersitz hingesessen, um mich weiter anzuziehen. Der Ehemann ist zum Beifahrersitz gegangen. Als ich mit meinen Klamotten noch am Kämpfen war, ist er los gefahren. Es war nicht praktisch. Ich musste auf die Pedalen drücken, während er steuerte.

Wir waren auf einer Autobahn. Ich war dabei, ein hellrosafarbene Strumpfhose über meine Beine hoch gleiten zu lassen, als ein Bus uns überholte. Der Bus blieb dann links neben uns, und die Fahrgäste glotzten mich aus den Fenstern beim Anziehen an. Ich sagte dem Ehemann, wir sollten vor der Autobahn runter fahren.

Wir sind zu einer Stadt angekommen. Es war regnerisch. Die Straße hatte eine Biegung nach rechts, um zu einem Hotel zu kommen. Der Ehemann hat mitten auf der Abbiegespur versucht anzuhalten, aber das Auto kam nicht zum Stehen, selbst mit der Handbremse. Wir sind mit dem Auto ins Hotel gekommen, entlang Flure an Konferenzzimmern vorbei gefahren, um vor einem leeren Schlafzimmer endlich zu halten. Ich bin rein gegangen und habe mich mit Mühe zu Ende angezogen. Als der Ehemann ins Zimmer kam, um zu fragen, ob ich fertig war, hielt ich jedoch die Strumpfhose in der Hand. Wir mussten schnell wieder raus.

Wir liefen auf der Straße. Meine Beine waren nackt. Ich hielt meine Strumpfhose immer noch in der Hand. Immerhin hatte ich den schwarzen Rock an. Ich sagte dem Ehemann, ich wäre momentan total verwirrt und könnte nicht mehr rational handeln. Ich hätte doch die Strumpfhose gerade angezogen gehabt, warum hätte ich sie wieder ausgezogen? Ich würde ständig Sachen vergessen oder nicht in der richtigen Reihenfolge machen. Es bereitete mir Sorgen um meine geistige Gesundheit.

Wir sind zu einer Art öffentlicher Dusche gegangen. Es wurde draußen dunkel. Drin waren Boden und Wände mit kleinen quadratischen gelben Fliesen bedeckt. Wir haben geduscht. Ich habe den Ehemann am Glied gepackt und ihn leidenschaftlich geküsst. Ich hatte Angst, er würde mich wegen meiner Verwirrung nicht mehr attraktiv finden. In dem Moment fiel mir ein, die Tür zur Straße war breit offen. Man konnte durch die Fenster in die Wohnungen gegenüber schauen, und umgekehrt konnten Leute uns sehen. Der Ehemann hat die Tür geschlossen. Es war aber die falsche Tür, man konnte immer noch die andere Seite der Straße sehen. Der Ehemann hat eine zweite Tür geschlossen. Diesmal ging sie wirklich zu. Ich habe den Ehemann gegen die Wand gedrückt, meine Beine beim Stehen um ihn geschlungen und ihn empfangen.

Beim Höhepunkt bin ich aufgewacht. Es war kurz vor halb sieben. Die Migräne war vorbei.

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Mein Tag mit Migräne

Heute habe ich mich beim Aufwachen eigentlich in Ordnung gefühlt. Ungewöhnlich war, dass ich schlafen konnte, bis der Wecker los ging. Meistens bin ich früher wach. Vielleicht weil ich gestern schon um sieben Uhr morgens am Laptop sitzen musste, weil wir eine neue Kollegin aus dem Reich der Mitte kennen lernen wollten.

Als ich heute deutlich später den Laptop aufklappte, merkte ich, ich musste diese Woche nur noch zwei Stunden arbeiten. Weil ich mir den Nachmittag frei genommen hatte. Es wäre blöd gewesen, Überstunden zu arbeiten. Ich habe Skype[1] geöffnet und erstmal auf meinem privaten Rechner meinen letzten Traum niedergeschrieben. Dabei habe ich angefangen, mich sehr müde zu fühlen.

Ich habe die zwei Stunden gearbeitet. Eine kleine neue Funktionalität musste in der LIMS implementiert werden. Ich hätte es normalerweise in einer halben Stunde geschafft, aber es hat anderthalb Stunde gedauert. Diffuse leichte Kopfschmerze sind aufgetaucht. Ich habe zwei Paracetamol geschluckt. Zum Schluß gab es in der Mittagszeit ein firmenübergreifendes Meeting mit der Chefin, und ich war froh, meine Kamera ausschalten zu können, weil ich nicht zeigen wollte, wie mies es mir auf einmal ging. Eine Übelkeit stieg und ich konnte nur noch mit Mühe am Schreibtisch sitzen bleiben.

Nach dem Meeting habe ich den Laptop zu geklappt, mich ausgezogen und ins Bett gepackt. Ein Glück, dass ich diesmal meinen Magen nicht leeren musste. Das ist mir nämlich schon letzte Woche Mittwoch passiert, als mich eine heftige Migräne-Attacke heim besucht hatte. Ich habe heute bis drei geschlafen, bis ein Postbote bei mir klingelte. Ich bin nicht ran gegangen. Ich lag nackt im Bett und konnte hören, wie ein Nachbar die Tür schon geöffnet hatte. Danach war nichts mehr zu hören. Wie ich es hasse, wenn Postboten alle Klingeln auf einmal tätigen!

Ich bin aufgestanden. Mir ging’s besser aber nicht top. Reis mit roten Linsen gekocht und gegessen. Netflix[1] geguckt. Ich warte jetzt drauf, dass der Ehemann aus der Arbeit zurück kommt.

Doof ist, dass ich mir heute den Nachmittag frei genommen hatte, weil ich mich mit den Kollegen aus der Gruppe zu einer inoffiziellen Weihnachtsfeier treffen wollte. Ich habe absagen müssen. Dabei hatte ich mich richtig gefreut, sie alle wieder zu sehen.

Ob die Migräne eine verspätete Nebenwirkung der Booster-Impfung von vorgestern ist? Ich mache eher den Wetterumschwung dafür verantwortlich. Als ich heute früh zum Lüften alle Fenster aufgerissen hatte, war eine dicke dunkelgraue Wolkendecke in der Nähe zu sehen. Als es mir schlecht wurde, war blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Als ich dann um drei geweckt wurde und mich besser gefühlt hatte, war es wieder grau.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.

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Krank

Ich habe mich heute beim Aufstehen schlecht gefühlt. Eigentlich hat es früher angefangen, ich habe mich schon schlecht gefühlt, als ich gegen vier Uhr morgens aufgestanden bin, um zu trinken und die Blase zu leeren. Ich dachte, nach drei weiteren Stunden Schlaf würde es mir besser gehen. Nein.

Nach einer langen Dusche und einem kleinen Frühstück, bestehend aus Wasser, einem Mini-Schokokuchen[1] und einem Apfel aus dem Markt, habe ich um acht den Laptop aufgeklappt und angefangen zu arbeiten. Nach und nach hat sich mein Magen schwer angefühlt, Kopfschmerze sind gekommen und ich konnte das Licht vom Bildschirm kaum ertragen. Ich habe es gerade geschafft, eine Modellberechnung auf unserem Server zu starten, und habe mich dann nach anderthalb Stunden Arbeit krank gemeldet. Mit insgesamt 38:40:20 Arbeitsstunden für diese Woche. Was ist der Sinn von Urlaub, wenn ich danach so viel arbeite, dass ich die Zeit nachhole? Fakt ist, egal wie viel ich arbeite, es wird immer so viel zu tun geben.

Nochmal zur Toilette, Durchfall. Ich habe meinen Krankengymnastiktermin abgesagt, eine Tablette gegen Kopfschmerze geschluckt, das Schlafzimmer verdunkelt und mich ins Bett gepackt. Mir war kalt. Zwanzig Minuten später vom Bett gesprungen. Mein Frühstück ist rückwärts in die Kloschüssel gelandet. Die Apfelstücke haben noch fein geduftet. Mund mit Wasser gespült, Zähne putzen soll direkt nach dem Erbrechen schlecht sein, und zurück ins Bett. Ich habe drei Stunden geschlafen.

Ich war alleine in einer Stadt unterwegs. Es war schön sonnig mit blauem Himmel. Es gab ein lustiges Gebäude, wie eine Kirche, aber mit schrillen bunten Wasserspeiern aus Kunststoff, schwarze Totenschädel und hell grüne Darth Vaders[2]. Ich habe gedacht, ich müsste sie fotografieren, es würde Bianca[3] sicherlich erheitern. Meine Kamera konnte ich nicht auf die schnelle finden. Ich habe versucht, das Bild stattdessen mit meinem Handy aufzunehmen, es wollte aber nicht richtig fokussieren. Wenn ich auf den Turm zielte, wollte es den Dach runter fotografieren, oder den jungen Mann an der Terrasse vom Café unten, alles, nur nicht den Turm. Ich habe aufgegeben, wollte das Handy zurück in die Handtasche stecken und habe auf einmal gemerkt, die Handtasche hatte ich nicht dabei. Umgedreht. Sie lag ganz offen auf einer grünen Bank, neben meinem Rucksack, ebenfalls offen, in dem mein Dienstlaptop auch steckte. Der Laptop ging von alleine an. Ein Glück, dass niemand die Taschen mitgehen lassen hatte.

Ich war mit dem Ehemann in einer unterirdischen Einkaufshalle. Vielleicht waren wir in einer U-Bahn-Station. An der Theke einer Fleischerei haben wir eine ältere Freundin getroffen, eine Dame mit kurzem blonden Haar, die uns spontan bei sich zu Hause einladen wollte. Dort angekommen habe ich mich ausgezogen[4]. Ich kam vom Bad mit meinem langen braunen Rock, meinem T-Shirt und meinem BH auf dem Arm, als jemand an der Tür klingelte. Ich bekam Panik und guckte, wo ich mich verstecken könnte. Gegenüber vom Bad war die Tür zu einem großen Raum, in dem meine Schwester mit ihrem Sohn war. Ich bin rein gelaufen, als die Freundin die Tür öffnete. Ich schrie „Attends, attends!“[5], weil ich noch nicht die Tür zum Zimmer geschlossen hatte.

Beim Aufwachen war mir immer kalt. Ein komisches Gefühl. Am oberen Teil vom Körper ging’s, meine Füße und meine Beine unterhalb vom Knie waren kalt. Dabei war ich vollständig in der Daunendecke eingepackt. Ich bin aufgestanden, habe ein Stück Brot gegessen, es scheint besser zu gehen. Ein heißes Getränk musste auch sein, ich habe mir eine Tisane mit Zitronenstrauch gemacht. Das ist etwas, wonach ich mich in den letzten Monaten sehr gesehnt habe, das ich aber in den Läden nie finden konnte. Die richtige Übersetzung vom Kraut ins Deutsche muss man auch finden. Lange dachte ich, es würde Eisenkraut heißen. Tja. Der Ehemann hat im Urlaub das Auto mit Wein beladen, ich habe die Koffer voll mit verveine gepackt.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] Ich habe vorgestern die Vorschau von der SchleFaZ[1] gesehen, ich hoffe, meine Migräne klingt vollständig ab, ich will die heute Abend unbedingt gucken. Es wird episch.

[3] Die Witwe von meinem Bruder, auch wenn sie nicht verheiratet waren, sie waren länger zusammen als ich mit dem Ehemann.

[4] Warum auch immer.

[5] „Warte, Warte!“

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

In Dijon

Wir fahren am Sonntag direkt nach dem Frühstück von Mittelbergheim los[1]. Auf Autobahn haben wir keine Lust, die Strecke an den Ballons des Vosges ist viel schöner. Einen Teil dieser Route war ich schon ein paar Male vor über zwanzig Jahren gefahren.

Der beinahe Unfall

Es ist unser dritter Urlaubstag und ich habe genug von Autofahrten. Das Auto ist bequem, dass ist nicht das Problem. Das lange Sitzen und die Idiotie mancher Verkehrsteilnehmer gehen mir auf den Keks. Am Ende einer Ortschaft kurz nach Mittelbergheim fahren wir die maximal erlaubten fünfzig Kilometer pro Stunde[2], ein Auto klebt uns am Arsch. Der Fahrer setzt zum Überholen an, gerade als wir in einer Kurve nach rechts sind, und verfehlt nur ganz knapp ein Oldtimer-Cabrio, das gerade aus der Kreuzung nach der Kurve uns entgegen kommt. Trotzdem, der Ehemann fährt weiterhin gerne Auto.

Wir treffen mehrere Fahrradfahrer unterwegs, viele tragen dicke Nummer auf die Kleidung gepinnt, einige werden dicht von Autos mit Sponsoren gefolgt, es muss ein Rennen geben. Es wundert mich, dass die Strassen dafür nicht gesperrt sind.

Am Col du Bonhomme machen wir eine kleine Pause. Die Gegend sieht toll aus und ich würde gerne wandern gehen. Wir haben leider zu wenig Zeit dafür, wenn wir bei Tageslicht in Dijon ankommen wollen, es reicht gerade für ein paar Fotos.

Auf der Weiterfahrt kommen wir auf eine breitere, gerade Strasse, die durch eine Ortschaft[3] führt, und ich sehe groß auf einem Schild auf der linken Seite, dass in dem Laden, vor dem es steht, Munster fermier des Vosges verkauft wird. Das habe ich seit über zwanzig Jahren nicht mehr gegessen. Ich schreie „Halt, Halt, Halt!“ und da zu dem Zeitpunkt niemand hinter uns fährt, niemand uns entgegen kommt und der Parkplatz links nur halb voll ist, hält der Ehemann an. Im Laden kann man auch Kaffee trinken, was nötig ist, und ich kaufe einen großen Munsterkäse. Wem jetzt denkt, na dann viel Spaß bei dem Geruch im warmen Auto bis zur Provence, sage ich, weit gefehlt. Diesen Käse habe ich während meiner Diplomzeit in der Gegend kennengelernt und er ist fantastisch, er hat gar nichts mit dem Munster zu tun, den man sonst aus dem Supermarkt in Frankreich oder aus gut sortierten Käseläden in Deutschland kennt. Er riecht ganz frisch und schmeckt herrlich, so richtig kann ich es nicht beschreiben, einfach mal dahin fahren und probieren. Jedenfalls, für die Fahrt haben wir den Käse in der Kühlbox gehalten, wir haben kaum etwas im Auto bemerkt, außer, wenn man die Kühlbox geöffnet hat.

Es ist kurz nach vier, als wir das Hotel in Dijon erreichen. Ich bin müde und habe Kopfschmerze. Als wir im Zimmer sind, mutieren die Kopfschmerze zur Migräne. Ich verdunkle das Zimmer und lege mich hin, während der Ehemann spazieren geht. Gegen sieben Uhr abends geht es mir geringfügig besser. Wir gehen essen. Der Ehemann hatte auf dem Handy nach Restaurants gesucht und nichts Besonderes gefunden. Auf der Webseite vom Guide Michelin gibt es einige interessante Restaurants, die hat er wohl nicht gesehen. Bei den Kopfschmerzen will ich sowieso nicht lange laufen, die Altstadt (Fußgängerzone) ist für meine Sommerschuhe zu glatt, und wir landen in einem Restaurant an der Markthalle. Die Eier meurette als Vorspeise kannte ich nicht und ich werde sie auf jeden Fall nachmachen. Das Hähnchen in Senfsauce „vom Chef“ war eine Enttäuschung, einfach ein Stück Hähnchen lieblos auf dem Teller mit einer Art Senf-Béchamel geklatscht, es sah nicht sehr appetitlich aus und hat nur so lala geschmeckt.

Am nächsten Morgen schlendern wir durch die Altstadt von Dijon. Die Markthalle hat geschlossen, es ist Montag. Ich mache erst jetzt Fotos. Am Sonntagabend waren mir viel zu viele Touristen unterwegs.

Bilder der Kirche Notre-Dame, die wir nicht besucht haben. Der Stuck oberhalb von der Tür wurde kurz nach der französischen Revolution zerstört. Die Fassade war zu groß um sie mit der Kamera zu fotografieren. Jedenfalls nicht von meinem Standpunkt aus. Sie ist voll von lustigen Wasserspeiern.

Dijon wirkt verspielt. Überall in der Stadt sieht man Käuzchen abgebildet. Stolpersteine auf dem Bürgersteig. Die Eule ist ein Symbol der Stadt. Sie ist in einer Kante der Kirche eingemeißelt und sieht gut poliert aus. Der Grund: Es soll Glück bringen, sie mit der linken Hand zu streicheln. Vor zwanzig Jahren wurde sie randaliert und dank einer früheren Abformung[4] wieder restauriert. Und sonst, Space Invaders[5] haben die Stadt erobert.

Unser Hauptziel an diesem Morgen ist die Boutique von Maille[5]. Wir kaufen einige Gläser Senf. Die Boutique bietet Sorten an, die man sonst in dem Handel nicht findet. Senf, lerne ich, wird traditionell mit Weißwein hergestellt, nicht mit Essig. Ich nehme auch den Senf mit Rosé mit. Beim Probieren stelle ich fest, der Rosé-Senf ist ganz mild und vielleicht ein bisschen zu salzig für mein Geschmack. Der Senf mit Weißwein steigt richtig in die Nase, wie Senf halt schmecken sollte.

Nach einem letzten Spaziergang setzen wir unsere Reise fort, jetzt nach Saint-Rémy-de-Provence.

[1] Nach der Rückkehr aus dem Urlaub geschrieben, zum Tag des Abfahrt aus Dijon zurück datiert.

[2] Ich gebe zu, ich bin eine nervige Beifahrerin und habe immer einen Auge auf dem Tacho. Wenn wir zu schnell fahren, weiß der Ehemann Bescheid, solange bis wir wieder unter der Geschwindigkeitsgrenze liegen.

[3] Ich wusste schon nicht mehr wo, aber der Kartenzahlungsvorgang aus meinem Kontoauszug hat geholfen: La Bresse[5].

[4] Ich hätte „Moulage“ geschrieben, da es die französische Bezeichnung dafür ist und das Wort ins Deutsche (und ins Englische) übernehmen wurde. Leider ändern andere Sprachen häufig die Bedeutung von den Wörtern, die sie klauen. Gut, dass ich den Begriff zur Sicherheit geprüft habe. Eine Moulage ist auf Deutsch (und auf Englisch) eine Abformung, die nur dem Zweck der Wundedarstellung dient und in der Medizin Anwendung fand.

[5] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

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Migräne-Träume

Mich hat heute nachmittags eine üble Migräne erwischt. Ich habe alle Rolladen runter gebracht, mich nach einem frühen Feierabend auf die Couch hingelegt und geschlafen. Ich hatte heute Nacht zu lange an diesem Artikel gesessen. Diese Träume waren die Folge vom Nachmittagsschlaf.

Es fing mit meinem Vater an. Wir waren nachts in einer kleiner, ruhigen Straße in einer unbekannten Stadt unterwegs. Wir liefen die Straße hoch auf dem Bürgersteig. Er sagte mir, er wäre so froh, wieder in Kontakt mit mir zu sein. Er wollte mich umarmen, was mir sehr befremdlich vor kam. So hatte er sich nie mit mir verhalten. Ich sagte ihm, er sollte mich los lassen. Als er das nicht tat, versuchte ich zu schreien, aber kein Laut kam aus meiner Kehle. Ich konnte mich irgendwie befreien, ließ ihn enttäuscht stehen und ergriff die Flucht.

Mein Vater versucht tatsächlich, wieder mit mir in Kontakt zu treten, seitdem mein Bruder verstorben ist. Jahre lang war ihm das Geld zu schade, mich auf dem Handy anzurufen, was mir recht war. Als ich ihm als Doktorandin meine Festnetznummer gegeben hatte, weil ich damals kein Handy hatte, hatte er sogar Sonntags um halb sieben morgens angerufen. Ich hatte mir deswegen angewöhnt, nachtsüber den Stecker auszuziehen. Mein Bruder hatte geklagt, dass mein Vater ihn ständig angerufen hatte, jedes Mal, wenn er sich mit seiner Freundin gestritten hatte. Den Mist will ich jetzt nicht ausbaden. Zurück zum Traum. Ich war vor vielen Jahren mal mit ihm und seiner aktuellen Freundin an der Strandpromenade in Fréjus unterwegs, wo sie zusammen leben, als ich noch dachte, ich hätte eine morale Pflicht, ihn zu besuchen. Hah. Das war ihm sowas von egal. Der war schon ein paar mal mit ihr in den Urlaub verreist, obwohl ich angekündigt hatte, genau dann in die Gegend zu kommen. Jedenfalls. An dem Tag meinte seine Freundin, er sollte Arm in Arm mit mir laufen, das fände sie schön, wir hätten sicherlich viel zu diskutieren. Das fand ich eine bescheuerte Idee, aber weil seine neue Freundin es verlangte, wollte er das auch tun, um sich vor ihr gut darzustellen. Das war richtig befremdlich. Mit mir hat sich mein Vater nie lieb verhalten, ich hatte als Kind eher Ohrfeigen von ihm bekommen, wann immer er drauf war, und er war häufig drauf. Richtige Diskussionen gab es nie. Was ich tue hatte ihn nie interessiert, oder nur, wenn er sich vor seinen Kumpels wichtig tun wollte, weil ich studiert hatte.

Nächster Traum.

Ich war in meiner aktuellen Wohnung. Es war dunkel, alle Rolladen waren runter. Im kleinen Flurbereich zwischen Küche und Treppenhaus zur Etage hatte ich einen Korb mit Austern am Boden gelassen. Eine Auster sprang plötzlich aus dem Korb und lief herum, ohne ihre Schale. Um sie wieder zu fangen, habe ich den Spülbecken in der Küche verstopft und das Wasser laufen lassen. Das Wasser ist gut zwanzig Zentimeter in die Wohnung hoch gekommen. Ich habe die kleine Auster wieder gefunden, mitten in der Küche. Sie hatte auf dem Rücken eine Art Umhang, braun rötlich, womit sie super schnell im Wasser schwimmen konnte. Sie beschloss, mich anzugreifen.

Ich flüchtete ins Treppenhaus. Oben waren meine beiden Geschwister. Ich bat meinen Bruder um Hilfe. Als er zur Küche runter kam, war er entsetzt, dass alles unter Wasser stand. Er fing an, das ganze Wasser zu entfernen. In der Zeit blieb ich oben mit meiner Schwester. Sie war gekommen, weil ich an dem Tag viele Termine hatte, in der Mittagspause zum Arzt musste und um drei eine Telekonferenz mit einem Kunden hatte. Ich konnte unmöglich alles schaffen, und sie hatte sich angeboten, mich mit dem Auto zum Arzt zu bringen.

Als ich wieder in die Küche kam, war das Wasser weg. Mein Bruder wischte den Parkettboden vor dem Badezimmer. Ich habe gedacht, toll, jetzt werde ich die Auster nicht wieder finden. Ich habe überall auf dem Boden gesucht, aber es war zu dunkel. Ich habe die Rolladen hoch gezogen und bin zum Badezimmer gegangen, wo mein Bruder im Bad lag. Ich habe mich für das Bodenwischen bedankt und mich weiter auf die Suche nach der Auster gemacht.

Ich fand sie unter dem Herd. Die Auster war es nicht. Es war Chipie, und sie war richtig sauer. Sie stürzte sich mit ihren Krallen auf mich und wollte meine Beine durchbeißen. Ich versuchte sie zu beruhigen, und da fiel mir auf, dass sie einen riesigen Schnitt in der rechten Schulter hatte. Es war, als ob jemand sie mit einem Messer aufgeschnitten hätte. Es gab klein Blut auf dem Fell, aber die Wunde klaffte und man konnte drin Knochen und Fleisch sehen. Kein Wunder, dass sie sich so wütend verhielt. Meine Schwester kam die Treppe runter. Ich sagte ihr, wir hätten einen medizinischen Notfall, Chipie müsste sofort zum Tierarzt, und es wäre egal, wenn ich nicht zum Arzt gehen würde. Meine Schwester meinte, unsere Mutter müsste zuerst zurück nach Hause kommen, bevor wir weg fahren können. Wann würde sie zurück kommen, fragte ich. Um zwölf. Wir hätten gerade halb zwölf. Eine halbe Stunde erschien mir viel zu lang.

Ich bin aufgewacht, kurz bevor der Ehemann nach Hause gekommen ist. Zwanzig Uhr. Der zweite Traum hat mich richtig gestört, sind doch sowohl mein Bruder als auch meine Katze gestorben. Wenigstens ist die Migräne weg.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Pieks die Zweite

Wir haben gestern die zweite Impfung in unserer Arztpraxis bekommen.

Der Ehemann hatte dafür Home Office beantragt. Seitdem Arbeitgeber offiziell nicht mehr verpflichtet sind, Home Office zu ermöglichen[1,2], muss er wieder täglich ins Büro, obwohl seine Tätigkeit es nicht täglich erforderlich macht. In seinem Fall finde ich es trotzdem sinnvoll, wenn er nicht zu Hause arbeitet. Er wird schnell abgelenkt und leistet viel weniger Arbeitsstunden als ich – die acht Stunden am Tag sind meistens bei ihm nicht drin, zu Hause. Dabei kriegt er häufig Lob vom Chef zu hören und sein Gehalt hat sich erhöht. Ich fühle mich verarscht, wenn ich sehe, wie viel ich arbeite und wie wenig Anerkennung ankommt – mein Gehalt ist seit meiner Einstellung gleich geblieben. Das heißt, je mehr die Inflation steigt, desto weniger verdiene ich. Das war im öffentlichen Dienst nicht so, damals hatte ich regelmäßig Gehaltserhöhungen, jedes Jahr oder jedes zweite Jahr, ich weiß nicht mehr. Wenigstens darf ich erstmal im Home Office bleiben. Anders wäre es auch nicht möglich. Die Firma ist gewachsen, wir haben viele neue Mitarbeiter, und es war schon eng in den Büros, bevor die Pandemie angefangen hat. Wenn wir uns nicht gegenseitig auf dem Schoß sitzen wollen, müssen die Schreibtischkollegen weiterhin zu Hause arbeiten.

Diesmal mit Sonnenblumen.

Ich schweife vom ursprünglichen Thema ab. Gestern also die zweite Impfung, genau in der Mittagspause. Nachdem wir beim ersten Mal mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft wurden, haben wir den BioNTech-Impfstoff bekommen. Die sogenannte Kreuzimpfung[1], die sogar besser als eine doppelte Impfung mit BioNTech sein soll, laut noch nicht veröffentlichten und daher mit Pinzetten zu nehmen Daten, sagt der verlinkte Artikel. Ich hatte mir Sorgen wegen den Nebenwirkungen gemacht. Es hieß ja, die erste Impfung mit AstraZeneca hat die stärksten Nebenwirkungen, bei BioNTech ist es die zweite Impfung. Yeah, wir dürfen zweimal nach der Impfung flach liegen, habe ich gedacht. Dabei war ich gestern schon mit Kopfschmerzen und Müdigkeit aufgestanden, ich hatte gefürchtet, im Laufe des Tages richtig üble Migräne zu bekommen. Nein. Ich war erstaunt, dass meine Kopfschmerze sogar nach der Impfung schwächer wurden und ich mich geringfügig fitter gefühlt habe. Die Müdigkeit ist geblieben, aber die hatte ich schon vorhin und es war ein sehr warmer Tag, auch im Wartezimmer der Arztpraxis, wo ich fast eingeschlafen wäre.

Im Wartezimmer vor der Impfung saßen eine Frau und ein älterer Herr. Der Ehemann musste deswegen draußen im Treppenhaus warten. Die Frau meinte, mit uns über Impfung und wie schwer es für die Kinder ist diskutieren zu müssen. Dabei fiel mir schnell auf, diskutieren wollte sie nicht, ihr ging’s darum, uns ihre Meinung aufzuzwingend, ohne sich dafür zu interessieren, was wir dachten, und ich habe mich nach zwei Wörtern nicht mehr beteiligt. Ich war zu müde dafür. Der ältere Herr war beim Reden so laut dass ich es kaum ertragen konnte. Er meinte, er würde sich nur impfen lassen, damit er nicht jedes Mal einen negativen Test vorweisen muss. Ich denke, so einfach wird es nicht lange bleiben, nach der Impfung, da wir jetzt wissen, dass selbst Geimpfte sich mit der Delta-Variante infizieren[3] und so zur Verbreitung vom Virus beitragen können. Abgesehen davon weiß man, dass Genesene nach einer bestimmten Zeit nur noch wenig Immunität haben, der Schutz der Impfung ist vermutlich auch nicht für immer. Irgendwann werden sich Geimpfte wieder testen lassen müssen.

Mittagspause.

Nach der Impfung sind wir essen gegangen. Die Terrasse vom mexikanischen Restaurant hatte viele freie Tische im Schatten. Ich habe mir einen süßen alkoholfreien Cocktail bestellt – wie immer wenn ich Kopfschmerze habe, hatte ich Lust auf Zucker. Der Salat mit Tintenfischringen war genau richtig, vor allem, weil die Ringe nicht paniert und frittiert wurden, wie so häufig der Fall ist, sondern nur in der Pfanne angebraten waren. Wir waren noch auf dem Markt einkaufen, bevor wir zurück nach Hause gelaufen sind, und ich konnte zwei Stunden gut arbeiten, während der Ehemann Feierabend erklärt hatte.

Heute geht’s mir blendend. Der Ehemann ist mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen aufgewacht, er hat sich krank gemeldet und bleibt erstmal im Bett.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.

[2] Ein weiterer Grund, warum mir ein Regierungswechsel ohne CDU (und bitte auch ohne AFD) wünschenswert erscheint.

[3] Ein Überblick über den Schutz der verschiedenen Impfstoffen gegen die Delta-Variante[1].

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Migräne klingt ab

So lange hatte mich eine Migräne noch nie belästigt.

Am Montag bin ich abends wie gewohnt kurz vor zwölf ins Bett gegangen, da ich nach dem Nachmittagsschläfchen nicht müde genug war. Am Dienstag hatte ich noch beim Aufwachen Kopfschmerze, diesmal immerhin ohne mich übergeben zu müssen. Ich bin um acht aufgewacht und hätte noch mehr schlafen können. Den ganzen Tag haben sich meine Augen warm und müde angefühlt. Ich war auf Arbeit nicht sehr konzentriert und es trifft sich gut, dass ich zur Zeit keine Programmieraufgabe habe. Gestern habe ich mich immer noch sehr erschöpft und schwindelig gefühlt. Die Arbeit ging nur schleppend voran. Um halb zehn abends habe ich dem Ehemann gesagt, ich würde jetzt als Vorbild für ihn ins Bett gehen. Er neigt gerne dazu, sehr spät schlafen gehen zu wollen. Um wie viel Uhr er ins Bett gegangen ist, weiß ich nicht. Ich habe schon geschlafen.

Und wer war dann heute früh um halb fünf hellwach im Bett? Geschlafen habe ich gut. Ich erinnere mich dunkel an einen Traum. Ich besuchte meine Mutter in der Bretagne[1]. Es war nachts. Ich war mit dem Flieger gekommen und musste schauen, wie ich zu ihrem Haus komme. Eine von Rindern gezogene Karre hat mich dahin gebracht. Es war ein flaches Land. Das Haus meiner Mutter lag am Meer. Vor dem Haus hatte sie einen kleinen Vorgarten. Ich wollte drauf Samen streuen, aber sie meinte, man müsste zuerst den Grundstück gut mit Erde bedecken. Der Wind wäre hier so stark, dass er sonst meine ganzen Samen sofort weg wehen würde. Vermutlich liegt es daran, dass der Ehemann mir gestern Abend erzählte, auf dem Rückweg von der Arbeit wäre ihm die Luft sehr staubig vorgekommen. „Pollen?“ hatte ich ihn gefragt. „Nein, Staub, vermutlich von den Feldern, drauf ist momentan nichts, was die Erde hält“, meinte er.

Da ich heute so früh aufgestanden bin, musste ich früh zur Toilette. Ich habe die Gelegenheit benutzt, um den Schwangerschaftstest zu machen, den mir der Ehemann gestern aus der Apotheke gebracht hat. Ich hatte ihn danach gefragt. Irgendwie hatte ich letzte Woche ein komisches Gefühl. Es war, als ob mein ganzer Körper von Glückshormonen überflutet worden war. Es kam in Wellen, als ich am Schreibtisch saß. Merkwürdig, hatte ich mir gedacht. Das hatte ich mal in früheren Schwangerschaften gespürt. Aber jetzt, Mitte vierzig? Nach all den gescheiterten Schwangerschaften? Ich bin ewig nicht mehr schwanger geworden. Vielleicht kurz letztes Jahr im Juni, da waren einige Tage, wo ich diese Ausdehnungsschmerze im unteren Rücken gespürt hatte, aber das war schnell vorbei. Meine nicht mehr periodische Periode lässt momentan auf sich warten, und die Migräne und die plötzliche Müdigkeit würden auch für eine Schwangerschaft sprechen. Andererseits fehlen andere Symptome im Bauch, im Rücken und in der Brust.

Was soll’s, ein Test ist schnell gemacht und schafft Klarheit. Der Ehemann ist nicht mit einem sondern mit zwei Schwangerschaftstests nach Hause gekommen. Ein Schnelltest, der zuverlässige Ergebnisse zehn Tage nach der Empfängnis liefert, und ein Test mit digitaler Anzeige der Wochenbestimmung. Er ist voll über den Tisch gezogen worden. Wer braucht denn so einen Schnickschnack? Mir reicht eine binäre Antwort. Ein einfaches Streifen hätte es auch getan. Ein der Tests war um die 7€, der Andere um die 14€, welcher welchen Preis hat, weiß ich schon nicht mehr. Es ist unverschämt, was man für Preise in Deutschland für Schwangerschaftstests ausgeben kann. Wenn ich in meinen fruchtbareren Jahren beim Carrefour[2] in Frankreich meinen Vorrat an Schwangerschaftstests aufgefüllt hatte, waren sie für 1€ pro Stück zu haben, und das waren keine einfachen Streifen, sie waren schon in einer praktischen Plastikhülle verpackt, wie man hier sehen kann. Hier bei München hat man es noch schwer, an die Ware zu kommen. Konnte man sie in Berlin beim Rossmann[2] oder DM[2] kaufen, muss man hier zur Apotheke.

Jedenfalls. Der Test war negativ. Ausatmen.

Ich dachte schon, wenn die Migräne und der Erschöpfungszustand anhalten, muss ich zur Arztpraxis. Heute scheint es mir endlich besser zu gehen. Mal schauen, wie der Tag wird.

[1] Sie wohnt immer noch in der Provence.

[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wieder ein Migränetag

Ich bin heute mit Migräne aufgewacht, obwohl ich gut geschlafen hatte. Die ganze Schläfe rechts hat gepocht. Und als ich mich im Bett hingegessen habe, hat sich mein Magen nicht gut angefühlt. Ich bin zur Toilette gegangen und habe mich zurück ins Bett beim Ehemann eingekuschelt. Es war doch nicht gut. Jede Berührung hat mich gestört. Ich habe unter der Decke geschwitzt und gleichzeitig habe ich gefroren. Der Ehemann hat mir mein Thermometer mitgebracht. 35,9 °C. Kein Fieber.

Der kleine rote Eimer.

Nach einer Weile bin ich duschen gegangen. Ich konnte meinen außergewöhnlich starken Schweißgeruch nicht mehr ertragen. Ich bin aus dem Bad zurück mit dem kleinen roten Eimer gekommen, den ich zum Staubwischen benutze, weil sich mein Magen immer noch komisch anfühlte. Meine Nase lief, wie sie es seit zwei Wochen morgens tut. Der Ehemann hat sich fertig angezogen, im Wohnzimmer gefrühstückt und seinen Arbeitstag oben im Arbeitszimmer angefangen. Ich habe versucht zu schlafen, und musste dann doch zum Eimer greifen. Klare, schäumende Flüssigkeit. Erst danach habe ich mich getraut, irgendwas gegen die Migräne zu schlucken. Ich habe mich per Email auf Arbeit krank gemeldet und bis halb zwölf geschlafen.

Nach dem Mittagessen mit dem Ehemann auf dem Balkon habe ich mich auf der Couch hingelegt. Mir wurde kalt und ich habe mich unter eine dünne Decke eingerollt. Nochmal eine Stunde geschlafen. Nachmittagsschläfchen schaffe ich sonst nie, wenn ich gesund bin.

Hoffentlich hält es nicht an, was auch immer das ist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.