Nicht erholt

Zwei Wochen Urlaub sind um. Ich fühle mich gar nicht erholt.

Ich war am Ende des Jahres auf Arbeit völlig ausgelastet. Mein Teamleiter hatte mich darum gebetet, für ein bestimmtes Projekt meine Arbeitszeit zu erfassen. Ich habe mir dafür eine App[1] auf den Rechnern installiert und protokolliere jetzt alles, was ich mache, nicht nur das eine Projekt. Das war Mitte November. Seitdem ist mir bewusst, wie viele Überstunden ich tatsächlich leiste. Jede Woche deutlich über vierzig Stunden, und das ist die reine Arbeitszeit am Schreibtisch, ohne Pausen. Dafür hat sich mein Gehalt seit meinem Einstieg in der Firma vor zwei Jahren nicht geändert, obwohl ich mehr Aufgaben bekommen habe. Wir haben keine Arbeitszeiterfassung, so dass ich nur auf den guten Willen meines Arbeitgebers angewiesen bin, um Überstunden geltend zu machen, die ich laut Vertrag machen muss, wenn es sein muss. Am zweiten Wochenende Dezember waren wir mit dem Ehemann in Berlin. Ich hatte mir den Montag dafür frei genommen. Am Ende habe ich die ganze Zeit im Zug am Laptop weiter gearbeitet, um ein Projekt für einen Kunden fertig zu kriegen. Hin und zurück. Ich konnte den freien Tag zurück bekommen und mit dem letzten Freitag vor meinem Urlaub tauschen. Ich musste doch an dem Tag einige Sachen von zu Hause aus fertig machen, da ich am Donnerstag davor nach fast zehn Stunden Arbeit nicht mehr funktionsfähig war. Neujahrsvorsatz #1: Auf die Bremse treten und lernen, nein zu sagen. Sonst kippe ich um.

Der Urlaub selbst war nicht erholsam. Wie könnte es anders sein, bei der Reiserei? Weihnachten in der Familie vom Ehemann, Sylvester bei meiner Mutter, inklusiv Besuch der Schwester mit ihrem dreijährigen Sohn, die wenigsten dieses Jahr zu meiner Mutter gekommen sind, um uns eine längere Fahrzeit zu ersparen. In den zwei Wochen gab es viel Lärm, viel Essen und viel Trinken. Neujahrsvorsatz #2, wie letztes Jahr: Mich mehr bewegen. Diesmal aber wirklich. Es wird klappen, wenn ich Vorsatz #1 durchsetze.

Nachdem wir am Montag den Flieger nach Nizza doch gekriegt haben, sind wir mit dem Mietwagen an der Küste entlang gefahren, statt die Autobahn zu benutzen. Das Wetter war fantastisch. Wir haben Pause bei einer Calanque gemacht. Wie ich diese Strecke zwischen Fréjus und Théoule mit dem Zug geliebt habe, als ich Studentin war, mit den roten Gesteinen, die ins blaue Wasser versinken! Schwimmen kann man dort schlecht, da es wenige Strände gibt, aber der Massif de l’Esterel ist jedenfalls ein Besuch wert. Wir sind mit dem Ehemann dort ein paar Male gewandert. Ich wundere mich, dass ich nichts davon hier festgehalten habe.

Das Wetter ist die ganze Woche schön geblieben. Wir sind spazieren gegangen. Unten links, Promenade am Ufer vom Lac de Sainte-Croix bei Les Salles-sur-Verdon, wo ich als Kind häufig gebadet hatte. Traumhaft glattes Wasser. Wir haben Kiesel übers Wasser hüpfen lassen. Unten rechts, Höhle und Wasserfall in Villecroze, wo sich der Neffe vor allem für den Spielplatz interessiert hat. Die Höhle ist leider seit den letzten Überschwemmungen vom November gesperrt, da es jetzt ein erhöhtes Risiko für Steinschlag gibt.

Am Freitag erreichte uns die Nachricht, dass es dem Schwiegervater nicht gut ging. Nachbarn haben einen Notarzt gerufen, der Schwiegervater liegt seitdem im Krankenhaus. Anstatt also dass wir gestern Abend zusammen zurück nach Hause geflogen sind, hat der Ehemann für sich nach Berlin umgebucht. Ich habe dadurch den ganzen Tag in Nizza verbracht und bin nach dem Shoppen zu Fuß zum Flughafen gelatscht. Sieben Kilometer. Ich hatte viel Zeit, und Vorsatz #2. Der Koffer war schwer. Ich musste einige Pausen einlegen, nicht zuletzt um den pan bagnat zu essen, den ich am noch geöffneten Weihnachtsmarkt auf der Place Masséna geholt hatte. Er hat leider geschmacklich meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich habe den Verdacht, dass etwas anderes als Olivenöl benutzt wurde. Bei den Temperaturen konnte ich im T-Shirt laufen, wie das letzte Mal vor vier Jahren. Ab drei Uhr nachmittags wurde es windig und ich habe den Pulli wieder angezogen.

Um elf Uhr abends gestern zu Hause angekommen. Ich habe trotz der späten Stunde ein Bad genommen. Meine Beine waren durch den langen Fußweg zum Flughafen richtig müde.

Nicht erholt fühle ich mich vielleicht deswegen auch, weil ich mich seit heute früh erkältet fühle. Die ganze Woche war der Ehemann nur am Niesen, und nachtsüber am Schnarchen, was die Erholung zusätzlich beeinträchtigt hat. Ich dachte bis gestern naiv, mich hätte die Erkältung nicht erwischt. Falsch.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Chronologie einer Krankheit

Tag 1

Am Samstag letzter Woche, pünktlich zu Beginn meines Urlaubs, bin ich krank geworden. Husten, Schnupfen, Fieber, Migräne. Verflucht. Am Abend hat der Ehemann das Abendessen zubereitet. Gnocchi mit Kürbis. Mir ging’s danach besser und ich dachte, super, es ist die schnellste Erkältung überhaupt gewesen.

Tag 2

Sonntag. Beim Aufwachen denke ich, es ist vorbei. So ganz toll fühle ich mich im Kopf nicht, aber das ist immer so, am Tag nach einer Migräne, mit oder ohne Erkältungssymptome. Wir machen einen Spaziergang in den Feldern bei Sankt Gilgen. Nein, nicht in Österreich, sondern direkt bei uns hinter dem Kreisverkehr. Dreiviertelstunde lang. Danach gibt’s Tee mit Ingwer und Zitrone. Mir geht’s gut, außer, dass ich müde bin. Am Abend kocht der Ehemann. Ich hatte ihn um eine Hühnersuppe mit Kokosmilch gebeten. So ganz klappt es nicht. Er hat Reis rein geben wollen, aber viel zu viel Reis, Suppe kann man das Ergebnis nicht mehr nennen. Ich sage ihm, es soll häufiger kochen, um sich mit Portionierungen besser vertraut zu machen. Wenn ich zu häufig koche, hat er keine Ahnung.

Tag 3

Montag. So ganz richtig fit bin ich immer noch nicht, aber zuversichtlich, dass wir am nächsten Tag wie geplant zu unserem Ausflug in den Bayerischen Wald aufbrechen können. Wir machen einen kleinen Spaziergang bis zur Apotheke, um Paracetamol zu kaufen. Am Nachmittag esse ich eine Portion Eis. Es kann aber nicht der Grund dafür sein, dass ich kurz danach anfange, ununterbrochen zu niesen. Wirklich ununterbrochen. Die Nase läuft wie Wasser, ich kann teilweise die Taschentücher nicht so schnell in den Mülleimer neben mir werfen, wie ich niesen muss. Die Haut der Nase wird ganz schnell wund. Es dauert Stunden, bis ich ins Bett gehe, mit einer Unterbrechung beim Abendessen. Zum Glück kann ich trotzdem gut schlafen, aber ich habe im Bett erstmal lange gezittert. Mir war kalt.

Tag 4

Dienstag. Ich wache mit Fieber auf, und muss immer noch so viel niesen. Ich zittere vor Kälte auf dem Weg zum Badezimmer und muss mich danach wieder ins Bett packen. 37,4°C. Es klingt erstmal gar nicht so viel, ist es doch, wenn man weiß, dass meine morgendliche Temperatur im Mittelwert 36,0°C vor dem Eisprung und 36,4°C nach dem Eisprung beträgt. Der Ehemann storniert unsere Buchung, wir bleiben wohl hier. Auf dem Weg zu seinem Termin bei der Arbeitsagentur in Starnberg fährt er mich zur Arztpraxis. Als ich mich für die Untersuchung ausziehen muss, stelle ich fest, ich bin völlig nass. Durchgeschwitzt. Ich werde für eine Woche krank geschrieben. J06.9 G steht auf dem Zettel für die Krankenkasse. Zur Therapie gäbe es leider nichts anderes als Ruhe und abwarten, sagt die Ärztin. Ich habe mein Handy zu Hause liegen lassen und beschliesse nach der Untersuchung, zu Fuß die anderthalb Kilometer nach Hause zu gehen. Der Ehemann kommt kurz danach an, er war noch an der Praxis vorbei, um mich abzuholen. Hätte ich gewusst, dass sein Termin so kurz sein würde… Ich dusche und ziehe trockene Klamotten an. Ich versuche, mich zu beschäftigen, aber alles ist anstrengend. Am Rechner spielen, lesen, auf dem Handy gucken, fernsehen… Das alles kann ich nicht lange machen. Lichtempfindligkeit. Ich fühle mich elend. Am besten schlafe ich im abgedunkelten Wohnzimmer. Das Fieber hält den ganzen Tag an. Trotz Paracetamol. Meine Augen glänzen. Ich schmiere mir die Haut um Nase und Mund mit Creme, weil sie so wund ist. Es brennt. Beim Durchlesen meiner abonnierten Blogs entdecke ich das Rezept vom Orangen-Randen-Salat. Ich sage dem Ehemann, das ich genau was ich als Kranke brauche! Er ist so lieb und bereitet es mir gleich am Abend zu. Ohne Pesto, dafür mit selbst gerösteten Haselnüße. Hach, was für ein Schatz!

Tag 5

Mittwoch. Nach dem Frühstück schwitze ich. Dann fühle ich mich erstmal in Ordnung. Und danach kommt das Fieber zurück. Ich schlafe fast den ganzen Nachmittag durch, jedes Mal mit der Hoffnung, mich beim Aufwachen fit zu fühlen. Ich werde jedes Mal enttäuscht. Mit der Krankheit fühlt sich mein Zahnfleisch entzündet, ich muss mir häufiger die Zähne putzen. Wenigstens niese ich nicht mehr so viel und meine Nase läuft viel weniger. Das Einatmen durch die Nase ist schmerzhaft, ganz tief oben in der Hülle. Es brennt. Ich huste jetzt. Die Haut um Nase und Mund pellt. Ich creme sie weiterhin ein. Ich bin froh, dass der Ehemann bei mir ist und für mich jeden Tag kocht. Am Abend gibt es Auflauf mit Kürbis und Kartoffeln.

Tag 6

Donnerstag. Heute sehe ich besser aus, sagt der Ehemann, als ich um halb zehn aus dem Schlafzimmer auftauche. Ich fühlte mich in der Tat ein bisschen besser, aber so fit bin ich noch nicht. Meine Augen sind warm. Ich kann Licht immer noch nicht richtig ertragen. Ich habe dumpfe Kopfschmerze. Aber mir ist warm. Es ist viel zu warm in der Wohnung. Doch ein gutes Zeichen? Mir geht’s im Laufe des Tages tatsächlich besser. Ich bin aber noch nicht so fit, dass ich am Abend mit dem Ehemann auf der Couch fernsehen kann. Wieder diese Lichtempfindlichkeit. Ich bekomme Kopfschmerze und beschließe, ins Bett zu gehen. Es ist nicht mal halb neun, aber heute habe ich tagsüber gar nicht geschlafen. Dazu kommt, dass ich seit gestern leichte Blutungen habe. Nicht unerwarteterweise. Mindestens darüber kann ich mich freuen: Seit einigen Monaten hat meine Periode ihren Namen wieder verdient. Ich dachte, durch die Krankheit würde sie sich verspäten. Beim Einschlafen habe ich immer noch Schwierigkeiten mit dem Atmen. Die Nase ist zu und Einatmen brennt.

Tag 7

Freitag. Ich wache um 03:00 auf, und kann bis etwa 06:00 nicht mehr schlafen. Um 07:00 wache ich nochmal auf und gehe zum temporären Schlafzimmer vom Ehemann, um mit ihm kurz zu kuscheln. Die Krankheit scheint jetzt wirklich vorbei zu sein. Beim Frühstücken kann ich das Radio genießen. Gestern habe ich es nur als Belästigung empfunden. Ich kann mir die Haare waschen. Ich fühle mich gut. Heute könnte ich sogar endlich mal raus gehen. Aber. Ausgerechnet heute regnet es.

Was war’s denn? Doch eine Grippe? Zwei Tage lang Fieber finde ich für einen grippalen Infekt ganz schön heftig. Ich habe mich Anfang November dank des Arbeitgebers gegen die Grippe impfen lassen, aber meine Mami sagte, dieses Jahr soll die Grippe anders als vorausgesehen sein, also war mein Schutz vielleicht nicht optimal. Andererseits waren die Gliederschmerze nicht so heftig wie ich sie während meiner letzten Grippe in Erinnerung habe.


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Mieser erster Urlaubstag

Beim Aufwachen habe ich leicht gehustet. Ein trockener Husten. Ich habe beschlossen, nicht zum Markt zu fahren und keinen Sport zu treiben. Stattdessen habe ich eine heiße Zitrone mit Honig getrunken.

Danach kam der Schupfen. Und das Fiebergefühl. Ziemlich Mist, wenn man noch Muskelkater hat, Gliederschmerze zu bekommen.

Ich habe mich auf der Couch hingelegt. Die Migräne ist gekommen. Seit schon über zwei Stunden. Die eine Aspirin hat nicht gewirkt. Und beim Hinlegen habe ich plötzlich voll Schleim husten müssen.

So hatte ich mir den ersten Urlaubstag nicht vorgestellt.


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Immer noch krank

Ich dachte, mir ginge es besser. Ich schlafe wieder besser, seit dem Wochenende. Ich war heute Morgen trotzdem müde beim Aufwachen. Und nach der Mittagspause habe ich mich plötzlich schlecht gefühlt. Zu warm, schwindelig, unfähig, zu lange an etwas zu arbeiten… Ich habe meine Sachen gepackt und bin um zwei nach Hause gefahren.

Kurz vorher noch Winfried angerufen, um Bescheid zu sagen: „Alles klar, riskiere nichts und erhole dich“, war seine Antwort. Ich habe noch nicht erzählt, wie großartig Winfried als Chef ist.

Ich habe ihm schon letzte Woche mitteilen müssen, dass ich schwanger bin. Ich darf ja nicht mehr im Labor arbeiten, oder unsere Messgäste für Experimente einweisen, oder sogar Rufbereitschaft machen. Es musste für meine kommenden Tätigkeiten dringend für Ersatz gesorgt werden. Ich war ganz nervös, als ich ihn angerufen hatte. Uschi, unser ehemaliger Chef, hatte schon mal einer Bewerberin, an die er interessiert war, doch nicht die Stelle angeboten, weil sie ihm im Nachhinein zugegeben hatte, schwanger zu sein.

Winfried hat auf die Nachricht ganz toll reagiert und mir gratuliert. Mein nächster Arbeitsvertrag ist unterwegs und daran ändert sich nach der Ankündigung nichts. Er hat nochmal bei der Personalabteilung angerufen und mir erklärt, dass ich gerne die benötigte Monate um die Geburt aussetzen und am Ende vom Vertrag anhängen kann. Und als ich gestern wieder auf Arbeit war und in seinem Büro stand, meinte er, ich sollte mich zu Hause einrichten, um vor dort aus zu arbeiten. Es wäre kein Problem, ich müsste nur mit der Personalabteilung darüber reden. Und Ausstattung wie neuen Rechner, Bildschirm usw. würde er mir für zu Hause besorgen. Was will man mehr?


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Erkältet

Das bin ich mal wieder. Ich dachte, ich würde verschont bleiben, da der Ehemann die ganze letzte Woche erkältet war und deswegen auch krank geschrieben wurde, und mich nicht angesteckt hatte. Gestern habe ich erste Anzeichen bekommen, und heute noch mehr. Halskratzen und Schupfen. Immerhin kein Fieber. Ich vermute, es kommt vom Kochustensilien-Händler auf der anderen Straßenseite, bei dem ich am Freitag nach der grünen Woche war, um ein neues Nudelholz zu kaufen. „Ich bleibe fern, ich bin krank,“[1] hatte er uns begrüßt. Tja.

Immerhin werden die Kollegen morgen sehen, dass ich diese Woche „wirklich“ krank war. Das war meine beste Krankschreibung überhaupt. Und es traf sich gut, dass wir beide zu Hause waren. Der Arzt hatte aus „Schutzgründen“ irgendeinen Infekt eingetragen, weil der Arbeitgeber nicht gleich wissen muss, dass ich schwanger bin. Jetzt habe ich auch den Infekt.

Auf Medikamente will ich verzichten, weil ich nicht weiß, ob es als Schwangere eine gute Idee ist. Ja, ich könnte danach suchen. Aber solange die Beschwerden so mild bleiben, brauche ich keine Tablette. Stattdessen habe ich mir mein Power-dich-auf-Tee gemacht. Ganz einfach:

  • 1 kleines Stück Ingwer schälen und in kleinen Würfeln schneiden.
  • Ingwer in eine Tasse geben und mit heißem Wasser bis 2 cm vor dem Rand füllen.
  • Einen großzügigen Teelöffel Honig hinzufügen (Rosmarinhonig oder Salbeihonig am liebsten).
  • Saft einer halben Zitrone pressen und zum Tee gießen.
  • Gut rühren und sehr warm trinken.

Es schmeckt super, und man fühlt sich danach ganz schön warm.

[1] „Je reste loin, j’ai la crève.“ Noch so ein Franzose 🙂


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Erkältet

Wir sind beide heute Morgen mit kratzendem Hals aufgewacht.

Bei mir hat es schon am Freitag Vorzeichen gegeben. Zum Frühstück hatte ich mir eine heiße Zitrone mit Honig gemacht. Gestern ist mir nichts aufgefallen. Der Hals fühlte sich morgens nicht so toll an, aber es ging schnell vorbei, und ich habe gedacht, es läge an der Luft im Schlafzimmer. Obwohl wir das Fenster minimal gekippt über Nacht lassen, um Feuchtigkeit an den Scheiben morgens zu vermeiden. Es klappt ganz gut, haben wir mittlerweile heraus gefunden.

Heute Morgen hat der Hals wieder stärker geschmerzt. Beim Ehemann auch. Er meint, er hat schon seit einigen Tagen Anzeichen für eine Erkältung. Wie ich. Ich habe über den Tag verteilt viele heiße Zitrone und Milch mit Honig getrunken. Ich weiß nicht, ob es wirklich hilft, aber schmecken tut es auf jeden Fall, und es lindert den Schmerz für eine Weile. Das mit dem Joggen haben wir heute sein lassen. Mein Arzt sagt bei Erkältungen immer, möglichst ruhen und viel Wasser trinken. Und ich achte für eine Weile nicht auf meine Kalorienbilanz, obwohl sie heute noch gut aussieht. Die Erkältung hat sich rasch entwickelt. Jetzt kann ich schwer reden, und die Nase läuft kontinuierlich. Bläh. Beim Ehemann ist es nicht so aufgeprägt. Wenigstens habe ich kein Fieber.

Ich frage mich, welche Rolle mein Zimmerkollege dabei gespielt hat. Am letzten Montag ist er nach einer Woche Abwesenheit heldenhaft ins Büro geplatzt, um zu ankündigen, dass er gerade eine ganze Woche mit Erkältung und Fieber zu Hause geblieben war, und eigentlich immer noch krank wäre, aber zu Hause wäre es ihm jetzt zu langweilig. Hat sich an seinem Schreibtisch mir gegenüber hingesessen, um gleich danach entsetzlich zu husten und niesen. Gut, dass zwei Reihen Bildschirme uns trennen. Uschi hatte ja immer gesagt, „wenn du krank bist, will ich dich hier nicht sehen“. Das klingt dreist, ist aber recht sinnvoll. Es bringt nichts, wenn der Rest der Gruppe angesteckt und arbeitsunfähig wird. Das ist bei meinem Zimmerkollegen wohl nicht angekommen. Ich bin direkt nach seiner Ankunft zu unserem Geräteraum geflüchtet und habe ihn für den Rest der Woche vermieden, so gut es ging. Am Montagabend hat er sich zu uns gesellt, als ich mit meiner IT-Kollegin am Arbeiten war, weil es ihm an Gesellschaft fehlte. Unsere knappe Antworten haben ihn nicht davon abgehalten, sich länger mit uns unterhalten zu wollen. Smalltalk über völlig unwichtige Sachen. Zwei Tage später war meine IT-Kollegin für den Rest der Woche wegen Krankheit zu Hause. Vollidiot.

Ich werde froh sein, wenn er endlich aus dem Zimmer auszieht und ich alleine dort bleibe. Er ist ohne Krankheit schon schwer zu ertragen, da er so oft telefoniert und dabei furchtbar laut redet, und noch ständig leise hinter seinem Bildschirm rülpst und furzt. Immer hört man, wie sein Darm arbeitet. Ich habe schon den Raum wegen des Gestanks verlassen müssen. Im Juni hieß es schon, er würde bald ausziehen. Ich kann es kaum noch erwarten.


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Das Fieber von Mittwochabend

Es scheint jetzt ein eindeutiger Trend zu sein: Bei oder nach jeder Tagung bin ich krank.

Am Dienstagabend habe ich gehüsltet. Das hat meine Mami am Telefon sofort gemerkt. Ich dachte, ich bin gerade zurück geflogen, hier ist es kälter, und die Luft im Flugzeug ist anders, es wird gleich besser. Die Migräne von Montag war nicht mehr zu spüren. Gestern war ich wieder bei der Arbeit. Aufstehen war hart. Gehustet habe ich mehr. Ein trockener Husten. Mein Kopf hat sich ein bisschen stumpf angefühlt.

Um zwei habe ich schon Feierabend gemacht, da ich nachmittags einen Arzttermin wegen Ischias hatte (schon seit Juli geplant), und die Orthopädiepraxis liegt in der Nähe der Wohnung. Es geht mir viel besser, aber ab und zu habe ich noch Schmerze, wenn ich im Labor den ganzen Tag stehen muss zum Beispiel (was zum Glück selten passiert). Der Arzttermin hat gerade drei Minuten gedauert und war völlig unbefriedigend. Es hat den Typ überhaupt nicht interessiert zu wissen, wie die Schmerze entstanden waren oder sonst was. Ich habe mich nicht besser behandelt gefühlt als wenn ich zur Sprechstunde gekommen wäre. Beim nächsten Mal muss ich drauf bestehen, dass ich bei meiner üblichen Ärztin den Termin bekomme. Ich habe einen Antrag auf Kostenübernahme für Rehasport bekommen, den ich bei der Krankenkasse einreichen muss.

Nach dem Termin bin ich nach Hause gegangen. Ärzte sind bei Terminen so pünktlich, dass es schon fast sechs war. Ach ja, ich habe unterwegs Kuchenteller bei Butlers gekauft, wir haben nicht genug davon zu Hause. Kurz danach haben sich meine Beine sehr müde angefühlt. Als ob ich viel gegangen wäre. Das war gestern nicht der Fall, und ich war bei der Tagung und im Urlaub so viel zu Fuß unterwegs, dass ich daran gewöhnt sein sollte. Nein, es waren Gliederschmerzen. Leichtes Fieber hatte ich, 37,1°C. Ich bin um neun ins Bett gegangen und habe gelesen, um zehn habe ich das Licht ausgemacht.

Um Punkt Mitternacht bin ich aufgewacht. Durst, Hals gereizt, fiebrige Schmerze in den Beinen und im unteren Rücken. 38,4°C. Aspirin genommen, viel Wasser getrunken, ein Löffel Honig und zurück ins Bett. Bis halb vier habe ich mich rumgewälzt und war voll nass vom Schwitzen. Danach konnte ich wieder schlafen. Heute morgen war meine Temperatur wieder bei 37,1°C, was höher als sonst ist. Am unteren Rücken habe ich noch Schmerze. Ich bleibe zu Hause.


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Krankgeschrieben

Ich bin gestern zu Hause geblieben. Die Erkältung vom Wochenende war zu viel. Ich habe kein Fieber und keine Migräne, die Gliederschmerzen sind vorbei. Trotz niedrig eingestellter Helligkeit kann ich schwer den Bildschirm gucken, und Nachdenken ist mühsam. Ich bin ständig am Niesen und mein Hals ist gereizt. Besser, nicht zur Arbeit zu fahren.

Ich war beim Arzt. Ein älterer Arzt. Ich frage mich, ob er das Renten-Alter schon überschritten hat. Seine Praxis ist direkt gegenüber von meinem Haus, auf der anderen Seite der Straße. Er arbeitet ohne Termine. Die Praxis war ziemlich leer, als ich ankam. Ich habe nicht mal zehn Minuten warten müssen. Alle anderen Patienten waren kerngesund aussehende Studenten. Faule Säcke. Es ist Klausur-Zeit. Auf einem Bewertungsportal für Ärzte hatte ich ja gelesen, dass dieser Arzt dafür berühmt ist, um Atteste zu bekommen. Einige Schulen sollen sogar keine Atteste mehr von ihm annehmen. Diese Art vom Weglaufen von Klausuren war mir in Frankreich völlig fremd. Das habe ich erst hier als Dozentin kennen gelernt. Tss-tss. Aber zurück zum Thema.

In der Praxis hat mich zuerst ein gewaltiger Geruch von kaltem Tabak empfangen. Igitt. War’s beim letzten Mal auch so? Ich habe es vergessen. Ich glaube, in der Praxis wird viel geraucht. Gut, dass ich so schnell dran kam. Sein Verdikt: Grippaler Infekt. Ein anderer Begriff für Erkältung. Es klingt nur dramatischer. Ich soll mich also ausruhen, viel trinken und Paracetamol schlucken. Er hat mir einen Attest für eine Woche schreiben wollen. Eine Woche?? Das ist mir viel zu lang. Morgen will ich wieder bei der Arbeit sein. Mal schauen, ob es klappt. Sonst muss ich zurück zur Praxis gehen.

Ich hatte auch meinen Impfpass mitgebracht. Im Fall einer Schwangerschaft will ich sicher sein, dass ich keine gefährliche Krankheit bekomme, die ich durch eine Impfung vermeiden könnte. Seine Reaktion fand ich sehr enttäuschen. Er kam mir gar nicht so fachlich vor. „Was soll denn groß passieren?“, meinte er. „Sie können erstmal froh sein, überhaupt schwanger zu werden.“ Ich weiß nicht, ob er mein Alter meinte oder ob es einfach so zum Spaß gemeint war. Ich habe nicht den Eindruck, dass er das Problem von Krankheiten in der Schwangerschaft ernst nimmt. Sabrina hatte letztes Jahr Ringelröteln bei ihrer zweiten Schwangerschaft bekommen. Ihrem Kind geht’s jetzt zum Glück gut, aber das hätte schlimm enden können. Ich werde mich an meine Frauenärztin wenden. Immerhin haben wir gestern meine Kombi-Impfung gegen Tetanus usw. erfrischt.

Vielleicht ist es der Grund für die hohe Anzahl für Studenten, die keine Klausur schreiben wollen. Zu etwas anderes als Atteste schreiben kann man ihm nicht viel trauen. Andererseits habe ich vor der Praxis meine alte Nachbarin vom Erdgeschoss getroffen, die vom Gebäude raus ging. Bestimmt eine langjährige Patientin.


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Verstopft

Ich habe mich erkältet. Das ist vielleicht kein Wunder, da ich so wenig bei der Tagung schlafen konnte. Ich habe mich noch nicht richtig erholt. Bei den Vorträgen sind wir auch gefroren. Ich habe mich immer besser gefühlt wenn ich in der Pause das Gebäude verlassen habe. Die Klimaanlage im Hörsaal war furchtbar stark, ständig hat man einen kalten Zug ins Gesicht bekommen. Meine Schulter waren deswegen so gespannt, dass ich am letzten Tag Schmerzen im Nacken bekommen habe. Gestern habe ich mich schlecht gefühlt, habe ständig geniest und generelles Muskelkater gespürt. Kein Fieber, aber jetzt ist meine Nase verstopft.

Unser neues Spülbecken in der Küche übrigens auch. Gestern nachmittags habe ich eine Waschmaschine gestartet. Im Laufe des Waschgangs gab es ein merkwürdiges Geräusch in der Küche, als ob Wasser rhythmisch gegen etwas in der Leitung heftig stoßen würde. Das war mir neu, aber ich hatte noch nicht die Waschmaschine gehört, seit Martin letzte Woche das Spülbecken in der Küche angeschlossen hat, und er meinte, es wäre normal. Doch nicht. Als ich später Tee machen wollte, sah das Becken ganz komisch aus, mit vielen Krümeln auf seinem Boden. Beim genaueren Betrachten haben sich die Krümel als Textilfasern entpuppt, und man konnte deutlich eine Linie im Becken erkennen, die zeigte, wie hoch das Wasser gestiegen war. Mist. Die Waschmaschine ist von Martin und gerade zwei Jahre alt (von meiner musste ich mich beim Umzug trennen). Das Spülbecken ist neu. Das Rohr der Waschmaschine ist mit dem Rohr in der Küche verbunden. Vermutlich lagen drin schon die ganze Zeit viele Fasern von den vorherigen Eigentümern, die erst gestern zu einer Verstopfung geführt haben. Wir konnten das Becken nicht mehr benutzen, das Wasser fließt sehr langsam wieder runter. Ein Glück, dass es nicht vorher passiert ist, da das ursprüngliche Spülbecken nicht so groß wie das neue ist.


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Erkältet

Seit Freitag. Schuld daran ist die Radtour am Donnerstagabend. Wir waren nach der Arbeit bis zur Wohnung von Martin gefahren. 23km. Kurz vor dem Ziel haben wir uns auf der Terrasse einer noch geöffneten Kneipe am Zoo hingesessen und ein Bier getrunken. Keine gute Idee. Es war am Tag sonnig gewesen, aber es wurde schon dunkel und sehr frisch. Ich war verschwitzt und meine Kleidung war für die Pause nicht geeignet. Beim Weiterfahren habe ich am Anfang große Schwierigkeiten gehabt, die Kontrolle über meine Bahn zu bekommen. Beim nächsten Mal nehme ich ein Alkoholfreies. Am nächsten Tag habe ich mich fiebrig gefühlt. Der Hals hat gekratzt. Jetzt bin ich am Husten und völlig verschnupft.

Es hilft nicht, dass ich Nachbarn habe, die nicht in der Lage sind, die Treppe leise runter zu gehen. Dank ihnen bin ich um 05:30 und 06:30 aufgewacht. Das nach einem sehr langen Tag.

Ich war gestern bei einem Meeting, das bekanntlich immer länger als geplant dauert, und war erst nach 23:30 zu Hause. Zum Glück muss ich keinen Vortrag beim Meeting halten. Obwohl, es wäre vielleicht besser gewesen. 20mn reden, das war’s. Mit meinem Poster muss ich zwei Mal 90mn stehen und mit Leuten reden. In meiner Posterecke sind zwei Kolleginnen aus einer anderen Arbeitsgruppe. Die zwei sind unzertrennlich, ich habe bei Meetings die Eine noch nie ohne die Andere gesehen. Mit bestem Willen kann ich die Beiden nicht leiden. Sie verhalten sich ständig hochnäsig und scheinen kein besseres Gesprächsthema zu haben, als sich über das Äußere von anderen Teilnehmern lustig zu machen. Ein Grund, warum ich ungern mit anderen Frauen arbeite. Heute Abend muss ich wieder hin. Ich habe zum Glück genug Besucher, um ihr Gelaber nicht ertragen zu müssen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.