In der Mittagspause

Ein kleiner Spaziergang mit dem Ehemann.

Seit gestern ist er zu Hause. Krankgeschrieben, zum Glück ist es nur eine Erkältung. Er hat sich auf Arbeit von einem Kollegen anstecken lassen, der von einem anderen Kollegen angesteckt wurde, weil sein Chef so doof gewesen ist, alle Mitarbeiter aus dem Home Office zwangsweise zurück ins Büro zu holen, sobald die Pflicht zum Home Office nicht mehr bestand. Und die Kollegen sind genau so doof, denn sie meinen, ins Büro kommen zu müssen, wenn sie krank sind. Der Ehemann ist also wenigstens der dritte Mitarbeiter, der deswegen ein paar Tage ausfallen muss, und das wäre mit Home Office völlig vermeidbar gewesen. Ob ich demnächst dran bin?

Jedenfalls. Heute geht’s ihm schon besser, und ich habe die Gelegenheit ausgenutzt, um raus zu gehen. Sonst bin ich alleine von morgens bis abends am Schreibtisch. Es sind ein paar nette Bilder entstanden.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Kürbiskonfitüre

Meine erste selbstgemachte Konfitüre. Es war viel leichter als gedacht. Die Flohsamenschalen habe ich spontan hinzugefügt, weil ich die Befürchtung hatte, dass die Pektine aus dem Apfel als Geliermittel nicht reichen könnte. Die Konsistenz heute beim Frühstück nach einer Nacht im Kühlschrank war genau richtig.

Die Zutaten

  • 600 g Kürbis (nach dem Entkernen und Schälen) – ich habe Butternut-Kürbis benutzt
  • 1 Apfel
  • 300 g Zucker
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Teelöffel Flohsamenschalen
  • Vanille aus der Mühle

Zusätzlich:

  • Vorratsgläser
  • Essigessenz

Die Zubereitung

  • Den geschälten Kürbis in kleine Stücke schneiden.
  • Den Apfel ungeschält in kleine Stücke schneiden, Kerngehäuse entfernen.
  • Die geschnittene Früchte in einen Topf geben und fünf Minuten scharf anbraten.
  • Den Zucker dazu geben und umrühren. Der Zucker zieht viel Wasser aus den Früchten und es bildet sich ganz schnell einen flüssigen Sirup. Zum köcheln bringen und dann für eine halbe Stunde bei geringer Hitze kochen, gelegentlich mit dem Holzlöffel umrühren, damit nichts am Boden klebt und anbrennt.
  • In der Zeit kann man die Vorratsgläser sterilisieren: Die Gläserteile ohne die metallischen Teile in einem großen Topf mit warmen Wasser und etwa Essigessenz bedecken, mit Deckel zum Kochen bringen, dann die Platte ausschalten und zehn Minuten zugedeckt im Wasser lassen. Ich habe die Gummis mit gekocht. Wenn das Leitungswasser weich ist, kann man auf Essigessenz verzichten. Bei mir in der Umgebung von München ist das Wasser so hart, dass Kalk beim Kochen in die Gläser ausfällt. Essigessenz löst den Kalk auf. Alternativ kann man das Wasser vorher filtrieren, man braucht aber viel Wasser. Nach den zehn Minuten, die Gläser vorsichtig mit einer Zange aus dem Wasser nehmen und beiseite zum Trocknen stellen. Die Gläser mit Schutzhandschuhen anfassen, sie sind heiß.
  • Die gemahlene Vanille, die Flohsamenschalen und den Zitronensaft zum Topf geben, den Topf vor der Hitzequelle nehmen, dann mit dem Pürierstab prozessieren. Unbedingt Schutzkleidung, dicke Handschuhe und Schutzbrille anziehen! Das Spritzen von heißer Könfitüre auf der Haut oder in die Augen sollte möglichst verhindert werden.
  • Die Gläser mit der heißen Konfitüre abfüllen. Ich habe mit dem Rezept ein mittelgroßes und ein nicht so großes Glas gefüllt.
  • Es heißt, man sollte die Gläser verschließen und sofort kurz auf den Kopf stellen, damit der obere Raum sterilisiert wird. Ich habe es nicht gemacht, weil ich dachte, mit der Innenform der Deckel wird es eine Sauerei. Ich hoffe, dass ich es nicht bereuen werde.
  • Die Gläser erst bei Raumtemperatur abkühlen lassen, dann in den Kühlschrank stellen.

Nährwertangaben

fürs Rezept
Energie (kcal) 1590
Eiweiß (g) 7,7
Kohlenhydrate (g) 370,5
davon Zucker (g) 328,4
Fett (g) 1,2
Ballaststoffe (g) 17,5

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Murnauer Moos und Staffelsee

Einen schöneren goldenen Herbsttag hätten wir uns nicht aussuchen können. Am Sonntag gehen wir früh morgens aus dem Hotel raus und kaufen belegte Semmeln für den Tag ein. Der Ehemann will mit dem Auto[1] zum Münter-Haus fahren, um dort zu parken und abends nicht zurück in die Stadt laufen zu müssen, aber es sind nur zehn Minuten Fußweg dahin, ich finde es besser, das Auto auf dem eh kostenlosen Parkplatz zu lassen. Recht habe ich. Um das Münter-Haus gibt es kaum Parkmöglichkeiten.

Wir hatten zusammen zuletzt das Murnau Moos im Frühling vor dreieinhalb Jahren besucht, was mir viel zu wenig vorkommt, so zauberhaft die Landschaft ist. Kein Wunder, dass so viele Maler hier Inspiration gefunden haben. Im Herbst wirkt die Kottmüller-Allee ganz anders und am frühen Morgen mit dem Rest Nebel ist die Aussicht zu den Alpen wunderschön. Wir laufen, wie beim letzten Mal, am Ähndl vorbei und biegen rechts die Ramsach entlang ab.

Nach zwei Kilometern verlassen wir den Weg rechts zum Panoramaweg, anstatt wie beim letzten Mal weiter die Ramsach entlang zu laufen. Ich werde von der Landschaft nicht satt. Ich beneide die Rinder, die es sich hier gut gehen lassen. Na ja, nicht ganz. Schlachten würde ich mich nicht lassen wollen.

Wir erreichen den Bahnhof Seeleiten-Berggeist, laufen über die Schienen, überqueren die Staatsstraße und gehen durch ein Stück Wald bis zum Staffelsee. Dort war ich zuletzt vor drei Jahren mit der Arbeitskollegen geradelt. Eine Joggerin ist vor uns unterwegs, wir treffen sie mehrmals.

Der Weg am Seeufer ist im Schatten, mir wird kalt. Trotzdem teste ich die Wassertemperatur. Die Badesaison ist wirklich vorbei. Am Ende vom Uferweg kommen wir zu einem Biergarten und setzen uns auf Liegestühle. Ein Schiff legt an und lädt Passagiere aus. Enten kommen in regelmäßigen Abständen zwischen den Tischen, drei Paare, Männchen und Weibchen getrennt aber zielstrebig, sie wirken wie eine organisierte Bettlerbande. Wir setzen unseren Weg fort und machen nochmal Pause an einem Aussichtspunkt auf einem Hügel, wo wir unsere Semmeln essen.

Nach der Rast besuchen wir das Münter-Haus und laufen dann zurück in die Stadt. Vor einer Eisdiele am Untermarkt stehen Leute Schlange, und wir stellen uns auch an. Eine Berliner Gewohnheit, habe ich mir sagen lassen. Es lohnt sich, das Eis ist vorzüglich.

Der Spaziergang war elf Kilometer lang, ich habe es kaum gemerkt, obwohl wir zwischendurch noch viel gestanden haben. Meine Wangen werden doch rot und warm, als wir im Auto auf dem Rückweg sind.

[1] Ich hatte ursprünglich in Erwägung gezogen, mit der Bahn nach Murnau zu fahren. Dafür hätten wir mit der S8 nach Pasing fahren müssen, um dort in die Regionalbahn umzusteigen. Am Wochenende gab es aber mal wieder Änderungen im Betriebsablauf, der Ehemann war am Freitagabend schon genervt von der Arbeit nach Hause gekommen, weil er in Pasing umsteigen wollte und wie immer erst im allerersten Moment angekündigt wurde, dass die S8 ab einem abweichenden Gleis abfährt, das nicht mehr rechtzeitig zu erreichen war. Ergebnis, zwanzig Minuten auf die nächste S8 warten. Eigentlich der Grund, warum ich lieber in Westkreuz umsteige, dort ist nur ein Bahnsteig.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenende in Murnau

Die Entscheidung, das Wochenende in Murnau zu verbringen, war recht spontan. Wir waren am vorherigen Wochenende im Buchheim Museum und hatten die Ausstellung „Farben der Avantgarde“ besucht, die Teil der Ausstellungsreihe MuseenLandschaft Expressionismus[1] ist. Einige dieser Ausstellungen sind nur noch für kurze Zeit verfügbar, wie die im Schlossmuseum Murnau[1], die in zwei Wochen schließt. Grund genug, dort einen Mini-Urlaub übers Wochenende zu verbringen. Samstag Kunstprogramm, Sonntag Spaziergang am Murnauer Moos und am Staffelsee. Mehr dazu demnächst.

Übernachtet haben wir am Hotel Griesbräu[1]. Murnau liegt keine Stunde Auto von zu Hause aus entfernt, aber mit einer Übernachtung vor Ort war es entspannter. Was der Webseite vom Hotel nicht zu entnehmen war: Die Brauerei ist momentan wegen Urlaub geschloßen, und es gibt nicht mal warme Küche, wie uns die schlecht gelaunte Frau an der Rezeption informierte. Unfreundlich war zum Glück nur sie, die anderen Mitarbeiter vom Hotel haben einen besseren Eindruck hinterlassen. Enttäuschend war trotzdem, dass die Brauerei geschlossen war, vor allem für den Ehemann. Dabei war das Hotel gut besucht, wie wir am nächsten Morgen beim Frühstück feststellen konnten.

Wir sind den Untermarkt hoch und runter gelaufen, mit seinen ganz niedlichen Brunnen und interessanten, leider schon geschlossenen Boutiquen. Eine Brauerei hatte geöffnet, aber ein Schild mit „heute geschlossene Gesellschaft“ stand vor der Tür. Am Hotel Angerbräu[1] hat uns die freundliche Dame an der Rezeption enttäuschen müssen, weil sie auch keine Gastronomie anbieten konnte: Es mangelt an Personal. Vermutlich eine Folge der Pandemie. Einen guten Rat wusste sie doch: Wir sollten beim griechischen Restaurant versuchen, einen Tisch zu bekommen, der Fisch wäre richtig gut. Das hat sich sowas von gelohnt! Ich bin von der Küche begeistert, auch wenn wir keinen Fisch bestellt haben. Der Kataifi als Nachtisch war umwerfend und ich bin froh, sehr wenig am Tag gegessen zu haben, so hatte ich noch ausreichend Platz dafür. Bei der Größe wäre es sonst ein Nachtisch zum Teilen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Das Buchheim Museum

Bilder vom letzten Sonntag. Das Wetter war schön und wir haben beschlossen, den verschobenen Besuch vom Buchheim Museum der Phantasie[1] nachzuholen.

Das Museum liegt in einem großzügigen Park Bernrieds direkt am Starnberger See. Ein Geheimtipp zum Baden ist es nicht: Der Zugang zum Wasser wird durch Zäune unmöglich gemacht.

Schon draußen wird man von Kunstwerken begrüßt, wie der Hubschrauber, der von Street-Art-Künstlern aus München bemalt wurde.

Im Museum finden mehrere Ausstellungen statt. Direkt neben der Garderobe versteckt sich hinter undurchsichtige Türe die Expressionismus-Austellung „Farben der Avantgarde“, die Teil einer größeren Ausstellungsreihe in verschiedenen Museen ist. Allein dort verbringe ich anderthalb Stunden. Der Ehemann ist viel schneller durch. Ich bin manchmal verwundert, wie schnell man an Gemälde vorbei laufen und meinen kann, etwas davon mitzubekommen. Ich stehe gerne länger vor einem Bild und schaue mir Details an, mal ganz nah, mal von weiter weg mit halb zusammengekniffenen Augen, die Eindrücke sind ganz anders. Und ich lese mir die Texte durch.

An der Etage im selben Raum sind Werke von gegenwärtigen Künstlern aus der Münchner Umgebung zu entdecken. Besonders die Pastel-Arbeiten von Monika Grashäuser[1] haben mich angesprochen.

Es ist schon fast zwei Uhr nachmittags, als ich mit dem Raum fertig bin. Der Ehemann ist wieder bei mir und ich schlage vor, etwas essen zu gehen. Ich brauche eine Pause. Die Terrasse vom Café ist voll, wir sitzen an einem Tisch drin. Es ist mir lieber, die Sonne scheint zwar, aber es ist nicht so warm und das Essen würde schnell abkühlen. Wie bestellen beide den Basilikum-Risotto mit Wolfsbarsch, das Gericht ist hervorragend und die Portionen genau richtig, nicht zu viel. Ich denke, ein Nachtisch geht noch und bestelle eine Bayrisch Creme. Das kannte ich noch nicht. Das ist auch sehr lecker, leider viel zu viel, die Hälfte hätte locker gereicht. Das hätte ich aus der Portionsgröße vom Hauptgang nicht vermutet, sonst hätten wir uns den Nachtisch geteilt. Der Ehemann ist von seiner Schokoladenmousse am Ende nicht mehr begeistert, weil es bei ihm auch zu viel war.

Wir setzen den Besuch fort und ich bin von den Blätterbildern der Ditti (Diethild Buchheim, Frau von Lothar-Günther Buchheim, der das Museum gegründet hat) entzückt.

An der Etage befinden sich Objekte zum Thema U-Boot-Krieg im zweiten Weltkrieg, die mich weniger interessieren, außer die Enigma Maschine (unten links, leider unter Glas mit extremer Lichtreflexion). Wir kommen danach zu einem großen Bereich, der eine Rekonstruktion vom Haus der Buchheim ist, wenn ich richtig verstanden habe – meine Aufnahmefähigkeit war nach so viel Zeit begrenzt. Es sind unglaublich viele Sammlungen von Objekten zu sehen, wie die kleinen Figuren im Regal, oder Briefbeschwerer. Alle Wände und Türe sind mit Bleistift angemalt. Die bunten Küchenmöbel sind putzig. Ich verbringe einige Zeit im Kaleidoskop-Raum und drehe am Rad, um Bilder zu erzeugen. In einem anderen Raum sind PiPaPop-Postern an einer Wand nebeneinander aufgestellt. Ganz schön schrill.

Weitere Gegenstände auf der Etage. Der Herr Buchheim hatte wohl ein Faible für Karussells.

Der Ehemann meint, wir haben nicht alles besucht, aber ich bin platt, als wir um fünf aus dem Gebäude kommen. Wir laufen noch ein bisschen um die Wiese, bevor wir zurück nach Hause fahren. Den Rest schauen wir uns ein anderes Mal an.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Cottage Pie mit Kürbis und Erbsen

So ungefähr. Briten würden bestimmt die Augen verdrehen, wenn sie lesen, was ich hier als Cottage Pie bezeichne. Genau so wie ich mich an die Haare fasse, wenn ich sehe, wie manche Leute Champignons oder Brokkoli in Ratatouille packen.

Wir hatten für gestern Abend ein Stück Rindfleisch, aus dem wir Steaks machen wollten. Es war von vorne rein klar, es war viel zu viel, und wir haben einen Teil vom Fleisch klein gewürfelt und in der Pfanne gebraten. Abgekühlt die ganze Nacht im Kühlschrank, zusammen mit den Erbsen, die ich den ganzen Tag in Wasser eingeweicht und am Vorabend gekocht hatte. Mit der Hälfte vom Kürbis, aus dem ich am Wochenende eine Suppe gemacht hatte, ist es eine Art Cottage Pie geworden. Mit den Erbsen schon drin und nicht separat dazu serviert.

Die Zutaten (für zwei hungrige Personen)

  • Etwa 150 g Rindfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten
  • 100 g grüne Erbsen, trocken – alternativ kann man auch Erbsen aus der Dose nehmen, dann braucht man nicht den ganzen Tag, um sie einzuweichen
  • Ein halber Muskatkürbis, geschält und geschnibbelt (den hatte ich am benachbarten Feld gekauft)
  • Eine mittelgroße kartoffel, auch geschält und geschnibbelt
  • Eine große Zwiebel, geschält und klein geschnitten
  • 3 Esslöffel Traubenkernöl
  • 50 g Parmesan
  • Kümmel
  • Salz und Pfeffer

Die Zubereitung

  • Die Erbsen einen ganzen Tag in kaltem Wasser mit etwas Natron einweichen lassen. Sie anschließend abgießen, spülen und eine Stunde in Wasser kochen.
  • Die Fleischstücke in einem Esslöffel Öl in einem Topf scharf anbraten und beiseite legen.
  • Im selben Topf, die Zwiebelstücke glasig dünsten. Beiseite legen.
  • Im selben Topf, die Kürbis- und Kartoffelstücke mit einem Esslöffel Öl und etwas Wasser zwanzig Minuten mit Deckel köcheln lassen, anschließend mit einem Pürierstab prozessieren. Nach Geschmack salzen.
  • Den Backofen bei 180°C vorheizen.
  • Eine Auflaufform mit Öl einpinseln.
  • Den Boden der Auflaufform mit den Zwiebeln bedecken, Kümmel drüber streuen, dann die Hälfte der Erbsen. Salzen, Fleisch drauf verteilen, dann den Rest der Erbsen und nochmal Kümmel. Pfeffern. Ein kleines bisschen Wasser geben. Das Kürbis-Kartoffel-Püree auf den Erbsen glatt verteilen. Den geriebenen Käse oben drauf streuen.
  • Für etwa zwanzig Minuten mit Umluft und Grillfunktion backen.

Ich habe zwei kleine Auflaufformen für individuelle Portionen benutzt, was den Vorteil hat, dass ich beim Ehemann den Kümmel raus lassen konnte. Er mag keinen Kümmel.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 596 1192
Eiweiß (g) 40,3 80,5
Kohlenhydrate (g) 54,5 108,9
davon Zucker (g) 9,3 18,5
Fett (g) 23,9 47,7
Ballaststoffe (g) 13,6 27,2

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Der Herbst ist da

Das habe ich am Morgen nach der Upgrade-Nacht letzte Woche gemerkt. Nicht nur mein Kopf war im Nebel. Als ich die Plissees im Gästezimmer, wo ich geschlafen hatte, um den Ehemann um vier Uhr nicht zu wecken, herunter genommen habe, war der ganze Viertel verschwommen. Selbst nachdem ich die Brille auf die Nase gesetzt habe.

Der Starnberger See, vom Steg zum Wasser aus. Hinter dem Balken, die Alpen, die man mit dem Rest Nebel nicht sieht.

Gestern war das Wetter schön. Wir haben beschlossen, im Starnberger See zu schwimmen. Vermutlich das letzte Mal, dieses Jahr. Wir fahren demnächst in den Urlaub und wenn wir zurück kommen wird das Wasser noch kälter sein, wie letztes Jahr. Gestern war der See knapp unter 18 °C und als wir gegen halb zehn in Starnberg angekommen sind, lag Nebel in der Luft. Erst um zehn kam die Sonne durch.

Ich hatte das Ende vom Sommer schon vor drei Wochen geahnt, als wir eines Abends mit dem Ehemann auf dem Balkon saßen und merkten, man hörte die Mauersegler nicht mehr. Sie waren alle abgeflogen. Bei dem miesen Sommer, den wir hatten, kann ich das sehr gut nachvollziehen. Ich liebe den Schrei der Mauersegler, den ich meine Kindheit lang in der Provence im Sommer gehört hatte. Mauersegler assoziiere ich mit alten, hellbraunen Steinmauern, blauem Himmel und sengender Hitze. Sie plötzlich nicht mehr zu hören hinterlässt eine Lücke. Vielleicht dank den Mauerseglern habe ich mich in Berlin so wohl gefühlt. In all meinen Jahren in Aachen hatte ich sie nie wahrgenommen. Zu regnerisch für sie, bestimmt.

Heute habe ich auf dem Balkon frühstücken wollen, als der Ehemann wegen GDL-Streik mit dem Auto zur Arbeit gefahren ist. Der Tisch und die Klappstühle waren über Nacht draußen geblieben, nachdem wir gestern Abend auf dem Balkon gegessen haben. Ich habe die Wohnzimmertür geöffnet. Sie hat sofort beschlagen. Mein Tee ist draußen ganz schnell abgekühlt. Der Thermometer in der Küche sagte, wir hätten zehn Grad auf dem Balkon.

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Bilder vom Wochenende in Berlin

Wir sind am Freitag mit dem ÖPNV unterwegs gewesen. Zufällig genau an dem Tag, an dem die neue U5 in Betrieb genommen wurde. Blitzeblanke Bahnhöfe. Schicke Rolltreppen mit blauer Beleuchtung und durchsichtiger Bekleidung, die das Innenleben offenbart. Viele Besucher, mit Kameras und sogar Stativen, die die neuen Bahnhöfe bestaunen. Wie lange sie wohl noch so sauber aussehen werden?

Am Samstag waren wir in Charlottenburg. Der Ehemann hatte in seinem ehemaligen Kiez Sachen zu erledigen. Der Tag hatte schön sonnig angefangen, aber am frühen Nachmittag wurde es grau. Nah am Schloss habe ich einen Meilenstein entdeckt. Er ist so schwarz, dass man die Inschrift kaum noch sieht: „I Meile von Berlin“. So häufig muss ich daran vorbei gelaufen sein, ohne zu merken, dass es sich um einen Meilenstein handelt.

Trotz der Kälte sind wir im Garten vom Schloss spazieren gegangen. Wir waren früher sonntags da gejoggt, als ich den noch nicht Ehemann in seiner Wohnung besucht hatte. Das war noch bevor wir uns eine Wohnung gekauft haben. Das Schloss wirkte traurig, wenn man weiß, dass normalerweise auf dem Platz vorne ein Weihnachtsmarkt statt findet. Im Park waren nicht so viele Leute unterwegs, außer am Karpfenteich, wo Familien die Enten gefüttert haben. Gänse und, natürlich, freche Spatzenbanden, waren auch dabei. Am hinteren Ende vom Garten befindet sich der Obelisk zum 11. März, ein beliebiger Tag ohne besondere historische Vorkommnisse, wenigstens aus der Sicht von Braco Dimitrijević[1], als er 1979 das Kunstwerk schuf. Wir sind am Fürstenbrunner Graben, mit derzeit wunderschönen Farben, vorbei gelaufen, und über die Brücke zum Bahnhof Jungfernheide.

Auf dem Weg zum Bahnhof fallen mir alte Plakate von vor der Pandemie auf. Diese sind besonders, da wir dafür Karten gekauft hatten. Schade. Da fällt mir wieder etwas auf, worüber ich früher geschrieben haben wollte. Das BKA-Theater[1], wo die Veranstaltung geplant war, betreibt einen YouTube-Kanal, auf dem Auftritte kostenlos übertragen werden und danach verfügbar bleiben. Dazu werden im Online-Shop „BKA Antivirus-Livestream-Tickets“ verkauft, der Betrag bleibt den Käufern zur Auswahl. Obwohl ich nicht gerne so ausdrücklich Werbung mache, erscheint es mir eine gute Möglichkeit, die Künstler in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen.

Am Abend laufen wir an eine dieser neuen öffentlichen Toiletten vorbei, und ich widerstehe der Versuchung gar nicht, ein Foto davon zu machen. Auf dem Bild ist der Innenraum überbelichtet, aber man sieht schon gut, was man eigentlich nicht sehen sollte. Und jetzt im Winter (ja gut, offiziell ist es noch Herbst) muss es da drin zusätzlich fürchterlich ziehen.

Die Rückfahrt am Sonntag verlief ruhig, der Zug war deutlich unterbelastet, selbst in der zweiten Klasse. Den Aufpreis zur ersten Klasse hätten wir uns sparen können. Allerdings war es am Hauptbahnhof in Berlin noch chaotischer als für die Hinfahrt: Nicht nur der gebuchte Wagen fehlte, sondern der ganze Zug. Gebucht hatten wir ICE 1711 nach München, aber nur ICE 1709 nach München war da. Wir sind am laut ausgehängtes Zugplans richtigen Bahnsteigabschnitt eingestiegen und haben an einem nicht reservierten Tisch gesessen. Vermutlich kam der Zug 1711 verspätet aus Hamburg, da wir kurz vor der verspäteten Abfahrt ein Ruckeln gespürt haben. Mir war nur nicht danach, zurück zum Bahnsteig zu gehen und auf den richtigen Zug zu warten. Es gab, wie inzwischen üblich, keine Information, ob ein anderer Zug ankommen würde. Es hätte genau so gut sein können, dass wir auf dem Bahnsteig stehen bleiben, ICE 1711 nie kommt und ICE 1709 ohne uns abfährt. Das Risiko wollte ich nicht eingehen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.