Morgen geht’s ab

Ich muss ganz früh aus dem Haus, um nach Köln zu fliegen. Ich bin in meinem ehemaligen Institut für einen Vortrag eingeladen worden. Es freut mich sehr, denn ich werde viele Kollegen dort wieder treffen. Am Mittwoch fliege ich zurück nach Berlin. So der Plan.

Erst gestern hat mich die Nachricht erreicht, dass am Mittwoch das Flughafenpersonal in vielen Städten streiken will. Unter anderen in Köln-Bonn. Seitdem bin ich nur dabei, die Status-Seite für Flüge bei Eurowings zu prüfen. Jedesmal, wenn ich auf „Aktualisieren“ klicke, ändert sich die Uhrzeit auf der Seite. Jetzt steht „Letzte Aktualisierung am 25.04.2016 um 22:54 Uhr“. „Wow, Information in Echtzeit!“, habe ich zuerst gedacht. Bis ich gemerkt habe, dass es nur meine lokale Uhrzeit aktualisiert, wenn ich auf den Knopf drücke.

Von den neun Flügen, die am Mittwoch meine Strecke machen, sind schon sieben abgesagt worden. Meiner noch nicht, es steht noch „pünktlich“ auf der Zeile. Ob es bis Mittwoch so bleibt?


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Preiswillkür bei der Deutschen Post?

Wir haben die Einladungen zur Hochzeit vor einigen Tagen geschickt. Eigentlich wissen schon alle unsere Gäste über Datum und Ort Bescheid, aber ein schönes Kärtchen musste es noch sein. Weiß und rot. Wir haben sie online erstellt und bestellt, samt roten Briefumschlägen und Aufklebern mit unserer Adresse. Für die Firma will ich allerdings keine Werbung machen. Die haben nicht mal gemerkt, dass das Datum auf der ersten Seite der Karte und drin nicht übereinstimmt. Vorne haben wir unseres Hochzeitsdatum richtig eingetragen. Drin ist noch das Datum vor der Vorlage der Karte, das fast wie unser Datum aussieht, aber mit 2015. Ich sehe vor meinen Augen, wie ich beim Durchlesen vor der Bestellung dieses Datum noch im letzten Moment korrigiert habe. Es muss nicht richtig gespeichert worden sein, und nach dem Zahlvorgang konnte ich die Karte nicht mehr sehen. Wir haben sie alle mit einem Aufkleber per Hand korrigieren müssen.

Ich hatte zuerst Karten zu meinen beiden Trauzeuginnen und meinen Eltern geschickt. Ich bin eines Morgens vor der Arbeit zur großen Postfiliale in meinem Viertel gegangen. Die Frau am Schalter hat die Briefe gewogen: 0,70€ nach Deutschland, 0,90€ nach Frankreich. Bevor ich reagieren konnte, hat sie weiße Aufkleber mit Labelfreimachungen gedruckt und meine schöne Briefumschläge damit optisch ruiniert. Die Dinger sind so riesig und hässlich. Gut, dass ich so wenig Einladungen dabei hatte. Ich habe beschlossen, für die nächsten Einladungen Briefmarken zu kaufen. Ich musste an dem Tag auch meiner Mami Dokumente schicken, die ich in einem separaten Briefumschlag gepackt hatte. Vier A4 Seiten, definitiv unter 50g. Da wir zu Hause nur lange Briefumschläge mit Fenster haben, habe ich einen schöneren DIN B5 Briefumschlag benutzt. Dafür hat die Zustellung 3,70€ gekostet. Eine Frechheit. Es muss mit dem Format vom Briefumschlag zu tun haben. Die Umschläge für die Einladungen haben den normalen DIN C6 Format. Die Briefe sind alle innerhalb von zwei Tagen bei den Empfängern angekommen.

Für die anderen Einladungen wollte Martin ein Infoblatt mit Stadtplan und Adressen von Hotels in den Briefumschlägen hinzufügen. Die hat er drucken lassen. Wir haben einige Einladungen damit vorbereitet und er ist zur gleichen Postfiliale gegangen, um sich über den Preis der Zustellungen zu informieren, da die Briefe durch das Infoblatt schwerer geworden sind. Nach einer Wartezeit von Dreiviertelstunde in der Schlange hat er die Information am Schalter bekommen: 0,70€ nach Deutschland, 0,90€ nach Frankreich. Also kein Unterschied. Er hat dementsprechend Briefmarken gekauft und Einladungen geschickt. Einige davon nach Frankreich.

Am nächsten Tag habe ich auch Einladungen vorbereitet. Sie sind in den Briefkasten bei uns auf der Straße geschmissen worden. Heute kamen zwei meiner Einladungen nach Frankreich zurück, jeweils vorne mit einem riesigen gelben Aufkleber auf dem Adressenfeld, und hinten noch schwarz befleckt. Der Grund: Angeblich fehlen 0,60€ Porto, was den Gesamtpreis auf 1,50€ pro Einladung bringt. Die habe ich aber nicht anders vorbereitet als Martin, der Inhalt ist exakt gleich. Seine Einladungen nach Frankreich, die er aus der Filiale geschickt hat, sind nicht zurück gekommen. Meine Briefumschläge sind also wieder ruiniert, und ich behaupte, die Rücksendung ist fehlerhaft. Laut meiner Küchenwaage wiegt ein Brief nicht mal 30g, also müssten die 0,90€ reichen. Ich lasse Martin sich darum kümmern, wenn er zurück kommt. Ich habe häufig gemerkt, dass er als deutscher Mann anders und ernster genommen wird als ich, sei es beim Arzt oder sonst wo. Und reklamieren kann er gut.

Post-Rücksendung

Wir hätten eine Rundmail schicken können. Das hatte damals meine Trauzeugin Sabrina bei ihrer Hochzeit gemacht. Dann wären wir noch 300€ (!) reicher und hätten keinen solchen Ärger bekommen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

In Ungarn

Ich bin zum ersten Mal zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung eingeladen. Das fühlt sich so cool an.

Bis jetzt habe ich mich immer bei Veranstaltungen angemeldet und die Tagungsgebühren vorgestreckt, um einen Vortrag über meine Ergebnisse vor großem Publikum halten zu dürfen (die Gebühren zahlt mein Arbeitgeber im Nachhinein zurück — nach vielen Monaten). Häufig muss ich mich, statt mit einem Vortrag, mit einem Poster zufrieden stellen. Vorträge sind begrenzt, da kann nicht jeder mitmachen. Bei Postern kann man mit einzelnen Leuten besser diskutieren, aber es kommen von weitem nicht so viele vorbei.

Diese Woche habe ich die Ehre, eingeladen zu sein. Na ja. Eigentlich war Winfried eingeladen. Er hatte nur schon eine andere Reise geplant und mich stattdessen den Veranstaltern empfohlen. Ich bin aufgeregt. Ich hoffe, ich werde niemanden enttäuschen. Ich bin heute Abend ziemlich müde und habe nicht mal Hunger. Ich bin im Hotelzimmer geblieben und habe das Restaurant gar nicht besucht.

Ich habe für die Veranstaltung ziemlich hart gearbeitet. Es wird ein gedrucktes Buch mit Beiträgen von Teilnehmern geben. Ich habe meinen Beitrag am letzten Wochenende geschrieben. Bei dem üblichen Chaos am Jahresende konnte ich mich früher nicht darum kümmern. Wir haben selber letzte Woche eine andere Veranstaltung organisiert, zu der ich noch einen Beitrag liefern musste. Ich habe am Samstag und Sonntag die ganze Zeit am Rechner gesessen. Nein. Am Sonntagabend haben wir kurz einen Glühwein am Weihnachtsmarkt getrunken. Seit dem Wochenende habe ich einen komischen pochenden Druck an der Nase, direkt unter der Stelle, wo die Brille normalerweise drückt (die ich am Rechner nicht benutze). Aber der Beitrag ist rechtzeitig fertig geworden. Meine zwei Vorträge muss ich nochmal durchgehen.

Die Veranstalter haben alles für mich organisiert. Flüge gebucht, Hotelzimmer reserviert. Wenn es auch so bei meinem Arbeitgeber gehen könnte. Für jede Dienstreise muss ich alles selber erledigen, und dann noch unserer Verwaltung erklären, warum es keine günstigere Hotels zu finden gab. Eigentlich, nicht mal unserer Verwaltung. Die Abrechnung der Reisekosten wird von einem externen Dienstleister ganz weit weg in Süddeutschland gemacht. Der Dienstleister kann angeblich auch nach Hotels suchen, aber das einzige Mal, dass ich das Angebot in Anspruch genommen hatte, hatte ich nur einen sehr teuren Hotel 20km vom Veranstaltungsort vorgeschlagen bekommen. Bei HRS hatte ich nach einer fünfminütigen Suche viel bessere Alternative gefunden, mit Fußentfernung zur Tagung, und musste mich danach trotzdem für den niedrigeren aber noch zu hohen Preis rechtfertigen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Jubelstimmung

Denn ich gerade meine Emails abgerufen habe, und drin war eine neue Einladung für ein Vorstellungsgespräch. Nächste Woche Donnerstag nachmittags, in Holland. Zwischen vier und fünf Stunden Zug. Hin. Das ist noch in einem Tag zu schaffen.

Dann muss ich noch für das Vorstellungsgespräch nächste Woche Dienstag in Berlin einen Vortrag vorbereiten. Ich weiß, ich habe schon vor kurzem einen Vortrag halten müssen. Aber jetzt muss es auf Englisch sein, und die Leute, die es hören, sind keine Laien in meinem Gebiet wie beim letzten Mal. Ich muss also weniger über die Methoden und mehr über die Ergebnisse erzählen. Und nebenbei auch mir das Programm herunterladen und anschauen, das mit Python umprogrammiert werden soll. Das war, neben der Gerätebetreuung für Messgäste, die Haupttätigkeit, die ich mit den Anbietern der Stelle bei der Tagung in März diskutiert hatte. Problem: Das Programm ist für große biologische Strukturen gedacht, ich habe aber nur Erfahrung mit kleinen anorganischen Strukturen. Nun, das wissen sie, ein großes Hindernis kann es also nicht sein.

Ich habe sonst morgen Vormittag einen Termin bei einer der drei Firmen, die die Qualitätsmanagement-Weiterbildung anbieten. Ich habe zuerst diese ausgewählt, weil sie am einfachsten von zu Hause aus mit dem Bus zu erreichen ist, es gibt viele Buslinien, die ohne Umstieg dahin fahren. Sonst sind sie alle vom Programm aus ziemlich gleich.

Sollte es mit der Weiterbildung klappen, und sollte ich nichts Besonderes von den beiden Stellen hören, werde ich Anfang Juni zu meinen Eltern fliegen. Sonst hätte ich bis Ende September keine Gelegenheit mehr dazu. Und es wäre gar nicht so schlecht, ausnahmsweise im Mittelmeer schwimmen zu können, bevor die ganze Touristenmeute auftaucht und ihren ganzen Dreck am Strand hinterlässt. Das habe ich während meines Studiums häufig gemerkt. Ich hatte im Frühling am Wochenende gerne mit einer Freundin vormittags am Kiesel-Strand gelernt (Sand haben wir dort nicht), gerade 40mn zu Fuß vom Campus entfernt. Um 08:00 ist keiner auf der Prom‘ außer die Jogger, man kann wunderbar den Tag mit ein bisschen Brustschwimmen beginnen, und man muss beim Lernen nur darauf aufpassen, dass der Wind die handgeschriebenen Notizen nicht weg reißt. Die Qualität vom Meereswasser ist im Mai-Juni wirklich nicht mit der Hochsaison in Juli-August zu vergleichen. Ob Meereswasser gegen Psoriasis hilft…


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Homepage – Weiterbildung – Einladung

Irgendwie sind die letzten Tage sehr schnell vergangen. Ich habe angefangen, an meiner persönlichen Homepage zu arbeiten. Zuerst offline, auf meinem Rechner. Ich kümmere mich später um den Provider und die Domain-Registrierung. Wie ich das mache: Kein besonderes Programm, „einfach“ .html Dateien in meinem Lieblingstexteditor bearbeiten, Emacs. Ich habe sogar ein Stylesheet in .css gemacht, zum allerersten Mal. Das hat also viel Zeit gekostet. Ich gehöre auch zu den Leuten, die nichts merken, wenn sie intensiv am Arbeiten sind. Das heißt, dass ich mich schon dazu gezwungen habe, ins Bett zu gehen, weil es schon über 01:00 morgens war. Aber es macht Spaß. Mein Design ist fertig, ich brauche nur noch den Inhalt zu schreiben. Warum ich das tue? Ich habe in mehreren Artikeln gelesen, dass man als Bewerber eine persönliche Homepage haben sollte. Also los. Ich konnte sogar ein der neuesten Bewerbungsfotos benutzen, die ich gestern bei meiner Fotografin abgeholt habe. Mein einziges Problem ist das Einfügen eines Kontaktformulars mit captcha in meiner Kontaktseite. Es gibt verschiedene Versionen im Internet, die man mit einem Link einbetten kann, aber damit gebe ich mich nicht zufrieden. Ich möchte lieber einen Stück Code haben, statt irgendein Link einzufügen, bei dem ich nicht weiß, wie lange es gültig bleibt. Und auch weil ich für jede Seite drei Versionen habe, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Das Formular soll bitte schön in allen drei Sprachen gleich aussehen, nur mit übersetzten Feldern. Natürlich schaut man sich den Quelltext von professionellen Seiten an. Aber der Code ist auf so vielen Seiten verteilt… Ich gebe erstmal auf, ich versuche es am Schluss wieder. Mit JavaScript habe ich noch nie gearbeitet.

Gestern ist Mei zu Besuch gekommen. Da ich viel Caponata gekocht hatte, haben wir mittags bei mir gegessen. Sie ist mit Datensätzen gekommen und brauchte Hilfe bei deren Auswertung. Irgendwas stimmte nicht, wir haben das Problem noch nicht gelöst. Sie hat mir den letzten Klatsch vom Institut erzählt. Natürlich ging’s um Lars. Er hat anscheinend bei einer Lehrveranstaltung, die Mei besucht hat, einen großen Quatsch erzählt. Mei hat ihm zuerst geglaubt und in ihrem Institut das frisch Gelernte weiter erzählt. Eine Kollegin dort wusste aber besser und hat ihr bewiesen, dass es falsch war (was nicht schwierig ist). Damit steht das Institut ziemlich blöd rum. Nicht nur bei uns, auch Wissenschaftler in anderen Instituten wissen jetzt, was für einen Clown wir da auf Dauer eingestellt haben, und dass man keine zuverlässige Information von uns bekommen kann. Mir soll’s egal sein, ich arbeite nicht mehr dort. Aber meine Chancen auf einen neuen Job verringern sich, wenn das heruntergekommene Niveau von unseren Lehrveranstaltungen sich rum spricht.

Ich habe heute sonst weiter fleißig Bewerbungen geschickt. Mein Bearbeiter am Jobcenter hat mir eine Einladung geschickt, um mit ihm nächste Woche über die Weiterbildung in Qualitätsmanagement ab Juni zu diskutieren und den Bildungsgutschein zu bekommen. Ich muss ihn dabei definitiv fragen, ob ich dadurch weniger Geld vom Arbeitsamt bekomme. Ich hatte nicht daran gedacht, bis meine Mami mich am Telefon fragte, ob ich während der Weiterbildung weiterhin Geld bekommen würde. Und tatsächlich:

Die Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes mindert sich während der geförderten Weiterbildung für jeweils zwei Tage des Bezuges nur um jeweils einen Tag. Eine Minderung der Anspruchsdauer unterbleibt ganz, wenn bereits zu Beginn der Weiterbildung die Anspruchsdauer 30 Tage oder weniger beträgt. Wird durch die Minderung während der Weiterbildung eine Anspruchsdauer von 30 Tagen erreicht, unterbleibt eine weitere Minderung der Anspruchsdauer. So ist sichergestellt, dass Sie nach Ende der Weiterbildung bei ggf. weiterhin vorliegender Arbeitslosigkeit noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld für mindestens 30 weitere Tage – wenn Sie zu Beginn der Weiterbildung nur noch einen Restanspruch von weniger als 30 Tagen hatten, höchstens diesen Restanspruch – geltend machen können.

Ich glaube, in meinem Fall gäbe es keine Änderung, denn ich seit Oktober arbeitslos bin. Hmm, vielleicht doch. Ich frage trotzdem lieber nach.

Und, tadaaa! Ich habe heute einen neuen Termin für ein Vorstellungsgespräch Ende Mai bekommen. Eine der Stellen, die sich bei der Tagung in März ergeben haben, bei der ich aber dachte, dass ein der beiden Chefs von mir nicht begeistert wäre. Er hat eine Rundmail an allen Kandidaten geschickt. Wir machen an dem Tag anscheinend eine Art Gruppenvorstellungsgespräch. Außer mir sind noch drei anderen Personen eingeladen. Wenn es klappt muss ich Python lernen. Es geht um Programmierung (mit wissenschaftlichem Bezug). Ich hätte Informatik statt Physik studieren sollen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.