Divine Divinity unter Ubuntu spielen

Es geht! Ohne vorher Windows aus der VirtualBox zu starten! Und wenn es mit den anderen Spielen auch so einfach geht, sage ich Tschüß Windows, die Festplatte wird für Ubuntu neu formatiert, Tschüß VirtualBox, Hallo Wine! Ich habe gerade Wine komplett entfernt und reinstalliert, um mir die nötigen Schritte festzuhalten und um eine Einweisung zu haben, damit ich die andere Spiele installieren kann. Die Einleitung basiert zum größten Teil auf diese.

Wine ist ein Programm, mit dem man andere Programme, die für Windows geschrieben wurden, auch unter Linux zum Laufen bringen kann. Und begeistert bin ich auch, weil Programme, die mit Wine laufen, von weitem nicht so langsam sind wie unter Windows in der VirtualBox. Ich merke einen leichten Unterschied zu Divine Divinity unter nativem Windows, aber man kann damit leben.

Wie man Wine unter Ubuntu installiert, ist super einfach: sudo apt-get install wine im Terminal eingeben. Dabei wird ein neues verstecktes Verzeichnis .wine im Home-Verzeichnis angelegt. Ich habe nach der Wine-Installation den Rechner neu gestartet, weil ich die Empfehlung dazu von Ubuntu selbst bekommen habe. Gemäß dieser Anleitung habe ich noch Änderungen an den Einstellungen von Wine vorgenommen, mit dem Befehl winecfg:

Der nächste Schritt ist, den Inhalt der drei CDs vom Spiel in einem Verzeichnis zu kopieren. In Prinzip könnte man dieses Verzeichnis egal wo erstellen, aber es hat bei mir während der Installation vom Spiel nicht geklappt, wenn es nicht als Unterverzeichnisse von .wine angelegt wurde. Also habe ich unter .wine das Verzeichnis DD angelegt, und dort den Inhalt meiner CDs kopiert. Einfach durch „drag and drop“ von einem Fenster zum anderen. Die Spiel CD habe ich zuletzt kopiert, weil sie sich während der Installation explizit im CD-Laufwerk befinden muss.

Bevor man dann mit der Installation startet, sollte man noch unter Wine WinRAR installieren, weil es vom Installer von Divine Divinity benötigt wird. Auf der Download-Seite kann man die richtige Version für die Architektur vom Rechner und die gewünschte Sprache vom Programm wählen. Ich habe die Datei winrar-x64-550.exe unter meinem ~/Downloads/ Verzeichnis gespeichert. Dann im Terminal zu diesem Verzeichnis wechseln: cd ~/Downloads und WinRAR für Wine installieren: wine winrar-x64-550.exe. (Der letzte Punkt ist das Ende vom Satz und kein Teil vom Befehl.) Ich hatte selber dabei eine kryptische Fehlermeldung: err:winediag:SECUR32_initNTLMSP ntlm_auth was not found or is outdated. Die anderen (vielen) fixme Zeilen im Output von Wine kann man sonst ignorieren, aber eine Zeile die mit err anfängt mag ich gar nicht. Google hat mir verraten, dass ich vorher winbind hätte installieren sollen: sudo apt-get install winbind, und danach nochmal wine winrar-x64-550.exe ausgeführt, und alles war gut. Danach kann man winrar-x64-550.exe unter ~/Downloads/ löschen.

Jetzt kann es mit der Installation von Divine Divinity weiter gehen. Dafür, zuerst zum Verzeichnis DD wechseln: cd ~/.wine/DD, und den Befehl wine Setup.exe ausführen. Im Installationswizard sollten alle Standardeinstellungen behalten werden, außer zum Schluß, wo beide Häkchen für die Erstellung einer Verknüpfung und die Installation von DirectX weg genommen werden sollten. Das Spiel sollte nach der Installation noch nicht gestartet werden. Da meine Spielversion schon 1.0034A ist, brauchte ich den Patch nicht zusätzlich zu installieren. Es trifft sich gut, weil der Patch nicht mehr zu finden ist. Zum Schluß sollte man einige Zugriffsrechte richtig setzen. Zum Run-Verzeichnis von Divine Divinity wechseln: cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run" (die " Zeichen sind wichtig, weil unter Windows Leerzeichen Teil vom Pfad sein dürfen, was in Linux gar keine gute Idee ist). Dann: chmod +rw -R *. Als letzte Aktion habe ich, immer noch im Run-Verzeichnis, die Konfiguration vom Spiel gesetzt: wine configtool.exe. Dann erscheint das Fenster, das man sonst beim ersten Starten des Spieles sieht. Ich habe meine Auflösung auf 1024×768 mit Direct 3D gestellt. Es scheint damit gut zu funktionieren.

Zum Spielen habe ich mir ein Alias in meiner ~/.bashrc Datei gesetzt: alias play_divine_divinity='cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run"; wine div.exe'. Ich brauche nur noch im Terminal play_divine_divinity einzugeben, und das Programm startet. Es ist noch nicht perfekt, weil man dafür die Spiel-CD im Laufwerk braucht. Ist sie nicht da, wird man beim Starten vom Spiel danach gefragt, aber nach dem Einschieben der CD startet Divine Divinity immer noch nicht, und meine einzige Lösung war, aus einer anderen virtuellen Konsole (Ctrl+Alt+F1) das Spiel zu killen, zurück zu meiner Konsole (Ctrl+Alt+F7) zu gehen, festzustellen, dass ich mit einer unbrauchbaren Bildschirmauflösung nichts mehr machen konnte, und wieder in der anderen virtuellen Konsole den Rechner neu zu starten (shutdown -r now) — nicht wirklich optimal. (Das war bevor ich in den Einstellungen von Wine ein Häkchen bei Emulate a virtual desktop gesetzt habe.) Am besten ersetze ich bei Gelegenheit die Ausführung vom Alias durch ein kleines selbst-geschriebenes Skript, das vorher fragt, ob die Spiel-CD im Laufwerk ist, bevor das Spiel gestartet wird.

Wenn alles wie gewünscht läuft, kann man das Verzeichnis ~/.wine/DD löschen, es wird nicht mehr benötigt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Plötzlich läuft Qwt nicht mehr

Schon wieder Stress mit dem Mac. Ich arbeite momentan wieder intensiv an Programm #1, und habe mich bis jetzt auf einer Linux-Maschine in unserem experimentellen Raum darum gekümmert. Da mein Zimmerkollege heute nicht da ist, wollte ich mal in Ruhe im Büro arbeiten. Auf dem iMac, den ich von Uschi geerbt habe. Mac hasse ich immer noch, aber es sollte für meine Zwecke heute reichen.

Also, neueste Dateien rüber kopiert und Programm #1 gestartet. Programm #1 ist mit Python und PyQt4 geschrieben, mit Qwt5 für die Darstellung von Graphen. Inzwischen weiß ich, dass diese Teile am besten mit homebrew zu installieren sind, und bin ohne große Probleme von Maverick zu Yosemite zu El Capitan gewechselt.

Heute beim Starten von Programm #1 klappte es plötzlich nicht mehr. Da hatte ich eine mir noch unbekannte Fehlermeldung beim Importieren von Qwt5, direkt am Anfang vom Programm:

RuntimeError: the sip module implements API v11.0 to v11.3 but the PyQt4.Qwt5.Qwt module requires API v10.1

Blöd geschaut. An meinen Installationen hatte ich ewig nichts mehr geändert, warum sollte es auf einmal nicht funktionieren? Homebrew hatte ich natürlich immer wieder mit brew update && brew upgrade aktualisiert, das war’s sonst. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich eigentlich nicht mehr, wann ich zum letzten Mal Programm #1 auf dem iMac erfolgreich benutzt habe.

Erste Google-Ergebnisse haben den Hinweis geliefert, dass ich vielleicht konkurrierende SIP oder Qt oder sonst was Versionen habe. Tatsächlich gab es vom SIP mehrere Versionen, aber eine neue Installation hat das Problem nicht gelöst. Ich habe also in homebrew alles deinstalliert und der Reihe nach reinstalliert:

brew uninstall --force pyqwt
brew uninstall --force pyqt
brew uninstall --force sip
brew install sip
brew unlink sip && brew link sip
brew install pyqt
brew unlink pyqt && brew link pyqt
brew install pyqwt
brew unlink pyqwt && brew link pyqwt

Das war jedenfalls der Plan. Bei PyQt hatte ich schon die Meldung

==> Caveats
Phonon support is broken

Keine Ahnung, was damit gemeint war. Ich habe es ignoriert, da das Verlinken danach geklappt hat. Beim Installieren von Qwt5 ging es nicht mehr so gut. Nach make und install kam die neue Fehlermeldung:

/usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include/sip.h:32:10: fatal error: 'Python.h' file not found

Erneut gegoogelt. Bei stackoverflow hatte jemand mal vorgeschlagen, vorher

export C_INCLUDE_PATH=/System/Library/Frameworks/Python.framework/Headers

anzugeben. Ich habe trotzdem die Fehlermeldung bekommen und konnte Qwt5 nicht installieren. Bei mir war Python.h auch unter dem selben Pfad zu finden. Die Fehlermeldung bezog sich auf einen Aufruf von der Datei innerhalb von /usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include/sip.h. Ich habe einfach ausprobiert, für alle Dateien unter /System/Library/Frameworks/Python.framework/Headers einen symbolischen Link unter /usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include zu setzen:

sudo ln -s /System/Library/Frameworks/Python.framework/Headers/*.h /usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include/

Und danach ging’s! brew install pyqwt lief erfolgreich, und Programm #1 kann wieder benutzt werden. Es hat mir aber zwei Stunden gekostet. Und auf dem Laptop, auf dem ebenfalls El Capitan installiert ist, habe ich das Problem gar nicht erst bekommen. Ein Rätsel, warum es aufgetreten ist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Geschichte eines alten DVD-Laufwerkes

Letztes Jahr hat mich mein Rechner im Stich gelassen. Genauer gesagt war es die Grafikkarte, die sich eines Morgens verabschiedet hatte. Seit einigen Monaten war der Rechner sowieso sehr langsam geworden. Die Textbearbeitung mit Word dauerte ewig, mit einigen Sekunden Totzeit, wenn ich etwas mit der Maus im Menü suchen musste. Da ich wegen Arbeitslosigkeit viele Bewerbungen zu schreiben hatte, war es mir ein großes Problem. Ich habe beschlossen, mir einen neuen Rechner zu kaufen, statt nur die Grafikkarte zu wechseln.

Ich hatte meinen alten Rechner seit sieben Jahren. Ich weiß es noch ganz genau, weil damals Neverwinter Nights 2[1] rausgekommen war, und mein früherer, allererster Rechner wäre überfordert gewesen. Als er den Geist aufgegeben hat, habe ich mich bei einem lokalen Laden[1] umgeschaut. Sie hatten einige ganz gute komplette Rechner im Angebot. Ich habe mich für einen sehr leisen entschieden, mit einigen Wunschänderungen, was Arbeitsspeicher und Grafikkarte betrifft. Ich hatte mir die Meinung von Jan geholt, einem Kollegen, der sich mit Hardware gut auskennt. Ich habe Windows 7 als Betriebssystem gewählt. Es ging schnell, eine Woche später konnte ich den Rechner schon abholen, kurz vor meinem Weihnachtsurlaub bei meinen Eltern. Mein Ex-Chef, mit dem ich immer noch in Kontakt bin, hatte sich sogar angeboten, um mich mit seinem Auto dahin und nach Hause zu fahren. Es war gut, weil sich herausstellte, dass der Rechner mir zu schwer gewesen wäre.

Ich habe die wesentlichen Programme installiert, die ich für meine Bewerbungen brauchte, sowie einige wissenschaftliche Software. Nach dem Urlaub habe ich beschlossen, meine Spiele neu zu installieren. Auch die ganz alten. Bei einigen war ich überrascht, wie gut es noch ging. Baldur’s Gate hatte ich gekauft, als ich meinen allererster Rechner mit Windows 98 hatte. Ich musste lediglich den Kompatibilitätsmodus für Windows XP aktivieren, und es funktionierte einwandfrei.

Nicht so bei Neverwinter Nights. Ich habe die DVD ins nagelneue Laufwerk gesteckt. Es hat Geräusche von sich gegeben, aber die Installation wurde nie gestartet und der Inhalt der DVD wurde nicht mal angezeigt. Andere DVDs konnte ich problemlos lesen. Es war blöd, weil ich noch vor zwei Monaten auf meinem alten Rechner mit Windows XP eine neue Installation gemacht hatte. Lag es am Betriebssystem, oder am Laufwerk? Ich habe wieder Jan um Rat gefragt. Sein Vorschlag: DVD-Laufwerk aus meinem alten Rechner holen und in den neuen einbauen. Ich hatte bisher nur sehr selten Rechner aufgemacht, und meistens nur, um Staub zu entfernen. So schwierig konnte es aber nicht sein. Schraubendreher geholt, altes Laufwerk raus, neuer Rechner auf… Mist. Ich konnte nicht erkennen, wie ich das Laufwerk anschließen sollte. Ich konnte es mit Strom versorgen, aber nicht mit dem Rechner kommunizieren lassen. Der Anschluss passte nirgendwo. Wieder Jan angerufen. Er meinte, ich hätte wahrscheinlich einen IDE-Anschluss am alten Laufwerk, während der neue Rechner nur noch SATA-Anschlüsse hätte.

Ein Konverter musste also her. Ich habe mir Preise auf Internet angeschaut, wollte nur nicht zu lange mit einer Bestellung warten. Ich bin zurück zum Laden gegangen, wo ich den Rechner vor einem Monat bestellt hatte. Ich habe dem unmotiviert wirkenden jungen Mann das Problem kurz geschildert und gesagt, ich bräuchte einen Konverter. Seine Antwort: Es würde sich nicht lohnen, das alte Laufwerk anschließen zu wollen, ich sollte doch lieber ein neues Laufwerk kaufen, solche Konverter würden mehr Probleme verursachen als lösen, aber, seufz, wenn ich es unbedingt will, könnte er mir einen Konverter für 21€ bestellen. Ich habe geschluckt. Es war drei mal so teuer wie die Teile, die ich mir auf Internet angeschaut hatte. Sein Vorschlag, ein neues Laufwerk zu kaufen, war für mich nichts, da ich im neuen Rechner schon ein neues Laufwerk hatte, mit dem ich die DVD nicht lesen konnte. Außerdem wirkte der junge Mann die ganze Zeit, als ob er mich für eine blöde Kuh halten würde. Ich bin ohne Bestellung raus gegangen. Auf der anderen Straßenseite war ein anderer Laden[1]. Ich bin hingegangen und habe wieder mein Problem erklärt. Der Verkäufer: Kein Problem, Konverter bestellt, 7€, morgen zur Abholung bereit. Und: Es hat wunderbar geklappt. Mit meinem alten Laufwerk konnte ich Neverwinter Nights installieren. Vom Konverter verursachte Probleme: Keine gesehen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Maverick & PyQt…

Keine Ahnung, wie das gehen soll. Eins weiß ich, mir hat’s gereicht.

Am Anfang hörte es sich relativ harmlos an. Uschi wollte, dass ich die Installation meines Programms auf seinem Mac teste. Meine bisherige Erfahrung mit Mac-Rechnern: Ich habe die schon mal aus einem Schaufenster im Apple-Laden gesehen. Ich habe für mein Programm mit Python2.6 und PyQt4 auf Linux gearbeitet. Dass einige Sachen anders sein würden und ich viele Fehler auffangen sollte, wusste ich. Was mir nicht klar war, ist die Tatsache, dass PyQt4 auf Uschi’s Mac nicht installiert ist. Kein großes Problem, dachte ich. Schließlich habe ich zu Hause auf meinem Windows 7 Rechner ohne Problem aus einem Installer PyQt4 bekommen.

Der Hacken ist, dass es für Mac keinen Installer gibt. Anweisungen zur Installation habe ich auf Internet gefunden, die mich immer mehr verwirrt haben. Um PyQt installieren zu können, braucht man SIP. Ich hatte bisher von SIP noch nie was gehört. Ok, SIP installiert, dann PyQt4… Ach nee, Qt gibt’s doch gar nicht auf dem Rechner! Da fiel Uschi auf, dass er für die Installation von Qt noch Teile von Xcode brauchte. Ich habe nichts gesagt, keine Ahnung, wovon er redete. Ich habe ihn diesen Teil installieren lassen (2GB Download immerhin), dann haben wir Qt5.1.1 installiert, dann SIP4.15.4, dann die ziemlich letzte Version von PyQt, und es hat nicht funktioniert. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben wir fast zwei Stunden gebraucht.

Da Uschi heute unterwegs ist, meinte er, die Gelegenheit wäre perfekt, damit ich alleine an seinem Mac arbeiten könnte, um PyQt zu installieren. Seit der Mittagspause habe ich an seinem Rechner gesessen. Ich habe ziemlich alles probiert, was mir durch den Kopf gegangen ist. Verschiedene Versionen, mit --arch x86_64 oder --arch i386, Qt4, Qt5…

  • Qt5.2.0 beta + PyQt4.10.4: Fehlermeldung /Library/Python/2.7/site-packages/PyQt4/QtCore.so: No such file or directory beim sudo make install (ich habe inzwischen Administratorrechte bekommen)
  • Qt4.7.3 + PyQt4.10.4: Ich war begeistert, es gab beim sudo make install keine Fehlermeldung, selbst wenn ich beim make jede Menge Warnungen über die nicht unterstützte Mac OS X Version (Maverick) gesehen habe. Aber als ich dann meinen Programm laufen ließ: Traceback bei from PyQt4.QtGui import *, mit der Beschimpfung ImportError: dlopen(/Library/Python/2.7/site-packages/PyQt4/QtCore.so, 2)
  • Ein Versuch mit einer 32-bits Architektur: mach -o, but wrong architecture
  • Qt4.6.4 + PyQt4.10.4: Am configure.py ist es schon gescheitert: Error: Failed to determine the layout of your Qt installation
  • Qt4.8.4 oder Qt4.8.5 + PyQt4.10.4: wieder die ImportError Meldung
  • Irgendein Build von Qt5.2.0 beta + das letzte Snapshot von PyQt5.2: SIP konnte beim sudo make install nicht gefunden werden (ich habe mich nicht darüber gefreut, dass die Fehlermeldung nach dem make kam, der schon 10mn braucht)
  • Statt python2.7, habe ich auch python2.6 versucht: ImportError

Das einzige, was ich nicht geändert habe, war die Version von SIP. Jetzt ist es fast neun, ich sitze immer noch im Büro und habe tierisch Hunger. Schnauze voll, ich gehe nach Hause. Warum soll es eigentlich mein Job sein, wenn wir im Team einen IT-Ingenieur haben? Schließlich habe ich Physik studiert, nicht Informatik.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Frust

Gestern war extrem frustrierend. Ich habe die Aufgabe bekommen, ein wissenschaftliches Softwarepacket auf unseren Servern zu aktualisieren. Mit Linux arbeite ich seit zwei Monaten nach einer etwa vierzehnjährigen Pause wieder, genauer gesagt seitdem ich diese neue Stelle bekommen habe. In meinem früheren Institut hatten wir für die tägliche Arbeit Windows benutzt, nicht so typisch bei Wissenschaftlern an der Uni. Seit Juli bin ich also dabei, die einfachsten Befehle aus der Kommandozeile neu zu erlernen, zum Beispiel wie Dateien entpackt werden, oder wie ein ganzer Ordner kopiert oder gelöscht wird. Oder wie man ein Programm aufruft, der nicht im PATH liegt. Dateiname funktioniert nicht, seit heute weiß ich, dass ich ./Dateiname eintippen soll. Ja, man kann auch unter Linux mit Fenstern und Maus arbeiten, aber ich wusste lange nicht, wie man ein solches Explorer-Fenster öffnet, wenn man mit ssh auf einem anderen Rechner unter einem anderen Login arbeitet. Und ich weiß nicht mal, wo meine persönlichen Dateien physisch liegen, da ich egal aus welchem Rechner darauf zugreifen kann. Aber gut, das ist nicht das wichtigste. Ich komme mir ziemlich blöd vor, wenn ich meinen Zimmerkollegen, den IT-Ingenieur der Arbeitsgruppe, wegen solchen Kleinigkeiten um Hilfe fragen muss. Und gestern nachmittags hieß es plötzlich bei unserem wöchentlichen Meeting, dass ich für die wissenschaftlichen Programme hier zuständig bin.

Damit es nicht zu einfach wird, haben wir verschiedene Server, und das Softwarepacket muss auf allen aktualisiert werden. Server1 ist älter und für unsere internen Zwecke gedacht, darauf kann ich nur 32bits-Versionen installieren. Der neuere Server2 wird für den Nutzerbetrieb und für intensive Rechnungen benutzt, auf diesem müssen 64bits-Versionen installiert werden. Das Softwarepacket, das ich aktualisieren musste, steht schon seit einem Jahr zum Herunterladen zur Verfügung – wie viele Programme in meinem Fach handelt es sich um ein kostenloses Programm, das von anderen Wissenschaftlern unter GNU-Lizenz entwickelt wird. Wie ich heute festgestellt habe, wurde die 64bits-Version auf Server2 schon vor einem Jahr installiert. Das ist schon mal gesparte Arbeit. Ich hatte mit Server1 angefangen. Es gibt seit kurzem ein Installer, das man mit einfachem Klick starten kann und das das ganze Packet samt Aktualisierung der Pfade installiert. Toll, wenn es auf Server1 funktionieren würde. Ich wusste gestern noch nicht, wie man aus der Kommandozeile ein Fenster öffnet, um auf dem Installer zu klicken. Ein Fenster kann ich sonst bei mir ohne Problem aus dem Desktop öffnen, aber dann bin ich unter meinem eigenen Login und habe die benötigten Rechte für die Installation nicht. Den Konqueror-Tipp kannte ich noch nicht. Ich habe in der Kommandozeile Dateiname in dem Ordner eingetippt, in dem das Installer lag; ohne ./ vorne ging’s natürlich nicht. Ich habe das Installer gelöscht und die Programmquelle stattdessen heruntergeladen. Es wäre eh mit dem Installer fehlgeschlagen, da ich heute festgestellt habe, dass es zu „core dumped“-Fehlern führt. Mein Zimmerkollege meint, dass Server1 wahrscheinlich zu alt für das Installer ist.

Es hieß also, Programmquelle kompilieren. Auf der Internetseite des Softwarepackets ist eine ausführliche Anweisung zur Installation angegeben. Ich habe die heruntergeladene Datei entpackt. Ich habe wie beschrieben die setup-Datei für unsere Konfiguration geändert. Ich habe source setup-Datei problemlos durchgeführt. Danach musste ich mit ./configure die Installation konfigurieren. Es ging nicht. Fehlermeldung, ./configure kennt mein System nicht. Mein IT-Kollege hatte sich schon zum Feierabend verabschiedet. Mir hat’s gestern Abend gereicht. Ich spürte ein leichtes Kopfschmerz, das drohte, schnell zur Migräne zu wechseln. Ich bin zur ersten Etage herunter gegangen, es war schon nach 18:00, und Martin war überraschenderweise noch im Büro, mit der Diplom-Studentin (ja, es gibt noch welche). Das Wetter war so toll, ich habe den beiden vorgeschlagen, Eis essen zu gehen. Die Studentin hatte zu viel zu tun. Martin hat sich entschuldigt, mit der Ausrede, dass er heute Abend an einem Lauf teilnehmen wollte. Irgendwie komisch, so ganz nachvollziehen konnte ich es nicht. Wir haben ein bisschen geredet und ich bin weg gegangen. Im gleichen Moment ist auch Martin gegangen, aber er hat mit mir kein Wort mehr gewechselt, hat mir den Rücken zugedreht und ist in die entgegengesetzte Richtung gegangen. Es hat mich total verletzt. Ich habe den starken Eindruck bekommen, dass er sich seit letzter Woche auf einmal von mir distanziert hat, und ich habe keine Ahnung warum. Ich hätte wissen sollen, dass es keine gute Idee ist, sich so schnell zu verlieben. Oder sich überhaupt in einem Deutschen zu verlieben. Deutsche Männer sind mir häufig zu kühl und scheinen selber nicht zu wissen, was sie wirklich wollen. Es kann kein Zufall sein, dass ich schon so viele Jahre in Deutschland Single geblieben bin. Ich werde es sicherlich für die kommenden zwei Jahre hier weiter sein. Schließlich bin ich nur für die Arbeit umgezogen. Ich sollte daran gewöhnt sein, alleine zu leben. Warum finde ich es auf einmal so schwer und deprimierend? Mir ging’s gestern Abend richtig mies.

Wie auch immer, ich habe heute mein Installationsproblem gelöst. Ich hatte gestern einfach nicht die ganze Quelle heruntergeladen, also doch nicht die richtige Datei ausgesucht, deswegen kannte das System ./configure nicht. Nach dem make habe ich gesehen, dass einige Teilprogramme aus dem Packet fehlten. Ich habe sie einfach aus der früheren Version kopiert. Danach gab’s Probleme mit dem Pfad für Tcl/Tk. Ich war froh, als ich den Namen des Softwarepackets eingetippt habe und das Fenster tatsächlich erschienen ist. Ich habe meine Kollegen, die mit dem Programm häufig arbeiten, darum gebettet, mich über Probleme zu informieren. Ich hoffe, keiner meldet sich, weil es dann heißen würde, dass ich es endlich richtig installiert habe.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.