Was für Faulenzer

Ich war heute Morgen vor dem Wecker wach. Wir waren nicht spät ins Bett gegangen. Der Wecker war für halb acht gestellt. Viel zu spät für mich, wenn ich heute arbeiten würde. Ich habe eine Stunde Fahrt zur Arbeit. Ich mag es nicht, nach neun anzukommen, obwohl die Arbeitszeiten bei uns nicht so fest sind.

Ich habe also kurz nach sieben die Toilette besucht. Martin war auch schon wach, lag aber weiter im Bett. Bis der Radiowecker sich meldet. Wie immer. Ich habe noch der Katze ihr Frühstück gegeben und bin zurück ins Bett gegangen. Ich habe mich gegen Martin eingekuschelt. Kurz danach hat sich die Katze an der Bettkante gegen meinem Rücken eingerollt.

Um halb acht ging das Radio an. Wir haben die Nachrichten gehört. Dann die Wettervorschau (brrr, kalt, ich bin froh, dass ich heute Morgen nicht raus muss). Und die Verkehrsmeldungen, weil sie manchmal auch Hinweise für ÖPNV beinhalten. Danach kam ein tolles Aufwachen-Lied von den Blues Brothers. Wie kann man dabei weiter schlummern? Martin kann’s.

Nach einer Weile habe ich ihn zum Aufstehen eingeredet. Ich wollte auch aufstehen, um ihn zu ermutigen, aber die Katze lag noch an meinem Rücken geklebt. Beim Umdrehen hätte ich sie gequetscht. „Chipie, steh auf“, habe ich ihr gesagt (sie versteht sowohl Deutsch als auch Französisch). Keine Reaktion. Sie lag da fest wie ein Stein. „Chipie!“, habe ich noch mal gerufen. „Mrrrrrauwww?“, meinte sie halb im Schlaf. „Allez, debout!“ Sie hat sich ein bisschen bewegt, ich habe mich umgedreht, und sie musste vom Bett springen. Ich bin aufgestanden. Martin hat sich auf seine Bettkante hingesessen. Endlich.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Der fliegende Kamm

Heute erzähle ich kurz von einem Traum, den ich vor gut neun Jahren hatte.

Es war am frühen Morgen, bevor der Wecker klingelte. Ich musste an dem Abend vorher ein bisschen zu viel am Computer gespielt haben.

Ich befand mich nachts auf einem Feld und musste eine Horde von Skeletten und Zombies mit meinem Schwert bekämpfen. Nach der Schlacht bin ich zurück nach Hause gegangen. Voll mit Blut bedeckt, habe ich mich in die Badewanne gelegt, um mich von der Schlacht zu erholen. Das Badezimmer sah genau aus wie das Schlafzimmer von meinem Bruder in unserem früheren Haus. Statt seines Betts war jetzt die Badewanne. Ich habe irgendein Geräusch gehört und bin aufgesprungen. Dabei hat mein Ellbogen den Kamm berührt, der bei mir immer auf der Ecke auf der Badewanne lag. Der Kamm ist dadurch weg geflogen; das Geräusch, als er zum Boden fiel, hat mich geweckt.

Ich habe zuerst gewartet, dass der Wecker klingelt, bevor ich aufgestanden bin. Ich bin dann zum Badezimmer gegangen, und wäre fast auf dem Boden gerutscht, weil ich vor dem Klo mit dem Fuß auf meinem Kamm getreten bin. Ich fand dieses Ereignis sehr seltsam. Zum einen lasse ich nie Sachen auf dem Boden liegen. Höchstens Bücher neben meinem Arbeitsplatz, wenn ich sie gerade noch brauche und kein Platz neben dem Rechner mehr habe. Aber nicht im Badezimmer. Zum anderen befanden sich zwischen dem Klo und der Badewanne noch die Waschmaschine und der Waschbecken, alles in einer Reihe, der Kamm muss wirklich mit Schwung geworfen worden sein. Wäre er einfach vom Rand der Badewanne gerutscht, wäre er viel näher dran gelandet, sicherlich nicht vor dem Klo. Ich habe mich wieder an den Traum erinnert. Könnte es sein, dass ich im Traum meinen Körper verlassen habe und tatsächlich den Kamm fallen lassen habe? Das würde das Geräusch erklären, mit dem ich aufgewacht war. Na ja, wenn man es für möglich hält, dass man etwas wie eine Seele hat, die aus dem Körper raus gehen kann (ok, warum nicht, ich habe nichts dagegen) und mit Objekten wechselwirken kann (das hätte ich weniger erwartet). Ich hätte auch am Abend vorher nicht merken können, dass der Kamm schon vor dem Klo lag. Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Ach ja, meine Katze war damals noch nicht geboren, ich war alleine in der Wohnung.

Ein von einigen Kuriosen Ereignissen, die ich mir aufschreiben wollte, bevor ich sie ganz vergesse.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Kraft der Seele

Ich bin manchmal verblüfft, was man beim bloßen Denken erreichen kann. Hier folgen einige Beispiele, die ich meistens selber ausprobiert habe.

Der Wecker-Ersatz
Irgendwo auf einem Internet-Forum gelesen: Man liegt abends im Bett und entspannt sich, um einzuschlafen. Als der Moment kommt, wo man noch halbwegs bewusst bleibt, irre Bilder aber vor den Augen erscheinen, klopft man sich selber an die Schulter und ruft leise: „[Euer Vorname], wach auf!“ Dann entspannt man sich wieder und schläft ein. Ich habe an einem Wochenende versucht, mich zum Erwachen zu programmieren. Samstag abends ins Bett, dann beim Einschlafen habe ich mich an die Schulter berührt und gesagt, „Shaarazad[1], wach auf, es ist 06:00“. Ich hatte damals noch keine Katze und konnte sonntags vormittags üblicherweise sehr gut lange schlafen. Und zu meiner starken Überraschung, bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, mit den Worten von vor dem Einschlafen in den Ohren. Gleich das Licht angemacht und den Wecker geschaut: Genau 06:00. Ich war so erstaunt, dass ich nicht mehr schlafen konnte und aufgestanden bin.

[1] Nicht mein echter Name, aber das hattet ihr schon vermutet.

Luzide Träume
Ziel des Ganzes ist es, die Kontrolle über seine eigene Träume zu erlangen. Dafür sollte man beim Träumen erkennen, dass man schläft. Es kann schon lange dauern. Zuerst habe ich ein Traumtagesbuch geführt, wo ich jeden Morgen beim Aufwachen alles geschrieben habe, was ich geträumt habe. Als ich es geschafft habe, mich täglich an meinen Träumen zu erinnern, habe ich mit den Realitätstests angefangen. Was ist das? Tagsüber gewöhnt man sich daran, irgend eine Tätigkeit zu machen, die beim Träumen nicht ganz glatt läuft. Zum Beispiel sind die Gegenstände im Traum nur ungenau dargestellt, es reicht zum schnellen hingucken, aber bei einer genauen Betrachtung fällt die Illusion auf. Ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, mehrmals am Tag meine Hände zu beobachten. Eine Nacht war ich so weit, dass ich im Traum meine Hände auch beobachtet habe. Sie sahen sehr komisch aus, die Größe irgendwie anders, die Anzahl der Finger konnte ich nicht richtig prüfen und die Textur der Haut war viel zu glatt. Ich habe dann erkannt, dass ich am Schlafen war. Leider war diese Erfahrung für mich erschreckend, und ich bin davon aufgewacht. Die Übung habe ich nicht mehr gemacht, eigentlich schade.

Besoffen geredet
Das war vielleicht eine der bizarrsten nicht erwarteten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Ich war eines Abends bei einem Freund eingeladen. Es waren mehrere Leute da, einige kannte ich, andere nicht. Ich habe mir ein Bier besorgt und habe den ganzen Abend gebraucht, um es leer zu trinken. Eine andere Frau war da, mit der ich mich unterhalten habe. Sie hatte deutlich viel mehr Alkohol getrunken und die ganze Zeit wiederholte sie, „Oh Mann, ich bin so betrunken!“ Ich bin gegen 23:00 nach Hause gegangen und habe mich sofort ins Bett gelegt. Am nächsten Morgen habe ich mich schwindelig gefühlt, mit dem komischen Kater-Geschmack im Mund, und dachte, „Mensch, was habe ich gestern Abend alles getrunken.“ Ich musste aber aufstehen, weil ich zur Arbeit musste. Im Badezimmer fiel mir plötzlich ein, dass ich nur ein Bier getrunken hatte, was ich sonst ohne Problem vertrage. Auf ein Mal verschwand der „Kater“ und mir wurde klar, dass die Frau am Abend mich beim ständigen Beschweren einfach besoffen geredet hatte.

Hypnose als Narkose-Ersatz
Angeblich sollte man bei einer Operation keine Betäubungsmittel brauchen, weil man unter Hypnose keine Schmerze spüren sollte. Da bin ich aber viel zu feige und werde es nie versuchen. Zuerst hoffe ich sehr, dass ich nie operiert werden muss. Und wenn, dann will ich eine volle Narkose. Ich will gar nicht mitbekommen, was alles um mich herum passiert. Bei meiner Weisheitszahnentfernung war es schlimm genug. Am Ende des Eingriffes hatte die Helferin dem Chirurg zu meinen Händen genickt, wo meine verkrampften Finger deutliche Spuren von den Nageln hinter gelassen hatten. Und das, obwohl ich mit lokaler Betäubung nichts gespürt hatte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.