Stimmungstief

Vielleicht liegt es am Wetter. Seit einer Woche macht es mir keinen Spaß, draußen zu sein. Das Wochenende war nicht so toll. Wieder Jacken anziehen, Regenschirme mitnehmen… Dauerregen habe ich nie besonders gemocht. Als ich heute Morgen gegen 07:15 das Haus verlassen habe, regnete es schon länger kontinuierlich stark. Es hat den ganzen Tag gedauert.

Hinzu kommt der Stress von der Arbeit. Ich bin nicht mehr an einer Uni tätig, aber ganz frei von Lehrveranstaltungen bin ich nicht. Jedes Semester organisieren wir in Zusammenarbeit mit mehreren Instituten ein großes Praktikum für Studenten. Diese Woche ist es wieder so weit. Ich bin für die Vorbereitung von unserem Teil zuständig und kümmere mich schon seit einiger Zeit um die Details. Räumlichkeiten buchen, Wochenplan vorbereiten, sicher stellen, dass Rechner zur Verfügung stehen, Sicherheitsaspekte klären, Vorlesungen bearbeiten, Skripte drucken, spät im Büro bleiben, Schlafmangel… Und dann kommt ein Tag wie heute. Vormittags Vorlesung gehalten. Ich habe absichtlich einige Sachen mehrmals auf verschiedenen Weisen wiederholt, um sicher zu sein, dass ein bisschen davon in den Köpfen übrig bleibt und verstanden wird. Von den Studenten selbst durchgeführten Experimenten wurden am Rechner ausgewertet. Die Ergebnisse wurden diskutiert. Mittagspause. Nachmittags war Winfried mit seiner Vorlesung dran. Er hat viele Begriffe benutzt, die ich heute Morgen eingeführt habe. Die Studenten haben sich verhalten, als ob sie sie zum ersten Mal hören würden. Bei Winfrieds Versuchen, die Diskussion interaktiv zu gestalten, meinten sie, es wäre ihnen alles neu. Dabei haben sie nicht mal in ihren Unterlagen durchgeblättert. Alles, was er gefragt hatte, hatte ich schon drin erklärt. Wie dumm kann man sein?

Mit Martin habe ich auch Schwierigkeiten. Kann sein, dass es daran liegt, dass meine Tage diesen Monat nicht richtig enden wollen. Leichte Blutungen habe ich immer noch. Oder der Stress spielt eine Rolle. Sex ist seit dem Wochenende nicht wirklich befriedigend. Er scheint Probleme zu haben, eine Erektion länger als eine Viertelstunde lang zu behalten, was unsere typische Koitusdauer entspricht. Das letzte Mal war am Montag. Letzte Nacht bin ich alleine bei mir gewesen, da ich abends noch vieles für die Vorlesung vorbereiten musste. Dienstags hat er sowieso immer Sport. Heute hat er den Wunsch geäußert, bei sich zu bleiben, weil er zu Hause einiges zu tun hat. Morgen weiß ich schon, dass er mit einem Freund Fußball gucken will. Ich will nicht mit. Es interessiert mich nicht, und ich muss am Freitag wieder ganz früh zur Arbeit. Ein bisschen merkwürdig finde ich es schon, dass er auf einmal kein Interesse zeigt, mit mir zu sein, wenn wir sonst fast jede Nacht miteinander verbracht haben. Andererseits kann ich es mir nicht heimlich wünschen, mehr Zeit für mich zu haben, und irritiert sein, wenn er offensichtlich das gleiche Bedürfnis empfindet.

Ich habe ihm heute noch gesagt, dass wir in letzter Zeit zu viel Geld ausgeben. Ich finde es schlimm, dass wir jedes Wochenende unterwegs waren. Ständig hat er etwas vorgeschlagen und mich darum gebeten, mit ihm irgendwohin zu fahren. Es hat mich nicht nur gestört, weil ich wegen ihm meine Routine völlig geändert habe und müde bin, sondern auch, weil es auf Dauer ziemlich teuer wird. Ich habe im letzten Monat mehr als mein Gehalt ausgegeben. Es reicht. Es hat mir zugegeben, dass er selber den Überblick über seine Ausgaben verloren hatte. Ich hatte mich schon gewundert, wie er es mit seinem geringeren Gehalt schaffen würde. Vielleicht trägt alles zusammen dazu bei, dass ich mich momentan nicht so gut fühle und unsere Beziehung eher pessimistisch betrachte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Innerer Kampf

Ich bin wegen gestern schon schlecht gelaunt zur Arbeit angekommen. Meine Kollegen durften sich meine Verbindungsprobleme und mein Ärger mit der Telekom anhören. Die Armen. Ich sitze momentan bei ihnen im Büro auf der ersten Etage, da mein IT-Kollege auf Reise ist und ich keine Lust habe, alleine oben zu sitzen. Als Martin ankam, habe ich ihn gleich gewarnt: „Ich bin stink sauer.“ Seine Reaktion war interessant: „Immer noch?“ Wahrscheinlich meinte er meine Reaktion von gestern, als er sagte, dass er einen neuen Besichtigungstermin hatte, und ich ihm seine Unentschlossenheit vorgeworfen habe. Obwohl „stink sauer“ dafür recht übertrieben wäre. Es ist mir im Grunde egal, ob er sich eine Wohnung kauft oder nicht. Ich meinte vor allem damit, dass er sich mit mir auch nicht entscheiden kann. Es dürfte an ihm vorbei gegangen sein. Ich glaube nicht, dass er gemerkt hat, dass ich ihm für Montag sauer bin. Ich habe trotzdem „Ja“ zu seiner Gegenfrage geantwortet, weil es eine andere gute Portion Ärger für mich ist.

Wir hatten heute wieder Vorstellungsgespräche, für die zweite Stelle. Vormittags gab es vier Vorträge zu hören. Auf Englisch, da alle Kandidaten Ausländer sind. Wie der Zufall es will, saß ich neben Martin. Wenn ich ihm ab und zu meine Meinungen zu den Kandidaten ganz nah ins Ohr geflüstert habe, dann, weil ich sehr leise und von den anderen ungehört sein wollte. Sicherlich nicht, um ihn zu erregen. Ich will nichts mehr von ihm. Ich weiß, dass ich nichts von ihm erwarten kann. Die Nachricht scheint an meinen Hormonen nicht angekommen zu sein. Der Eisprung ist nah. Als wir mittags mit den Kandidaten essen gegangen sind, hat eine Frau uns gefragt, was die zehn besten Sehenswürdigkeiten in Berlin wären. Eine klare Frage für ihn, da er von hier stammt. Er konnte am Anfang keine Antwort geben. Es wäre eine schwierige Frage, er könnte keine Auswahl treffen. Ich musste ihn perfide explizit zu einer Entscheidung auffordern. Am Ende hat er von einem Viertel erzählt, in dem ich noch nie war. Er meinte, ich müsste mal hin. Mit ihm zusammen. Ich bilde mir da nichts ein. Wer weiß, wen er dazu noch einlädt…

Ich bin nachmittags in meiner Arbeit zu nichts gekommen. Wir haben mit jedem Kandidaten persönliche Gespräche geführt. Ich wollte danach früh weg, um zum O2-Shop zu fahren. Unser Chef ist gekommen und wollte unsere Meinungen zu den Kandidaten hören. Gar keine einfache Entscheidung, anscheinend sind sie alle vom gleichen Niveau. Martin hat noch von seinem Abstract für einen Meeting erzählt, und mir fiel ein, dass ich auch etwas einreichen musste, und dass die Frist morgen ist. Ich habe also die Arbeit zu spät verlassen. Morgen gehe ich definitiv in der Mittagspause zum O2-Shop. Ich habe immer noch keine Verbindung mehr zu Hause. Die Sache mit dem Vertragsbeginn am 17.09.2015 muss ich unbedingt klären. Wenn es stimmt, muss ich sofort den Vertrag widerrufen. Ich hätte noch bis Samstag Zeit.

Ich habe kurz nach Martin die Arbeit verlassen. Er musste schnell zur Straßenbahn, ich war mit dem Fahrrad unterwegs. Es war völlig zufällig, dass ich ausnahmsweise der Straßenbahn gefolgt bin, statt die hintere Straße zu benutzen (wer glaubt’s…). Ich habe die Straßenbahn sogar überholt. Ich stand an der roten Ampel vor der S-Bahn-Station, als Martin von der Straßenbahn wieder ausstieg. Ich wollte so tun, als ob ich ihn gar nicht gemerkt hätte. Er hat mich aber so angestarrt, dass ich ihn doch nicht ignorieren konnte. Breites Lächeln. Wir haben noch ein bisschen gequatscht, bevor er zu seiner Bahn hoch gestiegen ist. Ich habe mich innerlich beschimpft und bin mit Kopfschmerz nach Hause angekommen. Es ist recht anstrengend, wenn der Verstand den ganzen Tag versucht, gegen Gefühle zu kämpfen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Schlecht gelaunt

Es ist hormonenbedingt. Ich muss mich daran erinnern und mich selber aktiv dagegen aufmuntern, was diese Woche schwierig genug war. Der Monat ist so schnell vorbei gegangen. Und es hat gerade erst angefangen.

Gestern Abend hatte ich nach dem Sport keine Lust, mir etwas zu essen zu vorbereiten. Ich bin zum Pizza-Laden bei mir um die Ecke gegangen. Auf dem Weg hat mich meine Mami angerufen. Ich habe mich gereizt gefühlt, mit dem Fahrrad anhalten zu müssen, um das Handy in meinem Rucksack zu suchen. Ich war zu spät dran und musste zurück rufen. Als ich nach dem Anruf weiter fahren wollte, ist mir aufgefallen, dass die Kette gesprungen war. Ich musste sie im Dunkel wieder in Ordnung bringen und habe mir die Finger versaut. Es war auch kalt. Beim Pizza-Laden angekommen, fragte mich ein junger Mann hinter der Theke als Begrüßung: „Süß oder Sauer?“ Ich hatte keine Ahnung, wovon er redete. Ich wollte bloß ein Pizza bestellen. Das hat er wiederholt. Ich: „Häh?“ Ich hatte Hunger und war schon von meiner Fahrradkette geärgert. Ein anderer Junge hinter der Theke: „Sie versteht dich nicht.“ Ich fand’s sehr frech von ihm. Dann meinte der Erste: „Es ist Halloween“. Ach so… Da ich schon da war, habe ich ein Pizza bestellt, aber ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich in Zukunft noch dahin will. Es gab kein Trinkgeld. Um nicht blöd zu bleiben, habe ich zu Hause auf Google exakt nach dem Ausdruck gesucht. Auf der ersten Ergebnisseite waren nur zwei Links, die etwas mit Halloween zu tun hatten. Man kann also nicht wirklich behaupten, es wäre allgemein bekannt.

Ich bin heute den ganzen Vormittag zu Hause geblieben. Ich hatte auf Ebay eine Kommode bestellt, weil ich es einfacher finde, als in der Stadt stundenlang Läden zu besuchen, und man weiß nie, wie viel es am Ende noch kostet, um Sachen geliefert zu bekommen. Die Lieferung ging sehr schnell. Leider war ich an dem Tag nicht zu Hause. Am Dienstag um 09:17 habe ich auf meiner privaten Email-Adresse eine Nachricht der DPD bekommen, um mich zu informieren, dass die Lieferung gerade ab einer Stunden später statt finden würde. Die spinnen wohl. Um die Uhrzeit war ich schon lange bei der Arbeit, und dort lese ich meine private Emails nicht. Bei den Nachbarn haben sie offensichtlich nicht geklingelt. Ich durfte gnädigerweise einmalig einen neuen Termin für die Lieferung beantragen. Das habe ich am Dienstagabend für heute gemacht. Und am Mittwoch früh sagte mir mein Chef, er hätte heute einen Termin und könnte die Nutzerbetreuung nicht selber machen, ob ich ihn nicht ersetzen könnte. Zum Glück ist sein Termin gestern geplatzt. Ich habe dafür auf meinem Rechner PuTTY und Xming konfiguriert, um von zu Hause aus arbeiten zu können. Ich habe am Anfang nicht verstanden, was ich machen sollte. Als es endlich klappte, musste ich feststellen, dass es wirklich frustrierend ist, weil es immer ewig dauert, wenn ich mit graphischen Fenstern arbeiten will. Emacs brauchte eine gute Minute um zu starten. Die Interaktion mit meinem selbst entwickelten Programm ging genau so schleppend. Ich habe trotzdem etwas schaffen können.

Heute Abend hat mich Hülya angerufen. Mit einer neuen Telefonnummer, sonst wäre ich nicht dran gegangen. Zugegeben, meine geärgerte Reaktion hat mit meiner Periode nichts zu tun gehabt. Sie hatte sich so lange nicht mehr gemeldet, dass ich dachte, ich wäre frei von ihr und müsste meine Handynummer doch nicht wechseln. Tja. Sie war anscheinend wieder zu meiner alten Wohnung gewesen, da sie mich fragte, wo ich jetzt wohnen würde. Als ich antwortete, dass es ihr nichts angeht, meinte sie, „Ich hab’s verstanden, du willst nichts mehr mit mir zu tun haben“. Es hat aber lange gedauert, dafür, dass ich sie seit Februar vermieden habe. Morgen fahre ich zum O2-Laden. Eigentlich habe ich sofort schauen wollen, ob es möglich wäre, online eine Änderung der Rufnummer zu beantragen. Und habe dabei festgestellt, dass meine alte Adresse noch als Kontaktdaten vorhanden war. Obwohl ich im August schon meine neue Homezone angeben habe. Die sind genau so trottelig wie bei der Deutschen Telekom. Bei den Kontaktdaten in meinem Konto auf O2 gibt es einen Knopf, um die Adresse zu ändern. Es funktioniert gar nicht. Man kann so lange drauf drücken, wie man will, es passiert nichts. Ich habe Pop-ups ausnahmsweise erlaubt. Ghostery hat nichts gesperrt, Adblock Plus auch nicht. Deswegen muss ich morgen früh zum Shop. Wenn die Adresse stimmt. Auf der Homepage von O2 kann man keine Information über Läden finden. Ich habe den Shop in meinem Viertel durch Google Maps gefunden.

Und ich bin noch geärgert, weil ich seit Montag so gut wie nichts mit Martin zu tun hatte. Am Mittwoch und gestern ist er ganz früh von der Arbeit weg gegangen. Heute bin ich erst nachmittags im Büro gewesen, und habe ihn nur kurz gesehen: Als ich bei Ronald war, um Post zu liefern, und aus dem Zimmer raus gehen wollte, bin ich fast gegen ihn geprallt, weil er mit hoher Geschwindigkeit ins Zimmer kam. Das war’s. Als ich kurz vor 18:00 mein Büro verlassen habe, war er nicht mehr da. Ich habe keine besondere Rechtfertigung, ihn anzurufen. Also lasse ich es lieber sein. Er hat anscheinend keine Lust, sich mit mir zu treffen, sonst hätte er etwas unternommen. Ich habe auf dem Weg vom Supermarkt zurück nach Hause ein wenig mit einem jungen Mann geflirtet. Der war viel zu jung. Und irgendwie interessieren mich Männer, die auf der Straße mit Bierflasche in der Hand rumlaufen, überhaupt nicht. Die sehen meistens aus, als ob sie sich dadurch attraktiv machen möchten. Abgesehen davon, dass es nicht gerade für deren Reifegrad spricht, finde ich Alkoholiker gar nicht anziehend.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Verhütungspille

Heute gab’s in meiner Zeitung einen Artikel über die Verhütungspillen (fr), insbesondere die der 3. und 4. Generation. Anlass war eine Veröffentlichung eines Berichtes der ANSM, indem gezeigt wird, dass die Pillen der 3. und 4. Generationen mehr als eine Verdopplung der Thrombusrisiken und Todesfälle verursachen, verglichen mit den Pillen der 1. und 2. Generationen. Die absoluten Zahlen sind nicht sehr hoch, aber das Risiko steigt trotzdem mit den neuen Pillen.

Ich habe die Pille 2001 aufgehört, als ich mich von Stefan getrennt habe. Ich habe die Pille nicht immer genommen, nur wenn ich eine Beziehung hatte. Die letzte Pille war übel. Ich weiß nicht mehr, welche Marke es war, was es drin gab und zu welcher Generation sie gehörte. Ich erinnere mich aber genau daran, wie ich mich damals beim Abbruch gefühlt habe. Plötzlich befreit. Als ob auf einmal mir eine große Last von den Schultern genommen wäre. Das Leben war wieder schön. Ich habe mich so erleichtert gefühlt, dass ich häufig am Seufzen war und allen meinen Freunden erzählt habe, wie gut es mir wieder ging. Dabei hatte ich gar nicht gemerkt, dass ich mich vor dem Aufhören der Pille schlecht gefühlt hatte.

Ich habe dann in den letzten Jahren zurückgeblickt und festgestellt, dass ich mich über Sachen total aufgeregt hatte, die mir nach der Pille völlig unwichtig erschienen haben. Ich finde diese Erkenntnis sehr erschreckend. Es mag vielleicht nicht so schlimm wie bei den Psychopharmaka sein, aber ich habe den starken Eindruck, dass meine Persönlichkeit sich mit der Pille geändert hatte. Und nicht so schlagartig wie mein Befreiungsgefühl nach Abbruch der Pille. Die Veränderung muss sehr progressiv stattgefunden haben, sonst hätten die Leute in meinem Umfeld es gemerkt und mir gesagt – hoffe ich mindestens. Ich war während der Einnahme von der Pille sehr gereizt geworden. Diese Persönlichkeitsveränderung hat bestimmt eine Rolle bei meiner Trennung mit Stefan gespielt, wobei ich denke, so schlimm war es nicht, wir haben sowieso nicht wirklich miteinander gepasst. Und ich habe mich seitdem häufig gefragt, wer bin ich eigentlich?

Wenn meine Meinungen, Stimmungen, Empfindungen durch Einnahme eines Medikamentes sich so ändern, dann bin ich nicht mehr die gleiche Person. Nur wegen ein paar Hormone… Es ist schlimmer als das. Ich habe nach der Pille gemerkt, wie empfindlich ich auf meinen eigenen Zyklus reagiere. Um den Eisprung bin ich optimistisch, manchmal sogar euphorisch. Um meine Periode bekomme ich traurigen Gedanken, bin sehr pessimistisch, schlecht gelaunt und kann sogar Tränenausbrüche haben (genau wie in den Stereotypen). Bestimmte Männer fand ich beim Eisprung sehr attraktiv, obwohl ich mich für sie während meiner Periode gar nicht interessierte. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es von meinem Zyklus kommt. Die Stimmungsschwankungen waren nach Abbruch der Pille sehr extrem und haben sich jetzt verbessert, seitdem ich bewusst psychologisch dagegen steuere. In welchem Moment in meinem Zyklus bin ich dann die wahre ich? Das ist mir nicht klar.

Ich fand es erschreckend, weil ich noch fest an einem Leben nach dem Tod glauben wollte, und feststellen musste, dass wenn es eine Seele gibt, diese nur ein Produkt der Aktivität der Hormone und des Gehirns sein könnte. Wie auch immer, ich habe mich arrangiert, um meinen noch einzigen Glaubensstück zu erhalten – ohne Leben nach dem Tod kriege ich beim zu vielen Nachdenken wieder eine Depression wie am Anfang von meinem Studium, das muss ich nicht noch mal machen. Vielleicht erzähle ich irgendwann mal darüber. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich nie wieder die Pille nehmen will.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.