Ein Nachmittag in Helsinki-Vantaa

Gestrandet bin ich. Für eine Dienstreise sollte ich heute zu einer Stadt in der Mitte Finnlands fliegen. Ich bin eingeladen worden, die Flugkarten habe ich vor einigen Wochen zugeschickt bekommen.

In Finnland war ich schon, vor zehn Jahren. Dort hatte ich im Sommer zwei Wochen alleine mit dem Rucksack verbracht und war von Jugendherberge zu Jugendherberge um die Seen gefahren. Ich hatte damals eine echt tolle Zeit hier verbracht. Dementsprechend groß war meine Freude, als die Einladung in meiner Mailbox herein flatterte.

Heute Morgen war ich pünktlich in Tegel angekommen. Leider war mein Flugzeug es nicht. Mit knapp einer Stunde Verspätung sind wir gestartet. Meinen Anschlussflug habe ich verpasst. Der nächste geplannte Flug war schon ausgebucht. Unsicherheit, ob ich heute ankomme, oder erst morgen weiter fahren kann. Ich war super glücklich, als die Frau am Schalter meinte, für den Flug um 18:35 wären noch Plätze frei. Das habe ich ihr auch gesagt. Sie sah ein bisschen gestresst aus, die Arme. Obwohl sie selber nichts dafür kann, wenn Leute wegen Verspätung ihren Anschluss verpassen, denke ich, dass viele ihren Frust bei ihr auslassen.

Ich habe den Nachmittag an den Tischen eines Imbisses verbracht. „Hei hei!“ höre ich immer wieder, als die Frauen hinter den Theken die Gäste begrüßen. Rye-Brot mit Käse gegessen, recht lecker. Ein 25€ Gutschein zum Essen habe ich als Entschuldigung für die Umstände bekommen. So konnte ich relativ bequem an meinem Vortrag arbeiten, den ich diese Woche halten muss, und dabei noch ein Bier genießen. „Lapin Kulta“ stand auf dem Glas, aber ich denke, es war ein anderes Bier. Zwei Frauen sind mit den selben Gläsern zu einem Nachbartisch gegangen, und sie hatten Fruchtsaft drin.

So sollte ich gegen neun im Hotel sein. Schade, dass ich von der Stadt heute nichts mitbekommen werde. Morgen bin ich schon mit den Veranstaltern der Tagung verabredet. Aber Gelegenheiten wird es in der Woche noch geben, da bin ich mir sicher.

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Dienstreise abgesagt

Ich hätte heute zu einer Tagung fahren sollen. Aber. Mir geht es immer noch nicht so gut, wie ich es erwartet hatte. Ich habe schon im Urlaub gemerkt, dass ich noch psychologisch ziemlich instabil bin. Ich kriege häufig einen Kloß im Hals und muss mich dann zusammen reißen, um nicht auf der Stelle in Tränen auszubrechen. Auch wenn ich abgelenkt bin. Wie soll ich da für ein paar Tage weit weg verreisen und einen Vortrag halten?

Zum Glück habe ich den besten Chef überhaupt, den man sich wünschen kann. Nicht nur, dass er mich während der Schwangerschaft so viel unterstützt hat, jetzt zeigt er nach der Fehlgeburt so viel Verständnis! Wenn ich nicht in der Lage bin, zur Tagung zu fahren, soll ich aus gesundheitlichen Gründen absagen. Punkt. Gemacht. Ein Nachgeschmack von Versagen ist trotzdem da. Die kleine Stimme flüstert mir ins Ohr, „Stell dich nicht so an, du Jammerlappen!“. Körperlich geht es mir ja gut. Die Stimme weiß nicht, wovon sie redet.

Ich brauche noch Zeit für mich, um mich besser zu fühlen. Ich habe mich heute um mich gekümmert. Statt zur Arbeit zu fahren, bin ich zuerst zum Fitnessstudio gegangen. Anderthalb Stunde Wassergymnastik, obwohl die Frauenärztin mich davon abgeraten hatte. Ich habe zwei Kurse hintereinander mitgemacht. In der Sauna war ich auch[1]. Danach habe ich zu Hause gearbeitet. Mein Hausarzt hatte mir angeboten, mir nach Bedarf nach dem Urlaub eine neue Krankschreibung zu geben. Das will ich zur Zeit nicht, weil ich zu Hause arbeiten kann.

Der Arzt hatte mir auch Antidepressiva verschrieben, weil ich Schlafprobleme hatte. Ich habe die Tabletten gekauft, aber noch nicht benutzt. Depressiv bin ich nicht. Ich will die ganze Zeit heulen, das ist doch das Gegenteil von einer Depression, wo man sich nur noch leer und antriebslos fühlt. Was sollen die Tabletten? Womöglich ändern sie mein Verhalten, und dann bin ich nicht mehr ich. Das fand ich schon furchtbar, als ich die Pille ausgesetzt hatte. Da ich keine Gefahr für mich selbst darstelle, sehe ich nicht ein, dass ich Antidepressiva schlucken sollte. Außerdem schlafe ich wieder gut, seit letzter Woche.

Ich bleibe also zu Hause, statt nach Skandinavien zu fliegen. Mit den Streiks an den Flughäfen hätte ich sowieso nicht fliegen können. Wie gut, dass ich mich immer noch nicht darum gekümmert hatte, Flug und Hotel zu buchen. Die Folien zu meinem Vortrag habe ich den Veranstaltern geschickt. Ein der Veranstalter ist eigentlich Uschi, unser ehemaliger Chef. Er kennt mein Thema und hat sich angeboten, um den Vortrag für mich zu halten. Ich habe dadurch weniger schlechtes Gewissen, nicht zur Tagung zu fahren. Theoretisch hätte ich auch von zu Hause aus mit Skype oder ähnliches den Vortrag halten können. Mir fehlt dafür die Ausstattung. Weder Mikrofon noch Kamera habe ich am Rechner angeschlossen. Ich habe sowas nie gebraucht.

[1] In der Dusche bin ich einem gut gebauten jungen schwarzen Mann begegnet, und ich war schockiert darüber, wie sehr ich mich plötzlich zu ihm angezogen gefühlt habe. Wilde Fantasien sind mir durch den Kopf gegangen. Das nach einer frischen Fehlgeburt, und obwohl ich doch so glücklich verheiratet bin! Ein Eisprung ist auch nicht so schnell zu erwarten, der solche Hormonschübe erklären würde. Ich habe schließlich immer noch Schmierblutungen. Ich habe mir die Haare schnell gewaschen und bin aus dem Wellnessbereich auch schnell weg gegangen.

Und wieder unterwegs

Kaum bin ich nicht mehr krank geschrieben, bin ich auf Dienstreise. Gut, es ist nur halb so schlimm. Wir hatten schon länger Urlaub geplant, und es hatte sich zufällig ergeben, dass ich mit anderen Wissenschaftlern in der Nähe vom Urlaubsort etwas bearbeiten wollte. Die einen haben Verbesserungsvorschläge für Programm#1, die anderen wollen Programm#2 testen. Ich hatte die Idee, dass ich einen Tag früher verreisen könnte und habe Termine für Besprechungen vereinbart. Also morgen. So war es mir nicht zu stressig, und ich musste nicht als Schwangere mehrmals zum gleichen Ziel hinfliegen. Schwanger bin ich nun leider nicht mehr, aber es ist mir immer noch angenehmer, Urlaub und Dienstreise so zu kombinieren. Es wird mich auf jeden Fall ablenken. Und es ist mir egal, dass ich dabei morgen zur Besprechung unter anderen zufällig mit einem Ex-Freund verabredet bin. Es ist so lange her, es spielt keine Rolle mehr. Ach so, aber erwähnen tue ich es trotzdem, was?

Wo ich bin? Eine Wissenschaftsstadt in der Nähe von Bergen. In der Heimat. In den Bergen wollen wir Urlaub machen. Der Ehemann kommt morgen nach. Wir haben uns heute kurz am Flughafen getroffen, da er aus seiner Dienstreise gerade zurück kam und ich zu meiner weg musste. Er hatte übrigens nachmittags einen Vorstellungsgespräch, und es hat so gut geklappt, dass er in Kürze den neuen Arbeitsvertrag in den Händen halten darf. Es freut mich so sehr für ihn. Der Job klingt viel interessanter, er wird nicht mehr so häufig verreisen müssen, und das Gehalt stimmt viel besser als momentan. Sein jetziger Chef wird blöd gucken. Morgen Abend stoßen wir an. Ich darf ja wieder.

Blöd war heute das Fliegen. Ich hatte keinen direkten Flug, sondern musste in Frankfurt umsteigen. Der erste Flug ist mit einer halben Stunde Verspätung aus Berlin gestartet, weil es Probleme mit einer Sitzplatzreservierung gab. Ich glaube, der Platz wurde zwei Mal vergeben. Es gab aber noch freie Plätze. Als wir in Frankfurt gelandet sind, war es so spät, dass das Boarding für meinen nächsten Flug schon angefangen hatte, als ich noch im Gang stand und darauf wartete, das Flugzeug endlich verlassen zu können. Ich bin gerannt, ich war den langen Flur entlang sogar schneller als die Leute, die aufs Laufband gingen, der Flughafen in Frankfurt ist ja riesig, und ich bin völlig außer Atem gerade noch mit den letzten Reisenden durch gekommen. Es hätte mir klar sein sollen: Das Gepäck war nicht so schnell wie ich. Beim Ankommen fehlte mein Koffer.

Ich habe Formulare gefüllt und mir wurde erklärt, dass der Koffer mit dem letzten Flugzeug aus Frankfurt um halb elf kommen soll. Ich musste aber noch eine Stunde Bus bis zu meinem Ziel fahren, und ich hatte schon Migräne. Der Koffer wird mir morgen zugeschickt. Ich bin mit einer Notfallsmappe von Star Alliance, explizit für Frauen, für die Nacht entschädigt worden. Beim Ankommen im Gästehaus vom Forschungszentrum habe ich die Mappe geöffnet. Zahnbürste und Zahnpasta, eine Haarbürste, die mit meinen dicken lockigen Haaren recht nutzlos ist, Shampoo und Vaseline sind drin. Auch ein Shirt, riesig, aber keine Unterwäsche und nicht mal Binden. Tampons sind in einer Plastiktüte vorhanden, aber die ist echt schwer zu öffnen, vor allem, wenn man nur mit Handgepäck ankommt und keine Schere drin haben darf. Morgen werde ich mit nicht frischen Unterwäschen zu den Terminen laufen müssen, weil das Zimmer so kalt ist, dass ich sie nicht waschen will. Sie würden nie trocknen. Es ist mir recht unangenehm, auch wenn es durch die Nutzung von Binden, die ich im Handgepäck habe, nicht so schlimm ist.

Eine lustige Geschichte gab es noch, beim Aussteigen aus dem Bus. Na ja, nicht alle haben es lustig gefunden, denke ich. Ich bin bei einer Haltestelle in der Nähe vom Forschungszentrum ausgestiegen, sowie ein anderer Mann. Der Mann kam mir schon bekannt vor, als wir am Flughafen eingestiegen waren, aber ich könnte nicht sagen, woher. Eins wusste ich, ein Wissenschaftler ist er. Ich wollte ihm also beim Aussteigen folgen, weil er bestimmt zum Gästehaus gehen würde. Er hat im Gepäckfach nach seinem Koffer gesucht, der Fahrer hat dann die Außentür zu gemacht und ist zurück in den Bus gegangen. Ich folgte gerade seit ein paar Schritten dem Mann, als er plötzlich zum Koffer runter schaute und entsetzt laut „Oh Gott!“ rief, worauf mir klar wurde, dass er 1) Deutsch sein musste und 2) den falschen Koffer mitgenommen hatte, und er ist zurück zum Bus gelaufen. Der Fahrer hat ihn aber trotz Brüllens nicht gemerkt und ist weiter gefahren, mit dem Mann, der ihm hinterher auf der Straße gerannt ist. Vermutlich ist er bis zur Endhaltestelle weiter so gerannt, zehn Minuten mit dem Bus noch entfernt. Ich habe ihn nicht mehr gesehen und musste den Weg zum Forschungszentrum selber finden, was mir nach einiger Verwirrung doch gelungen ist.

Und zurück

Bin ich müde. Gestern bin ich erst um elf Uhr abends vom Flughafen aus zu Hause angekommen. Heute Morgen konnte ich nach dem Wecker nicht aufstehen. Ich mache es mir gemütlich und werde erst nachmittags bei der Arbeit sein. Wie gut, dass ich keine feste Arbeitszeiten habe. Ich werde um eins los gehen, aber eigentlich… Ich will nicht. Den Gedanke habe ich immer häufiger, und das ist schade, weil meine Arbeit mich doch begeistert. Ich will nicht mehr. Nicht auf Dauer. Von der Frau bei der Verwaltung habe ich nach einem netten Telefongespräch nichts mehr gehört. Auf Nachfrage meinte sie, auf einen Termin von jemandem aus der Personalabteilung zu warten. Jetzt ist Funkstille. Wahrscheinlich wird nichts daraus.

Der Workshop selbst ist gut gelaufen. Die Teilnehmer waren zufrieden und haben vieles gelernt. Ziel erreicht. Der Veranstalter hat sich bei uns sehr bedankt und war froh, dass es so gut ging.

Gut, bei dem praktischen Teil lief es nicht ganz glatt, weil viele doch nicht dazu gekommen waren, die Programme zu installieren, die sie dafür benötigten. Bei den Download-Statistiken von Programm#1 konnte ich sehen, dass die meisten es erst im letzten Moment versucht haben, obwohl sie so lange im Voraus darum gebeten wurden. Nur wenige haben mich doch noch am Wochenende wegen Probleme kontaktiert. Teilweise für Programme der anderen Dozenten, die ich nicht entwickelt habe und bei denen ich keine Ahnung habe, was man machen sollte, wenn es bei der Installation nicht klappt. Dafür sind die anderen Dozenten doch da. Aber nein, die Email gründlich zu lesen, um heraus zu finden, an wen man sich wofür wenden soll, ist schon eine Herausforderung.

Die Installationsanweisungen für Programm#1 wurden häufig ignoriert. Ich weiß echt nicht weiter. Man entpackt das Programm in einem Verzeichnis, und merkt dabei nicht, dass eine der sehr wenigen Dateien README heißt? Die Webseite zum Herunterladen enthält auch Links zu den Installationsanweisungen, mit dem selben Inhalt wie README. Eigentlich nicht zu übersehen. Einige Teilnehmer hatten auch keinen blassen Schimmer, wie sie mit ihrem Laptop umgehen sollten, oder es war vom Chef geliehen, und/oder sie kannten das Admin-Passwort nicht, um Programme zu installieren. Und ich rede von Leuten, die ein wissenschaftliches Studium schon hinter sich haben! Die sich schon in der Promotion befinden, oder noch weiter! Wie gut, dass wir von Geert ein paar bootfähige Sticks mit Linux und allen Programmen parat hatten. Das sollte eigentlich bei solchen Veranstaltungen immer von vorne rein gemacht werden, wenn schon keine Rechner zur Verfügung gestellt werden, damit spart man sich eine Menge Zeit und Ärger.

Am Ende vom ersten Tag bin ich von einer Migräne erschlagen worden. Sie hatte sich eigentlich schon vor meiner Präsentation eingeschlichen. Die starke Klima-Anlage in dem Raum war schuld, denke ich. Es war kalt und hat ständig gezogen, außer an einer Stelle neben dem Pult, wo es sehr warm war. Vermutlich hat sich dort die Luft vom Beamer angestaut. Wenn genau dort die Temperatur zur Regulierung gemessen worden ist… Ich wollte am Ende vom Tag nur noch zum Hotel gehen und mich hinlegen, wenn es nicht den einen Teilnehmer gegeben hätte, der ein bisschen einsam war und mir ständig auf die Pelle gerückt ist, mich mit Fragen gebohrt hat und trotz deutliche Hinweise nicht los lassen wollte. Zum Glück hat sich heraus gestellt, dass Geert immer mit seinem Vorrat an Tabletten reist, was ich auch hätte machen sollen, und nach einer Stunde war ich wieder munter.

Gestern ging es mit dem Kurs weiter. Die Migräne ist nicht zurück gekommen. Ich habe danach noch ein bisschen Zeit für Sehenswürdigkeit gefunden, und bin mit wiedergekehrten Ischias-Schmerzen zum Flughafen gefahren. Und wer hat dann bei der Gepäckkontrolle ihr Laptop im Rucksack vergessen? Die ganzen Aufladekabeln samt Kopfhörer hatte ich raus geholt, das höchst verdächtige Necessaire für die Hygiene, die Mini-Zahnpastatube und vor allem die Pinzette, die bei dem Hinflug der Sicherheitsangestellte schon große Sorgen bereitet hatte, separat im Kasten gelegt, hinter mir drängelte es, die Sicherheitsangestellte hinter dem Rollteppich auch, und der Laptop ist im Rucksack geblieben. Auf der anderen Seite vom Ganzkörperscan habe ich den Rucksack vermisst, und mich plötzlich an das Laptop erinnert. Au Mist. Das war mir noch nie passiert. Eine andere Sicherheitsangestellte hat meinen Rucksack gründlich kontrolliert, und sich in so einer autoritären Weise verhalten, dass ich sie glatt fragen wollte, ob sie Deutsch wäre. Und habe noch rechtzeitig die Klappe zugehalten, weil ich dann eventuell nicht mehr zum Flugzeug zugelassen worden wäre.

Der Flug selbst war gut. Neben mir saß eine ältere Dame aus Niedersachsen, die sich ganz lieb mit mir unterhalten hat, jetzt weiß ich alles über ihre Familie. Es passiert recht selten, dass ich so freundlich mit Fremden auf Reisen diskutiere (aber dann, ist es immer mit älteren Damen). Der Ehemann hat mich am Flughafen abgeholt, wir haben unterwegs was zum Essen geholt und waren um elf zu Hause. Wie es so ist, kommt die ganze Müdigkeit auf einmal, wenn der Stress weg ist, daher würde ich heute am liebsten zu Hause bleiben. Aber der Nebel ist jetzt weg, ich gehe los.

Automatische Abwesenheitsemail

Ich dachte, es wäre eine gute Idee, eine automatische Abwesenheitsnachricht für dieses Wochenende einzurichten. Ich hatte recht. Und wie.

Morgen muss ich nach England, um als eingeladene Dozentin an einem Workshop für fortgeschrittene Studenten teilzunehmen. Bei der dort gestiegenen Ausländerfeindlichkeit bin ich schon nicht so scharf drauf, hin zu fliegen. Ursprünglich hieß es, der Workshop würde in Irland statt finden, aber dann wurde der Ort verlegt. Schade. In Irland war ich nur einmal, vor langer langer Zeit, am Ende der Mittelstufe, ich wäre gerne wieder dort gewesen.

Der Workshop ist schon seit über einem Jahr geplant. „Geplant“ ist dabei übertrieben. Ich glaube, der Hauptveranstalter hat selber keine Ahnung gehabt, was er genau machen wollte, und sich Leute ausgesucht, die ihm das Programm zusammen basteln würden. Sein erster Entwurf war zeitlich völlig unrealistisch. Die Thematik war vom Anfang an klar, aber nicht, was die einzelnen Dozenten machen sollten. Am Ende hieß es, wir sollten in einem Tag Stoff vermitteln, das wir bei unserem Kurs hier innerhalb einer Woche verarbeiten. Einiges kann gekürzt werden, aber der wesentliche Inhalt kann nicht auf nur einen Tag reduziert werden. Vor allem, weil die Studenten am Ende vom Kurs selber kurze Präsentationen mit eigenen Beispielen liefern sollen. Wir haben einen zweiten Tag bekommen.

Ich sollte über Datenauswertung etwas erzählen, aber das mache ich natürlich nur, weil ich dabei Programm#1 vorstellen kann. Sonst würde mich Winfried nicht hinfahren lassen, ich könnte meine Zeit hier viel sinnvoller verbringen. Ich bin dem Hauptveranstalter von einem dortigen Konkurrenten, Colin, vorgeschlagen worden. Colin kenne ich aus anderen Konferenzen. Er hat einen anderen Programm zum selben Zweck wie Programm#1 geschrieben, mit jedoch anderen Ansätzen. Er wird auch am Workshop teilnehmen und sein Programm vorstellen. Das ist sinnvoll, weil die Studenten damit verschiedene Werkzeuge kennen lernen, die sie einsetzen können. Bei dem ursprünglich limitierten Zeitrahmen hatte ich mich damals allerdings gefragt, ob es so notwendig wäre, dass ich dort etwas beitrage.

In Programm#1 benutze ich intensiv ein anderes Programm#0, das man nur auf Kommandozeile bedienen kann. Mit riesigen Eingabe- und Ausgabedateien. Das ist für Anfänger und für die heutigen Studenten, die nur in der Lage sind, die Maus zum Klicken einzusetzen, nicht einfach. Programm#1 bietet eine graphische Oberfläche zu Programm#0 an, automatisiert bestimmte Entscheidungen und macht darüber hinaus zusätzliche Analysen zur Datenqualität. Ein Entwickler von Programm#0, Geert, wird auch nächste Woche anwesend sein. Wir haben schon gemeinsam an anderen Workshops dieser Art teilgenommen. Ursprünglich hatte aber der Hauptveranstalter geplant, Geert zusammen mit Colin über das andere Programm reden zu lassen, und ich sollte alleine Programm#0 und Programm#1 vorstellen. Das machte überhaupt keinen Sinn, und zeigt, wie wenig er über die Thematik Bescheid weiß.

Als zusätzliche Schwierigkeit kommt jetzt der Clou: Den Teilnehmern werden keine Rechner zur Verfügung gestellt. Sie sollten ihre eigene Laptops mitbringen und alle notwendige Programme selber installieren. Vor zwei Monaten ging eine Email raus, um sie darüber zu informieren. Ich hatte mich angeboten, um bei Installationsproblemen für Programm#1 zu helfen. Bis gestern habe ich genau eine Anfrage bekommen, und es ging darum, wie man das Programm von Colin installiert. Ich habe natürlich geantwortet, aber hingewiesen, dass Colin bestimmt besser helfen könnte, und seine Email-Adresse mitgeteilt.

Seit gestern kriege ich plötzlich Anfragen von den Kursteilnehmern. Gestern tagsüber nur zwei, aber da wir mit Studenten zu tun haben, die bekanntlich alles auf dem letzten Drücker machen, hatte ich schon Böses geahnt und die automatische Abwesenheitsemail ab gestern Abend eingerichtet. Zeit gab es seit zwei Monaten genug, um Programm#1 zu installieren. Ich opfere jetzt nicht mein Wochenende, um bei allen nach der Ursache für Installationsprobleme zu suchen. Selber Schuld. Ich werde jetzt die Wohnung putzen, zum Sport gehen, mich frisch machen, meine Präsentation für Montag fertig kürzen und zum Restaurant mit dem Ehemann gehen, wie wir schon länger geplant haben. Morgen früh muss ich zum Flughafen. Für alle Fälle hat Geert sowieso einige bootfähige USB-Sticks mit allen Programmen vorbereitet.

Schon wieder Strohwitwe

Das war ich letzte Woche von Montag bis Donnerstag. Diese Woche soll es bis Freitag dauern.

Es ist viel häufiger, als beim Unterschreiben von seinem Vertrag vereinbart wurde. So macht es ihm kein Spaß, nur noch unterwegs bei Kunden zu sein, und aus Zeitmangel nicht mehr an der Entwicklung von Geräten beteiligt zu sein.

Es hat sicherlich nicht geholfen, dass sein ehemaliger Kollege nach Ende seines Vertrages nicht weiter beschäftigt wurde. Sein Arbeitgeber ist recht geizig, und hat sich gehofft, dadurch Geld zu sparen. So ist mein armer Ehemann jetzt der Einzige, der diese Service-Tätigkeit bei Kunden ausführt. Mehr Gehalt bekommt er dafür natürlich nicht. Das ist blöd, weil man echt naiv sein muss, um zu glauben, dass ein Arbeitnehmer sich bei der Qualifikation für so einen niedrigen Lohn zu einer Firma verpflichtet fühlen muss. Nebenbei hat er schon woanders Vorstellungsgespräche bekommen, und ich hoffe sehr, dass eines davon klappen wird. Sein Arbeitgeber wird blöd gucken, wenn er seine Kündigung einreicht.

Ich bin diese Woche jedenfalls wieder alleine. Das heißt, ich habe keine Ausrede, abends nach der Arbeit nicht zum Sport zu gehen. Ich war heute beim Fitness-Studio. Da ich spät gearbeitet habe, war ich erst um acht dort, und habe weniger als sonst gemacht. Nur eine halbe Stunde auf dem Ergometer, nicht zwei. Beim Geräte-Training das übliche Programm. So war ich vor zehn zu Hause. Gegessen hatte ich noch nicht. Es gab Gemüse, das von gestern übrig geblieben war.

Bei der letzten Dienstreise habe ich trotz zweimal Joggen und Hungerportionen mittags einen Kilogramm zugelegt. Vermutlich habe ich abends in Restaurants zu viel kompensiert. Mein Gewicht ist seit meiner Rückkehr stabil. Ich will aber noch weiter abnehmen, bis ich bei einem BMI von 21 lande. Das wäre großartig. Ich muss ganz klar aufhören, mittags mit den Kollegen essen zu gehen. So habe ich keine Kontrolle über meine Kalorienzufuhr.

Unterwegs

Ich bin für eine Woche auf Dienstreise. Es war schon lange geplant, obwohl ich nicht besonders Lust darauf hatte. Es war mal im Gespräch, dass Pawel und ich an dieser Konferenz teilnehmen. Am Ende bin ich die Einzige in der Gruppe, die hinfährt. Und diesmal halte ich nicht mal einen Vortrag. Nur ein Poster wurde angenommen. Ich bin enttäuscht. Es ist weniger Arbeitsaufwand, aber man verbreitet seine Ergebnisse nicht so effektiv. Vorträge sehe ich auch als Werbung für mich, wenn ich mich wegbewerben will. Ich nehme an, ich habe schon zu häufig über meine Arbeit bei Konferenzen geredet. Jetzt sind andere dran. Bei tausend Teilnehmern ist es klar, dass nicht jeder einen Vortrag bekommt. Kate hätte sich gefreut. Sie hasst es, Vorträge halten zu müssen.

Mein Mangel an Begeisterung für diese Konferenz hat dazu geführt, dass ich mich ziemlich spät um die Organisation meiner Reise gekümmert habe. Zug und Hotel erst am Montag gebucht. Ich hatte Glück und konnte noch ein preiswertes Hotel finden. Na ja, ziemlich teuer eigentlich, aber für das Land ist es preiswert. Die Finanzabteilung hat es genehmigt. Mit den Bahnkarten war es nicht optimal. Vor einigen Monaten hätte ich Fahrkarten für 25€ bekommen können. Jetzt nicht mehr, es ist trotzdem immer noch billiger als fliegen, also habe ich gebucht. Es dauert länger, ist aber umweltfreundlicher. Das hört man mindestens immer wieder. Der Zug ist direkt und der Bahnhof nah am Hotel. Direkt ist gut. Ich habe schlechte Erfahrungen mit Verspätungen mit der Bahn gemacht. Ein oder zweimal im Jahr kann ich ja Bahn fahren. Die Sitzplatzreservierung habe ich nur gestern am sehr späten Abend gemacht. Fast hätte ich es vergessen. Sitzplätze am Tisch und am Fenster gab es nicht mehr. Ich habe einen am Tisch am Gang ergattert. Hauptsache am Tisch.

Heute Morgen hat mich der Ehemann zum Bahnhof begleitet. Ich musste nur zum Bahnhof Südkreuz, also nicht weit von zuhause. Wir sind trotzdem sehr früh angekommen. Ich will immer eine halbe Stunde vor Abreise am Bahnhof sein, wenn ich weit weg muss. Das war gut so. Als der Zug angekündigt wurde, hieß es, er wäre gestrichen. Das hat mich schon ganz schön genervt. Bei der Sitzplatzreservierung heute Nacht kurz vor eins war noch keine Rede davon. Wir sind zur Information der Bahn gegangen, und der Mann am Schalter sagte, wir sollten mit einem RE Zug, der zehn Minuten vor dem ursprünglich geplanten ICE fuhr, zum Hauptbahnhof und dort in den ICE einsteigen. Er würde auf den RE warten. Also los. Den Hauptbahnhof mag ich nicht. Er ist mir zu groß. Wir mussten heute von der tiefsten Ebene zu den Gleisen ganz nach oben gehen. Dort haben wir erfahren, dass der Zug eine Viertelstunde Verspätung hatte. So war es also. Der ICE hatte schon vor dem Start eine so lange Verspätung, dass der Halt in Südkreuz gestrichen wurde.

Als der Zug angezeigt wurde, war die erste Klasse bei den Abschnitten E-F angekündigt. Mein Wagen sollte im Abschnitt B sein. Wir haben dort gewartet. Es war angenehm, es waren nur sehr wenige Leute dort. Wahrscheinlich alle blauäugig wie ich, die den Durchsagen der Bahn blind vertrauen. Es kam genau andersrum. Die erste Klasse bei A-B, mein Wagen auf der ganz anderen Seite. Chaos auf dem Gleis, als die Reisenden quer durcheinander versuchten, zu ihren Wagen zu gelangen. Wir sind nur so lange gelaufen, bis die Menschendichte deutlich geringer wurde. Ich bin mitten im Zug eingestiegen. Sonst hätte es passieren können, dass ich bis zu meinem Wagen gegangen wäre, um den Zug ohne mich weg fahren zu sehen. Drin war es natürlich chaotisch. Stau in den engen Fluren. Ich habe den Ehemann noch neben dem Zug gesehen, als wir los gefahren sind. Ich hätte den Zug verpasst, wenn ich versucht hätte, am Gleis zu meinem Wagen zu kommen. Zehn Minuten nach Abfahrt bin ich zu meinem Sitzplatz angekommen. Der Wagen war fast leer. Alle Tische frei. Meine Reservierung war oberhalb von meinem Platz nicht vermerkt. Bei allen Sitzplätzen sind eigentlich bis kurz vom Ziel keine Reservierungen vermerkt. Vermutlich auch eine Panne.

Müde

Am Dienstag war ich schon müde. Ich war um sechs Uhr aufgestanden, um meinen Flug nach Köln-Bonn zu kriegen und zu meinem ehemaligen Institut zu fahren. Nicht meine übliche Zeit. Andererseits auch nicht so super früh. Ich musste aber am Abend davor bis sieben bei der Arbeit bleiben, um unsere Geräte zu warten. Um acht war ich zu Hause und habe am Hochzeitskleid weiter genäht. Es hört nicht auf.

Am Dienstag hatte ich den ganzen Tag den Eindruck, ich könnte gleich einschlafen. Ich habe trotzdem einen guten Vortrag geliefert. Die Dreiviertelstunde Redezeit, die ich mir gehandelt hatte, habe ich gut genutzt. Meine Zuhörer sind nicht eingeschlafen, außer ein Student, der immer wieder mit einem Hochschrecken aufwachte, um dann für die nächsten dreißig Sekunden bis zur nächsten Narkolepsie-Attacke aufmerksam zu wirken. Ich habe sogar am Ende viele interessierte Fragen bekommen.

Am Mittwoch musste ich früh zum Flughafen. Mein Flug von Köln-Bonn nach Berlin war um drei Stunden verspätet, wie ich am Dienstagabend in einer SMS erfahren habe. Man musste trotzdem zwei Stunden vor der ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es kam mir übertrieben vor, da ich schon eingecheckt war und kein Gepäck hatte. Ich bin troztdem noch früher dort gewesen. Der Flughafen war gespentig leer. An einem Eingang waren nicht mal zehn Leute mit gelben Ver.di-Jacken versammelt. Ich bin zum Germanwings-Schalter gegangen und habe gefragt, ob es denn sicher wäre, dass der Flugzeug um 15:00 abhebt. „Das können wir Ihnen nicht versprechen,“ hat die Frau geantwortet. Ich habe sicherheitshalber meine Flugkarte gegen eine Bahnkarte tauschen lassen, und einen ICE nach Berlin bekommen. Es gab Verspätungen. Egal, ich habe ein bisschen schlafen können. Um etwa viertel nach drei waren wir angekommen. Kurz vor dem Hauptbahnhof habe ich eine neue SMS von Germanwings bekommen. Mein Flug war noch nicht weg und würde sich wieder verspäten.

Ich wollte gestern Abend früh ins Bett gehen. Martin war eh im Laufe des Tages nach Polen geschickt worden und kommt erst morgen zurück. Ich konnte doch nicht vor Mitternacht ins Bett. Ich habe gestern Abend das Rufbereitschaftshandy bekommen, und es hat geklingelt. Es gab ein Problem an einem der Rechner, der ein Gerät steuert. Die Maus funktionierte nicht mehr. Es war nicht am Telefon zu lösen. Vor Ort hätte ich nicht viel anrichten können. Ich hätte den Hub wechseln wollen, aber wo unsere Ersatzteile liegen, weiß ich nicht. Heute Morgen hat sich mein IT-Kollege den Rechner angeschaut. Es gibt tatsächlich einen Wackelkontakt an einem Hub. Jetzt funktioniert es wieder, ohne dass er irgendwas tauschen musste. Trotzdem. Der Hub muss weg.

Heute musste ich wieder früh bei der Arbeit sein. Ich hatte Nutzerbetreuung, und den ganzen Tag Messzeit, um meine eigene Experimente zu machen. Ich bin erst um acht Uhr abends zu Hause gewesen. Zu müde, um an meinem Kleid zu arbeiten. Dafür habe ich mir für morgen Freizeitausgleich genommen. Ich hoffe, ich komme gut voran. Vorausgesetzt, keiner ruft mich heute Nacht an.

Morgen geht’s ab

Ich muss ganz früh aus dem Haus, um nach Köln zu fliegen. Ich bin in einem Institut für einen Vortrag eingeladen worden. Es freut mich sehr, denn ich werde viele ehemalige Kollegen dort wieder treffen. Am Mittwoch fliege ich zurück nach Berlin. So der Plan.

Erst gestern hat mich die Nachricht erreicht, dass am Mittwoch das Flughafenpersonal in vielen Städten streiken will. Unter anderen in Köln-Bonn. Seitdem bin ich nur dabei, die Status-Seite für Flüge bei Eurowings zu prüfen. Jedesmal, wenn ich auf „Aktualisieren“ klicke, ändert sich die Uhrzeit auf der Seite. Jetzt steht „Letzte Aktualisierung am 25.04.2016 um 22:54 Uhr“. „Wow, Information in Echtzeit!“, habe ich zuerst gedacht. Bis ich gemerkt habe, dass es nur meine lokale Uhrzeit aktualisiert, wenn ich auf den Knopf drücke.

Von den neun Flügen, die am Mittwoch meine Strecke machen, sind schon sieben abgesagt worden. Meiner noch nicht, es steht noch „pünktlich“ auf der Zeile. Ob es bis Mittwoch so bleibt?

Ich brauche dringend Urlaub

Sonst drehe ich durch. Januar war ziemlich anstrengend. Dezember auch. Der Urlaub zu Hause war zu kurz, und ich habe einen Teil davon verbracht, Präsentationen für die Dienstreise nach Israel zu bearbeiten. Für ein Thema, das ich schon in Ungarn vorgestellt hatte, habe ich festgestellt, dass ich die doppelte Redezeit bekommen habe. Es mussten viele neue Folien her.

Danach habe ich mich um die Organisation von einem Kurs für Studenten gekümmert. Der Kurs wird in Zusammenarbeit mit einer Universität angeboten und findet jedes Semester bei uns statt. Da beim letzten Mal bei der Anmeldung der Studenten für die Nutzung unsere Geräte einiges schief gelaufen ist, machen wir das jetzt selber. Also ich. Die Teilnehmerliste habe ich schon seit Oktober. Ich habe die Studenten per Email kontaktiert, um die Anmeldung durchführen zu können. Schön wär’s, wenn sie sich die Mühe geben könnten, Bescheid zu sagen, wenn sie sich zwischendurch doch entscheiden, nicht an den Kurs teilzunehmen. Bei einer Studentin haben wir es erst erfahren, als sie nicht erschienen ist. Sie hätte sowieso nicht an den Experimenten mitwirken können. Um ihre Anmeldung hatte ich mich nicht gekümmert, da sie meine Email nicht beantwortet hatte. Auch nicht meine zweite Erinnerungsemail. Den damit verbundenen Zeitaufwand hätte ich mir gerne gespart.

Am Ende Januar hatte ich wieder eine Dienstreise. Nach Portugal. Diesmal musste ich keine Präsentation vorbereiten, nur Datensätze. Die Veranstaltung hat an einem Sonntag angefangen. Dabei habe ich erfahren, dass unsere Verwaltung die Arbeitszeit für Dienstreisen an Wochenenden gar nicht berücksichtigt. Auf meinem Stundenkonto sieht es aus, als ob ich an dem Tag zu Hause geblieben wäre. Wenigstens war Martin fürs Wochenende privat mitgereist. Da wir noch nicht ganz entschieden haben, wo wir unsere Hochzeitsreise verbringen wollen, aber Portugal schon in Erwägung gezogen hatten, war das eine gute Gelegenheit, das Land vorher kennen zu lernen. Am Sonntag ist er schon zurück geflogen. Mein Rückflug war am Mittwoch. Ich bin gegen mittags von Lissabon geflogen und um acht Uhr abends nach Hause angekommen. Mitgebracht habe ich eine üble Migräne. Vielleicht lag es an der langen Rückreise, mit Zwischenlandung in Frankfurt, oder daran, dass an dem Tag meine Periode sehr stark war.

Am Donnerstag habe ich von zu Hause aus gearbeitet. Die Migräne war noch leicht da. Am Freitag war ich bei der Arbeit, leider nicht sehr produktiv. Ich war erschöpft, aber es mussten Sachen gemacht werden. Ich bin früh nach Hause gefahren. Am Samstag hatte ich Einsatz. Und gestern hatte sich freie Messzeit ergeben. Da ich schon lange Experimente geplant hatte und meine Messzeit immer wieder verschieben musste, habe ich die Gelegenheit genutzt. Fünf Stunden habe ich dort nachmittags verbracht. Und es gab ein technisches Problem das ich nicht lösen konnte, das die Weiternutzung des Gerätes hinderte, und ich musste einen Kollegen anrufen, der gerade Rufbereitschaft hatte. Der war sehr genervt, weil er die ganze Woche jeden Tag wegen Probleme angerufen wurde. Was kann ich dafür, ich war kaum da letzte Woche. Die Ursache des gestrigen Problems lag nicht in meiner Verantwortung. Im Nachhinein habe ich doch festgestellt, dass ich sie vorher hätte merken können und das Problem vermieden können. Ich war nicht aufmerksam genug. Mein Kollege Pawel aber auch nicht, der direkt vor mir am Gerät saß. Es hätte bei ihm genau so gut passieren können.

Ich bin heute nach zwei Stunden Schlaf um halb drei aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Der Stress von gestern war wieder da. Ich habe sowieso immer wieder Stressträume mit der Arbeit in letzter Zeit. In einem Traum letzte Woche hat ein meiner Kollege gesagt, er hätte von unseren Nutzern gehört, dass, seitdem Uschi nicht mehr bei uns arbeitet, die Qualität unserer Geräte nachgelassen hätte und sie nicht mehr bei uns messen wollen. Den Eindruck von nachlassender Qualität hatte ich schon vor dem Traum. Die Tatsache, dass wir während der Rufbereitschaft häufiger angerufen werden, ist kein gutes Zeichen.