Cookie- und Privatsphäre-Einstellungen

Wie Webseiten ihre Besucher hinters Licht führen.

Am Beispiel von WetterOnline[1], eine von vielen Webseiten, die diesen fiesen Trick anwenden. Weil ich dort gerade mal wieder aufgefordert wurde, die Cookies-Häkchen zu setzen, und es hat mich daran erinnert, dass ich lange darüber geschrieben haben wollte. Es hätte genau so gut eine andere Webseite treffen können. Chip[1] zum Beispiel.

Unten links, die Cookies-Begrüßungsseite von WetterOnline[2]. Ich besuche die Webseite ab und zu und speichere meine Präferenzen, aber irgendwie muss ich es immer wieder erneut tun. Man bemerke, wie der „Akzeptieren“-Knopf so prominent hervorgehoben wird, und der „Einstellungen“-Knopf direkt drunter mit der Farbeinstellung fast unsichtbar ist. Ich klicke trotzdem auf „Einstellungen“ und lande zur zweiten Seite unten mittig. Hier ist wieder ein krasser Sichtbarkeitskontrast zugunsten vom „Alles akzeptieren“-Knopf zu sehen. Die Standardeinstellung sind immerhin gemäß DSVGO richtig auf „Ablehnen“ gesetzt. Scrollt man aber in dieser Seite runter, merkt man weitere Einstellungen, deren Werte nicht sichtbar sind, sondern sich hinter einem Link namens „Einstellungen anpassen“ verbergen. Diese Einstellungen betreffen „einige Anbieter auf Basis von berechtigtem Interesse, ohne Ihre Zustimmung“. Ja, richtig gelesen. Folgt man diesem Link, kommt man zu einer dritten Seite, unten rechts, wo alles, was man in der vorherigen Seite geglaubt hatte abzulehnen, mit nur einem Klick aktiviert werden kann. Spoiler: Für Erstbesucher dieser Seite ist diese Einstellung standardmäßig aktiviert. Bei mir unten rechts steht es nur deaktiviert, weil ich die Webseite nicht zum ersten Mal benutze und sie sich meine Auswahl gemerkt hat.

Ich nenne diese Art Seiten „versteckte Einstellungen“, obwohl sie unter einem Link zu finden sind, weil ich nicht glaube, dass viele Leute damit rechnen, dass noch woanders weitere Einstellungen gesetzt werden, oder sich die Mühe geben, alles durchzulesen. Selber Schuld, kann man sagen, aber hinter der Vorgehensweise steckt schon Absicht. Es ist wie das Kleingedruckte in Verträgen.

Dieses berechtigte Interesse scheint ein Schlupfloch in der DSGVO zu sein, das sich nahezu jede Webseite zunutze gemacht hat. Bei vielen Webseiten steht an der Stelle, dass es sich um Benutzung durch Anbieter außerhalb des IAB-Standards handelt. Die Formulierung variiert. Unten das Beispiel von der oben genannten Webseite von Chip, die ich kaum benutze. Hier wird wenigstens der „Einstellungen“-Knopf nicht so perfide versteckt, aber bei den erweiterten Einstellungen ist erstmal alles erlaubt. Vielleicht sollte man sich als Besucher glücklich schätzen, dass die Möglichkeit der Ablehnung überhaupt angeboten wird.

Ach so, fast hätte ich vergessen zu gucken, wie das Wetter aktuell bei mir ist. Schön sonnig, das sehe ich ja aus dem Fenster. Knapp zwei Grad. Mache ich doch einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause? Ach nee, keine Zeit mehr, den Beitrag zu verfassen hat zu lange gedauert.

[1] Wohl unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

[2] Ich zeige Screenshots von den Webseiten, wie sie am Bildschirm von einem Rechner erscheinen. Über die Darstellung auf Mobiltelefonen rede ich gar nicht. Es ist eigentlich noch schlimmer, auf dem Handy. Es ist immer genau dann wenn man denkt, jetzt ist es sicher, weiter zu scrollen, um den „Einstellungen“-Knopf zu suchen, dass ein zusätzliches Element der Seite lädt und man plötzlich aufs Versehen auf „Akzeptieren“ klickt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Kein Internet

Ich wollte heute über das Wochenende schreiben. Das könnte ich machen, es würde nur viel länger als sonst dauern, die Fotos von der Kamera zum Tablet zu kopieren, auf dem kleinen Tablet mit Gimp zu bearbeiten und hochzuladen. Mein Tablet ist lahm und der Akku hält nicht mehr, und meine Internetverbindung ist heute miserabel.

Normalerweise würde ich das alles mit meinem Rechner machen. Der funktioniert, hat aber keine WLAN Karte. Genau das ist das Problem, wir haben seit gestern kein Internet aus dem Festnetz. Ich bin mal wieder darauf angewiesen, mein Handy als Hotspot zu nutzen, und der Empfang ist hier, zwanzig Kilometer von München entfernt, immer noch alles andere als zufriedenstellend.

Nachdem wir gestern Nachmittag zu Hause ankommen, schmeiße ich mich und meine müden Beine auf die Couch und schaue, ob ich in der ARD[1]-Mediathek eine bestimmte Sendung nachholen könnte. Es geht nicht, der Fernseher meint, er hätte keine Verbindung zum Internet. Beim Prüfen vom Router stelle ich fest, den Stecker hatte der Ehemann vor der Abreise am Freitag raus gezogen. Ich hatte den ganzen Tag problemlos arbeiten können und danach selber den Stecker für meine Rechner im Arbeitszimmer gezogen, als alles heruntergefahren war, das überrascht mich also nicht. Stecker wieder rein und Router anschalten. Komisch, dass er nicht blinkt, wie ich es gewohnt bin. Nach zehn Minuten ohne Internet wird der Ehemann um Rat gefragt. Er startet den Router neu und nach einer Viertelstunde tut sich immer noch nichts. Die Lichter blinken nicht wie sonst. Nicht mal die WLAN-Funktion läuft und das Heimnetzwerk funktioniert nicht. Er macht einen harten Reset vom Router, es hilft auch nicht. Der Tee, den ich mir zum Entspannen vor dem Fernseher vorbereitet hatte, wird kalt.

Der Ehemann ruft die Hotline von Vodafone[1] an, es ist ja sein Vertrag. Es hätte am Wochenende in der Gegend ein großes Gewitter gegeben und sie hätten momentan flächendeckend Verbindungsprobleme, hat er erzählt bekommen. Das erklärt nicht, warum der Router streikt. Da der Stecker übers Wochenende rausgezogen war, kann er nicht unter Überspannung gelitten haben. Wir bekommen beide aufs Handy mehr Datenvolumen, um von zu Hause aus arbeiten zu können, und heute sollte jemand schauen, was das Problem ist. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird[2], bis ich wieder normal arbeiten kann. Ich brauche heute über zehn Minuten um Daten aus der Arbeit herunterzuladen, die normalerweise keine Minute brauchen. Hochladen wird viel langsamer sein.

Wir hatten schon länger Probleme mit der Internetverbindung zu Hause, wie ich letztes Jahr schrieb. Ich musste häufig den Router neu starten, weil die Verbindung ständig abbrach. Im Januar hatten wir auf einmal gar kein Internet mehr und da musste die Person an der Hotline einsehen, dass der Router endgültig den Geist aufgegeben hatte. Wir hatten einen Neuen geschickt bekommen, der bis Freitag einwandfrei lief. Es kann doch nicht sein, dass er kein halbes Jahr hält.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.

[2] Nachtrag vom 23.09.2021: Sechs Tage, aber Vodafone ist nicht schuld, oder nur, weil der neue Router über DHL[1] geschickt wurde, und die Postbote sich scheinbar nicht mehr die Mühe machen, bei den Empfängern zu klingen. Ich arbeite immer noch zu Hause und war sehr überrascht, dass der Ehemann am Donnerstagabend mit dem Abholzettel aus dem Briefkasten ankam. Um die Uhrzeit, die drauf stand, hatte ich gerade ein Meeting fertig bekommen und ich hätte die Klingel definitiv mitbekommen, sie ist so laut, die überhört man in der Wohnung nicht. Am Freitag passte es zeitlich nicht, daher konnten wir den Router erst am Samstag anschließen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Mobile Office

Seit nun quasi vier Monaten arbeite ich von zu Hause aus. Ich liebe es. Von mir aus könnte es so bleiben.

Dadurch spare ich mir täglich zwei Stunden ÖPNV. Ich schlafe morgens länger. Ich dachte immer, ich wäre eine Frühaufsteherin, aber wenn der Stress vom ÖPNV fahren müssen weg fällt, mit Umsteigen und bloss nicht zu spät auf Arbeit ankommen, kann ich doch bis fast acht Uhr morgens schlafen.

Ich bewege mich dadurch auch weniger, und die Pfunde haben nicht gewartet, um meine Hüften wieder zu beschmücken[1]. Denen habe ich den Kampf angesagt. Ins Wohnzimmer ist im Mai ein Ergometer eingezogen, mit einer Sportmatte und kleinen Hanteln. Radeln vor dem Best Of von Tour de France, Giro d’Italia usw. im Fernseher nach der Arbeit macht Spaß. Ich muss nicht mehr vierzig Minuten zum Fitnessstudio, vierzig Minuten nach Hause zusätzlich mit ÖPNV fahren. Sowieso habe ich schon länger keine Lust mehr, zum Fitnessstudio zu gehen. Fitness First[2] fand ich in Zehlendorf Spitze. Hier in Laim wirkt es so heruntergekommen. Geräte bleiben Monate lang außer Betrieb, bevor sie repariert werden, sie stehen ungemütlich zu nah zu einander, die viel zu laute Musik schallt durch die geschlossenen Türe der Kursräume und bringt mein Oberkörper auf den nahestehenden Geräten zu vibrieren, was sich sehr unangenehm anfühlt, aus den Duschen kommt häufig nur eisiges Wasser raus… Ich kündige. Schade. Wäre ich in Berlin geblieben, wäre ich bestimmt immer noch begeisterte Mitgliederin.

Das Beste ist, ich kann endlich in Ruhe arbeiten. Keine Ute, die uns die Ohren mit ihren blöden Bemerkungen und Verschwörungstheorien voll labbert, kein Fergus, der ins Büro platzt und super laut redet… Nur Ruhe und Vogelgezwitscher aus dem Garten unten. Wobei, vor dem Urlaub hat mich eine Elster richtig erschreckt, als sie mit ihrem Schnabel gegen mein Fenster geklopft hat. So ein Geräusch erwartet man aus einem Dachgeschosszimmer nicht.

Was mich super nervt, ist unsere Internetverbindung. Es passiert ziemlich häufig, dass sie einfach so versagt. Manchmal zwei, dreimal am Tag. Da die Foren von Vodafone[2] voll von Beiträgen von geärgerten Kunden mit ähnlichen Problemen sind, die Techniker geschickt bekommen haben, die sie teilweise nicht mal zu Gesicht bekommen haben, aber dafür satte 90 Euros zahlen mussten, ohne dass eine Verbesserung eingetreten ist, habe ich es mit Beschwerden sein lassen. Mitten in einer Telekonferenz ist es mir schon dreimal passiert, dass die Verbindung weg bricht, und es war bis jetzt nur „Glück“, dass ich jedes Mal nur als Zuhörerin unter Kollegen anwesend war und keiner es gemerkt haben dürfte. Mit einem Kunden wäre es super doof. Woran es liegt ist nicht mir klar. Meistens reicht es, den Router im Wohnzimmer unten neu zu starten, und nach fünf Minuten kann man weiter arbeiten. Heute nicht. Ich habe den Router zweimal neu gestartet, vergeblich. Die Störungsseite von Vodafone hat mir erzählt, es gäbe einen Totalausfall in meinem Anschlussgebiet. Das Handy konnte ich als Hotspot benutzen, es hat mir trotzdem eine Dreiviertelstunde Arbeitszeit gekostet. Die ich also nachholen muss, weil ich echt was anderes zu tun habe, als mit der Internetverbindung zu kämpfen. Anderthalb Stunden später war dann Internet wieder da.

[1] Das liegt auch daran, dass wir uns vorgenommen haben, bei den Restaurants in der Umgebung essen zu bestellen, da sie wegen der Ausgangssperre sonst geschlossen waren. So als Unterstützung der lokalen Betrieben. Wir haben häufiger bestellt, als wir sonst ohne Pandemie ins Restaurant gegangen wären.

[2] Normalerweise würde ich hier schreiben, „Unbezahlte Werbung, da Namensnennung“. Das hier kann man aber kaum als Werbung ansehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

VPN Probleme

Wir sind ins Home Office geschickt worden. Die Chefin persönlich hat es angeordnet. Alle, die nur am Schreibtisch sitzen, sollen ab jetzt zu Hause bleiben.

Ich freue mich richtig darüber, vor allem, da wir am Anfang des Jahres eine etwas dürftige Regelung zum Home Office bekommen hatten. Es wurde uns genau drei Tage pro Monat genehmigt, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Chefin hatte es uns in Arndts Büro angekündigt, als ob es außerordentlich großzügig wäre, wie ein spätes Weihnachtsgeschenk. Wir hatten uns mit Arndt kurz angeschaut und was wir in dem Moment dachten, war uns anzusehen, also hatte ich laut gesagt, „das ist ein bisschen… wenig“. Die Chefin hatte scheinbar eine andere, freudigere Reaktion erwartet.

Jetzt dürfen wir also zu Hause uneingeschränkt arbeiten. Und die ersten IT-Probleme haben nicht gewartet.

Eigentlich hatten wir am Montag einen Testtag für Home Office. In jeder Abteilung wurden Leute ausgewählt, um den Zugang zu unserem Netzwerk zu testen und Probleme zu identifizieren, damit wir reibungslos arbeiten können, wenn es zur Home Office Pflicht wegen der Pandemie kommt. Ich hatte mich für den Testtag freiwillig gemeldet. Es lief relativ gut.

Heute nicht. Und das weil Jerry, unser einziger IT-Kollege, der sich auf Skype gerne mit Titeln wie „Head of IT Department“ brüstet, obwohl ihm niemand untersteht, der Meinung war, zwischen Montag und heute alle unsere lang bestehende VPN-Konten neu einrichten zu müssen. Mit der Folge, dass heute, wo die Hälfte der Mitarbeiter wirklich zu Hause arbeiten musste, sich niemand mehr ins Firmennetzwerk einloggen konnte. Da wir dazu aufgefordert wurden, sämtliche Dateien auf dem Server zu lassen und nichts vertrauliches auf den Laptops zu haben, konnte auch niemand von zu Hause aus arbeiten.

Wir haben kein firmeninternes Ticketsystem, in dem alle IT-Probleme angezeigt werden. Wir haben ein Projektmanagementsystem, in dem wir unsere ganze Arbeit koordinieren und das wir als IT-Ticketsystem missbrauchen könnten, aber Jerry will das nicht benutzen. Wir müssen ihn alle einzeln per Email anschreiben, wenn etwas nicht funktioniert. Das führt dazu, dass er extrem viele Emails auf einmal bekommt, wenn es Probleme gibt, und uns allen dann gereizt schreibt, er wüsste schon Bescheid und wir müssten ihn nicht mehr anschreiben, er würde sich schon darum kümmern. Andererseits, wenn wir ihn nicht einzeln anschreiben, um ihm den Stress zu sparen, behauptet er bei Problemmeldungen, es gäbe kein Problem, sonst würden sich alle bei ihm melden.

Jerry hat heute zuerst versucht, das VPN-Problem zu vertuschen. Er hat bei jedem einzelnen Kollegen erstmal geantwortet, die eigene Internetverbindung zu Hause wäre schuld. Seine Lieblingsantwort auf alle Probleme, überhaupt. Das mag im Einzelfall stimmen können, aber nicht für alle Mitarbeiter gleichzeitig. Es hätte klappen können, wenn wir nicht auch unter uns kommunizieren würden. So haben alle mitgekriegt, dass wir angeblich alle gleichzeitig eine miese Internetverbindung haben. Jerry hält uns gerne für Narren.

Als einem Kollegen der Kragen geplatzt ist und eine Email an allen mit der Chefin explizit im CC geschickt wurde, hat sich der Ton von Jerry geändert. Wir sollten es bitte nochmal probieren, uns mit den neuen Zugangsdaten einzuloggen. Was wir eigentlich schon die ganze Zeit gemacht hatten. Mir hat Jerry geschrieben, ich sollte meine Zugangsdaten aus seiner früheren Email genau kopieren und im Anmeldefenster einfügen. Als ob ich nicht in der Lage wäre, mein Nutzername und mein Passwort einzutippen. Dass das Passwort dasselbe wie für Laptop und Email ist, und ich ihm offensichtlich vom Laptop aus eine Email schicken konnte, schien als Argument nicht zu reichen, dass ich durchaus in der Lage war, mein Passwort fehlerfrei einzugeben und dass das Problem woanders lag. Nach einem ewig langen hin und her von Emails im Stil „Probier’s noch mal“ und „Geht immer noch nicht“ hatte er scheinbar plötzlich die richtige Einstellung zu meinem Konto gefunden, und ich konnte mich einloggen. Eine Erklärung oder Entschuldigung von ihm haben wir nie gesehen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Verpeilt

Gestern bin ich in der S-Bahn kontrolliert worden. Kurz bevor ich aussteigen musste.

Mein Jahresabo liegt in meinem Portemonnaie. Seitdem ich es letztes Jahr gekauft habe. Ich musste es nur raus graben.

Das Portemonnaie liegt in meinem Rucksack. Ganz tief im mittleren Fach, wo man schlecht ran kommt. Ich will es Langfingern nicht leicht machen. Obendrauf lag gestern meine Tüte mit der leeren Mittagessensdose, und obendrauf noch meine neuen Kopfhörer, die mir der Ehemann zu Weihnachten geschenkt hatte. Sowie ein noch nicht geöffneter Briefumschlag mit meiner Gehaltsabrechnung von Januar, weil wir sie nicht per Post geschickt sondern im Büro ausgehändigt bekommen.

Ich greife also zum Portemonnaie. Dafür muss ich erstmal den Rest raus nehmen. Neben mir sitzt niemand mehr, ich habe Platz. Ich zeige dem jungen Mann mein Abo, nachdem ich es mühsam aus seinem Fach geholt habe. Der Mann nimmt sich Zeit, es sich genau anzuschauen, aber nach meinem Ausweis fragt er nicht, obwohl mein Abo persönlich ist und nicht geliehen werden darf. Ich packe dann das Abo zurück ins Portemonnaie, was nicht auf Anhieb klappen will. Ich hole es zu selten aus seinem Fach. In Berlin war es einfacher, man hatte eine Karte die elektronisch gelesen werden konnte, statt so ein kleines Pappstück wie hier, und man konnte es sogar auslesen lassen, ohne die Karte vom Portemonnaie raus zu nehmen.

Wir erreichen Argelsried. Ich packe noch die Tüte mit der Dose ein, und muss schon gleich aussteigen.

Heute Morgen komme ich zur Arbeit an. Ich will wie gewohnt die Kopfhörer benutzen und stelle fest, ich habe sie nicht dabei. Ich muss sie zu Hause liegen lassen haben, und teile dies dem Ehemann mit, der darauf nicht antwortet.

Ich arbeite munter vor mich hin, da die Kollegen nicht im Büro sind, bis das Telefon vom Büro mich aus meiner Programmiererei reißt. Es ist für mich, den Anrufer kenne ich nicht. Er fragt, ob ich seit gestern nichts vermissen würde. Mir fällt erstmal nichts ein, weil ich noch glaube, die Kopfhörer zu Hause vergessen zu haben. Er sagt, er hätte gestern Abend in der S-Bahn einen Briefumschlag mit meinem Namen auf einem blauen Beutel gefunden, der Kopfhörer enthält.

Ich fasse es nicht. Wie verpeilt muss ich sein, dass ich nach einer einfachen Fahrscheinkontrolle die Hälfte meiner Sachen auf dem Sitzplatz neben mir übersehe und liegen lasse? Es macht mich ganz schön fertig, weil die Kopfhörer ein Geschenk vom Ehemann sind, und ich schaffe es, sie nach einem Monat zu verlieren. Im Büro wollte ich sie nicht auf dem Schreibtisch lassen, weil wir keine verschließbare Möbeln haben, und ich nicht sicher bin, dass ich allen Kollegen vertrauen kann. Ich kenne noch nicht mal die Namen von der Hälfte. Also habe ich bis jetzt die Kopfhörer jeden Tag hin und her geschleppt.

Ein Glück, dass ich gestern meine Gehaltsabrechnung mitgepackt habe, sonst hätte der gute Mann am Telefon gar nicht gewusst, wem die Sachen gehören. Er hätte sie zum Fundbüro gebracht, sagte er, und ich hätte sicherlich nie daran gedacht, dort nachzufragen. Ein Glück auch, dass der Mann so nett ist und sich die Mühe gegeben hat, mich ausfindig zu machen.

Wir verabreden uns heute Abend nach der Arbeit bei ihm. Der Ehemann fährt mich mit dem Auto hin. Wir bringen als Dankeschön eine Flasche Wein aus unserem Lager mit.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Der Iberia-Alptraum

Ich soll demnächst für eine Dienstreise nach Spanien.

Ich dachte am Anfang naiv, jetzt, wo ich im privaten Sektor arbeite, müsste ich mich nicht mehr selber um Reiseplanung kümmern. Falsch. Die Zeiten der peniblen Auseinandersetzungen für die Erstattung von Reisekosten bei jedem Euro zu viel sind zwar vorbei, Taxifahrten werden sogar selbstverständlich zurück bezahlt, aber ich darf weiterhin selber alles organisieren. Was es mir schon an Zeit und Nerven gekostet hat, für diese eine Reise! Dabei habe ich bis jetzt nur versucht, eine Flugverbindung zu buchen.

Es ist nicht so, als ob ich noch nie vorher Flüge gebucht hätte. Im Gegenteil. Mit Iberia[1] war’s aber das erste Mal. Und das Letzte, wage ich mal zu behaupten.

Die Verbindung habe ich durch Google Flights[1] gefunden. Preislich und zeitlich unschlagbar. Die anderen Fluglinien in der Preiskategorie haben häufig eine ganze Nacht zwischen beiden Flügen für meine Strecken. Direktflüge gab es nicht. Bei den teuren Flügen landet man schon oberhalb von 1500€. Viel zu viel.

Ich bin dem Link von Google Flights gefolgt, um meine ausgewählte Verbindung auf der Website von Iberia zu buchen. Google Flights benutze ich auch nicht zum ersten Mal. Nachdem ich bei Iberia alle meine Daten eingetragen habe, wollte ich zahlen. Und da ging es los: Jedes Mal, nach dem Klick auf dem Knopf zum Bezahlen, habe ich eine Fehlermeldung bekommen. Es gab „Verbindungsprobleme“ mit der Webseite, die die Bezahlung genehmigen soll. Selbst nach der Deaktivierung von Ghostery und Werbeblockern, und nachdem ich die Popups in Firefox wieder erlaubt habe. Am Ende hatte ich schon die Faxen dicke, weil die Webseite von Iberia meine Verbindung irgendwann nicht mehr anzeigen wollte. Ich musste wieder über Google Flights die Verbindung suchen, und dort war sie plötzlich um 80€ teurer!

Da in der Fehlermeldung die Möglichkeit angegeben war, die Buchung zu reservieren, ohne zu bezahlen, habe ich es gemacht. Eine Buchungsbestätigung ist per Email angekommen, mit dem Hinweis, dass ich bis morgen Zeit hätte, um zu bezahlen. Bei der Fehlermeldung war auch eine Telefonnummer angegeben: 06950073874. Verzweifelt, habe ich dort angerufen. Zuerst musste man Zahlen auswählen: „Drücken Sie die 1 für…“ Für was denn? Die Stimme auf dem Band war kaum zu verstehen! Eine Sekretärin, die Deutsch als Muttersprache spricht, hat aus ihrem Telefon angerufen und konnte nicht besser als ich verstehen. Nicht vollständig, gehackt… „Es muss die 1 sein“, meinte sie nach einer Weile. Ich habe die 1 gewählt. Die anderen Fragen waren leicht besser zu hören. Als ich alle Zahlen angegeben hatte, dachte ich, es würde eine Weile dauern, bis jemand ran geht. Angenehm überrascht war ich, als sich ein Mann sofort meldete. Ich habe meine Buchungscode angegeben. Er konnte sehen, dass ich mehrmals erfolglos versucht hatte zu bezahlen. „Welchen Browser benutzen Sie?“ „Firefox,“ war meine Antwort. „Versuchen Sie Internet Explorer oder Google Chrome,“ hat er vorgeschlagen. „Wenn es nicht klappt, rufen Sie wieder an.“

Also zurück zum Rechner… Eigentlich dürfte schon die Webseite für Firefox funktionieren. Eine Schlamperei ist das, wenn nicht alle gängigen Browser unterstützt werden. Es ging sowieso schnell. Mit Internet Explorer, das ich sonst nie benutze, kam die gleiche Fehlermeldung. Und nach Herunterladen und Installation von Google Chrome kam ich auch nicht weiter.

Nochmal angerufen. Natürlich war ein anderer Mitarbeiter dran. Ich habe das Problem von vorne wieder geschildert und ergänzt, dass die Fehlermeldung beim Bezahlen unabhängig vom Browser auftritt. Er hat angefangen, irgendwas an seinem Rechner zu machen, keine Ahnung was, und hat auf einmal mit einer plötzlich wärmerer Stimme gefragt, ob ich denn schönes Wetter in München hätte. Ich, völlig aus der Bahn geworfen: „Ja!“ Menno… Man weiß doch, dass man bei Telefonaten mit Hotlines niemals „Ja“ sagen soll! Bei einer Hotline von einer Fluggesellschaft wird es aber nicht passieren, dass ich plötzlich eine Rechnung für einen Vertrag bekomme, von dem ich noch nie was gehört habe, oder? „Wird das Gespräch aufgenommen?“, habe ich gefragt. „Ja,“ sagte er. Ich habe darauf bestanden, dass die Aufnahme gelöscht wird. Der Mitarbeiter klang danach nicht mehr so freundlich.

Weiter ging’s mit der Bearbeitung meiner Buchungsdaten. Er fragte viele Details, die er eigentlich aus meiner Buchung sehen sollte. Es klang, als ob er die Buchung von vorne wieder machen würde. Nach der Frage zur Telefonnummer sagte ich, dass ich das Häkchen zur Nichtsendung von Newslettern angeklickt hatte. „Dann mache ich das auch“, sagte er. Ich habe den Verdacht, dass er es sonst unerwähnt gelassen hätte. Das war auch ein Unding, dieses Häkchen auf der Webseite, wo man die Zahlungsdaten angibt. Mittlerweile ist man darauf konditioniert, kein Häkchen zur Sendung von Newslettern zu setzen. Auf Iberia muss man das Häkchen setzen, um keine Newsletter zu bekommen.

Wie es weiter ging… Er wollte gerade meine Kreditkartennummer abfragen, aber es ging nicht so schnell… Und plötzlich war die Telefonverbindung weg. Ich stand da mit dem Handy am Ohr und hörte nur noch „Tut tut tut“. „Der wird wohl zurück rufen, meine Nummer hat er ja,“ habe ich gedacht, als ich zurück zum Büro gegangen bin. Hat er nicht. Ich bin wieder dem Link zur Bearbeitung von meiner Buchung aus der Email gefolgt, doch hieß es, die Buchung könne nicht gefunden werden.

Diese Reise kann nicht gefunden werden. Möglicherweise wurde sie storniert. Bitte wenden Sie sich an die Stelle, wo die Reise gebucht wurde, um weitere Informationen zu erhalten. (4649) (4649)

Jetzt verstehe ich, warum wir alle Daten nochmal durchgehen mussten. Ich habe auch keine Buchungscode mehr, um mich an die Hotline zu wenden. Und nachdem ich schon zwei Stunden lang, ein Viertel meiner heutigen Arbeitszeit (!), damit verbracht habe, habe ich die Schnauze voll. Von mir aus kann jemand anders nach Spanien reisen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Endlich Festnetz!

Die Zeiten des Leidens sind vorbei! Tschüß, Hotspot vom Handy mit miesem Empfang und begrenztem Datenvolumen!

Der Ehemann hat bei unserem Anbieter die Freischaltung in der neuen Wohnung beantragt. Der Router ist vorgestern angekommen, als ich auf Arbeit war. Gestern hatte ich keine Zeit und konnte ihn erst heute bei der Post holen. Der Vertrag bei Vodafone ist auf dem Namen vom Ehemann und ich hätte beinahe das Päckchen nicht abholen können, weil er noch nicht eingezogen ist und ich keine Vollmacht von ihm habe. Die Frau am Schalter war zum Glück so lieb, sonst wäre ich immer noch so eingeschränkt.

Heute Abend konnte ich den Router anschließen, nachdem ich ganz eigenständig eine Steckdose umschrauben musste, und schon kommt Internet aus der Steckdose! Besser kann’s gar nicht gehen. Ich weiß noch, was für ein Akt es war, entweder bei der Telekom oder bei O2, bis alles einwandfrei funktioniert hatte. Tage hatte es gedauert. Vodafone hat’s viel besser im Griff.

Was jetzt noch fehlt ist unser großer Umzug. Den Termin haben wir jetzt, in drei Wochen. Das Pendeln hört also ziemlich bald auf.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Datenschutz-Grundverordnung

Kurz: DSGVO. Hat mittlerweile bestimmt jeder im Bloggerland schon mal gehört.

Bei mir hat es angefangen, als ich vor etwa zwei Monaten die ersten Ankündigungen zum Schließen von Blogs gelesen habe (wenn sie nicht ins private Modus gewechselt sind). „Es muss etwas Österreichisches sein“, habe ich zuerst gedacht, denn die ersten Blogs, denen ich folge und die das Thema ansprachen, aus Österreich kamen. Als die Deutschen auch darüber anfingen zu schreiben, habe ich gegoogelt. Besorgte Leser, die ihre Privatsphäre besser schützen wollen, können stattdessen startpagen. Es klingt nur noch recht gewöhnungsbedürftig.

Was ich aus meiner Leserei gelernt habe:

  1. Bin ich froh, keine Juristin zu sein!
  2. Eine Datenschutzerklärung muss spätestens jetzt sein. Getan. Obwohl ich diesen Blog nicht selber hoste und keinen Einfluss auf die erhobenen Daten habe. Aber das erkläre ich ja.
  3. Du darfst keine elektronische Newsletter ohne ausdrückliche Einwilligung der Empfänger schicken. Neu kommt es mir nicht vor. Und das tue ich eh nicht.

Letzteres hat der Unterwäschehändler Mey offensichtlich nicht verstanden. Ich habe beim Onlineshop von Mey am 12.12.2016 Unterwäsche gekauft. Ursprünglich hatte ich diese in einem Laden[1] in meinem Kiez bestellt, und als es nach zwei Monaten hieß, die Ware könnte nicht geliefert werden, habe ich im Laden storniert und mich direkt an Mey gewandt. Ware bekommen, Kundin zufrieden. Und danach: Anderthalb Jahre Funkstille! Keine Newsletter, rein gar nichts! Klar, ich habe auch nichts eingewilligt. Ich achte immer peinlich darauf, bei jeder Anmeldung oder Bestellung alle kleine Häkchen zu prüfen, um meine Mailbox nicht mit Müll befüllt zu bekommen oder keine Versicherung an der Backe zu haben.

Recht überrascht war ich also, am 12. Mai dieses Jahres eine Email von Mey zu bekommen. „Wir vermissen Sie, Liebe Frau Kundin: 20€ extra für Ihren nächsten Einkauf im Mey Onlineshop!“ Meine erste Reaktion: „Häh? Wer ist Mey?“ Es war schon länger her. Ich habe die Email direkt gelöscht (und gerade jetzt im Mülleimer von GMail wieder gefunden). Es war erst der Anfang: Am 27. Mai, zwei Tage nach dem Inkrafttreten der DSGVO, kam eine neue Email von Mey: „Night2Day: sommerlich leicht aus Baumwolle und Leinen“. Und am 03. Juni, also gestern: „Der Sommer wird weiß – mit den frischen Sommer-Highlights von Mey!“.

Geht’s noch? Nach so langer Zeit Ruhe werde ich plötzlich regelrecht zugespamt? Ich mache also eine Email tatsächlich auf und blättere bis zum Schluss. Da staune ich nicht schlecht:

Diese E-Mail erhalten Sie, da Sie sich in unseren Newsletterverteiler eingetragen haben. Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei. Es entstehen keine höheren Kosten als die nach den Basistarifen. Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier: Newsletter abbestellen

Kühne Behauptung! Ich habe mich sicherlich nie in den Verteiler eingetragen. Wenigstens gibt es ein Link zum Abbestellen der Newsletter, die ich nie bestellt habe. „Die Newsletter-Abmeldung ist kostenfrei“, schreiben sie. Das will ich doch hoffen. Sonst hätten die echt was von mir gehört. Und was meinen die mit „Basistarifen“? Ich habe doch kein Abo oder sonst was. Ach so, das wird hier erklärt. Das haben die Leute bei Mey wohl einfach so übernommen. Aber das Idiotischste kommt noch, wenn ich dem Link zur Abmeldung folge (Screenshot aus meinem Laptop):

Eine Webseite, in der es von der Adresse aus eindeutig um eine Abmeldung geht, wird von einem Werbebanner für eine Anmeldung zum Newsletter völlig ausgegraut? Das Kreuz zum Schließen vom Werbebanner ist noch so klein, da hat man sich schnell verklickt und das Gegenteil gewirkt von dem, was man ursprünglich vor hatte. Eine Frechheit ist das. Die gute Nachricht: Wird das Fenster vom Internetbrowser nicht mehr maximiert, verschwindet die Aufforderung zum Anmelden.

Und jetzt, mal abwarten. Ich habe keine Bestätigung zur Abmeldung vom Newsletter bekommen. Verdächtig.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Erst prüfen, dann teilen

Das gilt sowohl für Falschmeldungen wie allgemein für Hoaxes. Ein sinnvoller Ratschlag, der von Hoaxbuster (auf Französisch) immer wieder empfohlen wird, und ich wünsche, meine Mami würde sich auch dran halten.

Heute Nachmittag habe ich eine private Nachricht von ihr via Facebook bekommen. Schon ungewöhnlich, vor allem, da wir uns keine Stunde später anrufen wollten. Ob etwas los war?

Nein. In der Nachricht war ein Foto von einem ausgedrucktem Brief, angeblich vom Uniklinikum in Nantes, wo ein Arzt nach einem Spender für eine Einjährige mit Leukämie sucht. Das Foto hatte ich schon ein paar Tage zuvor beim schnellen Durchscrollen bei einer anderen Person bemerkt und sofort ignoriert, denn es ziemlich stark nach einem Hoax roch. Es wundert mich immer wieder, was für ein Müll einige Leute ständig verbreiten, ohne ihre „Fakten“ zu prüfen.

Dass meine eigene Mutter es auch macht, das ist mir jetzt peinlich. Für mich. Weil ich dachte, ich hätte sie schon ausführlich über solche falsche Meldungen aufgeklärt und sie würde nicht reinfallen. Vor allem, da sie sonst nie Falschmeldungen auf Facebook teilt. Kurz habe ich mich gefragt, ob jemand Zugriff auf ihr Konto bekommen hätte. Aber am Telefon sagte sie auf Nachfrage, sie hätte wirklich selber die Nachricht geschickt. Die hätte sie von einer Freundin bekommen und schnell weiter geteilt, weil sie dringend klang, ohne sie überhaupt gründlich gelesen zu haben! Selbst den Text dazu hatte sie pauschal übernommen, wo drin steht, dass es sich um das Kind eines Freundes von ihr handelt! Ist es aber nicht!

In diesem Fall war es auch ganz leicht, die Meldung zu prüfen. Eine Google-Suche mit den Namen vom Klinikum und vom Arzt gab als erstes Ergebnis diese Erklärung vom Klinikum, wo drin steht, dass der Arzt (falls er überhaupt existiert) nie am Klinikum gearbeitet hat, und die angegebene Telefonnummer nicht mal vom Klinikum ist. Der Clou: Die Erklärung ist von 2009! Wenn es nicht genug ist, gibt es auch zahlreiche Pressemeldungen, die von der Rückkehr des Hoaxes letztes und dieses Jahr berichten. Die Dinger sind einfach nicht tot zu kriegen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Im Zug nach München

Ich bin mal wieder unterwegs. Das Pendeln ist ätzend, aber so lange der Ehemann keine Stelle in oder um München findet, müssen wir durch. Dieses Wochenende war ich dran.

Ich wollte heute meine nächsten Wochenende planen, und musste dabei feststellen, dass die Deutsche Bahn auf einmal die Preise heftig nach oben geschraubt hat. Frühlingseffekt? Ich habe beschlossen, dass wir uns doch nicht jedes Wochenende sehen müssen, was der Ehemann akzeptiert hat. Mit der teuren Wohnung in München, die ich momentan ganz alleine bezahle, und der Eigentumswohnung in Berlin, die dem Ehemann zwar gehört, ich aber auch mitfinanziere, weil er weniger verdient, ist das wöchentliche Pendeln ein Luxus, das wir uns schlecht leisten können.

Wenigstens kann ich während der vierstündigen Fahrt WLAN im Zug benutzen, um zum Beispiel endlich alle interessante Videos von Mitbloggern zu laden, die ich sonst unter der Woche nicht gucken kann. Schuld ist, schon wieder, die doppelte Haushaltsführung. Den Vodafone-Vertrag nehmen wir erst nach München mit, wenn der Ehemann zu mir zuzieht. Bis dahin bin ich auf meinem Handy als Hotspot angewiesen, was mit dem schlechten Empfang in meinem Wohnort kein Spaß ist. Temporäre Lösungen wie Surfstick ohne Vertrag gibt es zwar, wenn man googelt, aber sobald man im Shop danach fragt, haben sie es doch nicht. Egal welcher Anbieter.

Das geht aber nur gut, mit dem WLAN im Zug, wenn es tatsächlich funktioniert. Am Freitag war es ganz schwer. Die erste Stunde konnte ich keine einzige Seite laden. Danach klappte es. Heute geht WLAN wunderbar. Dafür haben wir im ganzen Wagen keinen Strom aus den Steckdosen, und das, obwohl wir in erster Klasse sitzen! Ja, ich weiß, warum erste Klasse fahren, wenn das Geld schon knapp ist? Manchmal muss man Glück haben, es war echt ein Schnäppchen, als ich gebucht hatte. Jetzt fühle ich mich doch nicht so glücklich darüber. Nach einer Stunde Fahrt ist mein Akku zur Hälfte leer. Irgendwann werde ich mich zu einem anderen Wagen schleichen müssen, um den Laptop aufzuladen.

Ach, und zum Essen haben sie auch kaum was, heute, im Zug. Die junge asiatische Frau, die unsere heutige Bistrobedienung ist, fragt uns immer wieder, was wir bestellen wollen, muss aber gleich danach sagen, dass es keine warme Küche gibt. Wie gut, dass ich mich beim Familienbesuch vom Ehemann heute Nachmittag voll mit Kuchen gestopft habe.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.