Weltuntergang

Mein Traum von gestern früh war schon wieder so skurril, dass ich ihn schriftlich festhalten will, bevor ich ihn vergesse.

Ich saß in einem hellen weißen Raum mit einem ehemaligen Kommilitonen, den ich aus der Zeit meiner Doktorarbeit kenne[1]. Der Raum war eine Kontrollstation für einen nuklearen Reaktor. Etwas Furchtbares war passiert, eine höchst ansteckende und fatale Seuche hatte sich in der Bevölkerung ausgebreitet. Die einzige Hoffnung bestand darin, den roten Knopf vor uns zu drücken, der eine derart starke Atombombe auslösen würde, dass die Erde dadurch komplett zerstört sein würde. Sonst war die Menschheit dazu verdammt, unter langen und starken Schmerzen zu leiden, bis sie komplett vernichtet wird. Sicherlich wäre die Atombombe eine bessere Alternative, da es nur kurz dauern würde und schnell vorbei wäre. Ich konnte es aber nicht über mich bringen, den Knopf zu drücken. Ich hatte Angst.

Nach einiger Zeit hat Hobbes die Initiative ergriffen und den roten Knopf gedrückt. Ich habe mich auf eine starke Explosion vorbereitet, aber es passierte zunächst nichts. Eine radioaktive Substanz wurde in einem Aquarium freigesetzt. Die kleinen Fische drin haben angefangen zu sterben. Als sie alle vertikal kopfüber an der Oberfläche standen, musste das Überwachungssystem des Reaktors merken, dass etwas nicht in Ordnung war und die Atombombe auslösen. Das Überwachungssystem war aber defekt. Die Atombombe blieb aus.

Als ich mich wieder aus dem Reaktor nach draußen getraut habe, waren viele noch gesunde Menschen im All geflohen. Es gab kaum noch Leute auf der Straße. Ich hatte Hunger und bin zu einem Supermarkt gegangen. Die Regale waren fast leer. Es gab keine Schlange an der Kasse. Die Kassiererin sah gesund aus und verhielt sich sehr freundlich. Ich habe gedacht, die Seuche wäre bis hier nicht angekommen. Vielleicht würde dieser Ort erspart bleiben.

Ich bin plötzlich aufgewacht, es war 06:00. Der Wecker war erst für eine Stunde später geplant, aber es ist mir nicht gelungen, wieder einzuschlafen.

[1] Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, muss ich an Hobbes denken.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Aufmunterungslied

Weil ich mit der Nordkorea-Geschichte aus meinen Traum heute Nacht erwacht bin.

Nachtrag von 23:30
Meine koreanische Kollegin Yong Jin hat mir heute erklärt, dass die Drohungen von Nordkorea nicht ernst zu nehmen sind. Sie hat noch viele Verwandte in Südkorea, die die Lage gar nicht so ernst wie der Rest der Welt einstufen. Die Einstellung der Bevölkerung dort ist eher, „die spinnen mal wieder, die Regierungsleute in Nordkorea sind geistig krank“, aber keiner glaubt, dass sie wirklich einen Angriff machen würden. „Solche panikverursachende Aussagen aus Nordkorea haben immer wieder in regelmäßigen Abständen stattgefunden, bis jetzt ist aber nie was passiert“, sagt sie. Shaarazad geht jetzt entspannt ins Bett.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.