Ich bin dran

Ich hatte es am Donnerstag geahnt. Wenn der Ehemann eine Krankheit aus der Arbeit nach Hause schleppt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es mich erwischt. Corona ist es nicht. Wir sind zwar beide geimpft, aber ich hatte den Ehemann darum gebeten, trotzdem ein Test zu machen, und das Ergebnis war negativ.

Am Freitag habe ich mich nicht so toll  gefühlt. Nachdem ich meine Aufgaben erledigt habe, habe ich relativ früh den Laptop zu geklappt. Ich hatte den ganzen Tag viel niesen müssen, das war deutlich mehr als meine übliche Morgensallergie, die ich immer noch habe. Ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren. Zum Fernsehen hat es bis zehn gereicht. Leichte Unterhaltung, Kalkhofes Mattscheibe[1]. Die Sendungen, die er parodiert, kenne ich nicht, die Pseudo-Promis auch nicht, ich hab’s schon versucht, aber Trash-TV habe ich nie aushalten können. Lustig finde ich die Sendung trotzdem. Der Abgrund vom Fernseher und vom Internet, wie ich ihn sonst nicht erlebt hätte. Bei der ich weiß nicht wievielten Werbepause habe ich doch ausgeschaltet und bin zum Gästezimmer auf der Etage gegangen, wo ich seit Montag schlafe, da der Ehemann krank war. Dem Ehemann ging’s am Freitag besser und er war zu einem Kumpel nach Berlin gefahren, aber die Nachbarn haben wieder Party gemacht[2] und oben kriege ich davon nichts mit.

Gestern habe ich mich zuerst relativ gut gefüllt. Ich bin vormittags einkaufen gegangen und habe mich riesig gefreut, mit der Kiezkatze geschmust zu haben. Sie ist erst einige Monate alt aber die Besitzer lassen sie tagsüber raus. Sie war noch ziemlich klein, als ich sie zum ersten Mal vor dem Friseursalon getroffen habe. Sie saß unter dem Baum. Ich war in die Hocke gegangen und hatte meine Hand in ihre Richtung gestreckt, sie hatte kurz „Mrrr?“ gesagt und war dann gekommen, um meine Hand zu schnuppern. Ich durfte sie schmusen, und als wir fertig waren, war sie zum Ehemann gegangen, der ein bisschen weiter weg stand, hatte ihn angemiaut und hoch zu ihm geschaut, damit er sie auch schmust. Das hatte er trotz Allergie gemacht. Seitdem treffen wir uns regelmäßig, und sie hat sich viele andere Freunde im Viertel gemacht.

Am Nachmittag hat dann meine Nase angefangen, unaufhörlich zu laufen. Ich habe Inhalationen mit den Tropfen gemacht, die ich am Dienstag für den Ehemann gekauft hatte, es hat nichts gebracht. Meine Nase ist auf der rechten Seite völlig gestopft, heute immer noch. Mein rechtes Auge weint ständig und es bildet sich Schaum am unteren Rand. Wegen der Verstopfung? Ich ertrage kein grelles Licht mehr, vom Bildschirm auch nicht, ich kann nicht länger als fünf Minuten etwas am Rechner machen. Ich mache viele Pausen beim Schreiben. Computerspielen kommt nicht in Frage. Und ständig läuft die Nase. Klar und sehr flüssig. Die Haut ist vom vielen Naseputzen wund geworden. Es ist so weit gekommen, dass ich gefaltete Taschentücher am Tisch liegen lasse und die Tropfen einfach so drauf fallen lasse, Plic, Ploc, Plic, Ploc, es nervt aber ich kann nicht mehr, ständig Nase putzen, Hände waschen, zurück zum Tisch, Nase putzen, Hände waschen, eincremen, Hände waschen, Augen trocken wischen, nochmal zurück, so schlimm habe ich frühere Erkältungen nicht in Erinnerung. Heute ist noch Fieber dazu gekommen.

Meine erste Collage[5]
Ich sitze den größten Teil der Zeit an meinem Hobbytisch und bastle. Das Einzige, was für meine Augen nicht zu anstrengend ist. Momentan schaue ich mir alte Zeitschriften an und schneide interessante Bilder heraus. Das mache ich seit einigen Monaten, ich habe mein Kleinteilemagazin dafür umgewidmet, um die Bilder zu sortieren. Ganze Seiten behalte ich in einer Mappe. Bis gestern hatte ich noch nichts damit angestellt, jetzt ist meine erste Collage als Technikübung entstanden. Der Hintergrund oben stammt von einem Wahlkampfprospekt der Grünen, zu sehen ist die Folge der Überschwemmung vom Sommer. Im unteren Bereich vom Bild war ein brauner See, ich habe ihn herausgeschnitten und durch Himmel ersetzt. Wo ich den sitzenden Mann her habe, weiß ich schon nicht mehr. Aus der Zeitschrift Jazz thing[1,3]? Ich habe sonst ganz viele Motorradzeitschriften vom Ehemann und meine Ausgaben vom Physik Journal[1] zerschnibbelt. Nicht wirklich die üblichen Collage-Zeitschriften.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] Das machen sie zum Glück recht selten.

[3] Die Zeitschrift habe ich letztes Jahr abonniert, als es hieß, die Hälfte der Einnahmen würde zur Unterstützung von Künstlern fließen. Wir hatten ein Streaming-Angebot vom A-Trane[1,4] geguckt, und die Zeitschrift wurde verlinkt. Glaube ich.

[4] Ich vermisse Berlin. Im A-Trane[1] am Savignyplatz waren wir auch ein paar Male.

[5] Na gut, meine erste analoge Collage. Digital hatte ich schon ein Versuch für eine Traum-Illustration gemacht.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Migräne-Träume

Mich hat heute nachmittags eine üble Migräne erwischt. Ich habe alle Rolladen runter gebracht, mich nach einem frühen Feierabend auf die Couch hingelegt und geschlafen. Ich hatte heute Nacht zu lange an diesem Artikel gesessen. Diese Träume waren die Folge vom Nachmittagsschlaf.

Es fing mit meinem Vater an. Wir waren nachts in einer kleiner, ruhigen Straße in einer unbekannten Stadt unterwegs. Wir liefen die Straße hoch auf dem Bürgersteig. Er sagte mir, er wäre so froh, wieder in Kontakt mit mir zu sein. Er wollte mich umarmen, was mir sehr befremdlich vor kam. So hatte er sich nie mit mir verhalten. Ich sagte ihm, er sollte mich los lassen. Als er das nicht tat, versuchte ich zu schreien, aber kein Laut kam aus meiner Kehle. Ich konnte mich irgendwie befreien, ließ ihn enttäuscht stehen und ergriff die Flucht.

Mein Vater versucht tatsächlich, wieder mit mir in Kontakt zu treten, seitdem mein Bruder verstorben ist. Jahre lang war ihm das Geld zu schade, mich auf dem Handy anzurufen, was mir recht war. Als ich ihm als Doktorandin meine Festnetznummer gegeben hatte, weil ich damals kein Handy hatte, hatte er sogar Sonntags um halb sieben morgens angerufen. Ich hatte mir deswegen angewöhnt, nachtsüber den Stecker auszuziehen. Mein Bruder hatte geklagt, dass mein Vater ihn ständig angerufen hatte, jedes Mal, wenn er sich mit seiner Freundin gestritten hatte. Den Mist will ich jetzt nicht ausbaden. Zurück zum Traum. Ich war vor vielen Jahren mal mit ihm und seiner aktuellen Freundin an der Strandpromenade in Fréjus unterwegs, wo sie zusammen leben, als ich noch dachte, ich hätte eine morale Pflicht, ihn zu besuchen. Hah. Das war ihm sowas von egal. Der war schon ein paar mal mit ihr in den Urlaub verreist, obwohl ich angekündigt hatte, genau dann in die Gegend zu kommen. Jedenfalls. An dem Tag meinte seine Freundin, er sollte Arm in Arm mit mir laufen, das fände sie schön, wir hätten sicherlich viel zu diskutieren. Das fand ich eine bescheuerte Idee, aber weil seine neue Freundin es verlangte, wollte er das auch tun, um sich vor ihr gut darzustellen. Das war richtig befremdlich. Mit mir hat sich mein Vater nie lieb verhalten, ich hatte als Kind eher Ohrfeigen von ihm bekommen, wann immer er drauf war, und er war häufig drauf. Richtige Diskussionen gab es nie. Was ich tue hatte ihn nie interessiert, oder nur, wenn er sich vor seinen Kumpels wichtig tun wollte, weil ich studiert hatte.

Nächster Traum.

Ich war in meiner aktuellen Wohnung. Es war dunkel, alle Rolladen waren runter. Im kleinen Flurbereich zwischen Küche und Treppenhaus zur Etage hatte ich einen Korb mit Austern am Boden gelassen. Eine Auster sprang plötzlich aus dem Korb und lief herum, ohne ihre Schale. Um sie wieder zu fangen, habe ich den Spülbecken in der Küche verstopft und das Wasser laufen lassen. Das Wasser ist gut zwanzig Zentimeter in die Wohnung hoch gekommen. Ich habe die kleine Auster wieder gefunden, mitten in der Küche. Sie hatte auf dem Rücken eine Art Umhang, braun rötlich, womit sie super schnell im Wasser schwimmen konnte. Sie beschloss, mich anzugreifen.

Ich flüchtete ins Treppenhaus. Oben waren meine beiden Geschwister. Ich bat meinen Bruder um Hilfe. Als er zur Küche runter kam, war er entsetzt, dass alles unter Wasser stand. Er fing an, das ganze Wasser zu entfernen. In der Zeit blieb ich oben mit meiner Schwester. Sie war gekommen, weil ich an dem Tag viele Termine hatte, in der Mittagspause zum Arzt musste und um drei eine Telekonferenz mit einem Kunden hatte. Ich konnte unmöglich alles schaffen, und sie hatte sich angeboten, mich mit dem Auto zum Arzt zu bringen.

Als ich wieder in die Küche kam, war das Wasser weg. Mein Bruder wischte den Parkettboden vor dem Badezimmer. Ich habe gedacht, toll, jetzt werde ich die Auster nicht wieder finden. Ich habe überall auf dem Boden gesucht, aber es war zu dunkel. Ich habe die Rolladen hoch gezogen und bin zum Badezimmer gegangen, wo mein Bruder im Bad lag. Ich habe mich für das Bodenwischen bedankt und mich weiter auf die Suche nach der Auster gemacht.

Ich fand sie unter dem Herd. Die Auster war es nicht. Es war Chipie, und sie war richtig sauer. Sie stürzte sich mit ihren Krallen auf mich und wollte meine Beine durchbeißen. Ich versuchte sie zu beruhigen, und da fiel mir auf, dass sie einen riesigen Schnitt in der rechten Schulter hatte. Es war, als ob jemand sie mit einem Messer aufgeschnitten hätte. Es gab klein Blut auf dem Fell, aber die Wunde klaffte und man konnte drin Knochen und Fleisch sehen. Kein Wunder, dass sie sich so wütend verhielt. Meine Schwester kam die Treppe runter. Ich sagte ihr, wir hätten einen medizinischen Notfall, Chipie müsste sofort zum Tierarzt, und es wäre egal, wenn ich nicht zum Arzt gehen würde. Meine Schwester meinte, unsere Mutter müsste zuerst zurück nach Hause kommen, bevor wir weg fahren können. Wann würde sie zurück kommen, fragte ich. Um zwölf. Wir hätten gerade halb zwölf. Eine halbe Stunde erschien mir viel zu lang.

Ich bin aufgewacht, kurz bevor der Ehemann nach Hause gekommen ist. Zwanzig Uhr. Der zweite Traum hat mich richtig gestört, sind doch sowohl mein Bruder als auch meine Katze gestorben. Wenigstens ist die Migräne weg.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Alleine und orientierungslos

Ich saß auf der Hinterbank eines Autos. Rechts von mir saß der Ehemann. Mein Vater fuhr, meine Mutter saß auf dem Beifahrersitz. Wohin wir wollten, keine Ahnung. Mein Vater raste. Es war mir viel zu schnell und ich habe ihn darum gebeten, langsamer zu fahren. Das hat er mir übel genommen. Er hat das Auto an der Ampel von einer großen Kreuzung angehalten, uns alle samt Gepäck raus geschmissen und ist mit dem Auto, ein porscheähnlicher tiefer, schwarzer Sportwagen, geradeaus weg gerast. Der Motor war nicht zu überhören. Ich habe gedacht, er soll geblitzt werden, oder sogar in einem Unfall verwickelt werden, es würde ihm recht geschehen.

Ich war mit dem Ehemann und meiner Mutter in einer Art Notunterkunft. Wir waren in einem großen Raum im Erdgeschoss mit einem riesigen Glasfenster zur Straße. Ich lag auf einem großen Bett rechts vom Ehemann und kraulte seine Brustbehaarung[1]. Es war nachts. Ich habe Hunger bekommen und bin aufgestanden, um mir etwas zum essen zu holen. Es gab Salat mit Thunfisch und Kichererbsen, in einem durchsichtigen Plastikbehälter. Ich habe mich mit dem Salat an einem Tisch hingesessen und habe gleichzeitig an meinem Dienstlaptop gearbeitet. Eine Katze ist aus der hinteren Seite vom Raum gekommen, bei der Toilette. Ich bin mit dem Salat aufgestanden und habe mich bei ihr hingekniet, um ihr Thunfisch anzubieten. Die Katze war zuerst frech, hat aber am Ende doch den Thunfisch aus meiner Hand gegessen. Ich habe gedacht, wie würde mir die Finger abbeißen. Mehr Katzen sind angekommen, sie haben sich unfreundlich verhalten.

Als ich zurück zum Tisch gekommen bin, fehlte mein Laptop. Ich habe ihn an einem anderen Tisch gefunden. Ein Mann, der für die Notunterkunft arbeitete, hatte es geöffnet und die Festplatte genommen. Ich konnte nur noch den Lüfter sehen. Der Mann meinte etwas von einem Chip. Mein Handy war auch weg. Ich habe gedacht, wir packen unsere Sachen zusammen und verschwinden von hier. Das Problem: Sowohl der Ehemann als auch meine Mutter waren nicht mehr da. Und was war mit dem Gepäck?

Ich war mit einem Taxi unterwegs. Es war tagsüber, der Himmel war bedeckt. Der Fahrer hatte mich zu einer Kreuzung gebracht, aber weiter konnte oder wollte er nicht fahren. Ich hätte auch nicht gewusst wohin. Keine Ahnung, wo ich war. Keine Ahnung, wo der Ehemann und meine Mutter verschwunden waren. Und ohne Handy konnte ich sie nicht erreichen. Beim Aussteigen öffnete der Fahrer den Kofferraum. Drin waren mein großer grauer Koffer, den Koffer meiner Mutter in Frischhaltefolie verpackt, und die orangefarbene Wanderjacke vom Ehemann. Ich habe alles zum Bürgersteig geschleppt. Drei Polizisten sind in dem Moment erschienen. Ich habe versucht, sie um Hilfe zu fragen, sie haben mich nicht beachtet.

[1] In Wirklichkeit ist er von Natur aus völlig glatt. Gar nicht meine Vorstellung vom Traumprinz.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Anstrengendes Wochenende

Am Sonntag war geplant, dass wir die Urne mit den Aschen von meinem Bruder zum Friedhof bringen. Sie war seit der Einäscherung in der Obhut meiner Mami geblieben.

Es wurde seit dem Anfang der Woche diskutiert, ob unser Département am Wochenende eine Ausgangssperre aufgehängt bekommen soll. Zum Glück ist dies nicht geschehen. Wir bleiben unter Beobachtung und müssen nur, wie auch überall in Frankreich, ab 18:00 zu Hause bleiben. Das ist hart. Ich arbeite den ganzen Tag bei meiner Mami und wenn ich Feierabend mache, ist es zu spät, um raus zu gehen. Es gibt viel zu tun. Mittags schaffe ich es nicht häufig, eine Pause einzulegen. Ich könnte um halb acht anfangen zu arbeiten, aber ich bin nicht sicher, ob ich dann tatsächlich früher Feierabend machen würde.

Bianca, die Freundin von meinem Bruder, ist am Freitag vor 18:00 zu uns gekommen. Sie wohnt in dem Haus, das mein Bruder gekauft hatte, in den benachbarten Alpes Maritimes, und dort herrscht Ausgangssperre am Wochenende. Meine Schwester konnte mit ihrem Sohn am Samstag kommen. Sie arbeitet nachtsüber für einen großen Versandkonzern (für den ich keine Werbung machen will), da ihr am Anfang der Pandemie gekündigt wurde. Das Umverpacken von Waren aus beschädigten Paketen vor dem Versand ist leider alles, was sie seitdem finden konnte. Das liegt deutlich unter ihrer Qualifikation, aber die Familie will ernährt werden und ihr Freund verdient nicht viel, seit der Pandemie.

Der Neffe wirkt wie ein kleiner Sturm. Keine Sekunde Ruhe. Mich hat er ewig nicht mehr gesehen, und ich wurde auserwählt, um mit ihm zu spielen. Er hat von seiner Tante Bianca einen aufblasbaren Schwert mit Schild bekommen und hat sich als Ritter erklärt. Ich war ein Tiger, musste auf allen vieren kriechen bis er mich mit dem Schwert getötet hat, um auf den Boden zu fallen und wieder erweckt zu werden, wodurch das Ganze wieder anfing. Über eine Stunde lang. Ich bin am Sonntag mit Muskelkater aufgewacht.

Am Sonntag, also gestern, ist der Neffe früh aufgewacht. Bianca hat ihn zur Toilette gebracht, als seine Mutter noch schlief. Meine Mami hat ihm Frühstück gemacht, und ich habe ihn zum Spielplatz gebracht, damit meine Schwester ihre Ruhe hat. Er wollte zum Spielplatz gehen, oder besser gesagt, rennen. Unterwegs hieß es dann, er wolle zur Buchhandlung, die aber geschlossen war. Er wusste nicht, dass es Sonntag war. Weiter auf dem Weg mussten wir im großen Brunnen vor der Kirche nach Fischen suchen. Es gab keine, dafür hatte jemand Steine bunt bemalt und trocken in der Mitte vom Brunnen platziert, ich musste den Neffen heben, damit er sie sehen konnte. Nach dem Brunnen kam der Platz, auf dem unter den Platanen Boules gespielt wird. Dort hat er angefangen, mit dem Sand zu spielen. Hinweise, dass der Spielplatz sich direkt neben dem Platz befindet, wurden ignoriert. Er wollte nicht mehr hin. Wir haben uns auf dem Platz gejagt. Irgendwann hatte ich ihn in die Nähe vom Spielplatz gebracht, wo er sehen konnte, dass ein Junge alleine spielte, während die Eltern mit dem jüngeren Geschwister auf einer Bank saßen. Er fragte mich, warum der Junge alleine spielen würde. „Weil du nicht dort bist“, habe ich ihm gesagt, und dann ist er doch die kleine Treppe zum Spielplatz herunter gelaufen. Endlich. Eine halbe Stunde nachdem wir das Haus verlassen hatten, wo man sonst keine fünf Minuten braucht. Es gab schöne Schaukeln und Rutschen, der Spielplatz wurde nicht lange her neu gemacht, aber die große Attraktion war ein kleiner Olivenbaum voll mit schwarzen Früchten. Der Junge kletterte gekonnt den Baum rauf und runter, dem Neffen musste geholfen werden und ich habe ihm erklärt, wo er greifen soll. Es klappte trotzdem nicht so gut und ich habe ihn hoch gehoben, damit er Oliven pflückt. Der Junge, den ich ein Jahr älter schätze, ist danach nochmal in den Baum geklettert und hat dem Neffen noch mehr Oliven gebracht. Das war richtig süß.

Der Rückweg nach Hause verlief so schwer wie der Weg zum Spielplatz. Er wollte nicht hin, und nur seine Durst hat geholfen, pünktlich zu sein, um wieder sauber zu werden und meine Schwester zu wecken, bevor wir zum Friedhof gegangen sind. Unterwegs hat er nach seinem Onkel gefragt und war verwirrt, als meine Schwester sagte, er wäre in der Box die Tante Bianca trug. Der Onkel wäre zu groß, ob er zusammen gerollt war? Er wusste schon, dass sein Onkel gestorben ist, aber wie erklärt man Einäscherung einem Vierjährigen? Ich habe meine Schwester antworten lassen, sie hat aber nichts darüber erzählt. Bestimmt später.

Am Friedhof haben wir meinen Vater und seine Freundin getroffen. Mein Vater hat seinen Enkel zum ersten Mal gesehen. Ich weiß, dass meine Schwester keinen Kontakt zu ihm haben will, aber sie hat nie erzählt warum. Das wundert mich, da er sie als Kind vergöttert hatte. Ich war die Enttäuschung, kein Junge zu sein, meine Schwester anfangs auch, aber ich alleine habe die Schläge und die Erniedrigungen bekommen, die Beiden haben vieles zusammen unternommen. Ich frage mich, was passiert ist, nachdem ich das Elternhaus verlassen habe. Ich bin früh gegangen, zuerst nur zeitweise, als ich mit vierzehn in die Oberstufe kam und unter der Woche im Internat bleiben durfte, dann, endgültig mit siebzehn, als ich mit dem ersten Freund umgezogen bin, weil ich es zu Hause nicht mehr ertrug. Hatte mein Vater in meiner jüngeren Schwester sein nächstes Opfer gefunden? Das Treffen mit ihm war kurzer Dauer. Nach dem Friedhofbesuch ist mein Vater mit seiner Freundin weg gefahren, wir sind zurück zu meiner Mami gelaufen.

Zu Hause wollte der Neffe wieder Ritter spielen. Ich war platt und habe ihm stattdessen meine billige Gitarre gezeigt, die ich hier gekauft habe, für die Zeit, die ich bei meiner Mami bleibe. Er war begeistert, hat alle seine Spielzeuge vergessen und neben mir auf meinem Bett nur noch Lieder gesungen und irgendwie an die Saiten gezupft.

Am frühen Nachmittag sind Bianca, meine Schwester und ihr Sohn weg gefahren, um vor 18:00 zu Hause zu sein. Ich war klebrig, meine Kleider dreckig, nachdem ich den Neffen nach Streitereien dazu gebracht hatte, sich die Zähne zu putzen. Geduscht, umgezogen, und auf der Couch bis sechs geschlafen. Bin ich doch froh, selber keine Kinder zu haben.

Nach dem Aufwachen habe ich dumpfe Kopfschmerze in der linken Schläfe gespürt. Um zehn war ich im Bett.

Um drei weckt mich ein lautes Miauen, und kurz danach höre ich den Gummiball vom Kater die Treppe zur Küche runter laufen. Stimmt, sein Lieblingsspiel. Das kann er richtig lange machen, Ball runter, in die Küche holen und wieder hoch tragen, und er miaut immer ganz laut, bevor er den Ball fallen lässt. Aber echt, muss es um drei Uhr morgens sein? Ich stehe auf, gehe zur Toilette, bringe die leere Klopapierrolle zum Papiermüll in die Küche, finde den Ball neben der Waschmaschine, hebe den und verstecke ihn unter meinem Kopfkissen im Bett. Nach einer kurzen Weile miaut der Kater wieder. Meine Mami wird wach und ruft ihn zu ihr. Ruhe kehrt wieder ein. Ich kann nicht mehr schlafen. Wenigstens ist die Migräne weg.

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Ein Abend auf der Terrasse

Ich war mit dem Auto zum Familienhaus meiner Kindheit gefahren. Anders als in der Realität stand das Haus oben auf einem Hügel. Mein Auto war unten geparkt, und zum Haus führte ein steiler Weg, direkt zu der Terrasse, wo ich mich befand.

Ich war alleine und es war nachts. Nein. Alleine war ich doch nicht, es gab viele Katzen. Ein Kater insbesondere. Ich habe mich auf dem kaputten Stuhl am Tisch hin gesessen und habe ihn gefragt, zu mir auf den Schoß zu springen. Er ist aber am Boden geblieben und hat mich nur geguckt.

Traumszene: Digitale Collage.

Ich habe die Augen kurz geschlossen, und das Glas Whisky auf dem Tisch ausgetrunken. Es war eine sehr dunkle Nacht und ich habe mich gefragt, ob ich den steilen Weg zum Auto ohne Unfall schaffen würde. Und es war keine gute Idee gewesen, Whisky zu trinken. Ich sollte besser hier übernachten und nicht Auto fahren. Ich bin aufgestanden und wollte rein gehen, um meiner Mutter zu sagen, ich bleibe hier.

Beim Aufstehen habe ich auf einmal den Himmel mit den Sternen wahr genommen. Die Sterne waren unglaublich hell, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Es war wunderschön. Mit dem steilen Weg direkt vor der Terrasse konnte man den Horizont nicht sehen und hatte den Eindruck, fast im All zu sein. Ich habe kurz Angst bekommen, dahin gezogen zu werden.

Ich bin ins Haus gegangen. Das leere Glas habe ich zur Küche gebracht. Meine Mutter ist aus ihrem Schlafzimmer gekommen. Ich habe ihr gesagt, dass ich lieber hier schlafe. Im Wohnzimmer saßen auf den Sessel meine Schwester, mein Bruder und mein Cousin. Alle mit erwachsenem Aussehen. Ich habe ihnen gesagt, sie sollten sich den Himmel draußen anschauen.

Ich bin vor den Anderen wieder raus gegangen. Die Sterne waren nicht mehr so hell und ich habe mir gedacht, es läge daran, dass ich zwischendurch im Haus war, wo es hell beleuchtet war. Auf einmal wurde es sehr windig. Vom steilen Weg aus kam plötzlich viel Sand mit dem Wind auf mich zu, wie eine Wand. Ich bin zum Boden geworfen worden und habe geschrien. Ich habe mich gefragt, wie ich es zurück ins Haus schaffen soll. Ich konnte nichts mehr sehen und der Wind war zu stark.

Ich bin auf der Couch aufgewacht. Viertel nach zwölf. Ich bin wohl vor dem Fernseher eingeschlafen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Im Auto unterwegs

Ich war zu Hause. In unserer aktuellen Wohnung. Ich bin zum Arbeitszimmer nach oben gegangen. Am linken Fuß von meinem Schreibtisch lag zusammen gerollt eine kleine weiß- und braunhaarige Katze. Ich ging zu ihr. Sie traute mir scheinbar nicht ganz. Wir haben uns im Flur vor dem Arbeitszimmer hingelegt und geschmust. Ich erzählte ihr von Chipie, die sie nicht gekannt haben konnte.

Szenenwechsel. Ich sitze im Auto mit dem Ehemann. Hinter uns ist Chipie. Wir sind in der Stadt. Das Wetter ist herrlich sonnig. Der Ehemann steigt mitten auf der Straße aus dem Auto aus, um etwas zu erledigen. Ich soll auf ihn warten.

Der Ehemann kommt nicht zurück und ich überlege, ob ich nicht selber weiter fahren soll. So schwer kann es nicht sein. Ich setze mich auf seinen Sessel. Die Ampel ist gerade wieder rot geworden, aber obwohl hinter mir ein Auto steht, beschwert sich noch niemand.

Ich stehe auf der linken Spur und blinke, um in die kleine Straße links abzubiegen. Die Kurve ist scharf, aber ich schaffe es. Ich fahre die Straße runter, die immer enger wird. Sie wird nicht mehr asphaltiert, Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs.

Ich komme zu einem großen grünen Fleck hinter einem mir bekannten Gebäude, das in der Nähe von unserer Wohnung stehen soll. Es ist schwer, weiter voran zu fahren. Ich trete, denn das Auto hat sich in ein Fahrrad, von der selben Farbe, verwandelt. Ein schweres Fahrrad. Es ist immerhin ein altes Diesel-Polo. Chipie läuft im Feld neben mir. Ich muss aussteigen und das Fahrrad schieben, ich schaffe es nicht mehr.

Der Ehemann geht aufs Klo. Ich wache auf. Halb sieben.


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Traum am Samstagvormittag

Es war ein sonniger Vormittag. Der Ehemann und ich haben beschlossen, bei einer uns noch unbekannten kleinen Bäckerei zu frühstücken. Als wir ankamen, war aber niemand hinter der Theke. Außer uns war überhaupt niemand im Laden. Wir haben gestanden und gewartet, bis eine andere Kundin herein kam und den Ehemann grob schubste, um sich vorzudrängeln. Ich habe protestiert, aber die Frau hat es einfach ignoriert und sich noch ungefragt zu uns hingesessen, als das Warten zu lange wurde, obwohl andere Tische frei waren.

Wir saßen zu zweit an einem Holztisch in einem kleinen Biergarten. Es war sonnig. Der Ehemann wollte zur Toilette und meinte, er würde sich auf dem Weg dahin noch ein Bier bestellen. Bevor er zurück kam, brachte ein Kellner eine Cranberry-Schorle zu unserem Tisch. „Mein Mann wollte doch ein Bier“, sagte ich. „Bier haben wir leider nicht mehr“, antwortete der Kellner. Als er weg ging, kamen neue Leute an, die sich an einen Nachbartisch hinsetzen wollten. Der Kellner sagte ihnen, sie müssten weg von hier, weil es zu viele Gäste gäbe, er käme nicht mehr dazu, sie alle zu bedienen. Die Leute haben den Biergarten beleidigt verlassen. Der Ehemann kam zurück und wunderte sich über die Schorle. Die wollte er nicht haben. Bevor wir gingen, sollte ich doch zur Toilette, meinte er, es wäre hübsch angerichtet. Ich ging, konnte die richtige Tür hinter der Bar aber nicht finden. Es gab viele ganz kleine Türe, durch die eine erwachsene Person unmöglich gehen konnte. Als ich die paar Stufen runter zur Bar ging, um zurück nach draußen zu gehen, bin ich ausgerutscht. Statt aber auf dem Rücken zu landen, habe ich angefangen in der Luft zu schweben. Wie geil ist das denn?

Ich bin aufgewacht. Menno, gerade als es interessant wurde! Der Ehemann lag wach neben mir und ich habe ihm meinen Traum erzählt.

Wir gingen eine Straße entlang in der Stadt. Wir waren gerade bei einer Tram-Haltestelle. Rechts Schienen, links Schienen. Vereinzelte Autos fuhren an uns vorbei. Es war ein sehr ruhiger Sommertag. Die Sonne schien, der Himmel war blau. Auf einmal sah ich einen riesigen Greifvogel weit über uns kreisen. Ich zeigte ihn dem Ehemann, der mit seiner Kamera begeistert anfing, wild zu fotografieren. Als der Vogel näher kam, wurde er größer und größer. Er landete hinter der Haltestelle und als seine Flügel noch breit gestreckt waren, konnte ich sehen, dass seine ganze Brust voll mit Krallen bedeckt war. Der Vogel stand da, fast ganz schwarz, und war so groß wie ein Mann. Mir wurde es zu unheimlich und ich lief davon, während der Ehemann noch fotografierte.

Ich ging die Straße weiter hoch, als eine große Katze mich überholte. „Och, Katze, süß“, dachte ich zuerst, bevor ich merkte, dass sie völlig aufgeregt war. Sie fauchte und grollte, was das Zeug hielt, und rannte weiter weg. Ich folgte ihr und kam zu drei anderen kampfbereiten großen Katzen, zu denen die, die mich überholt hatte, sich zugesellte. Vorsichtshalber bin ich zur anderen Straßenseite gegangen. So ein Verhalten kannte ich bei Katzen nicht. Mehr und mehr Katzen kamen an und plötzlich war ein großer, schwarzer und beängstigter Hund von den Bestien umzingelt, die ihn am Kragen packten und zur Straße zogen. Armer Hund.

Weiter bin ich gegangen. Der Ehemann kam zu mir und ich musste ihm das Geschehen mit den Katzen und dem Hund erzählen, weil er nichts davon mitbekommen hatte. Manchmal denke ich, er geht wie ein Blinder durch die Welt. Wir sind links zu einer Treppe gekommen, wo viele andere Leute waren. Unsere Gäste. Wir hatten sie zur Einweihung unserer Wohnung eingeladen. Als wir in die Wohnung rein kamen (die ich sonst im Leben gar nicht kenne), habe ich ganz schnell aufgeräumt und die Türe von Schränken geschlossen, die auf Kopfhöhe halb offen waren. Das sah so unordentlich und gefährlich aus! Die Gäste sind herein gekommen, und da wir nicht genug Platz auf der Garderobe hatten, haben sie die Schränke wieder geöffnet, um ihre Jacken an den Türen zu hängen. Einige sind sofort zur Toilette am Ende von Gang hinter mir gelaufen. Ich wollte auch hin und dachte, wie gut, dass wir eine zweite Toilette neben der Eingangstür haben. Aber dorthin wollte ebenfalls der Schwiegervater, der zu den Gästen zählte.

Das Telefon vom Ehemann hat uns vom Schlaf gerissen. Elf Uhr morgens. Unglaublich, wie lange ich geschlafen habe. Das passiert mir sonst nie.


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Fremd geschmust

Gestern bin ich auf dem Weg nach Hause eine S-Bahn-Station früher ausgestiegen. Mir war danach, ein bisschen zu laufen.

Die Straße geradeaus vom Bahnhof runter, dann links… Auf dem schon sehr engen Bürgersteig komme ich plötzlich hinter einem sehr langsamen, sehr übergewichtigen Mann, und ich wechsle die Straßenseite. Ein Glücksfall! Denn plötzlich ertönt rechts von mir seine Stimme: „Miaaaaauuuuu!“

Ich knie und strecke die Hand. Der Kater reibt sich sofort gegen sie. Voll verschmust ist er. So sehr, das hat mich überrascht. Auf einmal liegt er auf meinem Schoß, mit beiden Vorderpfoten auf meinem linken Arm, und läßt sich nur noch kraulen. Wahnsinn! Sicherlich gehört er jemandem. Ich versuche, in die ganz leicht zerfetzten Ohren zu schauen (so häufig kann er nicht raus gehen), aber ich kann mit den Haaren keine Tätowierung erkennen.

Nach einer Weile schmerzen meine Beine von der ungünstigen Lage. Ich schiebe ihn sanft zum Boden, um aufzustehen. Ein beleidigtes „Miau“ kommt als Reaktion. „Ich muss nach Hause, Tschüß!“ Gut, dass niemand gerade an uns vorbei kommt… Ich mache mich weiter auf den Weg. Aber als ich nach hinten schaue, ist er dabei, mir zu folgen! Ach, ob ich ihn nach Hause bringen soll? Also, es geht gar nicht, mit der Allergie vom Ehemann. Nach Chipie kommt keine Katze ins Haus mehr. Und der Kater gehört bestimmt jemandem. Nach einem letzten Kraulen gehe ich  weiter. Als ich eine kleine Kreuzung überquere, bleibt er stehen und guckt nur noch zu. Schon außerhalb von seinem Revier? Nach einer Weile geht er zur anderen Straßenseite, wobei ich ängstlich zuschaue, da Autos vorbei fahren. Er kommt ohne Problem aber auch ohne Eile durch, und springt über die Mauer zu einem Garten.

Ich denke, ich werde jetzt häufiger früher aus der S-Bahn aussteigen!


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Die verletzte Katze

Ich war mit meiner Mutter unterwegs. Wir wollten eine Freundin von ihr besuchen. Sie wohnte in einem Dorf mit sehr steilen Straßen. Die Häuser wirkten alt. Ihre Wände bestanden aus unregelmäßig geformten dicken Steinen. Wir fuhren eine Straße hochwärts. An einigen Stellen hatte ich Bedenken, dass das Auto es nicht mehr schaffen würde und anfangen würde, rückwärts zu rutschen, aber angekommen sind wir doch. Meine Mutter hat das Auto mitten in einer engen steilen Straße geparkt und wir sind ausgestiegen.

Aus welchem Grund auch immer bin ich zuerst nicht ins Haus gegangen, sondern bin auf der Straße geblieben. Vielleicht, weil ich ein schlechtes Gefühl hatte, weil das Auto mir so nicht sicher geparkt vorkam. Und recht hatte ich, das Auto fing plötzlich an, von alleine die Straße runter zu rollen. An der nächsten Biegung konnte es natürlich nicht wenden. Das Auto ist gegen eine Hauswand geknallt. Chipie, meine Katze, ist aus dem Auto raus gekommen und hat sich auf dem Weg zum Haus der Freundin meiner Mutter gemacht. Ich bin ihr gefolgt. Sie sah gar nicht gut aus, nach dem Unfall. Blut befleckte ihr weißes Fell am Bauch. Sie hat versucht, sich zu lecken, und dabei habe ich gemerkt, dass ihr Bauch offen lag. Ein langer Schnitt war zu sehen.

Ich habe Panik bekommen und meine Mutter gesucht, damit sie einen Tierarzt anruft. Ich wusste nicht wo sie war. Auf meine Rufe hat sie nicht reagiert. Ich bin durch alle Räume der mir unbekannten Wohnung gegangen. Die Wohnung war groß. Es war dunkel. In einem großen Wohnzimmer habe ich sie gefunden. Meine Mutter und ihre Freundin schliefen auf einer langen Eckcouch, jede auf einer Seite der Couch, und waren in Decken kuschelig eingerollt.

Um halb vier bin ich aus dem Traum aufgewacht. Ich bin kurz aufgestanden, um die Toilette zu besuchen und ein Glas Milch zu trinken. Wieder einschlafen konnte ich gut. Ich habe geträumt, wie ich dem Ehemann meinen vorherigen Traum beschrieben habe. „Es war sooo steil!“ habe ich ihm erzählt, und es verdeutlicht, indem ich die linke Hand fast senkrecht gehoben habe.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich träume noch von ihr

Kurz nach ihrem Tod habe ich geträumt, dass ich meine Katze zufällig getroffen habe. Wir haben uns unterhalten. Ich habe sie gefragt, wie es ihr jetzt geht und was sie so macht. „Och, es geht“, meinte sie. „Was mich aber stört ist, dass jetzt alle so sind“, fügte sie hinzu, und rollte die Augen nach oben, so dass nur das Weiße noch zu sehen war. Selbst ich erschien ihr so. „Tja, das ist normal, wenn man tot ist“, habe ich ihr erklärt. „Ach so, ich bin tot?“ Sie hatte es nicht gemerkt. Sie wurde nachdenklich, und ist dann weg gegangen. Ich bin kurz danach aufgewacht.

Ein anderes Mal habe ich geträumt, dass jemand es geschafft hatte, sie wieder lebendig zu machen. Sie stand vor mir. Ich habe mich zuerst gefreut, aber dann doch gemerkt, dass ihr Fell ganz anders als vorher aussah. Die Farbe stimmte nicht, und die Haare waren nicht so lang. „Das ist nicht meine Katze“, habe ich gesagt.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit Martin vor ihrem leblosen Körper stand. Martin hat sich gefreut, sie wieder zu sehen, und hat angefangen, sie unter dem Kinn zu streicheln. Sie hat aber natürlich gar nicht darauf reagiert, außer dass ihr Kopf durch die Bewegung auf der andere Seite eingesackt ist. „Martin, hör auf, sie ist tot“, habe ich ihm gesagt. Das hat ihn erschüttert. Er hat angefangen zu zittern und zu weinen. Ich habe ihn in meine Armen getröstet.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.