Farbige Kunststoffe

„Boah, gelbe synthetische Faser! Ich muss unbedingt dran lecken!“ Das ist bestimmt was meine Mieze jedesmal denkt, wenn sie an unsere neue Plissee-Jalousien vorbei geht. Sie ist richtig süchtig nach Kunststoff, vor allem bunt. Es hat wahrscheinlich mehr mit dem Geruch als mit der Farbe zu tun.

Früher, als Kätzchen, waren es meine Einkaufstüten, die sie so leidenschaftlich geleckt hatte. Mit Vorliebe für Tüten von C&A und Mayersche[1]. Nicht lange, nur bis ich herausgefunden habe, woher dieses komische Geräusch kam, das mich häufig früh morgens aus dem Schlaf gerissen hat. Ich hatte die Tüten natürlich nicht offen liegen lassen, es wäre für eine neugierige Katze zu gefährlich, aber sie hatten am Stuhl oder an eine Türklinke gehangen, wenn ich deren Inhalt nicht gleich aufgeräumt hatte. Jetzt entsorge ich sie sofort, wenn ich mit Einkäufen nach Hause komme. Ich lehne sowieso meistens Plastiktüten aus Prinzip ab.

Mit Gummibändern ist es noch gefährlicher. Ich hatte mal einen auf dem Küchentisch gelassen, das zum schliessen von einem Behälter vom Sushi-Lieferant gedient hatte. Wenige Tage danach habe ich es in Stücken wieder gefunden, als ich das Katzenklo geputzt hatte. Entsetzlich. Die Dinger sind aus meiner Wohnung verbannt. Und es gab die Geschichte mit dem langen Plastikstreifen.

In meiner letzten Wohnung hatte ich mir Jalousien fürs Schlafzimmer besorgt. Daran hatte sie auch früh morgens geleckt, und ich habe sie jedes Mal davon gejagt. Ohne Lerneffekt. Jetzt sind die neue Plissees dran. Heute morgen ist Martin zwei Mal aufgestanden, um sie davon weg zu schubsen. Wenn wir aber die Schiebetür komplett zu machen, kratzt sie wie eine Besessene dran, weil sie zu uns kommen will. So oder so kann man morgens das Ausschlafen vergessen. Vielleicht sollte ich Zitronensaft drauf sprühen (aber dann werden die Plissees schnell schmutzig). Oder etwas vorne hinstellen, damit sie nicht mehr ran kommt.

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Eine Andere

Die Freundin von Martin war zurückgekommen. Ich wusste bisher nichts von ihr, musste aber sofort aus unserem gemeinsamen Schlafzimmer ausziehen[1]. Die Frau sah nicht besonders attraktiv aus, klein, mit kurzen schwarzen glatten Haaren und einem langweiligen Gesicht. Sie hat sich in der Wohnung breit gemacht. Meine Sachen habe ich zu einem anderen Zimmer gebracht. Ich habe mich richtig mies gefühlt, vor allem bei dem Gedanke, dass sie ab jetzt mit Martin schlafen würde und ich nicht mehr. Ich konnte es nicht verkraften und habe Martin gesucht, um ihm zu sagen, dass ich mit der neuen Situation nicht zufrieden war. Er war nirgendwo zu finden. Ich habe mich auf meinem Bett geschmissen, wo mein ganzer Kram, noch nicht aufgeräumt, verteilt war. Unter anderen, die aufgebrochene rote Packung Kondome[2]. In dem Moment ist mein Vorgänger ins Zimmer gekommen. Er hat mir erzählt, dass Martin in seiner Diplomarbeit beim Parallelprogrammieren mit Pools gearbeitet hatte. Ich war entsetzt, dass Martin mir bei meinem Projekt nicht geholfen hatte, da ich die ganze Zeit versucht hatte, mit Queues zu arbeiten, womit ich es natürlich nicht schaffen konnte, um parallele Jobs zu starten. Ich wollte noch mal zu ihm und konnte ihn nicht finden.

In dem Moment ist die Katze ins Bett gekommen und hat angefangen, laut zu schnurren und das Kopfkissen zu kneten. Wieder gegen 06:00. Ich habe die Katze gehoben, um sie zum Boden zu bringen. Sie hat sich mit ihren Krallen am Kopfkissen fest gehalten. Ich habe sie stärker gehoben. Dabei hat mein Kopf nicht mehr so stark aufs Kopfkissen gedrückt. Der Impuls wurde zu groß. Die Katze ist samt Kopfkissen geflogen und auf dem Boden am Fuß des Bettes gelandet. Ich habe das Kopfkissen wieder geholt. Spürbar beleidigt, hat die Katze mit einem dezidierten Schritt das Schlafzimmer verlassen.

[1] Die Wohnung hatte übrigens, wie häufig im Traum, nichts mit der Realität zu tun.

[2] Die wir nicht mehr benutzen.


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Angriff am Nordpol

Ich war am Alex. Nein, am Kaufhof am Alexanderplatz. Irgendwie sage ich immer das eine, wenn ich das andere meine. Das wäre mir wieder beinahe passiert, als ich Martin eine Nachricht aus meinem tollen neuen Handy schrieb. Ein bisschen Shopping wollte ich machen. Nichts konkretes.

Nach dem Versenden der Nachricht habe ich die News-App geschaut. Wie häufig in letzter Zeit ging es um Anschläge. Ich habe stattdessen die Navi-App aufgemacht. Im Südpol sah ich etwas merkwürdiges. Da war ein Taucher, der unglaublich schnell in Kreise schwamm. Auch aufs Land. Es war ein Taucher, weil ich seinen Schnorchel sehen konnte. Irgendwann ist er unter das Land verschwunden, in Richtung Ende der Karte ganz am Süden. Gleichzeitig sind viele Flugzeuge aufgetaucht und ihm gefolgt. Ich dachte, ich hätte sie verloren, aber ich habe sie wieder auf der anderen Seite der Karte gefunden, am Nordpol. Irgendwie logisch, man braucht nur die Karte in einem Zylinder parallel zum Äquator zu formen und kann ganz schnell vom Südpol zum Nordpol gehen. Dort haben sie angefangen, eine wissenschaftliche Station anzugreifen. Es war ein Reaktor. Ich habe gesehen, immer noch auf meiner Navi-App, wie sie viele Bomben warfen. Der Reaktor schien durchzuhalten, er war umhüllt mit einer Art Schutzschild, als grüne Linie sichtbar.

Ich habe aus dem Fenster von Kaufhof nach draußen geschaut. Ich war auf der sechsten Etage. Ich habe festgestellt, dass ich von hier aus den Angriff auf die vereiste Station sehen konnte. Ich musste ganz schnell weg von hier. Sollte der Reaktor explodieren, würde ich durch die direkte Strahlung Schaden bekommen, da ich ihn sehen konnte, selbst wenn wir in Berlin weit weg vom Nordpol sind. Ich bin die Etagen herunter gegangen und in irgendeine dunkle Bahn eingestiegen.

Ich habe nicht aufgepasst, in welche Richtung ich gefahren bin. Ich habe plötzlich auf den Fenstern der S-Bahn geschaut und die Umgebung nicht erkannt. Es sah sehr ländlich aus. Wir waren auf einer langen Straße. Das Wetter war toll, der Himmel blau. Links von der Straße erstreckte sich eine rote Wüste. Bevor die Straße nach rechts bog, konnte man einen wunderschönen dunklen braunen Berg mit einer interessanten Form sehen. Ich habe entschieden, hier auszusteigen. Als die S-Bahn hielt, habe ich festgestellt, dass ich barfuß war. Ich hatte keine Zeit, meine Schuhe anzuziehen, und bin einfach so mit den Schuhen in der Hand und dem Rucksack auf dem Rücken zur Tür gerannt. Wir hielten aber nur, weil wir an einer Ampel standen. Die Haltestelle war einige Meter danach.

Als ich, weiterhin barfuß, aus der S-Bahn auf die Straße gesprungen bin, wusste ich immer noch nicht, wo ich war. Ich habe überrascht festgestellt, dass ich doch nicht mit einer S-Bahn sondern mit einem Bus gereist war. Ich habe schnell die Nummer gelesen, um wieder nach Berlin fahren zu können. Es war die M45?, weil die dritte Zahl aus meinem Blinkwinkel nicht mehr ganz zu sehen war. Ich habe mich auf eine Bank hingesessen, um meine Schuhe anzuziehen. Als ich fertig war, habe ich gemerkt, dass ich am rechten Fuß meinen üblichen schwarzen Schuh truh, aber am linken Fuß meine Adidas-Latsche hatte. Zwei Jungen sind zum weißen Tisch neben meiner Bank gekommen. Sie wohnten im Haus hinter mir. Sie hatten zwei Katzen, die sehr merkwürdig aussahen. Sie waren ganz dunkel rot. Ich habe zuerst gedacht, dass sie gefärbt wurden, aber selbst ihre Augen waren rot. Die Jungen haben sie in ihre Arme geschmust und ins Haus getragen.


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Katze beruhigt

Sie hat aufgehört, ihren Schwanz anzugreifen. Es lag doch am Knoten in ihren Haaren. Ich habe gesehen, wie sie zuerst ihren Rücken angefaucht hat, bevor sie den Schwanz in den Pfoten genommen hat. Sie konnte wahrscheinlich die Ursache von der Störung nicht exakt lokalisieren.

Ich habe den Knoten endlich vollständig entfernen können. Sie hatte mir dabei letzte Woche die Hände total zerfetzt. Jetzt hat sie eingesehen, dass ich ihr nichts Böses tun wollte, und hat mir erlaubt, den Rest zu schneiden. Der Knoten war riesig. Sie hat nun eine große Fläche auf dem Rücken, wo die Haare ganz kurz sind und eine andere Farbe haben, weil sie nah an der Haut viel heller sind. Als ich fertig war, hat sie laut geschnurrt und viel geschmust. Ihr geht’s deutlich besser, und ich bin erleichtert, dass es vorbei ist. Unglaublich, was für Folgen eine inkompetente Katzenbetreuung haben kann.


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Mein Schwanz, dieser Feind

Ich hatte mich schon gefragt, warum ich in der Wohnung heute Morgen so viele Katzenhaare gesehen habe, obwohl ich gestern vor der Arbeit noch gründlich staubgesaugt hatte. Die Antwort: Meine Katze dreht gerade durch.

Ich war im Wohnzimmer, als sie mit ihrem Lieblingsspielzeug im Maul herein gekommen ist (eine kleine Stoffente, die sie als Kätzchen als erstes Geschenk von meiner Mami bekommen hat). Sie hielt die Ente ungewöhnlich fest zwischen ihren Zähnen und knurrte vor sich hin. Ich habe zuerst gedacht, sie hätte Zahnschmerze, aber heute Morgen hat sie ganz normal gegessen. Nach einiger Zeit hat sie die Ente fallen lassen, sich um sich gedreht und ihren Schwanz in beiden vorderen Pfoten gefangen. Gar nicht spielerisch, wie ich es aus ihrer Kindheit kenne. Sie hat ihren Schwanz böse angefaucht, die Krallen richtig reingesteckt, gebissen und dicke Haarbüschel herum gestreut. Dabei muss sie sich weh getan haben, und es kamen noch mehr lautes Geheul und erneutes Angreifen…

Sie muss sich vor kurzem irgendwie am Schwanz verletzt haben. Gestern und heute Nacht hat sie noch nichts von diesem Verhalten gezeigt, obwohl heute Morgen so viele Haare zu finden waren. Gerade hat sie aufgehört, ihren Schwanz anzugreifen, und liegt unter dem Couchtisch. Ganz wohl geht’s ihr nicht, da sie ab und zu den Boden mit dem Schwanz schlägt. Ich fürchte, so bald sie wieder aufsteht, fängt das ganze Theater wieder an.

Das ist ihr schon einmal passiert, einige Jahren her. Damals hatte sie sich genau wie heute verhalten – drei Tage lang, auch nachtsüber. Wenn ich ihren Schwanz untersuchen durfte, konnte ich eine angeschwollene Kruste unter den dicken Haaren spüren. Ich hatte vieles probiert, um sie abzulenken: Leckerlies, intensives Spielen, schmusen, nichts hat geholfen. Was endlich geklappt hatte, war ein Vorschlag von meiner Mami am Telefon: Ein ernster Schlag auf dem Po. Ich wollte es gar nicht machen, aber es war effektiv. Sie hatte mich auf einmal ganz überrascht geschaut, sich in eine Ecke hingelegt und ihren Schwanz gar nicht mehr angefasst.

Jetzt warte ich ab. Vielleicht kann ich ihr die (sehr langen) Haare am Schwanz schneiden, um ihn besser zu untersuchen. Vorausgesetzt, sie lässt mich dran, und das ist gar nicht selbstverständlich, da ich immer noch dabei bin, Stück pro Stück ihren Knoten auf dem Rücken zu entfernen. Das gefällt ihr gar nicht und sie ist jetzt sehr misstrauisch, wenn ich sie von hinten anfasse. Ich könnte auch versuchen, ihr Schmerzmittel zu geben, damit sie ihren Schwanz vergisst, bis er wieder geheilt ist. Ich muss beim Tierarzt fragen, was ich benutzen kann.


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Katzenbetreuung

Als ich vom Urlaub zurück gekommen bin und meine Wohnung betreten habe, habe ich mich gleich um meine Mieze gekümmert, die von einer Katzensitterin aus meinem Viertel betreut wurde. Das war nicht so einfach, eine Betreuung zu finden. Für das verlängerte Wochenende bei meinen Eltern hatte ich schon danach gesucht. Bei meinen Suchen auf Google bin ich immer wieder auf die Agentur Mary Poppins[1] gestolpert, die mir mit ihren auf Führungszeugnis geprüften Betreuern am meisten einen seriösen Eindruck gemacht hat. Auf ihrer Webseite verspricht sie

während der Arbeitszeit, während des Urlaubs oder einfach nur, wenn unerwartet Bedarf besteht […] einen liebevollen und zuverlässigen Katzensitter in Berlin – auch für eine spontane und kurzfristig Katzenbetreuung.

Interessant. Eine „spontane und kurzfristige Katzenbetreuung“ war genau das, was ich suchte. Ich habe am Freitag, eine Woche vor dem Wochenende, angerufen. Niemand ging dran. Am Montag konnte ich jemanden erreichen. Die Betreuung sollte ab dem Donnerstag statt finden. Die Frau wollte wissen, wo ich wohne. „Oh, so weit weg, ich werde bis Donnerstag niemanden finden können“, war ihre Reaktion auf meine Antwort. Enttäuscht. Ich wohne nicht in Mitte, aber immer noch in Zone B, und bin gut mit ÖPNV zu erreichen. Ich habe meinen Hausmeister nach Rat gefragt, und er hat mir eine Nachbarin empfohlen, die gerade Zeit hatte.

Ich wollte sie jetzt nicht so schnell wieder wegen Katzenbetreuung belästigen, selbst wenn sie sagte, sie hätte sich gerne um meine Mieze gekümmert. Das glaube ich, und meiner Katze ging’s sehr gut, als ich zurück gekommen war. Aber ich hätte den Eindruck gehabt zu übertreiben, obwohl sie sich damals über die leckeren mitgebrachten Spezialitäten aus meiner Gegend gefreut hat. Ich habe erneut nach Katzensittern in Berlin gegoogelt. Auf betreut.de[1] konnte ich viele selbst angemeldete Betreuer finden, aber um Kontakt aufnehmen zu dürfen, musste man gleich eine Premium-Gebühr bezahlen. Ohne zu wissen, ob die kontaktierte Person antwortet, oder zuverlässig ist. Ich habe mein neu erstelltes Konto gleich wieder gelöscht.

„Versuch’s doch wieder bei Mary Poppins“, habe ich mir gedacht. Diesmal mit mehr Vorlaufzeit, zwei Wochen vor meiner geplanten Abreise. Von einer „spontaner“ Betreuung kann schon mal keine Rede mehr sein. Wieder niemanden am Telefon erreicht. Was treiben sie denn die ganze Zeit? Ich habe das Kontaktformular benutzt, um eine Email zu schicken. Am folgenden Montag, nachmittags, kam eine Antwort. Drin stand ein Angebot, mit einer Angabe über minimalen Tagessatz und dem Hinweis, dass ich die Person selber anstellen müsste, da die Agentur nur Ermittlungen macht. Ich sollte zurück antworten, ob das Angebot mir passt. Habe ich gemacht, mit einem unangenehmen Eindruck, da ich nicht genau weiß, wie viel ich am Ende wirklich bezahlen muss. Ich dachte, ich würde dann die Kontaktdaten der Person bekommen. Aber nein, die nächste Email, am nächsten Tag, enthielt eine Rechnung der Ermittlungsagentur (59,50€) und den Satz: „Nach Zahlungseingang werden wir Ihnen den Kontakt zur Betreuerin benennen. Diejenige nimmt mit Ihnen dann kurzfristig Kontakt auf, um sich mit Ihnen abzustimmen.“ Moment mal. Auf deren Webseite steht doch in der rechten Seite unter „Zufriedenheitsgarantie“, nicht zu übersehen:

Sie bezahlen unseren Service erst, wenn Sie mit der Vermittlung zufrieden sind.

Wie soll ich wissen, dass ich mit der Vermittlung zufrieden sein werde, wenn ich vorher bezahlen muss? Außerdem fand ich das Senden der Rechnung merkwürdig. Keine PDF-Datei im Anhang, sondern eine abgescannte Kopie der Rechnung, im unsauberen JPG-Format. Unpraktisch, man kann BIC und IBAN nicht mit der Maus einfach kopieren und einfügen. Ich habe mit Martin diskutiert, ob ich wirklich bezahlen sollte, habe es am Ende gemacht. Nun, ich wusste nicht, wie lange die Überweisung dauern würde. Ich habe den Umsatzauskunft als PDF-Datei geschickt, mit der Bitte, möglichst schnell einen Kontakt mit der Betreuerin herzustellen, da das Datum für meine Abreise sich näherte. Zwei Tage vor meiner Abreise bekam ich eine Antwort, und am Abend rief mich die Betreuerin an. Also, die „spontane und kurzfristige Katzenbetreuung“ ist glatt gelogen. Sowie die „Zufriedenheitsgarantie“.

Wir haben uns für den kommenden Tag verabredet. Zum Glück hat sie gepasst. Musste sie ja. Ich hätte schlecht ablehnen können, da ich sonst in der knappen Zeit niemanden mehr hätte finden können (außer vielleicht die Nachbarin). Von ihrem Verhalten mit meiner Mieze her habe ich sofort gemerkt, dass sie viel mehr mit Hunden zu tun hat. Niemand streichelt eine Katze so unsanft auf dem Rücken. Vor allem eine mit langen Haaren. Ihr hat es auch nicht gefallen, und sie hat gleich die Pfote geschickt und gefaucht. Fast hätte sie gebissen. Ich habe zur Sicherheit der Katzenbetreuerin gezeigt, wo ich Verbandskasten und Desinfizierungsmittel habe.

Als ich vom Urlaub zurück gekommen bin, habe ich meine Mieze in die Arme nehmen wollen, wie immer, wenn ich nach Hause komme. Sie wirkte ein bisschen benommen, dass ich so lange weg war, und hat lieber am Boden bleiben wollen. Ich habe mit ihr geschmust. Auf ihrem Rücken habe ich sofort einen riesigen Knotenpaket gespürt. Mist. Das war lange nicht mehr passiert. Das muss ich jetzt entfernen, und es wird ewig dauern. Den Kamm kann ich vergessen. Ich darf sie schon im Normalfall kaum kämmen, nur wenn sie durch Leckerlies gerade abgelenkt ist. Ihre Haut ist sehr empfindlich. Die Knoten ziehen zusätzlich ständig dran, was eine Reizung für sie ist. Und das Kämmen funktioniert nur bei kleinen Knoten. Der ist jetzt so dick, dass nur noch die Schere hilft. Ich habe bei Fressnapf eine Effilierschere gefunden. Hoffentlich kann sie mir die Arbeit erleichtern.

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Haustiere

Seit meiner frühesten Kindheit bin ich daran gewöhnt, mit Haustieren zu leben. Mein Vater hat gerne deutsche Schäfer gehabt. „Zum Schutz“. Ursprünglich waren sie ständig in unserer Etagenwohnung in meiner Geburtsstadt, später nur noch im Garten der Villa, die er selber Jahre lang an Wochenenden gebaut hat. Daher weiß ich, dass ich keine große Hunde mag. In Erinnerung habe ich die stinkende Stelle im Garten behalten, wo die Hunde ihre Exkremente hinterlassen haben, und die Gelegenheiten, als sie sich aggressiv verhalten haben. Das regelmäßige Bellen hat mich auch gestört, sowie der Eigengeruch von Hunden. Ich habe mich immer möglichst fern von ihnen gehalten. Eine kleine Hündin mit grauen Haaren hatten wir auch. Sie war nicht größer als eine Katze. Mit ihr bin ich im Sommer häufig in den Voralpenbergen um das Dorf gejoggt und gewandert.

Bei Katzen ist es anders. Wir haben immer mehrere gehabt. Die allererste Katze war eine Haustiegerin namens Daisy. Wir hatten sie von einer Freundin meiner Mami bekommen, weil sie sie in ihrer neuen Wohnung nicht behalten durfte (ich erinnere mich an einen Tag, als meine Mami mit geöffneten Fenstern die Wohnung geputzt hat, eine große Fliege herein gekommen und aus dem Fenster weg geflogen ist, und wie Daisy hinterher gesprungen und ganz überrascht in den Feigenbaum im Innenhof gelandet ist). Mein Vater hat sich immer als Katzenfeind angegeben, aber er ist es gewesen, der die meisten Kätzchen gerettet und nach Hause gebracht hat. Deswegen habe ich morgens regelmäßig die Blutspuren von kleinen Tieren vor der Haustür gewischt. Der Kater meiner Schwester hatte uns einmal sogar eine sauber geschnittene kleine Leber vor der Tür gelassen. Ich habe sie direkt zum Mülleimer gebracht.

Ich habe nie die Absicht gehabt, selber eine Katze zu haben. Zum einen habe ich immer nur in Stadtwohnungen gelebt. Eine Katze könnte nie raus gehen, weil die Gefahr so groß ist, dass sie überfahren wird. Genau diesen Schicksal hatte unsere Hündin, als sie eines Tages aus dem ausnahmsweise geöffneten Tor entlaufen ist (mit ihrer Haarfarbe war sie kaum aus dem Asphalt zu unterscheiden). Zum anderen hätte ich nicht mehr die Freiheit, einfach so Ausflüge am Wochenende zu machen, weil ich mich jedesmal um die Versorgung der Katze kümmern müsste.

Als ich vor meiner Rückkehr nach Deutschland in der Villa meiner Eltern gelebt habe, waren sie gerade dabei, sich zu trennen. Eine Scheidung war geplant und die Villa musste verkauft werden. Ich habe häufig Zeit im Dorf verbracht, weil wir keine Internetverbindung zu Hause hatten, was meine Arbeitssuche besonders erschwerte. Als ich endlich einen neuen Vertrag bekommen habe, in dem Institut, in dem ich meine Doktorarbeit gemacht hatte, war ich eines Tages im Internetcafé, als meine Mutter anrief. Sie musste gleich zurück zu Arbeit und jemand wäre zu Hause zu Besuch. Um die Villa zu kaufen, dachte ich. Aber nein, „jemand“ war ein sechs Wochen alter Haarball, der ganz leise vor sich hin miaute. Meine Katze. Meine Mami meinte, da ich in Kürze nach Deutschland umziehen würde, wollte sie mir eine Katze geben, damit ich mich nicht zu sehr alleine fühle. Ich fand die Idee am Anfang komisch. Ein paar Tage lang ist sie ohne Name geblieben, bis ich mich für „Chipie“ entschieden habe. Ich habe später enttäuscht festgestellt, dass dieser Name bei weiblichen Katzen sehr häufig in Frankreich verwendet wird.

Ich wollte ursprünglich Grenzen ziehen und ihr zum Beispiel nicht erlauben, bei mir im Bett zu schlafen. Als sie es aber nach mühsamen Versuchen endlich geschafft hatte, aufs Bett zu kommen, und so stolz anfing, vor sich hin laut zu schnurren, habe ich es nicht übers Herz gebracht, sie wieder herunter zu bringen. Sie war so leicht, dass ich immer Angst hatte sie zu verletzen, wenn sie neben mir gelegen hat. Seitdem verbraucht sie nachtsüber einen erheblichen Teil meines Bettes, und ich darf selber gucken, wie ich gemütlich schlafen kann. Und wehe, ich wage es, mich zu bewegen! Sofort fängt sie an zu fauchen und meine Füße durch die Decke zu beißen. Was ich natürlich nicht einsehe, deswegen schmeiße ich sie runter vom Bett. Seitdem Martin bei mir schläft, hat sie sich beruhigt. Sie traut sich noch nicht ganz, sich mit ihm frech zu verhalten. Süß ist sie aber auch. Schmusattacken sind bei ihr üblich. Morgens holt sie mich aus dem Bett, wenn ich nach dem Wecker zu lange brauche, um aufzustehen (mir ist klar, dass sie auf ihr Frühstück wartet). Ich darf nicht duschen, ohne die Tür vom Badezimmer offen zu lassen, weil sie sonst an der Tür kratzt und miaut (wie kleine Kinder, wenn sie plötzlich merken, dass Mami nicht mehr im Raum ist). Und wenn ich zu lange abwesend bin, wie letzte Woche, beschwert sie sich bei meiner Rückkehr deutlich, obwohl ich immer dafür sorge, dass jemand auf sie aufpasst.


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Im Zug nach Frankfurt

Ich war heute nur vormittags bei der Arbeit. Mein IT-Kollege hat seit gestern Urlaub. Dafür haben wir seit Montag eine neue Mitarbeiterin im Büro. Ganz frisch aus ihrer Doktorarbeit. Ich bin immer noch nicht daran gewöhnt, mit anderen Frauen zu arbeiten. Wenn ich am Rechner sitze, arbeite ich halt. Konzentriert. Jetzt muss ich ab und zu auch Small Talk leisten. Das stört mich. Und sie fühlt sich jedesmal angesprochen, wenn ich beim Arbeiten mal ein bisschen laut seufze oder vor mir hin fluche (gerade wenn ich vergessen habe, dass sie im Zimmer auch ist, hinter ihrem Bildschirm versteckt). Leises Fluchen ist normal in unserem Zimmer, mein IT-Kollege macht es genau so. Heute Morgen fragte sie mich, was los war. Ich: „Ach, ich habe bloss ein Fehler gemacht.“ Sie meinte antworten zu müssen, „Dann lösche es wieder weg!“ Wie eine Mutter mit ihrem Kind sprechen würde, obwohl sie gut zehn Jahre jünger ist. Ohne eine Ahnung darüber zu haben, was ich gerade machte. Mit Programmierung hat sie gar nichts am Hut (das wird auch klar, mit der Art, wie sie mit ihrem Rechner umgeht). Ich habe sie als blöde Zicke kategorisiert. Und ich muss sie für die nächsten Jahre ertragen.

Zum Glück war ich früh weg. Wir fahren ja mit Martin zu seiner Familie nach Frankfurt. Zu zweit lässt sich die lange Fahrt schon viel besser ertragen. Ich habe das Buch The Ocean at the End of the Lane von Neil Gaiman mitgenommen, ein wunderschönes Buch, wie viele von ihm. Martin hört gerade Musik und schläft halbwegs. Am Tisch auf der anderen Seite vom Gang saß bis vor Kurzem ein Mann um die vierzig. Ich war angenehm überrascht, als er sein Mittagessen auspackte und sich eine frische gelbe Paprika zubereitet hat. Es roch sehr lecker. Mal was Anderes als die stinkende billige Salami.

In knapp zwanzig Minuten sind wir endlich da. Ich bin gespannt. Das einzig blöde ist, dass ich keine Betreuung für meine Katze am Wochenende gefunden habe. Meine beiden vertrauten Nachbarn sind momentan gar nicht da. Die neu eingezogene Familie will ich gar nicht fragen. Sie nerven, wie sie so häufig beim Hausmeister fragen, ob ich ihnen meinen Parkplatz überlassen könnte (es gibt nicht genug Parkplätze für alle und unsere vorherige Nachbarin hatte kein Auto). Nein habe ich schon gesagt. Auch wenn ich es nicht so häufig benutze, finde ich es sehr praktisch. Sie müssen doch gesehen haben, dass er gelegentlich benutzt wird. Egal. Ich frage sie nichts, damit haben sie nichts von mir als Gegenleistung zu erwarten. Ich habe jetzt überall Futter für die Mieze in die Wohnung verteilt. Zwei Schalen Wasser habe ich vorbereitet. Sie wird die zwei Tage ohne mich aushalten müssen. Ich muss unbedingt nach Katzensittern suchen.


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Brüderchen zu Besuch

Es war sehr kurz. Sonntag angekommen, heute schon abgereist. Da ich gearbeitet habe, haben wir uns nur abends gesehen. Tagsüber war er mit seiner Freundin in der Stadt unterwegs.

Am Sonntagabend habe ich Tartiflette mit einem grünen Salat vorbereitet. Vom Wetter her passte es perfekt, es war so kalt. Ich habe sie im letzten Moment gemacht, da sie spät gelandet sind und ich das Wochenende bei Martin verbracht hatte. Sie haben es noch geschafft, sich auf dem Weg vom Flughafen mit dem Leihwagen trotz Navi zu verfahren, so dass ich genug Zeit hatte, das Abendessen zu vorbereiten. Sie haben sonst nicht bei mir geschlafen. Sie hatten sich einen Hotelzimmer gebucht, obwohl ich genug Platz zu Hause habe. Es war anscheinend sehr günstig, und mein Bruder wollte mich nicht stören. Tja…

Am Montag waren sie so müde von den ganzen Sehenswürdigkeiten, dass sie früh zum Hotel gegangen sind. Dafür hat Martin zum ersten Mal bei mir geschlafen. Es hat mich verblüfft, dass meine Katze ihn so gut toleriert hat. Obwohl, eigentlich habe ich früh gemerkt, dass sie ihn gerne hat. Ich habe nie gesehen, dass sie sich von anderen Personen so schnell anfassen lassen hat. Und sie hat es noch nie erlebt, dass jemand mit mir schläft. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass es sie gar nicht gestört hat. Das blöde ist, dass Martin allergisch ist und Tablette schlucken muss, wenn er bei mir ist.

Wir haben vorgestern und gestern abends zusammen mit meinem Bruder und seiner Freundin in der Stadt gegessen. Ich hatte ihnen schon von Martin erzählt. Ein Glück, dass er Französisch spricht, so konnten wir alle ohne Problem reden. Gestern haben wir die Beiden direkt am Hotel getroffen. Auf dem Weg dahin ist eine Frau an uns vorbei gegangen. Sie hat sich uns genau betrachtet, und besonders Martin. Als sie an mir vorbei ging sagte sie plötzlich ganz leise „Scheiße“ zu sich. Martin hat davon gar nichts gemerkt. Die Frau hat er wahrgenommen, aber nicht den Eindruck gegeben, sie zu kennen. Vermutlich hat sie geglaubt, einen anderen Mann erkannt zu haben. Vielleicht kennt sie jemanden, der ähnlich aussieht, und dachte, er würde mit mir fremd gehen…

Heute ist Brüderchen schon weg. Er hatte nur eine Woche Urlaub, war schon bei der Familie seiner Freundin in Italien, und morgen will er zu unserer Schwester fahren. Was für ein Stress, wenn Familienmitglieder so weit von einander leben…


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Umzug überstanden

Wir sind gestern vormittags los gefahren. Mein Helfer hatte einen Freund mitgebracht, damit sie sich beim Fahren abwechseln können. Ich habe es gerade rechtzeitig geschafft, die Kartons fertig zu packen. Natürlich habe ich Kleinigkeiten in der alten Wohnung vergessen. Die Wanduhr hängt immer noch in der Küche, und ich habe meine schöne von meiner Mami geschenkte Tischdecke auf dem Küchentisch liegen lassen. Ich sollte irgendwann im Herbst für einen Vortrag an der Uni zurück kommen, vielleicht kann meine Vermieterin die Sachen bis dahin für mich sicher stellen.

Am schwierigsten war es, die Katze zu überzeugen, in ihre Reisetasche zu gehen. Es ist mir nicht gelungen. Ich musste es am Ende mit Gewalt selber machen: Tasche vertikal gestellt, Katze gefangen, fauchende Katze mit ausgestreckten Krallen in die Tasche rein, vordere Klappe zu. Sie hat dann angefangen, ganz heftig zu miauen. Die kleine Decke, die ich vorbereitet hatte, lag natürlich nicht mehr schön am Boden, sondern war zusammen gefaltet auf der anderen Seite der Tasche. Sie hat sich im Treppenhaus so laut gewehrt, dass die Vermieterin uns zum Abschied nicht verpassen konnte. Ich hätte mich gerne nach all den Jahren länger verabschiedet, aber ich wollte meine Fahrer nicht zu lange warten lassen. Es wird einen ausführlichen Brief geben.

Im Leihwagen haben wir die Katze nicht zu sehr gehört. Zum einen war der Motor sehr laut. Zum anderen hat sie selber nach einer halben Stunde aufgehört, so fürchterlich zu miauen. Ich hatte sie am Anfang bei meinen Füßen gehabt. Die Sonne schien, die Tasche ist schwarz, ich habe die Fußventilation eingestellt und mit meinem langen Rock Schatten erzeugt. Gegen mittags haben wir eine kurze Pause gemacht. Mein Rücken tat weh. Nach dem Fahrerwechsel habe ich die Katze in ihrer Tasche auf meine Beine genommen. Mit einer Einweg-Pipette aus dem Chemie-Labor konnte ich ihr während der Fahrt Wasser durch die Löcher der Tasche zum trinken geben. Sie hat nach fünf Stunden Fahrt trotzdem angefangen, ganz heftig zu heucheln. Eine halbe Stunde vor Ende der Reise wurde sie ganz unruhig und fing an, sich in der Tasche ständig zu bewegen. Ich war froh, als wir endlich angekommen sind. Wir hatten Glück, weil sie sich gar nicht übergeben hat, und sonst auch nicht die Tasche als Klo benutzt hat. Es war für mich mit sieben Stunden Fahrt nicht selbstverständlich, deshalb hatte ich eine Decke in die Tasche vorbereitet.

Da ich für die Wohnungsübergabe nicht da war, hat es Mieke, eine Kollegin, für mich gemacht und die Schlüssel geholt (ich könnte eigentlich eindeutig „meine“ statt „eine“ sagen, da alle meine anderen Kollegen männlich sind, außer die Studentin). Sie hatte auf uns vor dem Haus gewartet. Die Wohnung und die Lage haben ihr so gut gefallen, dass sie sich jetzt ernsthaft überlegt, in das Haus umzuziehen, weil der Hausmeister ihr gesagt hat, dass eine bald frei wird. Es wäre toll, sie als Nachbarin zu haben. Beim Ankommen habe ich meine Helfer die Kartons hoch tragen lassen und bin mit der Katze zum Badezimmer gegangen. Ich habe sofort ihr Klo vorbereitet, damit sie einen vertrauten Geruch zu riechen bekommt. Sie war noch ganz aufgeregt und hat im Haus weiter gehechelt. Ich habe ihr noch ihre Schüssel mit Wasser gebracht und habe sie im Badezimmer in Ruhe gelassen.

Die Wohnung ist wirklich klasse. Ich hatte sie schon nicht mehr so gut in Erinnerung gehabt. Ich werde wieder sehr viele Fenster zu putzen haben. Meine Vormieter haben es nicht gemacht, es gibt überall kleine Fingerspuren auf Zwerghöhe. Die Gegend ist wirklich traumhaft ruhig. Es ist schon laut, wenn jemand im Treppenhaus unterwegs ist, weil es ein Altbau ist, aber sonst sind meine Nachbar bis jetzt sehr leise, obwohl Kinder in der Nachbarschaft sind. Gestern hatte ein Kleinkind Geburtstag im Garten gefeiert bekommen. Ich war kurz zur Arbeit gefahren, um den Staubsauger zu holen, und habe bei der Rückkehr einen kleinen nackten blonden Zwerg auf der Wiese rumlaufen gesehen (es war wirklich sehr warm). Ich habe auf meiner Etage meine Nachbarin kennen gelernt, sie wirkte ganz nett.

Heute habe ich geputzt. Nur nicht im zukünftigen Schlafzimmer, weil dort noch alle Kartons im Weg stehen. Außer meiner Couch habe ich gar nichts. Ich brauche zuerst dringend eine Waschmaschine, einen Ständer zum trocknen für die Kleider, eine komplette Küche, einen Spiegel im Badezimmer, einen Vorhang für die Dusche, und Lampen. Und natürlich Kratzbäume. Die Katze hat sich schon gut eingelebt. Sie ist gar nicht mit rundem Rücken durch die Wohnung seitlich gehüpft, wie damals, als ich meine Wohnung vergrößern lassen hatte. Sie hat sich alle Zimmer mit tiefem und wedeldem Schwanz angeschaut. Bei jedem Geräusch spitzt sie intensiv die Ohren. Heute hat sie sich bis zum Balkon draußen getraut. Es ist ganz neu für sie. Ich lasse sie aber nur raus, wenn ich selber anwesend bin. Es hat ihr sehr gut gefallen, draußen zu sein. Heute Abend hat sie sich neben mir auf dem Sofa gelegt und hat geschnurrt. Alles gut.


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