Unwetter

Ich könnte gerade meine Meinung über easyJet ändern.

Ich habe gestern meine Mami zum Flughafen begleitet. Da ich sie über Internet schon eingecheckt hatte, mussten wir nicht so früh da sein. Sie hatte diesmal wirklich nur ein Handgepäck dabei, weil sie viele Sachen bei mir fürs nächste Mal gelassen hat. Sie ist sofort zur Sicherheitskontrolle gegangen, und ich habe mich auf dem Weg zur Stadt gemacht, um ein bisschen vor meinem Date zu shoppen. Ich war noch in der S-Bahn, als meine Mami mich anrief und sagte, ihr Flug würde sich verspäten. Genaueres konnte sie mir nicht erzählen. Als ich bei Dussmann vor den CDs stand, rief sie mich erneut an. Es gab anscheinend Unwetter in Nizza, deswegen würde sie erst nach 22:00 fliegen können. Der Var ist aus seinem Bett übergelaufen. Die Fluggesellschaft hat allen Passagieren Gutscheine fürs Abendessen gegeben. Ich habe ihr gesagt, sie soll mir sofort Bescheid sagen, falls sie doch nicht an dem Tag fliegt. Eine Stunde später bekam ich zwei SMS von easyJet, die mich über die Verspätung informierten. Am Abend habe ich Martin davon erzählt, als wir im Restaurant saßen. Er fragte, ob ich jetzt eine neue Nachricht bekommen hätte. Ich hatte nichts gehört, aber auf meinem Handy gab es tatsächlich eine weitere SMS von easyJet. Der Flug war für Sonntag früh umgeplant. Keine Nachricht von meiner Mami. Ich habe sie angerufen. Sie meinte, sie wäre gerade zum Hotelzimmer angekommen, easyJet hat die Kosten übernommen. Ich bin beeindruckt.

2009 habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ich für Weihnachten zu meinen Eltern fahren wollte. Ich hatte mich bei Germanwings umgeschaut und musste feststellen, dass die Uhrzeiten für die Flüge von Köln nach Nizza sehr ungewöhnlich waren. Ich hätte ganz früh morgens fliegen sollen, und da ich vorher mit dem Zug zum Flughafen fahren musste, hätte ich am Tag vorher dort sein sollen. Ich habe deswegen zum ersten Mal bei Air Berlin gebucht. Ich bin an einem Sonntagmorgen zum Flughafen Düsseldorf angekommen. Ich glaube, mein Flug war um 10:30 geplant. Als ich ankam, gab’s ein bisschen Schnee. Alle Flüge waren schon als verspätet angekündigt. Ich habe den ganzen Tag im Warteraum verbracht. Jede Stunde sagte uns die Frau, dass unserer Flug sich um eine Stunde verspäten würde. Um 23:30 sagte sie uns endlich offiziell, dass der Flugzeug nicht mehr starten würde. Der Flug wurde nicht am nächsten Tag verschoben, sondern einfach annulliert. Wir waren somit die allerletzten Passagiere im ganzen Flughafen, die von ihrer Fluggesellschaft darüber informiert wurden. Alle anderen wurden schon früher für die Nacht entweder im Hotel unterbracht oder nach Hause geschickt worden. Wir mussten selber gucken, wie wir die Nacht verbringen sollten. Und das am Flughafen von Düsseldorf, der mitten im Nichts steht. Mit dem angesammelten Schnee fuhr inzwischen kein Zug mehr, und an Taxis war aus dem selben Grund nicht mehr zu denken. Ich habe die Nacht auf irgendeiner freien Fläche mit einem allein reisenden jungen Mädchen aus dem gleichen Flug verbracht, damit es sich sicherer fühlt. Der nächste Flug nach Nizza wäre fast eine Woche später gewesen, nach Weihnachten, aber das war alles, was Air Berlin uns anbieten wollte. Sonst konnten wir am nächsten Tag nach Paris umgebucht werden, und selber die weitere Reise organisieren. Das habe ich gemacht, mir blieb keine Wahl (natürlich gab’s die üblichen jahreszeitlichen Streiks im RER, und Schneechaos mit der Bahn…). Ich habe mir geschwört, nie wieder mit Air Berlin zu fliegen. Nicht mal Wasser haben wir an dem Tag von ihnen bekommen.

Ich wüsste gerne, wie Germanwings die gestrige Lage behandelt hat. Meine Google-Suche hat keine Ergebnisse darüber geliefert.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

EasyJet: Geiz ist nicht geil

Ich habe gestern meine Mami am Flughafen abgeholt. Ich hatte ihr den Flug vor einem Monat gebucht. Damit sie es am einfachsten hat, wollte ich nur nach Direktflügen suchen. Das Ergebnis war enttäuschend: Es gibt nur eine Gesellschaft, die Direktflüge zwischen Berlin und Nizza anbietet. Und gar keine von Toulon oder Marseille aus, die auch in Frage gekommen wären. Damit war klar: Es musste easyJet sein, ich hatte keine Wahl.

Der Flug selbst war nicht günstig. Da sie nur eine Urlaubswoche hat, konnte ich mit den Daten nicht so flexibel sein. Als ich beim Buchen die Konditionen gesehen habe, habe ich geschluckt. 55€ zusätzlich pro Flug, wenn man mehr als ein Gepäck hat. Ich hatte gleichzeitig mit meiner Mami telefoniert und ihr gut drei mal gesagt, sie darf nur ein Gepäckstück dabei haben, mit den maximalen Längen. Sie sollte genug Platz in ihrem Koffer für die Handtasche behalten. Die Nachricht ist wohl nicht angekommen. Die 55€ musste sie in Nizza bezahlen. Sie war nicht die einzige. Ein Paar hatte eine große Kamera dabei, die nicht in den Gepäcken passte. 55€. Eine Frau war nett genug, um einer anderen Frau anzubieten, ihre Handtasche in ihrem Koffer zu packen, weil sie noch genug Platz hatte (Franzose halt…), die Frau am Schalter war stinkig. Aber dagegen konnte sie nichts tun.

Als ich mit Germanwings geflogen war, war der Zuschlag pro Gepäckstück 10€. Das war kein Thema, die habe ich jedesmal gerne gebucht. Bei 55€ ist es klar, dass die Leute es nicht mitmachen wollen und sauer sind, wenn sie gezwungen werden, den Zuschlag zu bezahlen. Germanwings fliegt leider nicht direkt nach Berlin. Ich frage mich, wozu lebe ich in einer Hauptstadt? In Nordrhein-Westfalen war das nie ein Problem, es gab eine große Auswahl an Direktflügen, egal ob nach Köln-Bonn oder Düsseldorf, und das nur von Nizza aus. Beim nächsten Mal werde ich schauen, ob ich über Köln fliegen kann. Das dauert länger, Tegel ist mir viel weiter weg als Schönefeld, aber sie sind selbst mit dem SMART-Tarif billiger auf der gesamten Strecke, und eine solche Abzockerei habe ich bei denen nie erlebt.

Fazit: easyJet, nie wieder.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.