Sauer

Wann kann ich endlich in meine Wohnung rein?

Ich habe die Kaution am Sonntag überwiesen, heute früh kurz vor 09:00 rief mich die Vermieterin (aus Regensburg) an, um mir zu sagen, dass sie auf ihrem Konto angekommen war. Ihre Mitarbeiterin hatte mir mehrmals versichert, dass ich einziehen könnte, sobald die Kaution überwiesen wäre. Ich hatte darauf gewartet, den Mietvertrag zu unterschreiben, bevor ich Geld überweise. Meine bisherige Ansprechpartnerin hatte mir den Vertrag „aus Überlastung bei der Arbeit“ erst am Mittwoch letzter Woche geschickt, statt am Montag wie vereinbart. Ich habe ihn am Donnerstag nachmittags bekommen. Sofort unterschrieben und zurück geschickt. Ich hätte gerne mein eigenes Exemplar von der Vermieterin unterschrieben zurück bekommen, bevor ich die Kaution überweise. Am Sonntag dachte ich, ich überweise sie trotzdem, da ich nicht denke, dass ich mit Betrügern zu tun habe. Ich habe mein Exemplar des Mietvertrages heute Morgen per Post bekommen, Glück gehabt.

Die Miete ist noch nicht bei der Vermieterin angekommen. Es lag daran, dass wir keinen Betrag für die zweite Hälfte von August ausgemacht hatten und ich am Montag anrufen musste, um den genauen Betrag zu erfahren. Weil die Miete noch nicht angekommen ist, darf ich doch noch nicht den Schlüssel zur Wohnung bekommen. Vor dem Wochenende hätte ich eh keine Überweisung machen können, wir hatten seit Donnerstagabend übers Wochenende bei der Arbeit wegen Maintenance keinen Netzwerk mehr. Ich musste warten, in meiner noch aktuellen Wohnung so weit weg zu sein, und ich bin am Freitag mit dem Zug sehr spät angekommen, und am Samstag hat sich mein Helfer für den Umzug gemeldet, es gab so viel zu tun… Ich habe ihr angeboten, die PDF-Datei aus meinem Kontoauszug zu schicken, damit sie sehen kann, dass die Überweisung am Montag statt gefunden hat. Ihre Antwort: Sie müsste bei ihrem Chef nachfragen (warum? Sie steht doch alleine mit ihrem Namen auf dem Vertrag). Außerdem wäre der Hausmeister heute ausgebucht und hätte keine Zeit, mit mir einen Termin zu vereinbaren, und morgen wäre Feiertag in Bayern, es ginge nicht. Sie fragte mich ein wenig überrascht, ob ich nicht mit ihm schon einen Termin ausgemacht hätte. Wie auch? Seine Kontaktdaten habe ich nicht, und er müsste doch auch auf die Erlaubnis von der Vermieterin warten. Der Makler hatte mir am Montag am Telefon gesagt, der Hausmeister würde sich selber in Verbindung mit mir setzen.

Ich bin schon sauer. Im Vertrag steht, wie in jedem anderen Vertrag sonst, dass der Mietzins „zusammen mit den Betriebskostenvorauszahlungen spätestens am 3. Werktag eines jeden Monats im Voraus an den Vermieter zu zahlen“ ist. Da der Mietvertrag erst ab dem 15.08. gilt, hieß es hier, dass die Miete spätestens am nächsten Montag ankommen sollte. Ist es nicht rechtswidrig, dass ich nicht den Schlüssel für den geplanten Umzug am Samstag bekommen darf? Vielleicht muss ich den Makler einschalten. Morgen mittags fliege ich nach Hause, um die letzten Kartons zu packen; mein Helfer will schon am Samstag nach Berlin fahren.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Wohnungen

Es ist noch nicht vorbei mit der Suche. Nachdem ich vorgestern meine Mami im Antrag eintragen lassen habe, fragte mich der Makler heute nach weiteren Nachweisen und Kopien von ihr. Ich habe die Schnauze voll. Die Provision wird eh nur bei erfolgreichen Mietverträgen fällig. Ich mache jetzt nicht mehr mit. Wie mein Chef heute Morgen sagte, bei meinem Gehalt müsste ich mir eigentlich so eine misstrauische Behandlung nicht gefallen lassen. Na ja, er hat auch generell etwas gegen Makler „und andere Arten von Blutsaugern“.

Eine etwa kleinere Wohnung habe ich am Dienstag besucht. Sie war ganz nett, ich könnte mir vorstellen, dort zu wohnen, aber irgendwie wäre sie nicht meine erste Wahl. Die Provision für den Makler liegt gut über zwei Kaltmieten, es gibt mir schon Magenschmerze, nur für einen Mietvertrag um die 1400€ zu bezahlen. Das erklärt sicherlich, warum sie seit mindestens einem Monat frei geblieben ist. Ich verteile die Provision auf die Dauer meines Arbeitsvertrages und komme nach zwei Jahren mit Nebenkosten gerade auf meine aktuelle Miete, finanziell gesehen würde sich nichts ändern, aber trotzdem, psychologisch ist mir der Betrag sehr hoch. Und ja, wie mein Chef sagt, wenn zu viele Mieter anfangen, sich die Wünsche der Makler gefallen zu lassen, können diese in Zukunft nur mehr und mehr verlangen. Schade, der hatte immerhin kein Problem damit, dass ich erst seit zwei Wochen wieder arbeite, er hatte gesagt, der Arbeitsvertrag würde ihm dann reichen (und außerdem sah er sooo gut aus, den möchte frau schon wieder sehen). Aber die Wohnung ist wieder unter einem Dach, es ist da oben sehr warm im Sommer, ich habe es sofort gemerkt, ohne Aufzug wird der Umzug dementsprechend teurer und es ist nicht so toll, den Katzenstreu über vier Etagen zu schleppen – das habe ich bis jetzt ja immer gemacht.

Ich habe heute Abend eine andere Wohnung besucht. Diesmal ohne Provision, und im Erdgeschoss. Sie sieht toll aus. Der kleiner Vorraum mit großen Fenstern zur Strasse, der in der Beschreibung der Wohnung vergessen wurde, wäre perfekt geeignet für meine Pflanzen. Die Wohnung liegt ganz nah an die S-Bahn, auch wenn nicht direkt neben den Linien, aber es ist mir beim längeren Warten vor der Wohnung nicht sonderlich aufgefallen. Der Mann sagte, wenn der Wind aus der anderen Richtung kommt, könnte es mit der S-Bahn schon lauter werden. Den Schlafzimmer kann man trotzdem in einem leisen Raum einrichten. Dafür, dass er das so ehrlich und spontan sagte, kriegt die Wohnung einen Plus-Punkt. Jetzt kann man noch nicht einziehen, es ginge erst ab August. Die Wohnung ist laut Anzeige seit Juni frei, aber die Renovierungsarbeiten wurden noch nicht mal angefangen. Ich habe die Unterlagen für den Antrag auf Mietvertrag bekommen und dachte, ich würde sie sehr gerne ausfüllen und schicken. Wegen meiner neuen Arbeit und den verlangten Gehaltsabrechnungen müsste ich mich bei der Immobilienfirma erst am Montag erkundigen, der Hausmeister, der die Besichtigung führte, wusste nicht Bescheid. Die Firma sitzt gar nicht in Berlin. Ich hoffe, ich werde dort nicht den gleichen bürokratischen Ärger wie bei der Wohnung von letzter Woche bekommen. Als ich zurück zu meinem Büro gegangen bin und mir die Formulare angeschaut habe, habe ich ein unangenehmes Gefühl bekommen. Es gibt da mitgeheftet eine „Ermächtigung zum Einzug von Forderungen durch Lastschrift“. Zum Einem habe ich bis jetzt meine Mieten immer selber bezahlt und mit dem Dauerauftrag ging es problemlos. Ich möchte nicht, dass fremde Personen nach Lust und Laune auf meinen Konto zugreifen. Zum Anderen sehe ich nicht ein, dass ich dieses Formular ausfüllen muss, wenn es noch keinen Mietvertrag gibt. Aber es steht auf der letzten Seite geschrieben, man müsste die „vollständig ausgefüllten Bewerbungsunterlagen“ zurück senden. Das werde ich also am Montag am Telefon auch klären müssen, bevor ich irgendwelche Unterlagen schicke.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wohnungssuche

Ich habe noch keine anständige Wohnung. Ich will hier raus. Die Spinne im Schlafzimmer, die seit letzter Woche immer oben an der Decke zu sehen war, ist heute Morgen plötzlich verschwunden. Vielleicht ist sie hinter dem Schrank, ich hatte sie bei meiner Rückkehr aus dem Wochenende dort oben gefunden. Oder sie ist in den Flur gegangen. Der Cannabis-Geruch von meinem Vormieter ist stärker geworden, ich kann ihn jetzt schon im Treppenhaus wahrnehmen, bevor ich überhaupt meine Tür geöffnet habe. Ich lüfte ja nicht, ich will nicht mehr Spinnen in die Wohnung rein lassen. Die einzige Belüftung kommt, wenn ich morgens vor der Arbeit oder abends bei meiner Rückkehr die Wohnungstür länger öffne. Und es kann kein Zufall sein, wenn ich heute Nacht zum zweiten Mal zwischen Montag und Dienstag um 03:30 aufgewacht bin, auch wenn ich nicht sagen könnte, aus welchem Grund. Bis 05:00 habe ich versucht, wieder einzuschlafen, es ging nicht. Wie letzte Woche, der Tag war mit einer heftigen Migräne zu Ende gegangen. Ich hoffe, heute nicht. Die Nacht davor war hier kein Problem gewesen. Ich war am Sonntagnachmittag mit dem Zug zurück gefahren, weil alle Liegen in den Nachtzügen ausgebucht waren. Es wäre mir lieber gewesen, im Zug zu schlafen, dann hätte ich eine Nacht weniger mit den Spinnen verbracht.

Für die Wohnung, die mir letzte Woche so sehr gefallen hatte, habe ich viele Formulare bekommen, die ich ausfüllen musste. Ich habe einige schon am Freitag zurück geschickt, ich bin am Wochenende zu meiner aktuellen Wohnung gefahren, nicht nur um meine Katze zu sehen, sondern auch um fehlende Unterlagen zu holen und die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung von meiner Vermieterin zu bekommen, und habe den Rest gestern geschickt. Plötzlich hieß es, weil ich Arbeitslos war müsste ich eine zweite Person zur Sicherheit auf dem Antrag haben. Obwohl ich letzte Woche schon erwähnt hatte, dass mein letzter Gehaltsnachweis von September ist. Der Makler hat sich hinter der „Verwaltung“ versteckt, die so viel verlangen würde. Was soll das jetzt plötzlich für eine Unterstellung sein? Selbst als Arbeitslose hatte ich genug Geld bekommen, um ohne groß auf irgendetwas zu verzichten mein Lebensunterhalt zu sichern, obwohl meine aktuelle Wohnung teurer als diese ist. Ich verdiene jetzt sogar mehr Geld als in meiner früheren Arbeit. Als ich meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, meinte die Frau bei der Personalabteilung lachend, dass jeder Vermieter mir bei dem Gehalt die Füße küssen würde – weit gefehlt.

Ich habe die Formulare zu meiner Mami per Email geschickt. Da sie kein Deutsch spricht, werden wir sie heute Nachmittag zusammen am Telefon ausfüllen. Da sie keinen Drucker hat, muss sie die Formulare bei einer Freundin ausdrucken lassen. Da sie kein Scanner hat, wird sie die ergänzten Formulare bei ihrer Arbeit scannen lassen müssen. Und danach wird sie lernen müssen, wie man Dateien im Anhang einer Email hinzufügt. Sollten sie bei der Immobiliengesellschaft danach noch die Frechheit besitzen, mir nur einen Mietvertrag für zwei Jahre anzubieten, weil im Gehaltsnachweis von meinem Arbeitgeber die Information steht, dass der Vertrag für zwei Jahre befristet ist, suche ich mir eine andere Wohnung aus. Und die kriegen dann von mir eine ganz schlechte Bewertung bei Immobilienscout. Ich habe gestern wieder einige Termine für neue Besichtigungen beantragt. Ich will jetzt keine Wohnung nehmen, bei der ich weiß, dass ich gleich beim eventuellen nächsten Eintritt in die Arbeitslosigkeit wieder ausziehen muss – ich werde natürlich alles tun, um eine neue Arbeitslosigkeit zu verhindern. Ich denke, das kommt davon, wenn man nicht bei privaten Personen eine Wohnung mietet, was ich sonst bis jetzt in Deutschland immer gemacht hatte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.