Traum am Samstagvormittag

Es war ein sonniger Vormittag. Der Ehemann und ich haben beschlossen, bei einer uns noch unbekannten kleinen Bäckerei zu frühstücken. Als wir ankamen, war aber niemand hinter der Theke. Außer uns war überhaupt niemand im Laden. Wir haben gestanden und gewartet, bis eine andere Kundin herein kam und den Ehemann grob schubste, um sich vorzudrängeln. Ich habe protestiert, aber die Frau hat es einfach ignoriert und sich noch ungefragt zu uns hingesessen, als das Warten zu lange wurde, obwohl andere Tische frei waren.

Wir saßen zu zweit an einem Holztisch in einem kleinen Biergarten. Es war sonnig. Der Ehemann wollte zur Toilette und meinte, er würde sich auf dem Weg dahin noch ein Bier bestellen. Bevor er zurück kam, brachte ein Kellner eine Cranberry-Schorle zu unserem Tisch. „Mein Mann wollte doch ein Bier“, sagte ich. „Bier haben wir leider nicht mehr“, antwortete der Kellner. Als er weg ging, kamen neue Leute an, die sich an einen Nachbartisch hinsetzen wollten. Der Kellner sagte ihnen, sie müssten weg von hier, weil es zu viele Gäste gäbe, er käme nicht mehr dazu, sie alle zu bedienen. Die Leute haben den Biergarten beleidigt verlassen. Der Ehemann kam zurück und wunderte sich über die Schorle. Die wollte er nicht haben. Bevor wir gingen, sollte ich doch zur Toilette, meinte er, es wäre hübsch angerichtet. Ich ging, konnte die richtige Tür hinter der Bar aber nicht finden. Es gab viele ganz kleine Türe, durch die eine erwachsene Person unmöglich gehen konnte. Als ich die paar Stufen runter zur Bar ging, um zurück nach draußen zu gehen, bin ich ausgerutscht. Statt aber auf dem Rücken zu landen, habe ich angefangen in der Luft zu schweben. Wie geil ist das denn?

Ich bin aufgewacht. Menno, gerade als es interessant wurde! Der Ehemann lag wach neben mir und ich habe ihm meinen Traum erzählt.

Wir gingen eine Straße entlang in der Stadt. Wir waren gerade bei einer Tram-Haltestelle. Rechts Schienen, links Schienen. Vereinzelte Autos fuhren an uns vorbei. Es war ein sehr ruhiger Sommertag. Die Sonne schien, der Himmel war blau. Auf einmal sah ich einen riesigen Greifvogel weit über uns kreisen. Ich zeigte ihn dem Ehemann, der mit seiner Kamera begeistert anfing, wild zu fotografieren. Als der Vogel näher kam, wurde er größer und größer. Er landete hinter der Haltestelle und als seine Flügel noch breit gestreckt waren, konnte ich sehen, dass seine ganze Brust voll mit Krallen bedeckt war. Der Vogel stand da, fast ganz schwarz, und war so groß wie ein Mann. Mir wurde es zu unheimlich und ich lief davon, während der Ehemann noch fotografierte.

Ich ging die Straße weiter hoch, als eine große Katze mich überholte. „Och, Katze, süß“, dachte ich zuerst, bevor ich merkte, dass sie völlig aufgeregt war. Sie fauchte und grollte, was das Zeug hielt, und rannte weiter weg. Ich folgte ihr und kam zu drei anderen kampfbereiten großen Katzen, zu denen die, die mich überholt hatte, sich zugesellte. Vorsichtshalber bin ich zur anderen Straßenseite gegangen. So ein Verhalten kannte ich bei Katzen nicht. Mehr und mehr Katzen kamen an und plötzlich war ein großer, schwarzer und beängstigter Hund von den Bestien umzingelt, die ihn am Kragen packten und zur Straße zogen. Armer Hund.

Weiter bin ich gegangen. Der Ehemann kam zu mir und ich musste ihm das Geschehen mit den Katzen und dem Hund erzählen, weil er nichts davon mitbekommen hatte. Manchmal denke ich, er geht wie ein Blinder durch die Welt. Wir sind links zu einer Treppe gekommen, wo viele andere Leute waren. Unsere Gäste. Wir hatten sie zur Einweihung unserer Wohnung eingeladen. Als wir in die Wohnung rein kamen (die ich sonst im Leben gar nicht kenne), habe ich ganz schnell aufgeräumt und die Türe von Schränken geschlossen, die auf Kopfhöhe halb offen waren. Das sah so unordentlich und gefährlich aus! Die Gäste sind herein gekommen, und da wir nicht genug Platz auf der Garderobe hatten, haben sie die Schränke wieder geöffnet, um ihre Jacken an den Türen zu hängen. Einige sind sofort zur Toilette am Ende von Gang hinter mir gelaufen. Ich wollte auch hin und dachte, wie gut, dass wir eine zweite Toilette neben der Eingangstür haben. Aber dorthin wollte ebenfalls der Schwiegervater, der zu den Gästen zählte.

Das Telefon vom Ehemann hat uns vom Schlaf gerissen. Elf Uhr morgens. Unglaublich, wie lange ich geschlafen habe. Das passiert mir sonst nie.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Stammbahn Zehlendorf

Heute sind wir von Wannsee bis Zehlendorf über die stillgelegte Stammbahn spazieren gegangen. Die Wanderung ist hier beschrieben. Wir sind in die andere Richtung gegangen. Impressionen.

Die S-Bahn hat uns zum Bahnhof Wannsee gebracht. Wir sind rechts von der Potsdamer Chaussee hoch in den Wald gegangen. Der Weg ist fast leer. Wir begegnen einem Jogger, der uns entgegen kommt. Er ist flott unterwegs. Mit meinem Mangel an Bewegung brauche ich noch ein bisschen Zeit, um mich von der Treppe zu erholen.

Wir entfernen uns vom Weg, rechts tiefer in den Wald, und gehen an eine improvisierte Raststätte vorbei. Jemand hat eine dunkelblaue Plane an einem tiefen waagerechten Ast umgewickelt und benutzt sie, um drin zu schlafen. Wir sehen die Wölbung in der Plane, wo die Person eingekuschelt liegt. Neben der Raststätte ist ein Fahrrad an einem Baum angelehnt. Wir gehen weiter.

Mitten im Wald steht ein Bäumlein und stellt ganz stolz seine kleine neue Blätter zur Schau. Der Jüngling will zeigen, was er drauf hat. Alle ältere Bäume um ihn herum sind noch nackt.

Wir steuern in Richtung Camporee. Dort haben früher US-Veteranen Ausflüge gemacht. Heute wird es von Pfadfindern für irgendwelche Veranstaltungen benutzt.

Wir gehen weiter und der Jogger von vorher kommt uns nochmal entgegen. Wie ist er bloss gelaufen?

Unser Weg führt an der Königswegbrücke vorbei. Dort gab es das Zollamt Dreilinden, als die Mauer noch stand. Auf der anderen Seite der Autobahn geht’s rechts tiefer in den Wald.

Ab hier fangen wir an, mehr Leute zu treffen. Wie es aussieht, sind alle Hundebesitzer unterwegs. Ein Hund mit einem riesigen Ast im Maul kommt zu uns. Er will uns den Ast geben. Kein Interesse. Andere schnüffeln an unsere Hosen. Ich bin froh, eine sonst kaum benutzte graue Joggingshose an zu haben. Die Besitzer beachten das Verhalten ihrer Tiere kaum. Ein Paar mit zwei Hunden an der Leine sperrt uns die ganze Breite vom schmalen Weg, so dass wir nur noch am Rande vom Weg hoch klettern können. Beim Vorbeigehen denkt die Frau immerhin daran, „Entschuldigung“ zu murmeln. Ein vereinzelter großer Hund stellt sich plötzlich vor mir und wirkt bedrohlich. Grollen tut er zum Glück nicht. Ich schleiche mich an ihm vorbei und denke nur, „hoffentlich greift er mich nicht an“. Einige Meter entfernt sehen wir, wie ein Fuchs mit hoher Geschwindigkeit am Weg entlang rennt. Ihm folgt mit Begeisterung ein junger Jagdhund. Kurz danach kommt ein altes Paar zu uns und fragt nach dem Hund. Die Frau wirkt entsetzt, dass er anscheinend entlaufen ist. Sie pfeifen nach dem Hund. Der Hund kommt zurück, läuft am Paar vorbei, ohne seine Besitzer zu merken, dreht sich dann um, als sie nochmal pfeifen, und kommt endlich zu ihnen. Er wird an der Leine befestigt.

Wir folgen dem Weg bis zur Benschallee / Karl-Marx-Straße. Auf der anderen Seite der Kreuzung steht ein Denkmal an den Opfern der Teilung Deutschlands. Die Tafel dahinter trägt die Namen von Peter Mädler, Christian Buttkus, Walter Kittel und Karl-Heinz Kube, alle vier zwischen 1963 und 1966 im Bereich Kleinmachnow erschossen. Danach fängt die Strecke der Stammbahn, wo die Schienen noch liegen. Die Bahnstrecke ist 1980 stillgelegt worden. Bäume sind zwischen den Schienen gewachsen. Wir treffen eine Gruppe Mädchen, die mitten auf den Schienen laute Musik auf dem Smartphone hören. Weiter weg klebt an eine Schiene eine Aufforderung für die abenteuerlichen Wanderer. Ab und zu sehen wir verwaiste Bahnhöfe, wie der von Zehlendorf Süd.

Im letzten Stück vor dem Bahnhof Zehlendorf, neben einer Kleingartenkolonie, haben Sprüher die Wände voll gemalt. Mal häßlich, mal richtig gut. Leider ohne Rücksicht für die Umwelt. Wir verpassen dabei eine Kreuzung und kommen fast zum Bahnhof, wo man aber nicht entlang gehen darf. Glaube ich. Wir kehren zurück und finden die Berlepschstraße. Mit dem Bus geht’s dann nach Hause, nach einer Wanderung von zweieinhalb Stunden. Wir erholen uns mit einer heißen Schokolade. Meine Beine sind recht müde.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Eine neue Zickengeschichte

Gestern Abend, um die 21:00, in der S42, kurz vor Südkreuz gesehen.

Die Bahn ist voll. Zwischen zwei Türen, nicht weit von mir, stehen zwei Frauen, eine ältere und eine jüngere, um die zwanzig oder weniger. Mit ihnen reist ein Mädchen, bestimmt unter zehn Jahre alt, und ein kleiner Hund mit schwarzer Rückenjacke an der Leine. Sie fallen mir plötzlich auf, weil die junge Frau, mager mit langen schwarzen Haaren und Piercing, in einem angeekelten Ton laut von sich gibt, dass sie hier nicht mehr bleiben könnte und bei der nächsten Station aussteigen müsste. Aus meinem Sitzplatz schaue ich in ihre Richtung. Die Leute um sie herum starren den Boden an und gehen ohne Wort einige Schritte zurück. Dort, vom Hund aus, verläuft eine gelbe Flüssigkeit, mit Gras gemischt. Offensichtlich hat sich der Hund gerade übergeben. Der Zug bremst, wir sind fast am Südkreuz. Die Frauen ziehen an der Leine vom Hund und gehen mit dem Mädchen zur Tür.

Auf der anderen Seite der Tür steht ein Paar. Er ist kahl und hellhäutig, vielleicht Mitte vierzig, sie ist braun mit lockigen Haaren, bildhübsch, und hält eine Rolle Papier in der Hand. Der Mann sagt den Frauen in einem höflichen Ton, sie können doch nicht einfach aussteigen und das Erbrechen da liegen lassen. Die Frauen wirken irgendwie beleidigt, dass jemand es gewagt hat, sie anzusprechen und ihnen Vorwürfe zu machen. „Was sollen wir denn machen?“ fragt die ältere Frau. Er sagt, sie könnten wenigstens mit einem Taschentuch die Flüssigkeit entfernen, die sich immer noch im ganzen Gang im Bremsrichtung verbreitet. Die junge Frau kichert. Die ältere Frau zuckt arrogant mit den Achseln, sagt, sie haben kein Taschentuch, und beide Frauen steigen mit geradem Rücken mit dem Hund aus, ohne um sich herum zu schauen. Das Mädchen schaut besorgt zurück, wird aber mitgeschleppt. Am Bahnsteig angekommen, fragt die alte Frau, ob sie denn das Erbrechen vom Hund hätte lecken sollen. Eine tolle Idee, denke ich, das würde ich gerne sehen, dafür, dass sie nicht mal auf die Idee gekommen ist, sich bei den anderen Gästen überhaupt zu entschuldigen (wäre es nicht das Minimum?).

Die Tür geht wieder zu, wir fahren gleich weiter. Erst jetzt wagt es die junge Frau, dem im Zug gebliebenen Paar anzuschimpfen. Sie ruft „Fickt euch!“ nach ihnen, indem sie den mittleren Finger hoch hebt (und bringt damit wunderbar ihr Niveau zum Ausdruck). „Assis“, denke ich. Ich weiß nicht, ob das Paar die Rufe der Frau gehört haben. Durch die geschlossene Tür habe ich es kaum wahrgenommen, so leise es war, wenngleich die Schimpfworte deutlich waren (ich habe ja feine Ohren). Andere Leute am Bahnsteig haben sie schon komisch geschaut. Der Mann, der einzige, der die Frauen angesprochen hat (alle andere Gäste haben sich vom Anfang an verhalten, als ob plötzlich in die andere Richtung etwas super spannendes statt finden würde), hat auf jeden Fall nichts gemerkt, er stand die ganze Zeit mit dem Rücken zur Tür. Die Frau, die mit ihm reiste, hat gelacht und dem Mann gesagt, „das ist dein Volk“. Das alles sagt schon, was für ein Eindruck Ausländer von Deutschen bekommen.

Eigentlich hätte man die Frauen wegen Beleidigung anzeigen lassen sollen. Ich hatte Zeit, ich hätte mich sogar als Zeugin bereit gestellt. Vom Verhalten und Aussehen der Frauen her glaube ich kaum, dass sie viel verdienen. Es würde ihnen nicht schaden, als Erziehungsmaßnahme Strafgeld für ihr Benehmen zu bezahlen. Schließlich hat mein Vater selber schon auf dieser Weise von einem verbalen Angreifer Geld bekommen. Leider fuhr der Zug schon weg, und wenn die Betroffenen von der Beleidigung nichts merken, kann ich auch nichts für sie machen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Haustiere

Seit meiner frühesten Kindheit bin ich daran gewöhnt, mit Haustieren zu leben. Mein Vater hat gerne deutsche Schäfer gehabt. „Zum Schutz“. Ursprünglich waren sie ständig in unserer Etagenwohnung in meiner Geburtsstadt, später nur noch im Garten der Villa, die er selber Jahre lang an Wochenenden gebaut hat. Daher weiß ich, dass ich keine große Hunde mag. In Erinnerung habe ich die stinkende Stelle im Garten behalten, wo die Hunde ihre Exkremente hinterlassen haben, und die Gelegenheiten, als sie sich aggressiv verhalten haben. Das regelmäßige Bellen hat mich auch gestört, sowie der Eigengeruch von Hunden. Ich habe mich immer möglichst fern von ihnen gehalten. Eine kleine Hündin mit grauen Haaren hatten wir auch. Sie war nicht größer als eine Katze. Mit ihr bin ich im Sommer häufig in den Voralpenbergen um das Dorf gejoggt und gewandert.

Bei Katzen ist es anders. Wir haben immer mehrere gehabt. Die allererste Katze war eine Haustiegerin namens Daisy. Wir hatten sie von einer Freundin meiner Mami bekommen, weil sie sie in ihrer neuen Wohnung nicht behalten durfte (ich erinnere mich an einen Tag, als meine Mami mit geöffneten Fenstern die Wohnung geputzt hat, eine große Fliege herein gekommen und aus dem Fenster weg geflogen ist, und wie Daisy hinterher gesprungen und ganz überrascht in den Feigenbaum im Innenhof gelandet ist). Mein Vater hat sich immer als Katzenfeind angegeben, aber er ist es gewesen, der die meisten Kätzchen gerettet und nach Hause gebracht hat. Deswegen habe ich morgens regelmäßig die Blutspuren von kleinen Tieren vor der Haustür gewischt. Der Kater meiner Schwester hatte uns einmal sogar eine sauber geschnittene kleine Leber vor der Tür gelassen. Ich habe sie direkt zum Mülleimer gebracht.

Ich habe nie die Absicht gehabt, selber eine Katze zu haben. Zum einen habe ich immer nur in Stadtwohnungen gelebt. Eine Katze könnte nie raus gehen, weil die Gefahr so groß ist, dass sie überfahren wird. Genau diesen Schicksal hatte unsere Hündin, als sie eines Tages aus dem ausnahmsweise geöffneten Tor entlaufen ist (mit ihrer Haarfarbe war sie kaum aus dem Asphalt zu unterscheiden). Zum anderen hätte ich nicht mehr die Freiheit, einfach so Ausflüge am Wochenende zu machen, weil ich mich jedesmal um die Versorgung der Katze kümmern müsste.

Als ich vor meiner Rückkehr nach Deutschland in der Villa meiner Eltern gelebt habe, waren sie gerade dabei, sich zu trennen. Eine Scheidung war geplant und die Villa musste verkauft werden. Ich habe häufig Zeit im Dorf verbracht, weil wir keine Internetverbindung zu Hause hatten, was meine Arbeitssuche besonders erschwerte. Als ich endlich einen neuen Vertrag bekommen habe, in dem Institut, in dem ich meine Doktorarbeit gemacht hatte, war ich eines Tages im Internetcafé, als meine Mutter anrief. Sie musste gleich zurück zu Arbeit und jemand wäre zu Hause zu Besuch. Um die Villa zu kaufen, dachte ich. Aber nein, „jemand“ war ein sechs Wochen alter Haarball, der ganz leise vor sich hin miaute. Meine Katze. Meine Mami meinte, da ich in Kürze nach Deutschland umziehen würde, wollte sie mir eine Katze geben, damit ich mich nicht zu sehr alleine fühle. Ich fand die Idee am Anfang komisch. Ein paar Tage lang ist sie ohne Name geblieben, bis ich mich für „Chipie“ entschieden habe. Ich habe später enttäuscht festgestellt, dass dieser Name bei weiblichen Katzen sehr häufig in Frankreich verwendet wird.

Ich wollte ursprünglich Grenzen ziehen und ihr zum Beispiel nicht erlauben, bei mir im Bett zu schlafen. Als sie es aber nach mühsamen Versuchen endlich geschafft hatte, aufs Bett zu kommen, und so stolz anfing, vor sich hin laut zu schnurren, habe ich es nicht übers Herz gebracht, sie wieder herunter zu bringen. Sie war so leicht, dass ich immer Angst hatte sie zu verletzen, wenn sie neben mir gelegen hat. Seitdem verbraucht sie nachtsüber einen erheblichen Teil meines Bettes, und ich darf selber gucken, wie ich gemütlich schlafen kann. Und wehe, ich wage es, mich zu bewegen! Sofort fängt sie an zu fauchen und meine Füße durch die Decke zu beißen. Was ich natürlich nicht einsehe, deswegen schmeiße ich sie runter vom Bett. Seitdem Martin bei mir schläft, hat sie sich beruhigt. Sie traut sich noch nicht ganz, sich mit ihm frech zu verhalten. Süß ist sie aber auch. Schmusattacken sind bei ihr üblich. Morgens holt sie mich aus dem Bett, wenn ich nach dem Wecker zu lange brauche, um aufzustehen (mir ist klar, dass sie auf ihr Frühstück wartet). Ich darf nicht duschen, ohne die Tür vom Badezimmer offen zu lassen, weil sie sonst an der Tür kratzt und miaut (wie kleine Kinder, wenn sie plötzlich merken, dass Mami nicht mehr im Raum ist). Und wenn ich zu lange abwesend bin, wie letzte Woche, beschwert sie sich bei meiner Rückkehr deutlich, obwohl ich immer dafür sorge, dass jemand auf sie aufpasst.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.