Blauer Bildschirm des Todes

Seit vorgestern kam mir mein Rechner komisch vor. Ich starte ihn normalerweise morgens beim Aufstehen, noch bevor ich die morgendliche Toilette anfange. Dann mache ich Kaffee und komme zum Rechner zurück. Seit vorgestern fand ich es merkwürdig, dass er so lange braucht, um zum Anmeldebildschirm zu kommen, weil er noch nicht damit fertig war, als ich zurück kam. Auch gestern Nachmittag nach dem Sport. Einmal meinte ich sogar, ich hätte mich schon angemeldet, aber so ganz sicher war ich es mir nicht. Nur komisch, dass ich nach der Anmeldung ein Fenster bekommen habe, ähnlich wie unten, mit der Nachricht, dass Windows nach einem unerwarteten Herunterfahren wieder ausgeführt wurde:

Heute Morgen bin ich die ganze Zeit dabei geblieben, und habe erkannt, dass es ein größeres Problem gab. Denn ich habe mich angemeldet, und habe gewartet, bis der Rechner benutztbar wurde (es dauert unter Windows 7 recht lange, bis alle Prozesse gestartet sind und ich etwas erledigen kann, obwohl CCleaner zum Einsatz kommt). Soweit kam es nicht, weil ich plötzlich einen blauen Bildschirm des Todes bekommen habe. Und kurz danach ist der Rechner wieder hochgefahren worden, und hat dabei gefragt, in welchem Modus er denn hochgefahren werden soll. Wäre ich wie üblich nicht vor dem Rechner gewesen, hätte er eine halbe Minute gewartet, bis er im normalen Modus gestartet hätte. Deswegen dauerte das Hochfahren seit vorgestern so lange. Und das hat er nicht nur einmal gemacht. Beim zweiten Hochfahren ist der blaue Bildschirm zurück gekommen, noch bevor ich mich angemeldet habe. Und beim Dritten. Gruselig. Ich hatte blaue Bildschirme so lange nicht mehr gesehen, ich dachte, sie wären aus der Welt geschafft worden. Nein.

Beim vierten Hochfahren habe ich beschlossen, Windows im geschützten Modus zu starten, und da ging es. In dem Fenster mit der Meldung zum unerwartetem Herunterfahren gab es noch Hinweise über Dateien, die mehr Informationen enthalten könnten. Alle Dateien unter C:\Windows\Minidump waren zwar binär und für mich unlesbar, aber aus deren Entstehungsdatum konnte ich erkennen, dass die Probleme vorgestern angefangen haben. Einem Vorschlag des Ehemannes folgend, habe ich den Rechner auf einen früheren Status von vor zwei Wochen wiederhergestellt. Wiederherstellungspunkte werden ja automatisch bei jedem Windows-Update kreiert. Das ist das erste Mal, dass ich eine Wiederherstellung benutzt habe. Nach dem nächsten normalen Neustart schien es in Ordnung zu laufen, außer dass Java ein Fenster öffnete, weil er eine bestimmte Datei nicht mehr finden konnte. Ja, stimmt, ich hatte doch diese Woche ein Java-Update gemacht, einfach, weil die automatische Meldung dazu kam. Vorgestern oder am Tag davor. Wozu brauche ich Java denn eigentlich? Es gab eine wissenschaftliche Software, die auf Java basiert, die ich aber seit meinem Institutswechsel nicht mehr brauche. Weg damit. Java deinstalliert. Der Rechner wurde nochmal neu gestartet, um die letzte Updates durchzuführen. Bis jetzt sieht es gut aus. Hoffentlich ist das Problem behoben.

Advertisements

Ich bin völlig erschöpft

Ich weiß nicht warum. Ich meine, ich weiß, letzte Woche in England war anstrengend, aber diese Art von Dienstreisen mache ich nicht zum ersten Mal. Am Wochenende konnte ich richtig gut ausschalten.

Es hat sicherlich mit der Arbeit zu tun. Gestern hatte ich beim Aufstehen schon deutliche Anzeichen einer Erschöpfung. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen starken Druck um die Augen und in der Stirn gespürt, bis zur Nase, begleitet von einem Schwindelgefühl. So habe ich mich schon früher gefühlt, wenn ich extrem unter Druck stand oder etwas mich sehr geärgert hat. Wenn ich lange über etwas grüble oder wütend bin. Das passiert recht selten. Und momentan? So überlastet bin ich doch nicht. Ich treibe Sport, und es sollte doch Stress abbauen. Bis auf heute Nacht habe ich auch gut geschlafen, obwohl ich zur Zeit alleine bin. Der Ehemann ist seit Montag auf Dienstreise.

Geärgert hat mich in letzter Zeit die Geschichte mit meinem neuen Rechner sehr. Ich habe ihn am Anfang des Sommers bestellt, als ich zum neuen Büro umgezogen bin. Mein Testrechner war zu alt geworden und hatte zu viele Probleme verursacht. Der neue Rechner kam ziemlich schnell an, ist aber bei der IT-Abteilung in Empfang genommen worden. Zahlreiche Emails, um zu diskutieren, was genau drauf installiert werden soll. Kein Windows, Programm#1 ist nicht dafür vorgesehen. Dafür zwei verschiedene Linux-Distributionen, mit denen ich Programm#1 testen und weiterentwickeln soll. Ich habe gleich angeboten, mich um die Installationen zu kümmern, aber das wollten die Leute bei der IT-Abteilung ausdrücklich selber machen. „Weil interne Spähsoftware installiert werden,“ meinte ein Kollege. Keine Ahnung, ob es stimmt.

Danach habe ich gewartet und nichts mehr gehört. Eine höfliche aber deutlich ungeduldige Email habe ich noch geschickt, um mich zu erkundigen, ob jemand wüsste, was inzwischen aus dem Rechner geworden war. Keine Antwort. Letzte Woche bin ich dann informiert worden, dass er zur Abholung bereit stünde. Yeah! Keine Entschuldigung für die lange Wartezeit. Sofort den Rechner abgeholt, zu meinem Zimmer getragen, hochgefahren: Windows. Ich konnte es nicht fassen. Die Leute bei der IT-Abteilung haben in den vier Monaten, in denen der Rechner bei ihnen lag, gar nichts gemacht. Ich habe nachgefragt, da ich zuerst gutmütig dachte, den falschen Rechner bekommen zu haben: Nein, es war wirklich mein Rechner, der war halt schon mit Windows standardmäßig geliefert worden. „Warum die ganzen Emails, um die Installation der Betriebssysteme zu diskutieren?“ wollte ich wissen. Keine Antwort. Faule Säcke.

Mit der Installation der Betriebssysteme bin ich noch nicht fertig. Bei openSUSE ging es gut, für Ubuntu war es die Hölle. Das größte Problem lag in der Erstellung eines funktionierendes bootfähiges USB-Sticks unter Linux. Ich weiß nicht, wie vielen Anleitungen ich gefolgt bin, ohne Erfolg. Entweder wurde der Stick nicht erkannt, oder die Maschine meinte, es gäbe kein Betriebssystem auf dem Stick. Bei anderen Programmen zur Erstellung von bootfähigen Sticks gab es schon Fehlermeldungen beim Formattieren vom Stick. Am Ende hat nur Rufus unter Windows geholfen. Ich habe die Sticks zu Hause gemacht, weil ich Windows auf dem neuen Rechner schon mit openSUSE platt gemacht hatte. Ich hatte zwischendurch auch versucht, die CD von zu Hause zu benutzen, um Ubuntu zu installieren, und musste nach der erfolgreichen Installation feststellen, dass es jetzt zu spät war, um ein Update von 15.04 auf 16.04 zu machen. Pfff. Jetzt läuft Ubuntu 16.04 endlich, dank Rufus, openSUSE habe ich „verloren“. Ich muss schauen, wie ich sein GRUB wieder erstellen kann, weil der von Ubuntu die andere Partition mit openSUSE anscheinend nicht sieht, und ich nur noch Ubuntu starten kann.

Das Ganze hat mich jedenfalls sehr genervt. Vor allem, weil Kollegen aus der Arbeitsgruppe, die solche Sachen besser als ich wissen müssten, jegliche Hilfe verweigert haben, nach dem Motto „nicht mein Problem, ich habe anderes zu tun“ (so ausgedruckt war es nicht, aber so kam es deutlich rüber), und ich blöde Kuh bin immer für Anderen da, wenn sie Probleme haben. Mich nervt es, dass ich die Arbeit der IT-Abteilung erledige, und es dabei nicht schaffe, mich um viel wichtigere Angelegenheiten zu kümmern, wie zum Beispiel meinen DFG-Antrag fertig zu schreiben. Vielleicht ist das der Grund, warum ich in letzter Zeit kein Bock mehr auf Arbeit habe. Und das macht mich krank.

Gestern auf dem Weg zur Arbeit fühlte ich mich jedenfalls richtig mies. Dazu kam, dass eine Frau mit einer Katze in einem Transportkäfig unweit von mir saß, und sich ihre Katze lauthals darüber beklagte, transportiert zu werden. Ich musste an Chipie denken, und habe für den Rest der Fahrt nur noch gegen Tränen gekämpft. Die Arbeit ging, ohne große Begeisterung. Wenigstens läuft jetzt Ubuntu.

Am Abend bin ich mit Kate von der Arbeit aus shoppen gegangen, und ich habe gemerkt, wie die ganze Müdigkeit bei jeder Haltestelle in der S-Bahn geringer wurde. Beim Glühwein war der Druck völlig weg. Das Schwindelgefühl war noch da. Ich habe mir ein toll duftendes Schaumbad gekauft und gleich zu Hause ausprobiert. Es war schön, aber nicht entspannend genug. Ich habe mich danach hellwach bis mindestens halb fünf im Bett gewälzt. Trotz Erschöpfung.

So kann es nicht weiter gehen. Morgen muss ich früh zur Arbeit, ausnahmsweise an einem Samstag, und nächste Woche bin ich für Rufbereitschaft mal wieder dran. Da werde ich noch mehr unter Druck sein.

Plötzlich läuft Qwt nicht mehr

Schon wieder Stress mit dem Mac. Ich arbeite momentan wieder intensiv an Programm#1, und habe mich bis jetzt auf einer Linux-Maschine in unserem experimentellen Raum darum gekümmert. Da mein Zimmerkollege heute nicht da ist, wollte ich mal in Ruhe im Büro arbeiten. Auf dem iMac, den ich von Uschi geerbt habe. Mac hasse ich immer noch, aber es sollte für meine Zwecke heute reichen.

Also, neueste Dateien rüber kopiert und Programm#1 gestartet. Programm#1 ist mit Python und PyQt4 geschrieben, mit Qwt5 für die Darstellung von Graphen. Inzwischen weiß ich, dass diese Teile am besten mit homebrew zu installieren sind, und bin ohne große Probleme von Maverick zu Yosemite zu El Capitan gewechselt.

Heute beim Starten von Programm#1 klappte es plötzlich nicht mehr. Da hatte ich eine mir noch unbekannte Fehlermeldung beim Importieren von Qwt5, direkt am Anfang vom Programm:

RuntimeError: the sip module implements API v11.0 to v11.3 but the PyQt4.Qwt5.Qwt module requires API v10.1

Blöd geschaut. An meinen Installationen hatte ich ewig nichts mehr geändert, warum sollte es auf einmal nicht funktionieren? Homebrew hatte ich natürlich immer wieder mit brew update && brew upgrade aktualisiert, das war’s sonst. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich eigentlich nicht mehr, wann ich zum letzten Mal Programm#1 auf dem iMac erfolgreich benutzt habe.

Erste Google-Ergebnisse haben den Hinweis geliefert, dass ich vielleicht konkurrierende SIP oder Qt oder sonst was Versionen habe. Tatsächlich gab es vom SIP mehrere Versionen, aber eine neue Installation hat das Problem nicht gelöst. Ich habe also in homebrew alles deinstalliert und der Reihe nach reinstalliert:

brew uninstall --force pyqwt
brew uninstall --force pyqt
brew uninstall --force sip
brew install sip
brew unlink sip && brew link sip
brew install pyqt
brew unlink pyqt && brew link pyqt
brew install pyqwt
brew unlink pyqwt && brew link pyqwt

Das war jedenfalls der Plan. Bei PyQt hatte ich schon die Meldung

==> Caveats
Phonon support is broken

Keine Ahnung, was damit gemeint war. Ich habe es ignoriert, da das Verlinken danach geklappt hat. Beim Installieren von Qwt5 ging es nicht mehr so gut. Nach make und install kam die neue Fehlermeldung:

/usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include/sip.h:32:10: fatal error: 'Python.h' file not found

Erneut gegoogelt. Bei stackoverflow hatte jemand mal vorgeschlagen, vorher

export C_INCLUDE_PATH=/System/Library/Frameworks/Python.framework/Headers

anzugeben. Ich habe trotzdem die Fehlermeldung bekommen und konnte Qwt5 nicht installieren. Bei mir war Python.h auch unter dem selben Pfad zu finden. Die Fehlermeldung bezog sich auf einen Aufruf von der Datei innerhalb von /usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include/sip.h. Ich habe einfach ausprobiert, für alle Dateien unter /System/Library/Frameworks/Python.framework/Headers einen symbolischen Link unter /usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include zu setzen:

sudo ln -s /System/Library/Frameworks/Python.framework/Headers/*.h /usr/local/Cellar/sip/4.18.1/include/

Und danach ging’s! brew install pyqwt lief erfolgreich, und Programm#1 kann wieder benutzt werden. Es hat mir aber zwei Stunden gekostet. Und auf dem Laptop, auf dem ebenfalls El Capitan installiert ist, habe ich das Problem gar nicht erst bekommen. Ein Rätsel, warum es aufgetreten ist.

Harte Nacht

Wir sind gestern ganz früh ins Bett gegangen. Wir haben mit dem Schwiegervater und einer Nichte in einem Lokal gegessen. Ich hatte mir den ganzen Tag ein schönes Kaloriendefizit aufgebaut, um ohne Reue den Abend zu genießen. Schweinerückensteak mit Pfifferlingen und Spätzle. Dazu zwei Biere. Ich hatte es nicht erwartet, weil es nichts Außergewöhnliches war, aber die haben mich mächtig gehauen. Als wir aus dem Lokal gegangen sind, ist mir bewusst geworden, dass ich betrunken war und nur noch schlafen wollte. In der S-Bahn habe ich auf Martins Schulter gedöst. Um halb zehn war ich im Bett. Martin ist mir gefolgt. Wir sind sofort eingeschlafen. Durchgeschlafen haben wir nicht.

Kurz vor Mitternacht hat mich Martin zum ersten Mal geweckt. Er hat etwas von einem Koffer erzählt und ist aus seiner Schlafposition gesprungen, um auf die Bettkante zu sitzen.“Was ist los?“ habe ich gefragt. Er hatte einen Koffer verloren. Da er vorgestern wieder auf Dienstreise geschickt wurde und erst gestern am späten Nachmittag zurück gekommen ist, und da ich gerade aus dem Schlaf gerissen wurde, erschien es mir plausibel. „Was für einen Koffer denn?“ Er hat lange etwas Unverständliches erzählt, wobei ich nur das Wort „Militär“ mitbekommen habe. Ich habe ihn gefragt, ob er noch am Schlafen war, da ich sonst kein Wort verstanden hatte. „Vielleicht, ich habe auch nichts verstanden“, war seine Antwort. Er hat sich wieder hingelegt.

Eine Stunde später bin ich von einem Traum aufgewacht. Am Traum selbst kann ich mich nicht mehr erinnern, außer dass jemand geklingelt hatte. Ich habe gedacht, Martin müsste aufstehen und zur Tür gehen. Bevor ich ihn ansprechen konnte, ist mir aufgefallen, dass es ein Traum gewesen war. Ich bin zur Toilette gegangen, aber der Traum ließ nicht ganz los und ich habe noch den zweiten Schloss der Tür geriegelt, falls ein Eindringling im Haus war.

Eine halbe Stunde später, als ich noch nicht eingeschlafen war, hat Martin gefragt, wem er etwas Unverständliches geben könnte. „Bitte?“ habe ich gefragt. Er ist wach geworden, hat gemerkt, dass er wieder im Schlaf geredet hat und geseufzt.

Als ich noch drei Viertelstunden später den Schlaf suchte, hat er angefangen, ganz aufgeregt zu atmen, und dann „Und Tschüß!“ gerufen. Er klang sehr aufgeregt, daher habe ich versucht, ihn zu beruhigen. Er ist aufgewacht. Da ich noch nicht schlief, habe ich ihn gefragt, mir seinen letzten Traum zu beschreiben. Er war auf einem Gebirge mit Leuten unterwegs, es war sehr windig, und ein Mann ist mit dem Wind weg geflogen. Daher hatte er Tschüß gerufen. Ich konnte nur noch lachen.

Es war inszwischen fast drei Uhr morgens. Ich dachte, ich würde lange vergeblich versuchen, wieder einzuschlafen. Es ist mir doch recht schnell gelungen. Ich weiß es, weil ich einen unangenehmen Traum hatte:

Die Ransomware

Ich saß an meinem Rechner in meinem ehemaligen Kinderzimmer unserer Villa in Südfrankreich. Meine Mami lag im Bett, wo früher meine Schwester geschlafen hatte.

Was ich am Rechner genau machte, weiß ich nicht mehr. Ich war unter Windows. Irgendwann habe ich ein merkwürdiges Fenster mit einer Scam-Warnung bekommen. Irgendwas hat angefangen, sich zu installieren. Mein Rechner ist instabil geworden und ich habe keine Kontrolle mehr gehabt. Ich habe kurzzeitig im Vollbildschirm ein Bild bekommen, wo drauf „Ransomware“ stand. Ich habe mich gewundert, warum meine Antivirus-Software nicht reagiert hat. Ich habe versucht, nicht in Panik zu geraten, und habe gedacht, im schlimmsten Fall könnte ich meinen Rechner mit Ubuntu starten, das ich auf einer anderen Festplatte installiert habe.

Ich habe den Rechner neustarten wollen. Die Ransomware hat sich gewehrt und gehindert, dass der Rechner heruntergefahren wird. Ich habe die Tastenkombination Strg + Alt + Entf drücken wollen, aber meine Tastatur sah plötzlich ganz anders aus. Strg und Alt waren an ihren üblichen Plätzen. Entf nicht. Da waren neue bunte Tasten, eine davon hieß Jihad. „Ach du Scheiße“, habe ich gedacht. Ich habe den Power-Knopf lange gedrückt. Der Rechner hat sich ausgeschaltet. So weit so gut.

Beim Hochfahren habe ich nicht das übliche Bild von der Mainboard gesehen. Es ging sofort mit dem Bild der Ransomware los. Ohne GRUB. Zu Ubuntu konnte ich also nicht wechseln. Die Ransomware hat ein Video gestartet. Die Musik war gruselig und laut. Ich habe die Lautsprecher ausgeschaltet. Die Musik lief weiter. Meine Mami hat es gestört, weil sie schlafen wollte. Ich habe versucht, den Rechner auszuschalten. Strg + Alt + Entf hat nicht gewirkt. Der Power-Knopf auch nicht. Das Video lief weiter. Als ich auf den Bildschirm geschaut habe, standen zwei Männer in weißen Gewänden. Beide trugen einen Turban. Von der Seite, nicht zu sehen, hat jemand plötzlich mit einem Säbel den Kopf vom Mann rechts abgetrennt. Blut hat gespritzt, als der Kopf nach vorne fiel. Meine Mami hat gesagt, sowas wollte sie nicht vor dem Einschlafen gesehen haben. Da der Rechner sich nicht herunterfahren ließ, habe ich am Ende beschlossen, die unterbrechungsfreie Stromversorgung, an die mein Rechner immer hängt, auszuschalten. Endlich war Ruhe.

Ich habe die Fensterläden geschlossen. Meine Mami hat auf ihrem Handy einen Anruf bekommen. Meine Schwester war es, die sie mitten in der Nacht angerufen hatte. Da sie gerade hochschwanger ist, hat meine Mami sofort gefragt, ob sie ein Problem hätte.

Ich bin aufgewacht. Vier Uhr morgens. Der Rest der Nacht verlief zum Glück ruhiger.

Ich hasse Mac

Diesen Satz bekommen meine Kollegen im Büro immer wieder zu hören.

Ich habe für meine Arbeit einen Mac von Uschi zur Verfügung gestellt worden. Ich entwickle ein wissenschaftliches Programm, das Nutzer sich auch zu Hause herunterladen und installieren können, und sollte daher prüfen, dass es auf allen Lunix-basierten Betriebssystemen läuft.

Inzwischen habe ich einen eigenen dienstlichen Mac Notebook. Uschi hatte sich freudestrahlend wie der Weihnachtsmann verhalten, als er mir den Laptop brachte. Ich hatte nur „Ach du Scheiße“ gedacht. Nicht nur, dass das Betriebssystem mir nicht passt. Das Ding ist alt und super schwer. Es herum zu schleppen macht keinen Spaß.

Unsere Beziehung ist seitdem nicht viel besser geworden. Den Laptop benutze ich hauptsächlich für Präsentationen, da ich lieber mit Microsoft Office arbeite als mit LibreOffice & Co (Uschi und Winfried beschweren sich sowieso immer, wenn sie etwas anderes als Office Dateien zugeschickt bekommen). Word und Powerpoint verhalten sich aber nicht gleich auf Mac und unter Windows. Videos in Powerpoint? Die Präsentation kann ich dann nur auf meinem Laptop zeigen. Dateien auf Stick kopieren klappt nicht, das Video startet nicht. Obwohl ich drauf achte, dass das Video nicht verlinkt sondern eingefügt wird. Aber egal. Meistens liegt der Laptop auf meinem Schreibtisch ausgeschaltet, und ich arbeite auf meiner Maschine mit Scientific Linux.

Es fing schon damit an, dass man mit dem Mac nach unten scrollen muss, um nach oben in einem Fenster zu navigieren, und umgekehrt. Oder in einem Bild zum rein- und raus-zommen. Welcher kranker Geist denkt sich denn so was aus? Die Maus hat nur einen Knopf, und man muss die ctrl-Taste beim klicken halten, um einen Rechtsklick durchführen zu können. Apropos Bild, ich muss immer wieder googlen, um herauszufinden, mit welcher komplizierten Tasten-Kombination man ein Screenshot auf dem Mac macht. Über Bildbearbeitung denke ich lieber nicht nach, obwohl ich GIMP installiert habe. Und alle wichtigen Tasten zum Programmieren sind auf der Tastatur nicht zu finden. Man muss sich alle diese alt+Zahl Kombinationen merken, um geschleiften oder eckigen Klammern einzutippen: alt+5 [, alt+6 ], alt+7 |, alt+8 {, alt+9 }, alt+n ~. Steht nicht auf den Tasten. Immer wieder durchprobieren, bis ich das gewünschte Ergebnis bekomme. Am liebsten würde ich das Ding aus dem Fenster schmeißen.

Ich bearbeite gerade eine Präsentation für nächste Woche. Ich wollte eine Folie mit speziellen Bildern machen. Dafür brauchte ich ein Programm, das auf meinem Mac noch nicht installiert ist. Heruntergeladen, unter /Applications/ verschoben. Beim Ausführen gemeckert: Irgendeine X11 Library konnte nicht gefunden werden. Unter /usr/ geschaut: Es gibt ein X11R6 Verzeichnis, mit allen benötigten Dateien, aber kein X11. Symbolischen Link kreiert: sudo ln -s /usr/X11R6 /usr/X11, dann lief es. Meine Screenshots habe ich noch nicht machen können. Kurze Zeit später kam die Meldung, dass es eine neuere X11 Version gibt. Ok, aktualisieren. Gewartet. Und gewartet. Der Laptop machte nichts, ich konnte den Lüfter gar nicht hören, der sich nochmalerweise bei Installationen hörbar macht. Nach einiger Zeit habe ich Fenster minimiert und siehe da, es gab ein Fenster für die Installation von X11, das im Hintergrund erschienen war. So was von blöd. Jetzt läuft das Programm. Die Funktion, die ich brauche und mit Rechtsklick aktiviere, nicht. Nicht mit ctrl+Klick. Mit dem Doppel-Finger-Klick schon.

Außerdem sind Mac-Teile überteuert. Ich habe vor meiner letzten Dienstreise den Ladekabel im Büro liegen gelassen. Am Samstag vor meinem Flug war Martin in der Stadt zum Einkaufen unterwegs und ich habe ihn gefragt, mir ein neuen Kabel zu besorgen. Sonst wäre ich mit der Bahn zwei Stunden hin und zurück unterwegs gewesen. Er rief mich später an und meinte, 85€ für so ein Ladegerät. Ich habe ihm vorgeschlagen, wo sich die Verkäufer den Kabel stecken könnten und habe den vom Büro geholt.

Uschi hat uns jetzt schon verlassen. Ich habe ihn vor seinem letzten Tag bei uns hoffnungsvoll gefragt, ob er das Laptop wieder haben möchte. Er hat mich misvertanden und gesagt, klar, ich könnte den tollen iMac aus seinem Büro bekommen. Mist. Auf meinem Schreibtisch ist sowieso kein Platz mehr. Ich habe schon vier Bildschirme drauf.

Ubuntu

Endlich. Seit etwa zehn Tagen habe ich Ubuntu neben Windows auf meinem Rechner installiert.

Um keine Fehler zu machen, habe ich mir zuerst eine neue Festplatte bei Saturn besorgt. Eine 3,5“ interne Festplatte von (Intenso)®. Mit 2TB sollte ich mehr als genug Platz haben. Meine Windows Festplatte ist 1TB groß und ich benutze gerade die Hälfte davon.

Das erste Problem fing an, als ich zu Hause versucht habe, die neue Festplatte im Rechner einzubauen. Das SATA-Kabel war nicht vorhanden. Ich halte gerade die Verpackung in der Hand und drauf steht nirgendwo, dass das Kabel nicht mitgeliefert wird. Das erfährt man nur, wenn man im Gebrauchsanweisungsheft aus dem Inneren der Verpackung blättert. Ärgerlicher ist, dass ich mich bei Saturn an einen Verkäufer gewendet hatte, und er hatte es auch nicht erwähnt. Die Beratung dort lässt einiges übrig zu wünschen. Also noch mal raus, um ein Kabel zu kaufen… Da ich mich gerade über Saturn geärgert hatte, bin ich zu Conrad gefahren. Mit dem Bus kein großer Unterschied.

Zurück mit dem richtigen Kabel, konnte ich endlich die neue Festplatte einbauen. Da meine externe Kabel für Bildschirm, Drucker usw. nicht sehr lang sind, musste ich viele ausstecken, um den Rechner auf dem Tisch öffnen zu können. Die Gelegenheit zum Staubsaugen habe ich genutzt. Festplatte an der Hauptplatine gesteckt, fest geschraubt, Rechner zu geklappt, Kabel wieder eingesteckt, Rechner angemacht. Ich habe ihn wie normal hochfahren gehört, aber auf dem Bildschirm geschah nichts. Alles schwarz. Ich habe zwei Anschlüsse für den Bildschirm, VGA und DVI. Ich hatte bis jetzt immer den DVI benutzt, aber vielleicht sollte ich VGA probieren: Immer noch kein Signal, und mein Bildschirm sagte noch, ich sollte den Anschluss prüfen. DVI wieder rein. Festplatte von der Hauptplatine rausgesteckt, Rechner an: Weiterhin schwarzer Bildschirm. Nicht mal ins BIOS konnte ich gehen, da nichts angezeigt wurde. Panik. Ich habe doch darauf geachtet, mich elektrisch zu entladen, bevor ich im Inneren vom Rechner gefummelt habe. Habe ich vielleicht die Hauptplatine beschädigt? Martin zur Hilfe gerufen, schnelle Antwort: Ich hatte das Bildschirm-Kabel am Anschluss der Hauptplatine statt an dem von der Graphikkarte gesteckt. Nach dem Umstecken ging’s wieder. Erleichterung.

Ubuntu auf der neuen Platte zu installieren lief ganz glatt. Ich hatte mir das Ubuntu-Magazin aus dem Kiosk um die Ecke geholt, mit einer CD für die 15.04 Version. Danach noch einige Pakete installiert, um programmieren zu können, wissenschaftliche Software heruntergeladen, jetzt kann ich von zu Hause aus voll bequem arbeiten und mich zu unseren Servern am Institut verbinden. Viel besser als unter Windows, vor allem, um Dateien zu kopieren. Der einzige Nachteil ist, dass ich es unter Ubuntu nicht geschafft habe, mich bei WordPress einzuloggen. Obwohl ich mir das gespeicherte Passwort aus meinem Browser unter Windows sehr genau aufgeschrieben und angegeben habe. Na gut, weniger Ablenkung, um zu arbeiten.

Einbruch

Ich war im Haus meiner Eltern, mit meiner Katze. Im Wohnzimmer hatte ich meinen Arbeitsplatz mit Rechner. Ich habe dort den ganzen Nachmittag gesessen. Eine weitere weibliche Person war anwesend, die ich nicht kannte und kaum gesehen habe. Ich habe mich nur um meinen Kramm gekümmert.

Als ich fertig war und gehen wollte, habe ich gemerkt, wie der Bereich links vom Arbeitsplatz, der durch einen Raumtrenner versteckt war, unordentlich war. Auf dem Couchtisch war nichts mehr vorhanden. Der Regal links vom Tisch wurde aufgeräumt, Sachen lagen auf dem Boden verteilt, sowie zerknitterte Papierbälle, mit denen meine Katze spielte. Selbst mein Rechner[1] war verschwunden, musste ich Martin (auf Deutsch) erzählen, der gerade aufgetaucht war und fragte, was los war. Mit dem Verschwinden vom Rechner hatte ich viele Fotos verloren, die ich auf meine Speicherkarten nicht behalten hatte. Ich war sehr geärgert darüber.

Ich habe mich so blöd gefühlt. Wie konnte ich nichts mitbekommen, obwohl ich mich im gleichen Raum befunden habe? Die Einbrecher mussten wirklich sehr leise gewesen sein, damit ich nichts merke. Wie konnten sie denn ins Haus eindringen? Martin meinte, bestimmt nicht durch die Haustür, sie ist zu laut, wenn man sie öffnet, ich hätte sie schon gehört. Oder durch die Fenster, habe ich gedacht, falls die unbekannte Frau, die noch im Haus war, gerade am Lüften war, wie meine Mami es früher jeden Morgen getan hatte. Es war doch unwahrscheinlich, weil die Fenster mit Klappläden aus Holz ausgestattet sind, die wir im Sommer als Sonnenschutz halb geschlossen lassen. Der Platz hätte nicht gereicht.

Es sei denn, jemand hätte die Einbrecher im Haus eingeladen. Wer war eigentlich diese Frau, die noch im Haus war? Wir haben sie gesucht und draußen gefunden. Hinter dem Haus befand sich eine kleine Kneipenterrasse, wo Leute auf ihr Frühstück warteten. Die Frau war die Kellnerin und dabei beschäftigt, Spiegeleier zu braten. An einem kleinen weißen runden Tisch saßen zwei Männer, die mir sehr verdächtig vorkamen. Beide trugen einen kurzen Bart, der genau dem Umriss vom Kinn bis zu den Ohren folgte. Es hat mich an die jüngsten Fernsehberichte aus Syrien erinnert. Sie haben mich genau angeschaut, und ich wusste, dass sie für den Einbruch verantwortlich waren. Beweise hatte ich leider nicht.

[1] Mit dem ich die ganze Zeit gearbeitet hatte, wohlgemerkt.

Kernel panic

Es fing damit an, dass Uschi mich vorgestern gefragt hatte, openVPN auf meinem Rechner zu installieren, damit ich von meinem Rechner aus mein Programm auf seinem Mac laufen lassen kann. Ich hatte bis gestern noch keine Zeit gehabt, als er mich fragte, ob die Installation erfolgreich war. Gegen 18:00 habe ich also angefangen, mich darum zu kümmern, und habe festgestellt, dass seit mein Vorgänger die Arbeitsgruppe verlassen hat, kein Update gemacht wurde. Kann ich gleich machen, dachte ich. Als root mit su - einloggen, dann yum -y update. Es waren 144 davon in der Liste. Eine Meldung zum Entfernen und zur Neuinstallierung von Kernel wurde auch angegeben. Wenn yum das vorschlägt, kann es wohl nicht schaden, dachte ich mir naiv. Danach habe ich openVPN installiert und es irgendwie nach gegoogelten Anleitungen konfiguriert. Es war schon fast 20:00 und ich war mit Martin verabredet, daher habe ich mich ausgeloggt und Feierabend gemacht.

Heute Morgen angekommen, eingeloggt… Geht nicht. Ich dachte zuerst, ich hätte mich beim Eintippen vom Passwort vertippt, aber nach dem vierten Mal kann es nicht sein. Capslock war aus. Auf meinem Testrechner habe ich mit dem gleichen Passwort kein Problem gehabt. Und mit ssh konnte ich mich auf meinem Rechner einloggen. Merkwürdig. Vielleicht sollte ich den Rechner nach den vielen Updates von gestern neu starten? Tja, beim Hochfahren kam die Meldung:

Kernel panic - not syncing: Attempted to kill init!
Pid: 1, comm: init Not tainted 2.6.32-431.1.2.el6.i686 #1
Call Trace:
[] ? panic+0x6e/0x122
[] ? do_exit+0x741/0x750
[] ? do_group_exit+0x3c/0xa0
[] ? sys_exit_group+0x11/0x20
[] ? sysenter_do_call+0x12/0x28

Nicht nur der Kernel hat Panik bekommen. Mein IT-Kollege war schon um 08:30 mit anderen Aufgaben überlastet und hatte keine Zeit. Wie üblich.

Nach mehreren gezwungegen Neustarten habe ich gemerkt, dass ich mit ESC zum Boot-Menü gehen konnte, und dort waren drei Versionen von Scientific Linux vorhanden. Die erste führte zum Kernel panic. Mit der zweiten konnte ich meine Login-Daten angeben, aber nach einem scheinbaren Start meiner Session kam das Login-Fenster wieder. Mit der dritten und ältesten Version bekam ich nur einen schwarzen Bildschirm mit einem blinkenden Kursor. Nur mit der zweiten konnte ich mich von meinem Testrechner aus durch ssh einloggen.

Mit yum history undo xxx dachte ich, die Lösung gefunden zu haben. Aber jetzt sieht es so aus:

Kernel panic - not syncing: VFS: Unable to mount fs on unknown-block(0,0)

Ich kann mich nun gar nicht mehr ins Rechner anmelden.

Geschichte eines alten DVD-Laufwerkes

Letztes Jahr hat mich mein Rechner im Stich gelassen. Genauer gesagt war es die Graphikkarte, die sich eines Morgens verabschiedet hatte. Seit einigen Monaten war der Rechner sowieso sehr langsam geworden. Die Textbearbeitung mit Word dauerte ewig, mit einigen Sekunden Totzeit, wenn ich etwas mit der Maus im Menü suchen musste. Da ich wegen Arbeitslosigkeit viele Bewerbungen zu schreiben hatte, war es mir ein großes Problem. Ich habe beschlossen, mir einen neuen Rechner zu kaufen, statt nur die Graphikkarte zu wechseln.

Ich hatte meinen alten Rechner seit sieben Jahren. Ich weiß es noch ganz genau, weil damals Neverwinter Nights 2 rausgekommen war, und mein früherer, allererster Rechner wäre überfordert gewesen. Als er den Geist aufgegeben hat, habe ich mich bei einem lokalen Laden umgeschaut. Sie hatten einige ganz gute komplette Rechner im Angebot. Ich habe mich für einen sehr leisen entschieden, mit einigen Wunschänderungen, was Arbeitsspeicher und Graphikkarte betrifft. Ich hatte mir die Meinung von Jan geholt, einem Kollegen, der sich mit Hardware gut auskennt. Ich habe Windows 7 als Betriebssystem gewählt. Es ging schnell, eine Woche später konnte ich den Rechner schon abholen, kurz vor meinem Weihnachtsurlaub bei meinen Eltern. Mein Ex-Chef, mit dem ich immer noch in Kontakt bin, hatte sich sogar angeboten, um mich mit seinem Auto dahin und nach Hause zu fahren. Es war gut, weil sich herausstellte, dass der Rechner mir zu schwer gewesen wäre.

Ich habe die wesentlichen Programme installiert, die ich für meine Bewerbungen brauchte, sowie einige wissenschaftliche Software. Nach dem Urlaub habe ich beschlossen, meine Spiele neu zu installieren. Auch die ganz alten. Bei einigen war ich überrascht, wie gut es noch ging. Baldur’s Gate hatte ich gekauft, als ich meinen allererster Rechner mit Windows 98 hatte. Ich musste lediglich den Kompatibilitätsmodus für Windows XP aktivieren, und es funktionierte einwandfrei.

Nicht so bei Neverwinter Nights. Ich habe die DVD ins nagelneue Laufwerk gesteckt. Es hat Geräusche von sich gegeben, aber die Installation wurde nie gestartet und der Inhalt der DVD wurde nicht mal angezeigt. Andere DVDs konnte ich problemlos lesen. Es war blöd, weil ich noch vor zwei Monaten auf meinem alten Rechner mit Windows XP eine neue Installation gemacht hatte. Lag es am Betriebssystem, oder am Laufwerk? Ich habe wieder Jan um Rat gefragt. Sein Vorschlag: DVD-Laufwerk aus meinem alten Rechner holen und in den neuen einbauen. Ich hatte bisher nur sehr selten Rechner aufgemacht, und meistens nur, um Staub zu entfernen. So schwierig konnte es aber nicht sein. Schraubendreher geholt, altes Laufwerk raus, neuer Rechner auf… Mist. Ich konnte nicht erkennen, wie ich das Laufwerk anschließen sollte. Ich konnte es mit Strom versorgen, aber nicht mit dem Rechner kommunizieren lassen. Der Anschluss passte nirgendwo. Wieder Jan angerufen. Er meinte, ich hätte wahrscheinlich einen IDE-Anschluss am alten Laufwerk, während der neue Rechner nur noch SATA-Anschlüsse hätte.

Ein Konverter musste also her. Ich habe mir Preise auf Internet angeschaut, wollte nur nicht zu lange mit einer Bestellung warten. Ich bin zurück zum Laden gegangen, wo ich den Rechner vor einem Monat bestellt hatte. Ich habe dem unmotiviert wirkenden jungen Mann das Problem kurz beschildert und gesagt, ich bräuchte einen Konverter. Seine Antwort: Es würde sich nicht lohnen, das alte Laufwerk anschließen zu wollen, ich sollte doch lieber ein neues Laufwerk kaufen, solche Konverter würden mehr Probleme verursachen als lösen, aber, seufz, wenn ich es unbedingt will, könnte er mir einen Konverter für 21€ bestellen. Ich habe geschluckt. Es war drei mal so teuer wie die Teile, die ich mir auf Internet angeschaut hatte. Sein Vorschlag, ein neues Laufwerk zu kaufen, war für mich nichts, da ich im neuen Rechner schon ein neues Laufwerk hatte, mit dem ich die DVD nicht lesen konnte. Außerdem wirkte der junge Mann die ganze Zeit, als ob er mich für eine blöde Kuh halten würde. Ich bin ohne Bestellung raus gegangen. Auf der anderen Straßenseite war ein anderer Laden. Ich bin hingegangen und habe wieder mein Problem erklärt. Der Verkäufer: Kein Problem, Konverter bestellt, 7€, morgen zur Abholung bereit. Und: Es hat wunderbar geklappt. Mit meinem alten Laufwerk konnte ich Neverwinter Nights installieren. Vom Konverter verursachte Probleme: Keine gesehen.

Maverick & PyQt…

Keine Ahnung, wie das gehen soll. Eins weiß ich, mir hat’s gereicht.

Am Anfang hörte es sich relativ harmlos an. Uschi wollte, dass ich die Installation meines Programmes auf seinem Mac teste. Meine bisherige Erfahrung mit Mac-Rechnern: Ich habe die schon mal aus einem Schaufenster im Apple-Laden gesehen. Ich habe für mein Programm mit Python2.6 und PyQt4 auf Linux gearbeitet. Dass einige Sachen anders sein würden und ich viele Fehler auffangen sollte, wusste ich. Was mir nicht klar war, ist die Tatsache, dass PyQt4 auf Uschi’s Mac nicht installiert ist. Kein großes Problem, dachte ich. Schließlich habe ich zu Hause auf meinem Windows 7 Rechner ohne Problem aus einem Installer PyQt4 bekommen.

Der Hacken ist, dass es für Mac keinen Installer gibt. Anweisungen zur Installation habe ich auf Internet gefunden, die mich immer mehr verwirrt haben. Um PyQt installieren zu können, braucht man SIP. Ich hatte bisher von SIP noch nie was gehört. Ok, SIP installiert, dann PyQt4… Ach nee, Qt gibt’s doch gar nicht auf dem Rechner! Da fiel Uschi auf, dass er für die Installation von Qt noch Teile von Xcode brauchte. Ich habe nichts gesagt, keine Ahnung, wovon er redete. Ich habe ihn diesen Teil installieren lassen (2GB Download immerhin), dann haben wir Qt5.1.1 installiert, dann SIP4.15.4, dann die ziemlich letzte Version von PyQt, und es hat nicht funktioniert. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben wir fast zwei Stunden gebraucht.

Da Uschi heute unterwegs ist, meinte er, die Gelegenheit wäre perfekt, damit ich alleine an seinem Mac arbeiten könnte, um PyQt zu installieren. Seit der Mittagspause habe ich an seinem Rechner gesessen. Ich habe ziemlich alles probiert, was mir durch den Kopf gegangen ist. Verschiedene Versionen, mit --arch x86_64 oder --arch i386, Qt4, Qt5…

  • Qt5.2.0 beta + PyQt4.10.4: Fehlermeldung /Library/Python/2.7/site-packages/PyQt4/QtCore.so: No such file or directory beim sudo make install (ich habe inzwischen Administratorrechte bekommen)
  • Qt4.7.3 + PyQt4.10.4: Ich war begeistert, es gab beim sudo make install keine Fehlermeldung, selbst wenn ich beim make jede Menge Warnungen über die nicht unterstützte Mac OS X Version (Maverick) gesehen habe. Aber als ich dann meinen Programm laufen ließ: Traceback bei from PyQt4.QtGui import *, mit der Beschimpfung ImportError: dlopen(/Library/Python/2.7/site-packages/PyQt4/QtCore.so, 2)
  • Ein Versuch mit einer 32-bits Architektur: mach -o, but wrong architecture
  • Qt4.6.4 + PyQt4.10.4: Am configure.py ist es schon gescheitert: Error: Failed to determine the layout of your Qt installation
  • Qt4.8.4 oder Qt4.8.5 + PyQt4.10.4: wieder die ImportError Meldung
  • Irgendein Build von Qt5.2.0 beta + das letzte Snapshot von PyQt5.2: SIP konnte beim sudo make install nicht gefunden werden (ich habe mich nicht darüber gefreut, dass die Fehlermeldung nach dem make kam, der schon 10mn braucht)
  • Statt python2.7, habe ich auch python2.6 versucht: ImportError

Das einzige, was ich nicht geändert habe, war die Version von SIP. Jetzt ist es fast neun, ich sitze immer noch im Büro und habe tierisch Hunger. Schnauze voll, ich gehe nach Hause. Warum soll es eigentlich mein Job sein, wenn wir im Team einen IT-Ingenieur haben? Schließlich habe ich Physik studiert, nicht Informatik.