Langsam

Mein Gewicht ändert sich momentan sehr wenig. Seit Wochen habe ich das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Wenn ich mir im Diätbericht auf fddb den Trend und den Wochendurchschnitt anschaue, dann sehe ich, dass es weiter nach unten geht. Sehr langsam. Die Kurve ist nicht mehr so steil wie im Sommer. Ich darf mich bloss nicht entmutigen lassen.

Ich bin in der Mitte vom BMI-Idealbereich angekommen. Fünf Kilogramme will ich noch los werden, um knapp ein Punkt oberhalb der unteren Grenze zu landen. Dann wäre ich immer noch schwerer als am Ende meiner Diplomarbeit, vor der Jahrtausendwende, und damals fühlte ich mich gar nicht schlank. Weil ich kaum Sport getrieben hatte. Und doch konnte ich damals in (die französische) Kleidergröße 38 schlüpfen…

Ich arbeite weiter an meinem Kaloriendefizit, aber es gibt häufiger Tage, wo ich einen Überschuss habe. Es lässt sich schwer vermeiden, wenn ich wie letzte Woche auf Dienstreise bin. Ich kann da nur grob schätzen, was ich esse, und das ist recht schwierig.

Am Wochenende habe ich auch zugeschlagen. Wir waren an der Ostsee, und wie sollte man da beim Fischbuffet widerstehen? Zugegeben, es gibt Schlimmeres, als ein bisschen zu viel Fisch zu essen. Wir sind sowieso am Samstag lange gewandert, über vier Stunden, was die „Sünde“ gelindert hat. Das Wetter war doch traumhaft. Das Hotel verfügte auch über einen riesigen Schwimmbad, und ich bin noch am Samstagabend zum ersten Mal seit einer Ewigkeit geschwommen. Ich bin nur 200 g schwerer aus dem Wochenende zurück gekommen.

Dazu kommt, dass wir bei der Arbeit in letzter Zeit häufiger Grund zum Feiern hatten. Neue Kollegen, Geburtstage… „Nimm doch ein Glas Sekt und ein Stück Kuchen“… Ich will nicht nein sagen, weil die Kollegen sich Mühe geben, aber es reicht mir langsam. Wenn es vorhersehbar ist, kann ich es einplanen, aber dadurch wird mein Defizit trotzdem kleiner. Wie heute. Eigentlich hatte ich über mein Tagesbedarf gegessen, und nur der Sport am Abend hat den Tag gerettet. Defizit von 14%, wenn ich den Kuchen richtig geschätzt habe. Im Zweifel nehme ich immer die kalorienreichste Variante aus der Datenbank. Das heutige Defizit wäre damit was ich sonst ohne Sport schaffe, wenn es kein Extra gibt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Diät-Geschichten

Meine erste Diät habe ich mit neun Jahren gemacht. Meine Eltern fanden es damals niedlich, wenn Kinder pummelig sind, und hatten sich nie Sorgen darüber gemacht, dass es schädlich sein könnte. Jemand in der Grundschule hatte Alarm geschlagen und meiner Mutter gesagt, ich müsste abnehmen. Mir war es egal. Ich interessierte mich damals kaum für mein Aussehen, und ich hatte mich nie als dick identifiziert. Obwohl ich es war. Auf alten Fotos merkt man es nicht unbedingt, es hatte nichts mit der heute verbreiteten Adipositas zu tun. Ich bin einen ganzen Sommer auf Diät gehalten worden, was mich auch nicht sonderlich gestört hatte, und bin dünn geworden und erstmal so geblieben.

In der Oberstufe habe ich Bekanntschaft mit einer magersüchtigen jungen Frau gemacht. Wir hatten uns im Internat ein Zimmer geteilt. Sie wog damals 47 Kilogramme, war aber nicht viel kleiner als ich. Wenn sie nur 1,65 Meter groß war, was ich nicht glaube, dann entsprach das einem BMI-Wert von 16,9. Sie fand sich zu fett und hatte uns als Beweis immer ihre Oberschenkel gepresst, um ihre „Fettpolster“ zu zeigen. Die hatte man kaum gesehen. Egal, was wir ihr sagen konnten, sie glaubte es uns nicht und wollte weiter abnehmen. Sie hatte sich abends immer versteckt, statt mit uns in die Mensa essen zu gehen. Mittwochnachmittags[1] war der einzige Moment, an dem sie sich gehen ließ. Sie kaufte sich jede Woche eine Tafel weißer Schokolade mit Kokos von Milka, und aß sie genüsslich. Ich habe mitgemacht. Was soll’s, ich war ja dünn. Ich habe zugenommen.

Die weiße Schokolade mit Kokos fand ich so lecker, dass sie zu einer Sucht geworden ist. Zugegeben, die wöchentliche Schokoladentafel war nicht alleine schuld. Marc hatte mich am Wochenende immer wieder zur Pizzeria geschleppt, das hat auch nicht geholfen. Im ersten Studium-Jahr habe ich dann eine radikale Diät machen müssen. Ich hatte die 80 Kilogramme erreicht, was für mich eine enorme Zahl war. So wollte ich nicht bleiben. Ich habe also jeden Tag nur einen Apfel und ein Snickers gegessen. Das war nicht gerade gesund. Relativ viel Zucker. Mit dem öffentlich gegessenen Snickers wollte ich meiner Umgebung verheimlichen, dass ich auf Diät war. Am Wochenende bei meinen Eltern musste ich normal essen, um nicht aufzufallen. Ich habe innerhalb zweier Monate auf der Art über zehn Kilogramme abgenommen.

Ich habe danach mein Gewicht gut halten können, regelmäßig Sport getrieben, und wog am Ende der Diplomarbeit sogar nur noch 58 Kilogramme[2]. Dann bin ich für meine Doktorarbeit nach Deutschland gekommen. Ich bin mit den neuen Kollegen täglich mittags auswärts essen gegangen. Mit meinem halben BAT IIa Gehalt hatte ich so viel Geld wie noch nie verdient und konnte es mir gut leisten[3]. Im ersten Jahr ging ich noch abends zur Volkshochschule, um Deutsch zu lernen, und habe nach den Kursen mit den dort kennengelernten Italienern, die als Gruppe in einer Firma arbeiteten, viele Restaurants besucht. Ich bin dreimal die Woche schwimmen gegangen, trotzdem habe ich dauerhaft zugenommen. Kein Wunder. Es war aber nicht so viel, dass ich mir Sorgen gemacht hatte. Ich fand es nur schade, mein Gewicht von der Zeit vor Deutschland nicht mehr zu haben.

Vor etwa neun Jahren habe ich gemerkt, dass mein Gewicht wieder zu hoch war, und habe beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen. Diesmal ohne Diät. Ich habe viel Sport gemacht. Zuerst Jogging mit einigen Arbeitskollegen. Danach Bauchtanzkurse und Fitness-Studio. Fast täglich habe ich Sport getrieben. Das hat geklappt, und hat viel Spaß gemacht. Bis ich Probleme mit dem Ischias bekommen habe und schlagartig mit Sport aufhören musste. Dann ging dank des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes mein Arbeitsvertrag zu Ende, und ich bin arbeitslos geworden. Ich habe viele Bewerbungen geschrieben. In der Zeit habe ich mit dem Bloggen angefangen, um den Frust los zu werden. Sport habe ich nicht getrieben, obwohl meine Rückenprobleme weniger geworden sind. Es wäre Zeit gewesen, die ich nicht in Arbeitssuche gesteckt hätte.

Als ich für meine neue Stelle nach Berlin umgezogen bin, sind die Kilogramme wie von alleine runter gepurzelt. Ich bin täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Ich habe einen Vertrag in einem Fitness-Studio abgeschlossen, und bin bis dreimal pro Woche tatsächlich hin gegangen. Es lag bequem auf dem Weg nach Hause. Und ich war ganz stolz, ein halbes Jahr danach die 70er Grenze geknackt zu haben. Meine Mami, die nach Weihnachten zu Besuch gekommen war, meinte, ich würde toll aussehen.

Dann bin ich mit dem zukünftigen Ehemann zusammen gekommen. Ich bin nicht mehr so häufig ins Fitness-Studio gegangen. Dafür habe ich längere Strecken mit dem Fahrrad gemacht, um zu ihm zu fahren. Wir sind häufiger essen gegangen. Nach zehn Monaten sind wir zusammen gezogen, und wohnen jetzt so weit weg von meiner Arbeit, dass jeden Tag Fahrradfahren nicht mehr geht. Er hat auch noch die Angewohnheit, abends viel Süßkram zu essen. Ich kann nicht immer nein sagen. Schleichend sind die Kilogramme zurück gekommen.

Jetzt wird es sich aber ändern. Der Ehemann darf seine Süßigkeiten gerne weiter essen, aber nicht vor meiner Nase. Obwohl das noch ginge. Was er nicht darf ist, mich jedes Mal zu fragen, ob ich auch etwas will. Es dauert, aber er gewöhnt sich dran. Heute hat er mir sogar ganz lieb leckere Naturjoghurte aus dem Supermarkt mitgebracht. Andechser Natur, Bio-Joghurt griechischer Art. Mit 0,2 Gramm Fett pro 100 g, den 3,5 g Zucker, die natürlich aus der Milch kommen, und satte 10 g Eiweiß. Wahnsinn. Ich habe mein neues Lieblingsjoghurt gefunden. Und steuere langsam aber sicher zurück unterhalb der 70er Grenze.

[1] In Frankreich hatten wir Ganztagsschule. Von halb neun bis halb sechs, mit einer Stunde Mittagspause. Die ganze Woche, und Samstagvormittags dazu. Nur Mittwochnachmittags gab es keinen Unterricht. Da hatten wir unsere Hobbys getrieben, oder sind ins Kino gegangen. Nur die, die die Erlaubnis in Form eines unterschriebenen Briefes von den Eltern bekommen hatten, durften an dem Tag das Internat verlassen. Die Anderen sind im Gymnasium geblieben.

[2] Ich habe am Ende des Jahres zum ersten Mal Blut gespendet. Das rote Kreuz hatte eine Aktion an der Uni veranstaltet. Tage später erhielt ich die Nachricht, dass mein Blut nicht benutzt werden konnte, weil ich massiv unter Anämie litt. Das war mir nicht aufgefallen. Ich dachte, die Müdigkeit käme von der ganzen Paukerei.

[3] Die Einführung vom Euro hat einiges geändert. Plötzlich wurde essen gehen zu teuer. Wir haben uns am Institut Brötchen selbst geschmiert.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Mozarella

Ich habe den Ehemann gefragt, nach der Arbeit zum Supermarkt zu gehen. Es geht mit meinem Arm ja momentan schwer, selber einzukaufen. Und da ich auf mein Gewicht achte, habe ich ihm geschrieben, er sollte Mozzarella Light mitbringen. Ich wollte uns einen Salat damit machen.

Normalerweise vermeide ich fettreduzierte Produkte. Zum Beispiel bei Fruchtjoghurten, da das entfernte Fett durch noch mehr Zucker ersetzt wird. Oder bei der Milch. Ich hatte mal vor vielen Jahren Magermilch beim Delhaize gekauft. Das hatte mir so eklig geschmeckt, dass ich am Ende die halb volle Packung wegschmeißen musste. Dann lieber noch keine Milch trinken, als dieses Zeug.

Mozzarella Light hatte ich noch nie probiert. Es war ein Versuch wert. Dabei war mir bewusst, dass es sich bei einem fettreduzierten Produkt nur um gefälschte Mozzarella mit Kuhmilch handeln konnte. Wir kaufen sonst immer Büffelmozzarella, und die habe ich im Supermarkt nie als fettarmes Produkt gesehen.

Büffelmozzarella erkennt man schon daran, dass sie sich beim Schneiden gerne wehrt und zerbröselt, so dass die Scheiben nicht so toll aussehen. Aber es schmeckt super. Wir haben uns in der Küche an der Arbeit gemacht. Ich habe alles gemacht, was einhändig ging. Der Ehemann hat die Mozzarella geschnitten. „Man merkt, dass die Mozzarella aus Kuhmilch besteht“, habe ich ihm gesagt, als ich die schönen Scheiben gesehen habe. Voll in seiner Tätigkeit versunken, hat er nicht geantwortet.

Als wir uns zum Essen hingesessen haben, fand ich das Ergebnis nicht so schmackhaft. „Liegt es daran, dass es Mozzarella aus Kuhmilch ist, oder dass es fettreduziert ist?“ habe ich ihn gefragt. Er hat erstaunt geschaut. „Das ist doch normale Mozzarella“, meinte er. „Aus Büffelmilch, wie immer“. „Wie, hast du keine Mozzarella Light gekauft?“, habe ich enttäuscht wissen wollen. „Light?“ Ach so. Das hatte er in meiner Nachricht überlesen. Oder nicht lesen wollen.

Aus Büffelmilch war die Mozzarella definitiv nicht. Die leere Packung wurde aus dem gelben Sack wieder geholt. Edeka Eigenmarke, Mozzarella aus Kuhmilch. „Aber drauf steht Bio“, sagte er entsetzt. Mag sein, dass die Kuhmilch Bio ist. Bio heißt lange nicht, dass ursprüngliche Herstellungsverfahren für Rezepte beachtet werden. Jetzt sind wir also sicher, es hat nicht geschmeckt, weil es Mozzarella aus Kuhmilch war. Es ist vielleicht gut, dass er doch keine fettreduzierte Produkte gekauft hat.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Diät-Werbungen

Das ist etwas, das mich auf Facebook tierisch nervt. Weil ich eine Frau bin, darf ich regelmäßig Werbungen sehen, in denen steht, dass man in zwei Wochen um die 15kg „wie die Stars“ abnehmen kann[1]. Es scheint egal zu sein, dass ich die Werbungen ausschalte mit dem Grund, er verstoße gegen meine Prinzipien[2], sie kehren immer wieder zurück, manchmal genau die gleiche, mit lediglich einem neuen Namen. Häufig sind Fotos von Promis in den Werbungen, wo ich mich frage, ob sie wirklich ihr Einverständnis dafür gegeben haben. Zum einen kann ich schwer glauben, dass diese weiblichen Promis, die schon extrem magersüchtig aussehen, angeblich wie die Werbung sagt in kurzer Zeit 15kg verloren haben sollen (woher?), zum anderen sind ihre Gesichtsausdrucke auf den Fotos manchmal so unvorteilhaft, dass man bösartig meinen könnte, dass der Gewichtsverlust im Schädel stattgefunden hat. Ich habe einige dieser Werbungen unten zusammen gefügt, die ich seit nur einem Monat gesammelt habe:

Diät-Werbung
Das sind nur die Werbungen, die in der rechten Spalte erscheinen. Seit einiger Zeit bekommt man auch aggressivere „suggerierte“ Meldungen in der Seite „Neuigkeiten“. Ich glaube, seitdem Facebook die Möglichkeit gegeben hat, für Neuigkeiten zu bezahlen, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die letzte, die ich vor einer Woche dort gesehen habe, hat mich tief beleidigt. Für wie blöd halten sie mich, dass sie sagen, ich sollte als Kommentar auf der Meldung „Abnehmen 2013“ schreiben, um keine Benachrichtigung von denen zu bekommen? Kein Scherz, siehe Bild unten. Ich habe immerhin versucht, herauszufinden, wer hinter dieser Werbung steckt[3]. Oben links steht „Bild der Frau“. Die Adresse in der Werbung ist her-fitness.net. Wenn man sie im Adressefeld des Browsers angibt, landet man aber bei… WeightWatchers. Ein weiterer Grund für mich, von dieser Marke fern zu bleiben[4]. Und nein, die Frau im Bild links wird niemals wie die Frau im Bild rechts innerhalb von zwei oder drei Wochen aussehen. Hört auf, unseren Verstand zu beleidigen!

Diät-Werbung

[1] Ich habe mir schon länger her zum Vergleich einen Fake-Konto als Mann angelegt. Der kriegt solche Werbungen nie.
[2] Das hört sich alles anderes als gesund an, so schnell so viel abzunehmen.
[3] Ich habe nur nicht auf die Werbung auf Facebook geklickt, weil ich nicht zur Klick-Statistik beitragen wollte.
[4] Es sei denn, die früheren Betreiber der her-fitness.net Seite haben selber diese Weiterleitung angelegt…


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Abnehmen

Gestern Abend habe ich wie jeden Sonntag mit meiner Mami telefoniert. Sie hat erzählt, dass sie ihre inzwischen ein Jahr alte Katze diese Woche kastrieren lassen hat. Die Tierärztin hat ihr danach gesagt, die Katze hatte schon ziemlich viel Fett am Bauch und müsste abnehmen.

Heute Morgen habe ich beschlossen, meine Stubentigerin ebenfalls zu wiegen. Wie geht das, wenn man eine sehr willensstarke Katze hat, die nicht einsieht, dass man sie manipuliert? Beim Tierarzt gibt’s immer einen riesen Theater, selbst ich darf nicht alles machen: Zähne oder Krallen beobachten kommt definitiv außer Frage. Na ja, die Zähne kann ich sehr gut beobachten, wenn sie versucht zu beißen – nicht häufig, nur, wenn sie aufgeregt ist. Die Lösung fürs Wiegen: Brillen an (so kurzsichtig bin ich), Katze in die Armen nehmen (zum Glück ist sie daran gewöhnt), schmusen, unauffällig auf die Waage steigen, Gewicht schnell lesen, Katze merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist und springt runter, Gewicht erneut lesen, Differenz rechnen… Schluck, 6 Kilos! Und noch mal Schluck, der zweite Gewicht war zu hoch. Da muss ich selber was machen.

Ab heute heißt es also, abnehmen. Keine Leckerlies mehr. Zum Sport konnte ich sie schon lange nicht mehr animieren. Seit meinem Rückenproblem habe ich viel weniger mit ihr etwas unternommen, weil ich so starke Schmerze hatte – selbst das Hochheben und in die Armen nehmen wenn ich nach Hause komme konnte ich die ganze Zeit nicht mehr machen, wir mussten uns danach wieder daran gewöhnen. Wir hatten uns früher häufig durch die Wohnung hinterher gejagt, das hatte richtig Spaß gemacht.

Zurzeit betreue ich den Kater meiner Vermieterin, die in den Urlaub gefahren ist. Ich wohne auf der vierten Etage, unter dem Dach, der Kater ist im Erdgeschoss. Vier Mal an Tag gehe ich nach unten, um nach ihm zu schauen, da er zwei Mal am Tag in den Garten geht. Heute wollte ich meine Katze mitnehmen. Die zwei kennen sich ja noch gar nicht. Meine ist aber echt ein Angsthase. Sie traut sich gar nicht mehr, die paar Etagen runter zu gehen. Früher hatte sie das gerne gemacht, ich musste sie häufig vor der Tür meiner Nachbarn auf der zweiten Etage abholen. Kann sein, dass die dritte Katze aus der ersten Etage, eine junge schwarze Katze mit stark dominanten Charakterzügen, sie dazu verängstigt hat, die zwei prügeln sich nur noch, wenn sie sich treffen, und fauchen sich an, bis meine sich wieder in der Wohnung versteckt.

Also heute Morgen, keine Chance, meine Mieze freiwillig runter gehen zu lassen. Ich habe sie nach einigen Versuchen in die Armen genommen und bin die Treppen runter gegangen. Sie hat sich aber so laut dagegen geäußert, dass ich sie nur eine Etage tiefer bringen konnte. Sie sah schon sehr ängstlich aus und hat sich in einer Ecke auf dem Flur verkrochen. Ich habe sie ein bisschen geschmust und bin weiter zum Kater gegangen. Als ich wieder nach oben ging, war meine Katze immer noch in ihrer Ecke. Ich habe gedacht, da sie ein bisschen Bewegung bekommen sollte, lasse ich sie da, bis sie sich traut, wieder nach oben zu gehen, und habe die Wohnungstür offen gelassen. Das hat gedauert. Ich habe mir einen Kaffee gemacht und habe mich vor dem Rechner hingesessen. Plötzlich muss es ein Geräusch gegeben haben, weil sie auf einmal sehr schnell die Treppe hoch gelaufen ist. Sie hat sich auf den Boden geschmissen und hat sich erst mal von ihrem Schreck erholen müssen. Angsthase. Das machen wir heute Nachmittag noch mal.

20130401-Abnehmen


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.