Die Umzugsarbeiten gehen voran

Der Umzug ist schon seit zehn Tagen abgeschlossen. Ich hatte mir drei Tage Urlaub genommen, um dabei zu sein. Der Ehemann war an dem Mittwoch in Berlin, weil er am Anfang der Woche das Leeren der Wohnung beaufsichtigen musste, während ich hier gearbeitet habe, und danach für die Mieter ab August putzen und Spuren auf den Wänden beseitigen wollte.

Die Jungs von zapf haben am Mittwoch die ganzen Möbel zur Wohnung hoch getragen und zusammen gebaut, die Kartons geschleppt, angefangen aufzuräumen und die leeren Kartons wieder mitgenommen. Am Donnerstag gegen elf Uhr morgens waren sie fertig. Alles machen lassen, keinen Finger rühren, und gleich danach kann man wie vorher in der Wohnung leben. Das war die Idee, es kam anders.

Ein Teil des Chaos kam dadurch zustande, dass wir in Berlin zwei Arbeitszimmer hatten, hier aber nur einen Raum, den wir uns teilen. Dieser Raum ist oben, und es gibt Dachschräge. Also mussten die zwei Meter hohen Bücherregale aus den Arbeitszimmern unten ins Wohnzimmer unterbracht werden. Die Kartons mit deren Inhalten wurden aber alle mit „Arbeitszimmer“ beschriftet, von wem auch immer. Darauf stand, aus welchem Regal die Sachen stammen, aber entziffern konnten es die Jungs nicht immer, und sie haben zuerst auch gar nicht darauf geachtet. Es half nicht, dass nicht alle da waren, die in Berlin eingepackt haben. Drei der Jungs waren aus dem Münchener Raum und nur zum Entladen am Umzug beteiligt.

Die Jungs haben alle Kartons ins Arbeitszimmer gebracht und standen plötzlich vor dem Problem, dass der Raum schon voll war, und viele Kartons noch rein „mussten“. Weil eben deren Inhalt jetzt im Wohnzimmer gehört. Erst dann haben sie mich gerufen und gefragt, wohin mit dem Rest. Außerdem hatten sie den Raum voll mit Kartons gefüllt, obwohl noch Möbel für diesen Raum montiert werden mussten. Sie waren nicht begeistert, die Kartons zwischendurch zum Nachbarraum bringen zu müssen, aber ich verstehe nicht, warum sie nicht zuerst alle Möbel zur Wohnung gebracht haben und erst dann die Kartons.

Aufgeräumt haben sie, irgendwie. Ich hatte sie darum gebeten, mir die Kartons mit den Büchern ins Wohnzimmer zu bringen, und ich würde die Bücher selber aufräumen, aber das haben sie nicht verstanden. Oder wollten es nicht verstehen, ich weiß es nicht. Ich konnte ein paar Bücherstapel vorbereiten, den Rest hatten die anderen Jungs schon in irgendwelchen Schränken verstaut, wo sie ursprünglich nicht gehört hatten, da es Schränke unter der Dachschrägen sind, die die Vermieter für uns gelassen hatten. Ich musste am Freitag alle Bücher ausfindig machen und habe zwei Tage gebraucht, um sie auf den Regalen zu sortieren. Um dann zuzusehen, wie der Ehemann seine von mir liebevoll sortierte Bücher umsortiert hat.

Die Küche war ein Graus. Als ich die Schublade mit dem Besteck geöffnet habe, wurde mir klar, dass die Jungs keine Ahnung davon haben, wie eine Küche funktioniert. Wahrscheinlich kocht noch Mama für sie. Alles war ein gemischtes Durcheinander. Die Gläser waren sehr chaotisch im Schrank verteilt. Die Gewürze und Vorräte waren überall verstreut. Das musste auch ordentlich wieder sortiert werden. Ich hätte es lieber von vorne rein selber gemacht, aber es gehörte zum Vertrag, dass sie alles „aufräumen“ und die leeren Kartons entsorgen. Beleidigt hat es sie ein bisschen, als ich vorgeschlagen habe, dass sie alles in Stapeln lassen und ich selber weiter mache.

Begeistert war ich nicht, dass nichts in der Küche angeschlossen werden konnte. Dafür konnten die Umzugsleute nichts. Für die Spüle und die Spülmaschine fehlt das Eckventil. Es müsste zur Wohnung gehören, meinen sie, aber die Vermieter haben es scheinbar bei ihrem Auszug mitgenommen. Ich habe da keine Ahnung, und in dem halben Jahr, seitdem ich schon hier wohne, ist es dem Ehemann nicht aufgefallen. Bis jetzt hatte ich mein Geschirr in dem kleinen Spülbecken im Badezimmer gespült. Das muss ich erstmal weiter so machen. Das Herd konnte auch nicht angeschlossen werden, da eine spezielle Steckdose fehlt. Die Vermieterin war gestern hier, nachdem der Ehemann ihr das Problem geschildert hatte. Sie meinte, die Steckdose wäre wohl da, sie wurde nur zugespachtelt, und für uns also unsichtbar. Sie steht jetzt hinter einem sehr schweren, langen Möbelteil mit Granitplatte. Blöd für uns. Wir müssen darauf warten, dass ein Handwerker kommt und die Steckdose frei macht. Solange kann ich nicht kochen. Abgesehen davon, hätte ich keine Lust, große Töpfe im Badezimmer zu putzen.

Fürs Wochenende hatte ich mir den Kleiderschrank vorgenommen. Wir haben ihn von den Vermietern bekommen. Er wurde genau fürs Schlafzimmer angefertigt und erstreckt sich über eine ganze Wand bis zur Decke. Super praktisch mit Schiebetüren. Ich habe gestern unsere Kleidung aufgeräumt. Und was macht der Ehemann heute? Er räumt wieder alles um. Vermutlich eine Ingenieur-Macke. Soll er weiter machen. Ich liege jetzt auf der Couch.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Werbeanzeigen

Ordnung geschafft

20161022_ordner

Lange habe ich den Chaos auf dem Schreibtisch wachsen lassen. Kontoauszüge sind ungelesen in eine Ecke gestapelt worden. Den Zustand meiner Konten sehe ich eh immer online. Der Stapel ist gewachsen und mir mit der Zeit unangenehm geworden. So unordentlich und ungemütlich auf dem Schreibtisch. Seit Jahren läuft es so. In einer Schublade lagen noch ältere Briefe der Bank. So gut in Ordnung halten war ich nie.

Nun, das war vorher. Jetzt habe ich mir einen neuen Ordner besorgt (bzw. den Ehemann dazu beauftragt, mir einen neuen Ordner zu bringen). Den ganzen Abend habe ich damit verbracht, Kontoauszüge zu sortieren. Nicht selten musste ich zuerst den Briefumschlag öffnen. Wozu den Brief überhaupt öffnen, ich weiß ja, was auf dem Konto passiert.

Tja. Heute ist mir aufgefallen, dass nicht alle Briefe von der Bank Kontoauszüge sind. Häufig ist es auch Werbung. Manchmal ist es ernster. Wie die Transaktion Ende August, die von der Bank gesperrt wurde. Ich habe den Brief darüber erst heute Abend gelesen. Ich hatte damals über die Webseite einer Tagung ein Hotelzimmer buchen wollen. Beim Bestätigen der Zahlung kam eine Fehlermeldung, mit dem Hinweis, dass meine Bank die Transaktion gesperrt hätte. Verwirrt, hatte ich sofort meine Bank angerufen und ein Mann hat mir erklärt, dass ich meine Identität in einem Pop-up nicht bestätigt hätte, daher die Sperrung. Mein Browser hatte wahrscheinlich den Pop-up blockiert. Die übliche Warnung oberhalb der Seite hatte ich aber nicht bekommen. Vielleicht war ein der Ad-Blocker schuld. Egal, der Mann am Telefon hatte für diese Transaktion die Identifikationsanfrage deaktiviert und ich hatte beim Hotel buchen können. Dass zusätzlich ein Brief geschickt wurde, war mir nicht bewusst. Es ist am Ende gut gegangen, weil im Brief stand, ohne Maßnahme meinerseits würde die Transaktion doch stattfinden.

Wie gut, dass ich jetzt einen Ordner für Post aus der Bank habe. Das hätte ich mir viel früher anschaffen sollen. Jetzt werde ich die Briefe öffnen müssen, bevor ich sie ungelesen im Ordner hefte, und dabei wird es mir auffallen, wenn es sich ausnahmsweise nicht um einen Kontoauszug handelt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Aufräumparty

Ich habe von meinem ehemaligen Kollegen Sebastian und seiner Familie geträumt.

Er wurde mit seiner Frau Amandine und seinen Kindern zu einer Aufräumparty an der Uni eingeladen und hatte mich gefragt, ob ich mitgehen möchte. Es ging darum, anderen Kollegen beim Umzug zu helfen. Sie brauchten Leute, die ihnen sagen, was sie wegwerfen und behalten sollen. Wir sind gemeinsam abends mit dem Auto dahin gefahren.

Dort kannte ich niemanden. Ich habe mir beim Büfett Salat besorgt. Drin gab es Emmentalerwürfel. Als ich danach bei der Aufräumaktion teilnehmen wollte, ist eine Frau zu mir geeilt und hat gefragt, ob ich auf der Gästeliste eingetragen wäre, da ich sonst nichts hier zu suchen hätte. Sebastian ist mir zur Hilfe gekommen und meinte, ich wäre mit ihm gekommen. Ich bin mit ihm zum anderen Zimmer gewechselt, wo viele Leute beschäftigt waren. Sie krochen auf allen vieren durch einen Kamin-Eingang zu einem Nachbarzimmer und kamen mit Kartons zurück. Ich hätte ihnen gerne geholfen, aber mir fiel auf einmal auf, dass ich mein kurzes schwarzes Nachtkleid wie üblich ohne Unterwäsche trug und unmöglich mitmachen könnte, ohne für Aufregung zu sorgen. Ich habe mich stattdessen bei Amandine auf einer Bank hingesessen und mit ihr geredet. Ihre beiden Kinder tobten um uns herum.

Nach der Aufräumparty sind wir mit Auto nach Hause gefahren. Auf dem Weg dahin wurden wir Zeugen, wie eine Frau auf dem Bürgersteig von zwei Männern in einem Auto belästigt wurde. Sebastian ist neben ihnen gefahren und hat seine Fensterscheibe heruntergemacht. Der Passagier hat durch sein Fenster Sebastian beim Arm gepackt. Ich bin auf der hinteren Bank aufgestanden und wollte ihm helfen. Dadurch haben die Männer gemerkt, dass es mehrere Personen im Auto gab und haben die Flucht ergriffen. Ich war so stolz, einen so tollen Freund wie Sebastian zu haben, der ohne zu zögern bereit ist, anderen zu helfen, dass mir die Tränen in die Augen gekommen sind. Daraufhin bin ich aufgewacht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Plündertag – Fahrrad – Berlin

Da ich in Kürze umziehe und vieles nicht mehr brauche oder nicht mitnehmen möchte, will ich möglichst viele Sachen vor dem Umzug entsorgen. Ich habe schon letzte Woche angefangen und zwei großen Mülltüten voll mit noch guten aber lange nicht mehr getragenen Klamotten zu den Sammelcontainern gebracht – was mir Muskelkater verursacht hat, da ich Fußgängerin bin. Zwei weiteren Mülltüten mit nicht mehr zu rettendem Kram wurden entsorgt. Dinge, von denen ich mich schon lange hätte trennen sollen.

Aber es gab andere Sachen, bei denen es zu schade gewesen wäre, sie einfach weg zu werfen. Meinen alten Rechner, der im Dezember kaputt ging (eigentlich war es nur die Grafikkarte, aber er war mir eh zu langsam geworden), habe ich schon gestern einem früheren Kollegen für seinen Verein gespendet. Ich habe zusätzlich bei meinem ehemaligen Institut einige Kolleginnen informiert und einen Plündertag bei mir heute organisiert. Natürlich habe ich vorher auch etwas zum gemeinsamen Mittagessen gekocht. Yong Jin hat meine Tischstaffelei bekommen, die aus der Zeit stammt, als ich in meinem Viertel Malkurse bei einer damals neu eröffneten Galerie genommen hatte. Jetzt, wo ich meine tolle Wacom-Tablet habe, benutze ich die Staffelei gar nicht mehr, und ich wusste, dass sie seit längerer Zeit schon eine haben wollte. Ich habe auch jede Menge Bücher verschenkt, die ich nicht behalten wollte. Meine Freundin Mei ist noch mit zwei alten abgenutzten Mänteln nach Hause gegangen, sie wollte daraus etwas für ihre Katze basteln. Meine Katze war ein bisschen aufgeregt, so viele Leute auf einmal zu Hause zu sehen. Mei und Yong Jin kannte sie ja schon. Sie hat Antje heute zum ersten Mal gesehen und sie durfte sie schon hoch in den Armen tragen. Mei fand das so unfair, weil sie häufiger bei mir war und es gerade ab und zu durfte, sie zu streicheln. Ich war selber überrascht, dass sie sich so schnell von einer fremden Person anfassen lässt.

Ich habe meine Kolleginnen anschließend zum Institut begleitet. Ich wollte mein Fahrrad holen, das dort in einem Zimmer im Keller steht, um es reparieren zu lassen, weil ich es so lange wegen Ischias nicht benutzt habe, und es nach Berlin mitnehmen möchte. Ich habe doch eine große Überraschung bekommen, weil mein Fahrrad nirgendwo zu finden war. Ich hatte es früher in einer Garage behalten, aber sie grenzte an einem schon seit gut zwanzig Jahren ausgeschalteten kleinen Reaktor, der vor meiner Zeit für Physikstudenten bei Praktika benutzt wurde, und die Strahlenschutzabteilung hat uns vor zwei Jahren verboten, in der Garage persönliche Gegenstände zu behalten – obwohl die gemessene Strahlung in dem Raum quasi dem normalen Untergrund der natürlichen Radioaktivität entspricht. Ich hatte mit einem Kollegen einen anderen Platz fürs Fahrrad gefunden, und vor etwa einem Jahr hat er mich überredet, das Fahrrad zu diesem Raum zu bringen. Nur heute war es weg. Ich habe mit der Sekretärin überall auf dem Gelände gesucht, aber es war nicht zu finden. Sie wird morgen meine anderen Kollegen danach fragen. Hmm, jetzt, wo ich noch mal daran denke, erinnere ich mich ganz dunkel, dass eine chinesische Doktorandin bei einem Betriebsausflug letztes Jahr es benutzt hatte.

Ich habe sonst meine Fahrkarte für Sonntag nach Berlin gekauft. Diesmal reise ich mit reservierter Liege. Selbst wenn es laute Durchsage die ganze Nacht wie am letzten Sonntag gibt, werde ich wenigstens keine Schmerze wegen ungünstigen Schlafpositionen haben. So komme ich gegen 09:00 bei meiner Arbeit am Montag an. Ich werde einfach mit meinem Rucksack kommen. Den hatte ich vor sechs Jahren für einen Urlaub in Finnland gekauft (mich hatte es plötzlich gepackt, ich war im Sommer zwei Wochen lang alleine um die Seen gefahren). Er ist super bequem, ich konnte damit Stundenlang ohne Problem gehen. Ich habe heute Abend weiter nach Wohnungen gesucht. Berlin mag zwar groß sein, aber wo ich arbeiten werde sieht es eher wie ein Dorf aus. Es ist durchaus möglich, dort eine ruhige Lage zu finden. Da ich jetzt weiß, dass ich auf die Straßenbahn achten muss, habe ich neue Termine für Besichtigungen beantragen können. Ich hoffe, ich finde bald etwas, was mir gefällt. Dann muss ich neue Möbel kaufen (meine aktuelle Wohnung war möbliert), den Umzug organisieren, und meine Katze mitnehmen. Und die aktuelle Wohnung renovieren lassen, es gibt viel zu tun. Meine Vermieterin kommt erst am Wochenende vom Urlaub zurück, aber sie hat schon zugestimmt, so lange auf meine Katze aufzupassen, bis ich eine Wohnung in Berlin habe. Sie hat sich all die Jahre so freundlich verhalten, es tut mir schon leid, ausziehen zu müssen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Ich bin keine Hausfrau

Wirklich nicht. Ja gut, ich bin zurzeit arbeitslos und verbringe viel Zeit zu Hause, das macht aus mir aber noch lange keine Hausfrau. Leider. Ich könnte ein bisschen mehr Ordnung in meiner Wohnung gebrauchen.

Vielleicht sollte ich klare Regel mit mir selbst vereinbaren.

  • Immer die Kleider zum Trocknen hängen, sobald die Waschmaschine ihren Vorgang abgeschlossen hat. Du weißt ja, wie muffig sie sonst riechen können. „Ich habe keine Zeit, ich muss doch noch diese Bewerbung / diese Email / diesen Blogeintrag (seltener) fertig schreiben.“ Die beste Idee überhaupt wäre, meine Waschmaschine und meinen Rechner kommunizieren zu lassen. Sobald die Waschmaschine fertig ist, sollte sie meinen Rechner sperren, solange ich die Kleider nicht raus genommen habe. Das mit der Spülmaschine klappt wenigstens halbwegs. Muss ja auch, mein Waschbecken ist so klein. Zum Aufräumen muss ich mich nur innerhalb der Küche bewegen. Vielleicht ist es der Grund, warum ich ungern die Klamotten aus der Waschmaschine raus hole, immer hin und her zwischen Badezimmer und Wohnzimmer, dabei jedes Mal vorsichtig über die Katze nicht stolpern, die mich nie aus den Augen verlieren möchte und sich deswegen genau zwischen beiden Zimmern hinlegt…
  • Staubsaugen, wenigstens einmal pro Woche. Als Besitzerin einer langhaarigen Katze ist es eigentlich schon zu wenig. Nun, will ich ihr das Trauma so häufig an tun, den Staubsäuger anzuschalten (Ausrede)? Stimmt ja auch, sie versteckt sich immer, und immer an der gleichen Stelle, unter dem Sofa, sobald ich das Gerät nur berühre. Direkt danach sollte ich die Gelegenheit nutzen und den waschbaren Boden waschen. Man könnte meinen, mit einer Katze müsste ich schon alleine für den Streu staubsaugen, aber da benutze ich immer schnell den kleinen Besen, jedes Mal wenn ich ihr Klo putze, so dass ich sehr wenige Streukörner herum liegen habe.
  • Fenster häufiger putzen. Daran denke ich immer früh morgens, wenn die Sonne aus der Gartenseite in die Wohnung kommt. Hier in der Gegend also eher selten. Aber dann merke ich, wie dreckig die sind. Das letzte Mal habe ich sie vor drei Wochen geputzt, bevor meine Mami zu Besuch gekommen ist. Ich habe zwölf Fenster, sechs hinten auf Gartenseite und sechs vorne, auf Straßenseite. Für die Fenster hinten habe ich schon über drei Stunden gebraucht, ein ganzer Nachmittag. Für die Fenster vorne brauchte ich eine kleine Leiter, die ich mir dann beim Bauhaus versorgt habe. Als ich sie gekauft habe fing es an zu schneien, es war mir zu kalt, um vor offenen Fenstern mit nassen Händen zu putzen, dann kam schon meine Mami, und das Wetter blieb so schlecht, dass man von den übriggebliebenen dreckigen Fenstern nichts bemerkt hat. Als ich noch arbeitete hatte ich unsere Putzhilfe im Haus für meine Fenster eingestellt. Sie hatte für die zwölf Fenster gerade anderthalb Stunden gebraucht. Und sie konnte es viel besser als ich, ich lasse danach immer Spuren an den Scheiben. Mein Traum ist es, so viel Geld zu verdienen, dass ich eine Putzhilfe Teilzeit beschäftigen könnte.
  • Aufräumen. Mich packt der Graus, wenn ich daran denke. Das größte Problem sind die Bücher. Zu viele, nicht genug Platz. Sie stapeln sich hoch, eine Couch ist schon nicht mehr zu benutzen, weil ich sie als langfristiger temporärer Lagerplatz für Bücher und Papierkram verwendet habe. Inzwischen ist viel Staub drauf. Langsam stapeln sich Briefe auf dem Kratzbaum – nur weil er von meiner Katze nicht benutzt wird. Meine vormöblierte Wohnung ist da halb schuld. Im Schlafzimmer habe ich einen riesen Schrank, der falsch montiert wurde. Von außerhalb merkt man es ihm nicht an, aber innen drin sind die Planken falsch, ich kann keine Regalbrette hinstellen, weil die nicht waagerecht liegen könnten. Also viel Platz für nichts. Auf einer Seite konnte ich wenigstens einige Klamotten hängen. Eine andere Wand im Schlafzimmer ist mit meinem IKEA-Regal belegt, wo ich schon viele Bücher packen konnte. Ich habe sogar eine kleine „Holztreppe“ gebastelt, um mehr Bücher pro Regal zu packen. Die dritte Wand ist mit dem Bett und Nachttisch belegt, und die vierte besteht fast nur aus Fenstern. Aufräumen ist das einzige, was vor meinem Rückenproblem schon nicht klappte. Manchmal liege ich nachts im Bett und bekomme Panik-Attacken, weil mein Schlafzimmer so unordentlich ist. Aber wenn mich jetzt der Frust packt und ich anfange, alles im Hause richtig zu putzen, kriege ich wieder Ischias-Schmerze. Im Grunde muss ich entweder neue Möbel kaufen, um alles aufzuräumen, oder viele Sachen entsorgen. Ich tendiere für die zweite Lösung. Wenn ich den Mut dazu finde.
  • Den Müll häufiger runter bringen. Jede zweite Woche ist zu wenig. Ich warte immer, dass die Tüten voll sind, sonst wäre es ja Geldverschwendung. Nur, wenn ich sie in den Keller bringe, stelle ich immer fest, dass die Mülltonnen schon voll sind. Meine Tüte oben drauf, mit beiden Händen flach drücken, dabei ein wenig hüpfen, um das Gewicht auf die Tüte zu bringen, und ich kriege doch den Deckel der Tonne zu. Das verstehe ich nicht. Ich habe vor zwei Jahren die Wohnung von meinem Nachbar übernommen, um meine zu vergrößern. Wir sind im Haus also ein Haushalt weniger. Warum ist die Mülltonne dann regelmäßig voller als vorher geworden? Ich vermute, die neuen Bewohner aus der ersten Etage haben etwas damit zu tun. Mein Altpapier entsorge ich ab und zu bei meiner früheren Arbeitsstelle, wo wir zwei große Container auch für die Nachbarschaft haben, weil im Haus die Papiertonne immer voll ist. Das Müllproblem in Deutschland. Bei meinen Eltern hatten wir einfach große grünen Containers überall auf der Straße, wo man sein Müll hinbringen konnte, und die täglich geleert wurden. In unserem sehr kleinen Dorf gibt es sogar zwei Orte für die Mülltrennung – Papier-, Glas- und Plastik-Container nebeneinander, die aber nicht so regelmäßig geleert werden. Hier muss man eine Woche lang den Biomüll im Hause behalten. Kleinigkeiten, die das Leben ganz anders machen.

Also insgesamt ein erschreckendes Bild von mir. Komischerweise verhalte ich mich ganz anders, wenn ich mit jemandem zusammen wohne, dann bin ich die echte Haus-Fee. Ich kann alleine mit meinem Chaos leben, ich kann das Chaos anderer nicht leiden, deswegen räume ich alles auf. Nur, wenn ich mit einem Mann leben würde, müsste ich nicht so besessen wie jetzt nach einer neuen Arbeitsstelle suchen, da wir uns zu zweit unterstützen würden, deswegen hätte ich mehr Zeit für die Hausarbeit. Und würde auch schnell sauer werden, wenn ich die einzige bin, die zu Hause etwas macht, weil ich es im Grunde nicht gerne tue. Obwohl ich meine Mami als Vorbild habe, die täglich bei sich putzt. Ich hab’s als Kind auch mitgemacht, täglich fegen (wir hatten keinen Staubsäuger), täglich den Boden waschen… Boah, anstrengend (und furchtbar, wenn man dabei ab und zu eine Spinne entdeckt, das passiert mir zum Glück in der Stadt viel seltener). Ich habe es noch wöchentlich gemacht, bevor mein Rücken mir so viele Schmerze verursacht hat. Als ich berufstätig war und täglich Sport trieb, konnte ich problemlos regelmäßig putzen. Ich muss mich selbst treten, um es wieder zu schaffen. Bis jetzt sind nur die Bereiche Küche und Badezimmer in Ordnung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.