Divine Divinity unter Ubuntu spielen

Es geht! Ohne vorher Windows aus der VirtualBox zu starten! Und wenn es mit den anderen Spielen auch so einfach geht, sage ich Tschüß Windows, die Festplatte wird für Ubuntu neu formatiert, Tschüß VirtualBox, Hallo Wine! Ich habe gerade Wine komplett entfernt und reinstalliert, um mir die nötigen Schritte festzuhalten und um eine Einweisung zu haben, damit ich die andere Spiele installieren kann. Die Einleitung basiert zum größten Teil auf diese.

Wine ist ein Programm, mit dem man andere Programme, die für Windows geschrieben wurden, auch unter Linux zum Laufen bringen kann. Und begeistert bin ich auch, weil Programme, die mit Wine laufen, von weitem nicht so langsam sind wie unter Windows in der VirtualBox. Ich merke einen leichten Unterschied zu Divine Divinity unter nativem Windows, aber man kann damit leben.

Wie man Wine unter Ubuntu installiert, ist super einfach: sudo apt-get install wine im Terminal eingeben. Dabei wird ein neues verstecktes Verzeichnis .wine im Home-Verzeichnis angelegt. Ich habe nach der Wine-Installation den Rechner neu gestartet, weil ich die Empfehlung dazu von Ubuntu selbst bekommen habe. Gemäß dieser Anleitung habe ich noch Änderungen an den Einstellungen von Wine vorgenommen, mit dem Befehl winecfg:

Der nächste Schritt ist, den Inhalt der drei CDs vom Spiel in einem Verzeichnis zu kopieren. In Prinzip könnte man dieses Verzeichnis egal wo erstellen, aber es hat bei mir während der Installation vom Spiel nicht geklappt, wenn es nicht als Unterverzeichnisse von .wine angelegt wurde. Also habe ich unter .wine das Verzeichnis DD angelegt, und dort den Inhalt meiner CDs kopiert. Einfach durch „drag and drop“ von einem Fenster zum anderen. Die Spiel CD habe ich zuletzt kopiert, weil sie sich während der Installation explizit im CD-Laufwerk befinden muss.

Bevor man dann mit der Installation startet, sollte man noch unter Wine WinRAR installieren, weil es vom Installer von Divine Divinity benötigt wird. Auf der Download-Seite kann man die richtige Version für die Architektur vom Rechner und die gewünschte Sprache vom Programm wählen. Ich habe die Datei winrar-x64-550.exe unter meinem ~/Downloads/ Verzeichnis gespeichert. Dann im Terminal zu diesem Verzeichnis wechseln: cd ~/Downloads und WinRAR für Wine installieren: wine winrar-x64-550.exe. (Der letzte Punkt ist das Ende vom Satz und kein Teil vom Befehl.) Ich hatte selber dabei eine kryptische Fehlermeldung: err:winediag:SECUR32_initNTLMSP ntlm_auth was not found or is outdated. Die anderen (vielen) fixme Zeilen im Output von Wine kann man sonst ignorieren, aber eine Zeile die mit err anfängt mag ich gar nicht. Google hat mir verraten, dass ich vorher winbind hätte installieren sollen: sudo apt-get install winbind, und danach nochmal wine winrar-x64-550.exe ausgeführt, und alles war gut. Danach kann man winrar-x64-550.exe unter ~/Downloads/ löschen.

Jetzt kann es mit der Installation von Divine Divinity weiter gehen. Dafür, zuerst zum Verzeichnis DD wechseln: cd ~/.wine/DD, und den Befehl wine Setup.exe ausführen. Im Installationswizard sollten alle Standardeinstellungen behalten werden, außer zum Schluß, wo beide Häkchen für die Erstellung einer Verknüpfung und die Installation von DirectX weg genommen werden sollten. Das Spiel sollte nach der Installation noch nicht gestartet werden. Da meine Spielversion schon 1.0034A ist, brauchte ich den Patch nicht zusätzlich zu installieren. Es trifft sich gut, weil der Patch nicht mehr zu finden ist. Zum Schluß sollte man einige Zugriffsrechte richtig setzen. Zum Run-Verzeichnis von Divine Divinity wechseln: cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run" (die " Zeichen sind wichtig, weil unter Windows Leerzeichen Teil vom Pfad sein dürfen, was in Linux gar keine gute Idee ist). Dann: chmod +rw -R *. Als letzte Aktion habe ich, immer noch im Run-Verzeichnis, die Konfiguration vom Spiel gesetzt: wine configtool.exe. Dann erscheint das Fenster, das man sonst beim ersten Starten des Spieles sieht. Ich habe meine Auflösung auf 1024×768 mit Direct 3D gestellt. Es scheint damit gut zu funktionieren.

Zum Spielen habe ich mir ein Alias in meiner ~/.bashrc Datei gesetzt: alias play_divine_divinity='cd "~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/Divine Divinity/Run"; wine div.exe'. Ich brauche nur noch im Terminal play_divine_divinity einzugeben, und das Programm startet. Es ist noch nicht perfekt, weil man dafür die Spiel-CD im Laufwerk braucht. Ist sie nicht da, wird man beim Starten vom Spiel danach gefragt, aber nach dem Einschieben der CD startet Divine Divinity immer noch nicht, und meine einzige Lösung war, aus einer anderen virtuellen Konsole (Ctrl+Alt+F1) das Spiel zu killen, zurück zu meiner Konsole (Ctrl+Alt+F7) zu gehen, festzustellen, dass ich mit einer unbrauchbaren Bildschirmauflösung nichts mehr machen konnte, und wieder in der anderen virtuellen Konsole den Rechner neu zu starten (shutdown -r now) — nicht wirklich optimal. (Das war bevor ich in den Einstellungen von Wine ein Häkchen bei Emulate a virtual desktop gesetzt habe.) Am besten ersetze ich bei Gelegenheit die Ausführung vom Alias durch ein kleines selbst-geschriebenes Skript, das vorher fragt, ob die Spiel-CD im Laufwerk ist, bevor das Spiel gestartet wird.

Wenn alles wie gewünscht läuft, kann man das Verzeichnis ~/.wine/DD löschen, es wird nicht mehr benötigt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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