Übung macht die Meisterin

Mein erster Versuch mit dem Dutch baby war nicht so gut gelungen. Der Rand war beim Backen nicht so hoch gekommen, der Boden wurde zu dick. Ich hatte gedacht, es läge daran, dass ich keine feuerfeste Pfanne habe. Dafür habe ich diese zwei kleinen Pyrex-Backformen, 14 Zentimeter Durchmesser, die abrupte Temperaturunterschiede nicht leiden können[1]. Ich hatte sie eingebuttert, mit Teig gefüllt und in den heißen Backofen rein geschoben, anstatt den Teig in heißen Formen zu gießen. Ich war vom Ergebnis enttäuscht, der Ehemann fand es gut.

Vermutlich war das Problem nur, dass es zu viel Teig gab. Nach dem heutigen tollen Tag am und im Starnberger See sind wir, noch vor Anbruch des Gewitters, zurück nach Hause gefahren. Ich hatte gestern am Markt impulsiv Aprikosen und Kirschen gekauft und dachte, es wäre ein guter Tag, um einen neuen Versuch zu wagen. Diesmal habe ich die Menge nicht halbiert sondern gedrittelt. Ein Ei, 50 mL Mehl, 66 mL Milch und ein Teelöffel Puderzucker dazu. Auf Salz habe ich verzichtet. Ich habe eh nur Salzbutter zu Hause, damit habe ich die Formen eingefettet.

Nach zwanzig Minuten bei 190°C Umluft habe ich voller Begeisterung gemerkt, dass diesmal die Eierkuchen richtig hohe Ränder gebildet haben. Kurz abkühlen gelassen, mit Obst und selbst geschlagener Sahne gefüllt, drei Kirschen als Deko drauf, fertig! Ich habe den Ehemann glücklich gemacht. Das letzte Bild rechts sieht so dunkel aus, weil inzwischen das Gewitter in Gilching angekommen war.

[1] Ich weiß noch, wie mein Vater einmal Lammbraten gemacht hatte. Das war, nachdem meine Mutter sich von ihm getrennt hatte. Zum Lammbraten gehören bei uns traditionell Flageolets. Die wollte mein Vater aber nicht separat kochen, sondern zum Braten zwischendurch geben. Er hatte die große, heiße Pyrex-Form aus dem Backofen geholt und die kalten Flageolets sofort rein geschmissen. „Klirr!“, hatte die Pyrex-Form gemacht. Und Tschüß, Abendessen!


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die ekligsten Crêpes überhaupt

Die habe ich heute auf dem Weihnachtsmarkt in Zehlendorf gegessen. Bläh. Nie wieder. Das soll eine Warnung sein.

Wir hatten uns mit dem Ehemann dort zum Feierabend verabredet. Grund war, dass ich keine Lust hatte, einkaufen zu gehen und dachte, wir könnten dort eine Kleinigkeit essen. Lust auf Wurst oder Grünkohl oder Gulasch hatte der Ehemann nicht, aber es gab noch den Crêpes-Stand, bei dem wir noch nicht waren. Da standen schon einige Leute in der Schlange. Wir haben uns angeschlossen. Das war ein Fehler, den ich kein zweites Mal machen werde.

Nach süßen Crêpes war uns nicht. Wir haben uns für die herzhafte Variante entschieden, mit Schinken und Käse. Ich wurde schon skeptisch, weil sie nur eine Sorte Teig hatten, die mit weißem Mehl, die man doch nur für süße Crêpes verwendet. Eine potentielle Kundin hatte sogar gefragt, ob sie die dunkle Teigsorte für herzhafte Crêpes benutzen, was verneint wurde. Der junge Mann hinter der Theke hatte komisch geschaut, als ob er nicht verstehen konnte, wie man auf die Idee käme. Es hätte uns eine Warnung sein sollen. Die Frau ging weg, wir blieben in der Schlange.

Als wir dran kamen war eine andere junge Frau hinter der Theke, die den Teig auf die heiße Platte verteilt hat. Der junge Mann war für die Füllung zuständig. Mich hat es sehr genervt, dass die Frau die ganze Zeit nur dabei war, irgendwas auf ihrem Handy zu tippen.  Dass sie nicht mal in der Lage war, die Crêpe richtig zu heben, ohne große Löcher zu verursachen, weil sie einfach nicht aufgepasst hat, schien weder sie noch ihren Kollegen zu stören. Dabei war der Teig nicht mal richtig durch. Der Kollege, der das Backen später übernehmen musste, weil die Frau den anderen Kollegen weiter weg irgendwas auf ihrem Handy zeigen musste, war nicht besser. Wie er die Crêpes auf seine Platte geschmissen hat, ohne darauf zu achten, ob sie richtig flach liegen, war eine große Enttäuschung. Teig irgendwie gefaltet auf der Platte gefallen, Füllung drauf, Teig zugeklappt, Crêpe gleich zum Mitnehmen auf ein Pappteller geklatscht.

Es kam, wie es kommen musste. Der Teig, der noch teilweise roh war, hatte am Pappteller geklebt, die Crêpe schmeckte pappig und zu süß für den Inhalt. Mir blieb nur ein Gefühl der Unzufriedenheit und der Bedarf, irgendwas anderes zu essen, um bloß den noch verweilenden Geschmack im Mund zu vertreiben. Noch eine süße Crêpe wollte der Ehemann jedoch probieren. Mit Banane und Nutella, was kann man da falsch machen? Eine Menge. Dem expliziten Wunsch, den Teig doch länger backen zu lassen, hat der junge Mann bewusst ignoriert. Der Teig würde dann trocknen und hart werden, meinte er. Den hat er fast genau so wie bei der herzhaften Crêpe fast noch roh serviert. Das Ergebnis war trotz süßer Füllung widerlich.

Ich bin sauer, dass man auf einem Weihnachtsmarkt die Erlaubnis bekommt, sowas verkaufen zu dürfen. Ich dachte naiv, ein gewisses Maß an Qualität müsste man vorweisen. Dabei haben wir doch Leute im Viertel, die sich wirklich mit Crêpes auskennen. Man braucht nur am Samstag zum Wochenmarkt[1] zu gehen. Ich kann den Betreibern vom Stand auf dem Weihnachtsmarkt nur empfehlen, sich dort zu informieren, wie man Crêpes macht.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.