Ein Herbsttag am Ahornboden

Bilder vom letzten Sonntag. Ich war die ganze Woche mit der Arbeit so beschäftigt, dass ich mir erst heute die Fotos anschauen konnte. Wer meinen Frust mit dem Münchner ÖPNV liest weiß, dass ich die ganze Woche täglich über zehn Stunden auf Arbeit war. Ich bin platt.

Der Ausflug zum Ahornboden war eine spontane Idee vom mir am Vortag gewesen. Ute hatte letztes Jahr davon geschwärmt. Das letzte Wochenende ist wieder sommerlich geworden, nach dem vielen Regen, wir mussten raus in die Natur. Wir haben den Wecker für sieben Uhr morgens gestellt. Eigentlich hatte ich dem Ehemann gesagt, wir fahren um sieben Uhr morgens los. Es war ihm zu früh. Um acht steigen wir ins Auto ein. Theoretisch brauchen wir anderthalb Stunden bis zum großen Ahornboden.

Wir fahren an Orte vorbei, durch die wir im Mai letztes Jahres an die Isar entlang gewandert waren. So lange ist es schon her. Bad Tölz, Lenggries… Wir machen eine Pause am Sylvensteinsee. Am Vorderriss biegen wir dann Richtung Hinterriß ab und benutzen die Mautstraße im Naturschutzgebiet. Am Gasthof zur Post angekommen halten wir kurz, um auf dem Navi vom Ehemann zu schauen, wo wir am besten parken. Unser Ziel ist aber der große Ahornboden, der liegt noch ein gutes Stück entfernt. Die sechsstündige Wanderung hin und zurück zum kleinen Ahornboden will der Ehemann nicht machen. Er hat’s mit dem Knie. Wir fahren weiter und halten noch einmal, als wir die wunderschöne Laubfärbung der Ahornbäume entdecken.

Am großen Ahornboden stehen Leute auf der Straße, die uns zur nächsten Parkmöglichkeit lotsen. Praktisch. Wir parken direkt nach der Brücke vor Eng und trinken erstmal ein Cappuccino am Gasthof. Der Ehemann nimmt sich unglaublich viel Zeit mit allem. Ich frage mich, ob er wirklich wandern will. Als wir endlich aufbrechen, ist es schon nach elf Uhr morgens.

Wir gehen den langen Panoramaweg hoch. Er fängt gemütlich an, wird aber schnell sehr steil. Es wäre mir egal, wenn es nicht gleichzeitig auch wegen Schlamm so rutschig wäre. Ob Schnee oder Schlamm: Ich mag es gar nicht, wenn ich kein festes Gefühl unter den Sohlen habe. Zum Glück habe ich die Schnee-Wanderstöcke dabei und kann mich fest im Boden ankern.

Es sind viele Leute unterwegs. Viele Familien mit Kindern. Es staut auf dem Weg nach oben. Am nervigsten finde ich die Hunde ohne Leine, die meinen, beim hoch laufen von hinten gegen meine Beine zu schubsen. Als wir zum höchsten Punkt des Panoramawegs auf der Alm angekommen sind, liegen auch viele Leute auf dem Gras zwischen den Kuhfläden. Der Ehemann hatte auf ein Gasthof und kühles Bier gehofft, aber hier oben gibt es nichts davon. Wir gehen den Weg um die Alm wieder runter und entdecken doch weiter unten die Binsalm. Voll mit Leuten. Als wir dort sind und die Schlange zur Schänke sehen, beschließen wir, ohne Pause den Rest des Weges weiter zurück nach Eng zu gehen. Ich habe ja Bananen und Wasser im Rucksack. Der Weg ist auf dieser Seite viel einfacher zu gehen und ich bin froh, dass wir den steilen, rutschigen Weg hoch und nicht runter gelaufen sind. Mein Ischias, der jetzt seit langem still geblieben war, meldet sich plötzlich wieder, aber dumpf, nicht so heftig schmerzhaft wie früher. Ich muss doch ein paar Pausen einlegen, und freue mich über die Bänke am Wegesrand.

Zurück in Eng, holen wir uns eine Käse-Speck-Platte im Bauernladen und essen an einem Tisch vorne in der Sonne, bevor wir kurz vor 16:00 den Rückweg zum Auto antreten. Ätzend. Alle fahren gleichzeitig weg. Hätte der Ehemann auf mich gehört, statt länger schlafen zu wollen, wären wir schon jetzt zu Hause. Die Rückfahrt nach Hause erweist sich als recht anstrengend, für den Ehemann. Wir stecken mehrmals im Stau. Zum Glück ist das neue Auto sehr bequem. Im alten Polo hätte es kein Spaß gemacht. Kurz nach 18:00 sind wir wieder zu Hause.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Glätte

Meine Wetter-App hatte mir erhöhte Temperaturen versprochen. Ich hatte mich darüber gefreut, weil es heißen würde, dass der Schnee endlich verschwinden würde. Auf dem Bahnsteig macht es mir keinen Spaß, wenn es Rutschgefahr gibt. Es macht mir eh nirgendwo Spaß.

Ich war nicht begeistert, als ich nachmittags im Büro aus dem Fenster schaute und die vielen Schneeflocken runter kommen sah. Der Weg, den ich morgens nutze, war wieder ganz weiß, nachdem er heute endlich frei vom Schnee geworden war. Aber es kam schlimmer, denn danach hatten wir einen leichten Regen. Und es hat nicht gereicht, um den gefallenen Schnee zu verschmelzen, nein. Als ich Feierabend gemacht habe, war der Schnee zu einem rutschigen Matsch geworden. Es hatte ja eine Glättewarnung für den Abend gegeben. In München selbst geht es noch, weil so viele Menschen unterwegs sind und alles zertrampelt hatten. Als ich aber zu Hause ankommen bin, war der Weg von der S-Bahn völlig glatt. Sowie der Bahnsteig. So sieht es meistens aus:

Schnee_SBahn

Vorbereitung scheint bei uns fehl am Platz zu sein. Weder vor dem Caritas-Haus noch bei uns wurde gestreut. Es war wie eine Eislaufbahn. Ich bin auf der Straße gegangen. Da fahren sowieso so wenige Autos, man läuft keine Gefahr, überfahren zu werden. Ich frage mich, ob ich morgen gut zur Arbeit ankommen kann. Ich sollte vielleicht später als sonst gehen.

Zum Glück habe ich ein klitzekleines bisschen mehr Sicherheitsgefühl auf Glätte bekommen, auch wenn ich immer noch fürchterlich schimpfe und es so gut es geht vermeide, mich darauf zu bewegen. Am letzten Wochenende hatte ich die glorreiche Idee, mit dem Ehemann auf dem Wank eine Schneewanderung zu machen. Mit dem Zug brauchen wir keine zwei Stunden dahin. In Garmisch-Patenkirchen angekommen, war kaum Schnee zu sehen. Uns wurde von einem Einheimischen in einem Lebensmittelladen versichert, dass man keine Schneeschuhe brauchen würde. Es stimmt, dass viele Leute uns zu Fuß überholt haben. Ich weiß nicht, wie sie es schaffen, so schnell unterwegs zu sein.  Als mir klar wurde, dass ich dem Verkäufer aus dem Dorf niemals hätte vertrauen schenken sollen, war es zu spät um umzukehren, da wir aufwärts gingen. Sonst hätte ich den glatten Weg runter gehen müssen, was noch schlimmer als erklimmen ist. Der liebe Ehemann hat mir sehr geduldig gezeigt, wie ich meine Füße setzen sollte, um einen besseren Stand auf Glätte zu bekommen. Man sollte auf der Außenkante oder Innenkante vom Fuß abrollen, je nach dem, ob man runter oder hoch geht, und es stimmt, man rutscht nicht mehr so viel! Es hat mir viel Überwindung und Nerven gekostet, aber wir haben es am Ende bis zur Mittelstation geschafft. Nur, weil ich meine Stöcke mitgenommen hatte. An manchen Stellen war es so glatt, dass ich mich nur noch über die Stöcke fest halten konnte. Meine Muskel haben geschrien, meine Füße haben weh getan, ich habe fast Krämpfe bekommen. Gut, dass wir danach Gondel fahren konnten. Mit richtigen Schneeschuhen hätten wir es bestimmt bis zur Spitze geschafft.

Wegen des Schneefalls hatten wir keine Aussicht. Mir ging es sowieso vor allem um Sport. Bei besserem Wetter werden wir auf jeden Fall zurück kommen. Die Gegend hat mir sehr gefallen. Das Frühstück im Café Berge war schon mal hervorragend. Ich habe dort das beste Müsli serviert bekommen, das ich je gegessen habe. Mit Amarant und Beeren. Das Dorf ist entzückend, auch wenn es auf mich viel zu religiös wirkt. Am Hotel der Drei Mohren kann man noch ganz politisch unkorrekt Zigeunerbratwurst bestellen, was wir nach dem tollen Frühstück nicht mehr probiert haben. Danach war ich zu sehr mit dem Gehen auf dem Schnee beschäftigt, um noch Fotos zu machen. Wir sind bei Tageslicht zurück zum Bahnhof gekommen und hatten insgesamt einen tollen Tag, von den Schwierigkeiten auf dem Schnee mal abgesehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wochenendausflug

Die Idee kam mir ganz spontan am Freitag. Wir wollten schon seit einigen Wochen mal richtig ausschalten und am Wochenende entspannen. Zum Beispiel zur Sauna[1] gehen. Oder eine Schneewanderung machen. Es kam bisher nicht dazu, da ich für die Arbeit immer so viel zu tun hatte, selbst zu Hause. Und bei der Berlinade haben wir auch viel Zeit verbracht.

Ich habe vorgeschlagen, einen Wochenendausflug zu machen. Vorausgesetzt, er fährt vorsichtig (so viel zum Thema „nie wieder„). Wir haben uns für das Erzgebirge entschieden. Am Samstag ein Hotel[1] gefunden, und sofort weg gefahren, nachdem die Katze reichlich versorgt wurde. Über vierundzwanzig Stunden ohne uns ist ihr schon zuzumuten.

Die Fahrt verging problemlos. Na ja, einige Idioten direkt hinter Schönefeld gab es, die sich für Formel 1 Fahrer hielten und mit Vollgas die anderen Autos abwechselnd von links und rechts überholten, aber danach war’s ruhig.

Im Hotel haben wir uns gleich in die Sauna gestürzt. Außer uns war niemand da. Zwei Stunden purer Entspannung. Abends im Hotel gegessen. Die Hummersuppe auf Jakobsmuscheln werde ich nicht so schnell vergessen. Ein Traum. Viel besser als das Süppchen vorweg, das wir als Kostprobe aus ihrem Menü für einen Wettbewerb bekommen haben.

Der gestrige Tag war sportlicher. Ein bisschen frischer Schnee war in der Nacht gefallen. Der Himmel war grau, die Sonne nur selten zu sehen. Wir haben uns Schneeschuhen geliehen und den Auerberg erklommen. Zwei Stunden haben wir gebraucht. Oben angekommen, mussten wir die Gaststätte besuchen. Die Zwiebelsuppe hat nach der Anstrengung köstlich geschmeckt; das schwarze Bier passte hervorragend dazu. Der Rückweg ging deutlich schneller, obwohl ich schon spüren konnte, wie müde meine Oberschenkelmuskel waren.

Auf der Rückfahrt bin ich fast eingeschlafen, so sicher fühlte ich mich. Er hat seinen Fahrstil tatsächlich verbessert. Fragt sich nur, für wie lange. Als Belohnung für die lange Rückfahrt habe ich uns zu Hause ein Bad vorbereitet. Inklusiv Massage. Was danach noch geschah behalte ich jetzt für mich.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.