Mit dem Abnehmen klappt es gerade nicht

Ist das frustrierend! Ich glaube, alles richtig zu machen, um weiter abzunehmen, und nehme dabei nur zu. Was mache ich bloss falsch? Ich war seit letzter Woche wieder sehr sportlich, habe wieder angefangen, meine Kalorien zu zählen und habe täglich ein Kaloriendefizit geschafft, es sollte doch nach unten gehen.

  • Montag: Mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Abends nicht, da es gewittrig sein sollte. Das Fahrrad habe ich mit der S-Bahn zurück nach Hause gebracht, um am nächsten Tag zur Arbeit hin und zurück fahren zu können. Ich war abends im Fitnessstudio und habe zwei Wassergymnastik-Kurse belegt. Nicht mit der Samstagstrainerin. Der Kurs war langweilig. Kaloriendefizit: 41 %, oder 1015 kcal eingespart. Dabei 84 g Eiweis zu mir genommen, was viel mehr als an einem normalen Tag ist. Ich hatte am Abend Hähnchenbrustfilets gemacht.
  • Dienstag: Mir wurde den ganzen Tag schwindelig. Ich habe lieber aufs Radeln verzichtet. Kein Sport. Kaloriendefizit: 21 % (409 kcal). Eiweis: 58 g.
  • Mittwoch: Das übliche Krafttrainingsprogramm. Bauch, Beine, Rücken, Oberkörper. Anderthalb Stunden, während der Ehemann bei seinem Boxkurs war. Er hat sich mal um das Abendbrot gekümmert. Flammkuchen und eine mousse au chocolat. Kaloriendefizit: 17 % (366 kcal). Eiweis: 48 g. Suboptimal, nach einem Krafttraining. Ich müsste täglich 55 g Eiweis zu mir nehmen, nur um meine Muskelmasse zu erhalten.
  • Donnerstag: Wieder kein Fahrrad. Meine Wetter-App hatte schlechtes Wetter vorhergesagt. Es wurde nachmittags doch richtig schön sonnig und warm. Ich bin nach der Arbeit alleine joggen gegangen. Keine ganze Stunde, da ich im Kreis um einen Teich bei uns immer laufe und Jugendliche sich bei halber Strecke auf der Wiese gestellt und gekifft haben. Ich kann den Gestank von Joints nicht ausstehen, und noch weniger, wenn ich den beim Laufen einatmen muss. Ich bin zurück nach Hause gelaufen und habe dadurch immerhin 50 Minuten geschafft. Meine Oberschenkelmuskel habe ich danach schon deutlich gespürt, was den Ablauf des nächsten Tages erahnen ließ… Kaloriendefizit: 34 % (761 kcal). Eiweis: 79 g. Mittags gab’s wieder Hänhchenbrust in der Kantine.
  • Freitag: Muskelkater. Ich war ewig nicht mehr gejoggt, da der Ehemann, der mich sonst immer begleitet hatte, in letzter Zeit nur Ausreden hatte. So super schlimm war der Muskelkater nicht. Es war jedoch recht schwierig, den Wirbelsäule-Gymnastik-Kurs am Abend mitzumachen. Schon bei der ersten Übung, wo man auf einem Bein balancieren musste, haben die Waden geschrien. Die hatte ich sonst den ganzen Tag nicht gespürt, nur die Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt beschwert haben. Kaloriendefizit: 19 % (419 kcal). Eiweis: 75 g. Nach dem Sport, also eigentlich schon vor dem Sport, hatte ich einen Riesenhunger. Wir sind mit dem Ehemann zum Block House gegangen. Lammrücken.
  • Samstag: Wassergymnastik. Wieder nur ein Kurs, obwohl ich zum ersten Mal bei der Trainerin den Eindruck hatte, ich könnte weiter machen. Wir waren aber mit dem Schwiegervater zum Mittagessen in einer Kneipe verabredet. Schnitzel mit Pfifferlingen und Bier. Es war eine riesige Portion. Ich bin zu Fuß nach Hause gegangen, eine halbe Stunde, und habe intensiv die Wohnung geputzt. Staub gewischt und gesaugt. Ich war vom Mittagessen den ganzen Tag so satt, dass ich am Abend nur eine kleine Stulle gebraucht habe. Kaloriendefizit dank Aktivitäten trotzdem geschafft: 11 % (266 kcal). Eiweis: 100 g.
  • Sonntag: Radtour mit dem Ehemann, fast 35 Kilometer. Tolles Wetter. Unterwegs ein Süppchen und eine kleine Forelle mit Kartoffelsalat gegessen. Abends nochmal Kartoffel Salat mit grünen Bohnen und gekochtem Ei gemacht. Der Salat stand auf meinem Plan, ich hatte dafür am Samstag eingekauft. Kaloriendefizit: 22 % (564 kcal). Eiweis: 69 g.

Außer am Wochenende habe ich es geschafft, täglich weniger als mein Tagesgebrauch ohne Sport zu essen. Wenn ich die Portionen, die ich nicht selbst gekocht habe, richtig geschätzt habe. Das ist schwierig, und im Zweifel schätze ich die Portion lieber großzügiger als mein Bauchgefühl. Selbst wenn ich mich verschätzt habe, ich denke nicht, dass der Fehler so groß ist, dass meine Kalorienaufnahme den Tagesgebrauch plus Sport übersteigen sollte. Ein halbes Kilogramm hätte verschwinden sollen. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

Es sieht schon besser aus

Ich konnte in den letzten zwei Wochen ziemlich gut wieder abnehmen:

Das sind ganze drei Kilogramme, oder 21 Mcal, die da weg sind, wenn der letzte Punkt von gestern kein Ausreißer ist. Heute wiege ich mich nicht, weil ich Wert darauf lege, mein Gewicht unter ähnlichen Bedingungen zu messen. Da ich heute leider seit halb vier wach bin und seitdem schon so viel getrunken habe, weil ich unglaublich Durst habe, macht es nicht viel Sinn.

Der Durst kommt bestimmt von der Pizza Quattro Formaggi, die ich mir gestern gegönnt habe. Sehr lecker, mit extrem dünnen Teig und nicht übermäßig viel Käse drauf, dafür aber sehr schmackhaft. Ich habe dabei nicht mal mein Kalorienkonto gesprengt. Frühstück hatte ich nicht, sondern nur Kaffee, weil ich beim Aufstehen keinen Hunger spürte. Mittags gab es selbst gemachtes Rührei mit Zwiebeln und Tomaten, weil ich zu Hause gearbeitet habe. Dazu zwei Scheiben Brot, ein bisschen Schinken und Käse. Sonst nichts außer Wasser. Hat gepasst. Ich habe mir in den letzten zwei Wochen zwei bis dreimal pro Woche Birchermüsli mit Magerquark und Apfel für die Mittagspause vorbereitet, um den Proteinhaushalt zu verbessern. Das macht eine Mahlzeit für nur 450 kcal, und ich habe gar nicht gehungert. Kurz vor Feierabend habe ich eine Banane als Prophylaxe gegen Krämpfe gegessen, und so konnte ich problemlos abends zum Sport gehen.

Seit meiner Rückkehr aus der letzten Dienstreise bin ich sehr häufig beim Fitnessstudio gewesen. Mindestens zweimal pro Woche habe ich mein Krafttraining durchgeführt. Zwischendurch habe ich Wassergymnastik und Pilates als Kurse belegt. Letzteres habe ich letzte Woche zum ersten Mal probiert und hatte danach für einige Tage ganz starke Muskelkater bekommen, vor allem bei der seitlichen Bauchmuskulatur. Das mache ich definitiv nochmal, wobei es heute wegen Ostern ausfällt. Wir sind auch mit dem Ehemann jeden Sonntag gejoggt, das haben wir im März wieder angefangen. Gestern habe ich mich einfach toll in meinem Körper gefühlt. Jetzt bin ich fast zu meinem Gewicht von vor der letzten Schwangerschaft angekommen.

Ab jetzt soll es weiter nach unten gehen. Ich bin noch nicht bei meinem Zielgewicht angekommen. Nun, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen werde. Vorgestern habe ich einen Stich im linken Bauchbereich gespürt, was ich zuerst nicht ernst genommen habe. Gestern Nachmittag habe ich auf einmal leichte Schmerze mittig gespürt, genau da, wo es während der letzten Schwangerschaft härter geworden war — es liegt auf einer waagerechten Linie, die knapp oberhalb vom Schamhaar liegt. Mein Bauch hat gezogen. Das hat noch den ganzen Abend gedauert. Heute Morgen spüre ich nichts davon. Aber es kann sein, dass ich deswegen nicht so gut schlafen konnte. Oder wegen der Pizza gestern Abend. Es wäre verrückt, jetzt schon Anzeichen für eine Schwangerschaft zu spüren. Der Eisprung hat erst letzte Woche statt gefunden, ich erwarte meine Periode nächste Woche. Mal schauen.

Ich muss mich in den Hinten treten

Denn so kann es nicht weiter gehen:

Ich weiß, ich habe mich im Urlaub richtig gehen lassen. Dass mein Gewicht direkt danach so abrupt nach unten geschossen hat, hat mich zwar gefreut, aber sehr überrascht, da ich meine Kalorien gezählt habe und niemals so viel eingespart habe. Ein Defizit habe ich geschafft, aber nicht genug um diese Abnahme zu erklären. Ich vermute, es hat mit der Fehlgeburt zu tun. Obwohl ich in dieser Zeit noch recht deprimiert war.

Nun, nach der Wunderabnahme habe ich wieder zugenommen. Mist. Schuld ist diese Woche ganz klar meine allerletzte Dienstreise. Von Montag bis Freitag im Südwesten Deutschlands. Aber mal ehrlich, wenn ich dort keine Maultaschen essen kann, wann dann? Immerhin habe ich die Finger von den Käsespätzle gelassen. Und ich habe, wie jedes Jahr, meine ehemaligen Kollegen bei der Tagung wieder getroffen, mit denen ich teilweise über zehn Jahre zusammen gearbeitet habe, bevor ich nach Berlin gekommen bin. Natürlich musste es abends noch bei oder nach einem gemütlichen Essen ein oder zwei Biere geben. Ich habe mich gegen die Nutzung von ÖPNV bewusst entschieden und bin täglich zu Fuß vom Hotel zur Tagung und umgekehrt gegangen, zwischen 30 und 35 Minuten jedes Mal, aber es hat wohl nicht gereicht. Bäm, ein Kilogramm wieder drauf.

Jetzt ist aber Schluß. Heute Morgen haben wir bei herrlichem Wetter auf der Terrasse gefrühstückt. Kaffee, Baguette mit Käse, Tomaten, Baguette mit Nutella. Letzteres hätte nicht sein müssen, war aber nicht so viel wie während der Schwangerschaft und nur, weil ich keine Lust hatte, bis zur Küche zu gehen, um mein Lemon Curd aus Menton aus dem Kühlschrank zu holen. Danach habe ich meine gewachsenen Stecklinge in den Blumenkästen auf der Terrasse eingepflanzt und bin zum Fitnessstudio gegangen. Eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer (310 kcal), eine Stunde Gewichtheben an den Geräten. Danach noch Lebensmittel fürs Wochenende eingekauft. Zu Hause schnell ein Banane-Joghurt-Shake mit Milch gemixt und getrunken (250 kcal, davon 18 g Protein), bevor ich mit dem Staubsaugen angefangen habe. Gekocht. Zum Abendessen habe ich uns Gemüse im Backofen vorbereitet (Möhren, Fenchel, Pastinake, Rübe), mit ein bisschen Ölivenöl, und selbst panierte Hähnchenbrustfilets. Ich denke, der Tag war in Ordnung. Meine heutige Energieaufnahme beträgt 52% meines Tagesbedarfes (sportliche Aktivitäten berücksichtigt), wenn ich fddb Glauben schenke.

8W2T

Nach der Ultraschall-Untersuchung von gestern ist die Dauer der Schwangerschaft korrigiert worden. Es passiert anscheinend häufig. Bei der ersten Untersuchung war der Wurm so klein, wahrscheinlich war die Berechnung des Alters aufgrund seiner Länge zu ungenau. Gestern ist eine Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von 1,65 Zentimeter gemessen worden, was einer Schwangerschaftsdauer von acht Wochen und einem Tag entspricht. Kurz 8W1T. Also heute 8W2T.

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Es hat mich verwirrt. Wieviele Bezeichnungen für eine Schwangerschaftsdauer gibt es denn? Mit der Angabe der Schwangerschaftswoche (SSW) war ich zufrieden. Vor zwei Wochen war die 7. SSW vorbei. Es waren sieben Wochen seit dem Beginn der letzten Periode vergangen. Da der Eisprung zwei Wochen danach erfolgt, war der Wurm fünf Wochen alt. Alles klar. Jetzt kriege ich ein Bild, das mehr wie ein Baby aussieht[1], und darauf steht 8W1T. Weil es sich immer noch nach dem „ersten Tag der letzten Periode“ richtet (das ergibt ab hier für mich keinen Sinn mehr), und man trotz besseres Wissens immer noch davon ausgeht, dass der Eisprung vierzehn Tage nach dem ersten Tag der letzten Periode statt findet, ist das Embryo 6W1T alt. Es ist als ob ich meine Periode eine Woche später als beobachtet bekommen hätte.

Die 9. SSW fängt also erst gerade an. Kann man zum Beispiel hier in der Tabelle nachlesen. Heißt das, dass mein Eisprung ganze drei Wochen nach Beginn der letzten Periode statt gefunden hat? Als ich durch die Straßen von Nizza schlenderte? Was für einen komischen Zyklus habe ich denn gehabt? Ich hatte während der Weihnachten-Sylvester-Zeit mit dem vielen Reisen so gut wie nie daran gedacht, meine morgendliche Temperatur zu messen, also kann ich es nicht mal nachvollziehen. Oder entwickelt sich das Embryo zu langsam? Oder hat das Ei viel länger gebraucht, um die Eileiter herunter zu gehen?

Wenigstens hat meine Brust erstmals aufgehört, sich zu vergrößern. Ein ganzes Körbchen mehr schleppe ich mit mir rum. Es war vorher kein Problem, um seitlich zu schlafen. Jetzt weiß ich nicht wohin mit den Dingern. Meine Arme drücken beim Liegen ständig drauf. In dem Bauch spüre ich Periodenähnliche Krämpfe, weil die Gebärmutter wächst. Dazu kommt, dass ich ständig zähflüssige Ausscheidungen habe. Ich dachte, ich könnte in der Schwangerschaft wenigstens auf Slipeinlagen verzichten. Im Gegenteil, ich brauche noch mehr davon. Als Folge renne ich ständig zur Toilette, um zu prüfen, dass ich kein Blut verliere.

Zugenommen habe ich. Das ist kein Wunder. Diät habe ich eingestellt, um die Versorgung vom Embryo sicher zu stellen. Ich esse auch nicht zu viel. An manchen Tagen schon, an anderen dafür weniger, mit fddb habe ich noch einen guten Überblick. Übelkeit habe ich gar keine. Ich esse viel mehr Süßes als vorher. Wenn Nutella mich sonst immer kalt gelassen hatte, ist es jetzt besser, wenn der Gatte das Glas versteckt. Sport treibe ich weiterhin. Anderthalb Kilogramme sind zurück gekommen. Klar, die Brust muss man berücksichtigen, das zusätzliche Blut, das produziert wurde, und Fruchtwasser, obwohl es noch nicht so viel sein dürfte, und die Wassereinlagerungen… Ich muss jetzt häufig den Ehering ausziehen, weil die Finger dicker geworden sind, obwohl ich mit knapp zehn Kilogrammen weniger als bei der Hochzeit immer noch im normalen BMI-Bereich liege. So sieht mittlerweile meine Gewichtskurve aus:

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Die nächsten Untersuchungen, samt pränataler Diagnostik in einer anderen Praxis, finden in den nächsten Wochen statt. Es gibt ein sehr knappes Zeitfenster, um die Aussagekraft der Ultraschall-Untersuchung für genetische Defekte zu maximieren. Ich bin blöderweise genau in den drei Tagen im Ausland auf Dienstreise. Allerdings musste ich für die Terminfindung den Entbindungstermin angeben, und er basierte auf die erste Schätzung. Mit der korrigierten Schwangerschaftsdauer weiß ich nicht, ob wir den Termin für die Diagnostik nicht verschieben sollten. Das frage ich bei meiner Praxis vorsichtshalber nochmal nach. Immerhin kosten diese Untersuchungen um die 200€ und sind aus eigener Tasche zu bezahlen, da will ich sicher sein, dass wir sie am bestmöglichen Zeitpunkt machen.

[1] Gestern haben wir übrigens ganz kleine Arme und Beine gesehen, nur in dieser Orientierung sieht man nichts davon, und ja, ein bisschen gefreut habe ich mich schon bei dem Anblick.

Letzte Abnehmkurve des Jahres

So sieht sie mittlerweile aus. Wie bereits erwähnt, ist die Entwicklung in den letzten Wochen nicht gerade beeindruckend. Das komische Verhalten aufgrund der längeren Ladezeit der Waage unter künstlichem Licht habe ich heraus geschnitten. Was mir in den letzten Monaten auffällt ist, wie mein Gewicht in der ersten Hälfte vom Zyklus ansteigt, um kurz nach dem Eisprung (der seit einiger Zeit von leichten Blutungen begleitet wird) zu sinken. Ich bin gespannt, ob die Zykloide in den nächsten Monaten erhalten bleibt. So genau hatte ich mein Gewicht noch nie protokolliert.

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Rätsel gelöst?

Ich glaube, ich weiß jetzt, was meine Gewichtszunahme vor drei Wochen verursacht hat. Ich habe nicht zugenommen. Meine Waage ist schuld. Oder das Ende des Sommers.

Jedenfalls koinzidiert meine Gewichtszunahme mit dem Herbstanfang. Genauer gesagt, als es morgens langsam zu dunkel wurde, um die Waage mit Sonnenlicht vor dem Fenster der Terrasse aufzuladen (für den Rest des Tages bleibt die Waage unter einem Schrank im Schlafzimmer aufgeräumt). Ich habe angefangen, die Waage morgens im Flur unter eine LED-Lampe zu legen. Es dauert ein bisschen länger als mit Sonnenlicht, aber nach einer Weile blinkt das Sonnensymbol oben links in der Anzeige. Dann kann man sich wiegen.

Ich habe jetzt gemerkt, dass es nicht ganz stimmt. Selbst wenn das Symbol blinkt, sollte man länger warten. Anscheinend braucht die Waage mehr Zeit, um sich komplett unter künstlicher LED-Licht aufzuladen, als mit Sonnenlicht. Und wenn die Waage nicht vollständig aufgeladen ist, ist das Messergebnis nicht zuverlässig. Das Blinken vom Symbol erfolgt zu früh. Wenn ich mich kurz danach wiege, beträgt mein Gewicht über anderthalb Kilogramme mehr, als wenn ich noch fünf Minuten warte. Ich habe vor einer Woche angefangen, darauf zu achten. Der Gewichtsunterschied als Funktion der Beleuchtungszeit ist reproduzierbar, und die Schwankungen zwischen den Messpunkten ist nicht mehr so groß, wenn sich die Waage länger aufgeladen hat.

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Meine Waage

Ich habe sie mir vor einigen Jahren gekauft. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber ich glaube, das war noch bevor ich nach Berlin gekommen bin. Ich erinnere mich, wie ich im Kaufhof lange vor der Auswahl an Waagen gestanden habe, bevor ich mich für diese entschieden habe.

Was mir zuerst gefallen hat ist, dass sie leicht zu putzen ist. Glatte Oberfläche. Meine alte Waage hatte drauf ein welliges Motiv, was es schwierig machte, den Staub zu entfernen, wenn ich sie zu lange unter dem Regal im Badezimmer gelagert hatte. Und ich mochte diese Gummioberfläche vom anfassen her gar nicht. Sie war auf der Waage geklebt und hatte noch an den Ecken angefangen, sich zu lösen.

Diese hier ist meine erste digitale Waage. Ich fand es gut, Zahlen nach dem Komma zu haben. Ich habe mich dabei gefragt, wie genau die Angabe ist. Ich wiege mich morgens nach dem Aufstehen, drei oder viermal hintereinander. Das Körpergewicht bleibt dabei meistens konstant. Wenn nicht, schreibe ich mir den gemittelten Wert auf. Es war bei meiner alten Waage immer so, dass ich beim Arzt ein paar Kilogramme mehr drauf hatte als zu Hause. Bei dieser Waage weiß ich es noch nicht. Es variiert sowieso im Laufe des Tages.

Ich habe mich am Ende für dieses Modell entschieden, weil es keine Batterie braucht. Solarbetrieben. Kein zusätzlicher Sondermüll durch Batterien. Und selbst nachtsüber, mit dem Licht einer LED-Lampe, funktioniert sie genau so gut.

Waage

Diät-Werbungen

Das ist etwas, das mich auf Facebook tierisch nervt. Weil ich eine Frau bin, darf ich regelmäßig Werbungen sehen, in denen steht, dass man in zwei Wochen um die 15kg „wie die Stars“ abnehmen kann[1]. Es scheint egal zu sein, dass ich die Werbungen ausschalte mit dem Grund, er verstoße gegen meine Prinzipien[2], sie kehren immer wieder zurück, manchmal genau die gleiche, mit lediglich einem neuen Namen. Häufig sind Fotos von Promis in den Werbungen, wo ich mich frage, ob sie wirklich ihr Einverständnis dafür gegeben haben. Zum einen kann ich schwer glauben, dass diese weiblichen Promis, die schon extrem magersüchtig aussehen, angeblich wie die Werbung sagt in kurzer Zeit 15kg verloren haben sollen (woher?), zum anderen sind ihre Gesichtsausdrucke auf den Fotos manchmal so unvorteilhaft, dass man bösartig meinen könnte, dass der Gewichtverlust im Schädel stattgefunden hat. Ich habe einige dieser Werbungen unten zusammen gefügt, die ich seit nur einem Monat gesammelt habe:

Diät-Werbung
Das sind nur die Werbungen, die in der rechten Spalte erscheinen. Seit einiger Zeit bekommt man auch aggressivere „suggerierte“ Meldungen in der Seite „Neuigkeiten“. Ich glaube, seitdem Facebook die Möglichkeit gegeben hat, für Neuigkeiten zu bezahlen, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die letzte, die ich vor einer Woche dort gesehen habe, hat mich tief beleidigt. Für wie blöd halten sie mich, dass sie sagen, ich sollte als Kommentar auf der Meldung „Abnehmen 2013“ schreiben, um keine Benachrichtigung von denen zu bekommen? Kein Scherz, siehe Bild unten. Ich habe immerhin versucht, herauszufinden, wer hinter dieser Werbung steckt[3]. Oben links steht „Bild der Frau“. Die Adresse in der Werbung ist her-fitness.net. Wenn man sie im Adressefeld des Browsers angibt, landet man aber bei… WeightWatchers. Ein weiterer Grund für mich, von dieser Marke fern zu bleiben[4]. Und nein, die Frau im Bild links wird niemals wie die Frau im Bild rechts innerhalb von zwei oder drei Wochen aussehen. Hört auf, unseren Verstand zu beleidigen!

Diät-Werbung

[1] Ich habe mir schon länger her zum Vergleich einen Fake-Konto als Mann angelegt. Der kriegt solche Werbungen nie.
[2] Das hört sich alles anderes als gesund an, so schnell so viel abzunehmen.
[3] Ich habe nur nicht auf die Werbung auf Facebook geklickt, weil ich nicht zur Klick-Statistik beitragen wollte.
[4] Es sei denn, die früheren Betreiber der her-fitness.net Seite haben selber diese Weiterleitung angelegt…

Training

Wir haben heute Morgen mit meinem Trainer am Fitness-Studio einen neuen Plan erstellt. Dabei soll vor allem mein Rücken verstärkt werden, Bauchmuskulatur wird nicht vergessen. Ich habe es gleich probiert und bin damit zufrieden.

  1. 10mn warm trainieren auf dem Cross-Trainer.
  2. Eine für mich neue Übung: In Rückenlage auf einer Liege, eine Hantel (2kg) in beiden Händen nehmen und mit gestreckten Armen über den Kopf nach unten halten, und zurück nach vorne direkt übers Gesicht. Es tut dem Rücken gut und meine Arme werden sehr beansprucht. Langsam hin und her, 3-mal 15 Wiederholungen. Zur Steigerung soll ich beide Beine vom Boden heben, damit der Bauch auch arbeitet. Sehr effizient!
  3. Adduktoren und Abduktoren auf dem Gerät trainieren, 3-mal 15 Wiederholungen bei 12kg. Eine Standard-Übung, ich kann nicht mehr die hohen Gewichten von früher benutzen. Hauptsache, ich fühle, dass die Muskeln arbeiten.
  4. Gekreuzte Sit-ups, nach links und rechts, ich schaffe erstmals 3-mal 12 Wiederholungen (also 6 pro Seite). Die Liege war ein bisschen erhöht auf der Kopfseite, aber es ging so gut, beim nächsten Mal stelle ich sie waagerecht.
  5. 3-mal 15 Wiederholungen am Lat, für die langen Muskeln im Rücken, erstmals 5kg bis ich mich am Gerät gewöhnt habe.
  6. Seiten-Muskulatur am Rotary-Torso, auch 3-mal 15 Wiederholungen mit 10kg.
  7. Untere Rückenmuskulatur, da habe ich heute gerade 1-mal 6 Wiederholungen und danach 2-mal 5 Wiederholungen geschafft. Das kommt noch.
  8. Wieder 20mn auf dem Cross-Trainer, diesmal mit Ziel auf Gewichtreduzierung.
  9. Dehnen.

Ich denke, 2-3 Male in der Woche das Programm durchzuziehen. Wir werden sehen. Da die Dermatologin meinte, Psoriasis wäre häufig mit Diabetes verbunden, kann ich mit dem Training vielleicht dagegen steuern. Schließlich waren meine beiden Omas mit Diabetes krank, ich sollte aufpassen. Keine Ahnung, ob man wirklich mit Sport dagegen arbeiten kann. (Hmm, habt ihr eigentlich gemerkt, dass das Logo für die „American Diabetes Association“ sehr ähnlich wie das Logo der Arbeitsagentur aussieht?)

Ich habe mir am Wochenende eine neue Waage besorgt. Die alte mit Nadel war mir zu ungenau, nachdem ich gesehen habe, dass meine Katze in zwei Wochen 1kg abgenommen haben soll, was völlig Quatsch ist, so schnell kann eine Katze gar nicht abnehmen. Das hat, genau wie bei meiner Trinkschokolade-Auswahl, sehr lange gedauert. Ich habe mich einfach vor dem Regal am Boden hingesessen und mir die genaue Beschreibung von allen Waagen durchgelesen. Am Ende habe ich eine digitale Waage von Soehnle mit großer Anzeige ausgesucht, damit ich die Brillen nicht extra dafür auf der Nase haben muss. Ich war hin und her gerissen, aber der Solarbetrieb hat gewonnen. Sie kann sonst nichts Besonderes, es war also ganz schön teuer, aber doch nicht so viel, wenn man denkt, dass man keine Batterie wechseln muss. Hoffentlich ist sie ohne eingeplante Obsoleszenz. Na ja, ich weiß nicht, ob ich von der Waage so begeistert bin. Der Zweck war eigentlich, meine Katze besser wiegen zu können. Ich habe sie in den Armen genommen und habe unser kombiniertes Gewicht gelesen. Als sie runter gesprungen ist, hat sich das Gewicht aber nicht aktualisiert. Ich musste runter und wieder auf die Waage steigen, um mein eigenes Gewicht zu lesen. Das fand ich doof, so hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Neue Woche

Schlechter als letzte Woche kann sie nicht anfangen. Die nächste „wichtige“ Stellenanzeige, für die ich sehr gut passe, hat ihre Bewerbungsfrist am 1. Mai, also noch ein bisschen Geduld, bevor ich etwas höre. Der Vorteil wäre, dass die Stelle in München ist, und diese Stadt gefällt mir sehr. Ich will auch meine Wochenenden im Englischen Garten verbringen. Ach ja, ich habe mich auf eine andere Stelle dort beworben, als zweite Kontaktwissenschaftlerin für ein Großforschungsgerät, aber obwohl ich sehr gut geeignet wäre, erwarte ich dort nichts. Ich habe mich nur beworben, weil die Stelle in der Jobbörse der Arbeitsagentur stand, ich will Vorwürfe vermeiden. Diese Stelle war schon letztes Jahr in Februar ausgeschrieben. Ich bin sogar Ende April zum Gespräch eingeladen worden. Und dann nichts, keine Rückmeldung, oder keine direkte Rückmeldung. Mein damaliger Chef war später dienstlich dort und hat mit dem Leiter des Forschungszentrums gesprochen, und der hat ihm gesagt, die Stelle wäre noch zu besetzen. Von allen Kandidaten, die sich beworben hatten, haben sie niemanden genommen.

Heute scheint die Sonne. Ich habe gleich um 09:00 einen Termin mit einem Trainer aus meinem Fitness-Studio. Ich war wegen meines Ischias sehr lange nicht mehr dort, hatte das Abo aber nicht gekündigt, weil ich nicht einsehen wollte, dass es so lange dauern würde. Sie haben viele neue Geräte in dieser Zeit gekauft, die muss ich kennen lernen, bevor ich sie benutze. Ich bin wieder regelmäßig dort. Und brauche gut 8kg los zu werden. Ich will mein BMI wieder im grünen Bereich haben und einen Sicherheitsabstand zur oberen Grenze haben. Ich will wieder eine super Ausdauer haben, so dass ich nach einem Sprint zum Bus nicht fünf Minuten lang noch brauche, um meinen Atem zum normalen Niveau zu bekommen. Und ich will wieder meine Muskeln trainieren.

Ich hoffe sehr, dass das regelmäßige Sport-Training mir mehr seelische Kraft gibt, um Absagen bei wichtigen Stellen besser zu verkraften. Als ich am Wochenende das Geschirr aus der Spülmaschine raus holen und aufräumen wollte, bin ich auf einmal und völlig überraschend zusammen gebrochen. Fast hätte ich den Gegenstand in meiner Hand weg geworfen, ich wollte plötzlich alles in die Gegend rum schmeißen. Das hat mich sehr erschrocken, ich konnte mich nur noch an der Spüle fest halten und erstmals heulen. Blödes Verhalten. Es war wie ein Impuls, an einem Moment stehst du da und hast nur Aufräumen im Kopf, am nächsten Moment flippst du aus. Dabei dachte ich, mir ging’s schon besser. Ich traue mich nicht, in diesem Zustand andere Menschen für längere Zeit zu sehen. Vor allem Menschen, die über meine Bewerbungsversuche informiert sind. Ich habe kein Bock auf Nachfragen. Und kein Bock auf billiges nicht wirklich gemeintes Mitleid.

Ich fange sonst schon die vierte Woche im Kurs Datenmanagement mit SQL an. Letzte Woche ging’s um relationaler Entwurf von Datenbank und Dekomposition. Es war schon ein sehr großes Stück auf einmal, ich musste viele Videos mehrmals schauen, bevor ich die Selbsttests machen konnte. Mal schauen, wie ich diese Woche bei der Hausaufgabe war. Wahrscheinlich nicht so gut wie bei den ersten zwei. Man hat eine Stunde Zeit, ich hatte bei der ersten Hausaufgabe nicht mal zehn Minuten gebraucht, bei der zweiten 23 Minuten. Gestern hat es viel länger gedauert.