Häusliche Quarantäne, Tag 3

Ich habe bis zehn Uhr morgens geschlafen. Ich war auch spät im Bett. Trotz Böllerverkaufsverbot ist eine beeindruckende Menge an Feuerwerken in der Nachbarschaft zu sehen gewesen. Wir haben uns ans Fenster vom Gästezimmer gestellt und zugeschaut.

Nach dem späten, leckeren Frühstück, das uns der Ehemann vorbereitet hat, habe ich in T-Shirt auf dem Balkon gelesen. Ich dachte, ich hätte einen leichten Sonnenbrand bekommen, aber meine Haut ist jetzt nicht mehr rötlich.

Beim Lesen ist mir etwas um den Kopf geflogen. Eine dunkle Biene. Ich habe gesehen, wie sie sich kurz auf die Mauer gesetzt hat. Sie war wunderschön, mit einem dicht behaarten Oberkörper, als ob sie einen schwarzen Pelzmantel tragen würde.

Den Nachmittag habe ich auf der Couch vor dem Fernseher verbracht. Warum muss das Wetter ausgerechnet jetzt, wo ich das Haus nicht verlassen darf, so verführerisch nach draußen einladen?

Tourte, mit Vollkornweizenmehl.

Zum Abendessen habe ich uns zwei kleinen Tourten mit einem Ragoût aus Karotten, Champignons, Speck und grünen Oliven zubereitet, ähnlich wie in diesem Rezept. Dazu einen leckeren, knackigen Eisbergsalat. Bin ich froh, dass mir Corona den Geschmackssinn nicht weg genommen hat!

Den Rest vom Abend werde ich vermutlich weiter auf der Couch verbringen. Ich fühle mich müde, obwohl ich mich den ganzen Tag kaum bewegt habe.

Wir warten sonst immer noch auf das Ergebnis vom PCR-Test vom Ehemann, den er gestern machen lassen hat. Bei mir ging es am Mittwochabend innerhalb von zwei Stunden.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenende in Murnau

Die Entscheidung, das Wochenende in Murnau zu verbringen, war recht spontan. Wir waren am vorherigen Wochenende im Buchheim Museum und hatten die Ausstellung „Farben der Avantgarde“ besucht, die Teil der Ausstellungsreihe MuseenLandschaft Expressionismus[1] ist. Einige dieser Ausstellungen sind nur noch für kurze Zeit verfügbar, wie die im Schlossmuseum Murnau[1], die in zwei Wochen schließt. Grund genug, dort einen Mini-Urlaub übers Wochenende zu verbringen. Samstag Kunstprogramm, Sonntag Spaziergang am Murnauer Moos und am Staffelsee. Mehr dazu demnächst.

Übernachtet haben wir am Hotel Griesbräu[1]. Murnau liegt keine Stunde Auto von zu Hause aus entfernt, aber mit einer Übernachtung vor Ort war es entspannter. Was der Webseite vom Hotel nicht zu entnehmen war: Die Brauerei ist momentan wegen Urlaub geschloßen, und es gibt nicht mal warme Küche, wie uns die schlecht gelaunte Frau an der Rezeption informierte. Unfreundlich war zum Glück nur sie, die anderen Mitarbeiter vom Hotel haben einen besseren Eindruck hinterlassen. Enttäuschend war trotzdem, dass die Brauerei geschlossen war, vor allem für den Ehemann. Dabei war das Hotel gut besucht, wie wir am nächsten Morgen beim Frühstück feststellen konnten.

Wir sind den Untermarkt hoch und runter gelaufen, mit seinen ganz niedlichen Brunnen und interessanten, leider schon geschlossenen Boutiquen. Eine Brauerei hatte geöffnet, aber ein Schild mit „heute geschlossene Gesellschaft“ stand vor der Tür. Am Hotel Angerbräu[1] hat uns die freundliche Dame an der Rezeption enttäuschen müssen, weil sie auch keine Gastronomie anbieten konnte: Es mangelt an Personal. Vermutlich eine Folge der Pandemie. Einen guten Rat wusste sie doch: Wir sollten beim griechischen Restaurant versuchen, einen Tisch zu bekommen, der Fisch wäre richtig gut. Das hat sich sowas von gelohnt! Ich bin von der Küche begeistert, auch wenn wir keinen Fisch bestellt haben. Der Kataifi als Nachtisch war umwerfend und ich bin froh, sehr wenig am Tag gegessen zu haben, so hatte ich noch ausreichend Platz dafür. Bei der Größe wäre es sonst ein Nachtisch zum Teilen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

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Das Buchheim Museum

Bilder vom letzten Sonntag. Das Wetter war schön und wir haben beschlossen, den verschobenen Besuch vom Buchheim Museum der Phantasie[1] nachzuholen.

Das Museum liegt in einem großzügigen Park Bernrieds direkt am Starnberger See. Ein Geheimtipp zum Baden ist es nicht: Der Zugang zum Wasser wird durch Zäune unmöglich gemacht.

Schon draußen wird man von Kunstwerken begrüßt, wie der Hubschrauber, der von Street-Art-Künstlern aus München bemalt wurde.

Im Museum finden mehrere Ausstellungen statt. Direkt neben der Garderobe versteckt sich hinter undurchsichtige Türe die Expressionismus-Austellung „Farben der Avantgarde“, die Teil einer größeren Ausstellungsreihe in verschiedenen Museen ist. Allein dort verbringe ich anderthalb Stunden. Der Ehemann ist viel schneller durch. Ich bin manchmal verwundert, wie schnell man an Gemälde vorbei laufen und meinen kann, etwas davon mitzubekommen. Ich stehe gerne länger vor einem Bild und schaue mir Details an, mal ganz nah, mal von weiter weg mit halb zusammengekniffenen Augen, die Eindrücke sind ganz anders. Und ich lese mir die Texte durch.

An der Etage im selben Raum sind Werke von gegenwärtigen Künstlern aus der Münchner Umgebung zu entdecken. Besonders die Pastel-Arbeiten von Monika Grashäuser[1] haben mich angesprochen.

Es ist schon fast zwei Uhr nachmittags, als ich mit dem Raum fertig bin. Der Ehemann ist wieder bei mir und ich schlage vor, etwas essen zu gehen. Ich brauche eine Pause. Die Terrasse vom Café ist voll, wir sitzen an einem Tisch drin. Es ist mir lieber, die Sonne scheint zwar, aber es ist nicht so warm und das Essen würde schnell abkühlen. Wie bestellen beide den Basilikum-Risotto mit Wolfsbarsch, das Gericht ist hervorragend und die Portionen genau richtig, nicht zu viel. Ich denke, ein Nachtisch geht noch und bestelle eine Bayrisch Creme. Das kannte ich noch nicht. Das ist auch sehr lecker, leider viel zu viel, die Hälfte hätte locker gereicht. Das hätte ich aus der Portionsgröße vom Hauptgang nicht vermutet, sonst hätten wir uns den Nachtisch geteilt. Der Ehemann ist von seiner Schokoladenmousse am Ende nicht mehr begeistert, weil es bei ihm auch zu viel war.

Wir setzen den Besuch fort und ich bin von den Blätterbildern der Ditti (Diethild Buchheim, Frau von Lothar-Günther Buchheim, der das Museum gegründet hat) entzückt.

An der Etage befinden sich Objekte zum Thema U-Boot-Krieg im zweiten Weltkrieg, die mich weniger interessieren, außer die Enigma Maschine (unten links, leider unter Glas mit extremer Lichtreflexion). Wir kommen danach zu einem großen Bereich, der eine Rekonstruktion vom Haus der Buchheim ist, wenn ich richtig verstanden habe – meine Aufnahmefähigkeit war nach so viel Zeit begrenzt. Es sind unglaublich viele Sammlungen von Objekten zu sehen, wie die kleinen Figuren im Regal, oder Briefbeschwerer. Alle Wände und Türe sind mit Bleistift angemalt. Die bunten Küchenmöbel sind putzig. Ich verbringe einige Zeit im Kaleidoskop-Raum und drehe am Rad, um Bilder zu erzeugen. In einem anderen Raum sind PiPaPop-Postern an einer Wand nebeneinander aufgestellt. Ganz schön schrill.

Weitere Gegenstände auf der Etage. Der Herr Buchheim hatte wohl ein Faible für Karussells.

Der Ehemann meint, wir haben nicht alles besucht, aber ich bin platt, als wir um fünf aus dem Gebäude kommen. Wir laufen noch ein bisschen um die Wiese, bevor wir zurück nach Hause fahren. Den Rest schauen wir uns ein anderes Mal an.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

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In Alba

Nach der langen Autofahrt erreichen wir Alba kurz nach zwanzig Uhr[1]. Wir checken ins Hotel ein, haben gerade Zeit, schnell zu duschen, und gehen wieder raus. Der Ehemann will mich in einem bestimmten Restaurant ausführen. Er kennt sich gut aus, er war häufig beruflich zum Einsatz hier. Leider gibt’s das Restaurant nicht mehr. Alternativ gäbe es ein Lokal direkt gegenüber, aber es sieht voll aus, Menschen stehen draußen wie vor einer Studentenkneipe, mich zieht es nicht an.

Wir laufen zurück zum Hotel und bekommen einen Tisch im Restaurant[2] direkt nebenan. Außer uns sitzen nur vier Personen an einem Tisch weiter weg, sie sprechen irgendeine skandinavische Sprache die ich nicht näher identifizieren kann. Das Restaurant sieht viel schicker aus als das Lokal, und das Menü erhobener. Nach dem Abendessen am Schloss Haigerloch wird es meine zweitbeste kulinarische Erfahrung vom Urlaub. Dazu einen exzellenten Barbera d’Alba[2]. Als Nachtisch gönne ich mir das Duo von Cannoli, einmal klassisch sizilianisch und einmal mit Haselnüssen. Die Cannoli sind viel besser als die, die ich bisher aus den italienischen Marktständen in Deutschland kannte, die meistens zu trocken und brüchig sind.

Nach dem Essen machen wir einen kurzen Spaziergang um die Kathedrale, deren Turm nachtsüber mit den Farben der italienischen Flagge beleuchtet wird. Am nächsten Morgen merke ich, den Turm sieht man auch vom Innenhof vom Hotel aus, wo wir das Auto geparkt haben.

Wir verbringen den folgenden Vormittag mit Stadtbummeln. Alba zählt nicht weniger als acht religiöse Gebäude, was Christentum betrifft, laut der italienischen Wikipedia-Seite der Stadt. Wir besuchen die Kirche San Giuseppe (1656) und die Kathedrale San Lorenzo (vom 6. Jahrhundert), die hinter dem großen Altar die Gebeine von San Fortunato enthält. Diese Art Verehrung von verwesten Knochenresten fand ich schon in meiner Kindheit verstörend[3], eine einfache Statue hätte m.E. gereicht. In der Kathedrale hätte es auch den Kopf von San Teobaldo geben sollen, wäre die goldene Büste Anfang der Achtziger nicht gestohlen worden. Eine Informationstafel erwähnt, dass sie vor zehn Jahren in Minneapolis wieder gefunden worden sei, den Weg zurück zur Kathedrale hat sie bis jetzt nicht gefunden.

Wir schlendern die Einkaufsmeile bis zum Ferrero-Platz – am nordöstlichen Rande von Alba sitzt eine Produktionsstätte von Ferrero[2]. Als wir morgens aus dem Hotel gekommen war, dachte ich, die Bäckerei um die Ecke riecht intensiv nach Schokolade, der Ehemann meinte, es wäre das Ferrero-Werk, das über die ganze Stadt duftet. Wir kaufen keine Schokolade. Auf dem Weg zum Platz gibt es viele kleine Boutiquen mit leckeren Spezialitäten, ich fülle lieber meine Tasche voll mit Pasta und Pesto für die Rückkehr nach Hause, um das Urlaubsgefühl zu verlängern. Am Ferrero-Platz trinken wir ein Espresso. Es ist kurz vor zwölf als ich denke, wir sollten nochmal lecker essen gehen, bevor wir wieder ins Auto steigen. Mein Handy zeigt mir eine Osteria keine zwei Minuten vom Platz entfernt. Sie ist in einem Innenhof direkt hinter dem Café. Als wir ankommen sind wir die einzigen Gäste, alle Tische auf der Terrasse sind frei. Eine Viertelstunde später ist es schon voll und die Kellner müssen Leute ohne Reservierung weg schicken – drin wird scheinbar nicht gegessen. Ich bestelle eine Portion Tajarin al sugo di salsiccia, diese Pasta-Sorte kannte ich noch nicht, der Ehemann ist mit seinen Agnolotti glücklich.

Wir fahren am frühen Nachmittag in Richtung Gardasee los, am Ferrero-Werk vorbei. Ich bin fest entschlossen, zurück nach Alba zu kommen, um wenigstens einmal vor Ort die berühmte Trüffel zu essen. Die habe ich diesmal auf den Menüs nicht gesehen, aber wenn Saison ist, werden sie die Restaurants sicherlich anbieten.

[1] Nach der Rückkehr aus dem Urlaub geschrieben, zum Tag des Abfahrt aus Alba zurück datiert.

[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[3] Dabei bin ich in einer katholischen Familie gewachsen. Praktiziert haben meine Eltern nicht, taufen lassen haben sie uns trotzdem alle drei, als wir noch nicht mal der Sprache mächtig waren.

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Das Wochenende in Bildern

Es ist Dienstag, es ist noch nicht zu spät.

Das Wochenende fängt wie jedes Wochenende, wenn wir zu Hause sind, mit einem Besuch des Samstagsmarktes in Starnberg an.

Am Samstag hätten wir den Marktbesuch fast verpennt, weil wir, nachdem wir bei der Bäckerei[1] frühstücken und bei dem Fischladen[1] einkaufen, in den See schwimmen gehen. Erst zum dritten Mal in diesem Jahr. Ich werde übermütig und meine, ich könnte von einem Steg zum Anderen hin und zurück schwimmen. Das habe ich noch nie gemacht und am Samstag schaffe ich das auch nicht. Schon ganz am Anfang spüre ich Krämpfe. Kurz nach dem Ruder- und Segelverein drehe ich um. Ich bin vielleicht insgesamt ein Kilometer geschwommen, und als ich wieder aus dem Wasser komme, weigern meine Füße das Gehen. Krämpfe. Ich humple irgendwie von der Leiter zu einer ruhigen Stelle am Steg und lasse mich dort fallen, bis die Krämpfe aufhören. Der Ehemann meint, es wäre wegen der Kälte des Wassers, ich wäre zu lange drin geblieben. Dabei ist er die ganze Zeit mit mir geschwommen, Krämpfe hat er nicht bekommen. Beim Liegen in der Sonne steigen die Krämpfe zu den Waden und den hinteren Oberschenkelmuskeln. Am besten bleibe ich sitzen.

Bis es mir besser geht, ist es kurz vor halb zwölf, und bis wir zum Markt ankommen, fangen die Händler schon an zu packen. Gemüse kriegen wir noch. Am Tibetan Deli[1] Stand holen wir uns Momos, die wir am Seeufer auf einer Bank bei der Schiffsanlagestelle verspeisen. Bin ich froh, vorher darüber gelesen zu haben! Sonst wären wir wie immer direkt vom Einkaufen bei den üblichen Verkäufern nach Hause gefahren und hätten das verpasst. Besonders die vegane Variante finde ich lecker, wobei sie mehr nach Spinat als nach Rapsblüten schmeckt. Andererseits hatte ich Rapsblüten noch nie gegessen. Vielleicht schmecken sie wie Spinat.

Nach dem Essen ist dem Ehemann nicht danach, den Heimweg anzutreten, und wir laufen zur Seebar[1], um ein Bier auf den Liegestühlen zu trinken. Wie schön, Urlaubsgefühl am Wochenende.

Die Blässhuhnfamilie schwimmt hin und her an uns vorbei. Die Küken, acht davon zählen wir, haben ihre roten Federn abgeworfen und sind nicht mehr so flauschig, jetzt können sie selber tauchen, um nach Nahrung zu suchen. Trotzdem werden sie noch von den Eltern gefüttert.

Clafoutis aux cerises.

Zu Hause angekommen, backe ich uns ein Clafoutis mit Kirschen, mit den Kirschen vom Markt. Das letzte Mal war so lange her, ich weiß nicht mehr, wann das war. Am Abend grillen wir auf dem Balkon, bevor der angekündigte Regen kommt. Ich bereite Spieße mit Paprika, Zitrone, Gambas und Jakobsmuscheln vor, der Ehemann grillt sie. Dazu gibt’s mediterranes Gemüse.

Am Sonntag machen wir einen kleinen Spaziergang. Der dauert über zwei Stunden, was nichts im Vergleich mit den sieben Stunden (mit Pausen) vom letzten Wochenende ist. Wir laufen von zu Hause aus an einem Feld vorbei, unter die Autobahn, wo wir die Raupe vom schwarzen Schwalbenschwanz entdecken, zwischen weiteren Feldern, und kommen zur Straße nach Weßling, wo wir bei den Kühen links zur S-Bahn-Strecke abbiegen. Auf einem der Fotos unten sieht man das DLR-Gelände. Von der Riesen-Bärenklau sollte man übrigens die Finger lassen. In einem kleinen Streifen mit wilden Blumen am Feldrand sehen wir viele Schachbrettfalter, die sich um die Skabiosen streiten. Für die anderen Blumen interessieren sie sich gar nicht.

Unten die Hinterlassenschaft der Besucher vom der Fast-Food-Kette, die an der Autobahnausfahrt vor dem Bahnhof zu finden ist. Nicht nur haben die Kunden offensichtlich keinen Sinn für gutes Essen, an Respekt für die Umwelt mangelt es ihnen auch. 😦

Wieder zu Hause, schaue ich in den Blumenkasten. Die Blütenknospe hat sich inzwischen geöffnet. Pl@ntNet besteht immer noch darauf, dass es sich um eine Kamille handelt. Eine gelbe Kamille. Dass sie nicht in bester Gesundheit aussieht, liegt daran, dass sie schon vor dem Blühen von Blattläusen umzingelt war. Das Immergrün zeigt lustige Früchte, sowie der Klee, der seit einigen Tagen blüht. Wir genießen auf dem Balkon ein alkoholfreies Gespritztes mit Fassbrause, die der Ehemann aus einer seinen vielen Fahrten nach Berlin mitgebracht hatte. Das kennen die nicht, in Bayern.

Am Abend koche ich uns Grünkern mit Erbsen, Karotten und gegrillte Hähnchenbruststreifen als Eintopf. Die trockenen Grünkern und Erbsen hatte ich die ganze Nacht davor in Wasser eingeweicht.

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Sylvestermenü 2020

Mit Handschrift wie in der Schule, oder fast. Ich habe ewig nicht mehr so geschrieben.

  • Jakobsmuscheln mit Champagne-Sauce
  • Kleiner Salat (Feldsalat und Tomaten)
  • Wolfsbarsch mit Karottenpüree und Zuckerschotten
  • Mandarinen-Mascarpone-Creme

Dazu ein Chablis.

Guten Rutsch!


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Warum Franzosen ihre Tartines in den Kaffee tunken

Aus meiner Sicht. Frühstücksgedanken. Ich wache kurz nach sechs auf, weil die Heizung hoch gefahren ist, genau wie ich sie programmiert habe. Nachtsüber ist sie aus, beim Aufstehen soll es bitte schön warm sein. Wenn sie läuft, brauche ich keinen Wecker. Das leise Gurgeln reicht. Der Ehemann hatte mich am Wochenende dazu gebeten, sie wieder zu aktivieren. Ich hatte keinen Bedarf, aber ja, wenn man den ganzen Tag zu Hause am Schreibtisch sitzt, wird’s jetzt kalt, wenn man noch in Sommerklamotten rum hängt.

Der Ehemann ist seit gestern auf Motorradtour mit seinen Kumpeln. Die Baguette[1], die er uns am Wochenende aus unserer Lieblingsbäckerei[2,3] in Starnberg gebracht hat, hatten wir eingefroren, weil ihm danach eingefallen war, dass wir doch genug Brot hatten. Ein leckeres deutsches Vollkornbrot. Ich habe uns die Baguette gestern zum Frühstück wieder aufgetaut, bevor er abgereist ist.

Meine Tartines, heute kurz vor sieben Uhr morgens künstlich abgelichtet, weil es draußen noch dunkel war. Und nebelig. Der Herbst ist da.

Heute habe ich den letzten Viertel der Baguette für Tartines benutzt. Die Baguette war drin noch weich, außen rum hart geworden. Kein Vergnügen, so drin zu beißen. Als Französin ist es mir kein Problem. Ich habe dazu eine große Tasse Milchkaffee gemacht, pardon, café au lait, und habe die Tartines drin getunkt.

Weil die Baguette sich nicht lange hält, im Gegenteil zu den deutschen Broten. Bei uns in der Provence war im Hochsommer die Baguette, die am frühen Morgen gekauft wurde, am Abend schon hart. Sollte man das Rezept der Baguette ändern, damit sie sich länger hält? „Auf gar keinen Fall!“ höre ich schon alle brüllen, und ich verschwinde gedanklich unter den Schreibtisch, um mich mit meiner Scham darüber, den Gedanken geäußert zu haben, zu verstecken. So wie die Deutschen an ihr Reinheitsgebot halten, ist es bei den Franzosen mit ihrer Baguette (und Wein, und Käse, und und und).

Wegschmeißen ist aber doof. Also weicht man die Tartines in den Kaffee ein, bevor man sie isst. Und dann denkt man, was ich mit altem Brot mache, kann ich auch mit frischem Brot, und es schmeckt so geil. Wenn ihr noch nie Baguette mit Salzbutter[4] und Erdbeerkonfitüre, getunkt im Kaffee, probiert habt, habt ihr was verpasst. Und dann gibt’s die, die sogar ihr Croissant in den Kaffee tunken. Das macht Robert, der Ehemann der ältesten Cousine vom Ehemann, der auch ein Franzose ist. Ich habe es probiert, aber Croissants schmecken mir pur am besten, wenn sie richtig gut sind, und das sind sie, in unserer Lieblingsbäckerei.

Ein anderer Vorteil vom Tunken der Tartines ist, wenn man früh morgens an akuten Koffeinmangel leidet und der Kaffee noch zu heiß ist, um getrunken zu werden. Wenn die Flüssigkeit das kältere Brot einweicht, kühlt sie ab und man kann sie besser aufnehmen.

[1] Ich bestehe auf das „die“, bei der Baguette. Wenn die Pizza es geschafft hat, auf Deutsch weiblich zu bleiben, soll es die Baguette auch.

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[3] Diese Bäckerei macht auch echte Rosinenschnecken, pardon, pains aux raisins, die sind zum Niederknien. Mit richtiger Konditorcreme und ohne Zuckerguss. Zum ersten Mal seitdem ich in Deutschland lebe, und das ist schon ein halbes Leben, habe ich eine Bäckerei gefunden, die das richtig kann. Selbst Aux Délices Normands[2], unsere Stammbäckerei in Berlin, kann den Starnbergern das Wasser bei Rosinenschnecken nicht reichen.

[4] Richtige Salzbutter, die aus der Bretagne, die nach Salz schmeckt, nicht die geschmacklose deutsche Variante.


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Wochenplan KW17

Montag

Spaghetti Carbonara, nach Jamie Oliver. Das beste Rezept für Spaghetti Carbonara, das ich je ausprobiert habe.

Dienstag

Kichererbsensalat mit Thunfisch.

Mittwoch

Quiche mit Tomaten und Ziegenkäse, davon gab’s noch genug für uns beide für die Mittagspause am Donnerstag.

Donnerstag

Tian de courgettes, das letzte Mal war sehr lange her.

Freitag

Ratatouille mit Rotbarschfilet, aus dem Fischstand vom Markt. Und weil es auch lecker aussehende geräucherte Makrelenfilets beim Fischhändler gab, haben wir sie heute mit dem Rest Ratatouille verzehrt.


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Ostermenü

Zum Glück haben die Märkte noch auf. In Pasing war es vor zwei Wochen trotz der frühen Stunde, um die wir üblicherweise zum Markt fahren, zum Brechen voll. Wahrscheinlich denken alle, jetzt ist es besser, zum Einkaufen früher aufzustehen. Auf dem Markt in Starnberg geht es deutlich angenehmer. Daher steht unserem Ostermenü nichts im Wege.

Freitag

Gestern gab es eine Dorade, gefüllt mit Limetten- und Zwiebelscheiben, und zwei marinierten Riesengarnelen auf dem Grill (vom Ehemann zubereitet). Aus dem tollen Fischladen in Starnberg[1]. Dazu Kartoffeln mit Zwiebeln aus dem Backofen, und Rahmspinat.

Samstag

Hummus und Tomaten-Rucola-Salat mit hart gekochten Eiern. Ich backe uns dazu ein weißes Brot, weil die Bäckerei im Kiez bis auf Weiteres zu hat. Und die Bäckerei am Bahnhof besuche ich seit der Frechheit mit der verstaubten steinharten Apfeltasche nicht mehr.

Sonntag

„So“ und nicht „Do“… Vielleicht eine Kreuzung aus „Dimanche“ und „Sonntag“. Gegrillte Lamm und Gemüse.

Montag

Quiche mit Spinat und Ziegenkäse. Das Lieblingsgericht vom Neffen, nur so nebenbei erwähnt, da wir natürlich zu Hause bleiben und die Familie in Frankreich nicht besuchen. Angeblich sollen Kinder Spinat nicht mögen. Das trifft in unserer Familie definitiv nicht zu, wie ich mich aus meiner Kindheit erinnere.

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Sonntagsmenü

Der Ehemann ist übers Wochenende unterwegs. Bekannte aus seiner Familie feiern, und er wollte unbedingt hin. Schon wieder nach Berlin. Mir wurde es zu viel. Ich hab’s für seine beste Kumpels mitgemacht, wir waren im Mai zweimal dort, dann zuletzt zum Geburtstag vom Schwiegervater vor vier Wochen, aber diesmal wollte ich nicht mit. Was sich gut trifft, da mich mal wieder die Unannehmlichkeiten des Weibseins mit voller Wucht treffen. Da bleibe ich lieber zu Hause.

Dafür gibt’s ein leckeres Abendessen, wenn er heute Abend zurück kommt:

  • Tomatenessenz, mit gelber Tomate. Die pürierten Roma-Tomaten vom Markt tropfen schon seit gestern Abend im Mulltuch vor sich hin. Ich frage mich, was ich aus dem Rest der Tomaten machen kann. Weg schmeißen wäre doch Verschwendung. Vielleicht als Bodenbelag für eine Pizza? Zur Tomatenessenz gibt es eine in Würfeln geschnittene große gelbe Tomate, deren Name ich mir nicht merken konnte. Die Verkäuferin am Stand hat mir gestern einige Exemplare von alten Tomatensorten vorgestellt, die sie selber anbauen.
  • Mehlierte Butterfly-Sardinen. Der Ehemann liebt Sardinen. Die haben wir beim Fisch-Händler letzte Woche bestellt.
  • Dazu im Backofen gegrillte gelbe Paprika.
  • Auf der Tafel unerwähnt, ein fantastisch leckeres Finnenbrot von der neuen Bäckerei bei der Arbeit.
  • Zitronencreme.

Wobei, auf den Sancerre verzichten wir vielleicht besser, nachdem der Ehemann mir heute Nacht um 02:15 diese letzte kryptische Nachricht geschickt hat: „mo4g4,,,,,“. Was auch immer er damit ausdrucken wollte. Der Junge ist ohne mich so unvernünftig… Hoffentlich kommt er heil nach Hause. Wenigstens fährt er nicht selber.


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