Chronologie einer Krankheit

Tag 1

Am Samstag letzter Woche, pünktlich zu Beginn meines Urlaubs, bin ich krank geworden. Husten, Schnupfen, Fieber, Migräne. Verflucht. Am Abend hat der Ehemann das Abendessen zubereitet. Gnocchi mit Kürbis. Mir ging’s danach besser und ich dachte, super, es ist die schnellste Erkältung überhaupt gewesen.

Tag 2

Sonntag. Beim Aufwachen denke ich, es ist vorbei. So ganz toll fühle ich mich im Kopf nicht, aber das ist immer so, am Tag nach einer Migräne, mit oder ohne Erkältungssymptome. Wir machen einen Spaziergang in den Feldern bei Sankt Gilgen. Nein, nicht in Österreich, sondern direkt bei uns hinter dem Kreisverkehr. Dreiviertelstunde lang. Danach gibt’s Tee mit Ingwer und Zitrone. Mir geht’s gut, außer, dass ich müde bin. Am Abend kocht der Ehemann. Ich hatte ihn um eine Hühnersuppe mit Kokosmilch gebeten. So ganz klappt es nicht. Er hat Reis rein geben wollen, aber viel zu viel Reis, Suppe kann man das Ergebnis nicht mehr nennen. Ich sage ihm, es soll häufiger kochen, um sich mit Portionierungen besser vertraut zu machen. Wenn ich zu häufig koche, hat er keine Ahnung.

Tag 3

Montag. So ganz richtig fit bin ich immer noch nicht, aber zuversichtlich, dass wir am nächsten Tag wie geplant zu unserem Ausflug in den Bayerischen Wald aufbrechen können. Wir machen einen kleinen Spaziergang bis zur Apotheke, um Paracetamol zu kaufen. Am Nachmittag esse ich eine Portion Eis. Es kann aber nicht der Grund dafür sein, dass ich kurz danach anfange, ununterbrochen zu niesen. Wirklich ununterbrochen. Die Nase läuft wie Wasser, ich kann teilweise die Taschentücher nicht so schnell in den Mülleimer neben mir werfen, wie ich niesen muss. Die Haut der Nase wird ganz schnell wund. Es dauert Stunden, bis ich ins Bett gehe, mit einer Unterbrechung beim Abendessen. Zum Glück kann ich trotzdem gut schlafen, aber ich habe im Bett erstmal lange gezittert. Mir war kalt.

Tag 4

Dienstag. Ich wache mit Fieber auf, und muss immer noch so viel niesen. Ich zittere vor Kälte auf dem Weg zum Badezimmer und muss mich danach wieder ins Bett packen. 37,4°C. Es klingt erstmal gar nicht so viel, ist es doch, wenn man weiß, dass meine morgendliche Temperatur im Mittelwert 36,0°C vor dem Eisprung und 36,4°C nach dem Eisprung beträgt. Der Ehemann storniert unsere Buchung, wir bleiben wohl hier. Auf dem Weg zu seinem Termin bei der Arbeitsagentur in Starnberg fährt er mich zur Arztpraxis. Als ich mich für die Untersuchung ausziehen muss, stelle ich fest, ich bin völlig nass. Durchgeschwitzt. Ich werde für eine Woche krank geschrieben. J06.9 G steht auf dem Zettel für die Krankenkasse. Zur Therapie gäbe es leider nichts anderes als Ruhe und abwarten, sagt die Ärztin. Ich habe mein Handy zu Hause liegen lassen und beschliesse nach der Untersuchung, zu Fuß die anderthalb Kilometer nach Hause zu gehen. Der Ehemann kommt kurz danach an, er war noch an der Praxis vorbei, um mich abzuholen. Hätte ich gewusst, dass sein Termin so kurz sein würde… Ich dusche und ziehe trockene Klamotten an. Ich versuche, mich zu beschäftigen, aber alles ist anstrengend. Am Rechner spielen, lesen, auf dem Handy gucken, fernsehen… Das alles kann ich nicht lange machen. Lichtempfindligkeit. Ich fühle mich elend. Am besten schlafe ich im abgedunkelten Wohnzimmer. Das Fieber hält den ganzen Tag an. Trotz Paracetamol. Meine Augen glänzen. Ich schmiere mir die Haut um Nase und Mund mit Creme, weil sie so wund ist. Es brennt. Beim Durchlesen meiner abonnierten Blogs entdecke ich das Rezept vom Orangen-Randen-Salat. Ich sage dem Ehemann, das ich genau was ich als Kranke brauche! Er ist so lieb und bereitet es mir gleich am Abend zu. Ohne Pesto, dafür mit selbst gerösteten Haselnüße. Hach, was für ein Schatz!

Tag 5

Mittwoch. Nach dem Frühstück schwitze ich. Dann fühle ich mich erstmal in Ordnung. Und danach kommt das Fieber zurück. Ich schlafe fast den ganzen Nachmittag durch, jedes Mal mit der Hoffnung, mich beim Aufwachen fit zu fühlen. Ich werde jedes Mal enttäuscht. Mit der Krankheit fühlt sich mein Zahnfleisch entzündet, ich muss mir häufiger die Zähne putzen. Wenigstens niese ich nicht mehr so viel und meine Nase läuft viel weniger. Das Einatmen durch die Nase ist schmerzhaft, ganz tief oben in der Hülle. Es brennt. Ich huste jetzt. Die Haut um Nase und Mund pellt. Ich creme sie weiterhin ein. Ich bin froh, dass der Ehemann bei mir ist und für mich jeden Tag kocht. Am Abend gibt es Auflauf mit Kürbis und Kartoffeln.

Tag 6

Donnerstag. Heute sehe ich besser aus, sagt der Ehemann, als ich um halb zehn aus dem Schlafzimmer auftauche. Ich fühlte mich in der Tat ein bisschen besser, aber so fit bin ich noch nicht. Meine Augen sind warm. Ich kann Licht immer noch nicht richtig ertragen. Ich habe dumpfe Kopfschmerze. Aber mir ist warm. Es ist viel zu warm in der Wohnung. Doch ein gutes Zeichen? Mir geht’s im Laufe des Tages tatsächlich besser. Ich bin aber noch nicht so fit, dass ich am Abend mit dem Ehemann auf der Couch fernsehen kann. Wieder diese Lichtempfindlichkeit. Ich bekomme Kopfschmerze und beschließe, ins Bett zu gehen. Es ist nicht mal halb neun, aber heute habe ich tagsüber gar nicht geschlafen. Dazu kommt, dass ich seit gestern leichte Blutungen habe. Nicht unerwarteterweise. Mindestens darüber kann ich mich freuen: Seit einigen Monaten hat meine Periode ihren Namen wieder verdient. Ich dachte, durch die Krankheit würde sie sich verspäten. Beim Einschlafen habe ich immer noch Schwierigkeiten mit dem Atmen. Die Nase ist zu und Einatmen brennt.

Tag 7

Freitag. Ich wache um 03:00 auf, und kann bis etwa 06:00 nicht mehr schlafen. Um 07:00 wache ich nochmal auf und gehe zum temporären Schlafzimmer vom Ehemann, um mit ihm kurz zu kuscheln. Die Krankheit scheint jetzt wirklich vorbei zu sein. Beim Frühstücken kann ich das Radio genießen. Gestern habe ich es nur als Belästigung empfunden. Ich kann mir die Haare waschen. Ich fühle mich gut. Heute könnte ich sogar endlich mal raus gehen. Aber. Ausgerechnet heute regnet es.

Was war’s denn? Doch eine Grippe? Zwei Tage lang Fieber finde ich für einen grippalen Infekt ganz schön heftig. Ich habe mich Anfang November dank des Arbeitgebers gegen die Grippe impfen lassen, aber meine Mami sagte, dieses Jahr soll die Grippe anders als vorausgesehen sein, also war mein Schutz vielleicht nicht optimal. Andererseits waren die Gliederschmerze nicht so heftig wie ich sie während meiner letzten Grippe in Erinnerung habe.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Mieser erster Urlaubstag

Beim Aufwachen habe ich leicht gehustet. Ein trockener Husten. Ich habe beschlossen, nicht zum Markt zu fahren und keinen Sport zu treiben. Stattdessen habe ich eine heiße Zitrone mit Honig getrunken.

Danach kam der Schupfen. Und das Fiebergefühl. Ziemlich Mist, wenn man noch Muskelkater hat, Gliederschmerze zu bekommen.

Ich habe mich auf der Couch hingelegt. Die Migräne ist gekommen. Seit schon über zwei Stunden. Die eine Aspirin hat nicht gewirkt. Und beim Hinlegen habe ich plötzlich voll Schleim husten müssen.

So hatte ich mir den ersten Urlaubstag nicht vorgestellt.


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Erkältet

Wir sind beide heute Morgen mit kratzendem Hals aufgewacht.

Bei mir hat es schon am Freitag Vorzeichen gegeben. Zum Frühstück hatte ich mir eine heiße Zitrone mit Honig gemacht. Gestern ist mir nichts aufgefallen. Der Hals fühlte sich morgens nicht so toll an, aber es ging schnell vorbei, und ich habe gedacht, es läge an der Luft im Schlafzimmer. Obwohl wir das Fenster minimal gekippt über Nacht lassen, um Feuchtigkeit an den Scheiben morgens zu vermeiden. Es klappt ganz gut, haben wir mittlerweile heraus gefunden.

Heute Morgen hat der Hals wieder stärker geschmerzt. Beim Ehemann auch. Er meint, er hat schon seit einigen Tagen Anzeichen für eine Erkältung. Wie ich. Ich habe über den Tag verteilt viele heiße Zitrone und Milch mit Honig getrunken. Ich weiß nicht, ob es wirklich hilft, aber schmecken tut es auf jeden Fall, und es lindert den Schmerz für eine Weile. Das mit dem Joggen haben wir heute sein lassen. Mein Arzt sagt bei Erkältungen immer, möglichst ruhen und viel Wasser trinken. Und ich achte für eine Weile nicht auf meine Kalorienbilanz, obwohl sie heute noch gut aussieht. Die Erkältung hat sich rasch entwickelt. Jetzt kann ich schwer reden, und die Nase läuft kontinuierlich. Bläh. Beim Ehemann ist es nicht so aufgeprägt. Wenigstens habe ich kein Fieber.

Ich frage mich, welche Rolle mein Zimmerkollege dabei gespielt hat. Am letzten Montag ist er nach einer Woche Abwesenheit heldenhaft ins Büro geplatzt, um zu ankündigen, dass er gerade eine ganze Woche mit Erkältung und Fieber zu Hause geblieben war, und eigentlich immer noch krank wäre, aber zu Hause wäre es ihm jetzt zu langweilig. Hat sich an seinem Schreibtisch mir gegenüber hingesessen, um gleich danach entsetzlich zu husten und niesen. Gut, dass zwei Reihen Bildschirme uns trennen. Uschi hatte ja immer gesagt, „wenn du krank bist, will ich dich hier nicht sehen“. Das klingt dreist, ist aber recht sinnvoll. Es bringt nichts, wenn der Rest der Gruppe angesteckt und arbeitsunfähig wird. Das ist bei meinem Zimmerkollegen wohl nicht angekommen. Ich bin direkt nach seiner Ankunft zu unserem Geräteraum geflüchtet und habe ihn für den Rest der Woche vermieden, so gut es ging. Am Montagabend hat er sich zu uns gesellt, als ich mit meiner IT-Kollegin am Arbeiten war, weil es ihm an Gesellschaft fehlte. Unsere knappe Antworten haben ihn nicht davon abgehalten, sich länger mit uns unterhalten zu wollen. Smalltalk über völlig unwichtige Sachen. Zwei Tage später war meine IT-Kollegin für den Rest der Woche wegen Krankheit zu Hause. Vollidiot.

Ich werde froh sein, wenn er endlich aus dem Zimmer auszieht und ich alleine dort bleibe. Er ist ohne Krankheit schon schwer zu ertragen, da er so oft telefoniert und dabei furchtbar laut redet, und noch ständig leise hinter seinem Bildschirm rülpst und furzt. Immer hört man, wie sein Darm arbeitet. Ich habe schon den Raum wegen des Gestanks verlassen müssen. Im Juni hieß es schon, er würde bald ausziehen. Ich kann es kaum noch erwarten.


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Morgen geht’s weiter

Wir sind heute Morgen zurück zum Tierarzt gegangen. Am Samstag hatte die Mieze noch ein bisschen gegessen (viel weniger als sonst). Gestern ging wieder nichts rein. Sie miaut ums Essen, aber wenn sie es riecht, wendet sie sich angeekelt ab.

Diesmal war ihr Tierarzt ein Mann. Er ist von seiner Kollegin am Samstag gewarnt worden und hatte gleich zwei Helferinnen dabei. Sie haben sofort meine fauchende Mieze in ihrer Tasche festgehalten und er hat ihr die Narkose durch die kleinen Öffnungen verabreicht. Es hat keine zwei Minuten gedauert. Wir sind dann zu einem anderen Behandlungsraum gewechselt, und ich habe gewartet, bis die Mieze eingeschlafen ist. Das Licht wurde gedimmt und ich habe mit ihr ganz leise geredet, damit sie sich in Sicherheit fühlt. Wenig später hatte sich schon ihr Atem beruhigt, und sie lag mit dem Kopf unter den vorderen Pfoten.

Nach zehn Minuten sind wir zum ersten Raum zurück gegangen. Ich war überrascht, als sie die Tasche geöffnet haben, und meine Mieze mit geöffneten Augen noch leicht gefaucht hat. Ich dachte, sie würde jetzt tief schlafen. Der Tierarzt hat erklärt, dass es keine Vollnarkose war. Die Katze konnte sich nicht mehr wehren, aber trotzdem alles mitbekommen. Ich weiß nicht, ob es eine so gute Idee ist. Ich stelle mir vor, wie sie innerlich vor Wut gekocht haben muss, während sie regungslos so viel durchmachen musste.

Der Tierarzt hat ihren Rachen untersucht. Er hat eine Art Zwinge in ihrem Maul gesteckt, um ihren Kiefer möglichst offen zu halten. Er hat unglaublich viel an ihre Zunge gezogen, ich hätte nie gedacht, dass sie so lang war. Mit einem kleinen Spiegel wie beim Zahnarzt hat er dann ihren Rachen untersucht und nichts Verdächtiges gefunden. Ihre Temperatur ist gemessen worden, und Blut ist ihr abgenommen worden. Sie haben zuerst an der rechten vorderen Pfote probiert, aber es ging nicht gut, deswegen sie noch mal links die Nadel eingesteckt bekommen hat. Es hat geklappt. Sie hat noch Nährmittel am Tropf bekommen. Anschließend würde sie geröntgt.

Wir haben im Warteraum fünf Minuten auf die erste Ergebnisse gewartet. Der Tierarzt hat mir das Röntgenbild gezeigt. Im Magenbereich liegt eine dicke Masse. Es ist noch nicht klar, was es ist. Ein Tumor ist nicht ausgeschlossen. Für die Ergebnisse aus der Blutuntersuchung wollte er mich heute Abend anrufen, es würde noch dauern. Insgesamt war’s ganz schön teuer. Am Samstag hatte ich nach einer Schätzung der Kosten für heute gefragt: 140€. Ich musste doch 213€ irgendwas blechen, und dabei haben wir nichts gemacht, was nicht vorher vereinbart war. Wir haben noch einen Termin für eine Ultraschalluntersuchung morgen Abend gemacht, um die Masse genauer zu untersuchen.

Und da die Mieze noch unter Narkose war und nicht alleine bleiben sollte, habe ich sie zur Arbeit mitgenommen. Der Weg dahin war unglaublich. Ich bin mit der S-Bahn gefahren, wie jeden Tag. Normalerweise wird man immer ignoriert und in Ruhe gelassen. Heute Morgen bin ich die ganze Zeit wegen der Mieze in ihrer Tasche angequatscht worden. Dazu hatte ich keine Lust, weil der möglicherweise Tumor mir einen Kloß im Hals machte. Bei der Arbeit ging’s. Sie ist den ganzen Tag ganz ruhig geblieben und hat keinen Ton von sich gegeben, obwohl es total langweilig sein musste. Ein bisschen Trockenfutter hat sie gegessen. Trinken wollte sie nicht.

Kurz nach sieben hat uns Martin mit dem Auto abgeholt. Die Katze hat gefaucht. Er hatte das Dienstauto dabei, weil er morgen früh nach Polen muss. Der Geruch vom neuen Leder hat ihr bestimmt nicht gefallen. Sie ist immer lauter und lauter geworden. Der Tierarzt hat mich während der Fahrt angerufen. Die Blutwerte sind in Ordnung, außer dass sie Anämie hat. Kein Wunder, sie isst quasi nichts mehr seit einer Woche. Ihre Leber und Nieren scheinen gut zu funktionieren. Der Verdacht auf ein Tumor wird größer. Morgen wissen wir mehr.


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Eine Wutbestie

Wir waren heute Morgen in der Tierarztpraxis. Ich war noch nie dort, seitdem wir umgezogen sind. Sie ist als neue Patientin gekommen. Es war aber gar kein Problem, zur Sprechstunde zugelassen zu werden. Ich habe für mich selbst bei Fachärzten in Deutschland häufig genug den Gegenteil erlebt. Katze muss man sein.

Martin war gestern Abend sehr spät zurück nach Hause gekommen und ist mit uns zur Praxis gegangen. Es war voll, obwohl wir kurz vor Beginn der offiziellen Sprechzeiten angekommen sind. Es gab einen Notfall und wir mussten eine gute Stunde warten. Ich hatte es nicht anders erwartet. Während der Wartezeit hat sich die Mieze ganz ruhig verhalten, selbst als ein großer Hund mit seinem Herrchen vorbei gegangen ist. Das zeigt, wie schlecht sie sich fühlte.

Sie hatte mich bei unserem ersten Besuch bei einem Tierarzt sehr überrascht. Ich saß mit ihr im leeren Wartezimmer. Ein Mann ist mit einem Hund zu uns gekommen. Ich habe dann plötzlich ein tiefes Geräusch gehört, als ob jemand draußen mit einem Presslufthammer am Werk wäre. Eine Baustelle war mir auf dem Weg nicht aufgefallen. Ob es hinter dem Haus war? Ich fand die Idee nicht schön, weil ich nur ein paar Häuser weiter in der gleichen Straße wohnte. Als ich aufgestanden bin, um durch das Fenster zu schauen, habe ich gemerkt, dass das Geräusch vom Transportkäfig kam, und dass meine Mieze am Grollen war, während sie den Hund die ganze Zeit anstarrte. Der Hund hat sich nicht beeindrucken lassen und hat am Boden vom Wartezimmer weiter geschlafen.

Heute Morgen war sie also auffällig ruhig. Es war schon ziemlich einfach, sie in ihre Tasche zu stecken. Normalerweise hätte sie dabei großen Widerstand geleistet. Ich war trotzdem nicht ganz sicher und als wir dran waren, habe ich die Tierärztin gewarnt, dass meine Mieze im normalen Zustand zur wahren Tigerin beim Tierarzt wird. Beim Impfen muss man mindestens zu zweit sein und ganz dicke hohe Handschuhe tragen, um sie fest zu halten, während die Spritze möglichst schnell gemacht wird. Sie hat eine Assistentin in den Raum gebeten und sie sind näher zur Tasche auf dem Tisch gekommen, wo die Katze sich noch befand.

Kaum haben sie die Tasche berührt, dass man ein lautes Fauchen gehört hat. Als sie versucht haben, die Tasche zu öffnen, hat sie laut gegrollt und bedrohlich gemiaut. Sie ist in ihrer Tasche gewaltig gesprungen. Die Krallen konnte man zwischen den Löchern sehr gut sehen. Es wurde schnell klar, dass sie nicht zu untersuchen war. Um die Ursache von ihrem Zustand zu identifizieren, hätte man eine Blutprobe nehmen und sie mittels Radiographie untersuchen sollen. Auch ein bisschen abtasten, um heraus zu finden, wo sie genau ihre Bauchschmerzen hat. Nichts davon war möglich. Das einzige, was sie machen konnten, war, die Katze in ihrer Tasche extrem fest zu halten, während sie eine Spritze gegen Übelkeit durch die Löcher der Tasche bekommen hat. Sie hat dabei so laut gemiaut, dass selbst die Tierärztin erschüttert war und Tränen in den Augen bekommen hat. So ein Theater macht sie bei jedem Tierarztbesuch. Der Lärm war im Warteraum nicht zu überhören, obwohl der Behandlungsraum sich hinter einem Flur befand und die Tür geschlossen war.

Wir müssen deswegen am Montag früh zurück zur Praxis gehen. Sie wird zuerst unter Narkose gesetzt, und dann wird sie genau untersucht. Es war heute nicht möglich. Immerhin, als wir zurück zu Hause waren, hat sie sofort die Leckerlies gegessen, die sie vor dem Besuch noch völlig ignoriert hatte. Ich habe ihr eine neue Dose Sheba geöffnet, und sie hat dran geleckt. Sie hat auch viel getrunken. Ob vom Stress oder von der Spritze, weiß ich nicht. Ich hoffe, wir müssen nicht zwischendurch zu einer Klinik fahren und es geht ihr bis Montag gut genug.


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Jetzt ist die Katze krank

Ich habe mich erschreckt, als ich sie gestern Abend zu Hause gesehen habe. Sie hat nicht an der Tür gekratzt, als ich im Treppenhaus hoch gegangen bin. Das macht sie sonst immer. Sie ist nicht zur Tür gekommen, als ich so spät abends in die Wohnung gekommen bin. Ich habe meine Reisetasche am Boden gelassen und wollte ihr Leckerlies geben, wie immer, wenn ich abends nach Hause komme. Sie hat daran gerochen, aber nichts angerührt. Es gab sogar andere Stücke, die ihr Martin gegeben hatte, bevor er gestern unerwartet für die Arbeit nach Rotterdam geschickt wurde. Sie hat nur am Boden gelegen, und aufstehen zu müssen war sichtlich mühsam. Sie hat ganz rau gemiaut und wirkte schwach. So war sie definitiv nicht, als ich am Montag weg gefahren bin. Sie kam mir gestern nicht besonders kalt oder warm vor. Ihre Nase fühlt sich vielleicht ein bisschen trockener als sonst an. Heute Nacht hat sie ganz dicht neben mir auf dem Bett geschlafen.

Martin hatte mir schon am Mittwoch geschrieben, dass sie sich übergeben hatte. Das passiert ab und zu und ist meistens nicht der Rede wert. Danach hat sie kaum etwas gegessen. Nicht mal ihre Leckerlies. Normalerweise bettelt sie ständig darum, jedesmal, wenn wir uns in der Nähe von ihrem Futterregal aufhalten. Das ist ihre große Leidenschaft, nur getoppt von der Sheba-Dose mit Meeresfrüchten. Wenn sie ihre Leckerlies nicht mehr frisst, heißt das, dass es etwas Ernstes ist.

Heute Morgen habe ich ihr Futter gegeben. Eine ganze Sheba-Dose habe ich geöffnet. So häufig kriegt sie das nicht, weniger als einmal pro Woche. Es war heute umsonst. Sie hat schwach begeistert gemiaut, in den Schalen geschnuppert, und plötzlich den Kopf gedreht, als ob sie angewidert wäre. Die Schale Trockenfutter war heute Abend genau so voll wie heute Morgen, und das Sheba ist vertrocknet. Getrunken hat sie, immerhin. Im Katzenstreu war ein Klumpen. Ich habe versucht, sie in die Arme zu tragen und zu schmusen, wie wir häufig schmusen, aber sie hatte dabei Schmerze und hat stärker gemiaut. Ich habe sie sofort wieder zum Boden gebracht. Sie liegt jetzt regungslos in der Küche. Wenn ich neben ihr am Boden sitze, schnurrt sie leise.

Morgen früh gehen wir zum Tierarzt. Sie ist nur elf Jahre alt, es kann noch nichts Schlimmes sein, oder? Das macht mich total fertig. Ich habe sie noch nie krank erlebt. Zum Glück hat Mr Keen doch den Einsatz von morgen übernommen. Ich glaube, es war ihm gestern Abend gar nicht klar, dass ich an Winfried und ihm zuerst eine Email geschickt hatte. Er hat viel später eine Antwort an uns beide geschrieben, und sein Ton drin war um einigen Größenordnungen gemäßigter als gestern am Telefon. Heuchler.


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Ich musste mal raus

Nach einer Weile halte ich es nicht mehr aus. Heute Morgen hatte ich noch Fieber. Den ganzen Tag habe ich mich schwindelig gefühlt. Aber irgendwann brauche ich Bewegung und frische Luft, mag der Arzt sagen, was er will. Den Müll raus zu bringen hat nicht gereicht.

Um halb fünf bin ich zum Reichelt gegangen. Zehn Minuten hin zu Fuß. Es war gar nicht so kalt. In der Wohnung ist es zu warm. Ich habe das ganze Wochenende zu Hause gefroren. Ein Vorzeichen von der Erkrankung. Auf dem Weg zum Supermarkt bin ich an vielen Büschen und Bäumen vorbei gegangen. Manche haben schon Blüten, obwohl die Blätter noch gar nicht raus sind. Bei vielen habe ich Knospen gesehen. Ein Baum hinter dem Haus ist schon ganz weiß davon. Der Busch bei unseren Mülltonnen hat sogar kleine Blätter.

Auf dem Rückweg sind mir zwei alte Weihnachtsbäume aufgefallen. Sie lagen zwischen Bäumen und Hecken, neben dem Bürgersteig. Schon ausgetrocknet und gelblich. Ich frage mich, wie lange sie noch da liegen bleiben werden.

Ich habe für heute Abend und morgen Lebensmittel eingekauft. Ich koche am liebsten mit möglichst frischen Zutaten, daher kaufe ich häufig ein. Ich habe heute tolle Bilder gesehen und Lust auf ein pochiertes Ei mit geriebenen Möhren bekommen. Ein bisschen Balsamico, Olivenöl und Salz dazu. Toll. Weil es bei einer Erkrankung doch ein spärliches Abendessen war, gab es danach noch eine dicke Scheibe Brot mit Käse (Langres). Ich habe dabei festgestellt, dass ich heute kaum Hunger hatte und nicht genug gegessen habe.

Morgen kommt Martin zurück. Ich werde uns eine Variante von Schafskäseschnitten mit Spinat machen. Die Kräuter lasse ich ganz weg und werde Zwiebel und Knoblauch benutzen. Statt Filoteig habe ich Blätterteig. Wenn ich ihn dünner aufrolle, geht er vielleicht nicht so stark auf.

Ich hatte bis heute noch nie von Filoteig gehört. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ist Filoteig nicht dasselbe wie Blätterteig? Ich kenne ja Phyllosilikate, „phyllo“ heißt „Schicht“ in Mineralogie, oder „Blatt“ auf Griechisch, alles klar, Filoteig ist einfach falsch geschrieben, dachte ich. Ich habe es trotzdem nach gegoogelt und wieder was gelernt. Das erinnert mich ein bisschen an Brik. Brik-Taschen hatte uns mein Vater häufig gemacht. Das sollte ich bei Gelegenheit nachmachen und hier festhalten.


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Drei weitere Tage zu Hause

Das hat mir mein Hausarzt heute Morgen verordnet. „Wie lange möchten Sie krank geschrieben werden?“, hat er mich gefragt. „Nicht zu lange“, habe ich geantwortet.

So schlecht fühle ich mich nicht, es geht mir vor allem darum, meine Kollegen nicht anzustecken. Nach den Halsschmerzen gestern habe ich heute beim Aufwachen Fieber gemessen. Eine Temperaturerhöhung von 1,1°C verglichen mit gestern, und das, nachdem mein Eisprung letzte Woche schon stattgefunden hat. Aber sonst huste ich nicht und habe kein Schnupfen. Kein Kopfschmerz. Nur ganz leichte Gliederschmerzen und Schwindel. Nachdem der Arzt in meinem Mund geschaut hat, meinte er, es wäre ein viraler Infekt. Ich soll also zu Hause bleiben und mich schonen. Dreimal Paracetamol am Tag, viel trinken und keine Anstrengung. Das sagt er immer.

Blöd ist, dass ich nun für drei Tage alleine zu Hause sein werde. Martin ist heute für die Arbeit nach Italien geflogen. Seufz. Es wäre mir lieber als der hiesige Regen.


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Und noch ein Stück Konjunktivitis dazu?

Heute Nachmittag habe ich mich auf dem Sofa hingelegt und drei Stunden lang geschlafen. Meine Krankschreibung ist heute Morgen verlängert worden. B34.9 steht drauf. Unspezifizierte Infektion durch Parainfluenzaviren. Es nervt mich total, aber daran kann ich nichts ändern, es hat mich diesmal stark erwischt. Ich huste immer noch viel, bin nicht in der Lage, länger als zehn Sekunden zu reden und fühle mich häufig schwindelig. Fieber ist heute wieder da, begleitet von leichten Gliederschmerzen. Martin hat mir eine seiner Packungen Kräuter für eine Inhalation empfohlen. Sie kam mir ziemlich alt vor, aber er meinte, es wäre noch in Ordnung.

Ich habe danach gut geschlafen heute Nachmittag. Ich hatte zuerst einen sehr heißen Traum von Martin. Zur Zeit geht Sex natürlich gar nicht. Danach bin ich auf einem futuristischen Motorrad durch die Zeit gereist. Man musste nur eine Skizze in Papier umgewickelt vorne ins Motorrad stecken: Die Skizze war die Programmierung, um durch die Zeit zu reisen, und das Papier war der Brennstoff. Kurz vorher haben wir erklärt bekommen, dass man durch die Zeitreise aufgrund der hohen Geschwindigkeit geometrische Änderungen von Raum und Zeit wahrnehmen würde. Ich habe gespürt, wie wir beim Starten geschrumpft sind[1]. Um sicher schneller als Licht fahren zu können, mussten wir die Erde verlassen und im All fahren. Wir sind durch ringförmige Staubwolken um einen Planeten gefahren. Ich habe gespürt, wie die Staubkörnchen gegen meine Wange geprallt haben.

Nach dem Aufwachen ging es mir besser. Ich habe dann Sehprobleme bekommen. Die Sicht durch mein rechtes Auge war trüb. Ich habe mich im Spiegel beobachtet und gesehen, dass das Auge völlig rot war. Viel Dreck hatte sich schon in der linken Ecke des Auges gesammelt. Ein bisschen gejuckt oder gebrannt hat es auch. Ich habe das Auge mit Wasser gespült, ohne große Verbesserung. Bei Hustenanfällen hat das Auge viele Tränen produziert. Ab zur Apotheke, Tropfen gekauft. Es hat sofort die Beschwerde gelindert; Sie kommen aber nach einiger Zeit zurück. Ich habe gelesen, dass Konjunktivitis als Begleiterscheinung von Krankheiten auftreten kann. Andererseits frage ich mich, ob es so klug war, die alte Packung Kräuter von Martin für die Inhalation zu benutzen. Vielleicht hat das den Reiz ausgelöst. Jetzt frage ich mich, ob ich morgen beim Aufwachen ein zugeklebtes Auge haben werde. Dann müsste ich ziemlich schnell eine Praxis für Augenärzte finden, die neue Patienten aufnimmt. Schon wieder die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

[1] Völliger Quatsch. Ein ruhender Beobachter sieht eine Verkürzung des relativistischen Objektes, das Objekt selbst merkt nichts davon.


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Das Fieber von Mittwochabend

Es scheint jetzt ein eindeutiger Trend zu sein: Bei oder nach jeder Tagung bin ich krank.

Am Dienstagabend habe ich gehüsltet. Das hat meine Mami am Telefon sofort gemerkt. Ich dachte, ich bin gerade zurück geflogen, hier ist es kälter, und die Luft im Flugzeug ist anders, es wird gleich besser. Die Migräne von Montag war nicht mehr zu spüren. Gestern war ich wieder bei der Arbeit. Aufstehen war hart. Gehustet habe ich mehr. Ein trockener Husten. Mein Kopf hat sich ein bisschen stumpf angefühlt.

Um zwei habe ich schon Feierabend gemacht, da ich nachmittags einen Arzttermin wegen Ischias hatte (schon seit Juli geplant), und die Orthopädiepraxis liegt in der Nähe der Wohnung. Es geht mir viel besser, aber ab und zu habe ich noch Schmerze, wenn ich im Labor den ganzen Tag stehen muss zum Beispiel (was zum Glück selten passiert). Der Arzttermin hat gerade drei Minuten gedauert und war völlig unbefriedigend. Es hat den Typ überhaupt nicht interessiert zu wissen, wie die Schmerze entstanden waren oder sonst was. Ich habe mich nicht besser behandelt gefühlt als wenn ich zur Sprechstunde gekommen wäre. Beim nächsten Mal muss ich drauf bestehen, dass ich bei meiner üblichen Ärztin den Termin bekomme. Ich habe einen Antrag auf Kostenübernahme für Rehasport bekommen, den ich bei der Krankenkasse einreichen muss.

Nach dem Termin bin ich nach Hause gegangen. Ärzte sind bei Terminen so pünktlich, dass es schon fast sechs war. Ach ja, ich habe unterwegs Kuchenteller bei Butlers gekauft, wir haben nicht genug davon zu Hause. Kurz danach haben sich meine Beine sehr müde angefühlt. Als ob ich viel gegangen wäre. Das war gestern nicht der Fall, und ich war bei der Tagung und im Urlaub so viel zu Fuß unterwegs, dass ich daran gewöhnt sein sollte. Nein, es waren Gliederschmerzen. Leichtes Fieber hatte ich, 37,1°C. Ich bin um neun ins Bett gegangen und habe gelesen, um zehn habe ich das Licht ausgemacht.

Um Punkt Mitternacht bin ich aufgewacht. Durst, Hals gereizt, fiebrige Schmerze in den Beinen und im unteren Rücken. 38,4°C. Aspirin genommen, viel Wasser getrunken, ein Löffel Honig und zurück ins Bett. Bis halb vier habe ich mich rumgewälzt und war voll nass vom Schwitzen. Danach konnte ich wieder schlafen. Heute morgen war meine Temperatur wieder bei 37,1°C, was höher als sonst ist. Am unteren Rücken habe ich noch Schmerze. Ich bleibe zu Hause.


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